VIASA

Historische Nationalairline Venezuelas aus Caracas: 1960 gegründet, mit KLM-Hilfe groß geworden, über Jahrzehnte mit DC-8 und DC-10 auf der Atlantikroute nach Europa – und nach der Übernahme durch Iberia im Januar 1997 am Ende.

Auch bekannt als: Venezolana Internacional de Aviación S.A. · Viasa · VA

VenezuelaVenezuelaNetzwerk-AirlinesIATA: VAICAO: VIA11 Min. Lesezeit

VA

IATA-Code

VIA

ICAO-Code

1961–1997

knapp 36 Jahre Flugbetrieb

YV-

Kennzeichen-Präfix Venezuela

Das Wichtigste in Kürze

  • VIASA war der internationale Flag-Carrier Venezuelas mit Drehkreuz in Caracas-Maiquetía und stellte am 23. Januar 1997 den Flugbetrieb ein.
  • Codes: IATA VA, ICAO VIA, Rufzeichen „VIASA“.
  • KLM als Pate: Die Niederländer stellten ab 1961 Flugzeuge und Know-how und begleiteten VIASA gut zwei Jahrzehnte lang.
  • DC-10 als Markenzeichen: Ab Mitte der 1970er-Jahre trugen DC-10-30 die Langstrecke nach Europa, ergänzt ab 1987 durch Airbus A300B4.
  • Iberia stieg 1991 ein, die Privatisierung brachte aber keine Wende – sechs Jahre später war Schluss.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.VIASA im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Geschichte: von der Gründung bis zum Ende
  4. 4.Caracas und die Concorde
  5. 5.Die Flotte
  6. 6.Woran du VIASA erkennst
  7. 7.VIASA im lateinamerikanischen Umfeld
  8. 8.Häufige Verwechslungen
  9. 9.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeVA
ICAO-CodeVIA
RufzeichenVIASA
DrehkreuzeCCS
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 23. Januar 1997 eingestellt, anschließend Liquidation
GeschäftsmodellInternationale Netzwerk-Airline (Flag-Carrier) mit Langstrecken nach Europa sowie Flügen in die USA, die Karibik und nach Südamerika
Gegründet21. November 1960, Aufnahme des Flugbetriebs am 2. April 1961
Sitz und DrehkreuzCaracas; Drehkreuz am Flughafen Simón Bolívar in Maiquetía (CCS)
EntstehungZusammenlegung der internationalen Strecken von Línea Aeropostal Venezolana (LAV) und Avensa, mehrheitlich in Staatsbesitz
Wichtige PartnerKLM als technischer Partner ab 1961, ab 1991 Iberia als größter Anteilseigner
Allianzkeine (Allianzen entstanden erst kurz vor dem Ende von VIASA)
Typische FlugzeugeConvair 880, Douglas DC-8, McDonnell Douglas DC-10-30, Airbus A300B4, später Boeing 727-200 von Iberia
Weitere TypenSud Aviation Caravelle, Douglas DC-9, MD-80, geleaste Boeing 747 von KLM

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich VIASA?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Klassische Bemalung bis Mitte der 1980er: weißes Oberteil, silberner Bauch, Zierlinien in Orange und Blau und ein oranges Leitwerk mit weißer Schrift
  • Schriftzug „Viasa“ in Orange am Rumpf
  • Ab 1986: neue, deutlich weißere Bemalung mit dreifarbigen blauen Zierlinien unter den Fenstern
  • In der Iberia-Zeit ab 1991: Rumpf und Leitwerk weiß, breitere Zierlinien im Cockpitbereich, optisch nah an Iberia
  • Venezolanisches Kennzeichen mit YV-; manche frühen Langstrecken-Jets flogen geleast mit niederländischem PH-Kennzeichen von KLM
  • Auf Archivfotos in Europa fast immer ein Dreistrahler DC-10-30 oder eine DC-8
  • Heute nur noch auf Archivfotos – seit Januar 1997 fliegt keine VIASA mehr

Orange Leitwerke, Zierlinien in Orange und Blau und ein Dreistrahler, der nach einer langen Nacht über dem Atlantik in Madrid, Paris oder Frankfurt aufsetzt: So kennen ältere Spotter VIASA. Die Airline war fast vier Jahrzehnte lang Venezuelas Tor zur Welt, ein enger Partner von KLM und am Ende ein Teil des Iberia-Reichs in Lateinamerika. Im Januar 1997 war Schluss. Hier erfährst du, wie VIASA entstand, welche Flugzeuge sie flog, was es mit Concorde und Caracas auf sich hat – und woran du die Airline auf alten Fotos erkennst.

Historische Airline

VIASA hat den Flugbetrieb am 23. Januar 1997 eingestellt und wurde danach liquidiert. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die Codes VA und VIA stehen hier für VIASA.

VIASA im Überblick

VIASA – Venezolana Internacional de Aviación S.A. – war der internationale Flag-Carrier Venezuelas. Gegründet wurde die Airline am 21. November 1960, der Flugbetrieb begann am 2. April 1961. Sitz war Caracas, das Drehkreuz lag am Flughafen Simón Bolívar in Maiquetía an der Küste vor der Hauptstadt.

Die Idee dahinter war einfach: Venezuela wollte eine starke Airline für die Auslandsstrecken. Dafür legte der Staat die internationalen Verbindungen der beiden bestehenden Gesellschaften zusammen – der staatlichen Línea Aeropostal Venezolana (LAV), aus der später Aeropostal wurde, und der privaten Avensa, an der damals auch Pan Am beteiligt war. Der Staat hielt die Mehrheit, private Anteilseigner den Rest. Die Inlandsstrecken blieben bei den alten Gesellschaften, VIASA flog ins Ausland.

Das Netz reichte über die Karibik und Südamerika bis in die USA – unter anderem Miami, New York, Houston und Washington – und vor allem nach Europa. Dort standen über die Jahre Madrid, Paris, Amsterdam, Rom, Mailand, Lissabon, Porto, Zürich, London und Frankfurt im Flugplan. Die spanischen, portugiesischen und italienischen Ziele waren kein Zufall: In Venezuela lebten viele Einwanderer aus diesen Ländern.

VAIATA-Code in der Flugnummer
VIAICAO-Code im Flugplan
CCSDrehkreuz Caracas-Maiquetía

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code VA: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code VIA: Kennung im Flugplan der Flugsicherung.
  • Rufzeichen VIASA: so meldeten sich die Crews im Funk.

Für dein Archiv ist wichtig: IATA-Codes werden nach dem Ende einer Airline irgendwann neu vergeben. Wenn du heute auf einen Code VA stößt, hat er nichts mehr mit Venezuela zu tun. Notier bei alten Fotos deshalb immer den vollen Airline-Namen und das Jahr. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.

Lateinamerikas Luftfahrtgeschichte im Hangar

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Geschichte: von der Gründung bis zum Ende

Start mit KLM-Unterstützung (1960–1971)

Für eine junge Airline ohne eigene Langstreckenerfahrung war ein starker Partner Gold wert. VIASA fand ihn in KLM. Die Niederländer stellten zum Start 1961 eine Douglas DC-8 samt Crew für die Europastrecke, später folgten weitere geleaste DC-8. Parallel bestellte VIASA die Convair CV-880, einen schnellen, schlanken Vierstrahler für Strecken innerhalb Amerikas. Noch 1961 trat VIASA dem Airline-Verband IATA bei.

Der Anfang war von einer Tragödie überschattet: Am 30. Mai 1961 stürzte eine von KLM geleaste DC-8 als Flug 897 kurz nach dem Start in Lissabon ins Meer, alle 61 Menschen an Bord kamen ums Leben. Trotzdem wuchs die Airline. 1965 kam für einige Jahre eine Caravelle dazu, ab 1966 die Douglas DC-9, 1968 gründete VIASA mit Transcarga eine eigene Frachttochter. 1969 traf die Airline der nächste Schlag: Flug 742, eine DC-9, verunglückte beim Start in Maracaibo und stürzte in ein Wohngebiet – 84 Menschen an Bord und 71 am Boden starben.

Im März 1970 bestand die Flotte aus acht Flugzeugen: DC-8 in mehreren Versionen, darunter die gestreckte DC-8-63, eine Convair 880 und zwei DC-9.

Großraum-Ära mit 747 und DC-10 (1972–1979)

1972 leaste VIASA eine Boeing 747-200 von KLM und gilt damit als erste südamerikanische Airline, die Großraumflugzeuge über den Atlantik einsetzte. Die Zukunft gehörte aber einem anderen Typ: Noch 1972 bestellte VIASA über KLM die ersten McDonnell Douglas DC-10 in der Langstreckenversion -30. Weitere Bestellungen folgten 1976 und 1977. 1979 flogen sechs DC-10-30 für VIASA, dazu noch DC-8-63 und DC-8-53.

Wirtschaftlich zog sich der Himmel zu. Steigende Treibstoffpreise und Konflikte mit den Gewerkschaften brachten im Geschäftsjahr 1975/76 den ersten Verlust der Firmengeschichte. Der Staat übernahm daraufhin die Airline vollständig.

Krise und Umbau (1980–1990)

Die 1980er-Jahre waren für Venezuela hart: Der Ölpreis fiel, der Bolívar verlor stark an Wert, Auslandsreisen wurden für viele Venezolaner unbezahlbar. VIASA verlor 1983 rund 41 Prozent ihres Verkehrs und baute 1984 fast ein Drittel der Belegschaft ab, einige Karibikstrecken fielen weg. Anfang der 1980er-Jahre kamen noch Jets der MD-80-Familie, Mitte des Jahrzehnts schieden die Passagier-DC-8 aus.

1986 schrieb VIASA wieder schwarze Zahlen. 1987 kamen zwei geleaste Airbus A300B4 hinzu, die zuvor bei Lufthansa geflogen waren. Im März 1990 bestand die Flotte aus fünf DC-10-30, zwei A300B4 und einer DC-8-Frachtmaschine.

Privatisierung und Iberia (1991–1996)

Anfang der 1990er-Jahre verkaufte Venezuela auf Druck leerer Staatskassen viele Staatsbetriebe – auch VIASA. Im Bieterverfahren 1991 traten KLM (zusammen mit Northwest Airlines) und Iberia (zusammen mit einer venezolanischen Bank) an. KLM stieg aus, weil ihr der Preis zu hoch erschien. Iberia blieb mit einem Gebot von 145,5 Millionen US-Dollar übrig und wurde größter Anteilseigner. Wie groß der Anteil genau war, geben die Quellen unterschiedlich an – mal 45, mal 60 Prozent.

Iberia übernahm die Kontrolle über Flotte und Einkauf. Auf US-Strecken flogen nun ehemalige Iberia-Boeing 727-200, die Bemalung rückte optisch nah an die der Spanier. VIASA war damit Teil einer Iberia-Strategie in Lateinamerika, zu der auch Beteiligungen an Aerolíneas Argentinas gehörten.

Das Ende im Januar 1997

Die Wende blieb aus. VIASA fehlte Geld, die Schulden wuchsen, Kritiker warfen Iberia vor, die Airline ausgezehrt zu haben. Ein Sanierungsplan scheiterte am Widerstand von Piloten und Kabinenpersonal, und weder Iberia noch der Staat wollten weiteres Kapital nachschießen. Am 23. Januar 1997 stellte VIASA den Flugbetrieb ein, die Anteilseigner beschlossen die Liquidation. Die Strecken verteilten sich auf andere venezolanische Airlines, unter anderem Aeropostal und Avensa.

1960/61: Gründung

Auslandsstrecken von LAV und Avensa werden zu VIASA zusammengelegt, KLM hilft beim Start.

1972: Großraumjets

Geleaste 747 von KLM, kurz darauf die ersten DC-10-30 als neues Rückgrat.

1991: Iberia steigt ein

Privatisierung: Iberia wird größter Anteilseigner und übernimmt die Führung.

1997: Aus

Am 23. Januar 1997 endet der Flugbetrieb, VIASA wird liquidiert.

Caracas und die Concorde

Die Concorde gehört zur VIASA-Geschichte, aber anders, als oft erzählt wird. Caracas war eines der allerersten Linienziele des Überschalljets: Air France eröffnete im April 1976 die Verbindung Paris–Caracas mit Tankstopp auf den Azoren, nur wenige Monate nach dem Start des Concorde-Linienverkehrs. Bis 1982 strich Air France die meisten ihrer Concorde-Ziele außerhalb der Nordatlantikroute wieder, darunter auch Caracas.

Eine eigene Concorde hatte VIASA nie. In manchen Darstellungen ist von gemeinsamen Flügen oder einem Interchange mit VIASA die Rede – vergleichbar mit dem bekannten Modell von Braniff, bei dem Concordes von Air France und British Airways zwischen 1978 und 1980 auf Teilstrecken in den USA mit Braniff-Crews flogen. Für eine solche Vereinbarung mit VIASA haben wir aber keinen belastbaren Beleg gefunden. Wenn du alte Concorde-Fotos aus Caracas im Archiv hast: Es sind Air-France-Maschinen mit französischem F-Kennzeichen. Mehr zum Überschalljet liest du in der Concorde-Geschichte und auf der Typenseite der Aérospatiale/BAC Concorde.

Archivfotos sauber beschriften

Bei Fotos aus den 1970er-Jahren lohnt sich der Blick aufs Kennzeichen: Manche VIASA-Langstreckenjets flogen in der Anfangszeit geleast mit niederländischem PH-Kennzeichen, die eigenen trugen YV-. Wie du Kennzeichen liest, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

Die Flotte

VIASA flog in knapp 36 Jahren eine überschaubare, aber typische Langstreckenflotte ihrer Zeit. Die wichtigsten Typen im Überblick:

Typ Einsatz bei VIASA Rolle Spotter-Hinweis
Douglas DC-8 (-53, -63 u. a.) 1961 bis Mitte der 1980er, Frachter länger Erste Langstrecke nach Europa Teils von KLM geleast
Convair CV-880 ab 1961 Strecken in Amerika Seltener Typ, begehrt im Archiv
Sud Aviation Caravelle 1965 bis 1970 Mittelstrecke Nur ein Exemplar
Douglas DC-9 1960er bis frühe 1980er Regional- und Karibikstrecken Teils von Avensa geleast
Boeing 747-100/-200 ab 1972, zeitweise Großraum über den Atlantik Geleast von KLM
McDonnell Douglas DC-10-30 ab Mitte der 1970er bis 1997 Rückgrat der Langstrecke Bis zu sechs gleichzeitig
MD-80-Familie 1980er Mittelstrecke Kurze Episode
Airbus A300B4 ab 1987 Mittel- und Langstrecke Ex-Lufthansa
Boeing 727-200 1990er US-Strecken Ex-Iberia

DC-10-30: das VIASA-Flugzeug schlechthin

Wenn ein Flugzeug für VIASA steht, dann die DC-10-30. Der Dreistrahler mit dem Triebwerk im Seitenleitwerk prägte über rund zwei Jahrzehnte das Bild auf den Europastrecken. Das passte: Die DC-10 war damals bei vielen europäischen Partnern im Einsatz, auch bei KLM, was Wartung und Ersatzteile erleichterte. Im November 1993 überrollte eine VIASA-DC-10 nach Aquaplaning bei der Landung in Buenos Aires-Ezeiza das Pistenende; alle 123 Menschen an Bord überlebten.

A300B4: der Airbus bei VIASA

Ab 1987 ergänzten zwei Airbus A300B4 die Flotte. Der zweistrahlige Großraumjet war günstiger im Betrieb als die DC-10 und passte zu kleineren Märkten. Die Maschinen kamen gebraucht über einen Leasinggeber und waren vorher bei Lufthansa unterwegs – ein schönes Beispiel dafür, wie Flugzeuge zwischen Kontinenten wandern.

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Woran du VIASA erkennst

Die klassische Bemalung bis Mitte der 1980er-Jahre ist leicht zu merken: silberner Bauch, weißes Oberteil, Zierlinien in Orange und Blau entlang der Fensterreihe, der Name „Viasa“ in Orange am Rumpf und ein orangefarbenes Leitwerk mit weißer Schrift. Besonders auf der DC-10 mit ihrem hohen Mitteltriebwerk wirkte das orange Heck auffällig – auf alten Vorfeldfotos in Madrid oder Frankfurt sticht es aus dem Meer weißer und silberner Rümpfe heraus.

1986 erneuerte VIASA ihr Erscheinungsbild fast komplett: Der Rumpf wurde deutlich weißer, unter den Fenstern liefen nun Zierlinien in drei Blautönen. Nach dem Einstieg von Iberia änderte sich das Bild erneut. Rumpf und Leitwerk wurden ganz weiß, die Zierlinien im Cockpitbereich breiter. Wer die damalige Iberia-Optik kennt, sieht die Verwandtschaft sofort. Das ist eine typische Falle beim Sortieren alter Fotos.

Klassische VIASA-Bemalung (bis Mitte der 1980er)

  • Oranges Leitwerk mit weißer Schrift
  • Orange-blaue Zierlinien
  • Silberner Bauch, weißes Oberteil
  • Typisch auf DC-8 und DC-10

Iberia-Zeit (ab 1991)

  • Weißer Rumpf und weißes Leitwerk
  • Breitere Linien im Cockpitbereich
  • Optisch nah an Iberia
  • Auch auf ehemaligen Iberia-727

Weil viele Archivfotos von VIASA aus Europa stammen, lohnt sich auch ein Blick auf den Ort: An den Flughäfen Madrid-Barajas, Frankfurt, Amsterdam-Schiphol und Lissabon war VIASA regelmäßig zu Gast. Retro-Bemalungen anderer Airlines erinnern heute an solche Farbwelten – mehr dazu im Artikel über Retro-Liveries.

VIASA im lateinamerikanischen Umfeld

VIASA gehörte zu einer Generation staatlicher Flag-Carrier in Lateinamerika, die heute fast alle verschwunden sind. Ähnliche Schicksale hatten Varig in Brasilien, Mexicana in Mexiko und Lloyd Aéreo Boliviano in Bolivien. Gemeinsam war ihnen die Abhängigkeit von staatlichem Geld, starke Gewerkschaften und harte Zeiten, als die Märkte geöffnet wurden. Avianca aus dem Nachbarland Kolumbien hat als eine der wenigen alten Gesellschaften überlebt.

In Venezuela selbst übernahmen nach 1997 andere Airlines die Auslandsstrecken. Heute fliegen dort unter anderem die staatliche Conviasa, Avior, Laser und Estelar – wegen Sanktionen und wirtschaftlicher Krise oft mit älteren Flugzeugen und nur wenigen Verbindungen nach Europa.

Gute Chancen auf VIASA-Spuren, wenn …

  • du Fotoarchive von Madrid, Frankfurt, Amsterdam oder Lissabon aus den 1970er- bis 1990er-Jahren durchsuchst
  • du gezielt nach DC-10-30 mit YV-Kennzeichen suchst
  • du dich für ehemalige VIASA-Flugzeuge interessierst, die später bei anderen Betreibern flogen

Keine VIASA, wenn …

  • das Foto nach Januar 1997 entstanden ist
  • auf dem Flugzeug zwar Venezuela steht, aber Conviasa oder eine andere heutige Airline

Häufige Verwechslungen

  • VIASA mit Conviasa gleichsetzen – Conviasa wurde erst 2004 gegründet und ist keine Nachfolgerin im rechtlichen Sinn.
  • VIASA mit Avensa verwechseln – Avensa war Mitgründerin und flog vor allem im Inland, VIASA war die internationale Airline.
  • Weiße VIASA-Maschinen für Iberia halten – in der Iberia-Zeit sahen sich beide sehr ähnlich, achte auf Schriftzug und YV-Kennzeichen.
  • Den Code VA heute VIASA zuordnen – nach 1997 wurde der Code anders vergeben.
  • Caracas-Concorde für VIASA notieren – die Überschallflüge nach Caracas führte Air France durch.
  • Geleaste KLM-Jets als KLM notieren – bei Fotos aus den 1960er- und 1970er-Jahren entscheidet der Schriftzug, für wen der Jet flog.

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Fazit

VIASA war mehr als eine Staatsairline: Sie war für viele Venezolaner und Einwandererfamilien die Brücke nach Europa. Mit KLM als Pate wuchs sie in den 1960er- und 1970er-Jahren schnell, die DC-10-30 im orange-blauen Kleid wurde zu ihrem Markenzeichen. Ölkrise, Abwertung und eine Privatisierung, die keine Rettung brachte, besiegelten im Januar 1997 ihr Ende. Für Spotter bleibt VIASA ein Stück Archivgeschichte – und ein schöner Grund, alte Dias und Abzüge noch einmal genau anzusehen.

Kurzfazit

VIASA (IATA VA, ICAO VIA) war von 1961 bis 1997 Venezuelas internationaler Flag-Carrier mit Drehkreuz in Caracas. Erkennbar ist sie auf älteren Archivfotos am orangen Leitwerk, an orange-blauen Linien und an der DC-10-30, ab 1986 an einer weißeren Bemalung mit blauen Linien; ab 1991 prägte Iberia Führung und Optik.

Zusammenfassung

  • VIASA entstand 1960 aus den Auslandsstrecken von LAV und Avensa und verband Venezuela über Jahrzehnte mit Europa, Nordamerika und der Karibik.
  • In Europa flog die Airline unter anderem nach Madrid, Paris, Amsterdam, Rom, Mailand, Lissabon, Zürich, London und Frankfurt.
  • Nach der Privatisierung 1991 wurde Iberia größter Anteilseigner; Flotte und Bemalung rückten nah an die Spanier heran, die Finanzen erholten sich nicht.
  • Spotter finden VIASA heute nur noch in Fotoarchiven – erkennbar an Orange-Blau-Linien, orangem Leitwerk und venezolanischem YV-Kennzeichen.

Häufige Fragen

Gibt es VIASA heute noch?

Nein. VIASA stellte den Flugbetrieb am 23. Januar 1997 ein, weil das Geld ausging, und wurde anschließend liquidiert. Die Strecken gingen an andere venezolanische Airlines, darunter Aeropostal und Avensa. Heute ist Conviasa die staatliche Airline Venezuelas – mit VIASA hat sie rechtlich nichts zu tun.

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte VIASA?

VIASA flog unter dem IATA-Code VA und dem ICAO-Code VIA. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „VIASA“. Beide Codes beziehen sich auf dieser Seite auf die historische Airline.

Wofür steht der Name VIASA?

VIASA ist die Abkürzung für Venezolana Internacional de Aviación, Sociedad Anónima – also etwa „Venezolanische Internationale Luftfahrt AG“. Der Name beschreibt genau die Aufgabe: Die Airline übernahm die internationalen Strecken, während der Inlandsverkehr bei anderen Gesellschaften blieb.

Welche Rolle spielte KLM bei VIASA?

KLM war von Anfang an der wichtigste technische Partner. Für den Start 1961 stellte die niederländische Airline eine DC-8 samt Crew, später kamen weitere geleaste DC-8 und 1972 eine Boeing 747-200B dazu. Auch die ersten DC-10 bestellte VIASA über KLM. Die Zusammenarbeit dauerte gut zwei Jahrzehnte.

Wie viel von VIASA gehörte Iberia?

Bei der Privatisierung 1991 setzte sich Iberia durch, nachdem KLM als Mitbieter ausgestiegen war. Das Angebot der Spanier lag bei 145,5 Millionen US-Dollar. Zum genauen Anteil machen die Quellen unterschiedliche Angaben: Teils ist von 45 Prozent die Rede, teils von 60 Prozent. Sicher ist: Iberia war danach größter Anteilseigner und führte die Airline.

Ist VIASA Concorde geflogen?

Eine eigene Concorde hatte VIASA nie. Caracas war aber eines der ersten Concorde-Ziele überhaupt: Air France flog ab April 1976 Paris–Caracas mit Zwischenstopp auf den Azoren, längstens bis 1982. Von einer Zusammenarbeit mit VIASA bei diesen Flügen ist gelegentlich die Rede; einen belastbaren Beleg für eine VIASA-Beteiligung haben wir nicht gefunden.

Flog VIASA nach Deutschland?

Ja. Frankfurt am Main war das deutsche Ziel im Europanetz von VIASA. Wer in den 1970er- bis 1990er-Jahren in Frankfurt gespottet hat, konnte dort also venezolanische Langstrecken-Jets wie die DC-10-30 sehen.

Welche schweren Unfälle hatte VIASA?

Zwei Unfälle forderten Todesopfer. Am 30. Mai 1961 stürzte Flug 897, eine von KLM geleaste DC-8, kurz nach dem Start in Lissabon ins Meer; alle 61 Menschen an Bord starben. Am 16. März 1969 verunglückte Flug 742, eine DC-9, beim Start in Maracaibo und stürzte in ein Wohngebiet – 84 Menschen an Bord und 71 am Boden kamen ums Leben. Es war das schwerste Unglück der Firmengeschichte.

VIASA im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas DC-10

Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.

Flugzeugtyp

Douglas DC-8

Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.

Flugzeugtyp

Convair CV-880

Schlank, schnell und kommerziell ein Fiasko: Die Convair CV-880 wollte Anfang der 1960er schneller sein als Boeing 707 und DC-8. Nur 65 Maschinen entstanden. So erkennst du den Vierstrahler und wo du ihm heute noch begegnest.

Flugzeugtyp

Douglas DC-9

Die DC-9 war das letzte Verkehrsflugzeug, das noch unter dem alten Namen Douglas entstand – und die Keimzelle einer Familie bis zur Boeing 717. Hier liest du, wie der Kurzstreckenjet entwickelt wurde, was die Serien 10 bis 50 unterscheidet und wie daraus die MD-80 wuchs.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-80

Lang wie eine Zigarre, zwei kräftige Triebwerke am Heck: Die MD-80-Familie war von 1980 bis in die 2010er-Jahre ein Standardjet in Europa und den USA. So unterscheidest du MD-81, -82, -83, -87 und -88 und findest heute noch einen „Mad Dog“.

Flugzeugtyp

Airbus A300B4

Die A300B4 war die Version, mit der Airbus wirklich ins Geschäft kam: mehr Treibstoff, mehr Reichweite, und 1978 der Durchbruch in den USA. Heute ist sie eine Rarität, die fast nur noch als Frachter unterwegs ist.

Flugzeugtyp

Boeing 747-200

Mehr Schub, mehr Startgewicht, mehr Reichweite: Die Boeing 747-200 machte den Jumbo ab 1971 zum Langstrecken-Arbeitstier – als Passagierjet, Combi und Frachter. So erkennst du sie und hier begegnet sie dir heute noch.

Flugzeugtyp

Boeing 747-100

Mit ihr begann das Zeitalter der Großraumjets: Die Boeing 747-100 flog 1969 zum ersten Mal und ging 1970 bei Pan Am in Dienst. So erkennst du den Ur-Jumbo und hier findest du die erhaltenen Exemplare.

Flugzeugtyp

Boeing 727-200

Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.

Flugzeugtyp

Aérospatiale/BAC Concorde

Deltaflügel, absenkbare Nase, vier Olympus-Triebwerke mit Nachbrenner: Die Concorde ist ein historischer Typ mit nur 20 gebauten Flugzeugen. Hier findest du Technik, Varianten, jede Registrierung und den Standort jedes erhaltenen Exemplars.

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