Airbus A300B2

Mit der A300B2 begann 1974 die Airbus-Geschichte im Liniendienst: der erste zweistrahlige Großraumjet der Welt, gebaut von einem europäischen Konsortium. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was die B2 technisch ausmacht und wie du sie von B4 und -600 unterscheidest.

Auch bekannt als: A300B · A300B2-100 · A300B2-200 · A300B2K · A300B2-320 · A300 ZERO-G

FrankreichAirbusHistorische FlugzeugeICAO-Typcode: A30B12 Min. Lesezeit

1972

Erstflug

1974

Liniendienst bei Air France

61

gebaute B2

A30B

ICAO-Typcode

Das Wichtigste in Kürze

  • Die A300B2 ist der erste Serien-Airbus und das erste zweistrahlige Großraumflugzeug, das in den Liniendienst ging – 1974 bei Air France.
  • Sie ist das Kurz- und Mittelstreckenmodell der ersten A300-Generation; die B4 bekam einen zusätzlichen Mitteltank und deutlich mehr Reichweite.
  • Drei Untervarianten: B2-100 als Grundversion, B2-200 (ursprünglich B2K) mit Krügerklappen für heiße und hoch gelegene Flughäfen, B2-320 mit Pratt-&-Whitney-Triebwerken.
  • Heute ist die B2 Geschichte: Nur 61 Exemplare wurden gebaut, im Liniendienst fliegt keine mehr.
  • Im Flugplan und in Datenbanken laufen B2 und B4 gemeinsam unter dem Typcode A30B – Gewissheit bringt nur das Kennzeichen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Airbus A300B2?
  2. 2.Wie Airbus entstand: das Konsortium hinter der B2
  3. 3.Vom Erstflug zum Liniendienst
  4. 4.Die Untervarianten der B2
  5. 5.A300B2, A300B4 oder A300-600?
  6. 6.Wer die A300B2 flog
  7. 7.Technik: was die B2 neu machte
  8. 8.Wo du eine frühe A300 heute siehst
  9. 9.Tipps für Klassiker-Fans und Archivfotografen
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerAirbus Industrie (Endmontage in Toulouse)
FamilieA300 (B1, B2, B4, später A300-600), eng verwandt mit der A310
ICAO-TypcodeA30B (gemeinsam mit A300B4)
Erstflug Prototyp28. Oktober 1972 in Toulouse-Blagnac
Erstflug Serien-B228. Juni 1973
Zulassung15. März 1974 (Frankreich und Deutschland), FAA am 23. Mai 1974
ErstkundeAir France, erster Linienflug im Mai 1974 zwischen Paris und London
Gebaute Exemplare61 (B2-100, B2-200 und B2-320 zusammen)
Triebwerke2 × General Electric CF6-50 oder (B2-320) Pratt & Whitney JT9D-59A
CockpitDrei Personen: zwei Piloten und ein Flugingenieur
Länge53,61 m
Spannweite44,84 m
Rumpfdurchmesser5,64 m
Sitzplätzetypisch rund 250 bis 300
Max. Startgewicht137 t (B2-100) bis 142 t (B2-200, B2-320)
Reichweiteetwa 2.100 bis 3.500 km, je nach Version und Beladung
Statushistorisch, nicht mehr im Liniendienst

Erkennungsmerkmale

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Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Großraumrumpf mit zwei Gängen, aber nur zwei Triebwerken unter den Flügeln – in den 1970ern ein völlig neues Bild
  • Klassische, rundliche Airbus-Nase mit der Fensterlinie, die später A310 und A300-600 übernahmen
  • Glatte Flügelspitzen ohne Wingtip-Fences – die kleinen Zäune tauchten erst später bei A310 und vielen A300-600 auf
  • Hauptfahrwerk mit je vier Rädern pro Bein, kein Mittelfahrwerk
  • Gleiche Länge wie die A300B4 (rund 53,6 m), von außen praktisch nicht von ihr zu unterscheiden
  • Die ersten zwei Prototypen (A300B1) waren gut 2,6 m kürzer als alle Serienmaschinen

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein breiter Rumpf, zwei Gänge in der Kabine, aber nur zwei Triebwerke unter den Flügeln: Was heute auf jedem großen Flughafen normal aussieht, war Anfang der 1970er-Jahre eine kleine Revolution. Die Airbus A300B2 war das erste zweistrahlige Großraumflugzeug im Liniendienst und das erste Serienflugzeug eines damals jungen europäischen Konsortiums. Im Mai 1974 nahm Air France sie in Dienst. Auf dieser Seite erfährst du, wie die B2 entstanden ist, was sie technisch ausmacht, wer sie flog und wie du sie von der A300B4 und der späten A300-600 unterscheidest.

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Was ist die Airbus A300B2?

Die A300B2 ist die erste Serienversion der A300 und damit der Urahn aller späteren Airbus-Großraumjets. Sie ist ein zweistrahliges Verkehrsflugzeug mit einem Rumpfdurchmesser von 5,64 Metern, zwei Gängen in der Kabine und einem Hauptfahrwerk mit je vier Rädern pro Bein. Ausgelegt war sie für dicht beflogene Kurz- und Mittelstrecken: Je nach Version und Beladung kam sie auf etwa 2.100 bis 3.500 Kilometer Reichweite, typische Kabinen boten rund 250 bis 300 Sitze.

Das „B“ in der Typbezeichnung geht auf die Entwicklungsgeschichte zurück. Ursprünglich war ein noch größeres Flugzeug mit rund 300 Sitzen vorgesehen, daher die Zahl im Namen. Weil die Airlines eher einen kleineren Jet wollten – Lufthansa drängte laut MTU auf rund 250 Sitze –, schrumpfte das Projekt zur „A300B“. Die beiden Prototypen hießen A300B1, die erste Serienversion wurde zur A300B2.

Technisch war die B2 ein Flugzeug ihrer Zeit: Im Cockpit saßen zwei Piloten und ein Flugingenieur, die Instrumente waren analog. Angetrieben wurde sie von zwei General Electric CF6-50, bei der späteren Untervariante B2-320 von Pratt & Whitney JT9D-59A. Zu Hersteller und Konzern findest du mehr auf der Seite zu Airbus.

2Triebwerke an einem Großraumrumpf – damals eine Premiere
53,61 mGesamtlänge, identisch mit der A300B4
61gebaute A300B2 aller Untervarianten

Wie Airbus entstand: das Konsortium hinter der B2

Die A300B2 ist ohne die Gründungsgeschichte von Airbus nicht zu verstehen. Ende der 1960er-Jahre beherrschten amerikanische Hersteller wie Boeing und Douglas den Markt für Verkehrsflugzeuge. Europäische Regierungen und Firmen wollten dem etwas entgegensetzen und ihre zersplitterten Kräfte bündeln.

Am 29. Mai 1969 unterzeichneten Frankreich und Deutschland auf der Pariser Luftfahrtschau die Vereinbarung zum Bau der A300. Großbritannien war in der Vorphase beteiligt, stieg auf Regierungsebene aber aus. Am 18. Dezember 1970 wurde Airbus Industrie formell als französische Wirtschaftsinteressengemeinschaft (GIE) gegründet. Partner waren zu gleichen Teilen die französische Aérospatiale und die deutschen Vorgängerfirmen der späteren Deutschen Aerospace. 1971 kam die spanische CASA mit 4,2 Prozent dazu, 1979 British Aerospace mit 20 Prozent.

Die Arbeitsteilung prägte die Fertigung: Große Bauteile entstanden in verschiedenen Ländern, unter anderem in Norddeutschland, Großbritannien, Saint-Nazaire und Nantes, die Endmontage lag in Toulouse direkt am Flughafen Blagnac. Zwischen den Werken flogen umgebaute Transportflugzeuge vom Typ Aero Spacelines Super Guppy die Rumpf- und Flügelteile. Das Prinzip, Großbauteile durch die Luft zur Endmontage zu bringen, setzt Airbus bis heute fort – erst mit der A300-600ST Beluga, später mit der Beluga XL.

Auch die Triebwerke waren ein transatlantisches Projekt: Der deutsche Triebwerkshersteller MTU unterzeichnete im Februar 1971 einen Partnervertrag mit General Electric für das CF6 und fertigt seither Bauteile für diese Triebwerksfamilie. Das CF6-50 war das erste zivile Luftfahrttriebwerk, an dem MTU beteiligt war.

Vom Erstflug zum Liniendienst

28. Oktober 1972: Erstflug

Der erste Prototyp F-WUAB hob in Toulouse-Blagnac ab, nachdem der Termin zweimal wegen des Wetters verschoben worden war. Im Cockpit saßen Kapitän Max Fischl, Copilot Bernard Ziegler und Flugingenieur Günther Scherer.

28. Juni 1973: erste Serien-B2

Nach den zwei B1-Prototypen flog die erste Maschine in Serienlänge. Sie war gut 2,6 m länger und hatte zusätzliche Notausgänge im hinteren Rumpf.

15. März 1974: Zulassung

Die französische und die deutsche Luftfahrtbehörde erteilten die Zulassung, laut MTU nach 1.585 Testflugstunden und sechs Wochen vor Plan. Die US-Behörde FAA folgte am 23. Mai 1974.

Mai 1974: Liniendienst

Air France flog am 23. Mai 1974 den ersten Linienflug mit einer A300, von Paris-Orly nach London-Heathrow. Manche Quellen nennen den 30. Mai als Beginn des regulären Dienstes.

Zum Zeitpunkt des Erstflugs hatte Airbus gerade einmal zehn feste Bestellungen: sechs von Air France und vier von Iberia. Air France hatte schon im September 1970 eine Absichtserklärung für sechs Maschinen unterzeichnet und war damit Erstkunde. Die Anfangsjahre waren zäh, der Durchbruch auf dem wichtigen US-Markt gelang erst 1977, als Eastern Air Lines vier A300B4 zur Probe flog und anschließend bestellte. Für die B2 selbst blieb die Zahl der Bestellungen überschaubar: Insgesamt entstanden 61 Exemplare.

Die A300 und die Konkurrenz der 1970er

Als die B2 in Dienst ging, stand sie in einer Welt aus Drei- und Vierstrahlern. Wer die Typen der Zeit vergleichen will, schaut sich die DC-10, die Lockheed TriStar und die Boeing 747-100 an. Die A300 war mit zwei Triebwerken die sparsamste Lösung für Strecken, auf denen ein Jumbo zu groß war.

Die Untervarianten der B2

Wenn du in Datenbanken oder Logbüchern auf Bezeichnungen wie A300B2-1C oder A300B2-203 stößt, gehören sie zu einer von drei Untervarianten. Die Ziffern nach dem Bindestrich verraten zusätzlich Triebwerksversion und Ausführung.

Version Was sie ausmacht Erstbetreiber
A300B1 Zwei Prototypen, gut 2,6 m kürzer als die Serienversion Erprobung, eine Maschine später an Trans European Airways vermietet
A300B2-100 Grundversion mit CF6-50, max. Startgewicht 137 t Air France, Mai 1974
A300B2-200 (B2K) Krügerklappen an der Flügelwurzel für heiße und hoch gelegene Flughäfen, max. 142 t South African Airways, November 1976
A300B2-320 Pratt & Whitney JT9D-59A statt GE-Triebwerken, max. 142 t SAS, Februar 1980

Laut Produktionsstatistik verteilen sich die 61 B2 auf 32 Maschinen der -100, 25 der -200 und 4 der -320. Die Version B2-200 war vor allem für Airlines interessant, die von heißen oder hoch gelegenen Flughäfen aus starteten. South African Airways übernahm das erste Exemplar. Die B2-320 mit Pratt-&-Whitney-Triebwerken kam bei SAS in Dienst.

A300B2, A300B4 oder A300-600?

Die drei großen Generationen der A300 sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Für Spotter, die alte Fotos zuordnen oder ihre Logbücher sauber führen wollen, lohnt sich der genaue Vergleich.

Merkmal A300B2 A300B4 A300-600
ICAO-Typcode A30B A30B A306
Länge 53,61 m 53,61 m 54,08 m
Cockpit 3 Personen 3 Personen, ab 1982 optional 2 2 Personen
Reichweite ca. 2.100–3.500 km ca. 6.300–6.500 km bis rund 7.500 km (-600R)
Flügelspitzen glatt glatt bei vielen Maschinen kleine Wingtip-Fences
Gebaut 61 knapp 190 bis 2007

Die B4 ist die Langstreckenschwester der B2. Sie bekam einen zusätzlichen Mitteltank, ein höheres Startgewicht und Krügerklappen. Äußerlich unterscheidet sie sich nicht von der B2 – beide sind gleich lang, teilen Flügel und Fahrwerk. Hier hilft nur das Kennzeichen oder die Seriennummer. Insgesamt wurden B2 und B4 zusammen in 248 Exemplaren gebaut.

Die A300-600 ist die gründlich überarbeitete Spätversion ab 1983. Sie übernahm das Zwei-Mann-Cockpit und die Heckpartie der A310, die den Rumpf leicht verlängert, und trägt bei vielen Maschinen kleine Wingtip-Fences an den Flügelspitzen. Viele -600 fliegen heute noch als Frachter, etwa als A300-600F.

Schnellbestimmung: welche A300-Generation?

Drei Fragen helfen dir, ein Foto einzuordnen. Die letzte Gewissheit bringt das Kennzeichen.

Wahrscheinlich

Erste Generation: A300B2 oder B4

Glatte Flügelspitzen und ein frühes Foto passen zur ersten A300-Generation. Ob B2 oder B4, klärst du nur über Kennzeichen oder Seriennummer in einer Datenbank.

Wahrscheinlich

A300-600

Wingtip-Fences, ein jüngeres Foto oder der Code A306 sprechen für die Spätversion. Heute ist sie meist als Frachter unterwegs.

Wie du Kennzeichen liest und was das Länderpräfix verrät, steht im Guide Flugzeugkennzeichen verstehen. Woran du Airbus- und Boeing-Nasen generell auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Airbus und Boeing unterscheiden.

Wer die A300B2 flog

Die B2 war ein Flugzeug der großen Staats- und Netzwerkairlines der 1970er- und 1980er-Jahre. Gesichert sind unter anderem diese Betreiber:

  • Air France: Erstkunde und erster Betreiber. Mit der A300 bediente Air France ab Mai 1974 die Strecke Paris–London, später auch weitere europäische und mediterrane Ziele. Air France gehört heute zur Gruppe Air France-KLM.
  • Air Inter: Die französische Inlandsairline flog die A300 auf ihren stark nachgefragten Inlandsstrecken. Eine A300B2-1C der Air Inter (F-BUAE) wurde 1993 in Montpellier bei einem Unfall am Boden irreparabel beschädigt.
  • South African Airways: Erstbetreiber der B2-200 mit Krügerklappen ab 1976.
  • SAS: Erstbetreiber der B2-320 mit Pratt-&-Whitney-Triebwerken ab 1980.
  • Iran Air: Flog unter anderem die A300B2-203 mit dem Kennzeichen EP-IBU, die am 3. Juli 1988 als Flug 655 über dem Persischen Golf von einem US-Kriegsschiff abgeschossen wurde. Keiner der Menschen an Bord überlebte.

Lufthansa bestellte 1973 und übernahm ihre erste A300 am 2. Februar 1976. Die A300 blieb mehr als drei Jahrzehnte in der Flotte, zuletzt in der Version -600, die im Sommer 2009 verabschiedet wurde. Weitere frühe A300-Kunden waren unter anderem Korean Air und Indian Airlines; welche Untervariante jeweils im Einsatz war, schlägst du am besten pro Kennzeichen nach.

Historisch: keine B2 mehr im Liniendienst

Die letzten A300B2 sind seit Jahren ausgemustert. Was dir heute als A300 begegnet, ist fast immer eine A300-600 oder eine umgebaute B4 im Frachtdienst.

Technik: was die B2 neu machte

Für heutige Augen wirkt die B2 unspektakulär. Damals brachte sie gleich mehrere Ideen zusammen, die später Standard wurden.

Zwei Triebwerke statt drei

Mit nur zwei großen Mantelstromtriebwerken sparte die A300 Treibstoff und Wartung gegenüber Dreistrahlern wie der DC-10. Das Konzept des „Twin Widebody“ prägt bis heute A330, A350, Boeing 767, 777 und 787.

Großraum für die Mittelstrecke

Zwei Gänge und genug Platz für Standard-Frachtcontainer im Unterdeck machten die A300 auch für Airlines mit kurzen, aber sehr vollen Strecken interessant. Die B2-100 nahm bis zu 20 LD3-Container auf.

Flügel mit hohem Auftrieb

Der Flügel mit 260 m² Fläche und großen Vorflügeln und Klappen erlaubte kurze Start- und Landestrecken. Die B2-200 legte mit Krügerklappen an der Flügelwurzel noch einmal nach.

Europäische Arbeitsteilung

Bauteile aus mehreren Ländern, Endmontage in Toulouse und Lufttransport zwischen den Werken: Dieses Modell ist bis heute das Rückgrat der Airbus-Produktion.

Die Ära der Zweistrahler über dem offenen Ozean begann allerdings erst später. Wie die heutigen Regeln für zweistrahlige Langstreckenflüge funktionieren, erklärt der Beitrag zu ETOPS.

Wo du eine frühe A300 heute siehst

Eine fliegende A300B2 wirst du kaum noch vor die Linse bekommen. Für Fans gibt es trotzdem gute Anlaufstellen.

Ort Was du siehst Hinweis
Deutsches Museum München Teile des ersten Prototyps F-WUAB, unter anderem eine Rumpfsektion Ausstellungsbereich vor dem Besuch prüfen
Aeroscopia Toulouse Eine ehemalige A300B4 in den Farben des Prototyps F-WUAB, seit 2014 ausgestellt Direkt am Flughafen Toulouse-Blagnac
Toulouse-Blagnac Airbus-Endmontage, Testflüge, Beluga-Verkehr Ideal mit Museumsbesuch kombinierbar

Das Aeroscopia liegt am Flughafen Toulouse-Blagnac, wo vor mehr als 50 Jahren die erste A300 abhob. Eine Spotter-Beschreibung des Areals findest du unter Aeroscopia in Toulouse-Blagnac, Tipps zur ganzen Region im Guide Planespotting in Toulouse-Blagnac. Weitere Museen mit Verkehrsflugzeugen in Deutschland stellt der Überblick Luftfahrtmuseen in Deutschland vor.

Eine besondere B2 hatte jahrelang eine Verbindung nach Deutschland: Die A300 ZERO-G (F-BUAD), eine B2 mit der Seriennummer 003, diente zunächst Airbus als Testflugzeug und flog ab Ende der 1990er-Jahre für die französische Raumfahrtagentur CNES und den Betreiber Novespace Parabelflüge, bis sie 2014 stillgelegt wurde. Ab 2015 stand sie am Flughafen Köln/Bonn und war dort zu besichtigen. 2026 wurde das Flugzeug zerlegt. Ihre Nachfolgerin ist eine umgebaute A310.

Museumsbesuche dokumentieren

Poste deine Fotos aus Museen und von Klassikern mit Typ und Kennzeichen in Planetrack und teile sie mit der Community. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Tipps für Klassiker-Fans und Archivfotografen

Auch wenn die B2 nicht mehr fliegt, kannst du dich mit ihr beschäftigen – über Archivfotos, Museumsbesuche und die Geschichte einzelner Maschinen.

Deine A300B2-Spurensuche

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe alte Fotos auf glatte Flügelspitzen und Typcode A30B geprüft.
  • Ich habe das Kennzeichen in einer Datenbank nachgeschlagen, um B2 und B4 zu trennen.
  • Ich kenne die Untervariante (B2-100, B2-200 oder B2-320).
  • Ich habe einen Museumsbesuch in München oder Toulouse auf dem Zettel.

Die Geschichte einzelner Maschinen rekonstruierst du über das Kennzeichen; wie das geht, erklärt Vergangene Flüge und Routen eines Flugzeugs nachschlagen. Viele Fotos aus den 1970ern und 1980ern zeigen die A300 in Lackierungen, die es heute nicht mehr gibt – Inspiration liefert der Beitrag Legendäre Airline-Lackierungen der Geschichte. Und wenn du ältere Typen generell sicherer bestimmen willst, hilft der Guide Oldtimer am Himmel erkennen.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für eine A300B2, wenn …

  • ein zweistrahliger Großraumjet mit runder Airbus-Nase und glatten Flügelspitzen zu sehen ist
  • das Foto aus den 1970ern oder frühen 1980ern stammt
  • die Airline zu den bekannten B2-Betreibern wie Air France, Air Inter, SAA oder SAS gehört
  • die Datenbank zum Kennzeichen eine B2-Version nennt

Sieh genauer hin, wenn …

  • der Typcode A30B lautet – dann kann es genauso eine B4 sein
  • die Maschine als Frachter unterwegs ist – das sind meist umgebaute B4 oder -600
  • der Rumpf auffallend kurz wirkt – dann ist es eher eine A310

Es ist keine A300B2, wenn …

  • kleine Wingtip-Fences an den Flügelspitzen sitzen
  • der Typcode A306 lautet
  • ein drittes Triebwerk im Heck sitzt – dann bist du bei der DC-10 oder der TriStar
  • die Nase schlanker und Boeing-typisch wirkt – dann ist es eher eine Boeing 767

Fazit

Die A300B2 ist kein Flugzeug, das du heute noch am Zaun erwischst. Sie ist aber der Ausgangspunkt einer Geschichte, die du bei jedem Airbus-Großraumjet am Himmel mitsiehst: zwei Triebwerke, zwei Gänge, europäische Arbeitsteilung und Endmontage in Toulouse. Mit nur 61 gebauten Exemplaren war sie selbst kein Bestseller, doch ohne sie gäbe es weder A330-200 noch A350-900. Wer sich für die Anfänge von Airbus interessiert, plant einen Museumsbesuch in München oder Toulouse und nimmt die A300-600-Frachter als lebende Verwandte ins Logbuch.

Kurzfazit

Erster Serien-Airbus, erster zweistrahliger Großraumjet im Liniendienst, Kurz- und Mittelstreckenversion der ersten A300-Generation: Das ist die A300B2. Von der B4 trennt sie nur das Kennzeichen, von der A300-600 das Drei-Mann-Cockpit und die glatten Flügelspitzen.

Zusammenfassung

  • Die A300B2 entstand aus dem 1969 vereinbarten deutsch-französischen Airbus-Programm; Airbus Industrie wurde am 18. Dezember 1970 gegründet.
  • Der Prototyp flog am 28. Oktober 1972, die Zulassung folgte am 15. März 1974, und im Mai 1974 startete Air France den Liniendienst.
  • Von der B4 trennt sie vor allem der Tank im Inneren, von der A300-600 das Drei-Mann-Cockpit, das ältere Heck und die glatten Flügelspitzen ohne Wingtip-Fences.
  • Für Spotter ist die B2 heute ein Thema für Museen, Archivfotos und Logbücher – und für die Geschichte, aus der jeder moderne Airbus-Großraumjet stammt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen A300B2 und A300B4?

Äußerlich fast keiner: Beide sind gleich lang und haben denselben Flügel. Die B4 bekam aber einen zusätzlichen Mitteltank und ein höheres Startgewicht und kommt damit auf rund 6.300 bis 6.500 km Reichweite, die B2 nur auf etwa 2.100 bis 3.500 km. Die B2 war also das Flugzeug für dichte Kurz- und Mittelstrecken, die B4 für längere Routen. Mehr zur Schwester liest du auf der Seite zur A300B4.

Welchen ICAO-Typcode hat die A300B2?

Die erste A300-Generation läuft unter A30B. Der Code umfasst B2 und B4 inklusive der Fracht- und Kombiversionen. Die spätere A300-600 hat mit A306 einen eigenen Code.

War die A300B2 wirklich das erste zweistrahlige Großraumflugzeug?

Ja. Bis dahin hatten Großraumjets drei oder vier Triebwerke, etwa Boeing 747, McDonnell Douglas DC-10 und Lockheed TriStar. Die A300 war der erste Großraumjet mit zwei Gängen und nur zwei Triebwerken, und die B2 war ihre erste Serienversion.

Warum hatte die A300B2 einen Flugingenieur?

In den frühen 1970ern war ein Drei-Mann-Cockpit bei großen Verkehrsflugzeugen Standard. Die B2 wurde deshalb mit Arbeitsplatz für einen Flugingenieur gebaut. Für die B4 gab es ab 1982 ein Zwei-Mann-Cockpit als Option, Standard wurde es erst mit A310 und A300-600.

Was bedeutet „B2K“?

B2K war die ursprüngliche Bezeichnung der späteren B2-200. Das K steht für die Krügerklappen an der Flügelwurzel, die zusammen mit geänderten Vorflügeln die Leistung auf heißen und hoch gelegenen Flughäfen verbesserten. Erster Betreiber war 1976 South African Airways.

Fliegt heute noch eine A300B2?

Nein, jedenfalls nicht im Liniendienst: Die B2 ist seit Langem ausgemustert. Was du heute an A300 im Flug siehst, sind fast ausschließlich Frachter der Version A300-600 oder umgebaute B4.

Wo kann ich eine frühe A300 noch sehen?

Im Deutschen Museum München sind Teile des ersten Prototyps F-WUAB erhalten. Im Museum Aeroscopia in Toulouse-Blagnac steht eine A300B4 in den Farben dieses Prototyps. Öffnungszeiten und Ausstellungsstücke prüfst du vor dem Besuch direkt beim Museum.

Airbus A300B2 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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