Iran Air

Der iranische Flag Carrier ist seit Jahrzehnten von Sanktionen geprägt: Er flog den letzten Airbus A300B4 und die letzten 747SP im Liniendienst – und hat Europa seit Oktober 2024 nicht mehr im Flugplan.

Auch bekannt als: IranAir · Iran National Airlines Corporation · HOMA · Iranian Airways · IR

IranIranNetzwerk-AirlinesIATA: IRICAO: IRA11 Min. Lesezeit

IR

IATA-Code

IRA

ICAO-Code

EP-

Kennzeichen-Präfix

1961

Gründung als Iran Air

Das Wichtigste in Kürze

  • Iran Air ist der staatliche Flag Carrier des Iran mit Sitz in Teheran und gehört keiner Allianz an.
  • Codes: IATA IR, ICAO IRA, Rufzeichen „IRANAIR“.
  • Sanktionen prägen die Flotte: Neue Flugzeuge aus dem Westen kamen fast nie an, deshalb fliegen alte Airbus und Fokker sehr lange.
  • Iran Air war der letzte Betreiber der Boeing 747SP im Liniendienst und des Airbus A300B4 im Passagierverkehr.
  • Europa ist Geschichte: Nach EU-Sanktionen im Oktober 2024 strich Iran Air alle Flüge in die EU – auch Frankfurt, Hamburg und Köln/Bonn.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Iran Air im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Sanktionen: warum die Flotte so alt ist
  4. 4.Die Flotte: Klassiker und wenige Neue
  5. 5.Iran Air und Europa: von Einschränkungen zum Verbot
  6. 6.Woran du Iran Air erkennst
  7. 7.A300B4, A300-600 oder A310? So sortierst du alte Fotos
  8. 8.Flug 655: das dunkelste Kapitel
  9. 9.Iran Air heute spotten
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeIR
ICAO-CodeIRA
RufzeichenIRANAIR
DrehkreuzeIKA, THR
GeschäftsmodellStaatliche Netzwerk-Airline mit Inlands- und Auslandsverkehr
SitzTeheran, Iran (am Flughafen Mehrabad)
Gegründet1961 durch Fusion von Iranian Airways (gegründet 1944) und Persian Air Services
DrehkreuzeTeheran-Imam Khomeini (IKA) und Teheran-Mehrabad (THR)
Allianzkeine
Flotte (Stand 2026, Angaben schwanken)rund 30 Flugzeuge, u. a. Airbus A300-600R, A319, A320, A321, A330-200, ATR 72-600 und Fokker 100
EuropaSeit den EU-Sanktionen im Oktober 2024 keine Flüge mehr in die EU
KennzeichenIranisches Präfix EP-

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Iran Air?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Markenzeichen ist der Homa, ein stilisierter Vogel aus der persischen Mythologie, am Leitwerk
  • Schriftzug „IRAN AIR“ in lateinischer und persischer Schrift am Rumpf
  • Iranisches Kennzeichen mit EP- am Heck, Iran-Air-Maschinen oft mit EP-I…
  • Viele ältere Typen wie Airbus A300-600R und Fokker 100, die anderswo längst verschwunden sind
  • Flugnummer beginnt mit IR, auf dem Tracker steht IRA

Iran Air ist für viele Spotter eine Airline aus dem Fotoarchiv: Noch vor wenigen Jahren tauchten ihre Airbus regelmäßig in Frankfurt, Hamburg und Köln/Bonn auf, oft als ältestes Flugzeug des Tages. Kaum ein Flag Carrier hat Typen wie Boeing 747SP, Airbus A300B4 und A310 so lange am Leben gehalten. Diese Seite erklärt dir, warum das so ist, was aus den Europaflügen geworden ist und woran du Iran Air erkennst.

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Iran Air im Überblick

Iran Air ist die staatliche Fluggesellschaft des Iran und hat ihren Sitz am Flughafen Teheran-Mehrabad. Die Wurzeln reichen bis 1944 zurück: Damals entstand die private Iranian Airways, die nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem Teheran mit Maschhad verband. 1961 fusionierte sie mit Persian Air Services zur Iran National Airlines Corporation, kurz HOMA – benannt nach dem mythischen Vogel, der bis heute das Logo bildet. Im internationalen Verkehr ist die Airline schlicht als Iran Air bekannt.

In den 1960er- und 1970er-Jahren wuchs Iran Air schnell. Boeing 707 und 727 kamen in die Flotte, später die Boeing 747SP, mit der die Airline nonstop von Teheran nach New York flog. 1972 bestellte Iran Air sogar zwei Concorde plus eine Option – ein Auftrag, der nach der Revolution im Jahr 1980 storniert wurde. Ab 1979 veränderte sich alles: Mit den US-Sanktionen begann eine Phase, in der neue Flugzeuge und Ersatzteile für Iran Air kaum noch zu bekommen waren.

Drehkreuze sind heute die beiden Teheraner Flughäfen: Imam Khomeini (IKA) für den Großteil des Auslandsverkehrs und Mehrabad (THR) für Inlandsflüge. Dazu kommen wichtige Inlandsstationen wie Maschhad, Schiras, Isfahan, Tabris und Bandar Abbas. Einer Allianz gehört Iran Air nicht an.

IRIATA-Code in der Flugnummer
IRAICAO-Code auf dem Tracker
EP-Kennzeichen-Präfix des Iran

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code IR: steht in der Flugnummer, also auf Anzeigetafeln und in Flugplänen.
  • ICAO-Code IRA: steht im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
  • Rufzeichen IRANAIR: so meldet sich die Besatzung im Funk.
  • Kennzeichen EP-: das Länderpräfix des Iran. Die Registrierungen von Iran Air beginnen häufig mit EP-I, etwa beim A300B4 EP-IBG.

Den Unterschied zwischen den beiden Code-Systemen erklärt der Guide zu IATA- und ICAO-Codes. Wie du ein Kennzeichen liest und einem Land zuordnest, zeigt Flugzeugkennzeichen verstehen.

Sanktionen: warum die Flotte so alt ist

Die Geschichte von Iran Air lässt sich nicht ohne Sanktionen erzählen. Weil nahezu jedes westliche Verkehrsflugzeug US-Bauteile enthält, betrafen die amerikanischen Exportbeschränkungen nicht nur Boeing, sondern auch Airbus, ATR und Fokker. Iran Air konnte über Jahrzehnte kaum neue Maschinen kaufen und musste Ersatzteile auf Umwegen beschaffen. Die Folge: Flugzeuge, die bei anderen Airlines nach 20 Jahren ausgemustert werden, blieben im Iran 30, 35 oder fast 40 Jahre im Dienst.

Zeitraum Ereignis Folge für die Flotte
ab 1979 US-Sanktionen nach der Revolution Kaum Neuflugzeuge, Ersatzteile schwer zu bekommen
2000er-Jahre Gebrauchtflugzeuge aus zweiter und dritter Hand Ältere A300 und A310, unter anderem von Turkish Airlines
2010 Teilweises Betriebsverbot in der EU aus Sicherheitsgründen Nur bestimmte Typen dürfen in die EU fliegen
2016 Atomabkommen tritt in Kraft, Lockerung der Sanktionen Große Bestellungen bei Airbus, Boeing und ATR
2018 Ausstieg der USA aus dem Abkommen Exportgenehmigungen widerrufen, Lieferungen gestoppt
Okt. 2024 EU-Sanktionen gegen Iran Air Ende aller Flüge in die EU

Der kurze Neustart nach 2016

Nach dem Inkrafttreten des Atomabkommens im Januar 2016 sah es kurz nach einer Zeitenwende aus. Iran Air bestellte rund 100 Airbus, 80 Boeing und 20 ATR. Tatsächlich ausgeliefert wurden nur wenige Maschinen: drei neue Airbus, nämlich ein A321 und zwei A330-200, sowie 13 ATR 72-600 für den Inlandsverkehr. Mit dem Ausstieg der USA aus dem Abkommen 2018 war die Tür wieder zu – der Boeing-Auftrag musste komplett aufgegeben werden.

Alter per Kennzeichen prüfen

Bei Iran Air lohnt sich der Blick ins Baujahr. Oft steckt hinter einem unscheinbaren Airbus eine Geschichte mit mehreren Vorbesitzern. Wie du das Alter über das Kennzeichen herausfindest, erklärt der Artikel Wie alt ist dieses Flugzeug?.

Die Flotte: Klassiker und wenige Neue

Laut aktuellen Flottenübersichten (Stand 2026) umfasst die aktive Flotte rund 30 Flugzeuge. Die genauen Zahlen schwanken, weil Maschinen abgestellt, reaktiviert oder beschädigt werden – nimm die Tabelle deshalb als Orientierung, nicht als exakte Liste.

Typ Rolle Spotter-Hinweis
Airbus A300-600R Mittelstrecke, Regionalverkehr im Nahen Osten Einer der letzten Passagierbetreiber, Maschinen über 30 Jahre alt
Airbus A330-200 Langstrecke und dichte Mittelstrecke Teils neu nach 2016 ausgeliefert
Airbus A319, A320, A321 Kurz- und Mittelstrecke Kleine, gemischte Flotte
ATR 72-600 Inlandsverkehr Die einzigen größeren Neuauslieferungen nach dem Atomabkommen
Fokker 100 Inlandsverkehr Typ, der in Europa fast verschwunden ist

Der Airbus A300-600 ist der Typ, für den Spotter Iran Air heute am meisten kennen. Während die meisten Airlines ihre A300 längst ausgemustert oder zu Frachtern umgebaut haben, fliegt Iran Air sie weiter mit Passagieren. Dazu kommt die Fokker 100, die in Europa nur noch selten zu sehen ist, und die ATR 72-600 als modernster Typ im Inlandsnetz. Auf der Langstrecke setzt Iran Air den Airbus A330-200 ein.

Historisch: die Typen, die Iran Air berühmt gemacht haben

Mehrere Typen haben bei Iran Air ihren letzten Liniendienst erlebt – eine Besonderheit, die Iran Air in der Spotter-Szene Kultstatus gebracht hat.

  • Boeing 747SP: Iran Air gehörte zu den ersten Kunden der verkürzten Langstrecken-747 und war am Ende der letzte Betreiber im Liniendienst. Die letzten Flüge fanden in der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre statt, danach wurden die Maschinen abgestellt.
  • Boeing 747-100: Iran Air hielt auch die frühe 747-100 ungewöhnlich lange im Passagierdienst; die letzte Maschine wurde 2014 ausgemustert.
  • Airbus A300B4: Der letzte A300B4 der Airline, EP-IBG, war zugleich der letzte seines Typs im Passagierdienst. Er wurde 1986 gebaut, flog vor Iran Air unter anderem für Finnair, Caledonian Airways und Turkish Airlines und kam 2006 in den Iran. Im Juni 2025 endete sein Einsatz.
  • Airbus A310: Iran Air flog unter anderem gebrauchte A310 aus der Flotte von Turkish Airlines. Auch sie sind heute nicht mehr bei Iran Air im Einsatz.
  • Boeing 727-200: Lange Rückgrat der Kurz- und Mittelstrecke, inzwischen ebenfalls ausgemustert.

Wer einen dieser Typen mit Iran-Air-Bemalung im Archiv hat, besitzt heute ein echtes Zeitdokument. Mehr zur Jagd auf letzte Flüge liest du im Artikel Abschieds- und Erstflüge spotten, und wie du ältere Muster am Himmel erkennst, zeigt Oldtimer am Himmel erkennen.

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Iran Air und Europa: von Einschränkungen zum Verbot

2010: teilweises Betriebsverbot

Schon im Juli 2010 setzte die EU-Kommission Iran Air auf die EU-Flugsicherheitsliste. Begründet wurde das ausdrücklich mit der Sicherheit, nicht mit Politik: Betroffen waren die Boeing 727, die Boeing 747 und die A320 der Airline. Andere Airbus-Typen durften weiter in die EU fliegen. Für Spotter bedeutete das: In Europa sah man Iran Air fortan vor allem mit Airbus-Großraumjets. 2016 lockerte die EU die Einschränkungen deutlich, für die Boeing 747 und die Fokker 100 blieben sie aber bestehen.

2024: Ende aller EU-Flüge

Den Schlusspunkt setzten politische Sanktionen. Im September 2024 kündigten Deutschland, Frankreich und Großbritannien Maßnahmen gegen Iran Air an, nachdem den Iran Waffenlieferungen an Russland vorgeworfen wurden. Am 14. Oktober 2024 verhängte der Rat der EU ein Einfrieren von Vermögenswerten gegen Iran Air, Mahan Air und Saha Airlines und untersagte Geschäfte mit ihnen. Iran Air strich daraufhin alle Flüge in die EU und gab auch die Verbindung nach London auf, die ohne Überflug der EU kaum durchführbar war.

Bis dahin war Iran Air die letzte iranische Airline mit Linienflügen in die EU. Zu den betroffenen Zielen gehörten:

Gut zu wissen

Die zweite große iranische Airline, Mahan Air, hatte ihre Europaflüge schon vorher eingestellt und steht ebenfalls auf der EU-Sanktionsliste. Seit Oktober 2024 begegnest du an deutschen Flughäfen keiner iranischen Airline mehr im Linienverkehr.

Die Lage 2026

Auch im Iran selbst ist der Betrieb nicht stabil. Anfang März 2026 wurde der Flugverkehr im Zuge militärischer Auseinandersetzungen unterbrochen; Berichten zufolge wurde dabei ein A319 der Airline bei einem Luftangriff auf den Flughafen Bushehr am Boden zerstört. Iran Air hat den Betrieb nach wenigen Tagen wieder aufgenommen. Wie sich Flotte und Netz weiterentwickeln, ist schwer vorherzusagen – Flottenangaben solltest du deshalb immer mit Datum notieren.

Woran du Iran Air erkennst

Das wichtigste Erkennungszeichen ist der Homa, ein stilisierter Vogel aus der persischen Mythologie, der das Leitwerk ziert. Am Rumpf steht der Name „IRAN AIR“ in lateinischer und persischer Schrift. Die Bemalung wirkt klassisch und schlicht – kein Wunder, denn sie hat sich über die Jahrzehnte nur behutsam verändert.

Dazu kommen die Typen selbst: Ein A300-600R oder eine Fokker 100 mit iranischem EP-Kennzeichen ist im heutigen Luftverkehr ein starkes Indiz. Auf Trackern hilft der ICAO-Code IRA. Wie du solche Daten richtig liest, erklärt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.

Leitwerk prüfen

Der Homa-Vogel ist das eindeutige Iran-Air-Symbol.

Kennzeichen lesen

EP- zeigt eine iranische Registrierung – das kann auch Mahan Air oder eine andere iranische Gesellschaft sein.

Tracker abgleichen

IRA im Tracker bestätigt Iran Air als Betreiber.

Typ genau bestimmen

A300B4 oder A300-600? A310 oder A300? Gerade bei Iran-Air-Archivbildern lohnt sich die genaue Typbestimmung.

A300B4, A300-600 oder A310? So sortierst du alte Fotos

Gerade bei älteren Iran-Air-Bildern aus Europa stellt sich oft die Frage, welcher Airbus-Großraumjet auf dem Foto ist. Ein paar Merkmale helfen dir beim Sortieren.

Hinweise auf A300-600

  • Modernes Zwei-Mann-Cockpit, kleine Wingtip-Fences an den Flügelspitzen bei vielen Exemplaren
  • Hinterer Rumpf übernommen vom A310, daher etwas mehr Kabinenraum
  • Auf Trackern als A306 geführt

Hinweise auf A300B4 oder A310

  • A300B4: keine Wingtip-Fences, ältere Bauweise, auf Trackern als A30B
  • A310: deutlich kürzerer Rumpf als jeder A300
  • A310: auf Trackern als A310 geführt

Im Zweifel hilft das Kennzeichen: Über die Registrierung findest du Baujahr, Typ und Vorbesitzer. Die Unterschiede zwischen A300-600 und A310 sind auf Seitenansichten mit Teleobjektiv am besten zu erkennen.

Flug 655: das dunkelste Kapitel

Zur Geschichte von Iran Air gehört ein tragisches Ereignis. Am 3. Juli 1988 wurde ein Airbus A300B2 der Airline auf dem Linienflug IR655 von Bandar Abbas nach Dubai über dem Persischen Golf vom US-Kriegsschiff USS Vincennes abgeschossen. Alle 290 Menschen an Bord starben. Die USA erklärten, die Besatzung habe die Maschine für ein iranisches Kampfflugzeug gehalten; der Iran bewertet den Abschuss bis heute anders. Der Fall beschäftigte später auch den Internationalen Gerichtshof.

Iran Air heute spotten

Für Spotter in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Iran Air derzeit nicht mehr live zu sehen. Die Airline fliegt vor allem im Inland und in die Region, etwa in Nachbarländer und an die Golfküste. Die Netz- und Sicherheitslage ändert sich schnell. Bevor du eine Reise zu einem Flughafen planst, an dem Iran Air auftaucht, informierst du dich deshalb bei offiziellen Stellen wie dem Auswärtigen Amt über die aktuelle Lage – und beachtest, dass das Fotografieren an Flughäfen in manchen Ländern streng geregelt ist.

Iran Air bleibt spannend, wenn …

  • du Archivfotos aus der Europa-Zeit sauber dokumentieren willst
  • du seltene Typen wie A300-600 oder Fokker 100 sammelst
  • du Airlines unter Sanktionen vergleichst, etwa mit Conviasa

Prüf vorher genau, wenn …

  • du außerhalb der EU an einem Flughafen mit Iran-Air-Verbindung spotten willst
  • du dich auf ältere Flottenlisten verlässt

Kein Iran-Air-Tag, wenn …

  • du an einem Flughafen in der EU wartest – dort fliegt Iran Air seit Oktober 2024 nicht mehr

Sicherheit und Regeln

Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen und informiere dich vor Reisen über lokale Vorschriften. Was in Deutschland erlaubt ist, erklärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.

Häufige Verwechslungen

  • Iran Air mit Mahan Air verwechseln – beide tragen EP-Kennzeichen, Mahan Air ist aber eine eigene Gesellschaft mit anderer Bemalung.
  • IR für Irland halten – der IATA-Code IR gehört Iran Air; irische Flugzeuge erkennst du am Präfix EI-.
  • Iran Air mit Iraqi Airways verwechseln – ähnlicher Name, aber eine ganz andere Airline aus dem Nachbarland.
  • Jeden alten A300 für einen A300B4 halten – heute fliegt Iran Air nur noch die A300-600R, der letzte B4 ist 2025 ausgeschieden.
  • Alte Flottenlisten übernehmen – bei Iran Air ändert sich der aktive Bestand häufig. Notier immer das Datum deiner Sichtung.

Archiv und Sichtungen an einem Ort

Poste deine Iran-Air-Fotos mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen und tausch dich mit der Community über seltene Klassiker aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Iran Air ist eine Airline, deren Geschichte sich an der Flotte ablesen lässt. Sanktionen haben dafür gesorgt, dass Typen wie 747SP, 747-100, A300B4 und A310 hier länger flogen als irgendwo sonst. Für Spotter in Europa ist Iran Air seit Oktober 2024 vor allem Archivmaterial – und genau deshalb lohnt es sich, alte Aufnahmen mit Kennzeichen, Typ und Datum sauber festzuhalten.

Kurzfazit

Iran Air (IATA IR, ICAO IRA) ist der staatliche Flag Carrier des Iran mit einer von Sanktionen geprägten, alten Flotte rund um A300-600R und Fokker 100. In die EU fliegt die Airline seit Oktober 2024 nicht mehr.

Zusammenfassung

  • Iran Air ist eine der ungewöhnlichsten Airlines für Spotter: Kaum ein anderer Flag Carrier hat so lange Typen wie 747SP, A300B4 und A310 geflogen.
  • Grund sind jahrzehntelange Sanktionen, die den Kauf neuer Flugzeuge und Ersatzteile massiv erschwert haben. Der kurze Neustart nach dem Atomabkommen 2016 brachte nur wenige neue Maschinen.
  • In der EU war Iran Air schon ab 2010 teilweise eingeschränkt; seit Oktober 2024 fliegt die Airline gar nicht mehr in die EU.
  • Fotos aus der Europa-Zeit sind heute Archivmaterial. Wer Iran Air live sehen will, muss in Regionen reisen, die die Airline noch anfliegt – und die Lage vorher genau prüfen.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hat Iran Air?

Der IATA-Code von Iran Air ist IR, der ICAO-Code IRA. Im Funk meldet sich die Airline mit dem Rufzeichen „IRANAIR“. Iranische Flugzeuge tragen Kennzeichen mit dem Präfix EP-.

Fliegt Iran Air noch nach Deutschland?

Nein. Im Oktober 2024 hat der Rat der EU Sanktionen gegen Iran Air, Mahan Air und Saha Airlines verhängt. Iran Air hat daraufhin alle Flüge in die EU eingestellt, darunter die Verbindungen nach Frankfurt, Hamburg und Köln/Bonn sowie nach Wien. Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten schon im September 2024 Einschränkungen angekündigt.

Warum fliegt Iran Air so alte Flugzeuge?

Wegen der Sanktionen, vor allem der USA. Weil viele Flugzeuge und Bauteile US-Technik enthalten, durfte Iran Air über Jahrzehnte kaum neue Jets kaufen und kam schwer an Ersatzteile. Die Airline hat ältere Typen deshalb sehr lange in Betrieb gehalten – länger als fast jede andere Gesellschaft.

Welche Flugzeuge fliegt Iran Air heute?

Laut Flottenübersichten (Stand 2026) gehören rund 30 Flugzeuge zur Flotte, darunter Airbus A300-600R, A319, A320, A321 und A330-200, dazu ATR 72-600 und Fokker 100. Die Zahlen schwanken, weil Maschinen abgestellt, reaktiviert oder beschädigt werden. Der letzte A300B4 hat den Passagierdienst 2025 verlassen.

Was wurde aus den großen Bestellungen von 2016?

Nach dem Atomabkommen bestellte Iran Air 2016 und 2017 Flugzeuge bei Airbus, Boeing und ATR – zusammen rund 200 Maschinen. Ausgeliefert wurden nur wenige: drei Airbus und 13 ATR 72-600. Nachdem die USA 2018 aus dem Abkommen ausgestiegen waren, wurden die Exportgenehmigungen widerrufen, und die übrigen Lieferungen platzten.

Hat Iran Air die Boeing 747SP geflogen?

Ja. Iran Air war einer der ersten Kunden der verkürzten 747SP und flog damit unter anderem nonstop nach New York. Die Airline blieb am Ende der letzte Betreiber der 747SP im Liniendienst; die letzten Flüge fanden in der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre statt, danach wurden die Maschinen abgestellt.

Was ist Flug 655?

Am 3. Juli 1988 wurde ein Airbus A300 von Iran Air auf dem Flug von Bandar Abbas nach Dubai über dem Persischen Golf vom US-Kriegsschiff USS Vincennes abgeschossen. Alle 290 Menschen an Bord kamen ums Leben. Die USA sprachen von einer Verwechslung mit einem Militärflugzeug, der Iran bewertet den Abschuss bis heute anders.

Gehört Iran Air zu einer Allianz?

Nein. Iran Air ist weder Mitglied der Star Alliance noch von oneworld oder SkyTeam. Durch die Sanktionen sind auch Codeshares mit westlichen Airlines praktisch ausgeschlossen.

Iran Air im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Airbus A300-600

Der erste Großraum-Twin der Welt lebt heute vor allem als Frachter weiter: Die A300-600 fliegt nachts für DHL, FedEx und UPS. So erkennst du sie und findest sie vor deiner Linse.

Flugzeugtyp

Airbus A300B4

Die A300B4 war die Version, mit der Airbus wirklich ins Geschäft kam: mehr Treibstoff, mehr Reichweite, und 1978 der Durchbruch in den USA. Heute ist sie eine Rarität, die fast nur noch als Frachter unterwegs ist.

Flugzeugtyp

Airbus A310

Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.

Flugzeugtyp

Boeing 747SP

Kurzer Rumpf, riesiges Leitwerk, enorme Reichweite: Die Boeing 747SP war der Ultra-Langstrecken-Jumbo der 1970er. Hier erfährst du, wie du ihn erkennst, welche Rekorde er flog und wo du ihn heute noch siehst.

Flugzeugtyp

Fokker 100

Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.

Flugzeugtyp

ATR 72-600

Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.

Flugzeugtyp

Airbus A330-200

Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.

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