Das Wichtigste in Kürze
- Die An-225 Mrija war das größte und schwerste Flugzeug, das je regelmäßig geflogen ist: 84 Meter lang, 88,4 Meter Spannweite, bis zu 640 Tonnen Startgewicht.
- Gebaut wurde sie für das sowjetische Raumfahrtprogramm, um die Raumfähre Buran und Teile der Energia-Rakete auf dem Rumpfrücken zu transportieren.
- Es gab nur ein fertiges Exemplar, die UR-82060. Eine zweite Zelle blieb in den Neunzigerjahren unvollendet stehen.
- Schnellster Erkennungsweg: sechs Triebwerke plus Doppelleitwerk – diese Kombination hatte kein anderes Flugzeug im kommerziellen Einsatz.
- Am 27. Februar 2022 wurde die Mrija während der Kämpfe um den Flughafen Hostomel bei Kiew zerstört. Ein Wiederaufbau ist angekündigt, ein belastbarer Termin aber offen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was war die Antonov An-225?
- 2.Vom Raumfahrt-Transporter zum Charterfrachter
- 3.Rekorde, die so schnell keiner bricht
- 4.So erkennst du die Mrija auf Fotos
- 5.An-225, An-124 oder doch etwas anderes?
- 6.Die Mrija in Deutschland
- 7.Zerstörung in Hostomel
- 8.Was Spotter heute noch sehen können
- 9.Alte Mrija-Fotos richtig dokumentieren
- 10.Häufige Fehlbestimmungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Antonov (Konstruktionsbüro in Kiew) |
|---|---|
| Familie | Vergrößerte Weiterentwicklung der An-124 Ruslan |
| ICAO-Typcode | A225 |
| Kennzeichen | CCCP-82060, später UR-82060 |
| Gebaute Exemplare | 1 fertiggestellt, eine zweite Zelle blieb unvollendet |
| Erstflug | 21. Dezember 1988 |
| Triebwerke | 6 × Progress D-18T, je rund 229,5 kN Schub |
| Länge | 84,0 m |
| Spannweite | 88,4 m |
| Höhe | 18,1 m |
| Frachtraum | rund 43,3 m lang, 6,4 m breit, 4,4 m hoch |
| Max. Startgewicht | 640 t (nach Modernisierung 2000/2001) |
| Reichweite | rund 4.000 km mit 200 t Fracht, rund 15.400 km mit maximalem Treibstoff |
| Reisegeschwindigkeit | rund 800 km/h |
| Besatzung | 6 im Cockpit |
| Fahrwerk | 32 Räder (28 am Haupt-, 4 am Bugfahrwerk) |
| Status | Am 27. Februar 2022 in Hostomel bei Kiew zerstört |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Sechs Triebwerke unter einem hoch angesetzten Flügel – drei auf jeder Seite
- Doppelleitwerk: zwei senkrechte Endscheiben an einem breiten, gepfeilten Höhenleitwerk statt einer einzelnen Seitenflosse
- Sehr langer Rumpf mit einer Nase, die sich zum Beladen nach oben klappen lässt; das Cockpit sitzt oberhalb des Frachtdecks
- Kein hinteres Frachttor und keine Heckrampe – anders als bei der An-124
- Ein ganzer Wald aus Rädern: 32 Räder, davon 28 am Hauptfahrwerk in langen Reihen unter dem Rumpf
- Halterungen auf dem Rumpfrücken, ursprünglich für Huckepack-Lasten wie die Buran-Raumfähre
Aktualisiert: Oktober 2026 – Wer sie einmal live gesehen hat, vergisst den Moment nicht: Sechs Triebwerke heulen gleichzeitig auf, ein Rumpf von 84 Metern rollt an, und hinten ragen zwei Seitenflossen in den Himmel. Die Antonov An-225 Mrija war über drei Jahrzehnte das Flugzeug, für das Spotter quer durch Europa gefahren sind. Seit Februar 2022 gibt es sie nicht mehr. Diese Seite erzählt, wie das Einzelstück entstand, was es konnte, wie du es auf alten Fotos sicher erkennst – und welche Riesen du heute stattdessen vor die Linse bekommst.
Deine Mrija gehört in den Hangar
Mit Planetrack postest du auch ältere Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen und Flughafen – und deine An-225 bekommt ihren festen Platz in deiner Sammlung. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was war die Antonov An-225?
Die An-225 war ein sechsstrahliger Schwerlasttransporter aus dem Kiewer Konstruktionsbüro Antonov. Den Auftrag gab die Sowjetunion in den Achtzigerjahren: Gesucht war ein Flugzeug, das die Raumfähre Buran und große Bauteile der Trägerrakete Energia vom Werk zum Startplatz bringen konnte – ähnlich wie die Amerikaner ihre Space Shuttles auf einer umgebauten Boeing 747 transportierten. Die Last war innen oder huckepack auf dem Rumpfrücken vorgesehen.
Statt ganz neu zu konstruieren, vergrößerte Antonov seinen bereits fliegenden Großfrachter, die An-124 Ruslan. Der Rumpf wurde vorn und hinten verlängert, der Flügelmittelteil vergrößert, sodass auf jeder Seite ein drittes Triebwerk Platz fand. Hinten bekam die Maschine ein komplett neues Doppelleitwerk. Die schwere Heckrampe der An-124 fiel weg, um Gewicht zu sparen; beladen wurde die An-225 nur über die hochklappbare Nase.
Der Erstflug fand am 21. Dezember 1988 statt. Schon im folgenden Sommer zeigte sich die Mrija auf der Pariser Luftfahrtschau 1989 mit einer Buran auf dem Rücken – ein Bild, das bis heute als eine der spektakulärsten Szenen der Luftfahrtgeschichte gilt. 1990 flog sie eine Vorführung in Farnborough.
Vom Raumfahrt-Transporter zum Charterfrachter
Mit dem Zerfall der Sowjetunion endete auch das Buran-Programm, und die Mrija verlor ihren Daseinszweck. Ab 1994 stand sie eingemottet in der Ukraine; ihre Triebwerke wurden ausgebaut und an An-124 weiterverwendet. Um die Jahrtausendwende entschied Antonov, das Einzelstück für den kommerziellen Schwerlastmarkt flottzumachen.
Nach einer Modernisierung stieg das zulässige Startgewicht von 600 auf 640 Tonnen. Am 23. Mai 2001 erhielt die An-225 ihre Musterzulassung für den zivilen Einsatz, am 3. Januar 2002 startete sie zu ihrem ersten kommerziellen Auftrag – und zwar in Stuttgart. Betreiber war Antonov Airlines, die das Flugzeug weltweit für Sonderfrachten vermietete: Generatoren, Turbinen, Bergbaumaschinen, Hilfsgüter.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1988 | Erstflug am 21. Dezember |
| 1989 | Auftritt in Paris mit der Raumfähre Buran auf dem Rumpfrücken |
| 1994 | Einlagerung, Triebwerke gehen an die An-124-Flotte |
| 2001 | Musterzulassung am 23. Mai, Weltrekord mit 253,82 t Nutzlast am 11. September |
| 2002 | Erster kommerzieller Flug ab Stuttgart am 3. Januar |
| 2009 | Damals schwerstes je per Luftfracht befördertes Einzelstück, ein Kraftwerksgenerator |
| 2010 | Längste Luftfracht: zwei Rotorblätter von je 42,1 m |
| 2020 | Hilfsflüge mit medizinischem Material aus China während der Corona-Pandemie |
| 2022 | Letzter Auftrag Anfang Februar, Zerstörung in Hostomel am 27. Februar |
Rekorde, die so schnell keiner bricht
Die An-225 hat im Lauf ihres Lebens weit über 200 Weltrekorde aufgestellt. Einige davon sind auch für Nicht-Techniker greifbar:
- 11. September 2001: Mit 253,82 Tonnen Nutzlast flog die Mrija einen 1.000-Kilometer-Rundkurs und stellte damit einen Rekord für die schwerste in einem Flugzeug transportierte Gesamtlast auf.
- August 2009: Ein Generator für ein Gaskraftwerk in Armenien galt damals als schwerstes Einzelstück, das je per Luftfracht befördert wurde. Je nach Quelle wog er zwischen 187 und knapp 190 Tonnen. Gestartet wurde in Deutschland, am Flughafen Frankfurt-Hahn.
- Juni 2010: Zwei Windkraft-Rotorblätter von je 42,1 Metern flogen von Tianjin in China nach Dänemark – die längsten Teile, die je per Luftfracht transportiert wurden.
Der Frachtraum maß rund 43 Meter in der Länge, 6,4 Meter in der Breite und 4,4 Meter in der Höhe.
Warum zwei Seitenflossen?
Bei Huckepack-Lasten wie der Buran entstehen hinter der Last starke Luftverwirbelungen. Eine einzelne Seitenflosse in der Rumpfmitte hätte genau in diesem gestörten Luftstrom gestanden. Die beiden Endscheiben außen am breiten Höhenleitwerk liegen dagegen in ruhigerer Luft und bleiben wirksam.
So erkennst du die Mrija auf Fotos
Live wirst du die An-225 nicht mehr sehen, auf Fotos, in Videos und in alten Logbüchern taucht sie aber ständig auf. Gerade bei Bildern aus großer Entfernung oder schlechter Qualität verwechseln Einsteiger sie gern mit der An-124. Drei Blicke reichen für eine sichere Bestimmung.
Triebwerke zählen
Sechs Triebwerke unter dem Flügel, drei pro Seite – das hatte kein anderes Frachtflugzeug im regulären Einsatz. Die An-124 und die meisten anderen Großfrachter haben vier.
Aufs Heck schauen
Zwei senkrechte Flossen an den Enden eines breiten Höhenleitwerks: Das ist das eindeutigste Merkmal der An-225. Die An-124 trägt eine einzelne, hohe Seitenflosse.
Fahrwerk und Rumpf prüfen
Unter dem Rumpf reihen sich auf jeder Seite sieben Doppelräder am Hauptfahrwerk aneinander. Dazu wirkt der Rumpf noch gestreckter als bei der An-124, und eine Heckrampe fehlt.
Die letzte Bestätigung liefert wie immer das Kennzeichen. Die Mrija trug zu Sowjetzeiten die Registrierung CCCP-82060, später UR-82060. Steht diese Kennung auf dem Rumpf, ist die Sache klar – ein zweites Exemplar hat nie abgehoben. Mehr dazu, wie Kennzeichen aufgebaut sind und was das Präfix UR verrät, liest du in den Beiträgen zu Flugzeugkennzeichen und Länderkennungen.
An-225, An-124 oder doch etwas anderes?
Wer ein großes Frachtflugzeug mit hoch angesetztem Flügel sieht, hat mehrere Kandidaten im Kopf. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen – auch bei alten Fotos.
Schnellbestimmung: Großfrachter mit Schulterflügel
Antonov An-225 Mrija
Sechs Triebwerke und Doppelleitwerk – das war nur die Mrija. Prüf zur Sicherheit das Kennzeichen: Passend sind nur UR-82060 oder CCCP-82060.
Antonov An-124 Ruslan
Vier Triebwerke, einzelne Seitenflosse, Bug- und Heckbeladung: Das ist das Basismodell, aus dem die Mrija entstand – und es fliegt bis heute.
Iljuschin Il-76
T-Leitwerk und ein deutlich kürzerer Rumpf sprechen für die Il-76, einen der verbreitetsten Militär- und Frachttransporter aus sowjetischer Konstruktion.
Auch die Iljuschin Il-76 und die Lockheed C-130 Hercules haben einen Schulterflügel, sind aber viel kleiner. Bei Passagierjets wie der Airbus A380 oder der Boeing 747-8 sitzt der Flügel dagegen unten am Rumpf – Verwechslungen sind dort kaum möglich. Einen allgemeinen Überblick über Frachter liefert der Guide Frachtflugzeuge erkennen.
Die Mrija in Deutschland
Für deutsche Spotter war die An-225 nie ein Alltagsgast, aber auch keine Unbekannte. Ihr erster kommerzieller Auftrag startete am 3. Januar 2002 am Flughafen Stuttgart. 2009 hob sie mit dem Rekordgenerator vom Flughafen Frankfurt-Hahn ab. Und am Flughafen Leipzig/Halle war sie mehrfach zu Gast, um Kraftwerksturbinen zu verladen.
Solche Besuche zogen regelmäßig viele Schaulustige an. Die Maschine war groß genug, um auch aus großer Entfernung beeindruckend zu wirken, und ihre Ankünfte sprachen sich in Foren und Tracking-Communities schnell herum. Viele Spotter kennen den Typ nur von solchen Sondereinsätzen – entsprechend wertvoll sind die Fotos, die damals entstanden sind.
Leipzig spielt bis heute eine Rolle in der Geschichte: Laut Medienberichten gab es vor der Invasion die Empfehlung, die Mrija vorsorglich nach Leipzig zu verlegen. Dazu kam es nicht. Ukrainische Ermittler warfen später der damaligen Antonov-Führung Fahrlässigkeit vor.
Zerstörung in Hostomel
Anfang Februar 2022 flog die An-225 ihren letzten Auftrag: Corona-Testkits von Tianjin in China über Bischkek nach Billund in Dänemark. Am 5. Februar kehrte sie zu ihrer Heimatbasis zurück, dem Werksflughafen Hostomel (Antonov Airport) nordwestlich von Kiew. Dort stand sie in ihrem Hangar.
Mit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 wurde der Flughafen Hostomel zum Schauplatz schwerer Kämpfe. Am 27. Februar 2022 wurde bekannt, dass die Mrija dabei zerstört worden war; der Hangar war in Brand geraten. Erste Bilder des Wracks erschienen Anfang März, nach dem Abzug der russischen Truppen folgten Luftaufnahmen.
Wiederaufbau: viele Zahlen, wenig Gewissheit
Antonov bestätigte im November 2022 Pläne für eine neue Mrija und nannte rund 500 Millionen US-Dollar. Ukroboronprom sprach von über drei Milliarden Dollar und mindestens fünf Jahren. Grundlage könnte die unvollendete zweite Zelle sein, die seit den Neunzigern in Kiew lagert. Einen bestätigten Termin für einen Erstflug gab es bei Redaktionsschluss im Oktober 2026 nicht – behandle Meldungen dazu mit Vorsicht, bis Antonov selbst sie bestätigt.
Was Spotter heute noch sehen können
Die Mrija selbst ist Geschichte. Ein paar ihrer Spuren lassen sich aber noch erleben – und einige Riesen fliegen weiter.
Die An-124 in Leipzig
Nach den Kämpfen um Hostomel hat Antonov Airlines ihre verbliebenen An-124 nach Leipzig/Halle verlegt. Von der Besucherterrasse in Leipzig/Halle hast du Chancen auf die direkte Vorgängerin der Mrija – mit vier statt sechs Triebwerken, aber fast gleichem Rumpfquerschnitt.
Die Buran in Speyer
Die Fracht, für die die An-225 gebaut wurde, kannst du im Technik Museum Speyer anschauen: Dort steht das Erprobungsexemplar OK-GLI des Buran-Raumgleiters.
Andere Giganten
Die Airbus Beluga XL rund um Hamburg-Finkenwerder, die A380 und die letzten Jumbos sind die größten Flugzeuge, die du heute regelmäßig siehst. Tipps dazu findest du bei den seltenen Flugzeugen und im Guide zu Finkenwerder.
Keine An-124 mehr verpassen
Setz die An-124 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine Leipzig oder deinen Heimatflughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Seltene Gäste wie die An-124 kommen nicht nach Plan, sondern nach Auftrag. Halte daher Flugverfolgung und Flugplan im Blick; wie das mit ADS-B funktioniert, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Wo du dich am Flughafen legal hinstellen darfst, klärt der Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.
Alte Mrija-Fotos richtig dokumentieren
Viele Spotter haben irgendwo noch Bilder der An-225 auf der Festplatte oder sogar auf Dia. Diese Aufnahmen sind heute echte Zeitdokumente. Ein paar Punkte machen sie wertvoller:
Ist deine Mrija-Sichtung vollständig erfasst?
- Datum und Flughafen der Sichtung
- Kennzeichen (UR-82060 oder CCCP-82060)
- Anlass, etwa Airshow, Frachtauftrag oder Hilfsflug
- Originaldatei oder Scan in voller Auflösung gesichert
Wie du Sichtungen systematisch festhältst, zeigt der Beitrag zum Spotter-Logbuch. Für ältere oder verrauschte Aufnahmen lohnt ein Blick in den Guide Flugzeugfotos bearbeiten.
Häufige Fehlbestimmungen
Es ist die An-225, wenn …
- du sechs Triebwerke unter einem Schulterflügel zählst
- das Heck zwei Seitenflossen trägt
- das Kennzeichen UR-82060 oder CCCP-82060 lautet
Sieh genauer hin, wenn …
- das Foto nur die Front zeigt – dann sehen An-124 und An-225 fast gleich aus
- Triebwerke im Gegenlicht oder Dunst verschwimmen
- die Bildbeschreibung „größtes Flugzeug“ sagt, aber nichts weiter
Es ist keine An-225, wenn …
- eine einzelne Seitenflosse am Heck sitzt
- eine Heckrampe offen steht
- das Foto nach Februar 2022 und nicht in Hostomel entstanden ist
Wie stark solche Riesen die Luft hinter sich aufwirbeln und warum Lotsen hinter ihnen größere Abstände einplanen, erklärt der Beitrag zu Wirbelschleppen und Staffelung.
Fazit
Die An-225 Mrija war ein Flugzeug, das es eigentlich nie hätte geben müssen: gebaut für ein Raumfahrtprogramm, das kurz darauf endete, jahrelang eingemottet und dann doch zum gefragtesten Schwerlastfrachter der Welt geworden. Für Spotter war jede Landung ein Ereignis, und das bleibt sie in der Erinnerung. Heute zählen alte Fotos, die An-124 als nächste Verwandte und die Hoffnung auf einen Wiederaufbau.
Kurzfazit
Sechs Triebwerke, Doppelleitwerk, 32 Räder und das Kennzeichen UR-82060: Das war die An-225. Das einzige Exemplar wurde 2022 in Hostomel zerstört. Wer heute einen Hauch Mrija erleben will, fährt nach Leipzig zur An-124 oder nach Speyer zur Buran.
Zusammenfassung
- Die An-225 entstand aus der An-124: längerer Rumpf, größerer Flügelmittelteil, zwei zusätzliche Triebwerke und ein neues Doppelleitwerk.
- Nach dem Ende des Buran-Programms stand sie jahrelang still, wurde modernisiert und flog ab Januar 2002 kommerziell für Antonov Airlines – der erste Auftrag startete in Stuttgart.
- Sie stellte zahlreiche Weltrekorde auf, etwa 253,82 Tonnen Nutzlast im Jahr 2001 und die längsten je per Luftfracht beförderten Einzelteile im Jahr 2010.
- Heute kannst du sie nicht mehr spotten. Die engste Verwandte, die An-124, fliegt aber weiter – Antonov Airlines betreibt sie seit 2022 vom Flughafen Leipzig/Halle aus.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Name „Mrija“?
„Mrija“ (ukrainisch Мрія, oft auch „Mriya“ geschrieben) heißt auf Deutsch Traum. Im NATO-Sprachgebrauch lief die An-225 unter dem Codenamen „Cossack“.
War die An-225 das größte Flugzeug der Welt?
Gemessen an Startgewicht und Länge war sie das größte Flugzeug, das je in Dienst stand: 640 Tonnen maximales Startgewicht und 84 Meter Länge. Bei der Spannweite gibt es Konstruktionen mit noch größeren Flügeln, etwa den Stratolaunch-Träger. Mehr Vergleiche findest du im Beitrag zu den größten Flugzeugen der Welt.
Wie viele An-225 wurden gebaut?
Fertiggestellt wurde genau eine Maschine, das Kennzeichen lautete zuletzt UR-82060. Eine zweite Zelle wurde Ende der Achtzigerjahre begonnen, nach dem Zerfall der Sowjetunion aber nicht fertig gebaut. Berichten zufolge war sie zu etwa 60 bis 70 Prozent fertig.
Wie wurde die An-225 zerstört?
Die Maschine stand Ende Februar 2022 in ihrem Hangar am Flughafen Hostomel (Antonov Airport) nordwestlich von Kiew. Während der Kämpfe um den Flughafen nach Beginn der russischen Invasion geriet der Hangar in Brand; die Zerstörung wurde am 27. Februar 2022 bekannt.
Wird die An-225 wieder aufgebaut?
Antonov hat im November 2022 Pläne für einen Neuaufbau bestätigt, damals mit Kosten von rund 500 Millionen US-Dollar. Der staatliche Rüstungskonzern Ukroboronprom nannte dagegen über drei Milliarden Dollar und mindestens fünf Jahre. Ein bestätigter Termin für einen Erstflug lag bei Redaktionsschluss (Oktober 2026) nicht vor.
Welchen ICAO-Typcode hatte die An-225?
Die An-225 lief unter dem Typcode A225. Wenn du alte Sichtungen in Datenbanken oder Logbüchern suchst, ist das der richtige Filter. Wie Typcodes allgemein aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu IATA- und ICAO-Codes.
Wie unterscheide ich die An-225 von der An-124?
Die An-124 hat vier Triebwerke, eine einzelne Seitenflosse und eine Heckrampe zum Beladen. Die An-225 hatte sechs Triebwerke, ein Doppelleitwerk und kein hinteres Frachttor. Sie war außerdem rund 15 Meter länger.
War die An-225 auch in Deutschland?
Ja, mehrfach. Ihr erster kommerzieller Auftrag startete am 3. Januar 2002 in Stuttgart. 2009 flog sie von Frankfurt-Hahn einen Generator für ein Kraftwerk nach Armenien, und vom Flughafen Leipzig/Halle aus beförderte sie mehrfach Kraftwerksturbinen.
Antonov An-225 Mrija sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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