Notlandung oder Zwischenfall beobachtet: So verhältst du dich als Spotter richtig

Feuerwehr auf der Piste, ein Jet mit Squawk 7700 im Anflug oder Rauch am Fahrwerk: Was Spotter in solchen Momenten tun, was sie lassen und wie Fotos und Videos sinnvoll bei Behörden landen statt im Netz.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Rettung geht vor Bild: Zufahrten, Tore und Straßen rund um den Flughafen gehören in einer Notlage den Einsatzkräften. Wer dort parkt oder steht, behindert Hilfe – das kann strafbar sein.
  • Die meisten Notlandungen gehen glimpflich aus: Eine Feuerwehr-Begleitung bei der Landung ist eine Vorsichtsmaßnahme. Panik, Gerüchte und Live-Spekulationen helfen niemandem.
  • 112 nur bei echter Gefahr außerhalb des Zauns: Den Flughafen selbst musst du nicht alarmieren – Flugsicherung und Flughafenfeuerwehr wissen bei einer angemeldeten Notlage längst Bescheid.
  • Fotos von Flugzeug und Technik ja, von Verletzten nein: Unbefugte Bildaufnahmen, die die Hilflosigkeit einer Person zur Schau stellen, sind nach § 201a StGB strafbar – schon das Herstellen, nicht erst das Veröffentlichen.
  • Material erst an die Untersuchung, dann ans Netz: Wer einen Unfall oder eine schwere Störung dokumentiert hat, bietet die Originaldateien der Polizei oder der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung an.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort
  2. 2.Notlandung ist nicht gleich Unglück
  3. 3.Schritt für Schritt: was du in den ersten Minuten tust
  4. 4.Rettungswege freihalten – keine Nebensache
  5. 5.Der Notruf: wann, wie, was du sagst
  6. 6.Fotografieren bei einem Zwischenfall: wo die Grenze liegt
  7. 7.Was mit deinen Aufnahmen passiert
  8. 8.Social Media: erst denken, dann posten
  9. 9.Was du vorher vorbereiten kannst
  10. 10.Fazit

Es beginnt oft unspektakulär: Auf dem Flugradar springt ein Transpondercode auf 7700, am Rand der Piste fahren die großen Löschfahrzeuge der Flughafenfeuerwehr auf, und alle Kameras am Zaun schwenken in dieselbe Richtung. Als Spotter bist du in solchen Momenten oft näher dran als jeder andere Zuschauer. Genau deshalb lohnt es sich, vorher zu wissen, wie du dich bei einer Notlandung oder einem Zwischenfall verhältst: Was du tun solltest, was du besser lässt, wie du verantwortungsvoll fotografierst und was mit deinen Aufnahmen passiert.

Wissen, was am Flughafen los ist

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Die kurze Antwort

Wenn du eine Notlandung oder einen Zwischenfall beobachtest, gilt eine klare Reihenfolge: Eigene Sicherheit, freie Wege für die Einsatzkräfte, Notruf nur bei unbekannter Gefahr, dann erst die Kamera. Bleib auf öffentlichen Flächen, räum Zufahrten und Tore, folge Anweisungen von Polizei und Sicherheitsdienst. Fotografier Flugzeug und Einsatzablauf, aber keine Verletzten. Hast du einen echten Unfall aufgenommen, bietest du die Originaldateien der Polizei oder der Untersuchungsbehörde an, bevor irgendetwas im Netz landet.

7700Transpondercode für einen allgemeinen Luftnotfall
112europaweite Notrufnummer für Feuerwehr und Rettungsdienst
§ 201aStGB-Vorschrift, die Bildaufnahmen hilfloser Personen unter Strafe stellt

Notlandung ist nicht gleich Unglück

Der Begriff „Notlandung“ klingt dramatischer, als die meisten Fälle sind. Wenn eine Crew einen Notfall erklärt, sichert sie sich damit Vorrang im Luftraum und auf der Piste – egal, ob ein Triebwerk abgestellt wurde, eine Warnung im Cockpit aufleuchtet, ein Vogelschlag gemeldet ist oder ein Passagier dringend ins Krankenhaus muss. Welche Funksprüche dahinterstehen, erklärt der Artikel Mayday und Pan-Pan, die passenden Transpondercodes findest du unter Squawk 7500, 7600 und 7700.

Am Boden heißt das in der Regel: Die Flughafenfeuerwehr bezieht Bereitstellungsräume entlang der Landebahn, das Flugzeug landet, rollt aus, und die Einsatzkräfte prüfen etwa Bremsen und Fahrwerk auf Überhitzung. In den allermeisten Fällen rollt der Jet danach aus eigener Kraft oder geschleppt zur Position, und der Flugbetrieb läuft weiter. Für dich als Spotter bedeutet das: Ruhe bewahren. Wer am Zaun laut über Abstürze spekuliert oder live „Notfall in …“ postet, erzeugt Aufregung, die meist völlig unbegründet ist.

Situation Typische Anzeichen Was das für dich heißt
Vorsorgliche Landung mit Feuerwehr-Bereitstellung Squawk 7700 auf dem Flugradar, Fahrzeuge an der Piste, normale Landung Zuschauen, Wege freihalten, nichts dramatisieren
Startabbruch oder Rückkehr kurz nach dem Start Maschine bremst stark oder kehrt im Bogen zurück, eventuell Kerosinablass in großer Höhe Kein Grund zur Unruhe, oft technische Vorsicht
Evakuierung auf der Piste oder am Rollweg Notrutschen ausgefahren, Passagiere auf der Fläche, viele Einsatzfahrzeuge Abstand halten, keine Personen fotografieren, Anweisungen befolgen
Unfall außerhalb des Flughafens Flugzeug geht neben dem Gelände nieder, Rauch, Feuer Sofort 112, eigene Sicherheit, Helfer nicht behindern

Schritt für Schritt: was du in den ersten Minuten tust

Die ersten Minuten entscheiden, ob du Teil des Problems oder Teil der Lösung bist. Die folgende Reihenfolge funktioniert an jedem Flughafen.

1. Eigene Lage prüfen

Stehst du sicher? Bist du im Weg einer Zufahrt, eines Tores oder einer Feuerwehrumfahrt? Bei Rauch oder Brandgeruch gehst du gegen den Wind auf Abstand, nicht näher heran.

2. Wege freimachen

Auto sofort umparken, wenn es an einer Zufahrt, in einer Kurve oder auf einem Wirtschaftsweg steht. Leiter und Stativ von Gehwegen und Toren nehmen.

3. Notruf nur bei unbekannter Gefahr

Bei einer Notlage auf dem Flughafengelände sind Flugsicherung und Feuerwehr bereits informiert. Die 112 wählst du, wenn außerhalb des Zauns etwas passiert, von dem vermutlich noch niemand weiß.

4. Anweisungen folgen

Polizei, Feuerwehr und Sicherheitsdienst können Bereiche räumen oder sperren. Diskutiere nicht über deinen Lieblingsplatz, sondern geh.

5. Beobachten und festhalten

Wenn alles geklärt ist und du niemanden störst, kannst du fotografieren oder filmen – mit genug Abstand und ohne Verletzte im Bild.

6. Danach: Material sichern

Originaldateien nicht bearbeiten, nicht löschen, Uhrzeit notieren. Bei einem echten Unfall bietest du die Aufnahmen der Polizei oder der Untersuchungsstelle an.

Rettungswege freihalten – keine Nebensache

Rund um große Flughäfen gibt es Tore und Zufahrten, über die Einsatzfahrzeuge im Ernstfall nach außen fahren – etwa wenn ein Flugzeug vor oder hinter der Piste aufsetzt. Genau an diesen Stellen stehen an Spotting-Tagen oft Autos, weil der Blick so gut ist. Im Alltag ist das ärgerlich, im Notfall gefährlich. Mehr zu den Regeln abseits des Ernstfalls steht im Artikel Parken an Spotterstellen.

Rechtlich ist das kein Kavaliersdelikt. Nach § 323c Abs. 2 StGB macht sich strafbar, wer in einer Notlage eine Person behindert, die einem Dritten hilft oder helfen will – die Strafandrohung reicht bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Wer Einsatzkräfte von Feuerwehr, Katastrophenschutz oder Rettungsdienst dabei mit Gewalt oder Drohungen behindert, fällt zusätzlich unter § 115 Abs. 3 StGB. Ein schlecht geparktes Auto ist zwar nicht automatisch eine Straftat, aber es kann im Zweifel abgeschleppt werden – und der Ärger fällt auf die ganze Spotter-Community zurück.

Nicht zum Einsatzort fahren

Sobald sich herumspricht, dass „etwas los“ ist, machen sich erfahrungsgemäß Schaulustige auf den Weg. Fahr nicht gezielt zu einem Einsatz hin. Jedes zusätzliche Auto auf den Zufahrtsstraßen verlangsamt Rettungsdienst, Polizei und Nachschub für die Feuerwehr.

Abstand zum Zaun und zum Gelände

Bei einem Zwischenfall gilt noch strikter als sonst: Der Zaun ist die Grenze. Kein Klettern, kein Durchgreifen, kein „nur kurz näher ran“. Was du am Flughafenrand grundsätzlich darfst, fassen die Artikel Richtiges Verhalten am Flughafenzaun und Landseite, Luftseite, Sicherheitsbereich zusammen. Liegt ein Flugzeug außerhalb des Geländes, gehst du nicht zum Wrack: Es besteht Brand- und Explosionsgefahr, und die Unfallstelle ist für die spätere Untersuchung wichtig. Wrackteile fasst du nicht an und nimmst sie erst recht nicht mit.

Der Notruf: wann, wie, was du sagst

Viele Spotter sind unsicher, ob sie bei einer Notlage überhaupt anrufen müssen. Die Faustregel ist einfach:

Ruf die 112, wenn …

  • ein Flugzeug oder Hubschrauber außerhalb des Flughafengeländes niedergeht
  • du Feuer oder Rauch auf freiem Feld siehst, das niemand bemerkt
  • Menschen außerhalb des Zauns verletzt sind

Sprich Polizei oder Sicherheitsdienst an, wenn …

  • dir vor Ort etwas auffällt, das für den Einsatz wichtig sein könnte
  • du Aufnahmen vom Hergang hast
  • du nicht sicher bist, ob ein Bereich betreten werden darf

Lass den Anruf, wenn …

  • die Flughafenfeuerwehr bereits an der Piste steht
  • du nur einen 7700-Squawk auf dem Flugradar gesehen hast
  • du lediglich wissen willst, was los ist

Wenn du anrufst, beantwortest du die Fragen der Leitstelle ruhig und der Reihe nach: Wo ist es passiert (Straße, Ortsteil, markante Punkte, zur Not die GPS-Position aus deinem Handy), was ist passiert, wie viele Betroffene siehst du, und wer ruft an. Leg nicht von dir aus auf, bevor die Leitstelle das Gespräch beendet – sie hat oft noch Rückfragen.

Am Spot nie allein

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Fotografieren bei einem Zwischenfall: wo die Grenze liegt

Ein Flugzeug mit Feuerwehr-Eskorte, ein Jet, der mit ausgefahrenen Notrutschen auf dem Rollweg steht: Solche Bilder dokumentieren Luftfahrtgeschichte, und Augenzeugenaufnahmen können helfen, Abläufe nachzuvollziehen. Fotografieren ist deshalb nicht grundsätzlich falsch. Es kommt darauf an, was du fotografierst und wie.

In Ordnung

  • Das Flugzeug im Anflug, bei der Landung und beim Ausrollen
  • Einsatzfahrzeuge in der Totalen, ohne erkennbare Verletzte
  • Technische Details wie Fahrwerk, Triebwerk oder Spuren auf der Piste aus der Entfernung
  • Videos, die den Ablauf mit Zeitbezug zeigen

Tabu

  • Verletzte, Hilflose oder Verstorbene erkennbar im Bild
  • Nahaufnahmen von Passagieren nach einer Evakuierung
  • Fotografieren, während du Helfer behinderst oder Absperrungen ignorierst
  • Drohnenaufnahmen über dem Einsatzort

Die rechtliche Grenze zieht vor allem § 201a StGB. Strafbar ist danach schon das unbefugte Herstellen oder Übertragen einer Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, wenn dadurch deren höchstpersönlicher Lebensbereich verletzt wird. Seit einer Gesetzesänderung erfasst die Vorschrift auch Aufnahmen, die Verstorbene in grob anstößiger Weise zur Schau stellen. Das Weitergeben solcher Bilder ist ebenfalls verboten; der Strafrahmen reicht bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Details und Grenzfälle erklärt der Artikel Fotos von Flugunfällen und Notlandungen. Für Personen, die nur am Rand erkennbar sind, gelten zusätzlich die allgemeinen Regeln, die wir unter Personen auf Spotterfotos zusammengefasst haben.

Zu Drohnen gibt es eine klare Linie: Über einem Einsatz haben sie nichts verloren. Rund um Flughäfen gelten ohnehin strenge Flugverbotszonen, und eine Drohne über einer Unfallstelle kann Rettungshubschrauber gefährden. Mehr dazu unter Drohnen am Flughafen.

Die Kamera als Zeuge, nicht als Gaffer

Frag dich vor jedem Auslösen: Würde dieses Bild jemandem helfen, den Ablauf zu verstehen? Ein Foto des Fahrwerks im Anflug kann das. Ein Zoom auf eine Person in einer Rettungsdecke nie.

Was mit deinen Aufnahmen passiert

Nach einem echten Unfall oder einer schweren Störung sind Augenzeugenbilder für Ermittler wertvoll. Sie zeigen Fluglage, Fahrwerksstellung, Rauch oder Teile, die sich gelöst haben – oft aus Blickwinkeln, die keine Kamera des Flughafens abdeckt.

In Deutschland untersucht die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig Unfälle und schwere Störungen ziviler Luftfahrzeuge. Den Rahmen bilden unter anderem die EU-Verordnung 996/2010 und das Flugunfall-Untersuchungs-Gesetz, die Meldepflichten stehen in § 7 der Luftverkehrs-Ordnung. Meldepflichtig sind danach vor allem der verantwortliche Luftfahrzeugführer, weitere Besatzungsmitglieder, der Halter sowie Flugleitungen, Luftaufsicht und Flugsicherungsstellen. Als Spotter am Zaun gehörst du nicht dazu. Das heißt aber nicht, dass dein Material unwichtig ist.

So gehst du vor:

  • Originale sichern. Kopier die unbearbeiteten Dateien inklusive Metadaten auf einen zweiten Datenträger. Kein Zuschnitt, keine Filter, keine Kompression über Messenger.
  • Uhrzeit prüfen. Vergleiche die Kamerazeit mit der echten Uhrzeit und notiere die Abweichung. Für Ermittler ist der genaue Zeitpunkt oft entscheidend.
  • Notizen machen. Wo hast du gestanden, in welche Richtung hast du fotografiert, was hast du gehört und gesehen? Schreib das auf, solange die Erinnerung frisch ist.
  • Anbieten. Vor Ort wendest du dich an die Polizei. Später findest du die Kontaktwege der BFU auf ihrer offiziellen Website. In Österreich und der Schweiz übernehmen eigene staatliche Untersuchungsstellen diese Aufgabe.

Für das Taggen und Archivieren gelten dieselben Grundsätze wie bei jeder Sichtung; Tipps dazu stehen unter Metadaten für Flugzeugfotos.

Muss ich Fotos löschen?

Ein privater Sicherheitsdienst kann dich in der Regel nicht zwingen, Bilder zu löschen. Die Polizei kann Aufnahmen unter bestimmten Voraussetzungen als Beweismittel sicherstellen. Wie das genau abläuft, erklären die Artikel Muss ich Fotos löschen? und Polizeikontrolle beim Spotten.

Social Media: erst denken, dann posten

Das stärkste Bedürfnis nach einem Zwischenfall ist oft, sofort zu posten. Genau hier passiert der meiste Schaden – nicht rechtlich, sondern menschlich.

  • Angehörige zuerst. Ein Foto mit lesbarem Kennzeichen oder Flugnummer kann Familien erreichen, bevor die Airline sie informiert hat. Warte, bis offizielle Informationen vorliegen.
  • Keine Ursachenforschung. „Triebwerk explodiert“, „Pilotenfehler“ – solche Schnellurteile sind fast immer falsch oder unvollständig. Beschreib, was du gesehen hast, nicht, was du vermutest.
  • Keine Live-Streams aus der Nähe. Ein Stream vom Einsatzort zeigt womöglich Verletzte in Echtzeit, ohne dass du noch eingreifen kannst.
  • Medienanfragen bewusst beantworten. Redaktionen melden sich nach Zwischenfällen schnell bei Spottern. Du entscheidest, ob, was und zu welchen Bedingungen du teilst. Was beim Verkauf von Bildern rechtlich zu beachten ist, steht unter Flugzeugfotos verkaufen.

Wer sich an diese Punkte hält, zeigt, was Spotter von Gaffern unterscheidet. Das zahlt sich aus: Flughäfen, die Spotterinnen und Spotter als verlässlich erleben, behandeln die Szene als Partner. Wie das aussehen kann, beschreibt der Artikel Spotter als Sicherheitspartner.

Was du vorher vorbereiten kannst

Am besten reagierst du in einer Ausnahmesituation, wenn du dir die Abläufe schon vorher überlegt hast.

  • Fluchtweg und Zufahrten kennen. Schau dir an deinem Stammspot an, wo Tore und Feuerwehrzufahrten liegen. Am Affenfelsen in Hamburg oder am Besucherhügel München bewegst du dich auf ausgewiesenen Besucherflächen – an informellen Spots außerhalb musst du dir Zufahrten und Tore selbst einprägen.
  • Standort mitteilen können. Speichere die Position deiner wichtigsten Spots im Handy. Im Notfall sparst du so Zeit bei der Ortsbeschreibung.
  • Akku und Speicher. Ein voller Handyakku ist für einen Notruf wichtiger als die dritte Speicherkarte.
  • Funk nur passiv. Wer den Flugfunk mithört, bekommt Notlagen manchmal früher mit. Was dabei rechtlich erlaubt ist und was nicht, erklärt der Artikel Flugfunk hören: die Rechtslage. Inhalte aus dem Funk gibst du nicht weiter.

Bist du auf einen Zwischenfall vorbereitet?

Hak ab, was auf dich zutrifft – am Ende siehst du, wie gut du für den Ernstfall gerüstet bist.

  • Ich weiß, wo an meinem Stammspot Tore und Feuerwehrzufahrten liegen.
  • Ich parke grundsätzlich so, dass ich keine Zufahrt blockiere.
  • Ich weiß, wann ich die 112 wähle und wann nicht.
  • Ich fotografiere keine Verletzten und keine hilflosen Personen.
  • Ich sichere Originaldateien unbearbeitet und notiere die Uhrzeit.
  • Ich poste nichts, bevor offizielle Informationen vorliegen.

Deine Sichtungen, sauber dokumentiert

In Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot und sammelst sie in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Eine Notlandung am Flughafen ist für Spotter ein besonderer Moment – und meist weniger dramatisch, als es von außen aussieht. Entscheidend ist die Reihenfolge: zuerst Sicherheit und freie Wege für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei, dann ein Notruf nur bei echter, unbekannter Gefahr, erst danach die Kamera. Fotografier Flugzeug und Ablauf, nicht die Menschen, die gerade Hilfe brauchen. Und wenn du tatsächlich etwas Wichtiges festgehalten hast, gehören deine Originale zuerst zu den Ermittlern. Die allgemeinen Spielregeln für den Alltag am Zaun findest du im Verhaltenskodex für Planespotter und unter Ist Planespotting erlaubt?.

Kurzfazit

Bei einem Zwischenfall gilt: Rettungswege freihalten, Anweisungen folgen, 112 nur bei unbekannter Gefahr außerhalb des Geländes. Fotografieren ist möglich, Verletzte und Verstorbene sind tabu. Originalaufnahmen bietest du Polizei oder Untersuchungsstelle an, bevor du irgendetwas veröffentlichst.

Zusammenfassung

  • Bei einer Notlandung zählt zuerst deine eigene Sicherheit und die freie Fahrt für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Bleib auf öffentlichen Flächen, räum Zufahrten und folge Anweisungen.
  • Ein Notruf ist nur nötig, wenn du außerhalb des Flughafengeländes eine Gefahr siehst, die vermutlich noch niemand kennt – etwa ein Flugzeug außerhalb des Zauns oder Feuer auf freiem Feld.
  • Fotografieren ist grundsätzlich möglich, solange du niemanden behinderst. Tabu sind Aufnahmen, die Verletzte oder Verstorbene zur Schau stellen.
  • Originaldateien mit Zeitstempel sind für Ermittler wertvoll. Biete sie an, bearbeite sie nicht und warte mit Veröffentlichungen, bis die Lage geklärt ist.

Häufige Fragen

Muss ich als Spotter eine beobachtete Notlandung melden?

Nein. Die gesetzliche Meldepflicht gegenüber der BFU trifft vor allem die Besatzung, den Halter des Luftfahrzeugs sowie Flugleitungen und Flugsicherungsstellen. Als Zuschauer am Zaun bist du nicht meldepflichtig. Wenn du aber einen Unfall oder einen auffälligen Vorgang aufgenommen hast, ist es sinnvoll, dein Material der Polizei vor Ort oder der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung anzubieten.

Wann rufe ich die 112?

Immer dann, wenn du eine akute Gefahr für Menschen siehst, die vermutlich noch nicht bekannt ist: ein Flugzeug, das außerhalb des Flughafengeländes niedergeht, Feuer oder Rauch auf freiem Feld, Verletzte am Straßenrand. Bei einer angemeldeten Notlandung auf dem Flughafen sind die Einsatzkräfte dagegen längst alarmiert – dort belastet ein zusätzlicher Anruf nur die Leitstelle.

Darf ich eine Notlandung fotografieren oder filmen?

Grundsätzlich ja, solange du von einem öffentlich zugänglichen Ort aus fotografierst, keine Rettungskräfte behinderst und keine Anweisungen ignorierst. Grenzen setzt vor allem § 201a StGB: Unbefugte Aufnahmen, die die Hilflosigkeit verletzter Personen zur Schau stellen, sind strafbar, ebenso Aufnahmen, die Verstorbene in grob anstößiger Weise zeigen. Auch das Weitergeben solcher Bilder ist verboten.

Darf ich Fotos eines Zwischenfalls sofort in sozialen Netzwerken posten?

Rechtlich hängt das vom Inhalt ab. Praktisch ist Zurückhaltung fast immer die bessere Wahl: Angehörige erfahren sonst womöglich aus dem Netz von einem Vorfall, Spekulationen verbreiten sich schneller als Fakten, und Ermittler brauchen dein unbearbeitetes Original. Poste Bilder des Flugzeugs frühestens, wenn klar ist, dass niemand verletzt wurde, und ohne Mutmaßungen über die Ursache.

Was mache ich, wenn die Polizei mich bittet zu gehen?

Geh. Bei einem laufenden Einsatz haben Absperrungen und Platzverweise Vorrang vor deinem Spot, auch wenn du sonst jeden Tag dort stehst. Wenn du Aufnahmen hast, die für die Ermittlungen interessant sein könnten, kannst du das den Beamten kurz sagen und deine Kontaktdaten hinterlassen.

Ist ein Flugzeug mit Feuerwehr-Begleitung automatisch ein Unfall?

Nein. Viele Landungen mit Feuerwehr-Bereitstellung sind Vorsichtsmaßnahmen, etwa nach einer Triebwerksabschaltung, einem Vogelschlag, einer Warnmeldung im Cockpit oder bei einem medizinischen Notfall an Bord. Die allermeisten dieser Flüge landen normal, und die Feuerwehr rückt nach einer kurzen Kontrolle wieder ab.

Wo melde ich Fotos oder Videos eines Flugunfalls in Deutschland?

Am einfachsten bei der Polizei am Einsatzort. Für zivile Flugunfälle und schwere Störungen ist außerdem die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig zuständig; ihre Kontaktwege stehen auf der offiziellen Website. In Österreich und der Schweiz gibt es eigene Untersuchungsstellen.

PT

Planetrack Redaktion

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