McDonnell Douglas F-4 Phantom II

Knick in den Flügeln, Höhenleitwerk nach unten, zwei rußende Triebwerke: Die Phantom flog 40 Jahre lang bei der Luftwaffe und bis heute in einigen Ländern. So erkennst du sie, so war ihre Zeit in Deutschland und hier steht sie heute.

Auch bekannt als: F-4 · Phantom · F4H-1 · F-4E · F-4F · RF-4E · F-4EJ · F-4G Wild Weasel · Phantom FGR.2 · Rhino · Double Ugly

USAMcDonnell DouglasMilitärflugzeugeICAO-Typcode: F412 Min. Lesezeit

1958

Erstflug

5.195

gebaute Maschinen

273

Phantoms bei der Luftwaffe

29.06.2013

letzter Luftwaffe-Flug

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Phantom ist einer der meistgebauten westlichen Überschalljets: 5.195 Maschinen entstanden zwischen 1958 und 1981.
  • Die Luftwaffe flog den Typ von 1971 bis zum 29. Juni 2013 – erst als Aufklärer RF-4E, ab 1973 als Jäger und Jagdbomber F-4F.
  • Erkennen ist leicht: abgeknickte Flügelspitzen plus nach unten hängendes Höhenleitwerk hat kein anderer Jet in dieser Kombination.
  • Im aktiven Dienst standen Stand 2024/2025 nur noch Phantoms in der Türkei, in Griechenland und im Iran; Japan und Südkorea haben ausgemustert.
  • In Deutschland findest du sie im Museum, etwa in Berlin-Gatow, Hermeskeil und Schleißheim.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die F-4 Phantom II?
  2. 2.Die wichtigsten Versionen
  3. 3.So erkennst du die Phantom
  4. 4.Phantom, Starfighter oder Tornado?
  5. 5.Die Phantom bei der Luftwaffe
  6. 6.Wer fliegt die Phantom noch?
  7. 7.Wo du die Phantom in Deutschland siehst
  8. 8.Fototipps für Museums-Phantoms
  9. 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerMcDonnell Aircraft (ab 1967 McDonnell Douglas), St. Louis; Lizenzbau bei Mitsubishi in Japan
RolleZweisitziger Allwetter-Jäger, Jagdbomber und (als RF-4) Aufklärer
ICAO-TypcodeF4
Erstflug27. Mai 1958 (Prototyp F4H-1, St. Louis)
Indienststellung30. Dezember 1960 bei der US Navy
Gebaut5.195 Maschinen, davon 138 bei Mitsubishi
Bauzeit1958 bis 1981 (US-Fertigung endete 1979)
Besatzung2 (Pilot und Waffensystemoffizier hintereinander)
Triebwerke2 × General Electric J79 mit Nachbrenner (F-4E: J79-GE-17)
Länge F-4E19,20 m
Spannweite11,70 m
Höhe F-4E5,02 m
Max. Startgewicht F-4E28.030 kg
Höchstgeschwindigkeitrund Mach 2,2 in großer Höhe
Bei der Bundeswehr88 RF-4E, 175 F-4F, 10 F-4E (Ausbildung in den USA); 1971 bis 2013

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Knick in den Flügeln: Nur die äußeren Flügelteile sind um 12 Grad nach oben gestellt, der innere Teil liegt flach
  • Hängendes Höhenleitwerk: Die Pendelruder am Heck zeigen deutlich schräg nach unten (23 Grad)
  • Zwei Triebwerke nebeneinander im Rumpf, die Düsen sitzen unter dem Heck, vor dem eigentlichen Rumpfende
  • Große, eckige Lufteinläufe seitlich hinter dem Cockpit, mit vorgesetzten Grenzschichtplatten
  • Tandem-Cockpit mit zwei hintereinander liegenden Hauben und massiger, kantiger Gesamtform
  • Bei F-4E und F-4F lange Nase mit Kanonenverkleidung darunter, bei der RF-4E eine kantige Kamera-Nase

Aktualisiert: Oktober 2026 – Schwarze Rauchfahne, ohrenbetäubender Lärm und eine Silhouette, die aussieht, als hätte jemand die Flügel nachträglich verbogen: Die McDonnell Douglas F-4 Phantom II war über vier Jahrzehnte das Arbeitspferd der westlichen Luftstreitkräfte. In Deutschland flog sie von 1971 bis 2013, über 42 Jahre. Heute ist sie fast nur noch im Museum zu erleben, und genau deshalb lohnt es sich, sie genau zu kennen. Hier erfährst du, woran du die Phantom erkennst, welche Versionen es gab, wie ihre Zeit bei der Luftwaffe verlief, wer sie noch fliegt und wo in Deutschland erhaltene Exemplare stehen.

Phantom im Hangar

Mit Planetrack postest du jede Phantom, die du im Museum oder auf einer Airshow siehst, mit Foto, Version, Kennung und Ort und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die F-4 Phantom II?

Die Phantom ist ein zweistrahliger, zweisitziger Kampfjet der zweiten Düsenjäger-Generation. McDonnell Aircraft in St. Louis entwarf sie ursprünglich als Abfangjäger für die Flugzeugträger der US Navy. Der Prototyp F4H-1 hob am 27. Mai 1958 zum ersten Mal ab, Ende 1960 begann der Truppendienst. Schnell zeigte sich, dass der schwere Jet mehr konnte als Luftverteidigung: Er trug große Bombenlasten, flog Aufklärung und wurde später auch zur Bekämpfung von Radarstellungen eingesetzt. Die US Air Force und das Marine Corps übernahmen den Typ, danach folgten zahlreiche Verbündete.

Bis 1981 entstanden 5.195 Phantoms, davon 5.057 in St. Louis und 138 in Lizenz bei Mitsubishi in Japan. Die US-Fertigung endete 1979. Mit dieser Stückzahl gehört die F-4 zu den meistgebauten westlichen Überschallkampfflugzeugen überhaupt. Nach der Fusion von McDonnell und Douglas im Jahr 1967 lief sie unter dem Namen McDonnell Douglas, dessen Erbe heute bei Boeing liegt.

Angetrieben wird die Phantom von zwei General Electric J79 mit Nachbrenner. Diese Triebwerke sind für ihre dunkle Rauchfahne bekannt, die Phantoms schon aus großer Entfernung verrät. Zwei Mann Besatzung sitzen hintereinander: vorn der Pilot, hinten der Waffensystemoffizier, der Radar und Navigation bedient.

5.195gebaute Phantoms in allen Versionen
42 JahrePhantom-Betrieb bei der Luftwaffe, 1971 bis 2013
2Besatzungsmitglieder im Tandem-Cockpit

Rekordjäger der frühen 1960er

Bevor die Phantom zum Arbeitstier wurde, sammelte sie Rekorde. Bei der Aktion Top Flight am 6. Dezember 1959 stieg eine Navy-Phantom im Steigflug auf rund 30.040 Meter. Am 28. August 1961 flog eine F4H-1 bei Sageburner über eine kurze Messstrecke in weniger als 40 Metern Höhe mit rund 1.453 km/h. Und bei Skyburner erreichte am 22. November 1961 eine Phantom im Schnitt rund 2.585 km/h über eine 20-Meilen-Strecke. Auch die Kunstflugstaffeln setzten auf den Typ: Die Thunderbirds der US Air Force flogen die F-4E von 1969 bis 1974, die Blue Angels der Navy im selben Zeitraum die F-4J.

Die wichtigsten Versionen

Bei mehr als 5.000 Maschinen gab es viele Varianten. Für Spotter in Europa sind vor allem diese relevant:

Version Rolle Typische Betreiber Erkennbar an
F-4B / F-4J / F-4N / F-4S Trägerjäger US Navy, US Marines Kurze Nase ohne Kanone, Fanghaken, verstärktes Fahrwerk
F-4C / F-4D Jagdbomber US Air Force, Spanien, Südkorea, Iran Kurze Nase ohne Kanone
F-4E Mehrzweckjäger US Air Force, Israel, Griechenland, Türkei, Iran, Südkorea Lange Nase mit eingebauter 20-mm-Kanone darunter
F-4F Vereinfachte F-4E für Deutschland Luftwaffe Wie F-4E, deutsche Kennung 37+ / 38+
RF-4C / RF-4E Aufklärer US Air Force, Luftwaffe, Griechenland, Türkei, Japan Lange, kantige Kamera-Nase, keine Kanone
F-4G Wild Weasel Radarbekämpfung US Air Force F-4E-Zelle mit Antennenverkleidung statt Kanone
F-4K / F-4M Britische Version Royal Navy, RAF Rolls-Royce-Spey-Triebwerke, breitere Lufteinläufe, dickerer Rumpf hinten
F-4EJ Japanische F-4E Japanische Luftselbstverteidigungsstreitkräfte Teilweise bei Mitsubishi gebaut

Für deutsche Spotter sind besonders spannend: die RF-4E der Aufklärungsgeschwader, die F-4F der Jagd- und Jagdbombergeschwader sowie die F-4G Wild Weasel, die die US Air Force bis 1994 in Spangdahlem stationiert hatte. Die britischen Phantoms mit Spey-Triebwerken flogen in den 1970er- und 1980er-Jahren bei der RAF in Deutschland, unter anderem in Brüggen und Wildenrath.

So erkennst du die Phantom

Die Phantom ist ein Flugzeug, das man nach dem ersten bewussten Hinsehen kaum noch verwechselt. Sie wirkt massig, kantig und ein wenig zusammengesetzt, was ihr Spitznamen wie „Double Ugly“ eingebracht hat.

Flügelspitzen prüfen

Der innere Flügel liegt fast waagerecht, der äußere Teil knickt deutlich nach oben ab. Von vorn sieht das aus wie ein flaches „W“ – ein sehr sicheres Merkmal.

Höhenleitwerk ansehen

Die Pendelruder am Heck zeigen schräg nach unten. Gemeinsam mit den hochgeknickten Flügeln ist das die typische Phantom-Silhouette.

Nase und Cockpit

Zwei hintereinander liegende Kabinenhauben, große eckige Lufteinläufe dahinter. Eine Kanonenverkleidung unter der Nase deutet auf F-4E oder F-4F, eine kantige, lange Nase mit Kamerafenstern auf die RF-4.

Am Ende bestätigt die Kennung die Version. Deutsche RF-4E tragen Nummern mit 35+, die F-4F liefen unter 37+ und 38+. Wie das deutsche Kennungssystem funktioniert, erklärt der Beitrag zu Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen. Bei US-Maschinen helfen dir die Seriennummern am Seitenleitwerk weiter – mehr dazu im Guide US-Militärkennzeichen.

Praxis-Tipp im Museum

Fotografiere bei jeder Phantom auch die Kennung am Rumpf und die Infotafel. Gerade bei Maschinen aus verschiedenen Ländern hilft dir das später, Version und Herkunft sicher zuzuordnen. In Planetrack hinterlegst du beides direkt bei deiner Sichtung.

Phantom, Starfighter oder Tornado?

Im Museum stehen Phantoms oft neben anderen Jets der Luftwaffe. Mit drei Fragen grenzt du schnell ein.

Schnellbestimmung: Luftwaffe-Jet im Museum

Drei Beobachtungen, eine Einschätzung. Die Kennung bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

McDonnell Douglas F-4 Phantom II

Knickflügel und hängendes Höhenleitwerk sind die Phantom-Signatur. Achte jetzt auf die Nase: Kanone darunter heißt F-4E/F, Kamera-Nase heißt RF-4.

Wahrscheinlich

Lockheed F-104 Starfighter

Ein Triebwerk, Stummelflügel und T-Leitwerk: Das ist der Starfighter, den die Phantom bei der Luftwaffe teilweise ablöste.

Wahrscheinlich

Panavia Tornado

Schwenkflügel und zwei Triebwerke am Rumpfende sprechen für den Tornado, der ab den 1980er-Jahren neben der Phantom flog.

Weitere Abgrenzungen zu Jets aus Ost und West findest du im Überblick Kampfjets in Europa erkennen. Ihr direkter Nachfolger in der US Air Force war übrigens die F-15 Eagle, die aus der Erfahrung mit der Phantom heraus als reiner Luftüberlegenheitsjäger entstand.

Die Phantom bei der Luftwaffe

Die Luftwaffe holte die Phantom in zwei Schritten ins Land. Zuerst kamen die Aufklärer: 88 RF-4E, die erste ging im Januar 1971 in Bremgarten in Dienst, die Auslieferung endete 1972. Sie ersetzten bei den Aufklärungsgeschwadern 51 „Immelmann“ in Bremgarten und 52 in Leck die RF-104G Starfighter. Danach folgten die Jäger und Jagdbomber: 175 F-4F. Die erste deutsche F-4F flog am 18. März 1973, die Auslieferung lief bis Mitte der 1970er-Jahre.

Um Kosten zu sparen, bestellte Deutschland eine abgespeckte F-4E, die als F-4F bezeichnet wurde und rund 1.500 kg weniger wog. Für die Ausbildung deutscher Besatzungen in den USA kaufte die Luftwaffe zusätzlich 10 F-4E, die dort blieben.

Geschwader und Standorte

Standort Zeitraum Version Verband
Bremgarten 1971–1992 RF-4E Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“
Leck 1971–1993 RF-4E Aufklärungsgeschwader 52
Wittmundhafen bis 2013 F-4F Jagdgeschwader 71 „Richthofen“
Neuburg an der Donau bis 2008 F-4F Jagdgeschwader 74
Hopsten 1975–2005 F-4F Jagdbombergeschwader 36, später Jagdgeschwader 72
Pferdsfeld ab 1975 F-4F Jagdbombergeschwader 35
Laage 1997–2002 F-4F Jagdgeschwader 73
Manching – RF-4E / F-4F Wehrtechnische Dienststelle 61 (Erprobung)

Die F-4F wurde zweimal modernisiert: zuerst im Programm „Peace Rhine“ zwischen 1980 und 1984, dann ab 1991 bei der Kampfwertsteigerung ICE. Bis 1996 erhielten 110 Maschinen ein neues Radar vom Typ APG-65 und die Fähigkeit, AMRAAM-Lenkflugkörper einzusetzen. So blieb die Phantom bis zur Einführung des Eurofighters die Säule der deutschen Luftverteidigung.

Die Aufklärer gingen zuerst: Nach dem Ende des Kalten Kriegs wurden AG 51 und AG 52 aufgelöst, 32 RF-4E gingen in die Türkei, 20 nach Griechenland. Bei der F-4F folgte der Umstieg auf den Eurofighter Geschwader für Geschwader, das JG 74 in Neuburg verabschiedete seine letzte Phantom 2008.

Der Abschied in Wittmund

Den Schlusspunkt setzte das Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ in Wittmundhafen. Am 29. Juni 2013 landete dort die letzte Phantom der Luftwaffe, die F-4F 37+01 in Sonderlackierung. Die Abschiedsveranstaltung lief unter dem Motto „Phantom Pharewell“. Am Tag darauf wurde der Typ offiziell außer Dienst gestellt. Bei der F-4F gingen in dieser Zeit 27 Maschinen durch Unfälle verloren; die Unfallrate lag damit bei nur rund einem Fünftel der des Starfighters.

Bei den Besatzungen galt der laute, rußende Jet als robust und zuverlässig, wenn auch alles andere als elegant.

Militärflugplätze: Regeln beachten

Wer heute die Eurofighter in Wittmund oder Neuburg fotografiert, steht an denselben Zäunen wie früher die Phantom-Fans. Welche Standpunkte erlaubt sind und was du beim Fotografieren an Militärflugplätzen beachten musst, steht im Beitrag Militärflugplatz fotografieren.

Wer fliegt die Phantom noch?

Die meisten Betreiber haben ihre Phantoms in den vergangenen Jahren ausgemustert. Der Überblick zeigt den Stand der zuletzt verfügbaren Angaben; für Oktober 2026 gilt: Bestände ändern sich schnell, im Zweifel aktuelle Meldungen prüfen.

Land Status Hinweis
Türkei aktiv Modernisierte F-4E 2020 „Terminator“; Nutzung bis mindestens 2030 vorgesehen
Griechenland aktiv F-4E beim 117. Kampfgeschwader in Andravida; die RF-4E wurden im Mai 2017 ausgemustert
Iran aktiv F-4D, F-4E und RF-4E aus der Zeit vor 1979; Zahl unklar, nach Berichten durch Kampfhandlungen 2026 weiter gesunken
Ägypten Reserve Laut Berichten seit etwa 2018 eingelagert bzw. in Reserve
Südkorea ausgemustert Letzte F-4E am 7. Juni 2024 nach rund 55 Jahren
Japan ausgemustert RF-4 im März 2020, letzte F-4EJ im März 2021
USA ausgemustert Letzte QF-4-Zieldrohnen Ende 2016
Deutschland ausgemustert Letzter Flug am 29. Juni 2013
Großbritannien ausgemustert RAF-Phantoms bis Anfang der 1990er-Jahre
Israel ausgemustert Ausmusterung 2004

Für dich als Spotter heißt das: Wer eine fliegende Phantom sehen will, muss reisen. Am realistischsten sind Griechenland und die Türkei, gelegentlich auch Übungen oder Airshows, bei denen diese Länder teilnehmen. Welche Veranstaltungen sich dafür lohnen, steht im Überblick Airshows in Europa. Wie du militärische Flugbewegungen online verfolgst und warum viele Jets dabei unsichtbar bleiben, erklärt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen.

Keine Phantom verpassen

Setz die F-4 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine des Typs einen Flughafen anfliegt oder dort landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Wo du die Phantom in Deutschland siehst

Da die Luftwaffe ihre Phantoms erst 2013 abgegeben hat, stehen erstaunlich viele Exemplare in deutschen Museen und an früheren Standorten. Eine Auswahl gut belegter Adressen:

Ort Was du siehst Tipp
Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow Eine RF-4E und eine F-4F Größte Bundeswehr-Sammlung, dazu Starfighter, Tornado und MiGs zum Vergleich
Flugausstellung Hermeskeil Mehrere Phantoms im Freigelände Gut für Detailaufnahmen von Fahrwerk und Lufteinläufen
Flugwerft Schleißheim Eine F-4 Phantom II in der Ausstellung Halle mit gleichmäßigem Licht, ideal bei schlechtem Wetter

Das Militärhistorische Museum Berlin-Gatow ist dabei der wichtigste Anlaufpunkt: Hier kannst du Aufklärer und Jäger direkt nebeneinander vergleichen. Ausstellungen werden gelegentlich umgebaut, Flugzeuge restauriert oder verliehen; frag vor einem gezielten Besuch nach, ob die Maschine gerade zugänglich ist.

Phantoms im Ausland

Wer ohnehin reist, findet Phantoms in vielen großen Luftfahrtmuseen:

Bereit für deine Phantom-Tour?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe Öffnungszeiten und Eintritt des Museums aktuell geprüft.
  • Ich weiß, ob die Phantom drinnen oder im Freigelände steht.
  • Ich habe ein Weitwinkel für die ganze Maschine dabei.
  • Ich fotografiere Kennung und Infotafel mit.
  • Ich kenne die Unterschiede zwischen RF-4E und F-4F.

Fototipps für Museums-Phantoms

Die Phantom ist groß, kantig und steht oft eng zwischen anderen Exponaten. Ein paar Kniffe helfen:

Frontal von unten

Aus leicht tiefer Position direkt von vorn zeigst du die typische „W“-Form aus geknickten Flügeln und hängendem Leitwerk in einem Bild.

Dreiviertel von hinten

Schräg von hinten siehst du die beiden Düsen unter dem Heck und das abgewinkelte Höhenleitwerk – das Detail, das die Phantom unverwechselbar macht.

Nase im Detail

Bei RF-4E lohnt eine Nahaufnahme der Kamerafenster, bei F-4F die Kanonenverkleidung. So dokumentierst du gleich die Version.

Freigelände bei weichem Licht

Draußen stehende Phantoms fotografierst du am besten früh oder spät am Tag, wenn die dunklen Tarnfarben nicht im harten Mittagslicht absaufen.

Wie du historische Typen generell sicher bestimmst, zeigt der Guide Historische Flugzeuge erkennen. Und falls du selbst mit anpacken willst: Viele Museen suchen Freiwillige für Restaurierungen – mehr dazu im Beitrag zum Ehrenamt in Luftfahrtmuseen.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die Phantom, wenn …

  • die äußeren Flügelteile nach oben geknickt sind
  • das Höhenleitwerk deutlich nach unten zeigt
  • zwei Hauben hintereinander auf einem massigen Rumpf sitzen
  • die Kennung mit 35+, 37+ oder 38+ beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Lufteinläufe auffällig breit und der hintere Rumpf dick wirken – dann könnte es eine britische Spey-Phantom sein
  • keine Kanone unter der Nase sitzt – dann eher eine Navy-Version, F-4C/D oder ein Aufklärer
  • du nur das Heck siehst und die Flügel verdeckt sind

Es ist keine Phantom, wenn …

  • du nur ein Triebwerk und ein T-Leitwerk siehst – dann ist es ein Starfighter
  • die Flügel schwenkbar sind – denk an den Tornado oder die F-14 Tomcat
  • das Flugzeug zwei Seitenleitwerke hat – dann bist du bei der F-15 oder der F/A-18 Hornet
  • du einen Deltaflügel mit Bugflächen siehst – das ist der Eurofighter

Fazit

Die F-4 Phantom II hat die Luftwaffe über 42 Jahre begleitet: von den ersten RF-4E 1971 bis zum letzten F-4F-Flug am 29. Juni 2013 in Wittmund. Ihre Silhouette mit hochgeknickten Flügelspitzen und hängendem Höhenleitwerk erkennst du überall auf Anhieb. Fliegen siehst du sie heute nur noch bei wenigen Luftwaffen wie der türkischen und griechischen. In Deutschland ist sie dafür in Museen wie Berlin-Gatow, Hermeskeil und Schleißheim gut vertreten.

Kurzfazit

Knickflügel, hängendes Leitwerk, zwei Hauben hintereinander: Das ist die Phantom. Die Nase verrät die Version, die Kennung bestätigt sie. Für eine fliegende Phantom musst du reisen, für eine stehende reicht ein Ausflug nach Gatow, Hermeskeil oder Schleißheim.

Zusammenfassung

  • McDonnell entwickelte die F-4 als Trägerjäger für die US Navy; der Erstflug war am 27. Mai 1958, ab 1960 stand sie im Dienst.
  • Sie flog bei US Navy, Marines und Air Force sowie bei zahlreichen Verbündeten, darunter Großbritannien, Israel, Japan, Griechenland, die Türkei und Deutschland.
  • Die Luftwaffe beschaffte 88 RF-4E und 175 F-4F; das Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ in Wittmund flog die letzte deutsche Phantom am 29. Juni 2013.
  • Heute fliegt die Phantom nur noch bei wenigen Luftwaffen, in Deutschland siehst du sie in Museen.

Häufige Fragen

Wann flog die letzte Phantom der Luftwaffe?

Am 29. Juni 2013 beim Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ in Wittmundhafen. Die letzte Maschine in der Luft war die F-4F 37+01 in einer Sonderlackierung. Mit der Abschiedsveranstaltung, in der Szene als „Phantom Pharewell“ bekannt, endeten rund 40 Jahre Phantom-Betrieb in Deutschland.

Wie viele Phantoms hatte die Bundeswehr?

Insgesamt 273: 88 Aufklärer RF-4E, 175 Jäger und Jagdbomber F-4F und 10 F-4E, die in den USA blieben und dort für die Ausbildung deutscher Besatzungen genutzt wurden.

Was ist der Unterschied zwischen F-4E und F-4F?

Die F-4F ist eine für Deutschland vereinfachte F-4E. Weil das Budget knapp war, verzichtete die Luftwaffe auf einige Ausrüstung; die Maschine wurde dadurch rund 1.500 kg leichter. Äußerlich sind beide sehr ähnlich, sicher bestimmst du sie über die Kennung – deutsche F-4F tragen Nummern mit 37+ und 38+.

Welche Länder fliegen die Phantom noch?

Nach den zuletzt verfügbaren Angaben sind Phantoms noch in der Türkei, in Griechenland und im Iran aktiv. Japan hat 2021, Südkorea im Juni 2024 ausgemustert, die USA nutzten die letzten QF-4-Zieldrohnen bis Ende 2016. Bestände ändern sich, prüf Stand Oktober 2026 im Zweifel aktuelle Meldungen.

Wo sehe ich eine Phantom in Deutschland?

Im Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow stehen eine RF-4E und eine F-4F, die Flugausstellung Hermeskeil zeigt mehrere Phantoms, in der Flugwerft Schleißheim steht ebenfalls eine.

Warum hängt das Höhenleitwerk der Phantom nach unten?

Das ist eine aerodynamische Korrektur aus der Entwicklung. Um die Stabilität zu verbessern, wurden die äußeren Flügel nach oben und die Höhenleitwerke um 23 Grad nach unten gestellt. Für dich als Spotter ist genau diese Kombination das beste Erkennungsmerkmal.

Welchen ICAO-Typcode hat die Phantom?

Die F-4 läuft im ICAO-Verzeichnis unter F4. Im Alltag spielt der Code kaum eine Rolle, weil militärische Phantoms meist ohne zivilen Flugplan unterwegs sind.

McDonnell Douglas F-4 Phantom II sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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