Sikorsky CH-53 Sea Stallion / CH-53G

Ein großer Sechsblattrotor, zwei Turbinen neben dem Rotormast, dicke Tankstummel und eine Heckrampe: Der CH-53G ist seit 1972 das Arbeitstier der deutschen Hubschrauberflotte. So erkennst du ihn, so unterscheidest du die Versionen – und so geht es mit dem Chinook als Nachfolger weiter.

Auch bekannt als: Sea Stallion · Sikorsky S-65 · CH-53G · CH-53GS · CH-53GA · CH-53GE · CH-53D · Yas’ur · Stallion

USASikorskyHubschrauberICAO-Typcode: H5311 Min. Lesezeit

H53

ICAO-Typcode

1964

Erstflug des Prototyps

112

CH-53G für die Bundeswehr

6

Hauptrotorblätter

Das Wichtigste in Kürze

  • Der CH-53 ist ein schwerer Einrotor-Transporthubschrauber von Sikorsky, der Prototyp flog am 14. Oktober 1964.
  • Deutschland beschaffte 112 CH-53G, die bis auf die ersten beiden Maschinen in Lizenz im eigenen Land gebaut wurden. Seit 2013 fliegen sie bei der Luftwaffe.
  • Schnellster Erkennungsweg: Sechsblattrotor, zwei Turbinen neben dem Mast, Sponsons und Heckrampe. Drei Turbinen und ein siebtes Rotorblatt verraten den größeren CH-53E.
  • Die Versionen GS, GA und GE sind modernisierte CH-53G mit Selbstschutz, mehr Reichweite und neuer Avionik.
  • Nachfolger wird der Boeing CH-47F Chinook, dessen Auslieferung an die Bundeswehr ab 2027 vorgesehen ist.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist der CH-53?
  2. 2.Technik in Kürze
  3. 3.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  4. 4.Versionen im Überblick
  5. 5.Der CH-53G bei der Bundeswehr
  6. 6.Nachfolge: Chinook statt King Stallion
  7. 7.Betreiber weltweit
  8. 8.CH-53 verfolgen und finden
  9. 9.Fototipps speziell für den CH-53
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerSikorsky (heute Teil von Lockheed Martin); CH-53G in Deutschland in Lizenz gefertigt
WerksbezeichnungS-65
ICAO-TypcodeH53
Erstflug (YCH-53A)14. Oktober 1964
Übergabe erster CH-53G an das Heer26. Juli 1972
BauartEinrotor-Transporthubschrauber mit Heckrotor und Heckrampe
Triebwerke (CH-53G)2 × General Electric T64-GE-7
Hauptrotorsechs Blätter, rund 22 m Durchmesser
Heckrotorvier Blätter
Länge über allesrund 27 m
Max. Abfluggewicht (CH-53G)19.050 kg
Max. Außenlastrund 7,3 t am Lasthaken (bei Teilbetankung)
Reisegeschwindigkeit (CH-53G)rund 215 km/h
Transportkapazitätbis zu 36 Soldaten (CH-53G)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Ein großer Hauptrotor mit sechs Blättern und ein Heckrotor am Ende eines langen Heckauslegers
  • Zwei Turbinen links und rechts neben dem Rotormast, gut sichtbar als Gondeln oben auf dem Rumpf
  • Dicke Tankstummel (Sponsons) an beiden Rumpfseiten, in die das Hauptfahrwerk einfährt
  • Kastiger Rumpf mit Laderampe im Heck unter dem schräg ansteigenden Heckausleger
  • Bei CH-53GS und GE: zusätzliche Außentanks an den Sponsons und Sensoren des Selbstschutzsystems
  • Bundeswehr-Kennung im Format 84+xx oder 85+xx am Heckausleger

Aktualisiert: Oktober 2026 – Wer in Deutschland aufgewachsen ist, kennt das Geräusch: ein tiefes, mahlendes Rotorschlagen, und dann zieht ein großer, olivgrüner Hubschrauber mit dicken Tankstummeln tief über die Felder. Der Sikorsky CH-53G ist seit mehr als fünf Jahrzehnten der schwere Lastenträger der Bundeswehr – und gleichzeitig ein Typ auf der Zielgeraden. Hier erfährst du, woran du den CH-53 erkennst, welche Versionen es gibt, wie er sich von seinen größeren Brüdern CH-53E und CH-53K unterscheidet und was der Wechsel zum Chinook für Spotter bedeutet.

Den CH-53G in deinen Hangar

Mit Planetrack hältst du jede CH-53-Sichtung mit Foto, Typ, Kennung und Spot fest und baust dir eine Sammlung der letzten deutschen „Stallions“ auf. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist der CH-53?

Der CH-53 ist ein schwerer Transporthubschrauber mit einem Hauptrotor und Heckrotor. Sikorsky entwarf ihn Anfang der 1960er-Jahre für das US Marine Corps, das einen Nachfolger für den älteren CH-37 suchte. Ausgangspunkt war eine vergrößerte Version der S-61R, die Werksbezeichnung des neuen Typs lautet S-65. Am 14. Oktober 1964 hob der Prototyp YCH-53A zum Erstflug ab, ab 1966 kamen die ersten Maschinen zur Truppe. Den Beinamen Sea Stallion erhielt der Typ beim Marine Corps.

Die Grundidee ist bis heute aktuell: ein großer, kastiger Rumpf mit Heckrampe, über die Fahrzeuge und Material direkt hineinrollen können, dazu ein Lasthaken für Außenlasten. Der Treibstoff sitzt in den seitlichen Stummeln, den Sponsons, die gleichzeitig das Hauptfahrwerk aufnehmen. Heckausleger und Rotor lassen sich für den Einsatz auf Schiffen falten – ein Erbe der Marineinfanterie.

Aus dem ursprünglichen CH-53A entwickelten sich zahlreiche Varianten: der CH-53D für das Marine Corps, Minenräumer für die US Navy, Rettungs- und Spezialversionen für die US Air Force und schließlich die dreimotorige Familie mit CH-53E und CH-53K. Sikorsky selbst gehört seit 2015 zu Lockheed Martin. Den kleineren Bruder aus demselben Haus findest du auf der Seite zum Sikorsky UH-60 Black Hawk.

H53ICAO-Typcode der zweimotorigen CH-53
1964Erstflug des Prototyps YCH-53A
1972erste CH-53G an das Heer übergeben

Technik in Kürze

Die CH-53G der Bundeswehr wird von zwei General Electric T64-GE-7 angetrieben, die als Gondeln links und rechts neben dem Rotormast auf dem Rumpfdach sitzen. Sie treiben einen sechsblättrigen Hauptrotor mit gut 22 Metern Durchmesser und einen vierblättrigen Heckrotor an. Über alles misst der Hubschrauber rund 27 Meter.

Das maximale Abfluggewicht der CH-53G liegt bei 19.050 Kilogramm. In der Kabine finden bis zu 36 Soldaten Platz, alternativ Fahrzeuge, Paletten oder Tragen für Verwundete. Am Lasthaken trägt der CH-53G mit reduzierter Tankfüllung gut sieben Tonnen, mit vollen Tanks deutlich weniger. Die Reisegeschwindigkeit wird mit etwa 215 km/h angegeben. Durch die nachgerüsteten Zusatztanks kommt die Version GS auf deutlich größere Reichweiten als die Grundversion.

Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Am Himmel über Deutschland gibt es nur wenige Hubschrauber dieser Größe. Mit drei Blicken bist du in der Regel sicher.

Rotor und Heck

Ein großer Hauptrotor mit sechs Blättern, ein Heckrotor am Ende des Auslegers: Das unterscheidet den CH-53 sofort vom Chinook mit seinen zwei Tandemrotoren.

Turbinen zählen

Zwei Triebwerksgondeln links und rechts vom Rotormast bedeuten CH-53G oder CH-53D. Sitzt eine dritte Turbine dahinter, hast du einen CH-53E, MH-53E oder CH-53K vor dir.

Rumpf und Anbauten

Dicke Sponsons an den Seiten, eine Heckrampe und ein hoch angesetzter Heckausleger. Zusätzliche Außentanks und Selbstschutz-Sensoren deuten auf GS oder GE.

Für die Bestimmung der einzelnen Maschine hilft die Kennung am Heckausleger. Deutsche CH-53 tragen Zahlen im Format 84+xx oder 85+xx, wie es das Kennzeichensystem der Bundeswehr für Hubschrauber vorsieht. Wie die Nummernblöcke aufgebaut sind, erklärt der Beitrag Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.

Praxis-Tipp: Sonderlackierungen im Blick

Zu Jubiläen bekamen einzelne CH-53G auffällige Sonderlackierungen, etwa zu 40 Jahren CH-53 bei den Heeresfliegern. Solche Maschinen sind begehrte Motive – setz die Kennung auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm informieren, wenn sie einen Flughafen in deiner Nähe anfliegt.

Versionen im Überblick

Die Familie ist groß, die Bezeichnungen sind verwirrend. Die wichtigsten Varianten für Spotter in Europa:

Version Einführung Was sie auszeichnet
CH-53A ab 1966 Ursprungsversion für das US Marine Corps, zwei Turbinen
CH-53D Ende 1960er-Jahre stärkere Triebwerke, Basis für die deutsche Version
RH-53D 1970er-Jahre Minenräumversion der US Navy, auch im Iran
CH-53G ab 1972 deutsche Version auf D-Basis, überwiegend in Lizenz gebaut
CH-53GS / GE 2000er-Jahre Umrüstung für Auslandseinsätze: Selbstschutz, Zusatztanks, Filter
CH-53GA Erstflug 2010 Modernisierung mit neuer Avionik zur Nutzungsverlängerung
CH-53E Super Stallion ab 1981 drei Turbinen, siebenblättriger Rotor, gekipptes Heck
CH-53K King Stallion Erstflug 2015 komplette Neuentwicklung mit drei GE38-Turbinen

Die dreimotorigen Verwandten sind bei uns selten. Der CH-53E flog erstmals am 1. März 1974 und ist seit 1981 beim US Marine Corps im Dienst; dazu kommt der MH-53E Sea Dragon der US Navy für die Minenabwehr. Der CH-53K King Stallion startete am 27. Oktober 2015 zum Erstflug, im April 2022 meldete das Marine Corps die erste Einsatzbereitschaft. Er trägt laut Herstellerangaben bis zu rund 16 Tonnen als Außenlast und spielt damit in einer anderen Liga als der CH-53G.

Der CH-53G bei der Bundeswehr

Deutschland gab im Juni 1968 grünes Licht für die Beschaffung. Die ersten beiden Maschinen kamen aus den USA, der Rest wurde in Lizenz in Deutschland gefertigt: VFW-Fokker übernahm in Speyer Endmontage und Flugerprobung, weitere Firmen wie MBB und Dornier lieferten Baugruppen zu. Am 26. Juli 1972 übernahm das Heer die erste CH-53G, insgesamt kamen bis Mitte der 1970er-Jahre 112 Hubschrauber zur Truppe – manche Quellen nennen 110. Wer heute das Technik Museum Speyer besucht, steht übrigens in der Stadt, in der die deutschen CH-53 einst montiert wurden.

112CH-53G für Heer und später Luftwaffe
2013Wechsel der Flotte vom Heer zur Luftwaffe
60CH-47F als Nachfolger bestellt

Jahrzehntelang flogen die „Stallions“ bei den Heeresfliegern, unter anderem beim Mittleren Transporthubschrauberregiment 15 in Rheine-Bentlage und beim Regiment 25 in Laupheim. Mit der Neuordnung der Bundeswehr wechselte die Flotte zur Luftwaffe: Die feierliche Übergabe fand im Dezember 2012 statt, seit 2013 fliegen die CH-53G beim Hubschraubergeschwader 64. Dessen Hauptstandorte sind Laupheim in Oberschwaben und Holzdorf an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt; nach jüngsten Angaben liegt der Schwerpunkt des Geschwaders inzwischen wieder in Holzdorf, während in Laupheim vor allem die Spezialkräfte-Komponente mit der H145M fliegt. Stationierungen ändern sich bei Militärverbänden häufig – prüf vor einer Tour aktuelle Meldungen.

Einsätze, die den CH-53G bekannt gemacht haben

Der CH-53G war bei fast allen großen Auslandseinsätzen der Bundeswehr dabei, vom Balkan mit IFOR, SFOR und KFOR bis Afghanistan mit ISAF und Resolute Support. Bekannter noch sind die Einsätze im Inland: bei der Waldbrandkatastrophe in der Lüneburger Heide 1975, beim Oderhochwasser 1997, bei den Elbe-Hochwassern 2002 und 2013 und bei Waldbränden mit Löschwasserbehältern am Haken, zuletzt etwa im Harz. Viele Menschen haben den CH-53 überhaupt nur so kennengelernt – mit einem orangefarbenen Wasserbehälter unter dem Rumpf.

Die Modernisierungen GS, GA und GE

Für die Auslandseinsätze wurden ab den 2000er-Jahren 22 CH-53G zur CH-53GS umgerüstet. Sie erhielten eine Anlage zum Selbstschutz mit Radar-, Laser- und Flugkörperwarnern sowie Täuschkörperwerfern, zusätzliche Außentanks, Triebwerksluftfilter gegen Sand und Staub, Nachtsichtausrüstung und GPS. Später kamen eine Panzerung und schwerere Bordwaffen hinzu. Sechs weitere Maschinen brachte man unter der Bezeichnung CH-53GE auf einen vergleichbaren Stand.

Das Programm CH-53GA zielte auf die Nutzungsverlängerung von rund 40 Hubschraubern. Die erste GA flog am 10. Februar 2010 beim damaligen Eurocopter-Werk in Donauwörth, heute Airbus Helicopters. Neue Avionik, ein modernisiertes Cockpit und Verbesserungen an Zelle und Systemen halten den Typ bis zur Ablösung in der Luft. Die Einsatzbereitschaft der alternden Flotte war dennoch immer wieder Thema in der öffentlichen Debatte.

Nachfolge: Chinook statt King Stallion

Die Suche nach einem Nachfolger zog sich über Jahre. Im Rennen um den „Schweren Transporthubschrauber“ standen zuletzt der Sikorsky CH-53K und der Boeing CH-47F Chinook. Im Jahr 2022 entschied sich Deutschland für den Chinook, unter anderem mit Blick auf Kosten und die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern, die den Typ bereits fliegen. 2023 gab der Bundestag die Beschaffung von 60 CH-47F frei, die Auslieferung ist ab 2027 vorgesehen. Hauptstandort wird Holzdorf.

Für Spotter heißt das: In den kommenden Jahren laufen CH-53G und Chinook parallel, danach verschwindet der CH-53 aus dem deutschen Luftraum. Die Nutzung der CH-53G war bis etwa 2030 angelegt. Jeder Flugtag, an dem noch ein CH-53G im Programm steht, ist damit ein Termin für die Liste. Alles zum Nachfolger findest du auf der Seite zum Boeing CH-47 Chinook.

H53 auf die Wunschliste

Setz in Planetrack den CH-53 oder einzelne Kennungen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Betreiber weltweit

Außerhalb Deutschlands ist der zweimotorige CH-53 rar geworden. Die wichtigsten Nutzer im Überblick – Flottenstände sind eine Momentaufnahme:

USA: Das Marine Corps hat seine letzten CH-53D bereits 2012 ausgemustert und fliegt heute CH-53E und CH-53K. Die US Navy nutzt den MH-53E Sea Dragon, die Air Force hat ihre MH-53 Pave Low längst abgegeben.

Israel: Die israelische Luftwaffe erhielt ihre ersten Maschinen 1969 und gehört seitdem zu den treuesten Nutzern. Dort heißt der Typ Yas’ur und wurde mehrfach modernisiert. Als Nachfolger hat Israel den CH-53K bestellt.

Iran: Die iranischen Marineflieger erhielten vor 1979 einige RH-53D und sollen Berichten zufolge einen Teil davon trotz Sanktionen weiter einsatzfähig halten.

Historische Nutzer: Österreich flog von 1970 bis 1981 zwei CH-53D und verkaufte sie wegen hoher Unterhaltskosten an Israel. Mexiko kaufte 2005 einige ehemals israelische Maschinen und hatte sie bis 2013 wieder außer Dienst gestellt.

Ort Trefferchance Warum
Umfeld von Holzdorf hoch Hauptstandort des Hubschraubergeschwaders 64
Umfeld von Laupheim mittel traditioneller CH-53-Standort, heute vor allem Spezialkräfte
Flugtage der Bundeswehr mittel statisch oder im Flugprogramm
Waldbrand- und Hochwasserlagen situativ Einsätze mit Außenlast, oft spontan
Hubschraubermuseum Bückeburg sicher CH-53G als Ausstellungsstück

Militärische Flotten sind in Bewegung

Stationierungen, Flottengrößen und Ausmusterungstermine ändern sich und werden nicht immer öffentlich gemacht. Plane gezielte Touren mit aktuellen Meldungen der Luftwaffe und verlass dich nicht auf ältere Listen.

CH-53 verfolgen und finden

Einen Flugplan für Militärhubschrauber gibt es nicht. Manche CH-53G senden aber Mode-S- oder ADS-B-Daten und erscheinen dann mit dem Typcode H53 in Tracking-Diensten – oft allerdings gefiltert. Welche Dienste mehr zeigen und wie du militärische Bewegungen interpretierst, erklärt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen. Speziell um Drehflügler geht es im Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar finden.

Die sicherste Bühne sind Flugtage: Beim Tag der Bundeswehr und den offenen Tagen der Luftwaffe ist der CH-53 oft zu sehen, und auch auf der ILA Berlin war er immer wieder zu sehen. Wenn du Fotos an Fliegerhorsten machst, lies vorher den Beitrag Militärflugplatz fotografieren: Regeln.

Garantiert triffst du einen CH-53G im Hubschraubermuseum Bückeburg. Dort thront eine Maschine in der Jubiläumslackierung „40 Jahre CH-53 bei den Heeresfliegern“ auf dem Dach – ein Motiv, das du so nirgends sonst bekommst.

Fototipps speziell für den CH-53

Der große Sechsblattrotor dreht vergleichsweise langsam. Das ist Fluch und Segen: Mit zu kurzer Belichtung steht er wie eingefroren im Bild, mit der richtigen Zeit bekommst du eine schöne Rotorscheibe.

Verschlusszeit verlängern

Starte bei etwa 1/125 s und taste dich bei sicherem Mitziehen weiter nach unten. So verwischen die Blätter, und das Foto zeigt Bewegung.

Profil oder Dreiviertel

Im Seitenprofil siehst du Sponsons, Turbinen, Rampe und Kennung gleichzeitig. Leicht schräg von vorn wirkt der CH-53 besonders wuchtig.

Außenlast mitnehmen

Ein Wasserbehälter oder Fahrzeug am Haken erzählt die Geschichte des Lastenträgers. Lass im Bildausschnitt genug Platz nach unten.

Abwind respektieren

Der Rotorabwind ist enorm. Bei Starts und Landungen in der Nähe fliegen Staub und Steinchen – Abstand halten und Objektiv schützen.

Die Grundlagen zur Belichtung bewegter Rotoren findest du im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit, allgemeine Tipps für Drehflügler im Beitrag Hubschrauber spotten.

Bereit für deine CH-53-Session?

Hak ab, was für dich selbstverständlich ist.

  • Ich stehe auf öffentlichem Grund und außerhalb militärischer Sperrbereiche.
  • Ich kenne die Fotoregeln an Fliegerhorsten und Kasernen.
  • Meine Verschlusszeit ist lang genug für den Sechsblattrotor.
  • Ich halte Abstand zu Landeplätzen und Einsatzstellen.
  • Ich habe aktuelle Flugtage und Übungen in meiner Region geprüft.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für den CH-53G, wenn …

  • ein großer Sechsblattrotor und ein Heckrotor zu sehen sind
  • zwei Turbinen neben dem Rotormast sitzen
  • dicke Sponsons und eine Heckrampe den Rumpf prägen
  • eine Kennung im Format 84+xx oder 85+xx am Heck steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • eine dritte Turbine hinter dem Mast sitzt – dann ist es ein CH-53E, MH-53E oder CH-53K
  • der Rotor sieben Blätter hat und das Heck stark seitlich gekippt ist – ebenfalls die dreimotorige Familie
  • der Hubschrauber kleiner wirkt und keine Rampe hat – dann eher NH90 oder AW101

Es ist kein CH-53, wenn …

  • zwei Rotoren hintereinander drehen – dann ist es der Chinook
  • ein riesiger Achtblattrotor über dem Rumpf kreist – dann bist du bei der Mil Mi-26
  • der Rumpf nur aus einem schlanken Träger mit Kranhaken besteht – dann ist es ein S-64 Skycrane

Einen Rundumblick über Drehflügler bietet der Guide Hubschraubertypen erkennen. Wer die Geschichte der Bundeswehr-Hubschrauber weiter zurückverfolgen will, schaut beim Bell UH-1 Iroquois vorbei, der jahrzehntelang neben dem CH-53G flog.

Fazit

Der CH-53G ist für viele deutsche Spotter der Inbegriff des Militärhubschraubers: groß, laut, olivgrün und überall dort, wo es brennt oder Hochwasser gibt. Die Bestimmung ist einfach – Sechsblattrotor, zwei Turbinen, Sponsons, Rampe. Spannend sind die Versionen und die Kennungen. Und die Uhr tickt: Mit dem Zulauf des Chinook verschwinden die „Stallions“ Schritt für Schritt aus dem deutschen Luftraum.

Kurzfazit

Sechs Rotorblätter, zwei Turbinen neben dem Mast, Tankstummel und Heckrampe: Das ist der CH-53G. Fotografier ihn, solange er noch fliegt – rund um Holzdorf und Laupheim, auf Bundeswehr-Flugtagen oder garantiert auf dem Dach des Hubschraubermuseums Bückeburg.

Zusammenfassung

  • Sikorsky entwickelte den CH-53 Anfang der 1960er-Jahre für das US Marine Corps, der Prototyp YCH-53A startete am 14. Oktober 1964.
  • Die CH-53G der Bundeswehr basiert auf dem CH-53D. Die erste Maschine ging am 26. Juli 1972 an das Heer, 2013 übernahm die Luftwaffe die Flotte im Hubschraubergeschwader 64.
  • Über die Jahrzehnte entstanden durch Umrüstung die Versionen CH-53GS, CH-53GA und CH-53GE mit Schutzausrüstung, Zusatztanks und modernem Cockpit.
  • Als schwerer Transporthubschrauber folgt der Boeing CH-47F Chinook; bis zur vollständigen Ablösung fliegen CH-53G und Chinook eine Zeit lang parallel.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat der CH-53?

Die zweimotorigen CH-53 der S-65-Familie, also auch die CH-53G, laufen unter H53. Der dreimotorige CH-53E und der MH-53E werden nach gängigen Typcode-Listen separat als H53S geführt. Für die genaue Version brauchst du die militärische Kennung.

Was bedeutet das G in CH-53G?

Das G steht für die deutsche Version (Germany). Technisch basiert sie auf dem US-Modell CH-53D, wurde aber an die Bedürfnisse der Bundeswehr angepasst und größtenteils in Deutschland gebaut.

Was ist der Unterschied zwischen CH-53G, GS, GA und GE?

Die CH-53G ist die Grundversion. Die GS erhielt für Auslandseinsätze unter anderem Raketen- und Laserwarner, Täuschkörper, Zusatztanks und Triebwerksfilter. Die GA ist ein umfassendes Modernisierungsprogramm mit neuer Avionik, Erstflug 2010 in Donauwörth. Die GE sind weitere sechs Maschinen, die vor allem für den Afghanistan-Einsatz auf ähnlichen Stand gebracht wurden.

Wie unterscheide ich CH-53G und CH-53E?

Zähl die Turbinen und Rotorblätter: Der CH-53G hat zwei Turbinen und sechs Blätter, der CH-53E drei Turbinen und sieben Blätter. Dazu ist beim CH-53E das Seitenleitwerk mit dem Heckrotor deutlich zur Seite gekippt.

Wer ist der Nachfolger des CH-53G?

Deutschland hat sich 2022 für den Boeing CH-47F Chinook entschieden, 2023 gab der Bundestag die Beschaffung von 60 Maschinen frei. Der Konkurrent CH-53K King Stallion von Sikorsky kam nicht zum Zug. Die Auslieferung des Chinook ist ab 2027 vorgesehen.

Wo kann ich in Deutschland einen CH-53 sehen?

Rund um die Standorte des Hubschraubergeschwaders 64, vor allem Holzdorf und Laupheim, sowie auf Flugtagen der Bundeswehr. Einen CH-53G zum Anfassen gibt es im Hubschraubermuseum Bückeburg, wo eine Maschine sogar auf dem Dach steht.

Sikorsky CH-53 Sea Stallion / CH-53G sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Verwandte Flugzeugtypen

Hubschrauber

Boeing CH-47 Chinook

Zwei riesige Rotoren, ein langer kastiger Rumpf und das unverwechselbare Wokka-Wokka: Der Chinook ist der Lastesel unter den Militärhubschraubern. So erkennst du ihn, so findest du ihn in Europa – und das bringt die CH-47F der Bundeswehr.

Hubschrauber

Sikorsky UH-60 Black Hawk

Flacher Rumpf, vierblättriger Rotor, schräg gestellter Heckrotor: Der Black Hawk ist der Standard-Mehrzweckhubschrauber der US Army und fliegt inzwischen auch in vielen europäischen Streitkräften. So erkennst du ihn und so findest du ihn.

Hubschrauber

Sikorsky S-64 Skycrane / Erickson S-64 Air-Crane

Ein Hubschrauber ohne Bauch: Beim S-64 Skycrane besteht der Rumpf nur aus einem schlanken Träger, unter dem Lasten oder ein riesiger Löschtank hängen. Hier erfährst du, wie du den fliegenden Kran erkennst, was S-64E, S-64F und CH-54 unterscheidet und wo du ihn heute noch vor die Linse bekommst.

Hubschrauber

Sikorsky S-92

Zwölfeinhalb Tonnen, vier Rotorblätter, Platz für 19 Passagiere: Die S-92 ist das Arbeitspferd der Nordsee und fliegt für die britische Küstenwache Rettungseinsätze. So erkennst du den großen Sikorsky und findest ihn.

Hubschrauber

Mil Mi-26

Acht Rotorblätter, 32 Meter Rotorkreis, 20 Tonnen Nutzlast: Der Mil Mi-26 ist der größte Hubschrauber, der je in Serie gebaut wurde. Hier erfährst du, wie er entstand, was ihn technisch ausmacht, wo er eingesetzt wird und woran du ihn sofort erkennst.

Hubschrauber

NHIndustries NH90

Kantiger Rumpf, vier Rotorblätter, Fly-by-Wire: Das NH90 ist der europäische Standardhubschrauber der NATO-Ära. Bei der Bundeswehr fliegt er als TTH, Sea Lion und Sea Tiger, anderswo wurde er vorzeitig ausgemustert. So erkennst du ihn.

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Passende Guides aus dem Blog

TT

Planetrack Redaktion

Die Flugzeugtypen-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung an Flughäfen, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Flugzeugtypen von Sikorsky