Hughes H-4 Hercules (Spruce Goose): das Riesenflugboot von Howard Hughes

Acht Motoren, fast 98 Meter Spannweite, gebaut aus verleimtem Birkenholz: Die Hughes H-4 Hercules hob am 2. November 1947 ein einziges Mal ab. Wie das Riesenflugboot entstand, warum es nie in Dienst ging und wo du die Spruce Goose heute sehen kannst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Kriegsprojekt aus Holz: Die H-4 entstand ab 1942 als Antwort auf die U-Boot-Gefahr im Atlantik. Weil Aluminium knapp war, wurde sie fast vollständig aus Holz im sogenannten Duramold-Verfahren gebaut – vor allem aus Birke, nicht aus Fichte.
  • Rekord-Spannweite: Mit rund 97,5 Metern hatte sie über sieben Jahrzehnte die größte Spannweite aller Flugzeuge, die je abgehoben haben. Erst der Stratolaunch Roc übertraf sie 2019.
  • Ein Flug, eine halbe Minute: Am 2. November 1947 hob Howard Hughes selbst die H-4 im Hafen von Long Beach kurz vom Wasser ab. Danach flog sie nie wieder.
  • Jahrzehnte im Hangar: Bis zu Hughes' Tod 1976 hielt eine eigene Mannschaft das Flugboot in einem klimatisierten Hangar flugbereit.
  • Heute in Oregon: Seit 1993 steht das einzige Exemplar mit dem Kennzeichen NX37602 in McMinnville, im früheren Evergreen Aviation & Space Museum.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die Spruce Goose in Kürze
  2. 2.Wie die H-4 entstand
  3. 3.Technik: ein Riese aus Holz
  4. 4.Howard Hughes: Flieger, Filmproduzent, Unternehmer
  5. 5.Der Senat, die Kritik und der eine Flug
  6. 6.Drei Jahrzehnte im Hangar
  7. 7.Die Reise nach Oregon
  8. 8.Die Spruce Goose im Größenvergleich
  9. 9.Warum die H-4 scheiterte
  10. 10.Die Spruce Goose besuchen
  11. 11.Fazit

Sie ist breiter als ein Fußballfeld lang, besteht fast vollständig aus Holz und flog ein einziges Mal für etwa eine halbe Minute: Die Hughes H-4 Hercules, weltbekannt als „Spruce Goose“, ist eines der skurrilsten und zugleich faszinierendsten Kapitel der Luftfahrtgeschichte. Entstanden ist sie als Kriegsprojekt, abgehoben hat sie erst nach Kriegsende, und anschließend verschwand sie für Jahrzehnte in einem Hangar. Dieser Artikel erzählt, wie das Riesenflugboot von Howard Hughes entstand, was es technisch auszeichnet, wie der berühmte Flug im Hafen von Long Beach ablief und wo du die Spruce Goose heute aus nächster Nähe sehen kannst.

Museumsriesen im eigenen Hangar

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Die Spruce Goose in Kürze

Die H-4 Hercules ist ein achtmotoriges Transportflugboot, das Howard Hughes in den 1940er-Jahren in Kalifornien bauen ließ. Gedacht war sie, um Soldaten und Material über den Atlantik zu bringen, ohne auf Schiffe angewiesen zu sein. Gebaut wurde genau ein Exemplar, registriert als NX37602. Es flog am 2. November 1947 ein einziges Mal und steht heute in einem Museum in Oregon. Mit ihrer Spannweite von rund 97,5 Metern ist sie bis heute das größte Flugboot, das je gebaut wurde.

97,5 mSpannweite – Rekord bis 2019
8Sternmotoren vom Typ R-4360 Wasp Major
1Flug am 2. November 1947

Wie die H-4 entstand

Im Jahr 1942 versenkten deutsche U-Boote im Atlantik Frachtschiff um Frachtschiff. Die Alliierten suchten nach Wegen, Nachschub nach Europa zu bringen, ohne die gefährdeten Konvois. Der Industrielle Henry J. Kaiser, bekannt für seine in Rekordzeit gebauten Liberty-Frachter, warb für eine radikale Idee: riesige Flugboote, die Truppen und Fracht über den Ozean fliegen.

Kaiser fehlte allerdings die Erfahrung im Flugzeugbau. Er tat sich deshalb mit Howard Hughes zusammen, der mit seiner Firma Hughes Aircraft und als Rekordflieger bereits einen Namen hatte. Laut dem Museum, in dem die Maschine heute steht, unterschrieben beide am 16. November 1942 im Beverly Hills Hotel einen Vertrag über die Konstruktion. Das Projekt lief zunächst unter der Bezeichnung HK-1 – für Hughes und Kaiser – und sah drei Flugzeuge innerhalb von zwei Jahren vor.

Kaisers Ausstieg und der neue Name

Der Zeitplan war von Beginn an kaum zu halten. Hughes galt als Perfektionist, der jedes Detail selbst prüfen wollte, und die Holzbauweise in dieser Größenordnung war Neuland. Kaiser zog sich schließlich zurück. Hughes führte das Projekt allein weiter, unter einem neuen Vertrag, der nur noch ein einziges Flugzeug vorsah. Ab 1944 hieß es H-4 Hercules. Die Entwicklungskosten summierten sich am Ende auf rund 23 Millionen US-Dollar – für die damalige Zeit eine enorme Summe.

Gebaut wurde die H-4 in Culver City am Hughes-Flugplatz, auf einem Gelände im heutigen Stadtteil Playa Vista von Los Angeles. Das liegt nur wenige Kilometer nördlich des heutigen Flughafens Los Angeles. Wer heute im Rahmen eines Spotting-Trips nach Los Angeles unterwegs ist, bewegt sich also ganz in der Nähe der Werkhallen, in denen das Riesenflugboot entstand.

Technik: ein Riese aus Holz

Das auffälligste Merkmal der H-4 ist ihr Baustoff. Aluminium war im Krieg rationiert und für Kampfflugzeuge reserviert. Die Vorgabe lautete daher, das Flugboot aus „nicht strategischen“ Materialien zu bauen. Hughes setzte auf das Duramold-Verfahren: Dünne Holzfurniere werden mit Kunstharz verleimt und unter Hitze und Druck zu einem sehr festen Schichtholz gepresst. Das Furnier war überwiegend Birke. Laut Museum bestehen fast alle Teile aus Holz, abgesehen von Motoren, Elektrik, Schrauben und einigen bei der Restaurierung eingesetzten Verstärkungen. Höhen- und Seitenruder waren mit Stoff bespannt.

Aufgebaut ist die H-4 als Hochdecker-Flugboot mit einem seetüchtigen Bootsrumpf. Unter den äußeren Flügeldritteln hängen Stützschwimmer, die das Flugboot auf dem Wasser stabilisieren. Auf der Flügelvorderkante sitzen acht Motorgondeln mit großen Vierblattpropellern.

Merkmal Hughes H-4 Hercules
Erstflug 2. November 1947 (einziger Flug)
Spannweite 319 ft 11 in (rund 97,5 m)
Länge 218 ft 8 in (rund 66,7 m)
Höhe 79 ft 4 in (rund 24,2 m)
Antrieb 8 × Pratt & Whitney R-4360 Wasp Major
Propeller Hamilton Standard, vierblättrig, gut 5,2 m Durchmesser
Bauweise Duramold-Schichtholz, überwiegend Birke
Kennzeichen NX37602
Gebaut 1

Acht Wasp Major auf dem Flügel

Als Antrieb wählte Hughes acht Pratt & Whitney R-4360 Wasp Major, luftgekühlte Sternmotoren mit 28 Zylindern in vier Reihen und jeweils rund 3.000 PS. Der Motor war einer der stärksten Kolbenmotoren seiner Zeit und trieb später auch Muster wie die Boeing 377 Stratocruiser an. Gemessen an der Spannweite ist die H-4 bis heute das größte Propellerflugzeug, das je gebaut wurde.

Wofür sie gedacht war

Ausgelegt war die H-4 als Truppen- und Frachttransporter. Nach den Planungsdaten sollte sie rund 68 Tonnen Nutzlast tragen – etwa eine große Zahl voll ausgerüsteter Soldaten oder zwei Kampfpanzer vom Typ M4 Sherman. Zur Zahl der Soldaten gehen die Angaben auseinander: Das Museum nennt bis zu 400, andere Darstellungen bis zu 750. Leistungsdaten wie Reisegeschwindigkeit und Reichweite blieben ohnehin theoretisch, weil die H-4 nie im Einsatz flog.

Für Kennzeichen-Fans: NX37602

Die H-4 trägt die US-Registrierung NX37602. Das „X“ nach dem N kennzeichnete damals experimentelle Flugzeuge. Wie das System der US-Kennzeichen funktioniert und was die Buchstaben bedeuten, erklärt der Guide zu den US-amerikanischen N-Nummern.

Howard Hughes: Flieger, Filmproduzent, Unternehmer

Ohne die Person Howard Hughes ist die H-4 kaum zu verstehen. Der 1905 in Houston geborene Erbe einer Werkzeugfirma produzierte in Hollywood Filme wie das Fliegerdrama „Hell’s Angels“ und war zugleich ein ehrgeiziger Pilot. 1932 gründete er Hughes Aircraft, zunächst in einer gemieteten Ecke eines Lockheed-Hangars in Burbank. Mit dem selbst entwickelten Rennflugzeug H-1 stellte er 1935 einen Geschwindigkeitsrekord für Landflugzeuge auf, 1937 folgte ein Rekordflug quer über die USA. Die H-1 steht heute im National Air and Space Museum in Washington.

1938 umrundete Hughes mit einer Lockheed 14 Super Electra in rund 91 Stunden die Welt. Ab 1939 kaufte er sich in die Airline TWA – Trans World Airlines ein und hielt ab Mitte der 1940er-Jahre die Mehrheit. Zusammen mit TWA-Präsident Jack Frye stieß er die Entwicklung der Lockheed Constellation an, eines der elegantesten Verkehrsflugzeuge der Kolbenmotor-Ära.

Im Juli 1946, mitten in der Arbeit an der H-4, stürzte Hughes mit dem Aufklärungsprototyp XF-11 über Beverly Hills ab und wurde schwer verletzt. Er erholte sich und saß gut ein Jahr später selbst am Steuer seines Flugboots. Aus seiner Firma ging später auch die Hubschraubersparte hervor, deren bekanntestes Produkt als Hughes 500 bzw. MD 500 bis heute fliegt.

Der Senat, die Kritik und der eine Flug

Als die H-4 fertig wurde, war der Krieg vorbei. Kritiker sahen in dem Holz-Riesen ein Paradebeispiel für Verschwendung von Steuergeld, die Presse spottete über die „Spruce Goose“ – die Fichtengans, obwohl sie gar nicht aus Fichte bestand. Hughes selbst hasste den Spitznamen. Im August 1947 musste er vor einem Untersuchungsausschuss des US-Senats aussagen, der die Verwendung staatlicher Mittel für seine Flugzeugprojekte prüfte. Hughes verteidigte das Projekt vehement und betonte, wie viel persönliche Arbeit er hineingesteckt hatte.

Vor dem Flug: Umzug nach Long Beach

Die H-4 wurde in großen Teilen aus der Werkhalle in Culver City an den Hafen von Long Beach gebracht und dort endmontiert, um vom Wasser aus getestet zu werden.

2. November 1947: Rolltests auf dem Wasser

Hughes saß selbst am Steuer, als Copilot war Dave Grant dabei. An Bord waren außerdem Flugingenieure, Mechaniker und eine Gruppe Journalisten und Branchengäste. Angekündigt waren nur Rollversuche auf dem Wasser.

Der Sprung in die Luft

Bei einem weiteren Rollversuch vor Cabrillo Beach gab Hughes mehr Leistung, und die H-4 hob ab. Sie blieb etwa eine halbe Minute in der Luft, nur knapp über dem Wasser, und setzte dann wieder auf.

Danach: kein zweiter Flug

Die H-4 kehrte nie wieder in die Luft zurück. Hughes hatte bewiesen, dass sein Flugboot fliegen konnte – ein militärischer Auftrag folgte daraus nicht mehr.

Wie hoch und wie weit die H-4 an diesem Tag flog, wird unterschiedlich angegeben. Das Museum spricht von rund 25 Fuß Höhe, knapp einer halben Meile und etwa 30 Sekunden. Andere Darstellungen nennen rund 70 Fuß, etwa eine Meile und 26 Sekunden. Gemeinsam ist allen Quellen: Die H-4 blieb im Bodeneffekt, also in der Zone dicht über der Wasseroberfläche, in der ein Flügel zusätzlichen Auftrieb erhält. Ob sie auch in größerer Höhe sicher geflogen wäre, ist bis heute Gegenstand von Diskussionen unter Luftfahrthistorikern.

Drei Jahrzehnte im Hangar

Nach dem Flug ließ Hughes die H-4 nicht etwa verschrotten. Er stellte sie in einen eigens errichteten, klimatisierten Hangar in Long Beach und ließ sie von einer festen Mannschaft betreuen. Zeitweise sollen dafür rund 300 Leute beschäftigt gewesen sein, 1962 wurde das Team deutlich verkleinert. Erst nach Hughes’ Tod im April 1976 endete diese Betreuung. Insgesamt bekam die Öffentlichkeit das Flugboot über drei Jahrzehnte lang nicht zu sehen.

Danach war unklar, was mit dem Riesen geschehen sollte. Teile des Hughes-Nachlasses gingen an die Smithsonian Institution, die H-4 selbst blieb in der Hand von Hughes’ Firma Summa Corporation. Diese gab sie an den Aero Club of Southern California, der sie zur Ausstellung weitervermietete.

Unter der Kuppel neben der Queen Mary

In den 1980er-Jahren wurde die Spruce Goose in Long Beach zur Touristenattraktion: Sie stand in einer riesigen Kuppelhalle direkt neben dem Ozeandampfer RMS Queen Mary. 1988 übernahm Disney die Attraktionen am Hafen. Anfang der 1990er-Jahre entschied der Konzern, das Flugboot nicht länger auszustellen, und die Spruce Goose brauchte ein neues Zuhause.

Die Reise nach Oregon

Den Zuschlag erhielt 1992 ein Museumsprojekt in McMinnville in Oregon, gegründet von Michael King Smith und seinem Vater Delford M. Smith. Delford Smith ist vielen Spottern als Gründer der Evergreen-Gruppe bekannt, zu der auch die Frachtairline Evergreen International Airlines mit ihren Boeing 747 gehörte.

Der Umzug war ein Abenteuer für sich. Die H-4 wurde zerlegt und auf Lastkähnen entlang der Westküste nach Norden gebracht, dann den Columbia River und den Willamette River hinauf bis nach Portland. Dort musste sie Monate warten, bis der Wasserstand eine Passage unter den Brücken erlaubte. Das letzte Stück legte sie auf der Straße zurück. Nach rund 138 Tagen und über 1.600 Kilometern traf sie Ende Februar 1993 in McMinnville ein.

Die eigentliche Arbeit begann danach: Restauratoren und Ehrenamtliche setzten das Flugboot in jahrelanger Arbeit wieder zusammen. Am 6. Juni 2001 öffnete das Museum mit der vollständig montierten Spruce Goose als Mittelpunkt. Ehrenamtliche spielen bei solchen Projekten eine wichtige Rolle – wie das in Luftfahrtmuseen funktioniert, beschreibt der Beitrag über Ehrenamt in Luftfahrtmuseen.

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Die Spruce Goose im Größenvergleich

Jahrzehntelang war die H-4 das Maß aller Dinge, wenn es um Spannweite ging. Erst am 13. April 2019 flog mit dem Stratolaunch Roc ein Flugzeug mit noch größerer Spannweite, rund 117 Metern. Bei Länge und Gewicht hatten Großraumjets und Frachter die H-4 dagegen längst überholt. Die vollständige Rangliste findest du in der Übersicht der größten Flugzeuge der Welt.

Merkmal Dornier Do X Hughes H-4 Hercules Antonov An-225 Airbus A380-800
Erstflug 1929 1947 (einziger Flug) 1988 2005
Spannweite 48,0 m rund 97,5 m rund 88,4 m rund 79,8 m
Länge rund 40,1 m rund 66,7 m rund 84 m rund 72,7 m
Antrieb 12 Kolbenmotoren 8 Kolbenmotoren 6 Strahltriebwerke 4 Strahltriebwerke
Bauart Flugboot Flugboot Landflugzeug Landflugzeug

Die Dornier Do X war 1929 das größte Flugzeug der Welt – ein Flugboot wie die H-4, aber nur halb so breit. Die Antonov An-225 war bis zu ihrer Zerstörung 2022 das schwerste Flugzeug im Einsatz, und der Airbus A380 ist das größte Passagierflugzeug im Liniendienst. Keiner von ihnen erreicht allerdings die Spannweite der Spruce Goose.

Übrigens: Der Name Hercules führt Spotter gelegentlich in die Irre. Mit der Lockheed C-130 Hercules, dem viermotorigen Turboprop-Transporter, hat die H-4 nichts zu tun – außer dem Namen des griechischen Helden.

Warum die H-4 scheiterte

Die H-4 war eine beeindruckende Ingenieursleistung, aber ein Flugzeug zur falschen Zeit.

Was sie auszeichnet

  • Größtes je gebautes Flugboot und größtes Holzflugzeug
  • Rekord-Spannweite über mehr als 70 Jahre
  • Holzbauweise in bis dahin unbekannter Größe
  • Hat bewiesen, dass sie abheben kann

Woran sie scheiterte

  • Fertig erst nach Kriegsende, als der militärische Bedarf entfallen war
  • Starke Verzögerungen durch Perfektionismus und Neuland in der Holzbauweise
  • Hohe Kosten und politischer Druck durch den Senat
  • Nie unter realen Bedingungen und in größerer Höhe erprobt

Große Flugboote verloren nach dem Zweiten Weltkrieg ohnehin rasch an Bedeutung. Landflughäfen mit langen Pisten entstanden in vielen Ländern, und Landflugzeuge wie die Constellation oder später die Jets überquerten die Ozeane schneller und günstiger. Die Ära der großen Passagier-Flugboote wie der Boeing 314 Clipper ging damit ebenfalls zu Ende.

Die Spruce Goose besuchen

Die H-4 steht heute in McMinnville, rund 40 Meilen südwestlich von Portland im Weinbaugebiet des Willamette Valley. Das Museum war jahrzehntelang als Evergreen Aviation & Space Museum bekannt und tritt inzwischen als North American Aerospace Museum auf. Ausführliche Informationen zum Haus und seiner Sammlung findest du auf der Seite zum Evergreen Aviation & Space Museum.

Die Spruce Goose füllt die große Ausstellungshalle fast allein aus. Unter ihren Flügeln und um sie herum stehen zahlreiche weitere Flugzeuge, die neben dem Riesen fast wie Modelle wirken. Wer ins Innere möchte, kann laut Museum an kurzen geführten Touren auf das obere Flugdeck teilnehmen. Die Gruppen sind klein, die Plätze werden am Besuchstag vergeben und sind oft schnell vergriffen. Prüfe Öffnungszeiten, Tourangebot und Eintritt vor deinem Besuch direkt beim Museum.

Fototipp für die Halle

Die H-4 ist so groß, dass du sie in der Halle kaum vollständig aufs Bild bekommst. Ein Weitwinkel hilft, ebenso erhöhte Standpunkte, falls die Ausstellung sie bietet. Für Detailaufnahmen lohnen sich die Motorgondeln, die Stützschwimmer und das Kennzeichen NX37602 am Rumpf.

Kombinieren mit anderen Zielen

Eine Reise nach Oregon lässt sich gut mit weiteren Luftfahrtzielen im Nordwesten der USA verbinden. Im Großraum Seattle wartet das Museum of Flight mit seiner großen Sammlung rund um die Geschichte von Boeing. Wer zusätzlich an die Westküste nach Kalifornien fährt, kann in Los Angeles die Orte besuchen, an denen die H-4 gebaut und geflogen wurde. Für die Planung lohnen sich die Tipps für eine Spotting-Reise in die USA und der Überblick, was beim Planespotting in den USA erlaubt ist.

Bereit für den Besuch bei der Spruce Goose?

Hak ab, was du für deinen Museumsbesuch in Oregon geklärt hast.

  • Ich habe Öffnungszeiten und Eintritt auf der Website des Museums geprüft.
  • Ich weiß, wie ich von Portland nach McMinnville komme.
  • Ich plane früh am Tag ein, wenn ich eine Tour aufs Flugdeck machen will.
  • Ich habe ein Weitwinkelobjektiv für die große Halle dabei.
  • Ich halte die H-4 und weitere Museumsstücke mit Kennzeichen und Ort fest.

Spots, Museen und Sichtungen an einem Ort

Finde auf der Spot-Karte von Planetrack Spots mit Anreise, bestem Licht und Community-Fotos, poste deine Sichtungen mit Foto und Kennzeichen und tausch dich mit anderen Luftfahrtfans in Kommentaren und Chats aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Die Hughes H-4 Hercules ist ein Denkmal für Ehrgeiz, Perfektionismus und schlechtes Timing. Gebaut als Antwort auf die U-Boot-Gefahr im Atlantik, wurde sie erst fertig, als niemand sie mehr brauchte. Ihr einziger Flug im Hafen von Long Beach dauerte nur etwa eine halbe Minute, reichte aber, um Howard Hughes’ Behauptung zu belegen, dass sein Holz-Riese fliegen kann. Heute ist die Spruce Goose das größte Flugboot der Geschichte und eines der eindrucksvollsten Museumsstücke der Welt.

Kurzfazit

Die Spruce Goose war militärisch überflüssig, technisch aber ein Meilenstein. Wer sie sehen will, fährt nach McMinnville in Oregon – kein anderes Flugzeug zeigt so eindrucksvoll, wie weit man in den 1940er-Jahren mit Holz gehen konnte.

Zusammenfassung

  • Henry J. Kaiser und Howard Hughes vereinbarten 1942 den Bau eines riesigen Transportflugboots, zunächst unter der Bezeichnung HK-1. Nach Kaisers Ausstieg führte Hughes das Projekt als H-4 Hercules allein weiter.
  • Acht Sternmotoren vom Typ Pratt & Whitney R-4360 Wasp Major treiben das Holz-Flugboot an. Ausgelegt war es für Truppen, schwere Fracht oder Panzer.
  • Als die H-4 im November 1947 abhob, war der Krieg längst vorbei. Ein Senatsausschuss hatte die Kosten zuvor scharf hinterfragt – der kurze Flug war auch eine Antwort an die Kritiker.
  • Nach Jahrzehnten im Hangar, einer Ausstellung neben der Queen Mary in Long Beach und einer 138-tägigen Reise nach Oregon ist die Spruce Goose heute das Herzstück eines Museums in McMinnville.

Häufige Fragen

Wie groß ist die Hughes H-4 Hercules?

Die H-4 hat eine Spannweite von 319 Fuß 11 Zoll, also rund 97,5 Metern, eine Länge von rund 66,7 Metern und eine Höhe von gut 24 Metern. Bis zum Erstflug des Stratolaunch Roc im April 2019 hatte kein geflogenes Flugzeug eine größere Spannweite. Sie gilt bis heute als größtes je gebautes Flugboot und größtes Holzflugzeug.

Warum heißt sie Spruce Goose?

Den Spitznamen, übersetzt etwa „Fichtengans“, gaben Kritiker und Presse dem Holz-Riesen. Er ist streng genommen falsch: Gebaut wurde die H-4 überwiegend aus Birkenholz im Duramold-Verfahren. Howard Hughes selbst mochte den Namen nicht und sprach lieber vom Hercules bzw. vom Flying Boat.

Wie lange flog die Spruce Goose?

Nur einmal und nur sehr kurz: Am 2. November 1947 hob sie im Hafen von Long Beach für etwa eine halbe Minute ab. Die Angaben zu Flughöhe und Strecke schwanken je nach Quelle. Übereinstimmend ist, dass sie nur wenige Dutzend Fuß über dem Wasser blieb und damit im Bodeneffekt flog. Am Steuer saß Howard Hughes selbst.

Warum ist die H-4 nie wieder geflogen?

Der Zweite Weltkrieg, für den sie gedacht war, war 1947 vorbei. Das Militär hatte keinen Bedarf mehr an einem hölzernen Riesenflugboot, und für den zivilen Einsatz war sie nicht wirtschaftlich. Hughes ließ sie trotzdem bis zu seinem Tod 1976 in einem klimatisierten Hangar flugbereit halten.

Wo steht die Spruce Goose heute?

In McMinnville im US-Bundesstaat Oregon, südwestlich von Portland. Sie kam 1993 in das damalige Evergreen Aviation & Space Museum, das inzwischen unter dem Namen North American Aerospace Museum auftritt. Dort steht sie vollständig montiert in der großen Ausstellungshalle.

Kann man ins Cockpit der Spruce Goose?

Ja, über kurze geführte Touren auf das obere Flugdeck. Laut Museum sind die Gruppen klein und die Plätze werden am Besuchstag vergeben, sie sind oft bis zur Mittagszeit weg. Prüfe die aktuellen Bedingungen vor deinem Besuch auf der Website des Museums.

Was hat die H-4 mit der C-130 Hercules zu tun?

Nichts außer dem Namen. Die Hughes H-4 Hercules ist ein einzelnes Holz-Flugboot von 1947. Die Lockheed C-130 Hercules ist ein viermotoriges Turboprop-Transportflugzeug, das ab den 1950er-Jahren in großer Zahl gebaut wurde und bis heute fliegt.

PT

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