Das Wichtigste in Kürze
- Der Starfighter war ein Rekordjäger: Als erstes Flugzeug hielt er 1958 gleichzeitig die Weltrekorde für Geschwindigkeit, Höhe und Steigzeit.
- Die Bundeswehr kaufte 916 Maschinen und machte aus dem Abfangjäger einen Mehrzweckjet für Tiefflug, Jagdbomber- und Aufklärungsrollen.
- 269 deutsche Starfighter gingen bei Abstürzen verloren, 116 Piloten starben – die Starfighter-Krise der 1960er-Jahre ist bis heute ein Begriff.
- Erkennen ist leicht: Nadelnase, Stummelflügel mit negativer V-Stellung und T-Leitwerk hat kein anderer Jet dieser Generation in dieser Kombination.
- Heute siehst du ihn vor allem im Museum – flugfähige Exemplare gibt es nur noch eine Handvoll, etwa in Norwegen und in Florida.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die F-104 Starfighter?
- 2.Die wichtigsten Versionen
- 3.So erkennst du den Starfighter
- 4.Starfighter, Phantom oder MiG-21?
- 5.Der Starfighter bei der Bundeswehr
- 6.Die Starfighter-Krise
- 7.Das Ende einer Ära
- 8.Wo du den Starfighter heute siehst
- 9.Fototipps für Museums-Starfighter
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Lockheed (Skunk Works), dazu Lizenzbau in Europa, Kanada und Japan |
|---|---|
| Rolle | Ursprünglich Abfangjäger, als F-104G Mehrzweckjäger, Jagdbomber und Aufklärer |
| ICAO-Typcode | F104 |
| Konstrukteur | Team um Clarence „Kelly“ Johnson |
| Erstflug | 4. März 1954 (XF-104, Edwards Air Force Base) |
| Indienststellung | Februar 1958 bei der US Air Force |
| Gebaut | 2.578 Maschinen in allen Versionen |
| Bei der Bundeswehr | 916 Maschinen bei Luftwaffe und Marine, 1960 bis 1991 |
| Triebwerk F-104G | 1 × General Electric J79-GE-11A mit Nachbrenner, rund 69 kN Schub |
| Höchstgeschwindigkeit | Mach 2,0 (rund 2.200 km/h in großer Höhe) |
| Länge F-104G | rund 16,7 m |
| Spannweite F-104G | knapp 7 m (Angaben je nach Quelle und Flügelspitzentanks leicht unterschiedlich) |
| Höhe F-104G | rund 4,1 m |
| Max. Startgewicht F-104G | rund 13 t |
| Letzter militärischer Betreiber | Italien, Ausmusterung 2004 (F-104S) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Extrem schlanker, langer Rumpf mit nadelspitzer Nase und langem Staurohr vorn
- Winzige, sehr dünne Trapezflügel in der Rumpfmitte, deutlich nach unten geneigt (negative V-Stellung)
- T-Leitwerk: Das voll bewegliche Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Seitenflosse
- Halbrunde Lufteinläufe seitlich am Rumpf, jeweils mit einem kleinen Stoßkegel in der Mitte
- Oft mit Zusatztanks an den Flügelspitzen, dazu eine kleine Bauchflosse unter dem Heck
- Ein einzelnes Triebwerk mit großer, runder Nachbrennerdüse am Rumpfende
Aktualisiert: Oktober 2026 – Kaum ein Flugzeug hat in Deutschland so viele Emotionen ausgelöst wie die Lockheed F-104 Starfighter. Für die einen war sie das schnellste und eleganteste, was der Kalte Krieg zu bieten hatte: ein Rumpf wie ein Pfeil, Flügel wie Rasierklingen, doppelte Schallgeschwindigkeit. Für die anderen bleibt sie der „Witwenmacher“, dessen Absturzserie die junge Bundeswehr erschütterte. Fliegen siehst du den Starfighter heute kaum noch, in Museen dafür umso öfter. Diese Seite erklärt dir, woran du ihn erkennst, welche Versionen es gab, was hinter der Starfighter-Krise steckt und wo du die Maschine noch erleben kannst.
Starfighter im Hangar
Mit Planetrack hältst du jeden Starfighter fest, den du im Museum oder auf einer Airshow siehst – mit Foto, Version, Kennung und Ort – und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die F-104 Starfighter?
Die F-104 ist ein einstrahliger Überschalljäger aus der legendären Entwicklungsabteilung von Lockheed, den Skunk Works. Chefkonstrukteur Clarence „Kelly“ Johnson sprach Ende 1951 mit Piloten, die im Koreakrieg gegen MiG-15 geflogen waren. Ihr Wunsch war eindeutig: ein leichter, einfacher Jäger mit maximaler Geschwindigkeit und Steigleistung. Johnson lieferte genau das – ein Flugzeug, das im Wesentlichen aus einem großen Triebwerk und einem schlanken Rumpf drumherum besteht.
Der Prototyp XF-104 flog am 4. März 1954 auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien, am Steuer saß Testpilot Tony LeVier. Im Februar 1958 meldete die US Air Force die erste einsatzbereite Staffel. Im selben Jahr stellte der Starfighter Weltrekorde für Geschwindigkeit, Flughöhe und Steigzeit auf und war damit das erste Flugzeug, das alle drei gleichzeitig hielt.
Bei der US Air Force blieb die Karriere trotzdem überschaubar. Die Reichweite war knapp, die Zuladung gering, und der Abfangjäger passte nur bedingt in die Planungen. Den großen Durchbruch brachte erst Europa: Mit der F-104G entstand eine verstärkte Mehrzweckversion, die mehrere NATO-Staaten kauften und in Lizenz bauten. Insgesamt entstanden 2.578 Starfighter aller Versionen.
Die wichtigsten Versionen
Der Grundriss blieb über alle Baureihen gleich. Für dich als Spotter und Museumsgänger lohnt es sich trotzdem, die wichtigsten Versionen auseinanderzuhalten – die Typenschilder in Ausstellungen nennen sie fast immer.
F-104A bis F-104D (USA): Die frühen amerikanischen Versionen. Die A war der reine Abfangjäger, die C ein Jagdbomber für das Tactical Air Command, B und D die Doppelsitzer. Frühe Maschinen hatten einen nach unten auslösenden Schleudersitz – eine Lösung, die bei Notfällen in geringer Höhe tödlich sein konnte und später durch nach oben schießende Sitze ersetzt wurde.
F-104G („Super Starfighter“): Die Version für Europa. Verstärkte Zelle, neue Elektronik, ein Navigationssystem für Tiefflug und die Fähigkeit, Bomben, Raketen und Aufklärungsbehälter zu tragen. Gebaut wurde sie von Lockheed, Canadair und europäischen Konsortien mit Firmen wie Messerschmitt, Fiat, Fokker und SABCA. Das Triebwerk, das J79 von General Electric, wurde für die deutschen Maschinen in München-Allach in Lizenz gefertigt – bei einem der Vorläuferunternehmen von MTU Aero Engines.
RF-104G und TF-104G: Die RF ist die Aufklärerversion mit Kameras, die TF der zweisitzige Trainer mit verlängertem Cockpit unter einer großen, zweiteiligen Haube. Deutsche Doppelsitzer der ersten Stunde hießen F-104F.
CF-104 (Kanada): Canadair baute für die Royal Canadian Air Force 200 Maschinen. Die Kanadier flogen sie auch von Stützpunkten in Westdeutschland, etwa Söllingen und Zweibrücken.
F-104J (Japan): Japan setzte eine eigene Abfangjäger-Version ein, die bei Mitsubishi in Lizenz entstand.
F-104S (Italien): Die letzte große Weiterentwicklung. Stärkeres Triebwerk, Radar-Lenkwaffen und zwei zusätzliche Bauchflossen unter dem Heck. Die italienische Luftwaffe flog die F-104S als letzter militärischer Betreiber bis 2004.
| Version | Rolle | Typisches Merkmal |
|---|---|---|
| F-104A / C | Abfangjäger / Jagdbomber (USA) | Frühe Baureihen, oft in Naturmetall |
| F-104G | Mehrzweckjet für Europa | Häufigste Version in deutschen Museen |
| RF-104G | Aufklärer | Kamerafenster in der Rumpfunterseite |
| TF-104G / F-104F | Doppelsitzer | Langes Tandemcockpit mit großer Haube |
| CF-104 | Kanada | Canadair-Lizenzbau, oft in kanadischer Tarnung |
| F-104S | Abfangjäger (Italien) | Zwei zusätzliche Bauchflossen am Heck |
So erkennst du den Starfighter
Eigentlich ist der Starfighter einer der am leichtesten zu bestimmenden Jets überhaupt. Wer ihn einmal bewusst gesehen hat, verwechselt ihn kaum noch. Drei Blicke reichen.
Die Flügel
Winzig, trapezförmig und hauchdünn – die Vorderkante ist so scharf, dass bei Wartungsarbeiten Schutzleisten aufgesteckt wurden. Von vorn siehst du, dass die Flügel deutlich nach unten hängen. Oft sitzen Zusatztanks direkt an den Flügelspitzen.
Das Leitwerk
Das voll bewegliche Höhenleitwerk thront ganz oben auf der Seitenflosse, ein klassisches T-Leitwerk. Bei Kampfjets dieser Generation ist das ungewöhnlich und deshalb ein starkes Erkennungszeichen.
Rumpf und Einläufe
Ein langer, schlanker Rumpf mit spitzer Nase und Staurohr, dazu zwei halbrunde Lufteinläufe an den Rumpfseiten mit kleinen Stoßkegeln. Am Heck öffnet sich eine große, runde Nachbrennerdüse.
Die Version verrät dir meist das Cockpit: Ein langes Tandemcockpit bedeutet TF-104G oder F-104F, zwei zusätzliche Bauchflossen sprechen für eine italienische F-104S. Die Kennung liefert dann die Bestätigung. Deutsche Starfighter trugen Kennungen im Format Ziffernblock plus Nummer, etwa 22+35; der Block 29+ gehörte der F-104F. Wie das Kennzeichensystem der Bundeswehr funktioniert, erklärt der Guide zu Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.
Praxis-Tipp im Museum
Stell dich einmal direkt vor die Nase. Erst aus dieser Perspektive siehst du, wie klein die Flügel im Verhältnis zum Rumpf sind und wie stark sie nach unten geneigt sind. Ein Foto aus diesem Winkel erklärt den Starfighter besser als jedes Datenblatt.
Starfighter, Phantom oder MiG-21?
Im Museum stehen die Kampfjets des Kalten Krieges oft dicht beieinander. Der Finder hilft dir, die drei häufigsten Kandidaten zu trennen.
Schnellbestimmung: Kampfjets der 1960er-Jahre
Lockheed F-104 Starfighter
Stummelflügel, T-Leitwerk und seitliche Halbrund-Einläufe sind das typische Starfighter-Bild. Schau jetzt aufs Cockpit, um Einsitzer und Doppelsitzer zu trennen.
Mikojan-Gurewitsch MiG-21
Deltaflügel und Bugeinlauf mit Stoßkegel deuten auf die MiG-21, das östliche Gegenstück zum Starfighter.
McDonnell Douglas F-4 Phantom II
Zwei Triebwerke, abgeknickte Flügelspitzen und das nach unten zeigende Höhenleitwerk sprechen für die F-4 Phantom II.
Mehr Vergleichshilfen für Kampfflugzeuge findest du im Guide Kampfjets in Europa erkennen, allgemeine Tipps für ältere Muster im Artikel Oldtimer am Himmel erkennen.
Der Starfighter bei der Bundeswehr
Ende der 1950er-Jahre suchte die junge Bundeswehr einen modernen Jet, der die Republic F-84F und die Canadair Sabre ablösen sollte. Unter Verteidigungsminister Franz Josef Strauß fiel die Wahl auf den Starfighter – allerdings nicht als reiner Abfangjäger, sondern in der Mehrzweckversion F-104G. Sie sollte Luftverteidigung, Jagdbomber-Einsätze, Aufklärung und für die Marine auch Angriffe auf Seeziele abdecken. Im Rahmen der nuklearen Teilhabe der NATO waren deutsche Starfighter-Geschwader zudem für den Einsatz von US-Atomwaffen vorgesehen.
Ab 1960 kamen die ersten Maschinen zur Truppe. Insgesamt erhielten Luftwaffe und Marineflieger 916 Starfighter: 30 F-104F, 586 F-104G, 163 RF-104G und 137 TF-104G. Stationiert waren sie auf zahlreichen Fliegerhorsten, darunter Büchel, Erding, Manching, Memmingerberg, Jagel und Eggebek. Wer heute am Flughafen Memmingen landet, landet auf einem ehemaligen Starfighter-Platz.
Schon die Zahl der Maschinen zeigt, wie zentral der Typ für die Bundeswehr war. Und genau deshalb traf die Unfallserie der folgenden Jahre das ganze Land.
Die Starfighter-Krise
Mitte der 1960er-Jahre stürzten deutsche Starfighter in schneller Folge ab, innerhalb von gut anderthalb Jahren zählte man mehrere Dutzend Verluste. Die Bilder von Wracks auf Äckern und die Trauerfeiern für junge Piloten prägten die Berichterstattung. Begriffe wie „Witwenmacher“ und „Erdnagel“ wurden zu festen Ausdrücken.
Die Gründe lassen sich nicht auf einen einzigen Fehler reduzieren. Ein für große Höhen und hohe Geschwindigkeit ausgelegter Abfangjäger wurde zum Allwetter-Tiefflieger für das wolkenreiche Mitteleuropa umfunktioniert. Die Luftwaffe war im Aufbau, viele Piloten hatten wenig Erfahrung, Technikpersonal und Infrastruktur mussten erst wachsen. Dazu kamen technische Probleme und ein Flugzeug, das bei niedriger Geschwindigkeit und mit seinen kleinen Flügeln wenig Fehler verzieh.
1966 eskalierte die Lage politisch. Nach dem Tod eines Piloten, der nach dem Ausstieg über der Nordsee ertrank, wurden Mängel an der Rettungsausrüstung öffentlich. Ein Untersuchungsausschuss des Bundestags befasste sich mit dem Thema. Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel entließ den Inspekteur der Luftwaffe, Werner Panitzki. Nachfolger wurde Johannes Steinhoff, der Ausbildung, Wartung und Organisation der Luftwaffe neu ordnete.
Technisch brachte vor allem ein neuer Schleudersitz Verbesserungen: Ab 1967 erhielten deutsche Starfighter den Martin-Baker GQ-7(A), der Piloten auch aus einem stehenden Flugzeug retten konnte. Die Unfallrate sank in den Folgejahren deutlich, verschwand aber nie ganz. Bis zur Ausmusterung gingen 269 deutsche Starfighter verloren, 116 Piloten kamen ums Leben – 108 Deutsche und acht Amerikaner. Der letzte tödliche Unfall ereignete sich 1984.
Überschattet wurde die Beschaffung zusätzlich von Bestechungsvorwürfen gegen Lockheed, die in den 1970er-Jahren als Lockheed-Skandal mehrere Länder beschäftigten.
Respekt vor der Geschichte
Viele Museums-Starfighter tragen die Kennungen echter Einsatzmaschinen, und hinter der Unfallstatistik stehen Familien, die Angehörige verloren haben. Gedenksteine an ehemaligen Fliegerhorsten erinnern daran. Behandle solche Orte beim Fotografieren mit dem gleichen Respekt wie jede andere Gedenkstätte.
Das Ende einer Ära
Ab den 1970er-Jahren übernahmen F-4 Phantom II und später der Panavia Tornado die Aufgaben des Starfighters. Die Marineflieger gaben ihre letzten Maschinen 1986 in Eggebek ab, die Jagdbomber-Geschwader der Luftwaffe folgten bis Ende der 1980er-Jahre. Am 22. Mai 1991 musterte die Bundeswehr den Starfighter endgültig aus; zuletzt war er in Manching im Einsatz.
International hielt der Typ länger durch. Die Türkei flog ihn bis 1995, Taiwan bis 1997. Den Schlusspunkt setzte Italien: Die Aeronautica Militare musterte ihre F-104S im Jahr 2004 aus, die letzte militärische Starfighter-Ära endete damit nach rund 50 Jahren.
| Land | Ende des Einsatzes | Hinweis |
|---|---|---|
| Deutschland (Marine) | 1986 | Eggebek als letzter Marine-Standort |
| Deutschland (Luftwaffe) | 22. Mai 1991 | Manching als letzter Standort |
| Türkei | 1995 | Unter anderem F-104G und F-104S |
| Taiwan | 1997 | Mehrere Versionen im Einsatz |
| Italien | 2004 | Letzter militärischer Betreiber, F-104S |
Wo du den Starfighter heute siehst
In Museen
Weil so viele Starfighter gebaut wurden, ist der Typ eines der häufigsten Exponate in europäischen Luftfahrtmuseen. In Deutschland lohnen sich unter anderem diese Adressen:
- Berlin-Gatow: Das Luftwaffenmuseum der Bundeswehr zeigt mehrere Starfighter in verschiedenen Versionen, vom Einsitzer bis zum frühen Doppelsitzer F-104F. Mehr zum Haus steht auf der Seite Militärhistorisches Museum Berlin-Gatow.
- Hermeskeil: Die Flugausstellung Hermeskeil hat Starfighter der Bundeswehr in ihrer großen Militärsammlung.
- Speyer und Sinsheim: Sowohl das Technik Museum Speyer als auch das Technik Museum Sinsheim zeigen ehemals deutsche Starfighter.
- Oberschleißheim: In der Flugwerft Schleißheim steht eine F-104F, also einer der frühen deutschen Doppelsitzer.
- Hannover: Das Luftfahrtmuseum Laatzen gehört ebenfalls zu den Häusern mit einem deutschen Starfighter.
Auch im Ausland ist die Auswahl groß. Im Nationaal Militair Museum Soesterberg findest du niederländische Einsitzer und Doppelsitzer, im Aviodrome Lelystad ein weiteres Exemplar. Das Königliche Armeemuseum in Brüssel zeigt einen belgischen Starfighter, das Norsk Luftfartsmuseum in Bodø eine CF-104. In Italien stehen besonders viele Starfighter, etwa im Museo Storico dell’Aeronautica Militare in Vigna di Valle und in Volandia bei Mailand. Und wer in den USA unterwegs ist, findet frühe amerikanische Versionen im National Museum of the US Air Force in Dayton.
Bestände ändern sich
Museen leihen Flugzeuge aus, restaurieren sie oder stellen sie um. Wenn du einen bestimmten Starfighter oder eine bestimmte Kennung sehen willst, frag vorher beim Museum nach oder prüf die aktuelle Exponatliste.
In der Luft
Einen fliegenden Starfighter zu erleben, ist heute eine echte Rarität. In Bodø in Nordnorwegen wird eine kanadisch gebaute CF-104D mit der zivilen Kennung LN-STF flugfähig gehalten; die Betreiber bezeichnen sie als einzigen flugfähigen Starfighter Europas. In Florida betreibt ein privates Unternehmen von Cape Canaveral aus mehrere doppelsitzige TF-104G mit US-Zivilkennungen, weitere Maschinen werden in den USA restauriert.
Ob diese Jets in einer bestimmten Saison bei Airshows auftreten, ist nie garantiert. Wartung, Ersatzteile und Genehmigungen machen den Betrieb eines Mach-2-Oldtimers aufwendig. Halte deshalb die Programme der großen Veranstaltungen im Blick – einen Überblick über lohnende Termine gibt der Artikel Airshows in Europa für Planespotter.
Keinen Starfighter-Auftritt verpassen
Setz den Starfighter auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine des Typs im Anflug gemeldet wird. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fototipps für Museums-Starfighter
Ein Starfighter im Museum ist ein dankbares, aber kniffliges Motiv. Der lange, schmale Rumpf und die winzigen Flügel passen schlecht in klassische Bildformate.
Tief und von vorn
Geh in die Hocke und fotografiere schräg von vorn. So betonst du die Nadelnase und die nach unten hängenden Flügel – die Ansicht, die den Starfighter einzigartig macht.
Profil mit Abstand
Für die Seitenansicht brauchst du Abstand oder ein Weitwinkel. Achte darauf, dass das T-Leitwerk nicht angeschnitten wird.
Details sammeln
Lufteinläufe mit Stoßkegel, Nachbrennerdüse, Kennung und Geschwaderwappen: Detailaufnahmen helfen dir später bei der Bestimmung der Version und erzählen die Geschichte der Maschine.
Bereit für deine Starfighter-Tour?
- Ich habe ein Museum mit Starfighter ausgewählt und die Öffnungszeiten geprüft.
- Ich weiß, ob die Maschine in der Halle oder im Freigelände steht.
- Ein Weitwinkel für Gesamtansichten ist eingepackt.
- Ich notiere mir Version und Kennung jeder Maschine.
- Ich habe aktuelle Airshow-Programme nach fliegenden Starfightern durchsucht.
Weitere Exoten für deine Liste findest du im Guide Seltene Flugzeuge spotten. Wer selbst mit anpacken will, findet im Beitrag Ehrenamt in Luftfahrtmuseen Einstiegsmöglichkeiten.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für einen Starfighter, wenn …
- winzige, dünne Flügel deutlich nach unten geneigt sind
- das Höhenleitwerk ganz oben auf der Flosse sitzt
- zwei halbrunde Einläufe mit Stoßkegel an den Rumpfseiten liegen
- der Rumpf extrem lang und schlank mit Nadelnase ist
Sieh genauer hin, wenn …
- das Cockpit auffällig lang ist – dann ist es ein Doppelsitzer wie die TF-104G
- zwei zusätzliche Bauchflossen am Heck sitzen – dann ist es eine italienische F-104S
- die Maschine in kanadischen oder japanischen Farben steht – dann kann es eine CF-104 oder F-104J sein
Wer sich für weitere Entwürfe aus den Skunk Works interessiert, schaut sich die Lockheed U-2 und die SR-71 Blackbird an. Was aus dem Konzern geworden ist, steht auf der Seite zu Lockheed Martin.
Fazit
Der Starfighter verkörpert die Faszination und die Härte der frühen Jet-Ära wie kaum ein anderes Flugzeug. Als Rekordjäger aus den Skunk Works gestartet, wurde er in Europa zum Mehrzweckjet und in Deutschland zum Symbol einer Krise, die die Luftwaffe grundlegend veränderte. Heute begegnest du ihm vor allem in Museen – dort aber so häufig, dass du die Versionen in Ruhe vergleichen kannst. Und wer Glück hat, erlebt bei einer Airshow einen der letzten flugfähigen Starfighter.
Kurzfazit
Nadelnase, winzige nach unten geneigte Flügel, T-Leitwerk und seitliche Halbrund-Einläufe: Das ist der Starfighter. Die Bundeswehr flog 916 Maschinen von 1960 bis 1991, 269 davon gingen verloren. Museen in Gatow, Hermeskeil, Speyer und Sinsheim zeigen ihn, fliegend siehst du ihn nur noch in Ausnahmefällen.
Zusammenfassung
- Lockheed entwickelte die F-104 Anfang der 1950er-Jahre als leichten, extrem schnellen Abfangjäger; der Erstflug war im März 1954.
- Die europäische Mehrzweckversion F-104G wurde in großen Stückzahlen in Lizenz gebaut und von mehreren NATO-Staaten geflogen.
- In Deutschland flog der Starfighter von 1960 bis zur Ausmusterung am 22. Mai 1991; die hohe Unfallrate führte 1966 zu einem Führungswechsel an der Spitze der Luftwaffe.
- Italien betrieb die F-104S als letzter Staat bis 2004, heute stehen Starfighter in zahlreichen Museen in ganz Europa.
Häufige Fragen
Warum heißt der Starfighter „Witwenmacher“?
Wegen der vielen tödlichen Unfälle bei der Bundeswehr. Von 916 Maschinen gingen 269 bei Abstürzen verloren, 116 Piloten kamen ums Leben. In den Medien hießen die Jets deshalb auch „Erdnagel“ oder „fliegender Sarg“. Die Spitznamen sind allerdings Schlagworte – die Ursachen lagen in einer Mischung aus Einsatzprofil, Ausbildung, Wartung und Technik.
Wie viele Starfighter hatte die Bundeswehr?
Luftwaffe und Marineflieger erhielten zusammen 916 Starfighter: 30 F-104F, 586 F-104G, 163 RF-104G und 137 TF-104G. Die erste Maschine kam 1960, am 22. Mai 1991 wurde der Typ bei der Bundeswehr endgültig ausgemustert.
Was war die Starfighter-Krise?
So nennt man die Unfallserie der 1960er-Jahre, in der innerhalb kurzer Zeit Dutzende deutsche Starfighter abstürzten. Nach dem Tod eines Piloten über der Nordsee 1966 wurden Ausrüstungsmängel öffentlich, Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel entließ den Inspekteur der Luftwaffe Werner Panitzki. Sein Nachfolger Johannes Steinhoff ordnete Ausbildung und Organisation neu.
Gibt es noch flugfähige Starfighter?
Ja, aber nur sehr wenige. In Bodø in Norwegen wird eine CF-104D mit der zivilen Kennung LN-STF flugfähig gehalten, nach Angaben der Betreiber die einzige in Europa. In Florida betreibt ein privates Unternehmen mehrere doppelsitzige TF-104G. Ob und wann sie fliegen, ändert sich – prüf vor einem Besuch aktuelle Ankündigungen.
Wo sehe ich einen Starfighter in Deutschland?
Zum Beispiel im Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow mit mehreren Exemplaren, in der Flugausstellung Hermeskeil, im Technik Museum Speyer, in Sinsheim, in der Flugwerft Schleißheim und im Luftfahrtmuseum Laatzen.
Welchen ICAO-Typcode hat die F-104?
Der Starfighter läuft unter F104, egal ob von Lockheed oder in Lizenz von Canadair gebaut. Relevant ist der Code heute vor allem für die wenigen zivil zugelassenen Maschinen.
Was unterscheidet F-104G und F-104S?
Die F-104G war die europäische Mehrzweckversion mit verstärkter Zelle und Elektronik für Tiefflug und Bodenangriff. Die F-104S entstand in Italien als weiterentwickelter Abfangjäger mit stärkerem Triebwerk und Radar-Lenkwaffen. Äußerlich erkennst du die S-Version an zwei zusätzlichen Bauchflossen unter dem Heck.
Lockheed F-104 Starfighter sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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