Leonardo AW101 Merlin

Drei Turbinen, ein riesiger Fünfblattrotor mit geschwungenen Blattspitzen und eine Kabine für über 25 Personen: Der AW101 Merlin rettet Menschen vor Norwegen, jagt U-Boote für die Royal Navy und fliegt Marines an Land. So erkennst du ihn und so findest du ihn in Europa.

Auch bekannt als: AgustaWestland AW101 · EH Industries EH101 · EH101 · Merlin · Merlin HM2 · Merlin HC4 · HH-101A Caesar · SAR Queen · CH-149 Cormorant

ItalienLeonardoHubschrauberICAO-Typcode: EH1012 Min. Lesezeit

3

Triebwerke – selten bei Hubschraubern

15,6 t

Max. Abfluggewicht

18,6 m

Rotordurchmesser

1987

Erstflug als EH101

Das Wichtigste in Kürze

  • Der AW101 ist ein dreimotoriger Transport-, Marine- und Rettungshubschrauber der 15-Tonnen-Klasse, entstanden als britisch-italienisches Gemeinschaftsprojekt EH101.
  • Schnellster Erkennungsweg: drei Triebwerkseinläufe auf dem Dach, fünf Blätter mit Paddelspitzen und ein wuchtiger Rumpf mit Sponsons.
  • In Europa fliegen ihn unter anderem die Royal Navy, Italiens Marine und Luftwaffe sowie die Luftstreitkräfte Dänemarks, Norwegens und Portugals; Polen nutzt ihn für die Marine.
  • Der Name Merlin ist in Großbritannien, Dänemark und Portugal gebräuchlich; in Norwegen heißt er SAR Queen, in Italien HH-101A Caesar bei der Luftwaffe.
  • In Deutschland gibt es keinen Betreiber – Sichtungen sind hier Raritäten, etwa bei Übungen oder Airshows.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist der AW101?
  2. 2.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  3. 3.AW101 oder doch NH90, H225 oder Sea King?
  4. 4.Varianten im Überblick
  5. 5.Nutzer in Europa: Wo du den Merlin antriffst
  6. 6.Merlin auf dem Flugradar
  7. 7.Spotting mit Rücksicht
  8. 8.Fototipps speziell für den AW101
  9. 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerLeonardo Helicopters (ursprünglich EH Industries, ein Joint Venture von Westland und Agusta)
Frühere BezeichnungEH101 (bis 2007)
ICAO-TypcodeEH10
Erstflug9. Oktober 1987 (Vorserienmaschine PP1)
EndmontageYeovil (England) und Vergiate (Italien)
Triebwerke3 Wellenturbinen: Rolls-Royce Turbomeca RTM322 oder General Electric CT7 (neue Maschinen mit CT7-8E)
Hauptrotor5 Blätter, 18,60 m Durchmesser
Länge (Rotoren drehend)22,83 m
Höhe6,66 m
Max. Abfluggewicht15.600 kg
Kabine2 Piloten, 1 Besatzungsmitglied, 25+ Soldaten auf Crash-Sitzen oder bis zu 16 Tragen
Max. Reisegeschwindigkeit277 km/h (Herstellerangabe)
Reichweitebis 1.500 km ohne Reserve (Herstellerangabe)
Max. Flugdauer7 h 40 min (Herstellerangabe)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Drei Triebwerke oben auf dem Rumpf: zwei seitliche Einläufe vorn plus ein dritter Einlauf mittig hinter dem Rotorkopf
  • Fünfblättriger Hauptrotor mit auffällig geformten, paddelartigen Blattspitzen
  • Sehr großer, hoher Rumpf – deutlich wuchtiger als NH90 oder AW139
  • Einziehfahrwerk: Die Haupträder fahren in seitliche Stummel (Sponsons) ein
  • Transport- und SAR-Versionen mit Heckrampe unter dem hochgezogenen Leitwerksträger
  • Offener Heckrotor am hohen Seitenleitwerk, daneben ein kleines Höhenleitwerk

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein grauer Riese, der über einem Flugzeugträger schwebt und ein Sonar ins Wasser lässt. Ein Rettungshubschrauber, der vor der norwegischen Küste Kurs auf ein Fischerboot nimmt. Ein grüner Transporter, der Marineinfanteristen über die Heckrampe absetzen lässt: Das alles ist der Leonardo AW101, in vielen Ländern bekannt als Merlin. Mit drei Turbinen und über 15 Tonnen Abfluggewicht gehört er zu den größten Hubschraubern, die in Europa regelmäßig unterwegs sind. Hier erfährst du, wie du ihn sicher erkennst, welche Versionen es gibt und wo du die besten Chancen auf eine Sichtung hast.

Ein Dreimotorer für deinen Hangar

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Was ist der AW101?

Der AW101 ist ein mittelschwerer bis schwerer Mehrzweckhubschrauber mit drei Triebwerken. Leonardo gibt das maximale Abfluggewicht mit 15.600 Kilogramm an – mehr als doppelt so viel wie beim AW139. Der Hauptrotor misst gut 18,6 Meter im Durchmesser, die Maschine ist mit drehenden Rotoren fast 23 Meter lang. In der Kabine sitzen laut Hersteller mehr als 25 Soldaten auf crashsicheren Sitzen, alternativ nimmt sie bis zu 16 Tragen auf. Transport- und Rettungsversionen haben eine Heckrampe, über die sogar kleine Geländefahrzeuge hineinpassen.

Die Wurzeln reichen in die späten 1970er-Jahre. Großbritannien brauchte einen neuen U-Jagd-Hubschrauber für die Marine, Italien suchte einen Nachfolger für seine Sea Kings. Westland und Agusta gründeten dafür das Gemeinschaftsunternehmen EH Industries, und der Hubschrauber hieß entsprechend EH101. Die erste Vorserienmaschine hob am 9. Oktober 1987 in England ab. 1995 bestellten Großbritannien und Italien die ersten Serienmaschinen.

Nach der Fusion von Westland und Agusta zu AgustaWestland bekam der Typ 2007 den Namen AW101, heute ist er Teil des Programms von Leonardo. Gebaut wird er an zwei Standorten: in Yeovil im Südwesten Englands und in Vergiate in Norditalien. Als Antrieb dienen entweder drei RTM322 aus der Kooperation von Rolls-Royce und Turbomeca (heute Safran) oder drei CT7 von GE Aerospace. Neue Maschinen bietet Leonardo inzwischen mit dem CT7-8E an.

EH10ICAO-Typcode, ein Erbe des alten Namens EH101
15,6 tmaximales Abfluggewicht laut Leonardo
7 h 40 minmaximale Flugdauer laut Hersteller

Warum drei Triebwerke?

Hubschrauber mit drei Turbinen sind selten. Beim AW101 war die Entscheidung eine Frage der Einsatzgebiete: Er sollte lange über offener See fliegen, auf Schiffen landen und auch nach dem Ausfall einer Turbine sicher weiterfliegen. Die dritte Maschine bringt Leistungsreserven beim Schweben und mehr Sicherheit über dem Wasser. Leonardo gibt die maximale Reichweite von rund 1.500 Kilometern übrigens für einen Reiseflug mit nur zwei laufenden Triebwerken an – ein Hinweis darauf, wie viel Leistungsreserve in der Auslegung steckt. Zusammen mit einer Enteisungsanlage für die Rotoren machte das den Typ für Betreiber rund um den Nordatlantik attraktiv.

Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Unter den großen Hubschraubern gibt es einige, die auf den ersten Blick ähnlich wirken. Beim AW101 bringen dich drei Beobachtungen schnell ans Ziel.

Aufs Dach schauen

Hinter dem Cockpit sitzen zwei Triebwerke mit seitlichen Einläufen, dahinter folgt mittig ein dritter Lufteinlauf direkt hinter dem Rotorkopf. Die drei Triebwerksverkleidungen auf dem Rumpfrücken bestätigen den Dreimotorer.

Blattspitzen ansehen

Die fünf Rotorblätter enden in breiten, geschwungenen Spitzen, die an Paddel erinnern. Das Design stammt aus einem britischen Forschungsprogramm für Hochleistungsrotoren und ist ein sehr zuverlässiges Merkmal.

Größe und Fahrwerk prüfen

Der Rumpf ist hoch und lang, die Haupträder fahren in seitliche Sponsons ein. Bei Transport- und SAR-Versionen siehst du unter dem hochgezogenen Heck die Laderampe.

Dazu kommt das Heck: Am hohen Seitenleitwerk sitzt ein offener Heckrotor, daneben ein kleines Höhenleitwerk. Bei Marineversionen lassen sich Rotorblätter und Leitwerksträger für den Platz an Bord einklappen. Die U-Jagd-Version der Royal Navy trägt zudem eine Radarverkleidung unter dem Rumpf. Die Bestätigung liefert – wie immer – die Kennung. Wie du sie bei Militärmaschinen einordnest, erklärt der Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen.

Praxis-Tipp: Zähl die Triebwerke

Von unten im Überflug sind die Triebwerke kaum zu sehen. Fotografier die Maschine deshalb möglichst schräg von der Seite: Dann erkennst du auf dem Rumpfrücken die drei Triebwerksverkleidungen – und hast den Unterschied zu allen Zweimotorern direkt im Bild.

AW101 oder doch NH90, H225 oder Sea King?

In Europa teilt sich der AW101 seine Einsatzbereiche mit anderen großen Hubschraubern. Für die Bestimmung lohnt sich ein schneller Vergleich.

Merkmal AW101 NH90 H225 / H215 Sea King
Triebwerke 3 2 2 2
Hauptrotorblätter 5, Paddelspitzen 4 5 (H225) bzw. 4 (H215) 5
Fahrwerk Einziehfahrwerk mit Sponsons Bugradfahrwerk H225 Einziehfahrwerk, H215 je nach Version Bootsrumpf mit Schwimmern
Heckrampe bei Transport/SAR ja (TTH-Version) nein nein
Wirkung sehr groß und hoch kompakt, rundliche Nase schlanker, gestreckt kantig, bootsartig

Der NH90 ist der häufigste Verwechslungskandidat, weil er in vielen Marinen und Luftwaffen dieselben Aufgaben übernimmt. Er ist aber spürbar kleiner, hat nur zwei Turbinen und vier Blätter. Der Airbus H225 und sein Vorgänger H215 (Super Puma) wirken schlanker und haben keine Rampe. Der Westland Sea King, den der AW101 bei vielen Nutzern abgelöst hat, ist an seinem bootsförmigen Rumpf sofort zu erkennen. Deutlich größer und mit sechs oder sieben Rotorblättern unterwegs ist der CH-53, und den CH-47 Chinook verrät schon sein Tandemrotor.

Schnellbestimmung: große Marine- und Rettungshubschrauber

Drei Fragen, eine Einschätzung. Die Kennung bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Leonardo AW101 Merlin

Drei Turbinen, Paddelspitzen und ein wuchtiger Rumpf mit Sponsons: Das ist das typische Merlin-Bild. Prüf zur Sicherheit die Kennung.

Wahrscheinlich

NHIndustries NH90

Zweimotorig, vierblättrig und kompakter. Der NH90 fliegt in vielen europäischen Marinen und Heeren, auch in Deutschland.

Wahrscheinlich

Westland / Sikorsky Sea King

Der Vorgänger des Merlin bei vielen Nutzern. Heute vor allem noch in Museen und bei wenigen Betreibern zu sehen.

Einen Überblick über alle gängigen Drehflügler bietet der Guide Hubschraubertypen erkennen.

Varianten im Überblick

Kaum ein Hubschrauber trägt so viele Namen. Die wichtigsten Bezeichnungen für Spotter:

  • EH101: der ursprüngliche Name aus der Zeit von EH Industries; ältere Maschinen tauchen in Datenbanken noch so auf.
  • Merlin HM1 / HM2: die U-Jagd-Version der Royal Navy. Die HM2 ist die modernisierte Ausführung und kann mit dem Frühwarnsystem Crowsnest ausgerüstet werden – erkennbar am großen Radarbehälter, der seitlich am Rumpf angebracht und im Einsatz abgeklappt wird.
  • Merlin HC3 / HC3A / HC4: Transportversionen, die zunächst bei der Royal Air Force flogen und anschließend an die Commando Helicopter Force der Royal Navy übergingen. Die HC4 ist dafür marinetauglich umgebaut, unter anderem mit Faltrotor.
  • HH-101A Caesar: die Version der italienischen Luftwaffe für die Kampfrettung; die italienische Marine fliegt U-Jagd-, Frühwarn- und Transportversionen.
  • SAR Queen: der norwegische Rettungshubschrauber, seit 2020 im Einsatz.
  • CH-149 Cormorant: die kanadische Such- und Rettungsversion.
  • VH-71 Kestrel: die gescheiterte Version für den US-Präsidenten, 2009 eingestellt.

Weitere Nutzer außerhalb Europas sind unter anderem Japan, wo der Typ in Lizenz gebaut wird, sowie mehrere Staaten, die ihn für Regierungs- und Transportflüge einsetzen. Ein Großauftrag aus Indien für VIP-Hubschrauber wurde nach einer Bestechungsaffäre 2014 annulliert.

Nutzer in Europa: Wo du den Merlin antriffst

Der AW101 fliegt in Europa ausschließlich für Streitkräfte und staatliche Rettungsdienste. Die Zahlen unten stammen aus öffentlich zugänglichen Übersichten und beschreiben bestellte oder ausgelieferte Maschinen; wie viele davon aktuell flugfähig sind, ändert sich laufend.

Großbritannien: Der größte europäische Nutzer. Die Royal Navy fliegt rund 30 Merlin HM2 für U-Jagd und Luftraumüberwachung von Fregatten und Flugzeugträgern aus; Heimatbasis der Staffeln ist der Marinefliegerhorst Culdrose in Cornwall. Dazu kommen rund 25 Transporter HC4 der Commando Helicopter Force in Yeovilton in Somerset. Direkt dort liegt das Fleet Air Arm Museum an der RNAS Yeovilton – ein guter Ausgangspunkt, um Marinehubschrauber im Betrieb zu sehen. Auf der großen Militär-Airshow in Fairford ist der Merlin ebenfalls ein häufiger Gast; Tipps dazu gibt der Guide zum Royal International Air Tattoo.

Italien: Die italienische Marine hat 22 Maschinen erhalten, die Luftwaffe 15 HH-101A Caesar für Kampfrettung und Spezialeinsätze. Das Werk in Vergiate liegt nahe am Flughafen Mailand-Malpensa, Test- und Überführungsflüge sind in der Region daher möglich. Einen Einblick in die italienische Luftfahrtgeschichte bietet das Museum Volandia, als Spot beschrieben unter Volandia am Flughafen Mailand-Malpensa.

Dänemark: Die dänische Luftwaffe bestellte 14 Maschinen, acht für Such- und Rettung und sechs als Transporter. Die ersten SAR-Hubschrauber nahmen 2007 von Karup aus den Betrieb auf; heute decken die Merlins den Rettungsdienst rund um die dänischen Küsten ab. Wer für Planespotting nach Kopenhagen reist, sieht mit etwas Glück einen der Rettungs-Merlins.

Norwegen: Als SAR Queen übernahm der AW101 ab 2020 den Rettungsdienst von den alten Sea Kings, die Ende 2023 ausgemustert wurden. Norwegen hat 16 Maschinen bestellt. Die Hubschrauber sind an Basen entlang der langen Küste stationiert und fliegen auch weit hinaus auf das Nordmeer.

Portugal: Die portugiesische Luftwaffe kaufte zwölf Merlins für Seenotrettung, Seeüberwachung und Fischereiaufsicht. Sie stehen in ständiger Bereitschaft auf drei Basen: Montijo bei Lissabon, Lajes auf den Azoren und Porto Santo bei Madeira. Wenn du im Rahmen eines Lissabon-Trips unterwegs bist, lohnt ein Blick über den Tejo.

Polen: Die polnische Marine hat vier AW101 für U-Jagd und Kampfrettung erhalten.

Land Hauptaufgabe Trefferchance für Spotter
Großbritannien U-Jagd, Frühwarnung, Marinetransport hoch, vor allem in Südwestengland
Italien Marine, Kampfrettung mittel
Dänemark, Norwegen Such- und Rettungsdienst mittel an Küsten und SAR-Basen
Portugal Seenotrettung, Seeüberwachung mittel bei Montijo, Azoren, Madeira
Deutschland – kein Betreiber sehr niedrig, nur Übungen und Airshows

Flotten ändern sich laufend

Militärische Bestände ändern sich durch Modernisierungen, Wartungspausen und Verluste. Die Angaben hier spiegeln den Stand der Quellen wider – prüf vor einer gezielten Tour aktuelle Infos der Streitkräfte und die Regeln vor Ort.

EH10 auf die Wunschliste

Setz den AW101 in Planetrack auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein Merlin an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Merlin auf dem Flugradar

Militärische Hubschrauber sind auf Tracking-Seiten oft nur eingeschränkt sichtbar. Rettungsflüge von Dänemark, Norwegen oder Portugal tauchen dagegen häufiger auf, weil sie im zivilen Luftraum unterwegs sind. Such nach dem Typcode EH10 und filtere nach Militär- oder Behördenflügen. Wie das konkret funktioniert, zeigen die Guides Hubschrauber auf dem Flugradar finden und Militärflugzeuge online verfolgen. Bedenke: Nicht jede Maschine sendet eine Position, und bei laufenden Einsätzen gilt Zurückhaltung.

Spotting mit Rücksicht

Der Merlin fliegt oft dort, wo es ernst ist: bei Seenotfällen, Übungen oder militärischen Einsätzen. Dafür gelten ein paar feste Regeln.

Bereit für deine Merlin-Session?

Hak ab, was für dich selbstverständlich ist.

  • Ich stehe auf öffentlichem Grund und halte mich an Sperrzonen von Militärgelände.
  • Ich halte Abstand zu Landeplätzen – der Abwind eines 15-Tonnen-Hubschraubers ist gewaltig.
  • Ich fotografiere keine Patienten oder Rettungseinsätze aus der Nähe.
  • Ich kenne die Fotoregeln des Landes, in dem ich unterwegs bin.
  • Kamera eingestellt: Die Verschlusszeit passt zur gewünschten Rotorunschärfe.

Was an Fliegerhorsten erlaubt ist, fasst der Beitrag Militärflugplatz fotografieren: Regeln zusammen. Allgemeine Tipps zu Standorten und Timing bei Drehflüglern sammelt der Guide Hubschrauber spotten.

Fototipps speziell für den AW101

Der große Rotor dreht vergleichsweise langsam. Das ist gut für dich: Schon mit moderaten Verschlusszeiten verwischen die Blätter zu einer schönen Scheibe.

Rotor bewegt zeigen

Starte um 1/125 s und taste dich mit sauberem Mitziehen nach unten. Ein eingefrorener Rotor lässt den Merlin wirken, als würde er gleich abstürzen.

Serien schießen

Bei langen Zeiten wird nicht jedes Bild scharf. Mach Serien und sortier später aus.

Rampe und Winde einfangen

Die spannendsten Bilder entstehen bei Übungen: geöffnete Heckrampe, Rettungswinde im Einsatz oder Landungen auf einem Schiffsdeck.

Profil für die Bestimmung

Ein schräges Seitenprofil zeigt Triebwerke, Blattspitzen, Sponsons und Kennung – alles, was du für einen sauberen Eintrag brauchst.

Die Technik ist dieselbe wie bei Propellermaschinen; Details stehen im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Für Airshow-Tage hilft der Beitrag Airshows fotografieren.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für den AW101, wenn …

  • du drei Triebwerksverkleidungen auf dem Rumpfrücken siehst
  • die fünf Rotorblätter breite, geschwungene Spitzen haben
  • der Rumpf sehr groß wirkt und Sponsons oder eine Heckrampe hat
  • im Tracking-Dienst EH10 als Typ steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • du nur von unten auf die Maschine schaust – dann sind die Triebwerke kaum zu zählen
  • ein großer Hubschrauber eine Rampe hat – auch der NH90 besitzt eine
  • die Maschine in Offshore-Farben unterwegs ist – zivile Betreiber fliegen meist S-92, H225 oder AW189

Es ist kein AW101, wenn …

  • du nur zwei Turbinen und vier Blätter zählst
  • der Rumpf bootsförmig ist und seitliche Schwimmer hat – dann ist es ein Sea King
  • zwei Rotoren hintereinander sitzen – dann ist es ein Chinook
  • der Hubschrauber deutlich kleiner ist, etwa ein Lynx oder AW139

Fazit

Der AW101 Merlin ist einer der eindrucksvollsten Hubschrauber, die du in Europa sehen kannst: drei Turbinen, ein riesiger Rotor mit Paddelspitzen und eine Kabine, in die ein ganzer Zug Soldaten passt. Am wahrscheinlichsten triffst du ihn in Südwestengland, an den Küsten Dänemarks, Norwegens und Portugals oder in Italien. In Deutschland bleibt er eine Rarität – umso größer die Freude, wenn er doch einmal bei einer Übung oder Airshow auftaucht. Wie selten deine Sichtung tatsächlich ist, kannst du mit dem Beitrag Wie selten ist meine Sichtung? einschätzen.

Kurzfazit

Drei Triebwerke, fünf Blätter mit Paddelspitzen, Sponsons und oft eine Heckrampe: Das ist der AW101. Halte Abstand bei Einsätzen, belichte länger für einen bewegten Rotor und notier die Kennung – dann wird jede Merlin-Sichtung zum sauberen Eintrag.

Zusammenfassung

  • Großbritannien und Italien starteten Ende der 1970er-Jahre die Suche nach einem Sea-King-Nachfolger; Westland und Agusta gründeten dafür EH Industries. Der Erstflug fand am 9. Oktober 1987 statt.
  • Nach der Fusion von Westland und Agusta wurde aus dem EH101 im Jahr 2007 der AW101. Gebaut wird er in Yeovil und Vergiate.
  • Drei Turbinen, Enteisung und große Reichweite machen ihn zum Spezialisten für Einsätze über dem Nordatlantik, auf Schiffen und bei Fernrettungen.
  • Die Royal Navy fliegt die U-Jagd- und Frühwarnversion Merlin HM2 sowie die Transportversion Merlin HC4 für die Marineinfanterie.
  • Zur Bestimmung reichen Triebwerkszahl, Blattspitzen und Größe; das Kennzeichen oder die Militärkennung verrät Nutzer und Variante.

Häufige Fragen

Ist EH101 dasselbe wie AW101?

Ja. Der Hubschrauber wurde von EH Industries, einem Gemeinschaftsunternehmen von Westland und Agusta, als EH101 entwickelt. Nach der Fusion beider Firmen zu AgustaWestland bekam er 2007 den Namen AW101. Heute läuft er unter der Marke Leonardo.

Welchen ICAO-Typcode hat der AW101?

In Flugplänen und Datenbanken findest du ihn unter EH10 – ein Überbleibsel des alten Namens. Der Code unterscheidet nicht zwischen Marine-, Transport- oder Rettungsversion. Viele Militärmaschinen senden zudem keine vollständigen Daten, die Variante klärst du deshalb über die Militärkennung.

Warum hat der AW101 drei Triebwerke?

Die Kunden wollten einen Hubschrauber, der weit über offene See fliegt und auch nach einem Triebwerksausfall sicher weiterfliegen kann. Die dritte Turbine bringt Reserven und Reichweite – laut Leonardo ist die Maximalreichweite im Reiseflug sogar mit nur zwei laufenden Triebwerken angegeben.

Wie unterscheide ich AW101 und NH90?

Der NH90 hat zwei Triebwerke und vier Rotorblätter, der AW101 drei Triebwerke und fünf Blätter mit geschwungenen Spitzen. Außerdem ist der AW101 deutlich größer und höher. Von der Seite fällt beim Merlin der dritte Lufteinlauf hinter dem Rotorkopf auf.

Wo sehe ich einen AW101 in Europa?

Am ehesten in Großbritannien rund um die Marinefliegerhorste in Südwestengland, in Italien, Dänemark, Norwegen und Portugal. Dort fliegen ihn Marine und Luftwaffe, oft für Such- und Rettungsdienst. In Deutschland gibt es keinen Betreiber, hier tauchen Merlins nur bei Übungen, Überführungen oder Airshows auf.

Was war der VH-71 Kestrel?

Eine Version des AW101, die als neuer Hubschrauber des US-Präsidenten vorgesehen war. Das Programm wurde 2009 wegen ausufernder Kosten gestoppt; die gebauten Maschinen gingen später als Ersatzteilspender nach Kanada, wo der Typ als CH-149 Cormorant fliegt.

Darf ich Merlins an Militärflugplätzen fotografieren?

Von öffentlichem Grund aus ist das in vielen Ländern üblich, die Regeln unterscheiden sich aber deutlich. Halte dich an Schilder und Anweisungen der Wachen, betritt keine Sperrzonen und fotografiere keine Rettungseinsätze aus nächster Nähe.

Leonardo AW101 Merlin sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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