Flughafen Weeze

Vom Fliegerhorst der Royal Air Force zur Ryanair-Basis am Niederrhein: Auf der ehemaligen RAF Laarbruch landen heute fast nur noch Boeing 737 – dafür gibt es eine kostenlose Terrasse, ein RAF-Museum auf dem Gelände und viel Luftfahrtgeschichte.

Auch bekannt als: Airport Weeze · Flughafen Niederrhein · RAF Laarbruch (militärische Vorgeschichte) · Düsseldorf (Weeze) (Vermarktungsname bei Ryanair) · Flughafen Niederrhein GmbH (Betreiber)

DeutschlandDeutschlandFlughäfenNRN / EDLVseit 199311 Min. Lesezeit

NRN

IATA-Code

EDLV

ICAO-Code

2.440 m

Länge der einzigen Bahn 09/27

1954–1999

RAF Laarbruch

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA NRN, ICAO EDLV: Regionalflughafen am Niederrhein mit einer 2.440 Meter langen Bahn 09/27.
  • Früher RAF Laarbruch: 45 Jahre lang flog hier die britische Royal Air Force, zuletzt mit Tornado und Harrier.
  • Ryanair-Basis seit 2007: Ryanair prägt das Bild – fast alles, was hier landet, ist eine Boeing 737.
  • Rund 2,25 Millionen Passagiere 2025, ein großer Teil davon aus den nahen Niederlanden.
  • Spotter-Einstieg: kostenlose Besucherterrasse im Terminal und ein RAF-Museum auf dem früheren Fliegerhorst.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Geschichte im Zeitraffer
  4. 4.Was du als Spotter wissen solltest
  5. 5.Stärken und Schwächen
  6. 6.Von RAF Laarbruch zum Airport Weeze
  7. 7.Ein Name, um den gestritten wurde
  8. 8.Eine Bahn, ein Terminal, wenig Ablenkung
  9. 9.Betriebsrichtung: 27 oder 09?
  10. 10.Ryanair prägt das Bild
  11. 11.Wer sonst noch in Weeze landet
  12. 12.Ein Flughafen für zwei Länder
  13. 13.Spotten in Weeze: Terrasse und Tagesrhythmus
  14. 14.Das RAF-Museum Laarbruch-Weeze
  15. 15.Weeze im Vergleich
  16. 16.Fazit
  17. 17.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeNRN
ICAO-CodeEDLV
BetreiberFlughafen Niederrhein GmbH – mehrheitlich in privater niederländischer Hand; Kreis Kleve und Gemeinde Weeze sind seit Ende 2016 über eine stille Beteiligung mit rund 11 % beteiligt
LageBei Weeze im Kreis Kleve am Niederrhein, nahe der niederländischen Grenze; Bustransfer nach Düsseldorf rund 1 Stunde 15 Minuten
Start- und LandebahnEine Bahn: 09/27, 2.440 m lang, Asphalt
GeländeRund 620 Hektar – das komplette frühere Areal des Fliegerhorsts Laarbruch
TerminalEin Passagierterminal, eröffnet 2003 und 2010 umgebaut; ein zusätzliches Ankunftsterminal ist seit August 2026 im Bau
Wichtigster NutzerRyanair – Basis seit 2007 und mit großem Abstand größter Kunde
Weitere AirlinesSaisonale Ferienflüge, im Sommer 2026 etwa Freebird Airlines im Auftrag der TUI; für 2027 sind Transavia und SunExpress angekündigt (Stand Oktober 2026)
Verkehr 2025Rund 2,25 Mio. Passagiere – Rekord war 2010 mit knapp 2,9 Mio.
Militärische Vorgeschichte1954 bis 1999 Fliegerhorst RAF Laarbruch der britischen Royal Air Force
Für Spotter relevantKostenlose Besucherterrasse im Obergeschoss des Terminals mit Blick auf Vorfeld und Bahn; RAF-Museum auf dem Flughafengelände
Offizielle Websitewww.airport-weeze.com

Tätigkeitsfelder

Passagierverkehr – Low-Cost-Verkehr mit Schwerpunkt Ryanair, dazu saisonale Ferienflüge im Auftrag von Reiseveranstaltern
Flughafeninfrastruktur – Betrieb von Bahn, Vorfeld und Terminal durch die Flughafen Niederrhein GmbH
Gewerbe und Konversion – Vermarktung des früheren Kasernen- und Fliegerhorstgeländes, unter anderem für Industrie und Logistik
Veranstaltungen – Festival- und Eventflächen auf dem Gelände, bekannt vor allem durch das Elektro-Festival Parookaville

Geschichte im Zeitraffer

1954Nach Baubeginn im Oktober 1953 öffnet die Royal Air Force den Fliegerhorst Laarbruch – einer von mehreren britischen Plätzen nahe der niederländischen Grenze.
1954–1999In Laarbruch fliegen nacheinander unter anderem Canberra, Buccaneer, Jaguar, Tornado und zuletzt Harrier.
1993Die Flughafen Niederrhein GmbH wird gegründet, um eine zivile Nachnutzung des Geländes vorzubereiten.
1994Die britische Regierung kündigt an, Laarbruch bis 1999 aufzugeben.
1999Am 30. November übergibt die RAF den Platz nach 45 Jahren an die deutschen Behörden; das Gelände geht an den Kreis Kleve.
2001Eine niederländische Investorengruppe kauft das 620 Hektar große Areal. Am 20. Juni wird der zivile Flugbetrieb genehmigt.
2003Am 1. Mai startet der erste Linienflug – eine Ryanair-Verbindung nach London. Im Herbst stationiert die niederländische V Bird vier Airbus A320 in Weeze.
2004–2005V Bird stellt den Betrieb ein. Nach Gerichtsverfahren um den Namenszusatz „Düsseldorf“ heißt der Platz seit März 2005 Airport Weeze.
2007Ryanair macht Weeze zu ihrer dritten deutschen Basis. Bahn und Befeuerung werden für schlechte Sicht modernisiert.
2010Mit knapp 2,9 Millionen Passagieren erreicht der Flughafen seinen bisherigen Rekord; der langjährige Streit um die Betriebsgenehmigung wird beigelegt.
2011Nach Einführung der Luftverkehrsteuer bricht die Nachfrage deutlich ein – 2011 fliegen rund 16 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahr.
2016Kreis Kleve und Gemeinde Weeze werden über eine stille Beteiligung Mitgesellschafter. Das RAF-Museum auf dem Gelände erhält eine früher in Laarbruch stationierte Canberra.
2020Wegen der Pandemie setzt Ryanair den Betrieb von Ende März bis Anfang Juni aus; das Jahr endet mit nur rund 275.000 Passagieren.
2025Mit rund 2,25 Millionen Fluggästen wächst Weeze laut Betreiber um rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
2026Im August beginnt der Bau eines neuen Ankunftsterminals. Für 2027 kündigt der Flughafen Transavia und SunExpress als neue Kunden an.

Flughafen Weeze aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Weeze

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Eine Ryanair-Boeing 737-800 beim Start auf der 09 oder 27 fotografiert
  • Eine Boeing 737-8-200 von Ryanair von einer 737-800 unterschieden – an Triebwerken und Heckkonus
  • Ein Ryanair-Flugzeug mit Sonderlackierung oder ein Jet einer anderen Gruppengesellschaft im Ryanair-Netz erwischt
  • Einen saisonalen Ferienflieger einer türkischen oder griechischen Airline notiert
  • Die Betriebsrichtung vor dem Besuch geprüft – Westwind heißt Richtung 27, Ostwind Richtung 09
  • Das RAF-Museum auf dem Gelände besucht und Flugzeuge und Cockpits aus der RAF-Zeit gesehen
  • Für jede Sichtung das Kennzeichen notiert – bei vielen gleichen 737 die einzige saubere Unterscheidung

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Kostenlose Besucherterrasse direkt am Terminal
  • Übersichtlicher Platz mit nur einer Bahn – du verpasst kaum eine Bewegung
  • Große Ryanair-Präsenz: ideal, um 737-800 und 737-8-200 in Ruhe zu vergleichen
  • Spannende Militärgeschichte mit eigenem RAF-Museum auf dem Gelände
  • Gut kombinierbar mit Düsseldorf, Eindhoven und Maastricht-Aachen

Wo es hakt

  • Wenig Typenvielfalt – fast ausschließlich Boeing 737
  • Verkehr kommt in Wellen, dazwischen kann es lange ruhig sein
  • Ländliche Lage: ohne Auto nur mit Bus-Anschluss an die Bahnhöfe Weeze und Kevelaer
  • RAF-Museum nur an Wochenenden und mit Winterpause geöffnet
  • Bewegungen konzentrieren sich auf die Ferienzeiten

Weeze ist ein Flughafen mit zwei Leben. 45 Jahre lang donnerten hier Jets der britischen Royal Air Force über den Niederrhein – vom Canberra-Bomber bis zum Harrier. Heute rollen auf derselben Bahn fast nur noch Boeing 737 in Blau und Gelb. Für Spotter ist der Platz deshalb kein Ort für große Typenvielfalt, sondern einer für ruhige Tage mit sauberen Low-Cost-Fotos, eine kostenlose Terrasse und ein Stück Militärgeschichte, das du auf dem Gelände noch heute anfassen kannst.

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Jede 737 mit Kennzeichen, Typ und Airline festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Von RAF Laarbruch zum Airport Weeze

Die Geschichte des Platzes beginnt im Kalten Krieg. Im Oktober 1953 begannen die Bauarbeiten, 1954 öffnete die Royal Air Force den Fliegerhorst Laarbruch zwischen Weeze und der niederländischen Grenze. Er gehörte zu einer Kette britischer Flugplätze, die in den 1950er-Jahren bewusst weit im Westen der Bundesrepublik angelegt wurden. Schon vorher war die Gegend luftfahrtgeschichtlich vorbelastet: In den 1930er-Jahren gab es hier ein Segelfluggelände, und im Frühjahr 1945 nutzte die RAF das Areal als vorgeschobenen Feldflugplatz.

Was in Laarbruch stationiert war, liest sich wie ein Querschnitt durch die britische Militärluftfahrt der Nachkriegszeit. Zu Beginn flogen Nachtjäger, ab 1954 folgten Aufklärer und Bomber vom Typ English Electric Canberra. In den 1970er-Jahren kamen Blackburn Buccaneer und SEPECAT Jaguar, in den 1980er-Jahren der Panavia Tornado. Ab 1992 bestimmten Harrier und Hubschrauber das Bild. 1994 entschied London, Laarbruch aufzugeben; die letzten Harrier verließen den Platz im Mai 1999, und am 30. November 1999 übergab die RAF das Gelände nach 45 Jahren an die deutschen Behörden.

Die zivile Zukunft war da bereits vorbereitet. 1993 wurde die Flughafen Niederrhein GmbH gegründet, 2001 kaufte eine niederländische Investorengruppe das rund 620 Hektar große Areal vom Kreis Kleve, und im Juni desselben Jahres kam die Genehmigung für den zivilen Flugbetrieb. Nach dem Umbau mit neuem Terminal und Vorfeld hob am 1. Mai 2003 der erste Linienflug ab – eine Ryanair-Verbindung nach London.

2,25 Mio.Passagiere im Jahr 2025
2.440 mLänge der Bahn 09/27
45 JahreRoyal Air Force in Laarbruch
42Ziele im Sommerflugplan 2026

Ein Name, um den gestritten wurde

Wer bei Ryanair einen Flug nach Weeze bucht, liest dort bis heute „Düsseldorf (Weeze)“. Die Airline vermarktet den Platz seit dem Start unter dem Namen der nächsten Großstadt – obwohl der Bustransfer in die Düsseldorfer Innenstadt gut eine Stunde dauert. Der Flughafen selbst versuchte 2004 zweimal, sich offiziell mit dem Zusatz „Düsseldorf“ zu schmücken, und scheiterte beide Male vor Gericht. Seit März 2005 heißt er Airport Weeze; der IATA-Code NRN verweist dagegen auf den Niederrhein, nach dem auch die Betreibergesellschaft benannt ist.

Juristisch war die Anfangszeit ohnehin bewegt. Anwohner klagten gegen die Betriebsgenehmigung, 2006 hob das Oberverwaltungsgericht Münster sie auf, der Flugbetrieb lief aber weiter, während die Genehmigung nachgebessert wurde. Eine ergänzende Genehmigung von 2009 brachte Einschränkungen in der Nacht und am frühen Morgen, 2010 wurde der Streit mit den Klägern weitgehend außergerichtlich beigelegt.

Eine Bahn, ein Terminal, wenig Ablenkung

Das Layout ist denkbar einfach. Weeze hat eine einzige Start- und Landebahn mit der Bezeichnung 09/27, 2.440 Meter lang, in Ost-West-Richtung. Davor liegen das Vorfeld und das Terminal, das 2003 eröffnet und 2010 umgebaut wurde, um mehr Fläche für Läden und Gastronomie zu schaffen. Viele Gebäude des alten Fliegerhorsts stehen noch und werden heute gewerblich oder für Veranstaltungen genutzt.

Bereich Was du dort findest Für Spotter interessant
Bahn 09/27 einzige Start- und Landebahn, Ost-West-Richtung alle Starts und Landungen auf einer Achse
Vorfeld am Terminal Abstellpositionen der Ryanair-Jets und Ferienflieger Turnarounds, Push-backs, Kennzeichen
Terminal-Obergeschoss Besucherterrasse am Restaurant, kostenlos Überblick über Vorfeld und Bahn
Ehemalige RAF-Gebäude RAF-Museum Laarbruch-Weeze in Kirche, Sparkasse und Kino Cockpits, Schleudersitze, Flugzeuge der RAF

Weil alle Bewegungen über dieselbe Bahn laufen, verpasst du von einem festen Punkt aus kaum etwas. Die Kehrseite: Auf dem Vorfeld steht oft eine ganze Reihe nahezu identischer Flugzeuge. Wer hier ernsthaft loggt, schreibt jedes Kennzeichen mit – sonst verschwimmen die Sichtungen schon am Abend.

Betriebsrichtung: 27 oder 09?

Wie überall wird gegen den Wind gestartet und gelandet. Bei den am Niederrhein häufigen Westwinden läuft der Betrieb meist in Richtung 27: Die Maschinen kommen von Osten herein und starten nach Westen, Richtung niederländische Grenze. Bei Ostwind dreht sich das Bild, dann gilt Richtung 09. Für Anflugfotos heißt das: Du brauchst das Bahnende, auf das die Flugzeuge gerade zufliegen.

Von der Terrasse aus spielt die Richtung eine geringere Rolle, weil du dort beide Bahnenden im Blick hast. Spannend wird die Frage, sobald du an den Zaun oder in die Anflugschneise willst. Wie du Wind und Betriebsrichtung vorab einschätzt, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen; für die Wetterlage hilft dir der Artikel zu Windy und anderen Wetterkarten.

Licht und Bahn zusammen denken

Die Bahn verläuft in Ost-West-Richtung, die Sonne steht mittags im Süden. Von der Nordseite hast du sie tagsüber im Rücken, von der Südseite fotografierst du um die Mittagszeit ins Gegenlicht. Morgens und abends kommt das Licht flach von der Seite. Wie du das vorab planst, steht im Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot.

Ryanair prägt das Bild

Seit 2007 ist Weeze eine Basis von Ryanair – damals die dritte der Airline in Deutschland. Seitdem ist der Flughafen eng mit dem irischen Billigflieger verbunden: Er stellt den mit Abstand größten Teil aller Flüge, in guten Jahren waren es um die neun von zehn Bewegungen. Wie das Geschäftsmodell funktioniert, das Plätze wie Weeze groß gemacht hat, beschreibt der Beitrag Wie Billigflieger funktionieren.

Für dich als Spotter bedeutet das vor allem eins: Boeing 737. Die Ryanair-Flotte besteht aus der Boeing 737-800 und der neueren Boeing 737-8-200, die Ryanair als „Gamechanger“ vermarktet. Beide sehen sich auf den ersten Blick ähnlich, unterscheiden sich aber an Triebwerksgondeln und Heckkonus. Weeze ist ein guter Ort, um diesen Blick zu trainieren – die Einzelheiten stehen im Beitrag Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden. Zur Ryanair-Gruppe gehören außerdem Flugbetriebe wie Malta Air und Lauda Europe; je nach Einsatzplanung kann auch ein Jet einer Schwestergesellschaft im Ryanair-Netz auftauchen. Den Konzern dahinter stellt die Seite zu Ryanair Holdings vor.

Special Liveries nicht verpassen

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Wer sonst noch in Weeze landet

Neben Ryanair hat Weeze über die Jahre viele Airlines kommen und gehen sehen. Die niederländische V Bird stationierte 2003 vier Airbus A320, stellte den Betrieb aber schon 2004 ein. Später flogen unter anderem Hamburg International, Air Berlin, Wizz Air, Eurowings und ab 2020 Corendon ab Weeze – heute sind sie alle wieder verschwunden.

Im Sommer 2026 ergänzen saisonale Ferienflüge das Ryanair-Programm, etwa mit Freebird Airlines, die im Auftrag von TUI im August und September nach Antalya fliegt. Für 2027 hat der Flughafen zwei Neuzugänge angekündigt: SunExpress startet laut Flughafen am 23. April 2027 eine tägliche Verbindung nach Antalya, und Transavia verlegt einen Teil ihres Programms nach Weeze, solange der Flughafen Eindhoven vom 1. Februar bis 18. Juli 2027 wegen Bahnsanierung geschlossen ist. Der Flughafen rechnet allein dadurch mit rund 450.000 zusätzlichen Fluggästen. Alle Angaben: Stand Oktober 2026 – Flugpläne ändern sich.

Airline Rolle in Weeze Typisches Flugzeug
Ryanair Basis seit 2007, Großteil aller Flüge Boeing 737-800, 737-8-200
Freebird Airlines saisonale Ferienflüge für TUI (Sommer 2026) Schmalrumpfjet
SunExpress tägliche Flüge nach Antalya ab April 2027 (angekündigt) Schmalrumpfjet
Transavia Ausweichbetrieb während der Eindhoven-Schließung 2027 (angekündigt) Schmalrumpfjet der Transavia-Flotte

Ein Flughafen für zwei Länder

Weeze liegt nur wenige Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt – und das merkt man am Publikum. Laut Flughafen kommen rund 45 Prozent der Fluggäste aus den Niederlanden. Auch die Eigentümerstruktur ist niederländisch geprägt: Die Mehrheit an der Flughafen Niederrhein GmbH liegt in privater niederländischer Hand, seit Ende 2016 sind der Kreis Kleve und die Gemeinde Weeze über eine stille Beteiligung mit zusammen rund 11 Prozent dabei und halten je einen Sitz im Aufsichtsrat.

Die Verkehrszahlen sind über die Jahre stark geschwankt. Den Rekord stellte Weeze 2010 mit knapp 2,9 Millionen Passagieren auf, nach Einführung der Luftverkehrsteuer 2011 brach die Nachfrage deutlich ein. Im Pandemiejahr 2020 waren es nur rund 275.000 Fluggäste. Seitdem geht es wieder aufwärts: 2024 knapp zwei Millionen, 2025 laut Betreiber rund 2,25 Millionen. Für den Sommerflugplan 2026 nannte der Flughafen 42 Ziele und mehr als 10.000 Starts und Landungen; die meisten Abflüge gingen nach Palma de Mallorca, Girona, Málaga und Alicante.

Der Ausbau läuft entsprechend. Im August 2026 war Spatenstich für ein neues Ankunftsterminal mit getrennten Bereichen für Schengen- und Nicht-Schengen-Passagiere; die Fertigstellung ist für Mitte 2027 vorgesehen.

Spotten in Weeze: Terrasse und Tagesrhythmus

Der einfachste Einstieg ist die Besucherterrasse im Obergeschoss des Terminals, direkt am Restaurant. Laut Flughafen ist sie kostenlos und bietet Blick auf Vorfeld und Bahn. Für Vorfeldszenen und rollende Maschinen reicht ein mittleres Tele, für formatfüllende Starts und Landungen auf der Bahn brauchst du mehr Brennweite. Feste Öffnungszeiten für die Terrasse nennt der Flughafen nicht – frag im Zweifel vorher nach.

Beim Fotografieren gibt sich Weeze offen: Laut Flughafen sind Foto- und Filmaufnahmen auf dem Gelände der Flughafen Niederrhein GmbH grundsätzlich erlaubt. Nur kommerzielle Aufnahmen müssen vorher mit der Marketingabteilung abgestimmt werden und kosten Geld. Für Drohnen gelten eigene Regeln – die gehören in Flughafennähe ohnehin nicht in den Rucksack. Was am Zaun allgemein erlaubt ist und was nicht, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.

Typisch für einen Basisflughafen ist der Rhythmus. Die stationierten Jets starten frühmorgens zu ihren ersten Umläufen, über den Tag kommen und gehen Maschinen in Wellen, abends kehren die Basisflugzeuge zurück. Dazwischen kann es eine Weile still werden. Schau deshalb vorher in die Abflug- und Ankunftstafeln oder in eine Flugverfolgung – wie das geht, steht im Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B. In den Ferienzeiten ist deutlich mehr los als in ruhigen Wintermonaten.

Wind und Betriebsrichtung prüfen

Westwind heißt Richtung 27, Ostwind Richtung 09. Daraus ergibt sich, von welcher Seite die Landungen kommen.

Wellen im Flugplan finden

Ein Blick in Abflug- und Ankunftstafel zeigt, wann mehrere Maschinen kurz nacheinander kommen und gehen.

Anreise klären

Ohne Auto geht es mit dem RE 10 bis Weeze oder Kevelaer und weiter mit dem Bus. Mit dem Auto erreichst du den Flughafen über die nahe A 57.

Museum einplanen

Das RAF-Museum hat nur freitags bis sonntags am Nachmittag geöffnet und macht im Winter Pause.

Kennzeichen mitschreiben

Bei vielen gleichen 737 ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später sauber auseinanderzuhalten.

Früherer Fliegerhorst, heutige Regeln

Auch wenn viele Gebäude noch nach Kaserne aussehen: Weeze ist heute ein ziviler Verkehrsflughafen mit Sicherheitsbereichen. Absperrungen und Hinweise des Betreibers gelten ausnahmslos – auch für Leitern und lange Stative am Zaun.

Das RAF-Museum Laarbruch-Weeze

Wer wegen der Geschichte kommt, sollte das Royal Air Force Museum Laarbruch-Weeze einplanen. Es wird von einem Verein getragen, öffnete 2007 und versteht sich als einziges Museum in Deutschland, das sich ganz der Royal Air Force in Deutschland zwischen 1945 und 1999 widmet. Untergebracht ist es in Gebäuden des früheren Fliegerhorsts: der ehemaligen anglikanischen Kirche, einer früheren Sparkasse und dem alten britischen Stationskino ASTRA.

Zu sehen sind unter anderem Flugzeuge aus der RAF-Zeit wie eine Hawker Hunter T.7, außerdem Cockpits, Schleudersitze, Flugabwehrwaffen, Dioramen und Uniformen. 2016 kam laut Flughafen eine Canberra dazu, die früher selbst in Laarbruch stationiert war. Geöffnet ist laut Museum freitags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr, laut Flughafen ist von Mitte November bis April Winterpause. Der Eintritt kostet laut Flughafen 4 Euro, Kinder bis 14 Jahre sind frei.

Wenn dich britische Militärluftfahrt reizt, lohnt sich als Fortsetzung das RAF Museum Cosford oder das RAF Museum in London-Hendon. Näher liegt das Nationaal Militair Museum in Soesterberg, ebenfalls auf einem früheren Militärflugplatz.

Weeze passt zu dir, wenn …

  • du entspannt Boeing 737 und Ryanair-Sonderlackierungen sammeln willst
  • du Militärgeschichte und Spotting an einem Tag verbinden möchtest
  • du einen übersichtlichen Platz mit nur einer Bahn suchst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du ohne Auto anreist und auf Busanschlüsse angewiesen bist
  • du nur im Winter Zeit hast, wenn weniger geflogen wird

Eher woanders, wenn …

  • du Großraumflugzeuge und Langstrecke sehen willst
  • du möglichst viele verschiedene Airlines an einem Tag suchst

Weeze im Vergleich

Weeze gehört zu einer ganzen Familie ehemaliger Militärplätze, die zu Low-Cost-Flughäfen wurden. Der Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück ging einen ähnlichen Weg vom Militärflugplatz zum Ryanair-Standort, der Flughafen Memmingen entstand ebenfalls auf einem früheren Fliegerhorst. Wer Ryanair-Plätze im Nachbarland vergleichen will, findet mit dem Flughafen Brüssel-Charleroi ein größeres Gegenstück.

In der Region lässt sich Weeze gut mit anderen Plätzen kombinieren. Der Flughafen Düsseldorf bietet mit Langstrecke und Besucherterrasse das komplette Gegenprogramm – Tipps dazu stehen im Spotting-Guide Düsseldorf. Jenseits der Grenze liegen der Flughafen Eindhoven und der Flughafen Maastricht-Aachen mit seiner Spotterplaats. Und mit dem Flughafen Dortmund gibt es in NRW einen zweiten Low-Cost-Platz, der von Wizz Air geprägt ist. Für den ersten Ausflug hilft dir außerdem der Beitrag Planespotting für Einsteiger.

Jede 737 zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Hangar mit Wunschliste, Spot-Karte mit bestem Licht und eine Community, die deine Fotos sieht – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Der Flughafen Weeze ist kein Platz für Typenjäger, sondern einer mit Charakter. Auf der früheren RAF Laarbruch rollen heute vor allem Ryanair-737, dafür ist der Betrieb überschaubar, die Terrasse kostenlos und die Geschichte überall greifbar – vom alten Kasernenbau bis zu den Exponaten im RAF-Museum.

Wer an einem Wochenende kommt, Betriebsrichtung und Flugplan vorher prüft und das RAF-Museum mitnimmt, verbringt am Niederrhein einen runden Tag. Und mit den angekündigten Gästen von Transavia und SunExpress wird das Vorfeld 2027 ein Stück bunter.

Kurzfazit

NRN ist die ehemalige RAF Laarbruch und heute eine Ryanair-Basis mit einer Bahn. Komm wegen der Boeing 737, der kostenlosen Terrasse und dem RAF-Museum – und plane nach Betriebsrichtung und Flugplan.

Zusammenfassung

  • Weeze ist eine der bekanntesten Konversionen eines Militärflugplatzes in Deutschland: Aus RAF Laarbruch wurde ab 2003 ein ziviler Low-Cost-Flughafen.
  • Ryanair dominiert den Verkehr – für Spotter heißt das wenig Vielfalt, aber viele Gelegenheiten für saubere 737-Fotos und Kennzeichenlisten.
  • Mit nur einer Bahn und einer kostenlosen Terrasse ist der Platz übersichtlich und entspannt.
  • Die Militärgeschichte lebt im RAF-Museum auf dem Gelände weiter – ein guter Grund, den Besuch an einem Wochenende zu planen.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Weeze?

Der IATA-Code ist NRN (von Niederrhein), der ICAO-Code EDLV. NRN siehst du auf Bordkarten und in Flugplänen, EDLV nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.

Warum heißt der Flughafen bei Ryanair „Düsseldorf (Weeze)“?

Ryanair vermarktet Weeze seit Beginn unter dem Namen der nächsten Großstadt. Der Flughafen selbst durfte sich nach Gerichtsverfahren in den Jahren 2004 und 2005 nicht mit dem Zusatz „Düsseldorf“ schmücken und heißt seit März 2005 offiziell Airport Weeze. Mit dem Flughafen Düsseldorf hat er nichts zu tun – der Bustransfer in die Düsseldorfer Innenstadt dauert gut eine Stunde.

Was war RAF Laarbruch?

Ein Fliegerhorst der britischen Royal Air Force, der 1954 öffnete und bis 1999 in Betrieb war. Dort waren nacheinander unter anderem Canberra, Buccaneer, Jaguar, Tornado und Harrier stationiert. Am 30. November 1999 übergab die RAF den Platz an die deutschen Behörden.

Gibt es am Flughafen Weeze eine Besucherterrasse?

Ja. Sie liegt im Obergeschoss des Terminals direkt am Restaurant und ist laut Flughafen kostenlos. Von dort blickst du auf das Vorfeld und die Start- und Landebahn. Feste Öffnungszeiten nennt der Flughafen dazu nicht – informier dich vor dem Besuch direkt beim Flughafen.

Darf ich am Flughafen Weeze fotografieren?

Laut Flughafen sind Foto- und Filmaufnahmen auf dem Gelände der Flughafen Niederrhein GmbH grundsätzlich erlaubt. Für kommerzielle Aufnahmen musst du dich vorher an die Marketingabteilung wenden, sie sind kostenpflichtig. Drohnen sind ein eigenes Thema mit eigenen Regeln.

Wann hat das RAF-Museum in Weeze geöffnet?

Laut Museum freitags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Von Mitte November bis April ist Winterpause. Der Eintritt kostet laut Flughafen-Website 4 Euro, Kinder bis 14 Jahre sind frei. Preise und Zeiten können sich ändern – prüf sie vor dem Besuch.

Welche Airlines fliegen ab Weeze?

Den Großteil des Verkehrs fliegt Ryanair, die Weeze seit 2007 als Basis nutzt. Dazu kommen saisonale Ferienflüge, im Sommer 2026 etwa mit Freebird Airlines. Für 2027 hat der Flughafen Transavia und SunExpress angekündigt (Stand Oktober 2026).

Warum kommt Transavia 2027 nach Weeze?

Der Flughafen Eindhoven schließt laut Weeze vom 1. Februar bis 18. Juli 2027 für eine umfangreiche Sanierung seiner Bahn. Transavia verlegt in dieser Zeit einen Teil ihres Programms nach Weeze, ein weiterer Ausweichplatz ist Maastricht-Aachen. Für Spotter bringt das vorübergehend mehr Abwechslung auf das Vorfeld.

Sichtungen rund um Flughafen Weeze sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

Typische Flugzeuge

Spotting-Spots rund um Flughafen Weeze

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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