Das Wichtigste in Kürze
- Evergreen International Airlines war eine historische US-Frachtairline aus McMinnville in Oregon, aktiv von 1975 bis Ende 2013.
- Codes: IATA EZ, ICAO EIA, Rufzeichen „EVERGREEN“.
- Rückgrat der Flotte war die Boeing 747 – von alten 747-100 bis zu umgebauten 747-400-Frachtern, eingesetzt nach Asien, im Militärcharter und für Ad-hoc-Fracht.
- Zwei Sonderrollen machten Evergreen bekannt: die ersten Jahre der Boeing Dreamlifter (bis 2010) und der 747 Supertanker für die Waldbrandbekämpfung.
- Das Erbe in Oregon: Gründer Delford Smith baute in McMinnville das Museum auf, in dem bis heute die Spruce Goose steht.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Evergreen im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Die Flotte: Jumbo-Frachter und vieles mehr
- 4.Wo Evergreen flog: Asien, Militär und Ad-hoc-Charter
- 5.Die Dreamlifter-Jahre
- 6.Der Supertanker: ein Jumbo gegen Waldbrände
- 7.Geheimdienst-Gerüchte und Pinal Airpark
- 8.Zwischenfälle in der Geschichte
- 9.Das Ende 2013
- 10.Das Erbe: das Museum in McMinnville
- 11.Alte Evergreen-Fotos richtig einordnen
- 12.Häufige Verwechslungen
- 13.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | EZ |
|---|---|
| ICAO-Code | EIA |
| Rufzeichen | EVERGREEN |
| Drehkreuze | JFK, HKG |
| Status | Historisch – Flugbetrieb Ende 2013 eingestellt, Insolvenz nach Chapter 7 am 31. Dezember 2013 |
| Geschäftsmodell | Fracht- und Charterairline: Linienfracht nach Asien, Ad-hoc-Charter, Flüge für das US-Militär und Einsätze für UN-Friedensmissionen |
| Sitz | McMinnville, Oregon, USA |
| Entstehung | 1975 aus dem übernommenen Betriebszeugnis von Johnson Flying Service und der Intermountain Aviation; Betriebsstart am 28. November 1975 |
| Gründer | Delford M. Smith (1930–2014), der 1960 mit Evergreen Helicopters begann |
| Dachgesellschaft | Evergreen International Aviation, gegründet 1979 |
| Drehkreuze | New York-JFK und Hongkong |
| Prägende Typen | Boeing 747 vom -100 bis zum -400 als Frachter, dazu früher Douglas DC-8, DC-9, Boeing 727-100F, Convair CV-580 und Lockheed Electra |
| Sonderprojekte | 747-400LCF Dreamlifter für Boeing (bis 2010), 747 Supertanker zur Waldbrandbekämpfung |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Evergreen International Airlines?
- Fast immer eine Boeing 747 – meist als reiner Frachter ohne Kabinenfenster oder als umgebauter Passagierjet mit verschlossenen Fenstern
- Schriftzug „Evergreen“ am Rumpf; viele Jumbos trugen US-Kennzeichen mit der Endung EV, etwa N470EV, N473EV oder N479EV
- Auf alten Aufnahmen auch Douglas DC-8, DC-9 und Boeing 727-100F im Frachtverkehr
- Der Supertanker war ein Jumbo mit Sprühdüsen unter dem Rumpf, der Löschmittel im Tiefflug abwarf – kein normaler Frachter
- Die Dreamlifter trugen keine Evergreen-Optik, sondern das Design von Boeing, wurden bis 2010 aber von Evergreen geflogen
- Im Funk und auf alten Flugplänen: Rufzeichen „EVERGREEN“, ICAO-Code EIA
Ein Jumbo, der im Tiefflug über einen brennenden Hang zieht und eine rote Wolke hinter sich herzieht: Mit diesem Bild wurde Evergreen International Airlines auch außerhalb der Frachtszene bekannt. Im Alltag war die Airline aus Oregon aber vor allem eines – ein Betreiber alter und umgebauter Boeing 747, die Fracht nach Asien, für das US-Militär und für Kunden auf der ganzen Welt flogen. Dazu kamen die ersten Jahre der Dreamlifter, eine Geschichte voller Gerüchte über Geheimdienstkontakte und ein Museum mit dem größten Holzflugzeug der Welt. Hier bekommst du den Überblick und erfährst, wie du alte Evergreen-Aufnahmen einordnest.
Frachtgeschichte im Hangar
Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so landen auch alte Dias eines Evergreen-Jumbos sauber sortiert in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Evergreen im Überblick
Evergreen International Airlines war eine US-amerikanische Fracht- und Charterairline mit Sitz in McMinnville, einer Kleinstadt im Weinbaugebiet südwestlich von Portland in Oregon. Die Airline gehört zur Geschichte: Ende 2013 stellte sie den Flugbetrieb ein, am 31. Dezember 2013 beantragte sie die Liquidation.
Hinter Evergreen stand ein Mann: Delford M. Smith. Der Korea-Veteran gründete 1960 in McMinnville die Firma Evergreen Helicopters – mit einem einzigen Hubschrauber vom Typ Hiller UH-12. Aus diesem Start wuchs über die Jahrzehnte ein ganzer Konzern mit Hubschraubern, Frachtjets, Wartungsbetrieb und Museum. Smith starb im November 2014, knapp ein Jahr nach dem Ende seiner Airline.
Der Weg ins Jet-Geschäft begann 1975. Evergreen übernahm das Betriebszeugnis der Johnson Flying Service und verschmolz es mit der Intermountain Aviation. So entstand eine Charterairline, die am 28. November 1975 den Betrieb aufnahm. 1979 bündelte Smith seine Firmen unter dem Dach der Evergreen International Aviation, der die Airline vollständig gehörte.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code EZ: stand in den Flugnummern der Linienfracht, etwa auf Frachtbriefen und in Flugplänen.
- ICAO-Code EIA: stand im Flugplan der Flugsicherung und in alten Tracking-Daten.
- Rufzeichen EVERGREEN: so meldeten sich die Crews im Funk – einfacher geht es kaum.
Weil Evergreen viel im Auftrag anderer flog, tauchten die Jumbos nicht immer unter dem eigenen Code auf. Bei Militärflügen, Wet-Lease-Einsätzen für andere Airlines oder Sonderaufträgen lohnt es sich, auf alten Fotos vor allem das Kennzeichen festzuhalten.
Die Flotte: Jumbo-Frachter und vieles mehr
Evergreen war über die Jahre ein bunter Betrieb. In den Anfangsjahren flogen Turboprops vom Typ Lockheed Electra und Convair CV-580, ab 1976 auch DC-8 und DC-9; ab 1979 kamen Boeing 727-100F dazu. Das Gesicht der Airline war aber ab 1988 die Boeing 747.
| Typ | Rolle bei Evergreen | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Boeing 747-100 | Frachter, meist umgebaute Passagierjets | Kurzes Oberdeck mit wenigen Fenstern, frühe Jumbos |
| Boeing 747-200 | Frachter, im Einsatz etwa 1994 bis 2012 | Prototyp des Supertankers basierte auf einer 747-200 |
| Boeing 747-400F und umgebaute 747-400 | Spätphase bis 2013 | Winglets und kurzes Oberdeck beim echten Frachter |
| Boeing 747-400LCF Dreamlifter | Betrieb für Boeing bis 2010 | Bauchiger Rumpf, Boeing-Design statt Evergreen-Optik |
| Douglas DC-8 | Fracht von 1976 bis Ende der 1990er-Jahre | Vierstrahliger Schmalrumpf |
| DC-9 | Frachtflüge, unter anderem für die US Air Force | Heckantrieb, Frachttor an der Seite |
Gerade bei den 747 stammten viele Maschinen aus zweiter oder dritter Hand. Ausgemusterte Passagier-Jumbos wurden zu Frachtern umgebaut, bekamen ein großes Seitentor und flogen danach noch viele Jahre. Wie du einen ab Werk gebauten Frachter von einem Umbau unterscheidest, erklärt der Guide Frachtflugzeuge erkennen. Und welche Generation du vor dir hast, zeigt Boeing 747-100 bis 747-8 erkennen.
Das EV-Kennzeichen als Spur
Viele Evergreen-Jumbos trugen N-Kennzeichen mit der Endung EV, etwa N470EV oder N479EV. Wenn du alte Fotos sortierst, ist die Endung ein guter erster Hinweis – prüfen solltest du die Zuordnung aber immer über ein Register. Wie das geht, steht im Artikel zum Sammeln von Registrierungen.
Wo Evergreen flog: Asien, Militär und Ad-hoc-Charter
Als Drehkreuze nennt die Airline-Geschichte New York-JFK und Hongkong. Im Linienfrachtverkehr verband Evergreen vor allem die USA mit Asien. Solche Strecken über den Pazifik liefen typischerweise über Anchorage – wie bei fast allen US-Jumbo-Frachtern dieser Zeit. Wer in Alaska spottet, kennt das bis heute: Am Flughafen Anchorage machen Frachter aus aller Welt Tankstopp, und der Strand am Point Woronzof ist der klassische Platz dafür.
Neben der Linienfracht lebte Evergreen von Aufträgen: Flüge für das US-Militär, Flüge für Friedensmissionen der Vereinten Nationen und Ad-hoc-Charter für alles, was schwer, sperrig oder eilig war. Die Konzernschwester Evergreen Helicopters war zudem für Behörden und Industrie unterwegs, etwa beim Bau der Trans-Alaska-Pipeline und nach dem Hurrikan Katrina.
Die Dreamlifter-Jahre
Für Boeing übernahm Evergreen eine besonders ungewöhnliche Aufgabe: den Betrieb der Boeing 747-400LCF Dreamlifter. Die drei stark umgebauten Jumbos mit ihrem aufgeblähten Rumpf bringen Rumpfsektionen und Flügel der 787 aus Japan, Italien und den USA zur Endmontage. Evergreen flog sie in der Anlaufphase des 787-Programms; im September 2010 ging der Auftrag an Atlas Air.
Für Spotter ist das eine Falle beim Sortieren alter Fotos: Die Dreamlifter trugen auch unter Evergreen das Design von Boeing. Ein Dreamlifter-Foto aus dieser Zeit ist also eine Evergreen-Sichtung, obwohl kein Evergreen-Schriftzug zu sehen ist – nur Datum und Betreiber verraten es.
Seltene Jumbos nicht verpassen
Richte Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen wie den Dreamlifter oder ganze Frachtairlines ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie bei dir anfliegen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Der Supertanker: ein Jumbo gegen Waldbrände
Die spektakulärste Idee aus McMinnville war der Evergreen Supertanker: eine Boeing 747, die statt Fracht Wasser oder Feuerschutzmittel trägt und im Tiefflug über Brandgebieten ablässt. Mit bis zu rund 19.600 US-Gallonen – etwa 74.000 Litern – nahm der Supertanker ein Vielfaches dessen auf, was klassische Löschflugzeuge wie die Canadair CL-415 laden. Er gilt als das größte Löschflugzeug seiner Zeit.
Der Weg dorthin dauerte:
2004: Erstflug des Prototyps
Der erste Umbau auf Basis einer 747-200 mit dem Kennzeichen N470EV hob am 19. Februar 2004 ab. In den Einsatz kam er nie.
2006: Zulassung
Im Oktober 2006 erteilte die US-Luftfahrtbehörde FAA die Ergänzungszulassung für den Umbau.
2009: Erster Einsatz
Die zweite Maschine, eine 1971 für Delta gebaute 747-100 mit dem Kennzeichen N479EV, löschte 2009 zuerst in Spanien und am 31. August 2009 beim Oak Glen Fire in Kalifornien.
2010 und 2011: Bekannte Einsätze
Im Dezember 2010 half der Supertanker beim Großbrand am Berg Karmel in Israel, im Juni 2011 beim Wallow Fire in Arizona.
Mit dem Ende der Airline endete auch der Supertanker in seiner ursprünglichen Form. Die N479EV wurde später verwertet und im Juli 2017 zerlegt. Die Idee aber lebte weiter: Ein neuer Betreiber, Global SuperTanker Services, kaufte die Rechte und baute eine frühere 747-400 von Japan Airlines zum Löschflugzeug um. Diese Maschine löschte bis 2021 und ging danach an National Airlines, die sie wieder zum Frachter umbauen ließ.
Was für den Jumbo-Löscher sprach
- Enorme Menge Löschmittel in einem Überflug
- Hohe Reisegeschwindigkeit für weit entfernte Brände
- Lange Löschlinien statt vieler kleiner Abwürfe
Was dagegen sprach
- Braucht lange, feste Pisten und große Tankanlagen für das Löschmittel
- Hohe Kosten pro Flugstunde
- Weniger wendig als kleinere Tanker in engen Tälern
Geheimdienst-Gerüchte und Pinal Airpark
Kaum eine Airline-Geschichte ist so von Gerüchten umgeben wie die von Evergreen. Die Wurzeln reichen zur Intermountain Aviation, die in der Literatur immer wieder mit der CIA in Verbindung gebracht wird. Belegt ist, dass Evergreen Vermögenswerte von Air America übernahm – jener Airline, die im Vietnamkrieg für die CIA in Südostasien flog. Dazu gehörte der weitläufige Pinal Airpark bei Marana in Arizona, ein Platz für Wartung und Abstellung großer Flugzeuge. Evergreen verkaufte ihn 2011.
Delford Smith selbst bestritt in einem Interview 1988, für den Geheimdienst gearbeitet zu haben. Eine Eigentümerschaft der CIA an der Airline ist nicht belegt. Für dich als Spotter bleibt vor allem der Pinal Airpark interessant: Er gehört bis heute zu den Wüstenplätzen, auf denen Jets abgestellt werden. Mehr über solche Orte steht im Artikel über Flugzeugfriedhöfe und Boneyards.
Zwischenfälle in der Geschichte
Wie viele Frachtairlines mit alter Flotte erlebte auch Evergreen Zwischenfälle. Drei sind gut dokumentiert:
- 18. März 1989: Bei einem DC-9-Frachtflug in Texas öffnete sich kurz nach dem Start das Frachttor. Die Maschine stürzte bei Saginaw ab, beide Piloten kamen ums Leben. Laut NTSB war das Tor nicht vollständig verriegelt, die Markierungen der Verriegelungsanzeige waren falsch angebracht, und die Warnleuchte im Cockpit sprach wegen eines Konstruktionsmangels nicht an.
- 12. Dezember 1991: Eine 747-100 (N475EV) geriet auf einem Frachtflug plötzlich in eine steile Spirale und verlor über 10.000 Fuß an Höhe. Die Crew fing die Maschine ab und landete sicher in Duluth.
- 31. März 1993: Bei Anchorage riss sich in starken Turbulenzen ein Triebwerk von einer 747-100 (N473EV) los, die als Frachtflug für Japan Air Lines unterwegs war. Die Maschine landete sicher, wurde repariert und flog noch bis 2001. Filmfans kennen sie aus „Stirb langsam 2“.
Das Ende 2013
2013 war die Lage ernst. Der Dreamlifter-Auftrag war seit 2010 weg, die Flotte alt. 2013 verkaufte der Konzern zudem die Hubschraubersparte an Erickson Air-Crane. Im November 2013 kündigte Evergreen die Schließung der Airline zum Monatsende an – nach anfänglichem Dementi. Die letzten Flüge fanden Anfang Dezember statt, am 31. Dezember 2013 folgte der Antrag auf Liquidation nach Chapter 7. 2014 begann die Abwicklung, auch der Firmensitz in McMinnville kam zum Verkauf.
Damit verschwand eine der bekanntesten unabhängigen Jumbo-Frachtairlines der USA. Ihre Rolle im Markt übernahmen andere: Kalitta Air, Atlas Air mit Polar Air Cargo und kleinere Spezialisten wie Western Global Airlines. In der Reihe historischer US-Jumbo-Frachter steht Evergreen neben der Flying Tiger Line und der Charter-Legende World Airways.
Evergreen-Spuren findest du heute …
- im Museum in McMinnville mit 747 und Spruce Goose
- in alten Dia- und Fotosammlungen, vor allem aus Anchorage, New York und Asien
- in Registerdaten früherer Evergreen-Jumbos, die bei anderen Betreibern weiterflogen
Keine Chance mehr auf …
- eine Live-Sichtung unter Evergreen-Flugnummer – die Airline fliegt seit Ende 2013 nicht mehr
- den Original-Supertanker N479EV, der 2017 zerlegt wurde
Das Erbe: das Museum in McMinnville
Das sichtbarste Erbe von Evergreen steht direkt gegenüber dem früheren Firmensitz. 1991 gründeten Delford Smith und sein Sohn Michael King Smith das Museum, das jahrzehntelang als Evergreen Aviation & Space Museum bekannt war. 1992 kaufte Smith die Hughes H-4 Hercules, besser bekannt als Spruce Goose. Sie kam 1993 in Teilen nach Oregon und ist seit 2001 in der großen Halle zu sehen. Ihre Geschichte erzählt der Artikel über die Spruce Goose.
Nach der Insolvenz des Konzerns geriet auch das Museum in Schwierigkeiten, einige Flugzeuge wurden versteigert. Inzwischen steht es wieder auf festeren Beinen und trägt seit August 2026 den Namen North American Aerospace Museum. Für Jumbo-Fans gibt es dort eine Boeing 747 zu sehen – ein schöner Gruß an die Airline, die mit diesem Typ groß wurde.
Achtung Verwechslung
Evergreen International Airlines hat nichts mit der Reederei Evergreen Marine oder mit EVA Air aus Taiwan zu tun, die zur gleichnamigen taiwanischen Evergreen Group gehört. Die US-Airline aus Oregon war ein eigenständiges Unternehmen.
Alte Evergreen-Fotos richtig einordnen
Wenn du alte Aufnahmen digitalisierst oder in einer Sammlung findest, hilft dir dieser Ablauf:
Typ bestimmen
747-100, -200 oder -400? Länge des Oberdecks, Winglets und Triebwerke geben den Ausschlag.
Kennzeichen lesen
N-Kennzeichen mit EV am Ende sind ein Hinweis auf Evergreen, aber kein Beweis.
Datum prüfen
Dreamlifter bis 2010, Supertanker ab 2009, Ende des Flugbetriebs Ende 2013 – das Datum entscheidet über den Betreiber.
Sauber notieren
Halte Betreiber, Kennzeichen und Ort getrennt fest. So bleibt die Sichtung auch bei Wet-Lease-Einsätzen eindeutig.
Für den Blick zurück lohnt auch die Geschichte der Boeing 747 und der Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
Häufige Verwechslungen
- Evergreen mit EVA Air verwechseln – EVA Air gehört zur taiwanischen Evergreen Group, die US-Frachtairline hatte damit nichts zu tun.
- Jeden Dreamlifter Atlas Air zuschreiben – bis 2010 flog Evergreen die Maschinen.
- Den Global SuperTanker für den Evergreen-Supertanker halten – der spätere Löschjumbo war eine 747-400 eines anderen Betreibers, der Evergreen-Supertanker eine 747-100.
- EZ für easyJet halten – easyJet nutzt U2, der Code EZ gehörte zu Evergreen.
- CIA-Airline als Tatsache notieren – belegt sind Air-America-Übernahmen, nicht eine Eigentümerschaft des Geheimdienstes.
Dein Jumbo-Archiv
Poste alte und neue 747-Fotos mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, sammle sie in deinem Hangar und teile Fundstücke mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Evergreen International Airlines war mehr als eine Frachtairline: ein Familienimperium aus Oregon, ein Jumbo-Betreiber mit Wurzeln in einer Hubschrauberfirma, Partner von Boeing beim Dreamlifter und Erfinder des Supertankers. Ende 2013 war Schluss, doch in Sammlungen, Registerdaten und im Museum in McMinnville lebt die Airline weiter.
Kurzfazit
Evergreen (IATA EZ, ICAO EIA) war eine historische US-Frachtairline aus McMinnville, die von 1975 bis Ende 2013 flog. Bekannt wurde sie durch ihre Boeing-747-Frachter, die frühen Dreamlifter-Jahre und den Supertanker zur Waldbrandbekämpfung.
Zusammenfassung
- Evergreen ist ein reines Archiv-Thema: Seit Ende 2013 fliegt keine Maschine mehr unter dem Namen, Fotos findest du nur noch in Sammlungen und alten Logbüchern.
- Die Airline steht für die Ära der umgebauten Jumbo-Frachter, in der US-Gesellschaften ausgemusterte Passagier-747 zu Frachtern machten.
- Der Supertanker zeigte, dass auch ein Jumbo Waldbrände bekämpfen kann – er war Vorbild für den späteren Global SuperTanker auf Basis einer 747-400.
- Wer heute nach McMinnville fährt, sieht im Museum eine 747 und die Spruce Goose – die sichtbarsten Spuren des Evergreen-Imperiums.
Häufige Fragen
Welche Codes hatte Evergreen International Airlines?
Evergreen flog mit dem IATA-Code EZ und dem ICAO-Code EIA. Im Funk meldete sich die Crew mit dem Rufzeichen „EVERGREEN“. Die Flugzeuge trugen US-Kennzeichen (N-Kennzeichen), bei vielen 747 mit der Endung EV.
Wann gab es Evergreen International Airlines?
Die Airline nahm am 28. November 1975 den Betrieb auf. Im November 2013 kündigte Evergreen die Schließung zum Monatsende an, die letzten Flüge fanden Anfang Dezember 2013 statt. Am 31. Dezember 2013 folgte der Antrag auf Liquidation nach Chapter 7 vor einem Insolvenzgericht in Delaware.
Was war der Evergreen Supertanker?
Ein zum Löschflugzeug umgebauter Boeing-747-Jumbo. Er konnte bis zu rund 19.600 US-Gallonen, also etwa 74.000 Liter Wasser oder Feuerschutzmittel, aufnehmen und gilt als das größte Löschflugzeug seiner Zeit. Der erste Umbau auf Basis einer 747-200 (N470EV) flog 2004 erstmals, kam aber nicht in den Einsatz. Im Dienst stand die zweite Maschine, eine 747-100 mit dem Kennzeichen N479EV.
Wo war der Supertanker im Einsatz?
Der erste Einsatz führte 2009 nach Spanien zu einem Brand in der Provinz Cuenca. Am 31. August 2009 flog die Maschine erstmals in den USA, beim Oak Glen Fire in Kalifornien. Bekannt wurden außerdem der Einsatz beim Brand am Berg Karmel in Israel im Dezember 2010 und beim Wallow Fire in Arizona im Juni 2011.
Was hatte Evergreen mit dem Dreamlifter zu tun?
Boeing ließ die drei Boeing 747-400LCF Dreamlifter, die Großbauteile für die 787 transportieren, anfangs von Evergreen betreiben. Im September 2010 ging dieser Auftrag an Atlas Air. Die Maschinen trugen auch unter Evergreen das Design von Boeing.
Stimmt es, dass Evergreen Verbindungen zur CIA hatte?
Darüber wird seit Jahrzehnten berichtet. Belegt ist, dass Evergreen Vermögenswerte von Air America übernahm, die im Vietnamkrieg für die CIA geflogen war, darunter den großen Wartungs- und Abstellplatz Pinal Airpark in Arizona. Delford Smith selbst bestritt eine Arbeit für den Geheimdienst. Eine Eigentümerschaft der CIA ist nicht belegt.
Was ist das Evergreen Aviation & Space Museum?
Das Museum in McMinnville wurde 1991 von Delford Smith und seinem Sohn Michael King Smith gegründet. Bekanntestes Exponat ist die Hughes H-4 Hercules, die „Spruce Goose“. Nach der Pleite des Evergreen-Konzerns geriet auch das Museum in Schwierigkeiten, stabilisierte sich aber; seit August 2026 heißt es North American Aerospace Museum.
Warum ging Evergreen pleite?
Als Grund für die Schließung nannte Evergreen finanzielle Schwierigkeiten. Schon 2010 war mit dem Dreamlifter-Auftrag ein wichtiges Geschäft weggefallen, und die 747-Flotte war in die Jahre gekommen. 2013 verkaufte der Konzern zudem die Hubschraubersparte an Erickson Air-Crane. Die genauen Ursachen hat Evergreen öffentlich nur knapp erklärt.
Evergreen International Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 747-100
Mit ihr begann das Zeitalter der Großraumjets: Die Boeing 747-100 flog 1969 zum ersten Mal und ging 1970 bei Pan Am in Dienst. So erkennst du den Ur-Jumbo und hier findest du die erhaltenen Exemplare.
FlugzeugtypBoeing 747-200
Mehr Schub, mehr Startgewicht, mehr Reichweite: Die Boeing 747-200 machte den Jumbo ab 1971 zum Langstrecken-Arbeitstier – als Passagierjet, Combi und Frachter. So erkennst du sie und hier begegnet sie dir heute noch.
FlugzeugtypBoeing 747-400F und 747-400ERF
Der werksneue Frachtjumbo mit hochklappbarer Nase: Woran du 747-400F und 400ERF erkennst, wie du sie von Umbaufrachtern und der 747-8F trennst und wer sie Stand Oktober 2026 noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 747-400LCF Dreamlifter
Vier umgebaute Jumbos mit Riesenrumpf und schwenkbarem Heck: Wie der Dreamlifter die Bauteile der 787 um die Welt fliegt, woran du ihn erkennst und wo du ihn Stand Oktober 2026 am ehesten erwischst.
FlugzeugtypDouglas DC-8
Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-9
Zwei Triebwerke am Heck, das Höhenleitwerk oben auf der Flosse: Die DC-9 prägte ab 1965 die Kurzstrecke in Europa und den USA. So erkennst du die Serien 10 bis 50 und trennst sie von MD-80, 717 und One-Eleven.
FlugzeugtypCanadair CL-415 (und CL-215)
Bootsrumpf, hoch angesetzter Flügel, Schwimmer unter den Flügelenden: Der Canadair ist das Löschflugzeug Südeuropas schlechthin. So erkennst du CL-415, CL-215 und CL-215T und weißt, wo du sie im Sommer erwischst.
Weitere Airlines
Flying Tiger Line
Historische US-Frachtairline (1945–1989): von AVG-Veteranen gegründet, früh mit planmäßigen Frachtflügen quer durch die USA, Pionierin des Schwenkheck-Frachters CL-44, später große 747-Flotte – und 1989 in Federal Express aufgegangen.
FrachtPolar Air Cargo
Die Jumbo-Frachtairline im Atlas-Konzern: Polar Air Cargo flog ab 1993 mit Boeing 747 über den Pazifik, war von 2007 bis 2025 ein Gemeinschaftsunternehmen mit DHL und ist heute eine hundertprozentige Tochter von Atlas Air Worldwide.
FrachtKalitta Air
Die Frachtairline des Drag-Racing-Stars Connie Kalitta: Sitz am historischen Flughafen Willow Run bei Detroit, eine der größten verbliebenen 747-Frachterflotten und Erstbetreiberin der umgebauten Boeing 777-300ERSF – auch in Leipzig, Brüssel und East Midlands zu sehen.
CharterAtlas Air
Die US-Frachtairline, die für andere fliegt: Atlas Air betreibt die größte Flotte von Boeing-747-Frachtern, fliegt im Auftrag von Kunden wie DHL und Amazon, steuert Boeings Dreamlifter und hat die letzte jemals gebaute 747 übernommen.
FrachtSouthern Air
Historische US-Frachtairline (1999–2021): Southern Air entstand aus den Resten der einstigen CIA-Airline Southern Air Transport, flog Jumbo-Klassiker und Boeing 777F im ACMI-Auftrag – vor allem für DHL – und ging 2021 vollständig in Atlas Air auf.
CharterNational Airlines
Die Charterairline aus Orlando, die alles fliegt, was niemand sonst fliegen will: National Airlines bringt mit Boeing-747-Frachtern und 777F Sonderfracht um die Welt und befördert mit Airbus A330 Sportteams, Regierungsdelegationen und Soldaten.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Evergreen Aviation & Space Museum
In McMinnville in Oregon steht das größte Holzflugzeug der Welt: die Hughes H-4 Hercules, besser bekannt als Spruce Goose. Das Museum, jahrzehntelang als Evergreen Aviation & Space Museum bekannt und seit August 2026 North American Aerospace Museum, zeigt dazu eine SR-71, eine Titan-II-Rakete in ihrem Schacht, zahlreiche Jets aus dem Kalten Krieg und eine Boeing 747-200 von Singapore Airlines.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
FlughafenFlughafen Anchorage Ted Stevens
Kaum Passagiere von Weltrang, aber Fracht in Weltklasse: Anchorage liegt auf der Großkreisroute zwischen Asien und Nordamerika und ist der Tank- und Umschlagstopp für Hunderte Frachter pro Woche – das Paradies für alle, die Boeing 747 sehen wollen.
Wo du Evergreen International Airlines vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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