Das Wichtigste in Kürze
- Der AW189 ist Leonardos „Super-Medium“-Hubschrauber der Acht-Tonnen-Klasse und liegt in der Größe zwischen AW139 und dem schweren AW101.
- Abgeleitet vom militärischen AW149: Der zivile AW189 übernimmt dessen Grundauslegung und teilt Cockpit-Philosophie und Wartungskonzept mit AW139 und AW169.
- Schnellster Erkennungsweg: fünf Hauptrotorblätter, vierblättriger offener Heckrotor, einziehbares Radfahrwerk und die schlanke Leonardo-Nase an einem großen Rumpf.
- Hauptrollen sind SAR und Offshore: In Großbritannien und Irland fliegt der Typ für die Küstenwachen, in vielen Regionen bringt er Crews zu Öl-, Gas- und Windparkplattformen.
- In Tracking-Diensten erscheint der AW189 unter dem ICAO-Code A189.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Leonardo AW189?
- 2.Entwicklung: vom militärischen AW149 zum zivilen AW189
- 3.Der AW189K: mehr Leistung für heiße Regionen
- 4.Die vier Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.AW189, AW139 oder AW169? Die Familie auseinanderhalten
- 6.AW189, H175, H225 oder S-92?
- 7.Wo du den AW189 antriffst
- 8.Spotting-Ziel Norditalien: die Heimat des AW189
- 9.Fototipps speziell für den AW189
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Leonardo Helicopters (bis 2016 AgustaWestland) |
|---|---|
| ICAO-Typcode | A189 |
| Vorgestellt | Juni 2011 auf der Paris Air Show |
| Erstflug | 21. Dezember 2011 in Cascina Costa (Italien) |
| EASA-Musterzulassung | Februar 2014 |
| FAA-Zulassung | März 2015 |
| Erstbetreiber | Bristow Helicopters (erster kommerzieller Flug Juli 2014) |
| Triebwerke | 2 × GE CT7-2E1 oder 2 × Safran Aneto-1K (AW189K) |
| Hilfstriebwerk | Safran e-APU, 60 kW |
| Hauptrotor | 5 Blätter, 14,60 m Durchmesser |
| Heckrotor | offen, 4 Blätter |
| Länge mit drehenden Rotoren | 17,57 m |
| Max. Abflugmasse | 8.300 kg, optional bzw. als AW189K 8.600 kg |
| Passagiere | bis zu 19 (16 nach IOGP-Offshore-Standard) |
| Max. Reisegeschwindigkeit | 294 km/h (159 kt) laut Leonardo |
| Kabinenvolumen | 11,2 m³ |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Fünfblättriger Hauptrotor auf einem großen, schlanken Zweimotorer der Acht-Tonnen-Klasse
- Offener Heckrotor mit vier Blättern – kein Fenestron wie bei vielen Airbus-Mustern
- Einziehbares Radfahrwerk, das in seitliche Rumpfverkleidungen (Sponsons) einfährt
- Gestreckte, spitz zulaufende Nase im typischen Design der Leonardo-Familie aus AW139, AW169 und AW189
- Große Schiebetüren auf beiden Seiten und ein separates, von außen zugängliches Gepäckfach
- Als SAR-Maschine mit Rettungswinde über der Tür, Suchscheinwerfer und Sensorkugel unter der Nase
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein großer, schlanker Hubschrauber in Rot und Weiß schwebt über der Küste, die Winde ist ausgefahren, darunter hängt ein Retter am Seil: In Großbritannien oder Irland ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Leonardo AW189. Der „Super-Medium“-Hubschrauber der Acht-Tonnen-Klasse ist für lange Flüge über offenes Wasser gebaut – als Such- und Rettungsmaschine ebenso wie als Shuttle zu Bohrinseln und Windparks. Hier erfährst du, wie der AW189 entstanden ist, woran du ihn erkennst, wie du ihn von seinen Konkurrenten unterscheidest und wo du ihn am ehesten vor die Linse bekommst.
Rettungshubschrauber für deinen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Hubschrauber-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot fest – vom Christophorus um die Ecke bis zum AW189 der Küstenwache. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist der Leonardo AW189?
Der AW189 ist ein zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber der Acht-Tonnen-Klasse. Im Programm von Leonardo liegt er oberhalb der weit verbreiteten AW139 und unterhalb des dreimotorigen AW101. Die Branche spricht bei dieser Größe von „Super-Medium“: deutlich mehr Kabine und Reichweite als ein mittlerer Hubschrauber, aber weniger Gewicht und Kosten als ein Schwergewicht.
Angetrieben wird der Standard-AW189 von zwei Wellenturbinen General Electric CT7-2E1 – mehr zum Triebwerkshersteller findest du auf der Seite zu GE Aerospace. Als Alternative gibt es den AW189K mit zwei Aneto-1K von Safran. Leonardo nennt eine maximale Abflugmasse von 8.300 Kilogramm, mit Option beziehungsweise als AW189K 8.600 Kilogramm. Der fünfblättrige Hauptrotor misst 14,60 Meter, mit drehenden Rotoren ist der Hubschrauber 17,57 Meter lang. Die maximale Reisegeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 294 km/h an.
Die Kabine fasst laut Leonardo bis zu 19 Passagiere, nach dem Offshore-Standard des Verbands IOGP sind es 16. Mit 11,2 Kubikmetern Volumen bezeichnet der Hersteller sie als breiteste ihrer Klasse. Zugänglich ist sie über große Schiebetüren auf beiden Seiten, das Gepäck reist in einem separaten Fach, das von außen beladen wird.
Zwei technische Details hebt Leonardo besonders hervor. Das Hauptgetriebe läuft nach einem kompletten Ölverlust noch 50 Minuten weiter, genug für rund 100 nautische Meilen Rückflug von einer Plattform. Und ein eingebautes Hilfstriebwerk (Safran e-APU, 60 kW) liefert Strom bei stehenden Rotoren und dient im Flug als Reserve, etwa während Windeneinsätzen. Für Flüge in Vereisungsbedingungen gibt es zudem ein volles Eisschutzsystem.
Entwicklung: vom militärischen AW149 zum zivilen AW189
Der AW189 hat einen militärischen Bruder. AgustaWestland entwickelte zunächst den AW149, einen vergrößerten Abkömmling der AW139 für Streitkräfte. Aus ihm leitete das Unternehmen eine zivile Version ab, zugeschnitten auf Offshore-Transport, Such- und Rettungsdienst und Passagierflüge. Vorgestellt wurde der AW189 im Juni 2011 auf der Paris Air Show.
Schon ein halbes Jahr später, am 21. Dezember 2011, hob der erste Prototyp in Cascina Costa ab, dem traditionsreichen Hubschrauberwerk der früheren Agusta unweit des Flughafens Mailand-Malpensa. Für die Erprobung kamen vier Prototypen und zwei Vorserienmaschinen zum Einsatz. Im Juni 2013 kündigte AgustaWestland die Serienfertigung an, eine zweite Fertigungslinie entstand im britischen Yeovil, dem früheren Westland-Standort.
| Meilenstein | Datum |
|---|---|
| Vorstellung auf der Paris Air Show | Juni 2011 |
| Erstflug in Cascina Costa | 21. Dezember 2011 |
| EASA-Musterzulassung | Februar 2014 |
| Erster kommerzieller Flug (Bristow) | Juli 2014 |
| FAA-Zulassung | März 2015 |
| Zulassung in Russland (IAC) | August 2015 |
| EASA-Zulassung AW189K | Juni 2020 |
Ein wichtiger Baustein war die Familienidee. Leonardo hat AW139, AW169 und AW189 bewusst ähnlich gestaltet: gleiche Designsprache, vergleichbare Cockpitlogik, ähnliche Wartungsabläufe. Betreiber, die mehrere Größen fliegen, sparen dadurch bei Ausbildung und Technik. Für Spotter hat das eine Kehrseite: Die drei Typen sehen sich verblüffend ähnlich, mehr dazu weiter unten.
Nicht alles lief glatt. Die Entwicklung des Eisschutzes verlief langsamer als geplant, was 2015 die Einführung des AW189 im britischen SAR-Dienst bei Bristow verzögerte. Im September 2015 erhielt der AW189 zunächst die Zulassung für ein eingeschränktes Eisschutzsystem, anschließend folgten Vereisungsversuche in Alaska.
Praxis-Tipp: AW149 nicht verwechseln
Der militärische AW149 sieht dem AW189 sehr ähnlich. Trägt die Maschine Hoheitsabzeichen und eine Militärseriennummer statt eines zivilen Kennzeichens, prüf vor dem Eintragen, welcher der beiden Typen es wirklich ist.
Der AW189K: mehr Leistung für heiße Regionen
Im Oktober 2017 kündigte Leonardo den AW189K an. Statt der GE-Turbinen arbeiten hier zwei Safran Aneto-1K, die mehr Leistung bringen und laut damaliger Planung einen geringeren spezifischen Verbrauch haben sollten als die GE-Turbinen. Gedacht ist die Variante vor allem für Einsatzgebiete mit hohen Temperaturen oder großer Höhe, in denen Turbinen an Leistung verlieren. Die EASA-Zulassung kam im Juni 2020, Startkunde war Gulf Helicopters aus Katar.
Von außen ist der Unterschied kaum zu sehen. Für deine Sichtung reicht in der Regel „AW189“; wer es genau nimmt, gleicht das Kennzeichen mit einer Flottendatenbank ab.
Die vier Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Große Zweimotorer mit Rädern und Fünfblattrotor gibt es mehrere. Beim AW189 helfen dir vier Beobachtungen in dieser Reihenfolge.
Hauptrotorblätter zählen
Der AW189 hat fünf Hauptrotorblätter. Vier Blätter an einem großen Offshore-Hubschrauber deuten eher auf eine Sikorsky S-92.
Aufs Heck schauen
Hinten sitzt ein offener Heckrotor mit vier Blättern. Ein Fenestron schließt den AW189 sofort aus, ein kleiner Dreiblatt-Heckrotor spricht eher für den Airbus H175.
Nase und Rumpflinie
Die schlanke, spitz zulaufende Nase und die gestreckte Rumpflinie sind das Markenzeichen der Leonardo-Familie. Super-Puma-Abkömmlinge wirken dagegen kantig und hochbeinig.
Größe einschätzen
Das einziehbare Radfahrwerk verschwindet in seitlichen Verkleidungen – genau wie bei AW139 und AW169. Den Unterschied machen Größe und Proportionen: Der AW189 wirkt länger und massiger.
Die letzte Gewissheit liefert wie immer das Kennzeichen. Britische SAR-Maschinen tragen G-Kennzeichen, deren Systematik der Beitrag Britische G-Kennzeichen erklärt. Allgemeines zum Aufbau von Registrierungen findest du unter Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
AW189, AW139 oder AW169? Die Familie auseinanderhalten
Die größte Verwechslungsgefahr kommt aus dem eigenen Haus. Alle drei Leonardo-Typen haben fünf Hauptrotorblätter, einen offenen Heckrotor, ein einziehbares Radfahrwerk und dieselbe Designlinie.
| Merkmal | AW169 | AW139 | AW189 |
|---|---|---|---|
| Gewichtsklasse | leichter Zweimotorer | mittlere Klasse | Super-Medium, rund 8 t |
| Wirkung im Feld | kompakt | ausgewogen | lang und massig |
| Typische Rolle in Mitteleuropa | Luftrettung, Polizei | Luftrettung, Offshore, Staat | SAR, Offshore |
| ICAO-Code | A169 | A139 | A189 |
Ohne Vergleichsobjekt ist die Größe schwer zu schätzen. Achte deshalb auf Personen, Fahrzeuge oder Hallentore in der Nähe. Ausführlich vorgestellt werden die kleineren Geschwister auf den Seiten zur AW139 und zur AW169. Einen Überblick über alle gängigen Drehflügler gibt der Guide Hubschraubertypen erkennen.
AW189, H175, H225 oder S-92?
In der Offshore- und SAR-Welt konkurriert der AW189 vor allem mit dem Airbus H175, dem schwereren Airbus H225 und der Sikorsky S-92. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: große SAR- und Offshore-Hubschrauber
Leonardo AW189
Fünf Hauptrotorblätter, vierblättriger Heckrotor und die schlanke Leonardo-Nase an einem großen Rumpf ergeben das typische AW189-Bild. Steht A189 im Tracking, ist die Sache klar.
Airbus H175 oder H225
Der H175 hat einen glatten, langen Rumpf mit großen Fenstern und einen kleinen Dreiblatt-Heckrotor. Wirkt der Rumpf kantig und hoch, ist es eher ein H225 aus der Super-Puma-Familie.
Sikorsky S-92
Vier Blätter und ein wuchtiger Rumpf mit Heckrampe sprechen für den amerikanischen Konkurrenten, der im SAR- und Offshore-Dienst ebenfalls weit verbreitet ist.
Wo du den AW189 antriffst
Der AW189 arbeitet dort, wo Küstenrettung und Offshore-Industrie zu Hause sind. Auf der Besucherterrasse eines Binnenflughafens wirst du ihn selten sehen.
Küstenwache Großbritannien: Bristow Helicopters fliegt im Auftrag von HM Coastguard Such- und Rettungseinsätze. Neben S-92 und AW139 gehören AW189 zur Flotte, die nach Angaben der gängigen Nachschlagewerke an Basen wie Prestwick, Inverness, Lydd, Lee-on-Solent und St Athan stationiert sind. Seit November 2024 läuft der Folgevertrag der zweiten Generation, ebenfalls mit Bristow.
Küstenwache Irland: Für die Irish Coast Guard hat Bristow Ireland einen zehnjährigen Vertrag übernommen. Der neue Dienst mit sechs AW189 startete im August 2025, als Basen werden Waterford, Sligo, der Raum Dublin und Shannon genannt. Die vollständige Übernahme von der Vorgängerflotte war bis Anfang 2026 vorgesehen.
Offshore-Betrieb: Bristow hatte den AW189 schon 2013 als Nachfolger seiner Super Pumas ins Gespräch gebracht und war Erstbetreiber. Weitere frühe Kunden waren Weststar Aviation in Malaysia und Gulf Helicopters in Katar. Offshore-Verträge wechseln häufig, deshalb lohnt vor einer Tour ein Blick auf aktuelle Betreiberangaben.
Weitere Einsätze: Der AW189 fliegt außerdem für Polizei- und Staatsbehörden, als VIP-Hubschrauber und im SAR-Dienst auf den Falklandinseln, wo zwei Maschinen die früheren Sea Kings ersetzt haben.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| SAR-Basen in Großbritannien | hoch | AW189 der Küstenwache, regelmäßige Trainingsflüge |
| SAR-Basen in Irland | hoch | neue AW189-Flotte der Irish Coast Guard |
| Offshore-Basen an der Nordsee | mittel | je nach aktuellem Vertrag und Betreiber |
| Leonardo-Werk bei Malpensa | mittel | Erprobung und Auslieferungsflüge |
| Deutsche Verkehrsflughäfen | niedrig | Überführungen eher selten |
Flotten ändern sich laufend
SAR- und Offshore-Verträge laufen über feste Zeiträume, Maschinen wandern zwischen Betreibern und Leasinggebern. Die Angaben oben geben den Stand Oktober 2026 nach öffentlich zugänglichen Quellen wieder – prüf vor einer gezielten Tour die aktuellen Informationen.
Viele SAR- und Offshore-Hubschrauber senden ADS-B-Daten und tauchen deshalb in Flugradar-Diensten auf. Wie du gezielt nach Rettungs-, Polizei- und Offshore-Flügen suchst, erklärt der Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar finden.
Typ A189 auf die Wunschliste
Setz in Planetrack den AW189 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Spotting-Ziel Norditalien: die Heimat des AW189
Wer Leonardo-Hubschrauber an ihrer Quelle erleben will, fährt in die Gegend rund um Malpensa. Das Werk in Cascina Costa liegt in unmittelbarer Nähe des Flughafens, Erprobungs- und Werksflüge sind in der Region deshalb keine Seltenheit. Eine Garantie für eine AW189-Sichtung gibt es allerdings nicht.
Einen guten Rahmen für so einen Ausflug bietet das Luftfahrtmuseum Volandia direkt am Flughafen, das auf einem früheren Areal der Luftfahrtindustrie liegt. Der passende Spot-Eintrag Volandia am Flughafen Mailand-Malpensa zeigt dir, was du dort vor die Linse bekommst.
Fototipps speziell für den AW189
Bei Hubschraubern entscheidet die Verschlusszeit. Friert eine sehr kurze Belichtung den Rotor ein, wirkt der AW189 wie ein Modell, das in der Luft hängt. Mit fünf Blättern füllt sich die Rotorscheibe allerdings schnell, sodass schon moderat lange Zeiten eine schöne Bewegung zeigen.
Rotor in Bewegung zeigen
Belichte deutlich länger als bei Jets und starte mit Werten um 1/125 s. Mit sauberem Mitziehen bleibt der Rumpf scharf, während die Blätter verwischen.
Windeneinsatz einplanen
SAR-Crews trainieren regelmäßig Windenmanöver über Wasser oder an Klippen. Ein Teleobjektiv mit viel Brennweite holt Retter und Seil ins Bild, ohne dass du dem Geschehen zu nahe kommst.
Seitenprofil nutzen
Die lange Nase, die Schiebetür und der Vierblatt-Heckrotor kommen im Profil am besten zur Geltung – ideal für eindeutige Bestimmungsfotos.
Wind und Licht an der Küste
Hubschrauber starten und landen meist gegen den Wind. Wer Windrichtung und Sonnenstand zusammen plant, steht häufiger im richtigen Licht.
Die Technik ist dieselbe wie bei Propellermaschinen; Details stehen im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Allgemeine Tipps rund um Drehflügler findest du im Artikel Hubschrauber spotten. Wie du Licht und Spot zusammen planst, zeigt der Beitrag Sonnenstand planen. Mit dem Sonnenstand-Planer und den Wetter- und Windangaben in Planetrack siehst du vor der Tour, aus welcher Richtung Licht und Anflug kommen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den AW189, wenn …
- du fünf Hauptrotorblätter und einen offenen Heckrotor mit vier Blättern siehst
- die Nase schlank und spitz zuläuft und der Rumpf lang und massig wirkt
- ein einziehbares Radfahrwerk in seitlichen Verkleidungen sitzt
- im Tracking-Dienst A189 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du keinen Größenvergleich hast – dann ähneln sich AW139 und AW189 stark
- die Maschine militärisch gekennzeichnet ist – dann kann es ein AW149 sein
- der Betreiber mehrere Leonardo-Größen parallel fliegt, etwa im SAR-Dienst
Bei militärischen Varianten und staatlichen Maschinen gelten oft andere Regeln vor Ort. Was du beim Fotografieren in der Nähe militärischer Anlagen beachten musst, steht im Beitrag Militärflugplatz fotografieren: Regeln.
Fazit
Der AW189 ist Leonardos Antwort auf die Frage, wie viel Hubschrauber man für lange Flüge über offenes Wasser braucht: genug Kabine für fast zwanzig Personen, ein Getriebe mit großen Reserven, Eisschutz und ein Hilfstriebwerk für lange Windeneinsätze. Als Retter der britischen und irischen Küstenwache ist er für Spotter in Westeuropa die bekannteste Erscheinung, im Offshore-Geschäft taucht er je nach Vertrag auf. Fünf Hauptrotorblätter, der vierblättrige Heckrotor, das einziehbare Radfahrwerk und die schlanke Leonardo-Nase liefern den Typ, Größe und Kennzeichen die Bestätigung.
Kurzfazit
Großer, schlanker Rumpf, fünf Hauptrotorblätter, Vierblatt-Heckrotor und Räder in seitlichen Verkleidungen: Das ist der AW189. Halte an britischen und irischen Küsten nach SAR-Maschinen Ausschau, schätze die Größe gegenüber der AW139 ab und notier das Kennzeichen – dann wird auch diese Sichtung zum sauberen Eintrag.
Zusammenfassung
- AgustaWestland stellte den AW189 im Juni 2011 vor, der Erstflug folgte am 21. Dezember 2011 in Cascina Costa bei Mailand-Malpensa.
- Nach der EASA-Zulassung im Februar 2014 nahm Bristow Helicopters im Juli 2014 den kommerziellen Betrieb auf, die FAA zog im März 2015 nach.
- Die Variante AW189K mit Safran-Aneto-Triebwerken ist seit Juni 2020 EASA-zugelassen und für heiße und hoch gelegene Einsatzgebiete gedacht.
- Zum Bestimmen reichen Blattzahl, Heckrotor, Fahrwerk und Nase; Kennzeichen und der Code A189 liefern die Bestätigung.
Häufige Fragen
Was bedeutet „Super-Medium“ beim AW189?
So nennt die Branche Hubschrauber der Sieben- bis Acht-Tonnen-Klasse, die größer als klassische mittlere Muster wie der AW139 sind, aber unter schweren Typen wie dem AW101 bleiben. Der AW189 konkurriert in dieser Klasse mit dem Airbus H175.
Welchen ICAO-Typcode hat der AW189?
Der AW189 läuft unter A189. Unter diesem Code findest du ihn in Flugplänen und in den meisten Flugradar-Diensten.
Ist der AW189 dasselbe wie der AW149?
Nicht ganz. Der AW149 ist ein militärischer Hubschrauber, der AW189 seine zivile Ableitung. Beide teilen die Grundauslegung, der AW189 ist aber auf Offshore-, SAR- und Passagiertransport zugeschnitten. Von außen sehen sich die beiden sehr ähnlich, die Unterscheidung gelingt meist über Betreiber und Kennzeichen.
Was ist der AW189K?
Der AW189K ist eine Variante mit zwei Safran-Aneto-1K-Triebwerken statt der GE CT7-2E1. Sie bringen mehr Leistung, was vor allem bei Hitze und in großer Höhe hilft. Die EASA hat den AW189K im Juni 2020 zugelassen, Startkunde war Gulf Helicopters aus Katar. Äußerlich unterscheidet er sich kaum vom Standardmodell.
Wo sehe ich den AW189 in Europa am ehesten?
Gute Chancen hast du in Großbritannien und Irland, wo Bristow den Typ für die Küstenwachen fliegt, und rund um die Offshore-Basen an der Nordsee. In Deutschland ist der AW189 eine eher seltene Begegnung.
Was hat es mit dem 50-Minuten-Trockenlauf auf sich?
Laut Leonardo kann das Hauptgetriebe nach einem vollständigen Ölverlust noch 50 Minuten weiterlaufen. Das reicht, um aus rund 100 nautischen Meilen Entfernung von einer Plattform zurück an Land zu fliegen – ein wichtiges Argument im Offshore-Geschäft.
Darf ich SAR-Hubschrauber an ihrer Basis fotografieren?
Von öffentlichem Grund aus in der Regel ja. Die Basen liegen aber meist auf Flugplatzgelände hinter Zäunen, und bei Einsätzen hat die Rettung Vorrang. Halte Abstand, behindere keine Zufahrten und frag im Zweifel nach.
Leonardo AW189 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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