EuroLOT

Historische polnische Regionalairline: 1996 gegründet, ab 1997 im Flugbetrieb, lange Zubringer für LOT mit ATR-Turboprops, ab 2011 eigene Marke eurolot.com mit Dash 8 Q400 – und im März 2015 eingestellt.

Auch bekannt als: Eurolot S.A. · eurolot.com · Eurolot · K2

PolenPolenRegionalfluggesellschaftenIATA: K2ICAO: ELO11 Min. Lesezeit

K2

IATA-Code

ELO

ICAO-Code

1997–2015

Flugbetrieb

78

Sitze in der Dash 8 Q400

Das Wichtigste in Kürze

  • EuroLOT ist eine historische polnische Regionalairline: im Dezember 1996 gegründet, ab Juli 1997 in der Luft, im März 2015 eingestellt.
  • Codes: IATA K2, ICAO ELO, Rufzeichen „EUROLOT“.
  • Lange Zeit LOT-Zubringer: Ab 2000 flog EuroLOT vor allem im Auftrag von LOT und übernahm deren ATR-Turboprops.
  • Vom ATR zur Q400: 2012 kamen die ersten Dash 8 Q400 NextGen, Ende 2014 bestand die Flotte nur noch aus Q400.
  • Eigene Marke, schnelles Ende: Ab 2011 flog EuroLOT als eurolot.com auf eigene Rechnung, geriet in finanzielle Schieflage und gab 2015 auf – LOT übernahm die meisten Q400.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.EuroLOT im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Die Geschichte von EuroLOT
  4. 4.Die Flotte: von ATR zur Q400
  5. 5.Woran du EuroLOT erkennst
  6. 6.EuroLOT an deutschen Flughäfen
  7. 7.EuroLOT im Vergleich
  8. 8.Häufige Verwechslungen
  9. 9.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeK2
ICAO-CodeELO
RufzeichenEUROLOT
DrehkreuzeWAW, KRK, GDN
StatusHistorisch – letzter Flug am 31. März 2015, danach Liquidation
Gegründet19. Dezember 1996, Flugbetrieb ab 1. Juli 1997
SitzWarschau, im Gebäude der LOT-Zentrale
GeschäftsmodellRegionalairline: Zubringer- und Kurzstreckenflüge für LOT, ab 2011 zusätzlich eigenes Netz unter der Marke eurolot.com
EigentümerAnfangs vollständig LOT-Tochter, zuletzt mehrheitlich im Besitz des polnischen Staates (rund 62 Prozent)
Wichtige FlughäfenWarschau-Chopin (WAW), Krakau (KRK), Danzig (GDN), dazu Breslau (WRO)
Prägende TypenATR 42-300, ATR 42-500, ATR 72-200 und Bombardier Dash 8 Q400 NextGen
Letzte FlotteElf Dash 8 Q400 mit je 78 Sitzen (Stand Ende 2014)
NachfolgeLOT übernahm 2015 die meisten Q400 und einen Teil der Strecken

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich EuroLOT?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Polnisches Kennzeichen mit SP- am Rumpf
  • Q400 mit Kennzeichen aus der Reihe SP-EQ…, ATR 72 unter anderem als SP-LF…
  • Fast nur Turboprops: Hochdecker mit zwei Propellern – ATR oder Dash 8
  • Die Q400 hat einen langen, schlanken Rumpf, ein T-Leitwerk und Hauptfahrwerke, die in die Triebwerksgondeln einfahren
  • Flugnummer mit K2 bei eigenen Flügen, im LOT-Auftrag meist mit LO
  • Ab Juli 2011 Vermarktung unter dem Markennamen eurolot.com

Wer zwischen 1997 und 2015 in Warschau, Krakau oder Danzig am Zaun stand, hat sie mit großer Wahrscheinlichkeit gesehen: Turboprops mit polnischem Kennzeichen, die auf kurzen Strecken quer durchs Land pendelten. EuroLOT war die Regionalairline aus dem Umfeld von LOT – zuerst fast unsichtbar als Zubringer, später mit eigener Marke und moderner Dash 8 Q400. Diese Seite zeigt dir, wie die Airline entstand, welche Flugzeuge sie flog, warum sie 2015 aufgab und woran du sie auf alten Fotos erkennst.

Dein Archiv, sauber sortiert

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EuroLOT im Überblick

EuroLOT war eine polnische Regionalairline mit Sitz in Warschau – und zwar ganz wörtlich im Haus der Mutter: Die Verwaltung saß in der Zentrale von LOT Polish Airlines. Gegründet wurde das Unternehmen am 19. Dezember 1996, der Flugbetrieb startete am 1. Juli 1997. Die Aufgabe war klar umrissen: das Netz an Inlands- und Regionalverbindungen in Polen neu aufzubauen, und zwar mit Flugzeugen, die zu dünnen Strecken passen.

Die Geschichte von EuroLOT lässt sich grob in drei Abschnitte teilen. In den ersten Jahren war sie eine kleine Turboprop-Airline mit eigenem Netz. Ab 2000 wurde sie zum reinen Flugbetrieb für LOT und übernahm deren ATR-Flotte. Ab Sommer 2011 trat sie mit der Marke eurolot.com wieder als eigenständige Airline auf – ein Versuch, der nur knapp vier Jahre hielt. Am 31. März 2015 landete der letzte Flug.

K2IATA-Code in der Flugnummer
ELOICAO-Code im Flugplan
SP-Polnisches Kennzeichen-Präfix

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code K2: stand in der Flugnummer eigener EuroLOT-Flüge, vor allem in der eurolot.com-Phase ab 2011.
  • ICAO-Code ELO: stand im Flugplan der Flugsicherung und in alten ADS-B-Aufzeichnungen.
  • Rufzeichen EUROLOT: so meldete sich die Besatzung im Funk.

Für die Archivarbeit wichtig: Viele EuroLOT-Flüge liefen gar nicht unter K2. Solange EuroLOT im Auftrag von LOT flog, standen auf Anzeigetafeln und Tickets meist LOT-Flugnummern mit LO. Wenn du alte Sichtungen mit Flugplänen abgleichst, kann ein LO-Flug also durchaus von einer EuroLOT-Maschine durchgeführt worden sein. Wie Flugnummer, ICAO-Code und Rufzeichen zusammenhängen, erklärt der Artikel IATA- und ICAO-Codes erklärt. Und warum eine Airline Flüge für eine andere durchführt, findest du unter Codeshare-Flüge erklärt.

Die Geschichte von EuroLOT

Zeitraum Ereignis Flotte in dieser Phase
Dezember 1996 Gründung als Regionalairline im LOT-Umfeld –
Juli 1997 Start des Flugbetriebs ATR 42-300, dazu ATR 72-200 von LOT
1998 Beitritt zum Verband der europäischen Regionalairlines (ERA) ATR 42, ATR 72
ab 2000 Umbau zum Flugbetrieb für LOT, Übernahme aller LOT-ATR ATR 42-300, ATR 72-200
ab 2002 Erneuerung der kleinen Turboprops ATR 42-500 ersetzen ATR 42-300
Juli 2011 Eigene Marke eurolot.com, erste Strecken Danzig–Breslau und Danzig–Krakau ATR 42-500, ATR 72-200
Februar 2012 Bestellung von acht Dash 8 Q400 NextGen –
Mai 2012 Erste Q400 (SP-EQA) landet in Warschau Mischflotte ATR und Q400
August 2012 LOT fliegt Inlandsstrecken wieder selbst EuroLOT baut eigenes Europa-Netz aus
2014 Verkauf von zwei Flugzeugen zur Schuldentilgung, Ende 2014 nur noch Q400 im Einsatz Q400
Februar/März 2015 Ankündigung der Einstellung, letzter Flug Zürich–Krakau elf Q400

Die Anfänge: Turboprops für Polens Regionen

In den 1990er-Jahren suchte LOT nach einem Weg, Inlands- und Regionalstrecken wirtschaftlich zu bedienen. Große Jets lohnten sich dort nicht, also bekam die neue Tochter Turboprops. EuroLOT startete im Juli 1997 mit ATR 42-300, dazu kamen ATR 72-200, die zunächst von LOT gemietet waren. 1998 trat EuroLOT dem Verband der europäischen Regionalairlines bei.

Flugbetrieb für LOT

Um die Jahrtausendwende änderte sich die Rolle. EuroLOT wurde vom eigenständigen Anbieter zum Flugbetrieb im Auftrag von LOT und übernahm ab 2000 sämtliche ATR der Mutter. Für Passagiere war EuroLOT damit oft unsichtbar: Sie buchten LOT, saßen aber in einem ATR mit EuroLOT-Crew. Ab 2002 ersetzten ATR 42-500 schrittweise die älteren ATR 42-300. 2003 eröffnete EuroLOT zudem ein eigenes Trainingszentrum für Piloten. Dass LOT im selben Jahr der Star Alliance beitrat, betraf EuroLOT indirekt – als Zubringer im LOT-Netz, nicht als eigenes Mitglied.

Ein Seitenaspekt aus dieser Zeit: Laut deutschsprachigen Darstellungen stellte EuroLOT nach dem Flugzeugabsturz von Smolensk 2010 für einige Wochen zwei Embraer 175 für Regierungsflüge bereit. Die Angaben zu diesen Jets sind in den Quellen allerdings knapp – für die eigentliche EuroLOT-Geschichte spielten sie keine tragende Rolle.

Die eurolot.com-Phase

Im Sommer 2011 übernahm der polnische Staat die Mehrheit an EuroLOT, und die Airline erfand sich neu. Ab dem 1. Juli 2011 flog sie unter der Marke eurolot.com auf eigene Rechnung – zuerst von Danzig nach Breslau und nach Krakau. Ende 2011 kamen Verbindungen von Danzig und Warschau ins slowakische Poprad dazu. Im August 2012 entschied LOT, ihre Inlandsstrecken wieder mit eigener Flotte zu fliegen. EuroLOT setzte daraufhin stärker auf europäische Strecken und flog weiterhin Zubringer auf einigen Auslandsrouten von LOT.

Das Netz wuchs schnell. Unter der eigenen Marke flog EuroLOT knapp 40 Flughäfen an, vor allem in Polen, Deutschland, Kroatien und Italien, dazu Ziele in Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, den Niederlanden, Litauen, Moldau, der Slowakei, der Schweiz und der Ukraine. Wichtigste polnische Standbeine waren Danzig, Krakau, Warschau-Chopin und Breslau.

Das Ende 2015

Wirtschaftlich ging die Rechnung nicht auf. Polnische Quellen beschreiben finanzielle Probleme ab etwa 2012. Als Gründe werden das Risiko des eigenen Netzes, eine gescheiterte Zusammenarbeit mit dem Anbieter 4You Airlines und eine Strategie genannt, die nicht zur Marktlage passte. Anfang 2014 verkaufte EuroLOT zwei Flugzeuge, um Schulden bei staatlichen Stellen zu begleichen.

Am 6. Februar 2015 folgte die Ankündigung: Der Flugbetrieb endet zum 31. März 2015. Der Eigentümer sah keine tragfähige Zukunft für das Unternehmen. Der letzte Flug ging von Zürich nach Krakau, danach wurde EuroLOT abgewickelt. LOT übernahm einen Teil der Strecken und den größten Teil der Q400. Wie EuroLOT sich in die Reihe europäischer Airline-Pleiten einfügt, zeigt der Überblick Große Airline-Pleiten in Europa.

Datum zuerst, dann Code

Bevor du ein altes EuroLOT-Foto einsortierst, prüf das Aufnahmedatum: Vor Juli 2011 flog EuroLOT fast nur im LOT-Auftrag, danach auch unter eigener Marke mit K2-Flugnummer. Ab April 2015 gehören die Q400 mit SP-EQ-Kennzeichen zu LOT. Wie du Kennzeichen liest, zeigt Flugzeugkennzeichen verstehen.

Die Flotte: von ATR zur Q400

EuroLOT war über die ganze Geschichte hinweg eine Turboprop-Airline. Für Spotter ist das praktisch: Der Typ verrät dir ziemlich zuverlässig, aus welcher Phase ein Foto stammt.

Typ Zeitraum (ca.) Rolle bei EuroLOT Spotter-Hinweis
ATR 42-300 1997–2002/2003 Erstausstattung Kurzer Rumpf, ältere Propeller mit vier Blättern
ATR 72-200 1997–vor 2015 Größter ATR der Flotte, von LOT übernommen Langer Rumpf, Hochdecker, Kennzeichen u. a. SP-LF…
ATR 42-500 ab 2002 Ersatz der ATR 42-300 Kurzer Rumpf, sechsblättrige Propeller
BAe Jetstream 31/32 zeitweise Kleiner Turboprop, gemietet Sehr klein, Tiefdecker – selten fotografiert
Dash 8 Q400 NextGen 2012–2015 Letzte Einheitsflotte, zuletzt elf Stück Lang, schlank, T-Leitwerk, 78 Sitze, SP-EQ…

Die Zeitangaben sind Näherungswerte, weil Zu- und Abgänge über längere Zeiträume liefen. Laut polnischsprachigen Flottenlisten bestand die ATR-72-Flotte aus zehn Flugzeugen, die ATR-42-500-Flotte aus acht.

ATR 42 und ATR 72: das Arbeitspferd der ersten 15 Jahre

Die Turboprops von ATR prägten EuroLOT bis in die 2010er-Jahre. Die ATR 42 mit rund 50 Sitzen passte zu dünnen Inlandsstrecken, die längere ATR 72 zu stärker gefragten Verbindungen. Beide sind Hochdecker mit zwei Propellern und einem T-förmigen Leitwerk, bei dem das Höhenleitwerk weit oben sitzt. Für dich als Spotter ist die Unterscheidung zwischen ATR 42-300 und ATR 42-500 die spannendste Feinheit: Die -500 hat Propeller mit sechs Blättern, die -300 noch mit vier. Weitere Tipps findest du im Guide ATR 42/72 und Dash 8 unterscheiden.

Dash 8 Q400: der schnelle Abschied vom ATR

Am 29. Februar 2012 bestellte EuroLOT acht Dash 8 Q400 NextGen bei Bombardier, um die ATR-Flotte zu ersetzen. Die erste Maschine, SP-EQA, landete am 17. Mai 2012 in Warschau. Später wuchs die Bestellung; Ende 2014 flogen elf Q400 mit je 78 Sitzen, die ATR waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeflottet.

Die Q400 ist deutlich schneller als die ATR und eignete sich damit besser für die längeren Europa-Strecken der eurolot.com-Phase. Heute gehört das Programm zu De Havilland Canada, das die Dash-8-Familie 2019 von Bombardier übernommen hat.

Nach dem Ende von EuroLOT übernahm LOT die meisten Q400 und setzte den Typ noch einige Jahre ein. Wer nach April 2015 eine LOT-Q400 mit SP-EQ-Kennzeichen fotografiert hat, hat also ein früheres EuroLOT-Flugzeug im Kasten. Solche Wechsel lassen sich oft an Übergangsbemalungen erkennen – mehr dazu im Artikel Hybrid- und Mischlackierungen erkennen.

ATR 72, ATR 42 oder Q400?

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Woran du EuroLOT erkennst

Das wichtigste Merkmal ist das SP-Kennzeichen: Alle EuroLOT-Flugzeuge waren in Polen registriert. Innerhalb der Flotte helfen die Kennzeichen-Reihen weiter – die Q400 trugen Kennzeichen von SP-EQA aufwärts, viele ATR 72 Kennzeichen aus der Reihe SP-LF. Weil EuroLOT lange im LOT-Auftrag flog und die Q400 später zu LOT wechselten, reicht der Blick aufs Kennzeichen allein aber nicht: Du musst Kennzeichen, Bemalung und Datum zusammen lesen.

Typ bestimmen

Hochdecker mit zwei Propellern: ATR oder Dash 8. Lang und schlank mit Fahrwerk in den Triebwerksgondeln spricht für die Q400.

Kennzeichen lesen

SP- zeigt die polnische Registrierung. SP-EQ… gehört zu den Q400, SP-LF… zu den ATR 72.

Bemalung zuordnen

Schriftzug von EuroLOT oder eurolot.com spricht für die Zeit bis März 2015, LOT-Farben auf einer SP-EQ-Q400 für die Zeit ab April 2015.

Datum prüfen

Vor Juli 2011 meist LO-Flugnummer im LOT-Auftrag, danach auch K2 unter eigener Marke.

Achtung Verwechslung

ATR 72 und Dash 8 Q400 werden gern verwechselt, weil beide Hochdecker mit zwei Propellern sind. Achte auf das Fahrwerk: Bei der ATR sitzt es in Verkleidungen am Rumpf, bei der Q400 fährt es in die Triebwerksgondeln ein. Dazu ist die Q400 merklich länger und hat eine spitzere Nase.

EuroLOT an deutschen Flughäfen

In der eurolot.com-Phase war EuroLOT auch für Spotter in Deutschland ein Thema. Zu den Zielen zählten unter anderem Düsseldorf, Frankfurt, München, Hamburg und Stuttgart. Eine Besonderheit war Heringsdorf auf Usedom: Der kleine Ostsee-Flughafen bekam Verbindungen aus Polen und war damit einer der Orte, an denen du eine EuroLOT-Q400 vor Urlaubskulisse fotografieren konntest. Welche Spots heute an deutschen Plätzen funktionieren, zeigen die Guides zu Düsseldorf und Stuttgart.

Auch in Nachbarländern war EuroLOT unterwegs, etwa nach Wien, Salzburg, Amsterdam, Brüssel, Paris, Zürich, Vilnius, Lwiw und Helsinki, im Sommer zu kroatischen Zielen wie Split, Dubrovnik und Zadar. Der letzte Flug der Airline startete in Zürich – ein Grund, warum Fotos vom März 2015 dort heute einen gewissen Archivwert haben. Mehr zum Platz findest du im Planespotting-Guide Zürich.

Wenn du der polnischen Luftfahrtgeschichte vor Ort nachspüren möchtest, lohnt ein Abstecher ins Muzeum Lotnictwa Polskiego in Krakau. Und an den früheren EuroLOT-Basen wie Krakau oder Danzig siehst du heute die Turboprops und Regionaljets anderer Airlines.

EuroLOT im Vergleich

In Mittel- und Osteuropa gab es mehrere Airlines mit ähnlichem Muster: eng an eine nationale Airline gebunden, regional ausgerichtet, und viele davon sind heute Geschichte.

Airline Land Rolle Verbindung zu EuroLOT
LOT Polen Nationale Netzwerk-Airline, Star Alliance Gründungsmutter, Auftraggeberin, übernahm die Q400
Centralwings Polen Low-Cost-Tochter von LOT (historisch) Zweite LOT-Tochter derselben Epoche
Estonian Air Estland Nationale Airline (historisch) Ebenfalls 2015 eingestellt
Adria Airways Slowenien Nationale Airline (historisch) Star-Alliance-Umfeld, 2019 eingestellt
Czech Airlines Tschechien Nationale Airline (historisch) Mit ATR im Regionalverkehr
airBaltic Lettland Netzwerk-Airline Flog ebenfalls lange Dash 8 Q400

Das große Bild zur Branche zeigt der Überblick Regionalairlines in Europa. Wie das Modell „Airline fliegt für Airline“ funktioniert, erklärt Wet-Lease erklärt.

Häufige Verwechslungen

  • EuroLOT für eine Low-Cost-Airline halten – das war Centralwings. EuroLOT war Regional- und Zubringerairline.
  • Jede ATR im LOT-Umfeld für LOT notieren – ab 2000 flogen die ATR für LOT, gehörten aber zu EuroLOT.
  • SP-EQ-Q400 nach April 2015 als EuroLOT notieren – ab dann flogen sie bei LOT.
  • ATR 72 mit Dash 8 Q400 verwechseln – Fahrwerk und Rumpflänge entscheiden.
  • ATR 42-300 und ATR 42-500 gleichsetzen – die Zahl der Propellerblätter verrät die Version.
  • EuroLOT als Star-Alliance-Mitglied führen – Mitglied war LOT, nicht EuroLOT.

Frühere EuroLOT-Flugzeuge im Blick

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Fazit

EuroLOT war fast zwei Jahrzehnte lang das stille Rückgrat des polnischen Regionalverkehrs. Erst als kleine Turboprop-Airline, dann als ATR-Betrieb für LOT, zuletzt als eigene Marke mit moderner Dash 8 Q400 – und gerade dieser letzte Schritt in die Selbstständigkeit führte ins Aus. Für Spotter bleibt eine überschaubare, gut sortierbare Geschichte: Typ, SP-Kennzeichen und Aufnahmedatum verraten dir auf jedem Foto, aus welcher Phase es stammt. Wie du solche Archivfunde ordentlich festhältst, zeigt der Artikel Sichtungen im Logbuch dokumentieren.

Kurzfazit

EuroLOT (IATA K2, ICAO ELO) war die polnische Regionalairline aus dem LOT-Umfeld – 1996 gegründet, 1997 gestartet und am 31. März 2015 eingestellt. Erst prägten ATR 42 und ATR 72 das Bild, zuletzt die Dash 8 Q400, die danach bei LOT weiterflog.

Zusammenfassung

  • EuroLOT entstand als Regionaltochter im LOT-Umfeld, um das Netz an Inlands- und Regionalstrecken in Polen neu aufzubauen.
  • Über ein Jahrzehnt prägten ATR 42 und ATR 72 das Bild, ab 2012 die deutlich schnellere Dash 8 Q400 mit 78 Sitzen.
  • Nach dem Umbau zur eigenständigen Marke eurolot.com flog die Airline von Krakau, Danzig und Warschau zu Zielen in ganz Europa, darunter mehrere deutsche Flughäfen.
  • Für Spotter ist EuroLOT heute ein Archiv-Thema – die SP-Kennzeichen der Q400 tauchten danach aber noch jahrelang bei LOT auf.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte EuroLOT?

EuroLOT flog mit dem IATA-Code K2 und dem ICAO-Code ELO, das Rufzeichen im Funk lautete „EUROLOT“. Flüge, die EuroLOT im Auftrag von LOT durchführte, trugen in der Regel LOT-Flugnummern mit LO. Der IATA-Code K2 wurde nach dem Ende der Airline laut polnischen Quellen neu vergeben.

War EuroLOT eine Tochter von LOT?

Ursprünglich ja: EuroLOT begann als vollständige Tochtergesellschaft von LOT Polish Airlines und hatte ihren Sitz sogar in der LOT-Zentrale in Warschau. Später übernahm der polnische Staat die Mehrheit von rund 62 Prozent. Ab Sommer 2011 trat EuroLOT mit der Marke eurolot.com auch als eigenständige Airline auf.

Welche Flugzeuge flog EuroLOT?

Zum Start 1997 flog EuroLOT ATR 42-300. Ab 2000/2001 übernahm sie die ATR 72-200 von LOT, ab 2002 ersetzten ATR 42-500 die älteren ATR 42-300. Kurzzeitig gehörten auch kleine BAe Jetstream zur Flotte. Ab 2012 kam die Bombardier Dash 8 Q400 NextGen, die bis Ende 2014 die gesamte Flotte stellte – zuletzt elf Stück mit je 78 Sitzen.

Wann endete EuroLOT?

Am 6. Februar 2015 kündigte EuroLOT an, den Flugbetrieb zum Monatsende März einzustellen. Der letzte Flug ging am 31. März 2015 von Zürich nach Krakau. Danach wurde das Unternehmen abgewickelt.

Warum musste EuroLOT aufgeben?

Polnische Quellen nennen mehrere Gründe: finanzielle Probleme seit etwa 2012, das kommerzielle Risiko des eigenen Netzes unter der Marke eurolot.com, eine gescheiterte Partnerschaft mit dem Reiseanbieter 4You Airlines und eine Strategie, die nicht zum Markt passte. Anfang 2014 verkaufte EuroLOT bereits zwei Flugzeuge, um Schulden zu begleichen.

Was wurde aus den Q400 von EuroLOT?

Die Leasingverträge der meisten Q400 gingen nach der Liquidation an LOT, die den Typ danach noch einige Jahre einsetzte. Die Kennzeichen der SP-EQ-Reihe tauchten deshalb weiter im LOT-Netz auf.

War EuroLOT Mitglied der Star Alliance?

Nicht als eigenes Mitglied. Mitglied der Star Alliance war die LOT, die 2003 beitrat. EuroLOT flog lange im Auftrag von LOT und war über deren Flugnummern ins Netz eingebunden, hatte aber keine eigene Allianz-Mitgliedschaft.

Flog EuroLOT auch nach Deutschland?

Ja. Zu den Zielen gehörten unter anderem Düsseldorf, Frankfurt, München, Stuttgart und im Sommer die Ostsee-Insel Usedom mit dem Flughafen Heringsdorf. Damit war die Q400 von EuroLOT zwischen 2012 und 2015 auch an deutschen Flughäfen zu sehen.

EuroLOT im Blick behalten

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