Air Koryo

Nordkoreas staatliche Airline fliegt ab Pjöngjang mit einer kleinen Flotte sowjetischer und russischer Typen – für Spotter eine der exotischsten Sichtungen überhaupt, vor allem in Peking, Shenyang und Wladiwostok.

Auch bekannt als: Koryo Air · Chosŏn Minhang · SOKAO · JS

NordkoreaNordkoreaNetzwerk-AirlinesIATA: JSICAO: KOR10 Min. Lesezeit

JS

IATA-Code

KOR

ICAO-Code

P-

Kennzeichen-Präfix Nordkorea

3

Linienziele im Ausland

Das Wichtigste in Kürze

  • Air Koryo ist die staatliche Airline Nordkoreas mit Drehkreuz am Flughafen Pjöngjang-Sunan (FNJ).
  • Codes: IATA JS, ICAO KOR, Rufzeichen „AIR KORYO“.
  • Die Flotte ist klein und komplett sowjetisch-russisch: Tu-204, Tu-154, An-148 und die Il-62 für Regierungsflüge.
  • Im Linienverkehr fliegt Air Koryo nur wenige Ziele an – Peking, Shenyang und Wladiwostok sind die realistischen Orte für eine Sichtung.
  • In der EU dürfen nur zwei Tu-204 (P-632 und P-633) fliegen; die übrige Flotte steht auf der EU-Flugsicherheitsliste.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Air Koryo im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Die Flotte: Tupolew, Iljuschin, Antonov
  4. 4.Woran du Air Koryo erkennst
  5. 5.Air Koryo und die EU-Flugsicherheitsliste
  6. 6.Wo du Air Koryo spotten kannst
  7. 7.Warum Air Koryo Kultstatus hat
  8. 8.Häufige Verwechslungen
  9. 9.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeJS
ICAO-CodeKOR
RufzeichenAIR KORYO
DrehkreuzeFNJ
RolleStaatliche Fluggesellschaft Nordkoreas, einzige Airline des Landes im Linienverkehr
Sitz und DrehkreuzFlughafen Pjöngjang-Sunan (FNJ)
Wurzeln1950 als sowjetisch-nordkoreanisches Gemeinschaftsunternehmen SOKAO gegründet, später Chosŏn Minhang, seit Anfang der 1990er-Jahre Air Koryo
Linienziele im AuslandPeking, Shenyang und Wladiwostok; weitere Ziele nur als Charter oder saisonal
Allianzkeine
Flotte für Auslandsflüge (Stand August 2025, laut Wikipedia)2 Antonov An-148, 1 Tupolew Tu-154B, 1 Tu-204-100B, 1 Tu-204-300, dazu 2 Il-62 für Regierungsflüge
Ältere TypenAn-24, Il-18, Il-76 und Tu-134 – aktueller Einsatzstatus nicht gesichert
Status in der EUAuf der EU-Flugsicherheitsliste (Anhang B): Nur die Tu-204 P-632 und P-633 dürfen in die EU
KennzeichenNordkoreanisches Präfix P-

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Air Koryo?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Weißer Rumpf mit grauem Unterbauch, getrennt durch eine dünne rote Linie
  • Nordkoreanische Flagge am Leitwerk, darunter das Kennzeichen
  • Koreanischer und englischer Schriftzug „Air Koryo“ am Rumpf
  • Kennzeichen mit P- und drei Ziffern, etwa P-632 oder P-633
  • Ausschließlich sowjetische und russische Typen: Tupolew, Iljuschin, Antonov – keine Airbus oder Boeing
  • Flugnummer beginnt mit JS, auf Trackern erscheint der ICAO-Code KOR

Wenn Spotter von „der einen Airline, die noch fehlt“ sprechen, fällt erstaunlich oft ein Name: Air Koryo. Nordkoreas Staatsairline hat nur eine Handvoll Flugzeuge, fliegt kaum ins Ausland und setzt ausschließlich auf Typen, die anderswo längst im Museum stehen. Genau das macht sie zum Kultobjekt. Diese Seite zeigt dir, was hinter Air Koryo steckt, welche Flugzeuge du erwarten kannst und wo eine Sichtung überhaupt realistisch ist.

Die seltenste Airline im Hangar

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Air Koryo im Überblick

Air Koryo ist die staatliche Fluggesellschaft Nordkoreas und die einzige Airline des Landes, die regelmäßig Linienflüge anbietet. Ihr Drehkreuz ist der Flughafen Pjöngjang-Sunan rund 25 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Organisatorisch untersteht die Airline der staatlichen Luftfahrtverwaltung Nordkoreas.

Die Geschichte beginnt 1950 mit SOKAO, einem Gemeinschaftsunternehmen der Sowjetunion und Nordkoreas, um Pjöngjang mit Moskau zu verbinden. Der Koreakrieg unterbrach den Betrieb. Danach übernahm die nordkoreanische Luftfahrtbehörde, und die Airline flog Mitte der 1950er-Jahre unter dem Namen Chosŏn Minhang (Korean Airways) wieder. Den Namen Air Koryo trägt sie seit Anfang der 1990er-Jahre – die Quellen nennen mal 1992, mal 1993.

Anders als die südkoreanische Korean Air ist Air Koryo in keiner Allianz und kaum in internationale Netze eingebunden. Tickets für Ausländer laufen überwiegend über spezialisierte Reiseveranstalter. Für Spotter zählt aber vor allem eines: Diese Airline siehst du außerhalb Nordkoreas nur an sehr wenigen Orten.

JSIATA-Code in der Flugnummer
KORICAO-Code auf dem Tracker
FNJDrehkreuz Pjöngjang-Sunan

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code JS: steht in der Flugnummer, also auf der Anzeigetafel und im Ticket. Ein Beispiel ist der Flug JS271 nach Wladiwostok.
  • ICAO-Code KOR: steht im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
  • Rufzeichen AIR KORYO: so meldet sich die Besatzung im Funk.

Der ICAO-Code KOR führt Einsteiger gern in die Irre, weil er nach Südkorea klingt. Die südkoreanischen Airlines nutzen aber eigene Codes, Korean Air etwa KAL. Wie IATA- und ICAO-Codes grundsätzlich funktionieren, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.

Auf dem Tracker suchen

Gib auf Flugtrackern den ICAO-Code KOR ein, nicht JS. Rund um Peking, Shenyang und Wladiwostok taucht Air Koryo nur an Flugtagen auf – oft ist es nur ein einzelner Umlauf hin und zurück.

Die Flotte: Tupolew, Iljuschin, Antonov

Die Flotte ist der Hauptgrund für den Kultstatus. Westliche Typen gibt es keine: Internationale Sanktionen machen den Kauf moderner Airbus- oder Boeing-Jets praktisch unmöglich. Air Koryo hat deshalb über Jahrzehnte sowjetische Muster geflogen und nur vereinzelt neuere russische und ukrainische Flugzeuge übernommen.

Laut der Flottenübersicht auf Wikipedia (Stand August 2025) setzt Air Koryo für Auslandsflüge diese Maschinen ein:

Typ Anzahl Sitze Einsatz Spotter-Hinweis
Tupolew Tu-204-100B 1 222 Auslandsstrecken Zweistrahler, Nachfolger der Tu-154
Tupolew Tu-204-300 1 142 Auslandsstrecken Verkürzte Version, Übergabe Ende 2007
Tupolew Tu-154B 1 136 u. a. Wladiwostok Dreistrahler mit T-Leitwerk, weltweit fast verschwunden
Antonov An-148-100B 2 70 Regional- und Auslandsflüge Schulterdecker mit Triebwerken unter dem Flügel
Iljuschin Il-62 2 VIP Regierungsflüge Vier Hecktriebwerke, eine davon Staatsflugzeug

Dazu führt die Übersicht ältere Typen, deren aktueller Einsatzstatus nicht gesichert ist: mehrere Antonov An-24 für Inlandsflüge, die Iljuschin Il-18 P-835, Frachtflugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76 und die Tupolew Tu-134. Die P-835 gilt als letzte Il-18 im Passagierdienst weltweit. Weil von außen kaum jemand verlässlich prüfen kann, welche dieser Maschinen noch fliegen, solltest du solche Angaben immer als Momentaufnahme behandeln.

Tu-204 oder Il-62 auf der Wunschliste?

Lass dich benachrichtigen, wenn ein beobachteter Typ, eine Airline oder ein Kennzeichen an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Tu-204: das moderne Rückgrat

Die Tupolew Tu-204 ist der jüngste Jet der Flotte. Ende 2007 übernahm Air Koryo eine Tu-204-300 in Uljanowsk, im März 2010 folgte eine Tu-204-100B. Die -300 ist eine verkürzte Version mit weniger Sitzen. Beide Typen sind zweistrahlig mit Triebwerken unter den Flügeln und erinnern auf den ersten Blick an eine Boeing 757 – ein Grund, warum Einsteiger sie auf Distanz gern falsch einordnen. Hersteller ist Tupolew.

Tu-154: der Dreistrahler

Die Tupolew Tu-154 kam 1975 zu Air Koryo und brachte damals erstmals Jetverkehr nach Prag, Ost-Berlin und Moskau, jeweils mit Tankstopps. Heute ist eine Tu-154B für Auslandsflüge gelistet, unter anderem auf der Strecke nach Wladiwostok. Mit drei Triebwerken am Heck und T-Leitwerk ist sie unverwechselbar – und weltweit im Passagierdienst fast verschwunden.

Il-62: der Langstrecken-Klassiker

Die erste Iljuschin Il-62 bekam Air Koryo 1979; damit war ein Nonstopflug nach Moskau möglich. Heute fliegen zwei Il-62 in VIP-Ausstattung für die Regierung, eine davon ist das Staatsflugzeug von Kim Jong-un. Vier Triebwerke paarweise am Heck, ein langer, schlanker Rumpf und das hohe T-Leitwerk machen sie zu einer der elegantesten Erscheinungen der sowjetischen Luftfahrt.

An-148: der Regionaljet

Die Antonov An-148 ist ein Schulterdecker mit zwei Triebwerken unter dem hochliegenden Flügel. Air Koryo bestellte 2013 zwei An-148 und eine An-158; heute sind zwei An-148-100B im Einsatz. Zu den Asienspielen 2014 flog Air Koryo sogar nach Incheon in Südkorea. Mehr zum Hersteller findest du bei Antonov.

So erkennst du die Tu-204

  • Zwei große Triebwerke unter den Flügeln
  • Normales Leitwerk, Höhenruder am Rumpf
  • Langer, schlanker Rumpf mit Winglets
  • Auf Trackern als T204 geführt

So erkennst du die Tu-154

  • Drei Triebwerke am Heck, eins davon im Leitwerk
  • T-Leitwerk mit Höhenruder oben
  • Fahrwerksverkleidungen hinter den Flügeln
  • Auf Trackern als T154 geführt

Woran du Air Koryo erkennst

Die aktuelle Bemalung ist schlicht: weißer Rumpf, grauer Unterbauch und dazwischen eine dünne rote Linie. Am Rumpf stehen der koreanische Name und der englische Schriftzug „Air Koryo“. Am Leitwerk prangt die nordkoreanische Flagge, darunter das Kennzeichen. Ältere Fotos zeigen eine frühere weiß-graue Bemalung mit einem Streifen in den Nationalfarben. 2024 änderte die Airline zudem ihr Logo – ein Detail, das du auf neueren Aufnahmen vergleichen kannst.

Das sicherste Merkmal ist das Kennzeichen. Nordkoreanische Luftfahrzeuge tragen das Präfix P-, gefolgt von drei Ziffern. Die beiden Tu-204 mit EU-Zulassung heißen P-632 und P-633. Wie Kennzeichen-Präfixe allgemein aufgebaut sind, zeigt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen.

Achtung Verwechslung

Auch andere Betreiber russischer Typen fliegen weiße Bemalungen mit dezenten Streifen. Wer nur Rumpf und Triebwerke fotografiert, hat später Mühe mit der Zuordnung. Mach deshalb immer ein Bild, auf dem Flagge und P-Kennzeichen lesbar sind.

Air Koryo und die EU-Flugsicherheitsliste

Ein Kapitel, das bei Air Koryo immer wieder auftaucht, ist die EU-Flugsicherheitsliste. Nach schweren Mängeln bei Vorfeldkontrollen in Frankreich und Deutschland setzte die EU die Airline 2006 auf die Liste. Wie die Liste grundsätzlich funktioniert, erklärt der Artikel zur EU-Flugsicherheitsliste. 2010 erhielt Air Koryo die Erlaubnis, mit Tu-204 wieder in die EU zu fliegen. Aktuell steht die Airline in Anhang B: Dort sind Gesellschaften aufgeführt, die nur mit bestimmten Flugzeugen in die EU dürfen – im Fall von Air Koryo genau die beiden Tu-204 P-632 und P-633.

Für Spotter in Deutschland bedeutet das trotzdem nicht viel. Regelmäßige Flüge nach Europa bietet Air Koryo nicht an. Die Erlaubnis ist eher eine theoretische Option für Sonderflüge, keine Chance auf eine Sichtung am Heimatflughafen.

Wo du Air Koryo spotten kannst

Weil Air Koryo im Linienverkehr nur Peking, Shenyang und Wladiwostok anfliegt, konzentrieren sich die Chancen außerhalb Nordkoreas auf diese drei Städte. Weitere Ziele, etwa in China oder Russland, laufen nur als Charter oder saisonal. Während der Pandemie war der Flugverkehr lange eingestellt; Flüge nach Peking und Wladiwostok liefen 2023 wieder an.

Flugplan prüfen

Air Koryo fliegt nur an wenigen Tagen pro Woche. Prüf den aktuellen Plan und die Flugtage, bevor du eine Reise ansetzt.

Flug auf dem Tracker beobachten

Such am Flugtag nach KOR. So siehst du, ob der Flug wirklich stattfindet und welcher Typ eingesetzt wird.

Landerichtung einschätzen

Bei nur einer Bewegung pro Richtung gibt es keine zweite Chance. Wind und Pistenrichtung entscheiden über deinen Standort.

Kennzeichen sichern

Fotografiere so, dass das P-Kennzeichen lesbar ist – erst dann ist die Sichtung später eindeutig.

Peking ist das wichtigste Ziel. Auf der Strecke nach Pjöngjang war zeitweise auch Air China unterwegs – prüf, wer aktuell fliegt. Achte bei der Planung darauf, welchen Pekinger Flughafen der Flug nutzt – die Stadt hat mit Capital und Daxing zwei große Flughäfen. Shenyang im Nordosten Chinas liegt nah an der Grenze und gehört ebenfalls zum Streckennetz; ob und wie oft dorthin aktuell geflogen wird, solltest du gesondert prüfen. Wladiwostok ist das russische Ziel; dort war zuletzt die Tu-154B im Einsatz.

Fotografieren im Ausland

In China und Russland gelten eigene Regeln für Fotos an Flughäfen, die teils strenger sind als in Deutschland. Informier dich vorher, bleib in öffentlich zugänglichen Bereichen und meide alles, was nach militärischer Anlage aussieht. Einen Überblick gibt der Artikel Spotten im Ausland.

Spotten in Nordkorea selbst

Der Flughafen Pjöngjang-Sunan hat zwei Pisten: 01/19 mit 4.000 Metern und 17/35 mit 3.425 Metern. Das internationale Terminal 2 öffnete im Juli 2015, ein Inlandsterminal folgte Anfang 2016. Ein freies Spotten wie an einem europäischen Flughafen gibt es dort nicht. Ausländer reisen nur in organisierten Gruppen ein, und das Fotografieren ist streng geregelt. Einzelne Reiseveranstalter boten in der Vergangenheit Luftfahrtreisen an, bei denen Gruppen mit Chartermaschinen von Air Koryo verschiedene Typen der Flotte im Inland mitfliegen konnten.

Ob und in welcher Form solche Reisen aktuell möglich sind, hängt von der politischen Lage ab. Prüf vor jeder Überlegung die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts und lies dir die Regeln deines Veranstalters genau durch. Für die meisten Spotter bleibt die realistische Option eine Sichtung in Peking, Shenyang oder Wladiwostok.

Gute Chancen auf Air Koryo, wenn …

  • du am Flugtag in Peking, Shenyang oder Wladiwostok bist
  • der Flug auf dem Tracker unter KOR bereits auftaucht
  • du Ankunfts- und Abflugzeit kennst und rechtzeitig am Spot stehst

Prüf es vorher, wenn …

  • du nach älteren Flugplänen oder Spotterberichten planst
  • du auf einen bestimmten Typ wie Tu-154 oder An-148 hoffst

Eher kein Air-Koryo-Tag, wenn …

  • du an einem europäischen Flughafen auf eine zufällige Landung wartest

Warum Air Koryo Kultstatus hat

Die Faszination hat mehrere Gründe. Erstens die Seltenheit: Mit nur wenigen aktiven Maschinen und drei Linienzielen gehört Air Koryo zu den am schwersten zu erwischenden Airlines der Welt. Wie du so eine Sichtung einordnest, zeigt der Artikel Wie selten ist meine Sichtung?.

Zweitens die Typen. Tu-154, Il-62 und Il-18 sind im Passagierdienst fast verschwunden. Wer die Geschichte dieser Flugzeuge kennt, sieht in Air Koryo ein fliegendes Archiv der sowjetischen Verkehrsluftfahrt. Vergleichbar ist am ehesten Cubana de Aviación, die lange ebenfalls auf sowjetische Muster setzte, oder die frühere Flotte von Aeroflot.

Drittens die Abgeschiedenheit. Über Air Koryo gibt es wenige verlässliche Informationen, und jede neue Aufnahme hilft der Community, die Flotte zu dokumentieren. Berichte aus dem Jahr 2017 beschrieben die Airline sogar als Betreiber von Tankstellen und Taxis sowie als Hersteller von Zigaretten und Erfrischungsgetränken – ein Hinweis darauf, wie anders das Unternehmen organisiert ist als eine westliche Airline. Weitere Tipps für exotische Ziele findest du im Guide seltene Flugzeuge spotten.

Häufige Verwechslungen

  • KOR für Korean Air halten – der ICAO-Code KOR gehört Air Koryo, Korean Air nutzt KAL.
  • Tu-204 für eine Boeing 757 halten – beide sind schlanke Zweistrahler; Leitwerk, Triebwerke und Cockpitfenster unterscheiden sich.
  • Jede Il-62 für Linienverkehr notieren – die beiden Il-62 von Air Koryo fliegen in VIP-Ausstattung für die Regierung.
  • Alte Flottenlisten als aktuell lesen – bei An-24, Il-18, Il-76 und Tu-134 ist der aktuelle Status unsicher.
  • Die EU-Zulassung als Flugplan verstehen – zwei Tu-204 dürfen in die EU, regelmäßige Flüge gibt es trotzdem nicht.
  • Air Koryo mit Air China verwechseln – beide waren auf der Strecke Peking–Pjöngjang unterwegs, Air China aber mit westlichen Typen.

Air Koryo im Blick behalten

Beobachte Air Koryo, die Tu-204 oder ein bestimmtes P-Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und teil deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot in der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Air Koryo ist keine Airline, die dir zufällig begegnet. Sie fliegt wenige Strecken mit einer kleinen Flotte aus Tupolew, Iljuschin und Antonov – und genau das macht sie für Spotter so reizvoll. Wer Flugplan, Tracker und Fotoregeln im Zielland im Blick hat, kann in Peking, Shenyang oder Wladiwostok eine der seltensten Sichtungen der Verkehrsluftfahrt in sein Logbuch eintragen.

Kurzfazit

Air Koryo (IATA JS, ICAO KOR) ist Nordkoreas Staatsairline mit einer kleinen Flotte aus Tu-204, Tu-154, An-148 und Il-62. Erkennbar an Flagge und P-Kennzeichen, zu sehen vor allem in Peking, Shenyang und Wladiwostok.

Zusammenfassung

  • Air Koryo erkennst du an der weißen Bemalung mit roter Trennlinie, der nordkoreanischen Flagge am Leitwerk und am Kennzeichen-Präfix P-.
  • Die Flotte besteht aus wenigen Flugzeugen sowjetischer und russischer Bauart; Sanktionen verhindern den Kauf moderner westlicher Jets.
  • Die besten Chancen hast du in Peking, Shenyang und Wladiwostok – dort landen die Linienflüge aus Pjöngjang nur an wenigen Tagen pro Woche.
  • Weil der Flugplan dünn ist und sich ändern kann, lohnt sich eine Sichtung nur mit sorgfältiger Planung und aktuellem Flugplan.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hat Air Koryo?

Der IATA-Code von Air Koryo ist JS, der ICAO-Code KOR. Im Funk meldet sich die Airline mit dem Rufzeichen „AIR KORYO“. Verwechsle KOR nicht mit Korean Air – die südkoreanische Airline nutzt den ICAO-Code KAL.

Welche Flugzeuge fliegt Air Koryo?

Für Auslandsflüge setzt Air Koryo laut der Flottenübersicht auf Wikipedia (Stand August 2025) zwei Antonov An-148, eine Tupolew Tu-154B sowie je eine Tu-204-100B und Tu-204-300 ein. Zwei Iljuschin Il-62 dienen Regierungsflügen. Daneben werden An-24, Il-18, Il-76 und Tu-134 geführt, deren aktueller Einsatz aber nicht sicher belegt ist.

Wohin fliegt Air Koryo?

Linienflüge ins Ausland gibt es ab Pjöngjang nach Peking, Shenyang und Wladiwostok. Weitere Ziele in China oder Russland bedient Air Koryo nur als Charter oder saisonal, dazu kommen Inlandsflüge, etwa für Reisegruppen. Prüf vor jeder Planung den aktuellen Flugplan – Strecken wurden in der Vergangenheit immer wieder ausgesetzt, zuletzt während der Pandemie.

Darf Air Koryo in die EU fliegen?

Nur eingeschränkt. Air Koryo steht seit 2006 auf der EU-Flugsicherheitsliste. Seit 2010 sind Flüge in die EU mit Tu-204 erlaubt; aktuell führt die Liste im Anhang B genau zwei zugelassene Flugzeuge: die Tu-204 mit den Kennzeichen P-632 und P-633. Regelmäßige Flüge nach Europa gibt es trotzdem nicht.

Wo kann ich Air Koryo spotten?

Am realistischsten an den Linienzielen außerhalb Nordkoreas: Peking, Shenyang und Wladiwostok. Dort landet Air Koryo aber nur an wenigen Tagen pro Woche, oft mit einer einzigen Maschine. In Pjöngjang selbst siehst du die Flotte nur im Rahmen organisierter Reisen, bei denen Fotografieren streng geregelt ist.

Was ist das Besondere an der Il-62 von Air Koryo?

Die Il-62 ist ein vierstrahliger Langstreckenjet aus den 1960er-Jahren mit Triebwerken am Heck. Air Koryo bekam die erste Maschine 1979 und konnte damit nonstop nach Moskau fliegen. Heute sind zwei Il-62 in VIP-Ausstattung für Regierungsflüge im Einsatz, eine davon ist das Staatsflugzeug von Kim Jong-un. Für Spotter gehört der Typ zu den seltensten Verkehrsflugzeugen überhaupt.

Warum fliegt Air Koryo keine Airbus oder Boeing?

Nordkorea unterliegt umfassenden internationalen Sanktionen, die den Erwerb moderner Verkehrsflugzeuge praktisch ausschließen. Air Koryo hat deshalb über Jahrzehnte sowjetische und russische Typen betrieben und nur vereinzelt neuere Tupolew und Antonov übernommen, zuletzt um 2007 bis 2013.

Seit wann heißt die Airline Air Koryo?

Die Wurzeln reichen bis 1950 zurück, als das sowjetisch-nordkoreanische Gemeinschaftsunternehmen SOKAO entstand. Nach dem Koreakrieg übernahm die staatliche Luftfahrtverwaltung den Betrieb, die Airline firmierte als Chosŏn Minhang (Korean Airways). Den heutigen Namen Air Koryo trägt sie seit Anfang der 1990er-Jahre; die Quellen nennen 1992 oder 1993.

Air Koryo im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Tupolew Tu-204/Tu-214

Zwei Triebwerke unter dem Flügel, kleine Winglets, ein langer schlanker Rumpf: Die Tu-204 sieht aus der Ferne aus wie eine Boeing 757. Hier erfährst du, wie du sie sicher bestimmst und warum die Tu-214 unter Sanktionen ein Comeback erlebt.

Flugzeugtyp

Tupolew Tu-154

Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und lange Gondeln hinter dem Flügel: Die Tu-154 war das Arbeitspferd von Aeroflot und dem Ostblock. Heute ist sie fast nur noch im Museum zu sehen.

Flugzeugtyp

Iljuschin Il-62

Vier Triebwerke paarweise am Heck, ein hohes T-Leitwerk und eine ausfahrbare Stütze unter dem Rumpfende: Die Il-62 war der erste sowjetische Langstreckenjet, Flaggschiff der Interflug und Regierungsflieger vieler Staaten. So erkennst du den Klassiker.

Flugzeugtyp

Antonov An-148/An-158

Hoher Flügel, T-Leitwerk, zwei Triebwerke in Gondeln darunter: Die An-148 ist der Regionaljet aus Kiew und eine der seltensten Sichtungen der Gegenwart. So erkennst du sie und ihre verlängerte Schwester An-158.

Flugzeugtyp

Antonov An-24

Zwei Propellerturbinen, ein hoch angesetzter Flügel und robuste Technik für Schotterpisten: Die An-24 war das Arbeitspferd der sowjetischen Regionalluftfahrt. So erkennst du sie und so grenzt du sie von ihren Verwandten ab.

Flugzeugtyp

Iljuschin Il-18

Vier Propellerturbinen unter einem langen, geraden Flügel, ein schlanker Rumpf und ein tiefes, sonores Brummen: Die Il-18 war der erste große Turboprop-Airliner der Sowjetunion und in den 1960er-Jahren das Rückgrat der Interflug. So erkennst du den Klassiker.

Flugzeugtyp

Iljuschin Il-76

Verglaste Navigatorkanzel, hoch angesetzter Flügel, T-Leitwerk und vier Strahltriebwerke: Die Il-76 ist der klassische sowjetische Transporter. So erkennst du sie sicher – und so stehen deine Chancen, ihr heute noch zu begegnen.

Flugzeugtyp

Tupolew Tu-134

Verglaste Nase, zwei Triebwerke am Heck, hohes T-Leitwerk und Fahrwerksgondeln hinter dem Flügel: Die Tu-134 war der Kurzstreckenjet des Ostblocks und bei der Interflug der erste Jet. Heute begegnest du ihr fast nur noch im Museum.

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Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

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