Flughafen Brüssel-Charleroi

Belgiens zweitgrößter Passagierflughafen liegt in Gosselies bei Charleroi, rund 46 Kilometer südlich von Brüssel: eine Piste, zwei Terminals, Ryanairs erste Basis auf dem Kontinent, viel Wizz Air – und eine lange Industriegeschichte rund um Fairey, SABCA und Sonaca.

Auch bekannt als: Brussels South Charleroi Airport · Aéroport de Charleroi Bruxelles-Sud · Flughafen Charleroi-Gosselies · BSCA (Betreibergesellschaft)

BelgienBelgienFlughäfenCRL / EBCIseit 199111 Min. Lesezeit

CRL

IATA-Code

EBCI

ICAO-Code

1

Start- und Landebahn

~10,5 Mio.

Passagiere im Jahr 2024

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA CRL, ICAO EBCI: Belgiens zweitgrößter Passagierflughafen, rund 46 Kilometer südlich von Brüssel in Gosselies bei Charleroi.
  • Eine Piste 06/24 mit rund 3.200 Metern nach der Verlängerung 2021. Meist wird Richtung Westen auf der 24 geflogen.
  • Low-Cost-Hochburg: Ryanair hat hier 2001 ihre erste Basis auf dem Kontinent eröffnet, dazu kommt Wizz Air.
  • Starkes Wachstum: von rund 8,2 Millionen Passagieren 2019 auf rund 10,5 Millionen 2024.
  • Industriegeschichte seit 1919: Fairey, SABCA und Sonaca haben Gosselies zu einem wichtigen Standort der belgischen Luftfahrtindustrie gemacht.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Geschichte im Zeitraffer
  4. 4.Was du als Spotter wissen solltest
  5. 5.Stärken und Schwächen
  6. 6.Von der Flugschule zum Industriestandort
  7. 7.Ryanair und der Name „Brussels South“
  8. 8.Zwei Terminals, eine Bahn
  9. 9.Ryanair und Wizz Air prägen das Bild
  10. 10.Wachstum in Zahlen
  11. 11.Mehr als Low-Cost: Industrie, Businessjets und Militärgäste
  12. 12.Spotten in Charleroi: die bekannten Standpunkte
  13. 13.Licht, Tagesrhythmus und Anreise
  14. 14.Charleroi im Vergleich
  15. 15.Fazit
  16. 16.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeCRL
ICAO-CodeEBCI
BetreiberBrussels South Charleroi Airport (BSCA), gegründet am 9. Juli 1991, als die Wallonische Region die Verwaltung ihrer Flughäfen übernahm
LageIn Gosselies, einem Ortsteil von Charleroi in der Wallonie, rund 7 km nördlich der Innenstadt von Charleroi und rund 46 km südlich von Brüssel; etwa 185 m über dem Meer
Start- und LandebahnEine Asphaltbahn 06/24 (in älteren Quellen 07/25), nach der Verlängerung um 650 m rund 3.200 m lang; Instrumentenlandesystem der Kategorie III seit 2009
TerminalsTerminal 1 (eröffnet im Januar 2008) und Terminal 2 (in Betrieb seit Januar 2017) für die Verkehrsspitzen
Prägende AirlinesRyanair (Basis seit 2001) und Wizz Air (am Flughafen seit 2004), dazu Pegasus sowie saisonal Volotea und Air Corsica
Verkehr2024 rund 10,5 Mio. Passagiere – erstmals mehr als zehn Millionen
Industrie am PlatzWerke von Sonaca (Flugzeugstrukturen) und SABCA (unter anderem Wartung von Kampfjets wie der F-16), dazu Flugschulbetrieb und der Wissenschaftspark Aéropole in der Nähe
AnbindungFlughafenbus des TEC zum Bahnhof Charleroi-Central (rund 20 Minuten), Shuttlebusse nach Brüssel-Midi und in weitere Städte; per Auto über die A54
Für Spotter relevantKeine offizielle Plattform, aber mehrere bekannte Standpunkte an öffentlichen Straßen im Anflug beider Bahnrichtungen und rund um das Terminal
Offizielle Websitewww.brussels-charleroi-airport.com

Tätigkeitsfelder

Passagierverkehr – fast ausschließlich Punkt-zu-Punkt-Verkehr von Low-Cost-Airlines, dazu Ferien- und Ethnic-Verkehr unter anderem nach Marokko, in die Türkei und nach Südosteuropa
Infrastruktur – Betrieb von Piste, Vorfeldern und den beiden Terminals durch die BSCA
Allgemeine Luftfahrt – Business-Aviation am alten Terminal im Süden sowie Flugschulbetrieb
Luftfahrtindustrie – Sonaca und SABCA nutzen den Platz für Fertigung, Wartung und Flugerprobung
Parken und Services – Parkplätze, Shuttle-Anbindung und weitere Dienste für Passagiere

Geschichte im Zeitraffer

1919Auf dem Gelände in Gosselies öffnet eine Flugschule – der Beginn der Luftfahrt an diesem Ort.
1931Der britische Hersteller Fairey gründet hier seine belgische Tochter Avions Fairey. Gosselies wird zum Industriestandort.
1944Nach der Befreiung nutzen die Alliierten den Platz bis August 1945 als vorgeschobenes Flugfeld mit der Bezeichnung A-87.
1954Der Flugzeugbauer SABCA errichtet in Gosselies ein zweites Werk.
1978Die Sonaca wird gegründet und übernimmt die Aktivitäten von Fairey am Standort.
1991Am 9. Juli wird die Betreibergesellschaft Brussels South Charleroi Airport (BSCA) gegründet. Ab 1992 verwaltet die Wallonie ihre Flughäfen selbst.
1997Ryanair nimmt die Strecke nach Dublin auf und vermarktet den Platz als „Brussels South Charleroi“.
2001Charleroi wird die erste Ryanair-Basis auf dem europäischen Festland.
2004Die EU-Kommission wertet Vorteile, die Ryanair in Charleroi erhalten hatte, als unzulässige Beihilfe. Im selben Jahr kommt Wizz Air an den Flughafen.
2008Im Januar geht Terminal 1 in Betrieb, ausgelegt auf bis zu fünf Millionen Passagiere pro Jahr. Im Dezember erklärt das EU-Gericht die Beihilfe-Entscheidung gegen Ryanair für nichtig.
2017Ende Januar öffnet Terminal 2, um Terminal 1 in den Spitzenzeiten zu entlasten.
2021Die um 650 Meter auf rund 3.200 Meter verlängerte Piste wird im Oktober eingeweiht. Die Arbeiten hatten im Mai 2019 begonnen.
2024Mit rund 10,5 Millionen Passagieren knackt Charleroi erstmals die Marke von zehn Millionen.

Flughafen Brüssel-Charleroi aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Brüssel-Charleroi

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Die Betriebsrichtung vor dem Besuch geprüft – bei Westwind wird auf der 24 gelandet und gestartet, nur an wenigen Tagen im Jahr läuft der Betrieb über die 06
  • Eine Ryanair-Boeing 737-8-200 anhand der zusätzlichen Notausgänge hinter dem Flügel von einer 737-800 unterschieden
  • Neben irischen EI-Kennzeichen auch einen Ryanair-Konzernjet mit maltesischem 9H-Kennzeichen von Malta Air notiert
  • Einen Wizz-Air-A321neo im pink-violetten Design erwischt
  • Pegasus, Volotea oder Air Corsica zwischen den Ryanair-Wellen fotografiert
  • Einen Businessjet auf dem Weg zum alten Terminal im Süden gesehen
  • Mit etwas Glück einen Militärgast erwischt, etwa eine F-16 auf dem Weg zur Wartung bei SABCA

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Hohe Taktung: in Spitzenzeiten folgen Starts und Landungen der Low-Cost-Jets dicht aufeinander
  • Kompakter Platz mit nur einer Bahn – du weißt schnell, wo du stehen musst
  • Mehrere Standpunkte an öffentlichen Straßen in beiden Anflugrichtungen
  • Viele Ryanair- und Wizz-Air-Kennzeichen an einem Tag – ideal, um die Sammlung zu füllen
  • Gelegentlich Überraschungen durch Militärjets, Businessjets und die Industrie am Platz

Wo es hakt

  • Wenig Typenvielfalt: Boeing 737 und Airbus A320-Familie dominieren fast alles
  • Keine offizielle Spotting-Plattform wie in Brüssel-Zaventem
  • Mehrere früher beliebte Standpunkte sind laut Berichten aus der Szene inzwischen eingeschränkt
  • Zaun, Wälle und Hitzeflimmern machen manche Motive schwierig
  • Ohne Auto sind die Standpunkte abseits des Terminals mühsam zu erreichen

Charleroi ist für viele Reisende nur der „andere“ Brüsseler Flughafen, der mit dem Shuttlebus und den günstigen Tickets. Für Spotter steckt mehr dahinter. In Gosselies hat Ryanair 2001 ihre erste Basis auf dem europäischen Festland eröffnet und damit ein Modell erprobt, das später Dutzende Regionalflughäfen in Europa übernommen haben. Heute ist Charleroi nach Zaventem der zweitgrößte Passagierflughafen Belgiens, mit einer einzigen Bahn, zwei Terminals und einem dichten Flugplan, der fast nur Boeing 737 und Airbus A320 hereinholt. Dazu kommt eine Industriegeschichte, die bis 1919 zurückreicht.

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Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Von der Flugschule zum Industriestandort

Die Luftfahrt in Gosselies beginnt 1919 mit einer Flugschule auf einem Plateau nördlich von Charleroi. Schon ein Jahr später wird dort an Flugzeugen gewartet, und 1931 gründet der britische Hersteller Fairey seine belgische Tochter Avions Fairey am Platz. Damit ist die Richtung vorgegeben: Gosselies wird weniger als Verkehrsflughafen bekannt, sondern als Werksflugplatz der belgischen Luftfahrtindustrie.

Im Zweiten Weltkrieg nutzen die Alliierten das Gelände nach der Befreiung von September 1944 bis August 1945 als vorgeschobenes Flugfeld mit der Kennung A-87. Nach dem Krieg wächst die Industrie weiter. 1954 eröffnet SABCA in Gosselies ein zweites Werk, 1978 wird die Sonaca gegründet, die die Aktivitäten von Fairey übernimmt. Beide Unternehmen sind bis heute am Platz: Sonaca fertigt Strukturbauteile für zivile und militärische Flugzeuge, unter anderem für Airbus und Embraer, SABCA wartet unter anderem Kampfflugzeuge vom Typ F-16.

Der Linienverkehr bleibt dagegen lange bescheiden. Eine Sabena-Verbindung von Lüttich über Charleroi nach London wird in den 1970er-Jahren mangels Nachfrage wieder eingestellt – die damalige Nationalairline Sabena konzentriert sich ganz auf Brüssel. Die Wende kommt erst, als die Wallonie Anfang der 1990er-Jahre die Verwaltung ihrer Flughäfen übernimmt und am 9. Juli 1991 die Betreibergesellschaft Brussels South Charleroi Airport (BSCA) gründet.

~10,5 Mio.Passagiere im Jahr 2024
~3.200 mLänge der Bahn 06/24
46 kmEntfernung nach Brüssel
2001erste Ryanair-Basis auf dem Kontinent

Ryanair und der Name „Brussels South“

1997 nimmt Ryanair die Strecke von Dublin nach Charleroi auf. Vermarktet wird der Flughafen als „Brussels South Charleroi“ – ein Name, der ihn für Reisende gefühlt näher an die Hauptstadt rückt, als er tatsächlich liegt. 2001 eröffnet Ryanair in Charleroi ihre erste Basis auf dem europäischen Festland. Für die Airline ist das der Testlauf für die Expansion auf dem Kontinent, für Charleroi der Beginn eines Wachstums, das bis heute anhält.

Das Modell dahinter kennst du von vielen Regionalflughäfen: niedrige Gebühren, schnelle Umläufe, eine einheitliche Flotte und ein Flughafen, der in erster Linie Kosten sparen will. Wie dieses Geschäftsmodell funktioniert, erklärt der Beitrag Wie Billigflieger funktionieren.

Ganz reibungslos lief das nicht. Die EU-Kommission prüfte die Vorteile, die Ryanair von der Wallonie und vom Flughafen erhalten hatte, und wertete sie 2004 als unzulässige staatliche Beihilfe. Im Dezember 2008 erklärte das EU-Gericht diese Entscheidung für nichtig, 2012 nahm die Kommission das Verfahren erneut auf. Der Fall gilt bis heute als Grundsatzstreit darüber, wie weit öffentliche Flughäfen Low-Cost-Airlines entgegenkommen dürfen.

Der Konzern hinter den Jets

Die Maschinen in Charleroi gehören nicht alle zur irischen Ryanair DAC. Zur Ryanair Holdings zählen auch Töchter wie Malta Air mit 9H-Kennzeichen. Ein Blick aufs Kennzeichen lohnt sich also, wenn du die Flotte sauber dokumentieren willst.

Zwei Terminals, eine Bahn

Mit dem Wachstum wurde der alte Abfertigungsbereich im Süden schnell zu klein. Im Januar 2008 ging das neue Terminal 1 in Betrieb, ausgelegt auf bis zu fünf Millionen Passagiere im Jahr. Weil auch das nicht reichte, folgte im Januar 2017 Terminal 2, das vor allem die Spitzenzeiten auffängt. Das alte Terminal mit dem Tower im Süden dient heute vor allem der Allgemeinen Luftfahrt und Businessjets.

Die Bahn selbst ist der Engpass – und zugleich das Projekt, das den Flughafen zuletzt am stärksten verändert hat. 2009 bekam Charleroi ein Instrumentenlandesystem der Kategorie III, das Landungen auch bei sehr schlechter Sicht erlaubt. Im Mai 2019 begannen die Arbeiten an einer Verlängerung um 650 Meter, eingeweiht wurde sie im Oktober 2021. Seitdem ist die Bahn rund 3.200 Meter lang.

Merkmal Angabe
Bezeichnung 06/24 (in älteren Quellen 07/25)
Länge rund 3.200 m nach der Verlängerung 2021
Breite 45 m
Belag Asphalt
Landehilfe ILS der Kategorie III seit 2009
Hauptrichtung Westbetrieb auf der 24

Wichtig für die Planung: In vielen Spotter-Guides, die vor einigen Jahren geschrieben wurden, heißt die Bahn noch 07/25. Die neue Bezeichnung 06/24 beschreibt dieselbe Piste. Hintergründe zu Pistennummern liefert der Beitrag zu den Pistenbezeichnungen.

Sperrpause im Blick behalten

Nach Angaben in Nachschlagewerken ist für 2028 eine mehrwöchige Komplettsperrung zur Sanierung der Bahn vorgesehen. Prüf vor einer Reise in diesem Jahr unbedingt die Meldungen des Flughafens – während einer Sperrung ruht der Verkehr komplett. Mit Planetrack siehst du Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen auf einen Blick.

Ryanair und Wizz Air prägen das Bild

Wer in Charleroi den Himmel beobachtet, sieht vor allem eins: die blau-gelben Jets von Ryanair. Die Airline stellt den Großteil der Abflüge und bedient von hier aus ein dichtes Netz in ganz Europa und nach Marokko. Auf dem Vorfeld stehen vor allem die Boeing 737-800 und die neuere Boeing 737-8-200, die du an den zusätzlichen Notausgängen hinter dem Flügel erkennst. Wie du die 737-Generationen auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.

Zweite große Kraft ist Wizz Air, die seit 2004 in Charleroi fliegt. Die Ungarn verbinden den Flughafen vor allem mit Mittel- und Südosteuropa, etwa mit Bukarest, Budapest, Sofia oder Tirana. Mit ihren Airbus A320, A320neo und A321neo sorgt Wizz Air für den Airbus-Anteil im sonst Boeing-lastigen Verkehr. Die Unterschiede innerhalb der Familie erklärt der Beitrag A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten.

Dazu kommen kleinere Anbieter. Pegasus Airlines fliegt nach Istanbul-Sabiha Gökçen und Antalya, Marokko-Verbindungen bedient vor allem Ryanair. Saisonal sind Volotea mit Zielen in Frankreich und Air Corsica mit Korsika-Flügen dabei. Das Angebot ist breit, aber nicht in Stein gemeißelt – welche Airline welche Strecke bedient, ändert sich mit jedem Flugplanwechsel. Welche Saison welche Strecken bringt, erklärt der Beitrag zum Sommer- und Winterflugplan.

Sonderlackierungen nicht verpassen

Mit Planetrack legst du Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen, Airlines und Special Liveries an und erfährst, wenn eine davon anfliegt. Was dir noch fehlt, merkst du dir auf der Wunschliste deines Hangars. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Wachstum in Zahlen

Die Passagierzahlen zeigen, wie konsequent Charleroi auf den Low-Cost-Verkehr gesetzt hat. 2019 zählte der Flughafen rund 8,2 Millionen Passagiere. Im Pandemiejahr 2020 brach das Aufkommen auf rund 2,6 Millionen ein, 2022 lag es mit rund 8,3 Millionen bereits wieder auf Vorkrisenniveau. 2023 waren es rund 9,4 Millionen, 2024 dann erstmals mehr als zehn Millionen.

Jahr Passagiere (gerundet) Bemerkung
2019 8,2 Mio. Vorkrisenniveau
2020 2,6 Mio. Pandemie
2022 8,3 Mio. Vorkrisenniveau erreicht
2023 9,4 Mio. weiteres Wachstum
2024 10,5 Mio. erstmals über zehn Millionen

Für dich als Spotter bedeutet das: Langeweile kommt selten auf, weil an einem normalen Tag sehr viel los ist. Gleichzeitig ist der Typenmix schmal. Wer gezielt nach seltenen Kennzeichen oder Sonderlackierungen sucht, kommt hier trotzdem auf seine Kosten, denn bei so vielen Bewegungen landen im Laufe eines Tages viele unterschiedliche Flugzeuge der großen Flotten.

Mehr als Low-Cost: Industrie, Businessjets und Militärgäste

Abseits der Linienjets hat Charleroi ein paar Besonderheiten. Am alten Terminal im Süden landen Businessjets, und mehrere Flugschulen sorgen für Kleinflugzeuge im Platzverkehr. Weil Sonaca und SABCA am Platz sitzen, tauchen außerdem gelegentlich Flugzeuge auf, die du an einem reinen Low-Cost-Flughafen nicht erwarten würdest – etwa Militärmaschinen auf dem Weg zur Wartung.

Ein Militärflugplatz ist Charleroi trotzdem nicht. Militärbesuche sind selten und lassen sich kaum planen. Wenn du einen erwischst, gilt wie überall: Fotografieren von öffentlichen Wegen aus ist üblich, Werkszufahrten und gesicherte Bereiche sind tabu. Was erlaubt ist und was nicht, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.

Sicherheitsdienst ernst nehmen

Am Zaun eines Flughafens fallen Teleobjektive auf. Wenn dich jemand vom Sicherheitsdienst anspricht, erklär ruhig, was du machst, und folge den Anweisungen. Hintergründe gibt der Beitrag Großes Teleobjektiv, großer Verdacht.

Spotten in Charleroi: die bekannten Standpunkte

Anders als in Zaventem hat Charleroi keine offizielle Spotting-Plattform. Die Szene nutzt deshalb öffentliche Straßen und Wege rund um den Flughafen. Einige ältere Standpunkte sind laut Berichten aus der Community inzwischen gesperrt oder eingeschränkt, etwa ein beliebter Platz in Ransart, der nach einem Brand in der Nähe hinter einer Sicherheitsabsperrung verschwand. Prüf deshalb vor dem Besuch, ob dein Wunschplatz noch zugänglich ist.

Rue d’Heppignies (Anflug 24): Der Klassiker für Landungen bei Westbetrieb. Vom Gehweg aus siehst du die Flugzeuge im Endanflug. Das Licht passt etwa von 8 Uhr bis in den frühen Nachmittag. Am Kreisverkehr mit der Tankstelle weiter die Straße entlang bekommst du an langen Sommertagen am späten Nachmittag und Abend Licht von der richtigen Seite. Parken an der Straße ist nicht erlaubt – nutze offizielle Parkplätze.

Busbahnhof westlich des Terminals: Von einer leicht erhöhten Position blickst du über den Zaun auf Vorfeld, Rollwege und die Bahn. Hier siehst du Pushbacks, Rollverkehr, Landungen auf der 24 und Starts auf der 06. Das Licht passt im Sommer vor allem am frühen Abend. Der Vorteil: Du erreichst den Platz mit dem Bus und hast Toiletten und Gastronomie im Terminal.

Chaussée de Bruxelles (N5, Anflug 06): Bei Ostwind die erste Wahl für Anflüge auf die 06. Mit Leiter siehst du ab dem frühen Nachmittag auch das Line-up auf der 06. Parken kannst du an nahen Geschäften, alternativ erreichst du den Platz mit Bus oder Tram.

Rue des Fusillés: Ein ruhiger Straßenabschnitt für Landungen auf der 06. Die Bahn selbst siehst du von hier nicht, die Anflüge aber gut. Das Licht passt hier vom Morgen bis in den frühen Nachmittag.

Betriebsrichtung prüfen

Meist wird auf der 24 gelandet – dann ist die Rue d'Heppignies erste Wahl. Bei Ostwind wechselst du an die N5 oder die Rue des Fusillés.

Alte Bahnnummern umrechnen

Ältere Guides sprechen von 07/25. Gemeint ist dieselbe Bahn, die heute 06/24 heißt.

Zugang klären

Einige frühere Standpunkte sind eingeschränkt. Schau vorab in aktuelle Berichte aus der Community.

Leiter überlegen

An mehreren Stellen stört der Zaun. Eine kleine Leiter hilft, wird aber nur kurz für das Foto genutzt.

Kennzeichen notieren

Bei so vielen gleichen Jets ist das Kennzeichen das einzige, was deine Sichtungen unterscheidet.

Zum Zaun und zur Leiter gibt es eigene Beiträge: Durch den Zaun fotografieren und Leiter, Tritt und Stativ am Flughafenzaun. Im Sommer flimmert über dem Asphalt oft die Luft – Tipps dagegen liefert der Beitrag Hitzeflimmern vermeiden.

Licht, Tagesrhythmus und Anreise

Die Bahn verläuft ungefähr von Westsüdwest nach Ostnordost. Im Anflug auf die 24 an der Rue d’Heppignies hast du am Vormittag und über Mittag gutes Licht, am Abend wechselst du besser an den Busbahnhof oder an die Rue Santos-Dumont. Wann die Sonne an deinem Termin wo steht, planst du mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot.

Der Verkehr folgt dem typischen Low-Cost-Rhythmus. Morgens starten die hier stationierten Jets in einer dichten Welle, danach kommen die Flugzeuge im Laufe des Tages zurück und drehen schnell wieder um. Nachts ist es weitgehend ruhig; ältere Spotter-Guides nennen eine Betriebspause zwischen 23 und 6 Uhr, prüf aber die aktuellen Regeln vor Ort. Im Sommer ist durch Ferienflüge noch etwas mehr los.

Ohne Auto erreichst du das Terminal gut: Vom Bahnhof Charleroi-Central fährt ein Flughafenbus des TEC in rund 20 Minuten zum Flughafen, aus Brüssel gibt es Shuttlebusse ab Brüssel-Midi. Die Standpunkte abseits des Terminals sind zu Fuß dagegen mühsam, weil Zäune den direkten Weg versperren. Mehr dazu im Beitrag Anreise zum Spot.

Spot, Licht und Wind auf einen Blick

Planetrack zeigt dir auf der Spot-Karte Anreise, bestes Licht, Bewertungen und Community-Fotos, dazu Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Charleroi passt zu dir, wenn …

  • du viele Ryanair- und Wizz-Air-Kennzeichen an einem Tag sammeln willst
  • du einen kompakten Flughafen mit klarer Betriebsrichtung suchst
  • du Low-Cost-Verkehr und gelegentliche Überraschungen magst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du ohne Auto zu den Anflugpunkten willst
  • du nur bei Ostwind Zeit hast

Eher woanders, wenn …

  • du Großraumflugzeuge, Fracht oder Langstrecke suchst
  • du eine offizielle Plattform oder Besucherterrasse erwartest

Charleroi im Vergleich

Innerhalb Belgiens ergänzt Charleroi die anderen Flughäfen perfekt. Der Flughafen Brüssel-Zaventem bietet Netzwerk-Airlines, Langstrecke, Militär und offizielle Plattformen wie die Spotterzone Steenokkerzeel. Der Flughafen Lüttich ist der Frachtflughafen des Landes, mit dem Spotterplatz am Flughafen Lüttich als passendem Ziel. Der kleine Flughafen Ostende-Brügge an der Küste rundet eine Belgien-Tour ab.

Im Vergleich mit anderen Low-Cost-Flughäfen spielt Charleroi in einer eigenen Liga. Der Flughafen Eindhoven in den Niederlanden setzt auf ein ähnliches Modell, aus deutscher Sicht sind der Flughafen Weeze, der Flughafen Frankfurt-Hahn und der Flughafen Memmingen naheliegende Vergleiche. Keiner davon erreicht aber die Passagierzahlen von Charleroi.

Fazit

Der Flughafen Brüssel-Charleroi ist das Lehrbuchbeispiel eines Low-Cost-Flughafens, der groß geworden ist. Aus einem Industrie- und Werksflugplatz mit Wurzeln im Jahr 1919 wurde mit Ryanair und Wizz Air ein Flughafen mit mehr als zehn Millionen Passagieren im Jahr. Die Typenvielfalt ist überschaubar, doch die Taktung ist hoch, und gelegentlich sorgen Businessjets, Militärgäste oder die Industrie am Platz für Abwechslung.

Für Spotter zählt vor allem die Vorbereitung: Betriebsrichtung prüfen, die neue Bahnbezeichnung im Kopf behalten, Zugang zu den Standpunkten klären und das Licht passend zur Tageszeit wählen.

Kurzfazit

CRL ist Belgiens Low-Cost-Drehscheibe mit einer Bahn und sehr viel Verkehr. Wer Kennzeichen sammeln will, ist hier richtig – plane nach Westbetrieb auf der 24 und starte an der Rue d'Heppignies, dann passt der Rest.

Zusammenfassung

  • Charleroi ist das Paradebeispiel eines Low-Cost-Flughafens: eine Bahn, zwei Terminals und ein Flugplan, den Ryanair und Wizz Air prägen.
  • Für Spotter heißt das: viel Verkehr, wenig Typenvielfalt – dafür eine Menge Kennzeichen, Sonderlackierungen und gelegentliche Überraschungen.
  • Die meisten Fotos entstehen im Anflug auf die 24 an der Rue d'Heppignies; bei Ostwind wechselst du auf die Seite der N5.
  • Eine offizielle Plattform gibt es nicht. Halte dich an öffentliche Wege, und prüf vor dem Besuch, ob ein Standpunkt noch zugänglich ist.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Charleroi?

Der IATA-Code ist CRL, der ICAO-Code EBCI. CRL steht auf Bordkarte und Gepäckanhänger, EBCI nutzen Flugsicherung, Wetterdienste und viele Flugverfolgungsdienste. Den Unterschied der beiden Systeme erklärt der Beitrag zu IATA- und ICAO-Codes.

Liegt der Flughafen Charleroi wirklich in Brüssel?

Nein. Der Flughafen liegt in Gosselies, einem Ortsteil von Charleroi in der Wallonie, rund 46 Kilometer südlich von Brüssel. Der Name „Brussels South“ ist eine Marketingbezeichnung, die spätestens mit dem Ryanair-Verkehr ab 1997 bekannt wurde. Brüssels Hauptflughafen ist der Flughafen Brüssel-Zaventem (BRU) nordöstlich der Stadt.

Wie viele Start- und Landebahnen hat Charleroi?

Eine. Die Bahn trägt heute die Bezeichnung 06/24; in älteren Spotter-Guides findest du noch 07/25. Seit der Verlängerung um 650 Meter, die im Oktober 2021 eingeweiht wurde, ist sie rund 3.200 Meter lang. Warum sich Pistennummern mit der Zeit ändern können, erklärt der Beitrag zu den Pistenbezeichnungen.

Welche Airlines fliegen ab Charleroi?

Den Großteil des Verkehrs stellt Ryanair, die hier seit 2001 eine Basis hat. Zweitgrößter Anbieter ist Wizz Air mit Strecken vor allem nach Mittel- und Südosteuropa. Dazu kommen nach Angaben des Flughafens Pegasus Airlines sowie Volotea und Air Corsica, die vor allem saisonal fliegen. Das Angebot ändert sich mit jedem Flugplanwechsel – prüf vor einem gezielten Besuch die Ankunftstafel des Flughafens.

Wo kann ich in Charleroi spotten?

Eine offizielle Plattform gibt es nicht. Bekannt sind vor allem die Rue d'Heppignies im Anflug auf die 24, der Bereich am Busbahnhof westlich des Terminals und die Chaussée de Bruxelles (N5) im Anflug auf die 06. Einzelne frühere Standpunkte sind laut Berichten aus der Szene inzwischen gesperrt oder eingeschränkt. Bleib auf öffentlichen Wegen und folge Anweisungen des Sicherheitspersonals.

Welche Betriebsrichtung ist in Charleroi am häufigsten?

Wegen der vorherrschenden Westwinde wird meist über die 24 gelandet und gestartet. Die 06 kommt laut Spotter-Guides nur an rund 30 Tagen im Jahr zum Zug, vor allem bei Ost- und Nordostwind. Wie du die aktuelle Richtung vorab erkennst, steht im Beitrag zur Betriebsrichtung am Flughafen.

Wie komme ich ohne Auto zum Flughafen Charleroi?

Vom Bahnhof Charleroi-Central fährt ein Flughafenbus des TEC zum Terminal, die Fahrt dauert rund 20 Minuten. Aus Brüssel gibt es Shuttlebusse ab dem Bahnhof Brüssel-Midi, außerdem Busverbindungen in weitere Städte wie Gent oder Lille. Tipps für die letzte Meile zum Spot gibt der Beitrag Anreise zum Spot.

Gibt es in Charleroi auch Militärflugzeuge?

Selten, aber es kommt vor. Charleroi ist kein Militärflugplatz, doch die Firma SABCA wartet am Standort Kampfflugzeuge vom Typ F-16. Gelegentlich tauchen daher Kampfjets oder Transportflugzeuge auf. Beim Fotografieren gelten die Regeln aus dem Beitrag Ist Planespotting erlaubt?

Sichtungen rund um Flughafen Brüssel-Charleroi sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

FR / RYR

Ryanair

Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.

MAY

Malta Air

Die maltesische Schwester von Ryanair: 2019 gegründet, heute eine der größten Gesellschaften der Group – mit Boeing 737-800 und 737-8200, 9H-Kennzeichen und Flügen unter Ryanair-Flugnummern weit über Malta hinaus.

W6 / WZZ

Wizz Air

Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.

PC / PGT

Pegasus Airlines

Die türkische Low-Cost-Airline aus Istanbul-Sabiha Gökçen: fast reine Airbus-A320neo-Familie, ein dichtes Deutschland-Netz und seit Oktober 2026 die Smartwings-Gruppe unter dem eigenen Dach.

V7 / VOE

Volotea

Die spanische Low-Cost-Airline der Vueling-Gründer: Direktflüge zwischen mittelgroßen Städten in Frankreich, Italien und Spanien, eine reine Flotte aus Airbus A319 und A320 – und der Werksshuttle für Airbus.

XK / CCM

Air Corsica

Die Regionalairline der Insel Korsika: Sitz in Ajaccio, mehrheitlich im Besitz der Collectivité de Corse, mit ATR 72-600 und Airbus A320neo auf den Verbindungen nach Marseille, Nizza und Paris-Orly.

SN / BEL

Brussels Airlines

Belgiens Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Brüssel: entstanden aus dem Erbe der Sabena, seit 2009 in der Star Alliance, seit 2017 vollständig Teil der Lufthansa Group – und der Konzernspezialist für Afrika.

Typische Flugzeuge

Spotting-Spots rund um Flughafen Brüssel-Charleroi

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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