Das Wichtigste in Kürze
- Die S-92 ist Sikorskys großer ziviler Zweimotorer der Zwölf-Tonnen-Klasse und seit 2004 eines der wichtigsten Muster für Offshore-Flüge und Seenotrettung.
- Abgeleitet vom Black Hawk: Rotor- und Steuerungskomponenten stammen aus der S-70-Familie, Rumpf und Kabine sind deutlich größer.
- Schnellster Erkennungsweg: vier Hauptrotorblätter, seitliche Fahrwerksstummel und ein hoher, kastenförmiger Rumpf.
- In Großbritannien fliegt die S-92 für die HM Coastguard; Betreiber ist Bristow, die Maschinen stehen an mehreren Küstenbasen rund um die Uhr bereit.
- In Tracking-Diensten erscheint der Typ unter dem ICAO-Code S92.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Sikorsky S-92?
- 2.Von der Black-Hawk-Technik zum Offshore-Riesen
- 3.Cougar-Flug 91 und die Folgen
- 4.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.S-92, H225, AW189 oder AW101?
- 6.Einsatz in der Nordsee
- 7.Seenotrettung in Großbritannien und Irland
- 8.Militärische und staatliche Varianten
- 9.Fototipps speziell für die S-92
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Sikorsky (seit 2015 Teil von Lockheed Martin), Fertigung in Coatesville, Pennsylvania |
|---|---|
| ICAO-Typcode | S92 |
| Erstflug | 23. Dezember 1998 in West Palm Beach, Florida |
| FAA-Musterzulassung | 19. Dezember 2002 |
| JAA/EASA-Zulassung | 8. Juni 2004 |
| Indienststellung | 2004 beim Erstkunden PHI (USA) |
| Triebwerke | 2 × General Electric CT7-8A, je rund 2.520 shp (S-92A+: CT7-8A6) |
| Hauptrotor | 4 Blätter, vollgelenkig, rund 17,2 m Durchmesser |
| Länge | rund 20,9 m |
| Höhe | rund 4,7 m |
| Max. Abfluggewicht | rund 12,6 t |
| Passagiere | 19 in der zivilen Standardkabine |
| Reisegeschwindigkeit | rund 280 km/h (151 kt) |
| Reichweite | knapp 1.000 km |
| Gebaute Exemplare | über 300 (Angabe Lockheed Martin) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vierblättriger Hauptrotor auf einem sehr großen, hohen Zweimotorer
- Seitliche Stummelflügel (Sponsons) unten am Rumpf, in die das Hauptfahrwerk einfährt
- Heck mit hochgezogener Unterseite – die zivile Utility-Version und Militärvarianten haben eine Heckrampe
- Lange Reihe großer, rechteckiger Fenster und ein bulliger, kastenförmiger Kabinenquerschnitt
- Offener Heckrotor an einem hohen Seitenleitwerk mit kleinem Höhenleitwerk
- In Großbritannien oft in den rot-weißen Farben der HM Coastguard mit Rettungswinde über der Schiebetür
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein wuchtiger Hubschrauber mit vier breiten Rotorblättern, rot-weißer Lackierung und kleinen Stummelflügeln am Rumpf zieht über die Klippen der schottischen Küste: Gut möglich, dass du gerade eine Sikorsky S-92 gesehen hast. Der amerikanische Großhubschrauber ist seit zwei Jahrzehnten eines der Arbeitspferde der Nordsee, bringt Crews zu Bohrinseln und steht für die britische Küstenwache bei Tag und Nacht für Rettungseinsätze bereit. Hier erfährst du, wie die S-92 entstanden ist, welche Rückschläge sie erlebt hat, woran du sie erkennst und wo du sie am ehesten vor die Linse bekommst.
Große Rotoren für deinen Hangar
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Was ist die Sikorsky S-92?
Die S-92 ist ein zweimotoriger Großhubschrauber mit einem maximalen Abfluggewicht von rund 12,6 Tonnen. Sikorsky hat sie Ende der 1990er-Jahre als zivilen Hubschrauber für lange Flüge über Wasser entwickelt, mit großer Kabine und hohen Reserven. Technisch baut sie auf der S-70-Familie auf, zu der auch der UH-60 Black Hawk gehört: Rotor- und Flugsteuerungskomponenten wurden von dort übernommen und weiterentwickelt.
Zwei Wellenturbinen vom Typ General Electric CT7-8A liefern je rund 2.520 PS (shp). Die zivile Kabine fasst 19 Passagiere, die Utility-Version bis zu 22 Personen. Für die Reisegeschwindigkeit werden rund 280 km/h genannt, die Reichweite liegt knapp unter 1.000 Kilometern. Der vierblättrige, vollgelenkige Hauptrotor misst gut 17 Meter im Durchmesser, der Rumpf ist fast 21 Meter lang. Damit spielt die S-92 eine Gewichtsklasse über dem Airbus H175 und ungefähr in der Liga des H225.
Gebaut und ausgestattet wird die S-92 in Coatesville, Pennsylvania. Kabinenbaugruppen kommen aus Indien von einem Gemeinschaftsunternehmen mit Tata. Seit 2015 gehört Sikorsky zu Lockheed Martin; die Triebwerke liefert GE Aerospace.
Von der Black-Hawk-Technik zum Offshore-Riesen
Den Erstflug absolvierte die S-92 am 23. Dezember 1998 im Entwicklungszentrum von Sikorsky in West Palm Beach, Florida. Die Zulassung zog sich hin: Die US-Luftfahrtbehörde FAA erteilte die Musterzulassung nach Part 29 am 19. Dezember 2002, die europäische Zulassung durch JAA und EASA folgte am 8. Juni 2004. Ende 2004 übernahm der US-Offshore-Betreiber PHI die erste Maschine.
Ein Punkt der Zulassung wog später schwer. Große Transporthubschrauber müssen eigentlich nachweisen, dass ihr Hauptgetriebe nach einem Ölverlust noch 30 Minuten weiterläuft. Die S-92A bestand diesen sogenannten „Run-Dry“-Test 2003 nicht. Zugelassen wurde sie trotzdem, weil die Behörde einen Totalverlust des Öls als äußerst unwahrscheinlich einstufte.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1998 | Erstflug in West Palm Beach |
| 2002 | FAA-Musterzulassung |
| 2004 | JAA/EASA-Zulassung, erste Auslieferung an PHI |
| 2009 | Cougar-Flug 91 vor Neufundland, Getriebe-Nachrüstung |
| 2012 | Irische Küstenwache stellt auf S-92 um |
| 2015 | Bristow übernimmt den britischen Rettungsdienst, u. a. mit S-92 |
| 2024 | Zweite Generation des britischen SAR-Vertrags startet |
Praxis-Tipp: Varianten im Logbuch
Zivile Maschinen laufen als S-92A, das neue Upgrade als S-92A+. Staatliche und militärische Ableger wie CH-148 Cyclone oder VH-92 tragen eigene Bezeichnungen. Notier die genaue Variante, wenn sie aus Kennzeichen oder Betreiber eindeutig hervorgeht.
Cougar-Flug 91 und die Folgen
Am 12. März 2009 war eine S-92A von Cougar Helicopters mit 18 Menschen an Bord auf dem Weg zu Ölfeldern vor Neufundland. Rund 55 Kilometer vor St. John’s fiel der Öldruck im Hauptgetriebe ab, die Crew setzte einen Notruf ab und versuchte umzukehren. Die Maschine stürzte ins Meer, 17 Menschen starben, nur ein Passagier überlebte.
Die kanadische Untersuchungsbehörde TSB fand einen gebrochenen Titanbolzen am Ölfilter des Getriebes. Sikorsky hatte nach einem Zwischenfall in Australien bereits empfohlen, diese Bolzen durch Stahlteile zu ersetzen. Nach dem Absturz ordnete die FAA den Austausch zwingend an, und die Notverfahren bei Getriebeöl-Verlust wurden verschärft. Der Abschlussbericht nannte eine ganze Reihe zusammenwirkender Faktoren.
Ein weiterer schwerer Unfall traf 2017 Irland: Die S-92 mit dem Rufzeichen Rescue 116 der irischen Küstenwache prallte am 14. März 2017 bei schlechtem Wetter vor der Westküste gegen eine Insel. Alle vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Im Februar 2024 stürzte zudem eine S-92A von Bristow Norway westlich von Bergen ab; eine Person starb.
Sikorsky hat das Getriebe-Thema inzwischen grundsätzlich angepackt: Die S-92A+ bekommt laut Lockheed Martin ein neues Hauptgetriebe (Phase IV) mit Hilfsschmiersystem, das bei Verlust des Haupt-Öldrucks einspringt.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Große Offshore- und Rettungshubschrauber sehen aus der Entfernung ähnlich aus. Bei der S-92 helfen dir drei Beobachtungen.
Hauptrotorblätter zählen
Die S-92 hat vier breite Hauptrotorblätter. Die großen europäischen Konkurrenten H175, H225 und AW189 haben dagegen fünf.
Auf die Stummel schauen
Unten an beiden Rumpfseiten sitzen Sponsons, kurze Stummelflügel, in die das Hauptfahrwerk einfährt. Das ist das auffälligste Merkmal im Profil.
Rumpf und Heck
Der Rumpf ist hoch und kastig, mit großen Rechteckfenstern. Nach hinten zieht die Unterseite schräg nach oben zum Heckausleger; Utility- und Militärversionen haben dort eine Rampe.
Die letzte Gewissheit liefert das Kennzeichen. In der Nordsee fliegen S-92 häufig mit britischen (G-) oder norwegischen (LN-) Kennzeichen. Wie das britische Register funktioniert, steht im Beitrag Britische G-Kennzeichen; die Grundlagen erklärt Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
S-92, H225, AW189 oder AW101?
In der Offshore- und Rettungswelt teilt sich die S-92 den Himmel vor allem mit dem H225, der AW189 und – im staatlichen Bereich – der dreimotorigen Leonardo AW101. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: große Rettungs- und Offshore-Hubschrauber
Sikorsky S-92
Vier Hauptrotorblätter und die seitlichen Fahrwerksstummel am hohen Rumpf sind das typische S-92-Bild. Steht S92 im Tracking, ist die Sache klar.
Airbus H225 oder Leonardo AW189
Fünf Blätter an einem großen Zweimotorer sprechen für einen der europäischen Konkurrenten. Der H225 wirkt kantiger, die AW189 hat eine schlanke, spitze Nase.
Leonardo AW101
Drei Triebwerke auf dem Dach, fünf Blätter und ein auffallend langer Rumpf: Das ist die AW101, die vor allem staatliche Betreiber fliegen.
Tiefer in die Bestimmung von Drehflüglern steigt der Guide Hubschraubertypen erkennen ein – mit Blattzahl, Heckrotor-Bauform und Fahrwerk als wichtigsten Kriterien.
Einsatz in der Nordsee
Die Nordsee ist das Revier, in dem die S-92 groß geworden ist. Öl- und Gasfelder liegen hier oft weit vor der Küste, das Wetter ist rau, und die Crews wechseln in festen Rotationen. Genau dafür ist der große Sikorsky gebaut: viele Sitze, viel Reichweite, Reserven für Umwege und Warteschleifen.
Zu den bekanntesten Betreibern zählen Bristow und CHC, die S-92 sowohl in Großbritannien als auch in Norwegen einsetzen. In Norwegen fliegen die Hubschrauber unter anderem von Küstenflughäfen wie Bergen-Flesland hinaus zu den Feldern. Wer dort am Zaun steht, sieht neben Linienjets regelmäßig Offshore-Rotoren starten und landen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Offshore-Flughäfen in Norwegen (z. B. Bergen) | hoch | Crewflüge zu Öl- und Gasfeldern |
| Offshore-Basen in Schottland | hoch | Hauptmarkt des Typs in Großbritannien |
| Küstenbasen der HM Coastguard | mittel bis hoch | S-92 in ständiger Bereitschaft |
| Deutsche Flughäfen | niedrig | Überführungen und Ausnahmen |
Flotten ändern sich laufend
Offshore-Verträge laufen oft nur wenige Jahre, Maschinen wechseln zwischen Betreibern und Leasinggebern. Prüf vor einer gezielten Tour die aktuellen Angaben der Betreiber, statt dich auf alte Flottenlisten zu verlassen.
Offshore-Hubschrauber senden meist ADS-B-Daten und tauchen in Flugradar-Diensten auf. Wie du gezielt nach solchen Flügen suchst, zeigt der Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar finden.
Typ S92 auf die Wunschliste
Setz in Planetrack die S-92 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Seenotrettung in Großbritannien und Irland
Seit 2015 liegt der zivile Hubschrauber-Rettungsdienst in Großbritannien in den Händen von Bristow, das im Auftrag der HM Coastguard fliegt. Vorher hatten zu großen Teilen Royal Air Force und Royal Navy diese Aufgabe. Bristow setzt dafür S-92 und AW189 ein. 2022 gewann Bristow auch den Folgevertrag der zweiten Generation (UKSAR2G), der im November 2024 angelaufen ist.
Nach den verfügbaren Angaben stehen S-92 dabei an mehreren Basen, darunter Stornoway auf den Äußeren Hebriden und Sumburgh auf den Shetlandinseln, aber auch Standorte wie Humberside, Newquay und Caernarfon. Die Zuordnung kann sich mit Wartungsrotationen ändern. Die rot-weißen Maschinen mit „Coastguard“-Schriftzug gehören zu den fotogensten S-92 überhaupt.
In Irland flog CHC ab 2012 mit S-92 für die Irish Coast Guard, stationiert in Dublin, Shannon, Waterford und Sligo. Im August 2025 startete ein neuer Vertrag mit Bristow Ireland und sechs AW189; die S-92 werden dabei schrittweise abgelöst. Für Spotter in Irland wird die S-92 im Küstenwachen-Dienst damit zu einem Stück jüngerer Geschichte.
Praxis-Tipp: Respekt vor Einsätzen
Rettungshubschrauber starten zu echten Notfällen. Halte an Basen und Landeplätzen Abstand, blockiere keine Zufahrten und warte mit dem Fotografieren, bis die Lage es zulässt.
Militärische und staatliche Varianten
Aus der S-92 sind mehrere Ableger hervorgegangen. Der H-92 Superhawk ist die militärische Grundversion mit Fly-by-Wire-Steuerung und stärkeren CT7-8C-Triebwerken. Daraus entstand der CH-148 Cyclone für die kanadischen Streitkräfte, der als Bordhubschrauber auf Fregatten fliegt. Das US Marine Corps nutzt die VH-92 als Präsidentenhubschrauber im Rahmen von „Marine One“.
Darüber hinaus fliegen S-92 bei Regierungen und Luftstreitkräften in mehreren Ländern als VIP- oder Staatshubschrauber; Lockheed Martin spricht von 13 Staaten, die damit Staatsoberhäupter transportieren. Solche Maschinen tauchen gelegentlich bei Staatsbesuchen und Gipfeltreffen auch in Europa auf und sind dann eine echte Rarität. Wie du einschätzt, wie besonders deine Sichtung ist, erklärt der Beitrag Wie selten ist meine Sichtung?. Wer militärische Varianten fotografiert, sollte die Hinweise unter Militärflugplatz fotografieren: Regeln kennen.
Fototipps speziell für die S-92
Bei Hubschraubern entscheidet die Verschlusszeit. Vier Blätter füllen die Rotorscheibe langsamer als fünf, deshalb wirkt eine zu kurze Belichtung bei der S-92 schnell wie ein „geparkter“ Rotor in der Luft.
Rotor in Bewegung zeigen
Starte mit Werten um 1/125 s und geh bei ruhiger Hand weiter herunter. Sauber mitziehen, dann bleibt der Rumpf scharf und die Blätter verwischen.
Profil mit Sponsons
Die Fahrwerksstummel, die Fensterreihe und das hohe Seitenleitwerk kommen im Seitenprofil am besten zur Geltung.
Windeinsätze abpassen
Coastguard-Crews trainieren regelmäßig Windenmanöver über Wasser oder an Klippen. Ein Teleobjektiv und Geduld zahlen sich hier aus.
Wetter einplanen
An der Küste dreht der Wind schnell. Hubschrauber starten meist gegen den Wind; plane Standort und Sonnenstand danach.
Die Technik gleicht der bei Propellermaschinen, Details stehen im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Für die Planung hilft der Beitrag Windy und andere Wetterkarten, allgemeine Tipps findest du unter Hubschrauber spotten. Mit dem Sonnenstand-Planer und den Wetter- und Windangaben in Planetrack siehst du vor der Tour, aus welcher Richtung Licht und Anflug kommen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die S-92, wenn …
- du vier Hauptrotorblätter an einem sehr großen Zweimotorer siehst
- seitliche Stummelflügel mit eingefahrenem Fahrwerk am Rumpf sitzen
- der Rumpf hoch und kastenförmig wirkt
- im Tracking-Dienst S92 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur die Silhouette von unten siehst – dann ähneln sich die großen Offshore-Typen stark
- der Hubschrauber deutlich kleiner wirkt – die S-76 ist der kleinere Sikorsky-Offshore-Typ
- eine militärische Lackierung im Spiel ist – dann kann es ein Black Hawk oder ein Cyclone sein
Es ist keine S-92, wenn …
- du fünf Hauptrotorblätter zählst
- drei Triebwerke auf dem Dach sitzen – dann eher eine AW101
- der Hubschrauber auf Kufen steht
- ein Fenestron im Leitwerk sitzt
Auch die schweren Transporthubschrauber der Familie CH-53 tragen den Namen Sikorsky, sind aber deutlich größer und haben mehr Rotorblätter. Mit ihnen wirst du eine S-92 kaum verwechseln.
Fazit
Die S-92 ist ein Spezialist für lange Flüge über rauer See: groß, robust und mit Reserven gebaut. Ihre Geschichte hat dunkle Kapitel, vom Getriebeproblem bei Cougar-Flug 91 bis zum Absturz von Rescue 116, aber auch über 20 Jahre zuverlässigen Alltag in der Nordsee. Für Spotter ist sie in Norwegen und Großbritannien ein vertrauter Anblick, in Mitteleuropa dagegen eine eher seltene Begegnung. Vier Hauptrotorblätter, die seitlichen Fahrwerksstummel und der hohe Rumpf liefern den Typ, das Kennzeichen die Bestätigung.
Kurzfazit
Vier breite Blätter, Stummelflügel am Rumpf und ein kastiger Kabinenquerschnitt: Das ist die S-92. Halte an der britischen und norwegischen Küste Ausschau nach Offshore- und Coastguard-Flügen, belichte länger für einen bewegten Rotor und notier das Kennzeichen – dann wird jede Sichtung zum sauberen Eintrag.
Zusammenfassung
- Die S-92 flog im Dezember 1998 erstmals, erhielt Ende 2002 die FAA- und 2004 die europäische Zulassung und ging 2004 beim US-Betreiber PHI in Dienst.
- Haupteinsatzgebiete sind Offshore-Transporte zu Öl- und Gasplattformen, vor allem in der Nordsee, sowie Such- und Rettungsdienst, VIP- und Staatsflüge.
- Der Absturz von Cougar-Flug 91 vor Neufundland 2009 führte zu Änderungen am Hauptgetriebe; mit der S-92A+ bietet Sikorsky inzwischen ein Upgrade mit neuem Getriebe an.
- Zum Bestimmen reichen Blattzahl, die seitlichen Fahrwerksstummel und die Rumpfform; das Kennzeichen und der Code S92 liefern die Bestätigung.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die S-92?
Die S-92 läuft unter dem Code S92. Unter diesem Kürzel findest du sie in Flugplänen und Tracking-Diensten, egal ob es sich um eine S-92A, eine S-92A+ oder eine staatliche Maschine handelt.
Ist die S-92 mit dem Black Hawk verwandt?
Ja. Sikorsky hat für die S-92 Rotor- und Flugsteuerungskomponenten aus der S-70-Familie übernommen, zu der auch der UH-60 Black Hawk gehört. Rumpf, Kabine und Triebwerksleistung sind aber auf einen viel größeren Zivilhubschrauber ausgelegt.
Was war Cougar-Flug 91?
Am 12. März 2009 musste eine S-92A von Cougar Helicopters auf dem Weg zu Ölplattformen vor Neufundland nach einem Ölverlust im Hauptgetriebe notwassern. 17 der 18 Insassen starben. Ursache war unter anderem ein gebrochener Titanbolzen am Ölfilter. Danach mussten die Bolzen weltweit durch Stahlteile ersetzt und Notverfahren überarbeitet werden.
Fliegt die S-92 noch für die irische Küstenwache?
Die irische Küstenwache hatte ab 2012 S-92 von CHC im Einsatz. Seit 2025 übernimmt Bristow Ireland den Dienst mit AW189. Die Umstellung lief in Etappen; prüf deshalb vor einer Tour, welcher Typ an der jeweiligen Basis aktuell steht.
Was ist die S-92A+?
Ein Upgrade-Paket von Sikorsky mit stärkeren CT7-8A6-Triebwerken, einem neuen Hauptgetriebe (Phase IV) mit Hilfsschmiersystem. Laut Lockheed Martin läuft die Fertigung der ersten S-92A+ an. Äußerlich unterscheidet sie sich kaum von der S-92A.
Wo sehe ich eine S-92 in Deutschland?
Selten. Deutsche Offshore- und Rettungsbetreiber setzen vor allem kleinere Typen ein. Gute Chancen hast du dagegen in Großbritannien und Norwegen, etwa an Küstenflughäfen mit Offshore-Verkehr oder an Basen der HM Coastguard.
Sikorsky S-92 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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