Das Wichtigste in Kürze
- EuroLOT ist eine historische polnische Regionalairline: im Dezember 1996 gegründet, ab Juli 1997 in der Luft, im März 2015 eingestellt.
- Codes: IATA K2, ICAO ELO, Rufzeichen „EUROLOT“.
- Lange Zeit LOT-Zubringer: Ab 2000 flog EuroLOT vor allem im Auftrag von LOT und übernahm deren ATR-Turboprops.
- Vom ATR zur Q400: 2012 kamen die ersten Dash 8 Q400 NextGen, Ende 2014 bestand die Flotte nur noch aus Q400.
- Eigene Marke, schnelles Ende: Ab 2011 flog EuroLOT als eurolot.com auf eigene Rechnung, geriet in finanzielle Schieflage und gab 2015 auf – LOT übernahm die meisten Q400.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | K2 |
|---|---|
| ICAO-Code | ELO |
| Rufzeichen | EUROLOT |
| Drehkreuze | WAW, KRK, GDN |
| Status | Historisch – letzter Flug am 31. März 2015, danach Liquidation |
| Gegründet | 19. Dezember 1996, Flugbetrieb ab 1. Juli 1997 |
| Sitz | Warschau, im Gebäude der LOT-Zentrale |
| Geschäftsmodell | Regionalairline: Zubringer- und Kurzstreckenflüge für LOT, ab 2011 zusätzlich eigenes Netz unter der Marke eurolot.com |
| Eigentümer | Anfangs vollständig LOT-Tochter, zuletzt mehrheitlich im Besitz des polnischen Staates (rund 62 Prozent) |
| Wichtige Flughäfen | Warschau-Chopin (WAW), Krakau (KRK), Danzig (GDN), dazu Breslau (WRO) |
| Prägende Typen | ATR 42-300, ATR 42-500, ATR 72-200 und Bombardier Dash 8 Q400 NextGen |
| Letzte Flotte | Elf Dash 8 Q400 mit je 78 Sitzen (Stand Ende 2014) |
| Nachfolge | LOT übernahm 2015 die meisten Q400 und einen Teil der Strecken |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich EuroLOT?
- Polnisches Kennzeichen mit SP- am Rumpf
- Q400 mit Kennzeichen aus der Reihe SP-EQ…, ATR 72 unter anderem als SP-LF…
- Fast nur Turboprops: Hochdecker mit zwei Propellern – ATR oder Dash 8
- Die Q400 hat einen langen, schlanken Rumpf, ein T-Leitwerk und Hauptfahrwerke, die in die Triebwerksgondeln einfahren
- Flugnummer mit K2 bei eigenen Flügen, im LOT-Auftrag meist mit LO
- Ab Juli 2011 Vermarktung unter dem Markennamen eurolot.com
Wer zwischen 1997 und 2015 in Warschau, Krakau oder Danzig am Zaun stand, hat sie mit großer Wahrscheinlichkeit gesehen: Turboprops mit polnischem Kennzeichen, die auf kurzen Strecken quer durchs Land pendelten. EuroLOT war die Regionalairline aus dem Umfeld von LOT – zuerst fast unsichtbar als Zubringer, später mit eigener Marke und moderner Dash 8 Q400. Diese Seite zeigt dir, wie die Airline entstand, welche Flugzeuge sie flog, warum sie 2015 aufgab und woran du sie auf alten Fotos erkennst.
Dein Archiv, sauber sortiert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch deine alten EuroLOT-Bilder jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
EuroLOT im Überblick
EuroLOT war eine polnische Regionalairline mit Sitz in Warschau – und zwar ganz wörtlich im Haus der Mutter: Die Verwaltung saß in der Zentrale von LOT Polish Airlines. Gegründet wurde das Unternehmen am 19. Dezember 1996, der Flugbetrieb startete am 1. Juli 1997. Die Aufgabe war klar umrissen: das Netz an Inlands- und Regionalverbindungen in Polen neu aufzubauen, und zwar mit Flugzeugen, die zu dünnen Strecken passen.
Die Geschichte von EuroLOT lässt sich grob in drei Abschnitte teilen. In den ersten Jahren war sie eine kleine Turboprop-Airline mit eigenem Netz. Ab 2000 wurde sie zum reinen Flugbetrieb für LOT und übernahm deren ATR-Flotte. Ab Sommer 2011 trat sie mit der Marke eurolot.com wieder als eigenständige Airline auf – ein Versuch, der nur knapp vier Jahre hielt. Am 31. März 2015 landete der letzte Flug.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code K2: stand in der Flugnummer eigener EuroLOT-Flüge, vor allem in der eurolot.com-Phase ab 2011.
- ICAO-Code ELO: stand im Flugplan der Flugsicherung und in alten ADS-B-Aufzeichnungen.
- Rufzeichen EUROLOT: so meldete sich die Besatzung im Funk.
Für die Archivarbeit wichtig: Viele EuroLOT-Flüge liefen gar nicht unter K2. Solange EuroLOT im Auftrag von LOT flog, standen auf Anzeigetafeln und Tickets meist LOT-Flugnummern mit LO. Wenn du alte Sichtungen mit Flugplänen abgleichst, kann ein LO-Flug also durchaus von einer EuroLOT-Maschine durchgeführt worden sein. Wie Flugnummer, ICAO-Code und Rufzeichen zusammenhängen, erklärt der Artikel IATA- und ICAO-Codes erklärt. Und warum eine Airline Flüge für eine andere durchführt, findest du unter Codeshare-Flüge erklärt.
Die Geschichte von EuroLOT
| Zeitraum | Ereignis | Flotte in dieser Phase |
|---|---|---|
| Dezember 1996 | Gründung als Regionalairline im LOT-Umfeld | – |
| Juli 1997 | Start des Flugbetriebs | ATR 42-300, dazu ATR 72-200 von LOT |
| 1998 | Beitritt zum Verband der europäischen Regionalairlines (ERA) | ATR 42, ATR 72 |
| ab 2000 | Umbau zum Flugbetrieb für LOT, Übernahme aller LOT-ATR | ATR 42-300, ATR 72-200 |
| ab 2002 | Erneuerung der kleinen Turboprops | ATR 42-500 ersetzen ATR 42-300 |
| Juli 2011 | Eigene Marke eurolot.com, erste Strecken Danzig–Breslau und Danzig–Krakau | ATR 42-500, ATR 72-200 |
| Februar 2012 | Bestellung von acht Dash 8 Q400 NextGen | – |
| Mai 2012 | Erste Q400 (SP-EQA) landet in Warschau | Mischflotte ATR und Q400 |
| August 2012 | LOT fliegt Inlandsstrecken wieder selbst | EuroLOT baut eigenes Europa-Netz aus |
| 2014 | Verkauf von zwei Flugzeugen zur Schuldentilgung, Ende 2014 nur noch Q400 im Einsatz | Q400 |
| Februar/März 2015 | Ankündigung der Einstellung, letzter Flug Zürich–Krakau | elf Q400 |
Die Anfänge: Turboprops für Polens Regionen
In den 1990er-Jahren suchte LOT nach einem Weg, Inlands- und Regionalstrecken wirtschaftlich zu bedienen. Große Jets lohnten sich dort nicht, also bekam die neue Tochter Turboprops. EuroLOT startete im Juli 1997 mit ATR 42-300, dazu kamen ATR 72-200, die zunächst von LOT gemietet waren. 1998 trat EuroLOT dem Verband der europäischen Regionalairlines bei.
Flugbetrieb für LOT
Um die Jahrtausendwende änderte sich die Rolle. EuroLOT wurde vom eigenständigen Anbieter zum Flugbetrieb im Auftrag von LOT und übernahm ab 2000 sämtliche ATR der Mutter. Für Passagiere war EuroLOT damit oft unsichtbar: Sie buchten LOT, saßen aber in einem ATR mit EuroLOT-Crew. Ab 2002 ersetzten ATR 42-500 schrittweise die älteren ATR 42-300. 2003 eröffnete EuroLOT zudem ein eigenes Trainingszentrum für Piloten. Dass LOT im selben Jahr der Star Alliance beitrat, betraf EuroLOT indirekt – als Zubringer im LOT-Netz, nicht als eigenes Mitglied.
Ein Seitenaspekt aus dieser Zeit: Laut deutschsprachigen Darstellungen stellte EuroLOT nach dem Flugzeugabsturz von Smolensk 2010 für einige Wochen zwei Embraer 175 für Regierungsflüge bereit. Die Angaben zu diesen Jets sind in den Quellen allerdings knapp – für die eigentliche EuroLOT-Geschichte spielten sie keine tragende Rolle.
Die eurolot.com-Phase
Im Sommer 2011 übernahm der polnische Staat die Mehrheit an EuroLOT, und die Airline erfand sich neu. Ab dem 1. Juli 2011 flog sie unter der Marke eurolot.com auf eigene Rechnung – zuerst von Danzig nach Breslau und nach Krakau. Ende 2011 kamen Verbindungen von Danzig und Warschau ins slowakische Poprad dazu. Im August 2012 entschied LOT, ihre Inlandsstrecken wieder mit eigener Flotte zu fliegen. EuroLOT setzte daraufhin stärker auf europäische Strecken und flog weiterhin Zubringer auf einigen Auslandsrouten von LOT.
Das Netz wuchs schnell. Unter der eigenen Marke flog EuroLOT knapp 40 Flughäfen an, vor allem in Polen, Deutschland, Kroatien und Italien, dazu Ziele in Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, den Niederlanden, Litauen, Moldau, der Slowakei, der Schweiz und der Ukraine. Wichtigste polnische Standbeine waren Danzig, Krakau, Warschau-Chopin und Breslau.
Das Ende 2015
Wirtschaftlich ging die Rechnung nicht auf. Polnische Quellen beschreiben finanzielle Probleme ab etwa 2012. Als Gründe werden das Risiko des eigenen Netzes, eine gescheiterte Zusammenarbeit mit dem Anbieter 4You Airlines und eine Strategie genannt, die nicht zur Marktlage passte. Anfang 2014 verkaufte EuroLOT zwei Flugzeuge, um Schulden bei staatlichen Stellen zu begleichen.
Am 6. Februar 2015 folgte die Ankündigung: Der Flugbetrieb endet zum 31. März 2015. Der Eigentümer sah keine tragfähige Zukunft für das Unternehmen. Der letzte Flug ging von Zürich nach Krakau, danach wurde EuroLOT abgewickelt. LOT übernahm einen Teil der Strecken und den größten Teil der Q400. Wie EuroLOT sich in die Reihe europäischer Airline-Pleiten einfügt, zeigt der Überblick Große Airline-Pleiten in Europa.
Datum zuerst, dann Code
Bevor du ein altes EuroLOT-Foto einsortierst, prüf das Aufnahmedatum: Vor Juli 2011 flog EuroLOT fast nur im LOT-Auftrag, danach auch unter eigener Marke mit K2-Flugnummer. Ab April 2015 gehören die Q400 mit SP-EQ-Kennzeichen zu LOT. Wie du Kennzeichen liest, zeigt Flugzeugkennzeichen verstehen.
Die Flotte: von ATR zur Q400
EuroLOT war über die ganze Geschichte hinweg eine Turboprop-Airline. Für Spotter ist das praktisch: Der Typ verrät dir ziemlich zuverlässig, aus welcher Phase ein Foto stammt.
| Typ | Zeitraum (ca.) | Rolle bei EuroLOT | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| ATR 42-300 | 1997–2002/2003 | Erstausstattung | Kurzer Rumpf, ältere Propeller mit vier Blättern |
| ATR 72-200 | 1997–vor 2015 | Größter ATR der Flotte, von LOT übernommen | Langer Rumpf, Hochdecker, Kennzeichen u. a. SP-LF… |
| ATR 42-500 | ab 2002 | Ersatz der ATR 42-300 | Kurzer Rumpf, sechsblättrige Propeller |
| BAe Jetstream 31/32 | zeitweise | Kleiner Turboprop, gemietet | Sehr klein, Tiefdecker – selten fotografiert |
| Dash 8 Q400 NextGen | 2012–2015 | Letzte Einheitsflotte, zuletzt elf Stück | Lang, schlank, T-Leitwerk, 78 Sitze, SP-EQ… |
Die Zeitangaben sind Näherungswerte, weil Zu- und Abgänge über längere Zeiträume liefen. Laut polnischsprachigen Flottenlisten bestand die ATR-72-Flotte aus zehn Flugzeugen, die ATR-42-500-Flotte aus acht.
ATR 42 und ATR 72: das Arbeitspferd der ersten 15 Jahre
Die Turboprops von ATR prägten EuroLOT bis in die 2010er-Jahre. Die ATR 42 mit rund 50 Sitzen passte zu dünnen Inlandsstrecken, die längere ATR 72 zu stärker gefragten Verbindungen. Beide sind Hochdecker mit zwei Propellern und einem T-förmigen Leitwerk, bei dem das Höhenleitwerk weit oben sitzt. Für dich als Spotter ist die Unterscheidung zwischen ATR 42-300 und ATR 42-500 die spannendste Feinheit: Die -500 hat Propeller mit sechs Blättern, die -300 noch mit vier. Weitere Tipps findest du im Guide ATR 42/72 und Dash 8 unterscheiden.
Dash 8 Q400: der schnelle Abschied vom ATR
Am 29. Februar 2012 bestellte EuroLOT acht Dash 8 Q400 NextGen bei Bombardier, um die ATR-Flotte zu ersetzen. Die erste Maschine, SP-EQA, landete am 17. Mai 2012 in Warschau. Später wuchs die Bestellung; Ende 2014 flogen elf Q400 mit je 78 Sitzen, die ATR waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeflottet.
Die Q400 ist deutlich schneller als die ATR und eignete sich damit besser für die längeren Europa-Strecken der eurolot.com-Phase. Heute gehört das Programm zu De Havilland Canada, das die Dash-8-Familie 2019 von Bombardier übernommen hat.
Nach dem Ende von EuroLOT übernahm LOT die meisten Q400 und setzte den Typ noch einige Jahre ein. Wer nach April 2015 eine LOT-Q400 mit SP-EQ-Kennzeichen fotografiert hat, hat also ein früheres EuroLOT-Flugzeug im Kasten. Solche Wechsel lassen sich oft an Übergangsbemalungen erkennen – mehr dazu im Artikel Hybrid- und Mischlackierungen erkennen.
ATR 72, ATR 42 oder Q400?
Setz Typen oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und sammle frühere EuroLOT-Flugzeuge in deinem Hangar – egal, wo sie heute fliegen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du EuroLOT erkennst
Das wichtigste Merkmal ist das SP-Kennzeichen: Alle EuroLOT-Flugzeuge waren in Polen registriert. Innerhalb der Flotte helfen die Kennzeichen-Reihen weiter – die Q400 trugen Kennzeichen von SP-EQA aufwärts, viele ATR 72 Kennzeichen aus der Reihe SP-LF. Weil EuroLOT lange im LOT-Auftrag flog und die Q400 später zu LOT wechselten, reicht der Blick aufs Kennzeichen allein aber nicht: Du musst Kennzeichen, Bemalung und Datum zusammen lesen.
Typ bestimmen
Hochdecker mit zwei Propellern: ATR oder Dash 8. Lang und schlank mit Fahrwerk in den Triebwerksgondeln spricht für die Q400.
Kennzeichen lesen
SP- zeigt die polnische Registrierung. SP-EQ… gehört zu den Q400, SP-LF… zu den ATR 72.
Bemalung zuordnen
Schriftzug von EuroLOT oder eurolot.com spricht für die Zeit bis März 2015, LOT-Farben auf einer SP-EQ-Q400 für die Zeit ab April 2015.
Datum prüfen
Vor Juli 2011 meist LO-Flugnummer im LOT-Auftrag, danach auch K2 unter eigener Marke.
Achtung Verwechslung
ATR 72 und Dash 8 Q400 werden gern verwechselt, weil beide Hochdecker mit zwei Propellern sind. Achte auf das Fahrwerk: Bei der ATR sitzt es in Verkleidungen am Rumpf, bei der Q400 fährt es in die Triebwerksgondeln ein. Dazu ist die Q400 merklich länger und hat eine spitzere Nase.
EuroLOT an deutschen Flughäfen
In der eurolot.com-Phase war EuroLOT auch für Spotter in Deutschland ein Thema. Zu den Zielen zählten unter anderem Düsseldorf, Frankfurt, München, Hamburg und Stuttgart. Eine Besonderheit war Heringsdorf auf Usedom: Der kleine Ostsee-Flughafen bekam Verbindungen aus Polen und war damit einer der Orte, an denen du eine EuroLOT-Q400 vor Urlaubskulisse fotografieren konntest. Welche Spots heute an deutschen Plätzen funktionieren, zeigen die Guides zu Düsseldorf und Stuttgart.
Auch in Nachbarländern war EuroLOT unterwegs, etwa nach Wien, Salzburg, Amsterdam, Brüssel, Paris, Zürich, Vilnius, Lwiw und Helsinki, im Sommer zu kroatischen Zielen wie Split, Dubrovnik und Zadar. Der letzte Flug der Airline startete in Zürich – ein Grund, warum Fotos vom März 2015 dort heute einen gewissen Archivwert haben. Mehr zum Platz findest du im Planespotting-Guide Zürich.
Wenn du der polnischen Luftfahrtgeschichte vor Ort nachspüren möchtest, lohnt ein Abstecher ins Muzeum Lotnictwa Polskiego in Krakau. Und an den früheren EuroLOT-Basen wie Krakau oder Danzig siehst du heute die Turboprops und Regionaljets anderer Airlines.
EuroLOT im Vergleich
In Mittel- und Osteuropa gab es mehrere Airlines mit ähnlichem Muster: eng an eine nationale Airline gebunden, regional ausgerichtet, und viele davon sind heute Geschichte.
| Airline | Land | Rolle | Verbindung zu EuroLOT |
|---|---|---|---|
| LOT | Polen | Nationale Netzwerk-Airline, Star Alliance | Gründungsmutter, Auftraggeberin, übernahm die Q400 |
| Centralwings | Polen | Low-Cost-Tochter von LOT (historisch) | Zweite LOT-Tochter derselben Epoche |
| Estonian Air | Estland | Nationale Airline (historisch) | Ebenfalls 2015 eingestellt |
| Adria Airways | Slowenien | Nationale Airline (historisch) | Star-Alliance-Umfeld, 2019 eingestellt |
| Czech Airlines | Tschechien | Nationale Airline (historisch) | Mit ATR im Regionalverkehr |
| airBaltic | Lettland | Netzwerk-Airline | Flog ebenfalls lange Dash 8 Q400 |
Das große Bild zur Branche zeigt der Überblick Regionalairlines in Europa. Wie das Modell „Airline fliegt für Airline“ funktioniert, erklärt Wet-Lease erklärt.
Häufige Verwechslungen
- EuroLOT für eine Low-Cost-Airline halten – das war Centralwings. EuroLOT war Regional- und Zubringerairline.
- Jede ATR im LOT-Umfeld für LOT notieren – ab 2000 flogen die ATR für LOT, gehörten aber zu EuroLOT.
- SP-EQ-Q400 nach April 2015 als EuroLOT notieren – ab dann flogen sie bei LOT.
- ATR 72 mit Dash 8 Q400 verwechseln – Fahrwerk und Rumpflänge entscheiden.
- ATR 42-300 und ATR 42-500 gleichsetzen – die Zahl der Propellerblätter verrät die Version.
- EuroLOT als Star-Alliance-Mitglied führen – Mitglied war LOT, nicht EuroLOT.
Frühere EuroLOT-Flugzeuge im Blick
Beobachte einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
EuroLOT war fast zwei Jahrzehnte lang das stille Rückgrat des polnischen Regionalverkehrs. Erst als kleine Turboprop-Airline, dann als ATR-Betrieb für LOT, zuletzt als eigene Marke mit moderner Dash 8 Q400 – und gerade dieser letzte Schritt in die Selbstständigkeit führte ins Aus. Für Spotter bleibt eine überschaubare, gut sortierbare Geschichte: Typ, SP-Kennzeichen und Aufnahmedatum verraten dir auf jedem Foto, aus welcher Phase es stammt. Wie du solche Archivfunde ordentlich festhältst, zeigt der Artikel Sichtungen im Logbuch dokumentieren.
Kurzfazit
EuroLOT (IATA K2, ICAO ELO) war die polnische Regionalairline aus dem LOT-Umfeld – 1996 gegründet, 1997 gestartet und am 31. März 2015 eingestellt. Erst prägten ATR 42 und ATR 72 das Bild, zuletzt die Dash 8 Q400, die danach bei LOT weiterflog.
Zusammenfassung
- EuroLOT entstand als Regionaltochter im LOT-Umfeld, um das Netz an Inlands- und Regionalstrecken in Polen neu aufzubauen.
- Über ein Jahrzehnt prägten ATR 42 und ATR 72 das Bild, ab 2012 die deutlich schnellere Dash 8 Q400 mit 78 Sitzen.
- Nach dem Umbau zur eigenständigen Marke eurolot.com flog die Airline von Krakau, Danzig und Warschau zu Zielen in ganz Europa, darunter mehrere deutsche Flughäfen.
- Für Spotter ist EuroLOT heute ein Archiv-Thema – die SP-Kennzeichen der Q400 tauchten danach aber noch jahrelang bei LOT auf.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte EuroLOT?
EuroLOT flog mit dem IATA-Code K2 und dem ICAO-Code ELO, das Rufzeichen im Funk lautete „EUROLOT“. Flüge, die EuroLOT im Auftrag von LOT durchführte, trugen in der Regel LOT-Flugnummern mit LO. Der IATA-Code K2 wurde nach dem Ende der Airline laut polnischen Quellen neu vergeben.
War EuroLOT eine Tochter von LOT?
Ursprünglich ja: EuroLOT begann als vollständige Tochtergesellschaft von LOT Polish Airlines und hatte ihren Sitz sogar in der LOT-Zentrale in Warschau. Später übernahm der polnische Staat die Mehrheit von rund 62 Prozent. Ab Sommer 2011 trat EuroLOT mit der Marke eurolot.com auch als eigenständige Airline auf.
Welche Flugzeuge flog EuroLOT?
Zum Start 1997 flog EuroLOT ATR 42-300. Ab 2000/2001 übernahm sie die ATR 72-200 von LOT, ab 2002 ersetzten ATR 42-500 die älteren ATR 42-300. Kurzzeitig gehörten auch kleine BAe Jetstream zur Flotte. Ab 2012 kam die Bombardier Dash 8 Q400 NextGen, die bis Ende 2014 die gesamte Flotte stellte – zuletzt elf Stück mit je 78 Sitzen.
Wann endete EuroLOT?
Am 6. Februar 2015 kündigte EuroLOT an, den Flugbetrieb zum Monatsende März einzustellen. Der letzte Flug ging am 31. März 2015 von Zürich nach Krakau. Danach wurde das Unternehmen abgewickelt.
Warum musste EuroLOT aufgeben?
Polnische Quellen nennen mehrere Gründe: finanzielle Probleme seit etwa 2012, das kommerzielle Risiko des eigenen Netzes unter der Marke eurolot.com, eine gescheiterte Partnerschaft mit dem Reiseanbieter 4You Airlines und eine Strategie, die nicht zum Markt passte. Anfang 2014 verkaufte EuroLOT bereits zwei Flugzeuge, um Schulden zu begleichen.
Was wurde aus den Q400 von EuroLOT?
Die Leasingverträge der meisten Q400 gingen nach der Liquidation an LOT, die den Typ danach noch einige Jahre einsetzte. Die Kennzeichen der SP-EQ-Reihe tauchten deshalb weiter im LOT-Netz auf.
War EuroLOT Mitglied der Star Alliance?
Nicht als eigenes Mitglied. Mitglied der Star Alliance war die LOT, die 2003 beitrat. EuroLOT flog lange im Auftrag von LOT und war über deren Flugnummern ins Netz eingebunden, hatte aber keine eigene Allianz-Mitgliedschaft.
Flog EuroLOT auch nach Deutschland?
Ja. Zu den Zielen gehörten unter anderem Düsseldorf, Frankfurt, München, Stuttgart und im Sommer die Ostsee-Insel Usedom mit dem Flughafen Heringsdorf. Damit war die Q400 von EuroLOT zwischen 2012 und 2015 auch an deutschen Flughäfen zu sehen.
EuroLOT im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypATR 42-300/320
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 42-300 und -320 sind die erste Generation des ATR-Turboprops. Heute triffst du sie vor allem als Frachter. So erkennst du sie.
FlugzeugtypATR 42-500
Mit der ATR 42-500 bekam der kleine ATR-Turboprop Mitte der Neunziger Sechsblatt-Propeller, stärkere Triebwerke und eine neue Kabine. So erkennst du sie und trennst sie von älteren und jüngeren ATR 42.
FlugzeugtypATR 72-200/210
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 72-200 und -210 sind die erste Generation der großen ATR. Viele fliegen heute fensterlos als Frachter. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypEmbraer E175
Der kleine E-Jet mit der großen US-Karriere: Die E175 fliegt mit rund 76 bis 88 Sitzen in 2+2-Kabine, ist Embraers Bestseller und in Europa vor allem bei KLM Cityhopper und LOT zu sehen.
Weitere Airlines
LOT Polish Airlines
Polens Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Warschau: gegründet 1928, seit 2003 in der Star Alliance, erster Dreamliner-Betreiber Europas – und vor dem Wechsel von Embraer auf Airbus A220.
Low-CostCentralwings
Historische polnische Airline: 2004 von LOT als Low-Cost-Tochter gegründet, mit Boeing 737 zwischen Polen, Großbritannien, Irland und dem Mittelmeer unterwegs – 2008 nur noch Charter, 2009 aufgelöst.
Low-CostBuzz
Die polnische Airline der Ryanair Group: 2017 als Ryanair Sun gegründet, seit 2019 unter dem Namen Buzz unterwegs – mit Boeing 737, SP-Kennzeichen, Linienflügen im Ryanair-Netz und Charterflügen für Reiseveranstalter.
FerienfliegerEnter Air
Polens größte private Airline fliegt fast nur für Reiseveranstalter: eine reine Boeing-737-Flotte aus 737-800 und 737 MAX 8, Basen in Warschau und Kattowitz und Beteiligungen an Chair Airlines und Fly4.
NetzwerkEstonian Air
Historische Nationalairline Estlands aus Tallinn: 1991 nach der Unabhängigkeit gegründet, zeitweise mit Maersk Air und SAS als Miteigentümern, vom sowjetischen Erbe zu Boeing 737, CRJ900 und Embraer 170 – bis die EU-Kommission im November 2015 die Staatshilfen kippte.
NetzwerkAdria Airways
Historische Nationalairline Sloweniens aus Ljubljana: 1961 im damaligen Jugoslawien gegründet, als Inex-Adria groß geworden im Ferienflug, ab 2004 in der Star Alliance und zuletzt mit CRJ, A319 und Saab 2000 unterwegs – bis zum Konkurs im Herbst 2019.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Warschau-Chopin
Größter Flughafen Polens und Drehkreuz von LOT Polish Airlines: zwei sich kreuzende Pisten mitten in der Stadt, Dreamliner, Boeing 737 MAX und eine der größten Embraer-Flotten Europas – dazu Fotolöcher im Zaun und eine Terminal-Terrasse, die derzeit geschlossen ist.
FlughafenFlughafen Krakau-Balice
Größter Regionalflughafen Polens und nach Warschau die Nummer zwei des Landes: eine einzige Bahn, die sich Zivil- und Militärluftfahrt teilen, viel Low-Cost-Verkehr von Ryanair und Wizz Air – und ein Spotterhügel jenseits der Autobahn, von dem aus du fast das ganze Gelände überblickst.
FlughafenFlughafen Danzig
Polens drittgrößter Flughafen liegt auf einer Anhöhe westlich der Danziger Altstadt: eine einzige Piste, ein Vorfeld voller Wizz-Air- und Ryanair-Jets, viel Verkehr nach Skandinavien – und eine Geschichte, die bis in die Zeit der Freien Stadt Danzig zurückreicht.
FlughafenFlughafen Breslau-Strachowice
Fünftgrößter Flughafen Polens und Tor nach Niederschlesien: eine einzige Bahn, viel Verkehr von Ryanair und Wizz Air, Ferienflieger im Sommer, regelmäßige Militärtransporter aus den USA und der NATO – und ein kleiner Parkplatzhügel direkt am Terminal als Einstieg.
Wo du EuroLOT vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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