Das Wichtigste in Kürze
- Die MiG-29 ist der leichte Frontjäger der Sowjetunion: Erstflug 1977, Truppendienst ab 1983, mehr als 1.600 gebaute Maschinen.
- Sie war der einzige NVA-Kampfjet, den die Luftwaffe weiterflog: 24 Maschinen, zuerst in Preschen, dann beim Jagdgeschwader 73 in Laage.
- 2004 gingen 22 deutsche MiG-29 an Polen, für einen symbolischen Euro pro Stück; eine steht heute im Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow.
- Erkennen gelingt über das Heck: zwei Seitenleitwerke plus weit getrennte Triebwerke in einem kompakten Jet.
- In Osteuropa fliegen nach den zuletzt verfügbaren Angaben noch Polen, Bulgarien und Serbien die MiG-29; Slowakei, Ungarn, Rumänien und Tschechien haben ausgemustert.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Konstruktionsbüro Mikojan-Gurewitsch (MiG), heute Teil der United Aircraft Corporation |
|---|---|
| Rolle | Leichter Frontjäger (Luftüberlegenheit), spätere Versionen als Mehrzweckjäger |
| NATO-Codename | Fulcrum |
| ICAO-Typcode | MG29 |
| Erstflug | 6. Oktober 1977 (Prototyp, Pilot Alexander Fedotow) |
| Indienststellung | 1983 bei den sowjetischen Luftstreitkräften |
| Gebaut | mehr als 1.600 Maschinen aller Versionen |
| Besatzung | 1 (Schulversion MiG-29UB: 2) |
| Triebwerke | 2 × Klimow RD-33 mit Nachbrenner, je rund 81 kN Schub |
| Länge | 17,32 m |
| Spannweite | 11,36 m |
| Höhe | 4,73 m |
| Höchstgeschwindigkeit | rund Mach 2,25 in großer Höhe |
| Bewaffnung | 30-mm-Kanone GSh-30-1, Luft-Luft-Lenkflugkörper R-73 und R-27 |
| Bei NVA und Luftwaffe | 20 MiG-29 und 4 MiG-29UB; 1988 bis 2004 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei Seitenleitwerke, weit außen auf Auslegern neben den Triebwerken, leicht nach außen geneigt
- Weit auseinanderliegende Triebwerke mit einem flachen Tunnel dazwischen; die Düsen sitzen deutlich getrennt am Heck
- Schräg gestellte Lufteinläufe unter den Flügelwurzeln, die am Boden durch Klappen verschlossen werden
- Lamellen auf der Oberseite der Flügelwurzel-Vorderkanten, über die bei frühen Versionen am Boden die Luft angesaugt wird
- Lange, weit nach vorn gezogene Flügelwurzeln, die fließend in den Rumpf übergehen
- Kompakter Jet mit spitzer, leicht abgesenkter Nase und einer Kabinenhaube; die Schulversion UB hat zwei Hauben hintereinander
Aktualisiert: Oktober 2026 – Zwei schräg stehende Seitenleitwerke, ein breiter, flacher Rumpf und ein Donnern aus zwei Nachbrennern: Die Mikojan MiG-29, von der NATO „Fulcrum“ getauft, war der Jäger, mit dem die Sowjetunion in den 1980er-Jahren auf F-16 und F-15 antwortete. Für deutsche Spotter hat sie eine besondere Geschichte: Als einziger Kampfjet der NVA flog sie nach der Wiedervereinigung bei der Luftwaffe weiter, zuletzt bis 2004 in Laage. Hier erfährst du, woran du die MiG-29 erkennst, welche Versionen es gibt, wie ihre deutsche Zeit verlief, wo sie in Osteuropa noch fliegt und wo du sie im Museum findest.
Fulcrum im Hangar
Mit Planetrack postest du jede MiG-29, die du auf einer Airshow, am Zaun oder im Museum siehst, mit Foto, Version, Kennung und Ort und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die MiG-29?
Die MiG-29 ist ein einsitziger, zweistrahliger Frontjäger der vierten Jet-Generation. Ihre Wurzeln liegen in einem Programm der sowjetischen Militärführung vom Ende der 1960er-Jahre: Gesucht war ein moderner Jäger als Antwort auf die neuen amerikanischen Muster. Daraus wurden zwei Flugzeuge. Das schwere Langstrecken-Modell ging an Suchoi und wurde zur Su-27, der leichtere, wendige Frontjäger an das Konstruktionsbüro Mikojan-Gurewitsch – die spätere MiG-29. Die Arbeitsteilung erinnert an die USA, wo die schwere F-15 und die leichtere F-16 nebeneinander standen.
Der erste Prototyp hob am 6. Oktober 1977 mit Chefpilot Alexander Fedotow ab. Nach einer langen Erprobung mit mehr als einem Dutzend Prototypen lief Anfang der 1980er-Jahre die Serienfertigung an, 1983 kamen die ersten Maschinen zur Truppe. Insgesamt entstanden mehr als 1.600 MiG-29 in zahlreichen Versionen. Das Konstruktionsbüro, das schon die MiG-15 und die MiG-21 entworfen hatte, gehört heute zur staatlichen United Aircraft Corporation.
Angetrieben wird die MiG-29 von zwei Klimow RD-33 mit Nachbrenner, die jeweils rund 81 Kilonewton Schub liefern. In großer Höhe erreicht sie etwa Mach 2,25. Ihre Stärken liegen im engen Kurvenkampf: Für den Nahbereich trägt sie die Lenkflugkörper R-73 und eine 30-Millimeter-Kanone, für größere Entfernungen die radargelenkte R-27. Die Reichweite mit internem Treibstoff ist dagegen bescheiden – ein Grund, warum spätere Versionen zusätzliche Tanks bekamen.
Ein Trick gegen Steine und Schmutz
Eine Besonderheit, die du am Boden sofort siehst, steckt in den Lufteinläufen. Die MiG-29 war dafür ausgelegt, auch von schlecht präparierten Feldflugplätzen zu operieren. Damit die Triebwerke keine Steine oder Fremdkörper ansaugen, werden die Haupteinläufe beim Rollen und beim Start durch Klappen verschlossen. Die Luft kommt dann über Lamellen auf der Oberseite der Flügelwurzeln. Erst nach dem Start öffnen sich die Haupteinläufe wieder. Bei späteren Versionen wie der MiG-29M und der MiG-35 ersetzen Gitter in den Einläufen diese Lösung, die Lamellen auf der Oberseite fallen weg.
Die wichtigsten Versionen
Die Typenvielfalt der MiG-29 ist groß, die interne Werksnummer (etwa 9.12) hilft beim Sortieren. Für Spotter in Europa sind vor allem diese Versionen interessant:
| Version | NATO-Name | Rolle | Erkennbar an |
|---|---|---|---|
| MiG-29 (9.12) | Fulcrum-A | Erste Serienversion, Einsitzer | Klassischer, flacher Rücken, Lamellen auf den Flügelwurzeln |
| MiG-29 (9.12A/B) | Fulcrum-A | Exportversionen, u. a. für Warschauer-Pakt-Staaten | Äußerlich wie 9.12, vereinfachte Ausrüstung |
| MiG-29UB (9.51) | Fulcrum-B | Doppelsitziger Trainer | Zwei Hauben hintereinander, kein Kampfradar in der Nase |
| MiG-29S (9.13) | Fulcrum-C | Verbesserter Einsitzer | Deutlicher „Buckel“ hinter dem Cockpit mit mehr Treibstoff und Elektronik |
| MiG-29SMT (9.17) | Fulcrum-C | Modernisierung ab 1998 | Vergrößerter Rückenbuckel, modernisiertes Cockpit |
| MiG-29K/KUB | Fulcrum-D | Trägergestützte Marineversion | Fanghaken, faltbare Flügel, verstärktes Fahrwerk |
| MiG-29M | Fulcrum-E | Mehrzweckversion mit Fly-by-Wire | Keine Rückenlamellen, Gitter in den Einläufen |
| MiG-35 | Fulcrum-F | Weiterentwicklung der MiG-29M | Wie MiG-29M, modernere Avionik |
Bei NVA und Luftwaffe flogen die Exportversion 9.12A und die MiG-29UB. Nach der Anpassung an NATO-Standard trugen sie die deutschen Bezeichnungen MiG-29G und MiG-29GT. In Serbien siehst du dagegen inzwischen überwiegend auf SMT-Standard modernisierte Maschinen, erkennbar am höheren Rücken.
So erkennst du die MiG-29
Auf den ersten Blick wirkt die MiG-29 wie eine kleinere Schwester der Su-27. Mit drei Schritten bist du trotzdem schnell sicher.
Heck prüfen
Zwei Seitenleitwerke, die weit außen neben den Triebwerken sitzen, dazu zwei deutlich getrennte Düsen. Zwischen den Triebwerken endet der Rumpf kurz und flach – kein langer Stachel wie bei der Su-27.
Einläufe ansehen
Die schräg angeschnittenen Lufteinläufe hängen unter den langen Flügelwurzeln. Am Boden sind sie bei vielen Versionen verschlossen, oben auf den Flügelwurzeln siehst du dann die Lamellen.
Größe einschätzen
Mit gut 17 Metern Länge ist die MiG-29 kompakt, gut zwei Meter kürzer als eine Phantom und deutlich flacher. Su-27 und F-15 wirken daneben wuchtig.
Am Ende bestätigt die Kennung Land und Version: Jede Luftwaffe nutzt ihr eigenes Nummernsystem, Hoheitszeichen und Nummer am Rumpf ordnen die Maschine eindeutig zu. Die deutschen Maschinen trugen Kennungen im Block 29+. Wie das Kennzeichensystem der Bundeswehr funktioniert, erklärt der Beitrag zu Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.
Praxis-Tipp bei Airshows
Achte beim Rollen auf die geschlossenen Einlaufklappen und die geöffneten Lamellen. Ein Foto von schräg oben oder schräg vorn zeigt dieses Detail perfekt – und es ist ein Merkmal, das kein westlicher Jet hat. In Planetrack hängst du solche Detailbilder direkt an deine Sichtung.
MiG-29, Su-27 oder F-15?
Doppelleitwerk und zwei Triebwerke haben mehrere Jets der vierten Generation. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Jet mit Doppelleitwerk
Mikojan MiG-29
Kompakte Größe, kurzer Rumpfabschluss zwischen den Düsen und Einläufe mit Klappen sind typisch für die Fulcrum. Ein Buckel hinter dem Cockpit deutet auf eine MiG-29S oder SMT.
Suchoi Su-27 und Ableger
Die lange Silhouette und der Stachel zwischen den Triebwerken verraten die Su-27 Flanker oder einen ihrer Nachfolger.
Boeing F-15 Eagle
Rechteckige Einläufe neben dem Cockpit und eng beieinander liegende Düsen sprechen für die F-15, das westliche Gegenstück zur Flanker.
Mehr Abgrenzungen zwischen Ost- und Westjets findest du im Überblick Kampfjets in Europa erkennen.
Die MiG-29 bei NVA und Luftwaffe
Die NVA-Zeit in Preschen
Die DDR erhielt ihre MiG-29 spät: Ab 1988 kamen 20 einsitzige MiG-29 und 4 doppelsitzige MiG-29UB zum Jagdfliegergeschwader 3 „Wladimir Komarow“ in Preschen in der Lausitz. Sie waren die modernsten Kampfflugzeuge der NVA, standen aber nur kurz im Dienst des Warschauer Pakts. Mit der Wiedervereinigung 1990 gingen sie in den Besitz der Bundeswehr über.
Weiterflug bei der Luftwaffe
Die Bundeswehr hätte die Jets ausmustern können. Stattdessen wurden die 24 MiG-29 als einzige Kampfflugzeuge aus NVA-Beständen weitergeflogen. 1991 entstand in Preschen das Erprobungsgeschwader MiG-29, am 1. Juni 1993 wurde daraus die 1. Staffel des Jagdgeschwaders 73. Kurz darauf zog die Staffel nach Laage bei Rostock um, wo das Geschwader bis heute stationiert ist. Funk, Navigation und Freund-Feind-Kennung wurden an NATO-Standard angepasst, die Maschinen hießen fortan MiG-29G und MiG-29GT.
Damit flog bei der Luftwaffe ein Muster, das für die übrigen NATO-Staaten bis dahin nur als Gegner existiert hatte. Bis zur NATO-Osterweiterung waren die deutschen MiG-29 die einzigen Kampfjets aus dem früheren Warschauer Pakt im Bündnis. Entsprechend gefragt waren sie bei Übungen: Verbündete Piloten konnten gegen die Fulcrum den Luftkampf trainieren. Einen Teil der Umrüstung bezahlten sogar die USA, die die Jets als Übungsgegner nutzen wollten. Bis 2003 kamen mehr als 30.000 Flugstunden zusammen. Eine Maschine ging 1996 bei einem Absturz verloren.
| Zeitraum | Ort | Verband | Was passierte |
|---|---|---|---|
| 1988–1990 | Preschen | Jagdfliegergeschwader 3 der NVA | Einführung von 20 MiG-29 und 4 MiG-29UB |
| 1991–1993 | Preschen | Erprobungsgeschwader MiG-29 | Übernahme durch die Luftwaffe, Anpassung an NATO-Standard |
| 1993 | Preschen | 1./Jagdgeschwader 73 | Eingliederung in das neue Geschwader |
| 1993/94–2004 | Laage | Jagdgeschwader 73 | Luftverteidigung und „Gegner“ bei NATO-Übungen |
| 2004 | Laage | – | Ablösung durch den Eurofighter, Abgabe an Polen |
Abschied nach Polen
Am 30. April 2004 begann in Laage der Flugbetrieb mit dem Eurofighter; das Geschwader war der erste Verband der Luftwaffe mit dem neuen Jet. Für die MiG-29 bedeutete das den Abschied. Schon 2003 hatten Deutschland und Polen vereinbart, dass 22 Maschinen für einen symbolischen Euro pro Stück nach Polen gehen. Die letzten Maschinen wurden im August 2004 überführt; in Polen flogen sie anschließend in Malbork.
Die MiG-29G mit der Kennung 29+03 blieb als einzige in Deutschland. Sie steht heute im Militärhistorischen Museum Berlin-Gatow, dort im Hangar 3. Die Geschichte des Standorts Laage, heute Militärflugplatz und ziviler Flughafen zugleich, erzählt die Seite zum Flughafen Rostock-Laage. Wo du den Eurofighter-Nachfolger heute am besten siehst, steht im Guide Eurofighter in Deutschland spotten.
Militärflugplätze: Regeln beachten
Am Zaun eines aktiven Militärflugplatzes gelten andere Regeln als am Verkehrsflughafen. Was erlaubt ist und wo du besser nicht stehst, steht im Beitrag Militärflugplatz fotografieren.
Nutzer in Osteuropa
Nach dem Ende des Kalten Kriegs flogen fast alle früheren Warschauer-Pakt-Staaten die MiG-29. Viele haben sie inzwischen durch westliche Jets ersetzt, einige halten sie bis heute. Der Überblick zeigt den Stand der zuletzt verfügbaren Angaben; für Oktober 2026 gilt: Bestände ändern sich schnell, im Zweifel aktuelle Meldungen prüfen.
| Land | Status | Hinweis |
|---|---|---|
| Polen | aktiv | Eigene MiG-29 seit 1989, dazu Maschinen aus Tschechien und Deutschland; 2025 noch rund ein Dutzend Einsitzer plus einige UB, mehrere Jets 2023 an die Ukraine abgegeben |
| Bulgarien | aktiv | 2025 rund ein Dutzend Einsitzer und einige UB; die F-16 Block 70 ist als Nachfolger beschafft |
| Serbien | aktiv | 14 Maschinen (Stand 2025), überwiegend auf SMT-Standard modernisiert |
| Ukraine | aktiv | Große Flotte aus Sowjetbeständen, ergänzt durch Jets aus Polen und der Slowakei; im Krieg zahlreiche Verluste |
| Belarus | aktiv | Rund 30 Maschinen, eigenes Modernisierungsprogramm MiG-29BM |
| Slowakei | ausgemustert | Offiziell Ende August 2022 außer Dienst; 2023 gingen die Jets an die Ukraine, Nachfolger ist die F-16 |
| Ungarn | ausgemustert | Flugbetrieb um 2010 eingestellt, ersetzt durch den Gripen |
| Rumänien | ausgemustert | 2003 außer Dienst gestellt |
| Tschechien | ausgemustert | Mitte der 1990er-Jahre an Polen abgegeben |
| Moldau | weitgehend aufgelöst | 1997 kauften die USA 21 Maschinen auf |
| Deutschland | ausgemustert | 2004 an Polen abgegeben, eine Maschine im Museum |
Der Krieg in der Ukraine hat die Lage verändert. Im März 2023 kündigte Polen als erster NATO-Staat an, Kampfflugzeuge an die Ukraine zu liefern, kurz darauf folgte die Slowakei. Weil darunter auch frühere NVA-Maschinen waren, musste Deutschland dem Weiterverkauf zustimmen; das geschah im April 2023. Einige MiG-29, die einst in Preschen und Laage standen, fliegen also heute in der Ukraine.
Für die Nachfolge setzen die osteuropäischen NATO-Staaten auf westliche Muster: Ungarn und Tschechien auf den Saab Gripen, die Slowakei und Bulgarien auf die F-16, Polen zusätzlich auf die F-35. Außerhalb Europas bleibt die MiG-29 weit verbreitet, etwa in Indien, wo die Marine auch die trägergestützte MiG-29K fliegt.
Keine Fulcrum verpassen
Setz die MiG-29 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine des Typs einen Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du die MiG-29 heute siehst
Fliegend: Airshows und Übungen
Eine fliegende MiG-29 zu sehen, wird für Spotter in Deutschland seltener. Am realistischsten sind Airshows in Polen, Bulgarien oder Serbien sowie internationale Veranstaltungen, zu denen diese Länder Jets schicken. Welche Shows sich lohnen, steht im Überblick Airshows in Europa. Gelegentlich tauchen polnische MiG-29 auch bei multinationalen Übungen auf. Warum du sie dabei in Tracking-Diensten oft nicht findest und wie du militärische Bewegungen trotzdem verfolgst, erklärt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen.
Im Museum
Deutlich einfacher wird es im Museum. Eine Auswahl gut belegter Adressen:
| Ort | Was du siehst | Tipp |
|---|---|---|
| Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow | MiG-29G 29+03 im Hangar 3, dazu die NVA-Linie von MiG-15 bis MiG-23 | Die einzige deutsche MiG-29 im Land – Pflichttermin |
| Letecké muzeum Kbely in Prag | MiG-29 in der Reihe sowjetischer Kampfjets | Eintritt frei, große Typenvielfalt aus dem Warschauer Pakt |
| Polnisches Luftfahrtmuseum Krakau | MiG-29UB im Freigelände | Gut, um den Doppelsitzer aus der Nähe zu fotografieren |
| Evergreen Aviation & Space Museum | MiG-29 im Außenbereich | Laut Museum noch vor der Restaurierung |
Das Gatower Museum ist dabei der wichtigste Anlaufpunkt für deutsche Spotter. Hier steht die MiG-29 nur wenige Schritte von F-4 Phantom, Starfighter und Tornado entfernt, also von den Jets, gegen die sie im Kalten Krieg angetreten wäre. Die Seiten zum Luftfahrtmuseum Kbely und zum Polnischen Luftfahrtmuseum Krakau geben dir weitere Infos für eine Tour nach Osteuropa. Ausstellungen werden gelegentlich umgebaut; frag vor einem gezielten Besuch nach, ob die Maschine gerade zugänglich ist.
Bereit für deine MiG-29-Tour?
- Ich habe Öffnungszeiten und Eintritt des Museums oder das Airshow-Programm aktuell geprüft.
- Ich weiß, ob die MiG-29 in der Halle oder im Freigelände steht.
- Ich habe ein Weitwinkel für Hallenaufnahmen dabei.
- Ich fotografiere Kennung und Infotafel mit.
- Ich kenne die Unterschiede zwischen Einsitzer, UB und Buckel-Version.
Fototipps für die MiG-29
Die MiG-29 ist ein fotogenes Flugzeug: flach, elegant und mit vielen Details, die sie von westlichen Jets abheben.
Dreiviertel von vorn oben
Aus erhöhter Position siehst du die langen Flügelwurzeln mit den Lamellen und die geschlossenen Einläufe. Auf Airshows klappt das manchmal von einer Tribüne aus.
Heck im Profil
Von schräg hinten zeigst du die zwei Leitwerke und die getrennten Düsen – das schnellste Erkennungsbild für die Fulcrum.
Kondensation im Display
Bei feuchter Luft bilden sich über den großen Flügelwurzeln im engen Kurvenflug Dampfschleier. Eine kurze Verschlusszeit friert diesen Moment ein.
Hallenlicht beherrschen
In Gatow und Kbely ist das Licht gemischt. Ein lichtstarkes Objektiv und eine höhere ISO bringen mehr als lange Brennweiten.
Wie du ältere und seltene Typen generell sicher bestimmst, zeigt der Guide Historische Flugzeuge erkennen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die MiG-29, wenn …
- zwei Seitenleitwerke weit außen neben den Triebwerken stehen
- die Einläufe am Boden verschlossen sind und oben Lamellen offen stehen
- der Jet kompakt wirkt und der Rumpf kurz hinter den Düsen endet
- eine deutsche Kennung mit 29+ beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- ein deutlicher Buckel hinter dem Cockpit sitzt – dann eher MiG-29S oder SMT
- keine Lamellen auf den Flügelwurzeln zu sehen sind – dann vielleicht MiG-29M, MiG-29K oder MiG-35
- zwei Hauben hintereinander sitzen – das ist die Schulversion UB
Es ist keine MiG-29, wenn …
- zwischen den Düsen ein langer Stachel nach hinten ragt – das ist die Su-27
- du nur ein Triebwerk und ein Leitwerk siehst – denk an MiG-21 oder F-16
- die Einläufe rechteckig direkt neben dem Cockpit liegen – das ist die F-15
- du einen Deltaflügel mit Canards siehst – dann ist es ein Eurofighter oder ein Gripen
Fazit
Die MiG-29 ist der sowjetische Jäger, der den Kalten Krieg überdauert hat und dabei die Seiten gewechselt ist. In Deutschland flog sie von 1988 bis 2004, zuerst bei der NVA in Preschen, dann beim Jagdgeschwader 73 in Laage, wo sie westlichen Piloten als Übungsgegner diente. Heute fliegt sie in Europa nur noch bei wenigen Luftwaffen, allen voran Polen, Bulgarien, Serbien und der Ukraine. Wer sie in Ruhe studieren will, fährt nach Gatow, Prag-Kbely oder Krakau.
Kurzfazit
Zwei Leitwerke, getrennte Düsen, verschließbare Einläufe mit Lamellen darüber: Das ist die MiG-29. Der Rücken verrät die Version, die Kennung bestätigt sie. Fliegend findest du sie vor allem in Osteuropa, im Museum am einfachsten in Berlin-Gatow.
Zusammenfassung
- Mikojan entwickelte die MiG-29 als leichten Partner zur schweren Suchoi Su-27; der Erstflug war am 6. Oktober 1977, ab 1983 stand sie im Dienst.
- Die NVA erhielt ab 1988 24 Maschinen für das Jagdgeschwader 3 in Preschen, nach der Wiedervereinigung übernahm die Luftwaffe alle.
- Beim Jagdgeschwader 73 in Laage flog die MiG-29G bis 2004, danach wurden 22 Maschinen an Polen abgegeben und der Eurofighter übernahm.
- Heute siehst du die MiG-29 vor allem in Polen, Bulgarien und Serbien, auf osteuropäischen Airshows und in Museen wie Berlin-Gatow, Prag-Kbely und Krakau.
Häufige Fragen
Was bedeutet der NATO-Name „Fulcrum“?
„Fulcrum“ ist englisch für den Drehpunkt eines Hebels. Die NATO vergab für sowjetische Jäger Codenamen mit dem Anfangsbuchstaben F. Die Buchstaben dahinter unterscheiden die Versionen, etwa Fulcrum-A für den Einsitzer der ersten Serie und Fulcrum-B für den Doppelsitzer MiG-29UB.
Wie viele MiG-29 hatte die Bundeswehr?
Insgesamt 24: 20 einsitzige MiG-29 und 4 doppelsitzige MiG-29UB, die alle aus den Beständen der NVA stammten. Bei der Luftwaffe liefen sie als MiG-29G und MiG-29GT, ihre Kennungen begannen mit 29+.
Warum hat die Luftwaffe die MiG-29 nach 1990 behalten?
Die MiG-29 war der modernste Jäger der NVA und für die Luftwaffe ein interessantes Studienobjekt. Sie wurde an NATO-Verfahren angepasst und flog bis 2004 in der Luftverteidigung. Gleichzeitig war sie bei Übungen mit verbündeten Luftwaffen ein begehrter „Gegner“, weil westliche Piloten so den Luftkampf gegen einen echten sowjetischen Jäger üben konnten.
Was ist aus den deutschen MiG-29 geworden?
Eine Maschine stürzte 1996 ab. Von den übrigen 23 gingen 22 an Polen, die letzten wurden im August 2004 überführt. Die MiG-29G 29+03 blieb in Deutschland und steht heute im Militärhistorischen Museum Berlin-Gatow. Einige der früher deutschen Maschinen gab Polen 2023 an die Ukraine weiter.
Welche Länder fliegen die MiG-29 noch?
In Europa nach den zuletzt verfügbaren Angaben (2025) vor allem Polen, Bulgarien, Serbien, Belarus, Russland und die Ukraine. Außerhalb Europas fliegen sie unter anderem Indien, Algerien und Ägypten. Bestände ändern sich laufend, prüf Stand Oktober 2026 im Zweifel aktuelle Meldungen.
Wie unterscheide ich MiG-29 und Su-27?
Beide haben zwei Seitenleitwerke und weit getrennte Triebwerke, aber die Su-27 ist mit rund 22 Metern deutlich länger und hat zwischen den Düsen einen langen „Stachel“. Die MiG-29 wirkt gedrungener, ihr Heck endet kurz hinter den Düsen.
Welchen ICAO-Typcode hat die MiG-29?
Im ICAO-Verzeichnis läuft die MiG-29 unter MG29. Im Alltag hilft dir das wenig, weil militärische Jets meist ohne zivilen Flugplan und oft ohne sichtbare Daten in Tracking-Diensten unterwegs sind.
Mikojan MiG-29 Fulcrum sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
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