Das Wichtigste in Kürze
- Der Chinook ist ein schwerer Transporthubschrauber mit Tandemrotoren und fliegt seit 1961 – in modernisierter Form bis heute.
- Schnellster Erkennungsweg: zwei große Rotoren, kein Heckrotor, Heckrampe. Mit nichts anderem in Europas Luftraum zu verwechseln.
- In Europa fliegen ihn unter anderem die Royal Air Force, die niederländischen Luftstreitkräfte, das spanische und das italienische Heer.
- Die Bundeswehr hat 2023 60 CH-47F Block II als Nachfolger des CH-53G bestellt, Hauptstandort wird der Fliegerhorst Holzdorf.
- In Tracking-Diensten erscheint der Typ als H47, militärische Flüge sind aber oft gefiltert oder ohne Kennung.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der CH-47 Chinook?
- 2.Technik in Kürze
- 3.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Versionen im Überblick
- 5.Chinook oder doch etwas anderes?
- 6.Betreiber in Europa
- 7.Der Chinook bei der Bundeswehr
- 8.Chinooks verfolgen und finden
- 9.Fototipps speziell für den Chinook
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Boeing (ursprünglich Vertol, 1960 von Boeing übernommen) |
|---|---|
| Werksbezeichnung | Model 114 |
| ICAO-Typcode | H47 |
| Erstflug (YCH-47A) | 21. September 1961 |
| Erstflug CH-47F | 25. Juni 2001 |
| Bauart | Tandemrotor-Transporthubschrauber mit Heckrampe |
| Triebwerke (CH-47F) | 2 × Honeywell T55-GA-714A |
| Rotordurchmesser | 2 × 18,3 m, je drei Blätter |
| Länge mit drehenden Rotoren | 30,1 m |
| Rumpflänge | 15,6 m |
| Höhe | 5,7 m |
| Max. Abfluggewicht (CH-47F Block II) | 24.494 kg |
| Reisegeschwindigkeit | 291 km/h (157 kn) |
| Besatzung | 3 (zwei Piloten, ein Flugingenieur bzw. Lademeister) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei Hauptrotoren hintereinander – einer über dem Cockpit, einer auf einem hohen Turm am Heck, kein Heckrotor
- Langer, kastenförmiger Rumpf mit Laderampe im Heck
- Zwei Turbinen außen am hinteren Rotorturm, links und rechts angesetzt
- Breite Tankverkleidungen (Sponsons) entlang der unteren Rumpfseiten
- Vierbeiniges Radfahrwerk: zwei Räderpaare vorne, zwei einzelne Räder hinten
- Typisches, rhythmisch schlagendes Rotorgeräusch, das viele Spotter als „Wokka-Wokka“ beschreiben
Aktualisiert: Oktober 2026 – Erst hörst du ihn, dann siehst du ihn: Ein tiefes, schlagendes Rotorgeräusch rollt über die Felder, und dann schiebt sich ein langer, olivgrüner oder grauer Kasten mit zwei riesigen Rotoren über den Horizont. Der Boeing CH-47 Chinook gehört seit mehr als sechs Jahrzehnten zu den markantesten Militärhubschraubern der Welt. Auf dieser Seite erfährst du, woran du ihn erkennst, welche Versionen es gibt, wo er in Europa fliegt und was die Beschaffung von 60 CH-47F für die Bundeswehr für Spotter in Deutschland bedeutet.
Tandemrotor für deinen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Chinook-Sichtung mit Foto, Typ, Kennung und Spot fest – von der RAF-HC6 bis zur ersten CH-47F der Bundeswehr. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist der CH-47 Chinook?
Der Chinook ist ein schwerer Transporthubschrauber mit zwei Hauptrotoren in Tandemanordnung. Er bringt Soldaten, Fahrzeuge, Material und Außenlasten dorthin, wo kein Flugzeug landen kann: auf Lichtungen, Berghänge, Schiffsdecks oder improvisierte Landeplätze. Im zivilen Katastrophenschutz kennt man ihn als Löschhubschrauber mit riesigem Wasserbehälter oder als Retter bei Hochwasser.
Die Geschichte beginnt bei Vertol in Pennsylvania. Das Unternehmen hatte mit dem Model 107 bereits einen Tandemrotor-Hubschrauber entwickelt, der später als CH-46 Sea Knight beim US Marine Corps diente. Die US Army wollte jedoch etwas Größeres. Daraus entstand eine vergrößerte Konstruktion, das Model 114. Boeing kaufte Vertol 1960, und am 21. September 1961 startete der Prototyp YCH-47A in Ridley Park bei Philadelphia zum Erstflug. Seinen Namen hat der Hubschrauber vom Volk der Chinook aus dem Nordwesten der USA – eine Tradition bei Hubschraubern der US Army.
Seitdem wurden nach gängigen Angaben mehr als 1.200 Chinooks gebaut. Die aktuelle Version CH-47F flog erstmals 2001 und wird seit 2006 ausgeliefert. Boeing zählt neben der US Army und dem US-Spezialkräftekommando rund 20 internationale Betreiber, von Australien über Japan und Indien bis Griechenland, die Türkei und Deutschland. Mehr zum Konzern dahinter findest du auf der Seite zu Boeing.
Technik in Kürze
Herzstück sind zwei Honeywell T55-GA-714A, die Boeing bei der CH-47F Block II mit jeweils 4.777 Wellen-PS angibt. Die Turbinen sitzen außen an beiden Seiten des hinteren Rotorturms und treiben über ein gemeinsames Getriebe beide Rotoren an, die über eine Welle durch den Rumpf verbunden sind. Fällt ein Triebwerk aus, laufen beide Rotoren synchron weiter.
Die beiden Dreiblattrotoren haben je 18,3 Meter Durchmesser und drehen gegenläufig. Damit heben sich die Drehmomente auf, ein Heckrotor ist nicht nötig. Mit drehenden Rotoren misst der Chinook laut Boeing rund 30,1 Meter in der Länge, der Rumpf allein 15,6 Meter. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei 291 km/h, die Höchstgeschwindigkeit bei 302 km/h – für einen Hubschrauber dieser Größe ausgesprochen flott.
Im Laderaum finden je nach Konfiguration über 30 Soldaten oder bis zu 24 Tragen Platz. Dazu kommen bis zu drei Haken unter dem Rumpf für Außenlasten. Das ist ein Grund, warum Spotter den Chinook oft mit einem Fahrzeug, einem Container oder einem Wasserbehälter am Seil fotografieren.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Beim Chinook ist Bestimmen ausnahmsweise einfach. Spannender ist die Frage nach der Version und dem Betreiber.
Rotoren zählen
Zwei große Rotoren hintereinander, keiner am Heck: Das ist in Europa praktisch immer ein Chinook. Der hintere Rotor sitzt deutlich höher auf einem Turm, damit sich die Blattkreise nicht ins Gehege kommen.
Heck und Triebwerke ansehen
Hinten öffnet sich eine große Laderampe. Links und rechts am Rotorturm hängen die zwei Turbinengondeln – im Profil gut als zylindrische Röhren zu erkennen.
Details für die Version
Ein Tankstutzen für die Luftbetankung an der Nase und dicke Sponsons deuten auf Spezialversionen wie MH-47G oder H-47(ER). Den Rest klärst du über Kennung und Hoheitszeichen.
Die Lackierung hilft beim Betreiber: Die RAF-Maschinen tragen die britische Kokarde, die Niederländer tragen Kennungen mit dem Präfix D-, Spanien und Italien zeigen ihre Hoheitszeichen am Rumpf. Bei der Bundeswehr bekommt der Chinook wie alle Luftfahrzeuge eine Zahlenkennung; wie das System funktioniert, erklärt der Beitrag Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.
Praxis-Tipp: Mit den Ohren spotten
Das tiefe, pulsierende Geräusch der Tandemrotoren trägt kilometerweit. Wenn du es hörst, hast du meist genug Zeit, die Kamera einzuschalten und die Richtung abzuschätzen – Chinooks fliegen oft im Tiefflug entlang von Tälern und Flussläufen.
Versionen im Überblick
Äußerlich hat sich der Chinook über sechs Jahrzehnte erstaunlich wenig verändert. Die großen Sprünge passierten bei Triebwerken, Getriebe, Rotorblättern und vor allem im Cockpit.
| Version | Erstflug bzw. Einführung | Was sie auszeichnet |
|---|---|---|
| CH-47A | 1961 (Prototyp) | Ursprungsversion, Einsatz in Vietnam ab den 1960er-Jahren |
| CH-47B | Auslieferung ab 1967 | stärkere Triebwerke |
| CH-47C | Erstflug 1967 | verstärkte Getriebe, mehr Reichweite; in Italien in Lizenz gebaut |
| CH-47D | Erstflug 1979 | umfassende Modernisierung, großteils aus älteren Zellen umgebaut |
| CH-47F | Erstflug 2001, Auslieferung ab 2006 | Glascockpit, digitale Flugsteuerung, T55-GA-714A |
| CH-47F Block II | jüngste Stufe | verstärkte Zelle, neue Tanks, verbesserter Antrieb, mehr Nutzlast |
| MH-47E/G | ab 1990 | Spezialkräfte-Versionen mit Luftbetankungssonde und großen Sponsons |
Die Royal Air Force hat ein eigenes Bezeichnungssystem: Die ersten HC1 kamen 1980, später folgten unter anderem HC2, HC4 und HC5. Seit Mitte der 2010er-Jahre fliegen 14 neu gebaute HC6 auf CH-47F-Basis, und die modernisierten HC4 laufen heute als HC6A. In Italien heißt die Lizenzversion ICH-47F, in Spanien trägt der Chinook die militärische Bezeichnung HT.17.
Chinook oder doch etwas anderes?
Verwechslungen sind selten, aber bei schlechtem Licht, großer Entfernung oder einem kurzen Blick durch die Bäume kann der Kopf Streiche spielen. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: schwere Transporthubschrauber
Boeing CH-47 Chinook
Tandemrotoren, Rotorturm mit Außenturbinen und Heckrampe – eindeutiger geht es kaum. Jetzt nur noch Betreiber und Version über Kennung und Lackierung klären.
Sikorsky CH-53 oder ein anderer Einrotorer
Ein großer Hauptrotor mit Heckrotor spricht für den CH-53, bei der Bundeswehr der Vorgänger des Chinook. Bei einem Riesen mit achtblättrigem Rotor bist du eher bei der Mi-26.
Bell Boeing V-22 Osprey
Zwei Rotoren an den Flügelenden sind das Markenzeichen des Kipprotorflugzeugs. Im Schwebeflug kann es auf Distanz kurz an einen Tandemhubschrauber erinnern.
Die Vergleichsseiten zu Sikorsky CH-53, Bell Boeing V-22 Osprey und Mil Mi-26 zeigen dir die Unterschiede im Detail. Einen Rundumblick über Drehflügler bietet der Guide Hubschraubertypen erkennen.
Betreiber in Europa
Für Spotter in Mitteleuropa ist der Chinook kein Alltagsgast, aber auch keine Rarität. Die wichtigsten Nutzer im Überblick – Flottenstände ändern sich, die Angaben sind deshalb als Momentaufnahme zu verstehen.
Großbritannien: Die Royal Air Force ist seit Jahrzehnten der größte Chinook-Betreiber Europas. Die ersten Maschinen kamen 1980 zur RAF, heute konzentriert sich die Flotte auf RAF Odiham in Hampshire, dazu kommt die Ausbildung in RAF Benson. 2024 kündigte das britische Verteidigungsministerium den Kauf von 14 neu gebauten Langstrecken-Chinooks vom Typ H-47(ER) an, die vor allem Spezialkräfte unterstützen. Von 1983 bis 1993 waren RAF-Chinooks auch in Deutschland stationiert, bei der No. 18 Squadron in Gütersloh.
Niederlande: Die niederländischen Luftstreitkräfte setzen ihre Chinooks im Defensie Helikopter Commando ein. Nach der Umstellung auf eine reine CH-47F-Flotte zwischen 2015 und 2023 verfügen sie über 20 Maschinen. Der größte Teil fliegt bei der 298. Staffel in Gilze-Rijen in Nordbrabant, einige Hubschrauber sind zur Ausbildung in den USA stationiert. Die Niederlande waren 2007 der erste internationale Kunde der CH-47F.
Spanien: Beim spanischen Heer fliegen die Chinooks in der Heeresfliegertruppe FAMET, genauer beim Transporthubschrauber-Bataillon BHELTRA V in Colmenar Viejo nördlich von Madrid. Spanien hat seine CH-47D auf den F-Standard modernisieren lassen und zusätzlich neue CH-47F gekauft.
Italien: Italien hat eine lange Chinook-Tradition: Schon die CH-47C wurde im Land in Lizenz gebaut. Heute baut Leonardo die ICH-47F in Lizenz, die erste flog im Juni 2013, im Oktober 2014 begann die Auslieferung an das Heer. Stationiert sind die italienischen Chinooks unter anderem beim 1. Heeresfliegerregiment „Antares“ am Flughafen Viterbo. Mehr zum italienischen Partner findest du auf der Seite zu Leonardo.
Weitere europäische Nutzer sind unter anderem Griechenland und die Türkei. Wer US-Army-Chinooks sehen will, hat bei Übungen und Verlegungen in Europa ebenfalls gute Chancen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Umfeld von RAF Odiham (England) | hoch | Heimatbasis der RAF-Chinook-Flotte |
| Umfeld von Gilze-Rijen (Niederlande) | hoch | Heimatbasis der niederländischen CH-47F |
| Airshows und Tage der offenen Tür | mittel bis hoch | statisch ausgestellt oder im Flugprogramm |
| Militärische Übungsräume | mittel | Truppentransporte und Außenlasten |
| Holzdorf (ab Zulauf der CH-47F) | steigend | Hauptstandort der Bundeswehr-Chinooks |
Militärische Flotten sind in Bewegung
Stationierungen, Flottengrößen und Zeitpläne ändern sich bei Militärhubschraubern häufig und werden nicht immer öffentlich gemacht. Prüf vor einer gezielten Tour aktuelle Meldungen der Streitkräfte und verlass dich nicht auf alte Listen.
Der Chinook bei der Bundeswehr
Für Spotter in Deutschland ist das spannendste Kapitel gerade das neueste. Die Bundeswehr sucht seit Jahren einen Nachfolger für ihre in die Jahre gekommenen CH-53G, die das Heer ab den 1970er-Jahren in Dienst gestellt hat und die heute bei der Luftwaffe fliegen. Im Juni 2022 fiel die Wahl auf den Chinook, gegen den Konkurrenten CH-53K von Sikorsky.
Bestellt sind 60 Hubschrauber vom Typ CH-47F Block II, die als CH-47F(DE) mit Luftbetankungsfähigkeit ausgerüstet werden. Die Bestellung lief im Sommer 2023 über das US-Programm Foreign Military Sales, die Bundeswehr beziffert das Vorhaben auf rund sieben Milliarden Euro. Nach Angaben der Bundeswehr begann die Endmontage der ersten Maschine im April 2026 in Philadelphia; die erste soll im vierten Quartal 2027 nach Deutschland kommen, die letzte bis Ende 2032.
Hauptstandort wird der Fliegerhorst Holzdorf an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt, wo heute schon das Hubschraubergeschwader 64 mit CH-53 zu Hause ist. Dort sind 47 der 60 Maschinen vorgesehen, der Standort wird dafür umfangreich ausgebaut. Als zweiter Standort folgt nach aktueller Planung Laupheim in Oberschwaben. Bei großen Rüstungsprojekten verschieben sich Zeitpläne erfahrungsgemäß; ob die erste Maschine 2027 tatsächlich in Holzdorf aufsetzt, lohnt sich deshalb im Blick zu behalten.
Für Spotter bedeutet das: In den kommenden Jahren laufen CH-53G und CH-47F parallel. Die letzten CH-53G-Flüge werden damit selbst zu begehrten Motiven, und die ersten deutschen Chinooks dürften auf Flugtagen wie dem Tag der Bundeswehr oder der ILA Berlin für Andrang sorgen. Was du beim Fotografieren an Fliegerhorsten beachten musst, steht im Beitrag Militärflugplatz fotografieren: Regeln.
H47 auf die Wunschliste
Setz in Planetrack den Chinook oder einzelne Kennungen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Chinooks verfolgen und finden
Militärhubschrauber planst du anders als Linienjets. Es gibt keinen Flugplan, und viele Flüge sind in kommerziellen Tracking-Diensten ausgeblendet. Trotzdem senden manche Chinooks Mode-S- oder ADS-B-Signale und tauchen unter dem Typcode H47 auf. Wie das funktioniert und welche Dienste ungefiltert arbeiten, erklärt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen. Speziell auf Drehflügler zugeschnitten ist der Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar finden.
Die zuverlässigsten Chancen bieten Airshows. Beim Royal International Air Tattoo in Fairford sind britische und andere europäische Chinooks häufig vertreten, und auch kleinere Flugtage und offene Tage bringen den Typ regelmäßig vor die Kamera. Termine findest du im Überblick zu Airshows in Europa.
Wer sich für die italienische Hubschraubertradition interessiert, aus der auch die Lizenzfertigung des Chinook stammt, findet im Volandia nahe Mailand-Malpensa eine große Drehflügler-Abteilung. Ob dort gerade ein Chinook steht, prüfst du am besten vorab auf der Museumsseite.
Fototipps speziell für den Chinook
Mit zwei Rotoren hast du doppelt so viel Bewegung im Bild – und doppelt so viele Chancen, einen eingefrorenen Rotor zu erwischen, der das Foto statisch wirken lässt.
Verschlusszeit verlängern
Die Rotoren des Chinook drehen vergleichsweise langsam. Damit sich die Blätter zur Scheibe verwischen, brauchst du eher längere Zeiten als bei kleinen Hubschraubern. Starte um 1/125 s, geh bei sicherem Mitziehen auch tiefer.
Seitenprofil wählen
Nur im Profil siehst du beide Rotoren, den Rotorturm und die Rampe gleichzeitig. Schräg von vorn wirkt der Chinook massiv, verliert aber seine typische Silhouette.
Abwind einplanen
Der Rotorabwind eines Chinook ist enorm. Bei Starts und Landungen in deiner Nähe fliegen Staub, Gras und Steinchen – Objektivdeckel drauf und Abstand halten.
Last mitnehmen
Ein Fahrzeug oder Wasserbehälter am Haken erzählt eine Geschichte. Wähl einen Bildausschnitt mit genug Luft nach unten.
Die Technik ist dieselbe wie bei Propellern; die Grundlagen stehen im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Allgemeine Tipps für Drehflügler sammelt der Beitrag Hubschrauber spotten.
Bereit für deine Chinook-Session?
- Ich stehe auf öffentlichem Grund und außerhalb militärischer Sperrbereiche.
- Ich beachte Fotografierverbote an Kasernen und Fliegerhorsten.
- Ich halte Abstand zu Landeplätzen – der Abwind ist kräftig.
- Meine Verschlusszeit ist lang genug für bewegte Rotoren.
- Ich habe vorab nach Flugtagen und Übungen in meiner Region gesucht.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Chinook, wenn …
- zwei große Rotoren hintereinander drehen
- der hintere Rotor auf einem hohen Turm mit seitlichen Turbinen sitzt
- sich hinten eine Laderampe öffnet
- im Tracking-Dienst H47 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur die Silhouette im Gegenlicht siehst – dann hilft das typische Rotorgeräusch
- eine Tankstange an der Nase sitzt – dann ist es eher eine Spezialversion wie MH-47G oder H-47(ER)
- der Hubschrauber zivil lackiert ist – einige ältere Chinooks fliegen bei Firmen für Lasten und Brandbekämpfung
Es ist kein Chinook, wenn …
- ein Heckrotor am Ende eines Auslegers dreht – dann eher CH-53, NH90 oder AW101
- die Rotoren an Flügelspitzen sitzen – dann ist es die V-22 Osprey
- das Luftfahrzeug Tragflächen und Propeller hat – dann bist du bei Transportern wie A400M oder C-130 Hercules
Mehr Unterscheidungshilfen für die großen Militärtransporter mit festen Flügeln bietet der Beitrag Militärtransporter erkennen. Wer sich für die Kampfhubschrauber aus demselben Haus interessiert, schaut beim Boeing AH-64 Apache vorbei.
Fazit
Der Chinook ist eines dieser Luftfahrzeuge, die du nie wieder vergisst, wenn du sie einmal live gehört hast. Zwei Rotoren, kein Heckrotor, Rampe am Heck – die Bestimmung ist ein Kinderspiel, die Jagd nach Versionen und Betreibern dagegen ein Langzeitprojekt. Für Spotter in Deutschland bricht gerade eine neue Zeit an: Mit den 60 CH-47F der Bundeswehr wird der Tandemrotor-Hubschrauber vom seltenen Gast zum heimischen Typ, während die CH-53G nach und nach verschwinden.
Kurzfazit
Tandemrotoren, Rotorturm mit Außenturbinen und Heckrampe: Das ist der CH-47 Chinook. Halte nach RAF, Niederländern, Spaniern und Italienern auf Airshows Ausschau, verfolge den Zulauf der Bundeswehr-Maschinen in Holzdorf und belichte lang genug, damit beide Rotoren sich drehen.
Zusammenfassung
- Vertol entwickelte den Chinook als Model 114 für die US Army, der Erstflug fand am 21. September 1961 statt; Boeing hatte Vertol 1960 übernommen.
- Über die Versionen A, B, C und D führte der Weg zur heutigen CH-47F mit Glascockpit, die seit 2006 ausgeliefert wird; die Block-II-Version trägt mehr Last.
- Wichtige europäische Betreiber sind RAF, Niederlande, Spanien und Italien, wo Leonardo die ICH-47F in Lizenz baut.
- Deutschland wählte den Chinook 2022 als schweren Transporthubschrauber, die Auslieferung ist ab 2027 vorgesehen.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat der Chinook?
Die CH-47-Familie wird unter H47 geführt. Der Code unterscheidet nicht zwischen CH-47D, CH-47F oder britischen HC6 – für die genaue Version brauchst du die militärische Kennung oder ein gutes Foto.
Warum hat der Chinook keinen Heckrotor?
Die beiden Hauptrotoren drehen gegenläufig. Dadurch heben sich ihre Drehmomente gegenseitig auf, ein Heckrotor zum Ausgleich ist überflüssig. Die ganze Triebwerksleistung geht so in den Auftrieb, und der Schwerpunktbereich ist großzügig – ideal für einen Lastenträger.
Was ist der Unterschied zwischen CH-47D und CH-47F?
Die F ist die modernisierte Version mit digitalem Glascockpit (Common Avionics Architecture System), digitaler Flugsteuerung und stärkeren T55-GA-714A-Turbinen. Der Erstflug war 2001, ausgeliefert wird sie seit 2006. Von außen sind beide sehr ähnlich, die Unterschiede liegen vor allem im Inneren.
Was ist die CH-47F Block II?
Die jüngste Ausbaustufe mit verstärkter Zelle, überarbeiteten Tanks und verbessertem Antriebsstrang. Boeing gibt das maximale Abfluggewicht mit 24.494 Kilogramm an. Die Bundeswehr hat diese Version bestellt, als CH-47F(DE) mit Luftbetankungsfähigkeit.
Wann kommen die Chinooks der Bundeswehr?
Deutschland hat sich 2022 für den Chinook entschieden und 2023 60 Maschinen bestellt. Die erste Maschine ist für das vierte Quartal 2027 angekündigt, die letzte für Ende 2032. Hauptstandort wird der Fliegerhorst Holzdorf mit 47 Maschinen, danach folgt Laupheim. Zeitpläne bei Rüstungsprojekten können sich verschieben – prüf aktuelle Meldungen der Bundeswehr.
Wo sehe ich in Europa am ehesten einen Chinook?
Rund um die Heimatbasen der Betreiber, etwa RAF Odiham in England oder Gilze-Rijen in den Niederlanden, sowie auf Airshows und Tagen der offenen Tür. Bei Übungen tauchen Chinooks auch weit weg von ihren Basen auf.
Kann man Chinooks auf dem Flugradar verfolgen?
Manchmal. Einige Militärhubschrauber senden ADS-B oder Mode-S und tauchen als H47 auf, viele Flüge sind aber in kommerziellen Diensten gefiltert. Ungefilterte Community-Netzwerke zeigen mehr, garantieren aber nichts.
Boeing CH-47 Chinook sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Flughäfen & Hersteller dazu
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