America West Airlines

Historische US-Airline aus Phoenix (1981–2007): Start mit drei geleasten 737, Drehkreuze in Phoenix, Las Vegas und Columbus, ein kurzes 747-Abenteuer nach Nagoya – und 2005 die Übernahme der deutlich größeren US Airways.

Auch bekannt als: America West · America West Holdings · America West Express · HP

USAUSANetzwerk-AirlinesIATA: HPICAO: AWE13 Min. Lesezeit

HP

IATA-Code

CACTUS

Rufzeichen im Funk

1983

Erster Flug ab Phoenix

2005

Zusammenschluss mit US Airways

Das Wichtigste in Kürze

  • America West war eine historische US-Airline aus Phoenix, gegründet 1981 und ab 1. August 1983 im Flugbetrieb.
  • Codes: IATA HP, ICAO AWE, Rufzeichen „CACTUS“ – das Rufzeichen lebte nach der Fusion bei US Airways weiter.
  • Drehkreuze waren Phoenix Sky Harbor, Las Vegas und zeitweise Columbus in Ohio.
  • 1991 bis 1994 stand America West unter Gläubigerschutz; die 747 und die Dash 8 verschwanden, Mesa übernahm den Zubringerverkehr.
  • 2005 übernahm America West die größere US Airways. Der Name US Airways blieb, Sitz und Führung kamen aus Tempe.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.America West im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Die Gründerjahre: schnelles Wachstum aus der Wüste
  4. 4.Die Flotte im Wandel
  5. 5.Das 747-Abenteuer: von Phoenix nach Nagoya
  6. 6.Insolvenz und Neustart (1991–1994)
  7. 7.America West Express: der Zubringer
  8. 8.Woran du America West erkennst
  9. 9.Zwischenfälle
  10. 10.Die Fusion mit US Airways
  11. 11.America West heute: Archiv, Heritage und Phoenix
  12. 12.Häufige Verwechslungen
  13. 13.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeHP
ICAO-CodeAWE
RufzeichenCACTUS
DrehkreuzePHX, LAS, CMH
StatusHistorisch – 2005 mit US Airways zusammengeschlossen, eigenes Betriebszeugnis am 25. September 2007 aufgegangen
GeschäftsmodellPreisgünstige Hub-Airline mit Schwerpunkt im Südwesten der USA
GegründetFebruar 1981, Flugbetrieb ab 1. August 1983
GründerEd Beauvais (erster CEO), dazu Mark Beauvais, Don Neilson und Michael Roach
SitzTempe, Arizona, im Großraum Phoenix
DrehkreuzePhoenix Sky Harbor (PHX), Las Vegas (LAS) ab Mitte der 1980er, Columbus/Ohio (CMH) von 1993 bis 2003
Flotte (Auswahl)Boeing 737-200 und 737-300, Boeing 757-200, kurzzeitig Boeing 747-200 und Dash 8-100, später Airbus A319 und A320
ZubringerAmerica West Express, vor allem durch Mesa Airlines ab 1992
Größe zur FusionRund 140 Flugzeuge (September 2005)
NachfolgerUS Airways (2005–2015), heute American Airlines

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich America West Airlines?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „America West“ am Rumpf, nach 2006 zunehmend durch US-Airways-Farben ersetzt
  • Typische Flotte: Boeing 737-200/-300, 757-200 und ab 1990 Airbus A320, später auch A319
  • Fotos meist aus Phoenix, Las Vegas oder Columbus – dazu Ziele im ganzen Westen der USA
  • US-Kennzeichen mit N am Heck
  • Auf alten Flugplänen und Bordkarten: Flugnummern mit HP
  • Selten und begehrt: Fotos der Boeing 747-200 aus den Jahren 1989 bis 1991

Wer alte Fotos aus Phoenix oder Las Vegas durchsieht, stößt schnell auf den Schriftzug America West. Die Airline aus der Wüste Arizonas startete 1983 mit drei geleasten Boeing 737, flog wenige Jahre später mit Jumbos nach Japan, rutschte in die Insolvenz – und übernahm 2005 ausgerechnet die viel größere US Airways. Hier erfährst du, wie America West aufgestellt war, welche Flugzeuge sie flog und wie du historische Aufnahmen sauber zuordnest.

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America West im Überblick

America West Airlines war eine historische US-Airline mit Sitz in Tempe, Arizona, im Großraum Phoenix. Gegründet wurde sie im Februar 1981 von einer Gruppe um Ed Beauvais, der auch erster Chef wurde. Am 1. August 1983 hob der erste Linienflug ab – mit drei geleasten Boeing 737, stationiert am Flughafen Phoenix Sky Harbor.

America West gehörte zu den jungen Airlines, die nach der Deregulierung des US-Luftverkehrs 1978 entstanden. Ähnlich wie Southwest Airlines setzte sie auf günstige Preise, anders als Southwest aber auf ein klassisches Drehkreuz-System: Flüge liefen sternförmig über Phoenix, später auch über Las Vegas und Columbus, wo Passagiere umsteigen konnten.

Das Ende kam in zwei Schritten. 2005 schloss sich America West mit US Airways zusammen, ab Januar 2006 trugen alle Flüge den Namen US Airways. Am 25. September 2007 wurden die Betriebszeugnisse zusammengelegt – damit war America West auch formal Geschichte. Über US Airways ist das Erbe heute Teil von American Airlines.

HPIATA-Code von America West
AWEICAO-Code
CACTUSRufzeichen im Funk

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code HP: stand in den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code AWE: kennzeichnete America West im Flugplan der Flugsicherung.
  • Rufzeichen CACTUS: so meldeten sich die Crews im Funk – passend zur Wüstenlandschaft Arizonas.
  • Kennzeichen N: Alle Flugzeuge waren in den USA registriert.

Das Rufzeichen hat America West überlebt. Nach der Fusion nutzte US Airways den ICAO-Code AWE und ab 2008 das Rufzeichen CACTUS für alle Flüge. Deshalb meldete sich der Airbus, der im Januar 2009 auf dem Hudson notwasserte, im Funk als „Cactus 1549“ – obwohl die Maschine eine US Airways war. Am 8. April 2015 verschwand CACTUS mit dem gemeinsamen Betriebszeugnis von American Airlines. Mehr Geschichten hinter bekannten Funknamen findest du im Artikel über Airline-Rufzeichen.

AWE heißt nicht immer America West

Taucht AWE oder CACTUS in einem Funkmitschnitt oder Tracker-Log aus den Jahren 2008 bis 2015 auf, war das in aller Regel ein US-Airways-Flug. Nur vor 2006 steht der Code eindeutig für America West. Das Jahr entscheidet.

Die Gründerjahre: schnelles Wachstum aus der Wüste

America West wuchs in einem Tempo, das selbst in der wilden Zeit nach der Deregulierung auffiel. Schon 1984 umfasste die Flotte 21 Flugzeuge, die 23 Städte bedienten. Am Anfang konnten Passagiere ihr Ticket sogar noch an Bord kaufen.

Ein Markenzeichen der frühen Jahre war die enge Bindung der Belegschaft: Neue Mitarbeiter mussten 20 Prozent ihres Gehalts in Aktien des Unternehmens anlegen. Die Idee dahinter: Wer Miteigentümer ist, arbeitet mit mehr Einsatz für den gemeinsamen Erfolg.

Mitte der 1980er-Jahre wurde es in Phoenix eng. America West hatte die verfügbaren Gates am Sky Harbor ausgeschöpft, ein provisorischer Flugsteig brachte zunächst sechs zusätzliche Gates, bis 1990 wuchs er auf elf. Gleichzeitig entstand zwischen 1985 und 1986 ein zweites Drehkreuz in Las Vegas. Dort nutzte America West auch Nachtflüge, um die Flugzeuge rund um die Uhr auszulasten – in einer Stadt, die nie schläft, eine naheliegende Idee.

Im Juli 1990 zeigte der Flugplan 182 Abflüge pro Werktag ab Phoenix zu 46 Flughäfen und 132 ab Las Vegas zu 39 Zielen. Im selben Jahr erreichte der Jahresumsatz erstmals eine Milliarde Dollar. Am 2. November 1990 eröffnete in Phoenix das neue Terminal 4, das America West zu ihrer Heimat machte.

Die Flotte im Wandel

America West begann als reine 737-Airline und wechselte im Lauf der Jahre schrittweise zu Airbus. Die wichtigsten Typen im Überblick:

Typ Rolle bei America West Spotter-Hinweis
Boeing 737-200 Typ der ersten Jahre, nach und nach ausgemustert Schmale, lange Triebwerke unter dem Flügel
Boeing 737-300 Rückgrat der 737-Flotte Breitere Triebwerke mit abgeflachter Unterseite
Boeing 757-200 Ab 1986, überwiegend gebraucht von Northwest übernommen Langer, schlanker Rumpf mit hohem Fahrwerk
Boeing 747-200 1989–1991, vier geleaste Ex-KLM-Exemplare Einziger Großraumjet, Hawaii und Japan
De Havilland Canada Dash 8-100 Ende der 1980er im eigenen Betrieb Turboprop mit Hochdecker-Flügel
Airbus A320 Ab 1990, später in großer Zahl bestellt Erster Airbus-Typ der Airline
Airbus A319 In den 2000ern prägend Kürzerer Rumpf, gleiche Familie wie A320

Die Boeing 737-200 und die Boeing 737-300 prägten die ersten Jahre. Wie du die Generationen am Foto auseinanderhältst, zeigt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden. Ab 1986 kam die Boeing 757-200 dazu, die America West vor allem gebraucht von Northwest Airlines kaufte.

Airbus aus der Braniff-Erbmasse

1990 kamen die ersten Airbus A320 in die Flotte – mit einer kuriosen Vorgeschichte. Die Bestellung stammte ursprünglich von Pan Am, wurde dann von Braniff übernommen und landete nach deren Ende mit kräftigem Preisnachlass bei America West. Später bestellte die Airline den A320 in größerer Zahl, in den 2000er-Jahren kam der kürzere Airbus A319 hinzu. Eine Bestellung über 15 A318 Ende der 1990er-Jahre wurde nie ausgeliefert. Damit brachte America West in die Fusion von 2005 eine vergleichsweise junge Flotte der A320-Familie von Airbus mit. Wie du A319 und A320 sicher trennst, erklärt der Guide A320-Familie unterscheiden.

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Das 747-Abenteuer: von Phoenix nach Nagoya

Der kühnste Schritt der Airline fiel ins Jahr 1989. America West least vier Boeing 747-200, die zuvor bei KLM im Einsatz waren – die einzigen Großraumjets ihrer Geschichte. Damit flog sie von Phoenix und Las Vegas nach Honolulu und von dort weiter nach Nagoya in Japan.

Die Rechnung ging nicht auf. Mit dem Golfkrieg 1991 brachen die Buchungen auf der Japan-Strecke ein, weil in Japan von Flügen mit US-Airlines abgeraten wurde. In der Insolvenz ab 1991 trennte sich America West wieder von der Langstrecke: Der Flug nach Nagoya wurde eingestellt, die Verkehrsrechte gingen an Northwest Airlines.

Für Spotter macht genau diese Kürze die America-West-747 interessant. Fotos aus diesen knapp zwei Jahren sind selten und gehören zu den Perlen jeder Sammlung zur US-Luftfahrtgeschichte. Welche Merkmale die 747-200 von späteren Varianten trennen, zeigt der Guide Boeing 747-100 bis 747-8.

Insolvenz und Neustart (1991–1994)

Im Juni 1991 beantragte America West Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts – und blieb darin bis 1994. Die Sanierung war tiefgreifend:

  • Kleinere Flotte: Die Zahl der Flugzeuge sank auf 87.
  • Weg mit den Exoten: Die 747 und die Dash 8-100 wurden verkauft.
  • Neuer Zubringer: Den Regionalverkehr übernahm Mesa Airlines unter dem Namen America West Express.
  • Neue Führung: Gründer Ed Beauvais musste gehen, auf ihn folgten Mike Conway und 1994 A. Maurice Myers.
  • Neue Eigentümer: Nach der Sanierung hielten Continental Airlines und Mesa große Anteile.

Mit Continental arbeitete America West auch im Codeshare zusammen; die Partnerschaft endete am 1. Mai 2002. Nach dem Neustart bekam die Airline ein neues Farbschema und ein neues Logo, die bis zur Fusion mit US Airways in Gebrauch blieben.

Drei Drehkreuze im Wandel

Drehkreuz Zeitraum Rolle
Phoenix Sky Harbor (PHX) 1983–2007 Heimat und größtes Drehkreuz, ab 1990 im Terminal 4
Las Vegas (LAS) ab 1985/86 Zweites Drehkreuz, auch mit Nachtflügen
Columbus, Ohio (CMH) 1993–2003 Standbein im Osten, 2003 geschlossen

In Phoenix entstand 1997/98 eigens für America West der Flugsteig N1 mit 14 Gates im Terminal 4. In Columbus dagegen zog sich die Airline 2003 weitgehend zurück: Von fast 50 täglichen Flügen blieben vier übrig.

America West Express: der Zubringer

Unter der Marke America West Express flogen ab 1992 vor allem Flugzeuge von Mesa Airlines Zubringerstrecken zu den Drehkreuzen. Für Columbus setzte zeitweise auch Chautauqua Airlines Regionaljets ein. Die Flotte war bunt gemischt:

Nach der Fusion ging der Express-Verkehr in US Airways Express über. Turboprops unterscheidest du am besten mit dem Guide ATR 42/72 und Dash 8 unterscheiden.

Woran du America West erkennst

Auf Fotos hilft dir vor allem der Schriftzug „America West“ am Rumpf. Weil die Airline nach der Sanierung ein neues Farbschema einführte, gibt es zwei Generationen der Bemalung – vor und nach Mitte der 1990er-Jahre. Die Lackierung allein verrät dir also schon grob das Jahrzehnt.

Sicherer wird die Einordnung, wenn du mehrere Merkmale zusammen liest:

Schriftzug lesen

„America West“ am Rumpf macht die Airline klar; „US Airways“ auf ähnlicher Flotte spricht für die Zeit ab 2006.

Typ bestimmen

737-200 deutet auf die frühen Jahre, eine 747 auf 1989 bis 1991, ein A319 eher auf die 2000er.

Ort prüfen

Phoenix, Las Vegas und Columbus waren die Drehkreuze – dort entstanden die meisten Aufnahmen.

Kennzeichen notieren

Mit dem N-Kennzeichen gleichst du die Maschine mit Registerdaten ab und verfolgst ihren weiteren Lebenslauf.

Spannend sind die Übergangsjahre nach 2005: Manche Maschinen flogen noch in America-West-Farben, obwohl die Flüge längst als US Airways verkauft wurden. Solche Fusions-Mischformen erklärt der Guide zu Hybrid-Lackierungen. Und wenn du wissen willst, was aus einem bestimmten Flugzeug geworden ist, hilft dir der Artikel Flugzeug per Kennzeichen finden und verfolgen.

Zwischenfälle

America West hatte in ihrer Geschichte keinen tödlichen Unfall. Bekannt sind einige Zwischenfälle:

  • Flug 450 (30. Dezember 1989, Tucson): Bei einer Boeing 737-200 brach im Fahrwerksschacht ein Feuer aus, die Maschine schoss über das Pistenende hinaus. Sie wurde abgeschrieben, zehn Menschen erlitten leichte Verletzungen.
  • Flug 556 (1. Juli 2002, Miami): Der Start eines A319 wurde gestoppt, nachdem sich herausstellte, dass beide Piloten alkoholisiert waren. Sie wurden entlassen und später verurteilt.
  • Flug 794 (28. August 2002, Phoenix): Ein A320 kam bei der Landung von der Piste ab, das Bugfahrwerk brach. Auch diese Maschine wurde abgeschrieben.

Die Fusion mit US Airways

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 geriet die ganze US-Branche unter Druck. America West hatte für den 12. September 2001 eigentlich eine Bestellung über 60 Flugzeuge angekündigt – sie wurde sofort zurückgezogen. Ende 2001 war America West die erste Airline, die einen staatlich abgesicherten Kredit des Air Transportation Stabilization Board erhielt. Im selben Jahr wurde Doug Parker, seit 1995 Finanzchef, zum Vorstandschef.

Am 19. Mai 2005 kündigten America West und die damals insolvente US Airways ihren Zusammenschluss an, am 27. September 2005 war er vollzogen. Formal kaufte die Muttergesellschaft von America West die größere US Airways. Der Deal folgte einer einfachen Logik:

Was America West einbrachte

  • Führung um Doug Parker und den Sitz in Tempe
  • ICAO-Code AWE und Rufzeichen CACTUS
  • Junge Airbus-Flotte und das Drehkreuz Phoenix
  • Starke Position im Westen der USA

Was US Airways einbrachte

  • Den bekannteren Markennamen
  • Drehkreuze an der Ostküste
  • Mitgliedschaft in der Star Alliance
  • Ein großes Streckennetz im Osten

Ab Januar 2006 flogen alle America-West-Flüge unter der Marke US Airways, das Vielfliegerprogramm FlightFund ging 2006 in Dividend Miles auf. Am 25. September 2007 endete America West mit der Zusammenlegung der Betriebszeugnisse. 2013 folgte der nächste Schritt: US Airways fusionierte mit American Airlines, Doug Parker wurde Chef des neuen Konzerns. Phoenix ist bis heute ein Drehkreuz von American – das Erbe von America West ist dort also noch täglich zu sehen.

Nicht verwechseln

America West ist nicht American Airlines – auch wenn beide heute zur selben Firmengeschichte gehören. Bis 2005 waren sie Konkurrenten. Und Mesa Airlines ist zwar ebenfalls aus Phoenix, war aber nur Partner und Anteilseigner, nie Teil von America West.

America West heute: Archiv, Heritage und Phoenix

Im Linienbetrieb siehst du America West nicht mehr. American Airlines hat aber eine Reihe von Heritage-Flugzeugen in den Farben ihrer Vorgänger – darunter laut Stand 2019 auch eines für America West. Ob es aktuell fliegt und wo es unterwegs ist, solltest du kurz vor einer Tour prüfen. Mehr zu solchen Erinnerungsbemalungen liest du im Artikel über Retro-Lackierungen.

Wer in die USA reist, kann America-West-Spuren an den alten Drehkreuzen suchen. In Las Vegas ist der Flughafen selbst ein lohnendes Ziel – Tipps gibt der Guide Planespotting in Las Vegas, Infos zum Flughafen die Seite zum Flughafen Las Vegas. Viele ausgemusterte Jets der Ära landeten in den Flugzeugfriedhöfen im Südwesten der USA, und in Tucson, Arizona, zeigt das Pima Air & Space Museum Luftfahrtgeschichte zum Anfassen. Bevor du losfliegst, lohnt ein Blick auf Planespotting in den USA: Regeln und die Reisetipps für USA-Spotter.

Sehr wahrscheinlich America West, wenn …

  • „America West“ am Rumpf steht und das Foto vor 2007 entstanden ist
  • eine 747-200 mit diesem Schriftzug in Phoenix, Las Vegas oder Honolulu zu sehen ist
  • der Flugplan oder Beleg eine HP-Flugnummer zeigt

Genauer prüfen, wenn …

  • eine Regionalmaschine „America West Express“ trägt – dann flog meist Mesa
  • das Bild aus den Fusionsjahren 2005 bis 2007 stammt

Eher nicht die historische America West, wenn …

  • das Foto jünger ist und ein Flugzeug von American in Heritage-Farben zeigt
  • der Funkname CACTUS aus den Jahren 2008 bis 2015 stammt – dann war es US Airways

Quellen kritisch prüfen

Zu historischen Airlines kursieren widersprüchliche Angaben, etwa zu Flottenzahlen oder Drehkreuz-Jahren. Gleiche Kennzeichen und Aufnahmedaten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du eine Sichtung endgültig zuordnest.

Häufige Verwechslungen

  • America West mit American Airlines gleichsetzen – bis 2005 waren es getrennte Konkurrenten.
  • CACTUS-Funksprüche nach 2008 America West zuordnen – da flog bereits US Airways unter diesem Rufzeichen.
  • America West Express für eigene Flüge halten – den Zubringer flog meist Mesa Airlines.
  • Heritage-Flugzeug für ein Original halten – die heutige Bemalung ist eine Erinnerung von American.
  • Die 757 für eine Neubestellung halten – America West übernahm viele Exemplare gebraucht von Northwest.
  • Die 747 als festen Teil der Flotte sehen – sie flog nur von 1989 bis 1991.

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Fazit

America West war eine der erstaunlichsten Aufsteigerinnen der US-Luftfahrt: 1983 mit drei 737 in Phoenix gestartet, binnen weniger Jahre mit Drehkreuzen in Las Vegas und Columbus, kurzzeitig sogar mit Jumbos nach Japan. Die Insolvenz von 1991 überstand sie, und 2005 übernahm sie die größere US Airways – mit eigener Führung, eigenem Sitz und dem Rufzeichen CACTUS. Für dich als Spotter ist America West heute ein Archivthema mit Wüsten-Flair: Schriftzug, Flugzeugtyp, Ort und Kennzeichen helfen dir, alte Aufnahmen sicher einzuordnen.

Kurzfazit

America West Airlines (IATA HP, ICAO AWE, Rufzeichen CACTUS) war eine historische US-Airline aus Phoenix von 1981 bis 2007. Bekannt für schnelles Wachstum, das kurze 747-Abenteuer und die Übernahme von US Airways 2005 – ihr Erbe fliegt heute bei American Airlines weiter.

Zusammenfassung

  • America West wuchs in den 1980ern rasant: von drei 737 im Jahr 1983 auf 21 Flugzeuge für 23 Städte schon 1984.
  • Für Spotter ist die Airline vor allem ein Archivthema – mit 737, 757, A320 und der seltenen 747-200 als Höhepunkt.
  • Das Rufzeichen CACTUS wurde nach der Fusion für alle US-Airways-Flüge genutzt und ist durch „Cactus 1549“ weltbekannt.
  • Heute lebt America West im Drehkreuz Phoenix von American Airlines und in einem Heritage-Flugzeug weiter.

Häufige Fragen

Wann gab es America West Airlines?

America West wurde im Februar 1981 gegründet und nahm am 1. August 1983 den Flugbetrieb auf. 2005 schloss sie sich mit US Airways zusammen, ab Januar 2006 flogen alle Flüge unter der Marke US Airways. Am 25. September 2007 wurden die Betriebszeugnisse zusammengelegt – damit endete America West auch formal als eigene Airline.

Welche Codes hatte America West?

Der IATA-Code war HP, der ICAO-Code AWE, das Rufzeichen „CACTUS“. Nach der Fusion nutzte US Airways AWE und CACTUS ab 2008 für alle Flüge. Erst am 8. April 2015, mit dem gemeinsamen Betriebszeugnis von American Airlines, verschwanden beide.

Wo hatte America West ihre Drehkreuze?

Das wichtigste Drehkreuz war Phoenix Sky Harbor. Mitte der 1980er-Jahre kam Las Vegas dazu, 1993 Columbus in Ohio als Standbein im Osten. Das Drehkreuz Columbus schloss 2003; die Zahl der täglichen Flüge dort sank von fast 50 auf vier.

Flog America West wirklich mit der Boeing 747?

Ja, aber nur kurz. 1989 least America West vier Boeing 747-200, die zuvor bei KLM geflogen waren, und flog damit von Phoenix und Las Vegas nach Honolulu sowie weiter nach Nagoya in Japan. Mit dem Golfkrieg 1991 brach die Nachfrage nach Flügen mit US-Airlines in Japan ein. Während der Insolvenz ab 1991 gab America West die Langstrecke wieder auf.

Warum ging America West 1991 in die Insolvenz?

Die Airline war sehr schnell gewachsen und hatte mit Langstrecke und neuen Flugzeugen hohe Kosten aufgebaut. Im Juni 1991 beantragte sie Gläubigerschutz. Bis 1994 schrumpfte die Flotte auf 87 Flugzeuge, die 747 und die Dash 8 wurden verkauft, und Gründer Ed Beauvais musste gehen. Nach der Sanierung waren Continental Airlines und Mesa Airlines große Anteilseigner.

Wer hat wen übernommen – America West oder US Airways?

Formal kaufte die Muttergesellschaft von America West die damals insolvente US Airways; angekündigt wurde der Deal am 19. Mai 2005, vollzogen am 27. September 2005. Die größere Airline gab den Namen, die kleinere aus Phoenix die Führung: CEO Doug Parker kam von America West, und die Zentrale zog nach Tempe.

Was war America West Express?

So hieß der Regionalverkehr, der Zubringerflüge zu den Drehkreuzen brachte. Ab 1992 flog vor allem Mesa Airlines unter diesem Namen, für das Drehkreuz Columbus zeitweise auch Chautauqua Airlines. Eingesetzt wurden unter anderem Beechcraft 1900D, Dash 8 und CRJ – und 1995 als erste US-Betreiberin die Fokker 70.

Kann ich America West heute noch sehen?

Im Linienbetrieb nicht mehr. American Airlines hat aber Heritage-Flugzeuge in den Farben ihrer Vorgänger, darunter eines für America West (Stand 2019). Ob und wo es gerade fliegt, prüfst du am besten kurz vor deiner Tour per Kennzeichen auf einem Flugtracker.

America West Airlines im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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