Westland Sea King

Bootsförmiger Rumpf, seitliche Schwimmer, fünf Rotorblätter und in Großbritannien jahrzehntelang leuchtend gelb: Der Westland Sea King war Rettungshubschrauber der RAF und Bordhubschrauber der Deutschen Marine. So erkennst du ihn und so findest du ihn heute noch.

Auch bekannt als: Sea King Mk 41 · Sea King HAR.3 · Sea King HAS.5 · Sea King HC.4 · Westland Commando · Sikorsky S-61 · SH-3 Sea King

GroßbritannienWestlandHubschrauberICAO-Typcode: S6113 Min. Lesezeit

1969

Erstflug in Yeovil

5

Hauptrotorblätter

2015

Ende des RAF-Rettungsdienstes

2024

Außerdienststellung bei der Deutschen Marine

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Westland Sea King ist der britische Lizenzbau des Sikorsky SH-3 – mit Rolls-Royce-Gnome-Turbinen, eigener Avionik und vielen Spezialversionen.
  • Schnellster Erkennungsweg: Bootsrumpf, seitliche Schwimmer und fünf Rotorblätter. Kein anderer großer Hubschrauber in Europa sieht so aus.
  • In Großbritannien war der gelbe Sea King HAR.3 von 1978 bis 2015 das Gesicht der militärischen Seenotrettung, danach übernahm Bristow im Auftrag der Küstenwache.
  • Bei der Deutschen Marine flog der Sea King Mk 41 ab Mitte der 1970er-Jahre als SAR- und Bordhubschrauber, zuletzt in Nordholz; 2024 endete seine Dienstzeit, Nachfolger ist der NH90 Sea Lion.
  • Heute siehst du ihn vor allem in Museen, bei historischen Hubschraubergruppen in England und bei wenigen verbliebenen Militärnutzern.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist der Westland Sea King?
  2. 2.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  3. 3.Sea King, Merlin, NH90 oder Lynx?
  4. 4.Die wichtigsten Versionen
  5. 5.Die RAF-Rettungsgeschichte: gelbe Legende
  6. 6.Sea King Mk 41 bei der Deutschen Marine
  7. 7.Ausmusterung in Europa
  8. 8.Wo du den Sea King heute siehst
  9. 9.Fototipps speziell für den Sea King
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerWestland Helicopters, Yeovil (Lizenzbau des Sikorsky S-61 / SH-3)
VorbildSikorsky SH-3 Sea King (Erstflug 1959)
Erstflug Westland-Version7. Mai 1969 in Yeovil (Sea King HAS.1)
ICAO-TypcodeS61 (gemeinsam mit dem Sikorsky S-61)
Triebwerke2 Wellenturbinen Rolls-Royce Gnome H1400
Leistung (HAS.5)je rund 1.660 shp (1.240 kW)
Hauptrotor5 Blätter, 18,90 m Durchmesser
Rumpflänge (HAS.5)17,02 m
Höhe (HAS.5)5,13 m
Leermasse (HAS.5)6.373 kg
Max. Abfluggewicht (HAS.5)9.707 kg
Reisegeschwindigkeit (HAS.5)rund 207 km/h
Reichweite (HAS.5)rund 1.230 km
Besatzung Mk 41 (Deutsche Marine)4: zwei Piloten, ein Luftfahrzeugoperationsoffizier, ein Bordmechaniker

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Bootsförmiger Rumpf mit flachem Boden – der Sea King ist für Notwasserungen ausgelegt
  • Seitliche Schwimmer (Sponsons), in die das Hauptfahrwerk einfährt
  • Fünfblättriger Hauptrotor auf einem hohen Rumpfrücken, darunter zwei Gnome-Turbinen mit Einläufen vorn über dem Cockpit
  • Fünfblättriger Heckrotor am Ende eines nach oben geschwungenen Leitwerksträgers
  • Bei U-Jagd-Versionen der Royal Navy ein Radarbuckel auf dem Rumpfrücken hinter dem Rotor
  • Frühwarnversionen mit einem großen, sackartigen Radarbehälter an der rechten Rumpfseite
  • Die Transportversion Commando / HC.4 hat keine großen Schwimmer, sondern ein festes Fahrwerk an kurzen Stummeln

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein gelber Hubschrauber, der im Sturm über einem Kutter vor der walisischen Küste hängt. Ein grauer Marinehubschrauber, der vom Deck eines Versorgers in der Nordsee abhebt. Beide Bilder gehören zur selben Maschine: dem Westland Sea King. Über vier Jahrzehnte war er in Großbritannien und Deutschland der Inbegriff des Rettungshubschraubers. Inzwischen ist er bei fast allen europäischen Nutzern ausgemustert – umso mehr lohnt es sich, ihn zu kennen. Hier erfährst du, wie du ihn sicher bestimmst, welche Versionen es gab und wo du ihn heute noch vor die Linse bekommst.

Ein Klassiker für deinen Hangar

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Was ist der Westland Sea King?

Der Sea King ist ein zweimotoriger Marine- und Rettungshubschrauber der Zehn-Tonnen-Klasse. Sein Ursprung liegt in den USA: Sikorsky entwickelte Ende der 1950er-Jahre den SH-3 Sea King (Firmenbezeichnung S-61) als U-Jagd-Hubschrauber für die US Navy; der Erstflug war 1959. Westland in Yeovil sicherte sich die Lizenz und baute daraus eine eigene britische Familie.

Die Briten übernahmen das Grunddesign, änderten aber viel unter der Haut. Statt der amerikanischen General-Electric-T58 bekam der Sea King zwei Turbinen vom Typ Rolls-Royce Gnome – eine Weiterentwicklung eben dieses T58, die in Großbritannien in Lizenz gefertigt wurde. Dazu kamen ein automatisches Flugsteuerungssystem, britische Sensoren und eigene Missionsausrüstung. Der erste in Yeovil gebaute Sea King, eine HAS.1 für die Royal Navy, flog am 7. Mai 1969.

Wie viele Maschinen Westland insgesamt gebaut hat, wird in den Quellen nicht einheitlich angegeben; die Zahlen liegen bei rund 330 bis gut 340. Der Hersteller selbst ging später in AgustaWestland und schließlich in Leonardo auf. Den Nachfolger, den dreimotorigen AW101 Merlin, entwickelte Westland gemeinsam mit Agusta – ausdrücklich als Ersatz für den Sea King.

1969Erstflug der ersten Westland-Maschine in Yeovil
18,90 mDurchmesser des fünfblättrigen Hauptrotors
2 × GnomeRolls-Royce-Turbinen statt der amerikanischen T58

Warum ein Bootsrumpf?

Der Sea King ist für den Einsatz über offener See gebaut. Sein Rumpf hat einen wasserdichten, bootsförmigen Boden, die seitlichen Schwimmer geben ihm Stabilität. Im Notfall kann er so auf ruhigem Wasser aufsetzen und eine Weile schwimmen. Die Schwimmer nehmen gleichzeitig das einziehbare Hauptfahrwerk auf. Für die Bestimmung ist das ein Geschenk: Diese Kombination aus Bootsrumpf und Sponsons hat in Europa kaum ein anderer großer Hubschrauber.

Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Wenn du einmal einen Sea King bewusst gesehen hast, verwechselst du ihn kaum noch. Drei Blicke genügen.

Auf den Rumpfboden schauen

Der Rumpf sieht von der Seite aus wie ein Bootskörper: flacher Boden, nach vorn ansteigender Bug. Links und rechts sitzen die Schwimmer, in die die Haupträder einfahren.

Rotorblätter zählen

Der Hauptrotor hat fünf schlanke Blätter ohne besondere Spitzenform. Auch der Heckrotor ist fünfblättrig und sitzt an einem nach oben geschwungenen Leitwerksträger.

Den Rücken prüfen

Hinter dem Cockpit liegen die beiden Turbinen mit ihren Einläufen. Royal-Navy-U-Jäger tragen dahinter einen Radarbuckel, Frühwarnversionen einen großen Radarbehälter an der Seite.

Die Lackierung hilft zusätzlich: Leuchtendes Gelb steht für die Rettungshubschrauber der RAF, Grau für Marineversionen, Grün oder Tarnfarben für die Transportversion der Royal Marines. Die letzte Bestätigung liefert die Kennung – bei britischen Maschinen eine Seriennummer wie XZ585, bei der Deutschen Marine eine Kennung im Format 89+xx. Wie die deutschen Militärkennungen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.

Praxis-Tipp: Die Ausnahme Commando

Die Transportversion Westland Commando beziehungsweise Sea King HC.4 hat keine großen Schwimmer. Ihr festes Hauptfahrwerk sitzt an kurzen Stummeln am Rumpf, damit sie im Gelände landen kann. Den Bootsrumpf hat sie trotzdem – daran erkennst du sie als Sea-King-Familie.

Sea King, Merlin, NH90 oder Lynx?

In Museen und bei Airshows stehen oft mehrere Marinehubschrauber nebeneinander. Der schnelle Vergleich hilft beim Sortieren.

Merkmal Sea King AW101 Merlin NH90 Lynx
Triebwerke 2 3 2 2
Hauptrotorblätter 5, schlicht 5, Paddelspitzen 4 4
Rumpf Bootsrumpf mit Schwimmern hoch, mit Sponsons kompakt, rundliche Nase klein, gedrungen
Fahrwerk einziehbar in Schwimmer einziehbar in Sponsons Bugradfahrwerk Kufen oder Räder
Status in Europa weitgehend ausgemustert aktiv aktiv teils ausgemustert, teils noch aktiv

Der AW101 Merlin hat den Sea King unter anderem bei der Royal Navy und im norwegischen Rettungsdienst abgelöst. In Deutschland übernahm der NH90 als Sea Lion die Aufgaben. Der Westland Lynx stammt aus demselben Werk, ist aber viel kleiner und war vor allem Bordhubschrauber auf Fregatten. Den britischen Rettungsdienst fliegen heute Sikorsky S-92 und Leonardo AW189.

Schnellbestimmung: großer Marinehubschrauber

Drei Fragen, eine Einschätzung. Die Kennung bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Westland / Sikorsky Sea King

Bootsrumpf, Schwimmer und fünf schlichte Blätter sind das klassische Sea-King-Bild. Die Kennung verrät, ob es ein Westland- oder Sikorsky-Bau ist.

Wahrscheinlich

Leonardo AW101 Merlin

Drei Turbinen und Paddelspitzen machen den Merlin aus – den Nachfolger des Sea King bei vielen Marinen.

Wahrscheinlich

NHIndustries NH90

Vier Blätter, kompakter Rumpf und Bugradfahrwerk. Bei der Deutschen Marine fliegt er unter anderem als Sea Lion.

Einen breiteren Überblick über Drehflügler bietet der Guide Hubschraubertypen erkennen.

Die wichtigsten Versionen

Westland hat aus dem Grundmuster eine ganze Familie gemacht. Für Spotter und Museumsbesucher sind diese Bezeichnungen wichtig:

  • HAS.1, HAS.2, HAS.5, HAS.6: die U-Jagd-Versionen der Royal Navy, über die Jahre mit immer besserem Sonar und Radar ausgerüstet. Erkennbar am Radarbuckel auf dem Rücken.
  • AEW.2 und ASaC.7: Frühwarnversionen mit einem großen Radarbehälter an der Seite. Die Royal Navy baute nach den Erfahrungen im Falklandkrieg 1982 zunächst zwei HAS.2 kurzfristig um; daraus wurde eine eigene Flotte. Die ASaC.7 war die letzte Sea-King-Version der Royal Navy und ging im September 2018 in den Ruhestand.
  • HAR.3 und HAR.3A: die gelben Rettungshubschrauber der Royal Air Force, ab 1978 im Dienst.
  • HC.4 / Commando: die Transportversion für die Royal Marines mit festem Fahrwerk und ohne die großen Schwimmer. Laut Quellen nahm sie bis zu 28 Soldaten auf.
  • Mk 41: die Such- und Rettungsversion der Deutschen Marine.
  • Mk 43: die norwegische Rettungsversion.
  • Mk 48: die belgische Rettungsversion, fünf Maschinen.

Exportkunden außerhalb Europas waren unter anderem Indien, Pakistan und Ägypten. In einzelnen dieser Länder sind Sea Kings und Commandos nach den verfügbaren Quellen noch im Einsatz – wie viele davon tatsächlich fliegen, lässt sich öffentlich kaum verlässlich beziffern.

Die RAF-Rettungsgeschichte: gelbe Legende

Für viele Briten ist der Sea King untrennbar mit der Seenot- und Bergrettung verbunden. Ab 1978 flog die RAF die Version HAR.3 im Such- und Rettungsdienst, später kam die modernisierte HAR.3A dazu. Die Hubschrauber gehörten zu den Staffeln 22 und 202, die Ausbildung lief bei der 203. Staffel an der RAF Valley auf Anglesey.

Die Rettungsbasen verteilten sich über das ganze Land, zuletzt unter anderem in Chivenor in Devon, Wattisham in Suffolk, Valley in Wales, Boulmer in Northumberland, Lossiemouth in Schottland und Leconfield in Yorkshire. Rund um die Uhr standen Crews bereit, um Segler, Fischer, Bergwanderer und Verletzte zu holen. Auch auf den Falklandinseln stellte die RAF mit der 1564 Flight lange Zeit Sea Kings für den Rettungsdienst.

Prominentester Pilot war Prinz William, der als Rettungspilot von der RAF Valley aus Sea King flog. Er und Catherine nahmen auch an der Abschiedsparade der Rettungsflotte am 18. Februar 2016 teil.

Das Ende kam mit der Privatisierung: Am 4. Oktober 2015 übernahm Bristow Helicopters im Auftrag der britischen Küstenwache HM Coastguard den landesweiten Rettungsdienst. Die einzelnen Basen gaben ihre Sea Kings im Laufe des Jahres 2015 nacheinander ab; in Chivenor endete der letzte operative RAF-Einsatz in Großbritannien am 5. Oktober 2015. Seitdem fliegen rote und weiße S-92 und AW189 die Einsätze. Wie du solche Rettungsflüge heute live findest, zeigt der Guide Rettungs- und Offshore-Hubschrauber auf dem Flugradar finden.

Historische Einordnung

Die Rettungsgeschichte der RAF mit dem Sea King ist abgeschlossen. Wenn du heute einen gelben Sea King siehst, ist es ein Museumsstück oder eine privat erhaltene Maschine – kein aktiver Rettungshubschrauber.

Sea King Mk 41 bei der Deutschen Marine

Auch in Deutschland hat der Sea King Geschichte geschrieben. Die Marine erhielt zwischen April 1973 und September 1974 22 Sea King Mk 41; eine weitere Maschine kam 1975 als Ersatz für einen im Sturm verlorenen Hubschrauber hinzu. Spätestens ab 1975 übernahm der Typ den Such- und Rettungsdienst der Marine von der älteren Sikorsky H-34.

Betreiber war das Marinefliegergeschwader 5. Jahrzehntelang lag es in Kiel-Holtenau; 2012 zog das Geschwader nach Nordholz bei Cuxhaven um, den Abflug aus Kiel feierten die Crews im November 2012. Von dort und von Außenstellen an der Küste, etwa auf Helgoland, deckten die Sea Kings den Rettungsdienst über See ab.

Neben dem SAR-Dienst wurde der Mk 41 zum Bordhubschrauber auf den Einsatzgruppenversorgern der Berlin-Klasse. In dieser Rolle flog er unter anderem vor dem Horn von Afrika, vor dem Libanon im Rahmen von UNIFIL und bei der Hilfe nach dem Tsunami in Südasien Ende 2004. Über die Jahre wurde die Flotte mehrfach modernisiert, ab 2006 auch an den Triebwerken. Die Besatzung bestand aus zwei Piloten, einem Luftfahrzeugoperationsoffizier und einem Bordmechaniker.

Gegen Ende zeigte sich das Alter deutlich: Für das erste Halbjahr 2016 wurde eine Einsatzbereitschaft von nur etwa 29 Prozent gemeldet. Ab 2017 unterstützte ein privater Anbieter in Südengland die Ausbildung mit ehemals britischen Sea Kings. Ersatz kam mit dem NH90 NTH Sea Lion: Die erste Maschine traf im Herbst 2019 in Nordholz ein, der Flugbetrieb begann 2020. Nachdem Ende 2023 auch das NH90-Ausbildungszentrum übergeben war, endete 2024 die Dienstzeit des Sea King bei der Marine. Anfang 2024 wurde zudem berichtet, dass Deutschland sechs Sea Kings an die Ukraine abgibt.

Zeitpunkt Ereignis
1973–1975 Auslieferung von 22 plus 1 Sea King Mk 41
ab 1975 SAR-Dienst der Marine vollständig auf Sea King
2012 Umzug des MFG 5 von Kiel-Holtenau nach Nordholz
2019/2020 NH90 Sea Lion kommt nach Nordholz und geht in Betrieb
2024 Außerdienststellung der letzten Sea King Mk 41

Wer die Geschichte der deutschen Marineflieger vertiefen will, ist im Aeronauticum Nordholz direkt neben dem Fliegerhorst richtig. Rund um Drehflügler allgemein lohnt das Hubschraubermuseum Bückeburg.

S61 auf die Wunschliste

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Ausmusterung in Europa

Nach und nach verschwand der Sea King aus den europäischen Streitkräften:

  • Großbritannien: Rettungsdienst der RAF bis 2015, die letzte Royal-Navy-Version ASaC.7 bis September 2018.
  • Belgien: Die letzte Maschine ging am 21. März 2019 außer Dienst.
  • Norwegen: Die Rettungs-Sea-Kings wurden ab 2020 durch den AW101 ersetzt; 2023 endete dort die Dienstzeit.
  • Deutschland: Außerdienststellung 2024, Nachfolger NH90 Sea Lion.

Das macht jede fliegende Sichtung heute zu etwas Besonderem. Wie selten so ein Eintrag in deiner Sammlung ist, kannst du mit dem Beitrag Wie selten ist meine Sichtung? einschätzen.

Wo du den Sea King heute siehst

Die sicherste Adresse sind Museen. Nach öffentlich zugänglichen Bestandslisten sind unter anderem diese Maschinen ausgestellt – Bestände können sich durch Leihgaben und Umbauten aber ändern:

Ort Was dich erwartet
Fleet Air Arm Museum, Yeovilton Zwei Sea Kings, darunter ein Commando mit dem Spitznamen „King of the Junglies“
RAF Museum London-Hendon Sea King aus dem RAF-Bestand
Imperial War Museum Duxford Sea King in der großen Sammlung britischer Militärluftfahrt
Königliches Armeemuseum Brüssel Belgischer Rettungs-Sea-King RS01

Das Fleet Air Arm Museum hat einen besonderen Bonus: Es liegt direkt an der RNAS Yeovilton, wo heute die Merlin-Transporter der Royal Navy fliegen. Du siehst dort also den Sea King im Museum und seinen Nachfolger am Himmel – und das Westland-Werk in Yeovil ist nicht weit. Im Imperial War Museum Duxford lässt sich der Museumsbesuch zudem mit den dortigen Airshows verbinden; Tipps dazu gibt der Beitrag IWM Duxford und seine Airshows.

Fliegende Sea Kings gibt es in Großbritannien noch bei einer historischen Hubschraubergruppe in Somerset, die mehrere ehemalige britische und belgische Maschinen erhält. Solche Oldtimer tauchen gelegentlich bei Airshows auf, etwa beim Royal International Air Tattoo. Ob ein Sea King im Programm steht, prüfst du vorab in den Teilnehmerlisten.

Bereit für deine Sea-King-Tour?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe geprüft, ob die Maschine im Museum aktuell ausgestellt ist.
  • Ich kenne die Fotoregeln im Museum und am benachbarten Militärflugplatz.
  • Ich habe die Teilnehmerliste der Airshow auf Sea Kings geprüft.
  • Ich notiere mir die Seriennummer für einen sauberen Eintrag.
  • Weitwinkel ist dabei – in Hallen stehen die Maschinen oft eng.

Was an aktiven Fliegerhorsten erlaubt ist, fasst der Beitrag Militärflugplatz fotografieren: Regeln zusammen.

Fototipps speziell für den Sea King

Ob in der Halle oder in der Luft: Der Sea King hat Charakter. Ein paar Punkte bringen ihn gut ins Bild.

Profil für den Bootsrumpf

Die Seitenansicht zeigt das wichtigste Merkmal: den Rumpfboden mit dem ansteigenden Bug und die Schwimmer. Das Bild taugt gleichzeitig als Bestimmungsfoto.

Rotor bewegt zeigen

Bei fliegenden Maschinen starte um 1/125 s und zieh sauber mit. So verwischt der Fünfblattrotor zu einer Scheibe, statt eingefroren zu wirken.

Details in der Halle

Im Museum lohnen Nahaufnahmen von Rettungswinde, Radarbuckel und Kennung. Achte auf Spiegelungen und erhöhe lieber die ISO, als mit Blitz zu arbeiten.

Kennung ins Bild

Seriennummer oder Kennung machen aus einem schönen Foto einen sauberen Eintrag – und verraten Version und Geschichte der Maschine.

Mehr zur Technik steht im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Allgemeine Tipps zu Drehflüglern sammelt Hubschrauber spotten.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für einen Sea King, wenn …

  • der Rumpf einen bootsförmigen Boden hat
  • seitliche Schwimmer das Hauptfahrwerk aufnehmen
  • du fünf schlanke Rotorblätter und zwei Turbinen zählst
  • im Tracking-Dienst S61 als Typ steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • keine Schwimmer zu sehen sind – dann kann es ein Commando oder HC.4 sein
  • die Maschine zivil lackiert ist – dann ist es oft ein Sikorsky S-61 aus US-Produktion
  • du nur von unten draufschaust und den Rumpfboden kaum erkennst

Es ist kein Sea King, wenn …

  • du drei Triebwerke und Paddelspitzen siehst – dann ist es ein AW101
  • der Rotor nur vier Blätter hat – dann eher ein NH90 oder Black Hawk
  • die Maschine deutlich größer ist und sechs oder sieben Blätter hat – dann ein CH-53
  • der Hubschrauber klein und gedrungen ist – dann ein Lynx

Fazit

Der Westland Sea King ist ein Stück europäischer Luftfahrtgeschichte: amerikanisch entworfen, in Yeovil mit britischen Turbinen neu gedacht und über Jahrzehnte im Einsatz über Nordsee, Ostsee, Irischer See und den Bergen Großbritanniens. Die gelben RAF-Maschinen und die Mk 41 der Deutschen Marine sind inzwischen Geschichte, doch in Museen und bei historischen Gruppen lebt der Typ weiter. Wer ihn heute sucht, plant eher einen Museumstag oder eine britische Airshow als einen Abend am Flughafenzaun.

Kurzfazit

Bootsrumpf, seitliche Schwimmer und fünf schlanke Rotorblätter: Das ist der Sea King. Bei der RAF bis 2015, bei der Deutschen Marine bis 2024 im Dienst, heute vor allem in Yeovilton, Hendon, Duxford und Brüssel zu sehen – mit etwas Glück auch noch in der Luft.

Zusammenfassung

  • Westland baute den Sea King ab Ende der 1960er-Jahre in Lizenz; die erste britische Maschine flog am 7. Mai 1969 in Yeovil.
  • Die Royal Navy nutzte ihn für U-Jagd, Frühwarnung und Truppentransport, die RAF als Rettungshubschrauber HAR.3. Die letzte Royal-Navy-Version ging im September 2018 in den Ruhestand.
  • Deutschland, Norwegen und Belgien setzten eigene Rettungsversionen ein; Belgien musterte 2019 aus, Norwegen 2023, Deutschland 2024.
  • Bootsrumpf, Schwimmer und Fünfblattrotor reichen für die Bestimmung; Kennung oder Seriennummer verraten Nutzer und Version.

Häufige Fragen

Ist der Westland Sea King ein Sikorsky?

Im Kern ja. Westland baute den Hubschrauber in Lizenz nach dem Sikorsky SH-3 (Firmenbezeichnung S-61). Die britische Version bekam aber Rolls-Royce-Gnome-Turbinen, ein eigenes automatisches Flugsteuerungssystem und britische Missionsausrüstung. Von außen sind beide sehr ähnlich, die Unterschiede stecken vor allem im Inneren.

Welchen ICAO-Typcode hat der Sea King?

In Flugplänen und Tracking-Diensten taucht er unter S61 auf, also unter demselben Code wie der Sikorsky S-61. Eine Unterscheidung zwischen Westland- und Sikorsky-Bau liefert der Code nicht – dafür brauchst du die Kennung oder Seriennummer.

Wann hat die Deutsche Marine den Sea King ausgemustert?

Den Rettungsdienst übernahm schrittweise der NH90 Sea Lion, der ab 2020 in Nordholz in den Flugbetrieb ging. Die letzten Sea King Mk 41 wurden 2024 außer Dienst gestellt, nachdem das neue NH90-Ausbildungszentrum einsatzbereit war. Die Quellen nennen für den letzten Flug und die offizielle Außerdienststellung unterschiedliche Monate im Jahr 2024.

Warum waren die RAF-Sea-Kings gelb?

Die Rettungshubschrauber der RAF trugen eine leuchtend gelbe Lackierung, damit sie über Meer, Bergen und Moor gut zu sehen waren. Der gelbe Sea King HAR.3 wurde so in Großbritannien zum Symbol der Seenot- und Bergrettung.

Hat Prinz William wirklich Sea King geflogen?

Ja. Prinz William flog als Rettungspilot der RAF den Sea King, stationiert an der RAF Valley auf Anglesey in Wales. Er war auch bei der Abschiedsparade der RAF-Rettungsflotte im Februar 2016 dabei.

Wo sehe ich heute noch einen Sea King?

Am sichersten in Museen: Das Fleet Air Arm Museum in Yeovilton, das RAF Museum in London-Hendon, das Imperial War Museum Duxford und das Königliche Armeemuseum in Brüssel zeigen Sea Kings. Fliegend triffst du ihn bei einer historischen Hubschraubergruppe in Somerset und bei Airshows in Großbritannien.

Wie unterscheide ich Sea King und AW101 Merlin?

Der Merlin hat drei Triebwerke, Rotorblätter mit breiten Paddelspitzen und einen deutlich größeren Rumpf, oft mit Heckrampe. Der Sea King hat zwei Turbinen, schlichte Blätter und den markanten Bootsrumpf mit Schwimmern.

Westland Sea King sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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TT

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