Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Bausteine: readsb ist der Dekoder, der den SDR-Stick steuert und die Signale auf 1090 MHz entschlüsselt, tar1090 ist die Weboberfläche, die daraus eine Live-Karte macht.
- Ein Skript für beides: Der Installer aus dem Projekt adsb-scripts setzt readsb und tar1090 in einem Rutsch auf, das gleiche Skript dient später auch zum Aktualisieren.
- Nur ein Dekoder pro Stick: Der readsb-Installer entfernt dump1090-fa und dump1090-mutability. Willst du dein PiAware-System unverändert lassen, installierst du nur tar1090 obendrauf.
- Standort setzen: Mit readsb-set-location trägst du Breite und Länge deiner Antenne ein, damit Entfernungen und Reichweiten stimmen.
- Karte im Browser: Die Live-Karte erreichst du aus deinem Heimnetz unter der Adresse des Pi mit dem Zusatz /tar1090.
Inhaltsverzeichnis
- 1.readsb und tar1090: die kurze Antwort
- 2.Was readsb und tar1090 eigentlich sind
- 3.Vorher klären: welcher Weg passt zu dir?
- 4.Schritt für Schritt: readsb und tar1090 installieren
- 5.Gain und Standort richtig einstellen
- 6.tar1090 im Alltag: die wichtigsten Funktionen
- 7.Konfiguration: wo was liegt
- 8.Typische Probleme und ihre Lösung
- 9.Was du als Spotter davon hast
- 10.Fazit
Flightradar24, FlightAware und Co. zeigen dir den Himmel, wie ihn tausende Empfänger gemeinsam sehen. Spannender ist manchmal die Frage, was deine eigene Antenne gerade hört – ungefiltert, ohne Verzögerung, direkt aus deinem Heimnetz. Genau dafür gibt es die Kombination aus readsb und tar1090: ein leistungsfähiger Dekoder und eine Kartenoberfläche, die viele Spotter für die beste lokale Live-Karte halten. Dieser Guide zeigt dir, wie du beides auf dem Raspberry Pi installierst, sinnvoll einstellst und im Spotter-Alltag nutzt.
Von der Karte zur Sichtung
tar1090 zeigt dir, was gerade anfliegt – in Planetrack hältst du die Maschine mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Spot fest. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
readsb und tar1090: die kurze Antwort
Du führst auf deinem Pi das Installationsskript aus dem Projekt adsb-scripts aus. Es installiert den Dekoder readsb und die Weboberfläche tar1090 in einem Durchgang. Danach setzt du mit readsb-set-location den Standort deiner Antenne, lässt die Verstärkung automatisch regeln und öffnest im Browser die Adresse deines Pi mit dem Zusatz /tar1090. Läuft bei dir PiAware und willst du daran nichts ändern, installierst du nur tar1090 – es setzt auch auf dump1090-fa auf.
Welche Hardware du brauchst, erklärt ADS-B-Empfänger selber bauen. Wie ADS-B grundsätzlich funktioniert, liest du in Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter. Hier geht es um die Software.
Was readsb und tar1090 eigentlich sind
readsb ist ein ADS-B-Dekoder, den sein Entwickler selbst als „Schweizer Taschenmesser“ beschreibt. Die Fassung, die heute fast alle Spotter einsetzen, pflegt der Entwickler wiedehopf. Sie ist ein eigenständig weiterentwickelter Fork von Mictronics’ readsb, das wiederum aus dump1090-fa hervorging – am Anfang dieser Ahnenreihe steht das ursprüngliche dump1090. readsb steuert den SDR-Stick, entschlüsselt Mode-S-, ADS-B- und TIS-B-Nachrichten und gibt die Daten in vielen Formaten aus: als Beast- und Rohdatenstrom, im SBS-Format für ältere Programme und als JSON für Weboberflächen. Was in diesen Nachrichten steckt, erklärt Transponder Mode A, C und S.
tar1090 ist die Oberfläche dazu. Sie ersetzt keinen Dekoder, sondern liest dessen Daten und baut daraus eine Karte mit Flugzeugsymbolen, Tabelle, Detailspalte und Spuren. tar1090 funktioniert mit readsb und dump1090-fa, mit dump1090-mutability zeigt es weniger Details. Dass die Oberfläche taugt, siehst du an ihren prominenten Nutzern: Die Community-Tracker adsb.lol, adsb.fi, airplanes.live und auch der Globus von ADS-B Exchange basieren auf tar1090. Wer diese Seiten kennt, findet sich auf der eigenen Karte sofort zurecht – mehr dazu in Ungefilterte Community-Tracker im Vergleich und ADS-B Exchange erklärt.
| Baustein | Aufgabe | Konfiguration |
|---|---|---|
| readsb | Stick steuern, Signale dekodieren, Daten bereitstellen | /etc/default/readsb |
| tar1090 | Live-Karte, Tabelle, Spuren und Filter im Browser | /etc/default/tar1090 und config.js |
| lighttpd | Webserver, der tar1090 ausliefert | wird vom Installer eingerichtet |
Vorher klären: welcher Weg passt zu dir?
Ein SDR-Stick lässt sich immer nur von einem Dekoder gleichzeitig nutzen. Deshalb entfernt der readsb-Installer andere Dekoder wie dump1090-fa und dump1090-mutability. Das ist die wichtigste Entscheidung vor dem Start.
readsb plus tar1090, wenn …
- du ein frisches Raspberry Pi OS oder einen eigenen Pi für den Empfang hast
- du Heatmap, Verlauf und alle Funktionen von tar1090 nutzen willst
- du bisher fr24feed oder rbfeeder einsetzt – die passt der Installer automatisch an
Nur tar1090, wenn …
- auf deinem Pi PiAware mit dump1090-fa läuft
- du am bestehenden Feeder nichts verändern willst
- dir Karte, Spuren und Filter reichen
Schau dir Alternativen an, wenn …
- du von Anfang an viele Netzwerke über Docker beliefern willst
- du keinen Linux-Rechner mit apt einsetzt
- du die Karte lieber am Windows-PC betreibst
Für den dritten Fall helfen Mehrere Netzwerke gleichzeitig feeden mit Ultrafeeder – dort ist tar1090 bereits im Container enthalten –, ADS-B-Empfang ohne Raspberry Pi und Flugverfolgung am PC.
Schritt für Schritt: readsb und tar1090 installieren
Voraussetzung ist ein Debian-basiertes System wie Raspberry Pi OS mit Internetzugang und Zugriff auf die Kommandozeile, direkt am Pi oder per SSH. Stick und Antenne hängen bereits am Pi.
1. System aktualisieren
Bring Raspberry Pi OS mit sudo apt update und sudo apt full-upgrade auf den aktuellen Stand. So vermeidest du, dass das Skript gegen veraltete Pakete baut.
2. Installer ausführen
Starte das Skript readsb-install.sh aus dem GitHub-Projekt wiedehopf/adsb-scripts mit sudo bash. Den exakten Befehl findest du auf der Wiki-Seite „Automatic installation for readsb“. Das Skript lädt readsb, kompiliert es, richtet den Dienst ein und installiert tar1090.
3. Neu starten
Lief auf dem System vorher noch kein RTL-SDR-Stick, startest du den Pi mit sudo reboot neu, damit der Stick sauber für readsb bereitsteht. Bei einem Update kannst du den Neustart auslassen.
4. Standort setzen
Mit sudo readsb-set-location, gefolgt von Breite und Länge als Dezimalzahlen, trägst du die Position deiner Antenne ein – zuerst die Breite, dann die Länge.
5. Karte öffnen
Ruf im Browser http:// plus die Adresse deines Pi und /tar1090 auf. Nach wenigen Sekunden erscheinen die ersten Flugzeuge.
Ein paar Besonderheiten nennt die Anleitung ausdrücklich: Für den RTL-SDR Blog V4 reichen die Treiberpakete aus Debian und Raspberry Pi OS nicht, er braucht eine zusätzliche Treiberinstallation. Wer einen Airspy einsetzt, führt nach der Installation das Skript airspy-conf aus; dann liefert airspy_adsb die Daten an readsb. Mehr dazu in Airspy für maximalen ADS-B-Empfang. Welcher Stick sich grundsätzlich lohnt, vergleicht SDR-Sticks für ADS-B im Vergleich.
Updates sind unkompliziert: Du startest einfach dasselbe Installationsskript erneut. Deine Einstellungen bleiben dabei erhalten.
Nur tar1090 auf ein bestehendes System
Läuft PiAware, installierst du ausschließlich tar1090 über dessen eigenes Skript aus dem GitHub-Projekt wiedehopf/tar1090. Die Karte erscheint auch hier unter /tar1090. Der readsb-Installer bricht auf einem PiAware-SD-Image ohnehin von selbst ab. Wie du PiAware selbst einrichtest, steht in PiAware installieren und einrichten.
Fremde Skripte bewusst ausführen
Beide Installer laden Code aus dem Internet und führen ihn mit Root-Rechten aus. Das ist in der ADS-B-Szene üblich, trotzdem gilt: Nimm die Befehle nur von den offiziellen GitHub-Seiten der Projekte, nicht aus Foren-Kopien, und betreib den Pi möglichst nicht parallel als Server für wichtige Daten.
Gain und Standort richtig einstellen
Die Verstärkung entscheidet darüber, ob schwache Signale weit entfernter Flugzeuge ankommen oder ob nahe Maschinen den Stick übersteuern. readsb bringt für RTL-SDR-Sticks eine eigene, auf ADS-B abgestimmte automatische Regelung mit. Laut Entwickler müssen ihre Grundwerte normalerweise nicht angepasst werden.
- Automatisch:
readsb-gain autoschaltet die Regelung ein. - Fester Wert:
sudo readsb-gain 43.9setzt eine feste Verstärkung. Das lohnt sich, wenn du über mehrere Tage gezielt vergleichen willst. - Feintuning: Alle Optionen stehen in
/etc/default/readsb. Nach Änderungen startest du den Dienst mitsudo systemctl restart readsbneu,readsb --helplistet alle Parameter.
Ob eine Änderung tatsächlich mehr Reichweite bringt, zeigen dir nicht die ersten fünf Minuten, sondern Statistiken über Tage. Genau dafür gibt es Empfangsleistung messen mit graphs1090 aus demselben Entwicklerumfeld. Hardware-Hebel wie Vorverstärker und Filter beschreibt ADS-B-Reichweite steigern, und die Antenne selbst bleibt der größte Faktor – siehe Den besten Antennenstandort finden.
Der Standort ist mehr als Kosmetik: Ohne ihn kann tar1090 keine Entfernungen anzeigen und die Karte nicht auf deine Station zentrieren. Trag die Koordinaten deiner Antenne möglichst genau ein. Teilst du Daten mit Netzwerken, die MLAT nutzen, ist die exakte Position ohnehin Pflicht – warum, erklärt MLAT und Multilateration erklärt.
Seltene Gäste nicht verpassen
Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ, eine Airline oder eine Special Livery im Anflug ist oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
tar1090 im Alltag: die wichtigsten Funktionen
Auf den ersten Blick wirkt tar1090 wie jede Flugradar-Karte. Die Stärken zeigen sich im Detail – gerade für Spotter, die gezielt nach Typen oder Kennzeichen suchen.
Filter nach Typ, Höhe und Callsign
In der Seitenleiste filterst du nach ICAO-Typcode, Typbeschreibung, Callsign, Höhe und Datenquelle. Die Filter verstehen reguläre Ausdrücke: B73. erfasst etwa die gesamte 737-Familie, die Beschreibung L2J alle zweistrahligen Landflugzeuge. Wie die Typcodes aufgebaut sind, erklärt IATA- und ICAO-Codes erklärt. Die Zusatzinfos wie Kennzeichen und Typ kommen aus einer mitgelieferten Datenbank, die tar1090 anhand der Hex-Adresse zuordnet – Hintergrund in ICAO-24-Bit-Adresse (Hex-Code).
Tastenkürzel
| Taste | Funktion |
|---|---|
| Q / E | heraus- und hineinzoomen |
| W / A / S / D | Karte nach Norden, Westen, Süden, Osten verschieben |
| T | alle Flugzeuge mit Spuren auswählen |
| M | Mehrfachauswahl ein und aus |
| C oder Esc | Auswahl aufheben |
| B | Kartenhelligkeit umschalten |
Spuren mit pTracks: wie weit hört deine Antenne?
Hängst du ?pTracks an die Adresse, zeigt tar1090 alle aufgezeichneten Spuren der letzten acht Stunden. Das Ergebnis ist das ehrlichste Reichweitenbild deiner Station: Du siehst sofort, in welche Richtung Gebäude oder Hügel den Empfang abschneiden. Mit ?pTracks=2 beschränkst du die Anzeige auf zwei Stunden. Ergänzend kannst du über das Skript getupintheair.sh und einen Panorama-Datensatz von heywhatsthat.com theoretische Reichweitenringe für bestimmte Flughöhen einblenden. Bäume und Hindernisse in unmittelbarer Nähe der Antenne berücksichtigen diese Ringe allerdings nicht.
Praktische URL-Parameter
tar1090 lässt sich über Zusätze in der Adresse steuern, die du dir als Lesezeichen speichern kannst:
?icao=plus Hex-Adresse wählt ein bestimmtes Flugzeug aus,?reg=arbeitet mit dem Kennzeichen, lädt aber langsamer – das Projekt empfiehlt deshalb?icao=.?filterType=A388zeigt nur einen bestimmten Typ,?filterAltMax=begrenzt die Höhe – praktisch, um nur Anflüge zu sehen.?milhebt Militär- und andere interessante Flugzeuge hervor.?kioskschaltet in einen Anzeigemodus ohne Bedienelemente, etwa für einen Bildschirm an der Wand.?filterSources=mlatzeigt nur Flugzeuge, deren Position per Multilateration berechnet wurde.
Mehrere Parameter verbindest du mit &. Wer gezielt nach einzelnen Maschinen sucht, findet weitere Strategien in Ein Flugzeug per Kennzeichen oder Hex-Code verfolgen und Militärflugzeuge online verfolgen.
Heatmap und Verlauf
Einige Funktionen setzen die readsb-Fassung von wiedehopf voraus: die Heatmap, die zeigt, wo über die Zeit am meisten Verkehr lief, sowie ein Replay, das den Verlauf aller Flugzeuge noch einmal abspielt. Dafür aktivierst du in readsb zusätzliche Optionen wie --heatmap samt Verzeichnis für die Verlaufsdaten. Hier liegt der eigentliche Vorteil gegenüber der Kombination aus PiAware und tar1090.
Konfiguration: wo was liegt
/etc/default/readsb: Dekoder-Optionen wie Gain, Netzwerk-Ports und Zusatzfunktionen./etc/default/tar1090: Intervall und Anzahl der Verlaufsschnappschüsse, nach Änderungen den Dienst neu starten./usr/local/share/tar1090/html/config.js: Einstellungen der Weboberfläche. Du aktivierst eine Zeile, indem du die beiden Schrägstriche am Anfang entfernst, und lädst dann den Browser neu. Löschst du die Datei und startest den Installer erneut, gelten wieder die Standardwerte.
Über die Netzwerk-Ports stellt readsb seine Daten anderen Programmen zur Verfügung, etwa als Beast-Datenstrom auf Port 30005, an den der Installer auch fr24feed und rbfeeder anbindet, und auf Wunsch im SBS-Format für ältere Programme. Darüber greifen zusätzliche Feeder oder Programme auf deinem PC zu. Wie du von hier aus weitere Netzwerke anbindest, zeigen fr24feed einrichten, An ADS-B Exchange und Community-Netzwerke feeden und ADS-B-Feeder-Programme im Vergleich.
Typische Probleme und ihre Lösung
- „Verbindung abgelehnt“ im Browser: Meist fehlt der Webserver. Installier lighttpd mit
sudo apt install -y lighttpdund führe den Installer erneut aus. - Keine Flugzeuge auf der Karte: Schau ins Log mit
sudo journalctl --no-pager -u readsb. Steckt der Stick fest, ist das Antennenkabel angeschraubt? - „Kernel driver is active“ oder „device is claimed“: Ein Systemtreiber hält den Stick fest. Die Anleitung empfiehlt, die betroffenen DVB-Treiber zu sperren und neu zu starten. Hilft das nicht, greift ein anderes Programm auf den Stick zu.
- Ein Feeder liefert nichts mehr: fr24feed und rbfeeder passt der Installer an, andere Programme musst du selbst auf readsb als Datenquelle umstellen.
- Kaum Reichweite: Fast immer liegt es an Antenne und Standort, selten an der Software. Bauanleitungen liefert 1090-MHz-Antenne selber bauen.
- Zurück zu PiAware: readsb mit
sudo systemctl disable --now readsbabschalten, tar1090 über sein Uninstall-Skript entfernen und dump1090-fa neu installieren.
Was du als Spotter davon hast
Die eigene Karte ist das schnellste Werkzeug vor der Spotting-Tour. Morgens ein Blick auf tar1090, und du siehst, aus welcher Richtung die ersten Anflüge kommen. Am Flughafen München entscheidet das zum Beispiel, ob du zum Besucherhügel fährst oder ans andere Ende, in Hamburg, ob der Affenfelsen heute passt. Die Logik dahinter erklärt Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Dazu kommt die Nachbereitung: Mit Replay und pTracks ordnest du Fotos im Nachhinein Kennzeichen und Flügen zu. Wie das systematisch geht, zeigt Sichtungen mit ADS-B-Logs abgleichen. Und bevor du Daten weitergibst oder Screenshots teilst, lohnt ein Blick auf ADS-B-Daten empfangen: die Rechtslage.
Läuft deine lokale Live-Karte rund?
- Ich habe entschieden, ob ich readsb plus tar1090 oder nur tar1090 installiere.
- Die Karte öffnet sich im Browser unter /tar1090.
- Der Standort meiner Antenne ist mit readsb-set-location eingetragen.
- Die Verstärkung läuft automatisch oder mit einem bewusst gewählten Wert.
- Meine Feeder liefern nach dem Wechsel weiterhin Daten.
- Ich habe mir pTracks angesehen und kenne die Schwachstellen meines Empfangs.
Die Antenne hört mit, du sammelst
Halte jede Sichtung mit Foto und Kennzeichen in deinem Hangar fest, pflege deine Wunschliste und teile deine besten Bilder mit der Planetrack-Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
readsb und tar1090 machen aus deinem ADS-B-Empfänger eine vollwertige lokale Flugradar-Station. Der Installer erledigt die Hauptarbeit, danach bleiben drei Handgriffe: Standort setzen, Gain prüfen und kontrollieren, ob alle Feeder weiterlaufen. Wer PiAware nicht antasten will, bekommt mit tar1090 allein schon die bessere Karte; wer Heatmap und Verlauf möchte, wechselt komplett auf readsb.
Kurzfazit
Installer ausführen, neu starten, Standort setzen, /tar1090 öffnen – fertig ist deine eigene Live-Karte. Danach entscheiden Antenne und Standort über die Reichweite, und pTracks zeigt dir ehrlich, wo es noch hakt.
Zusammenfassung
- readsb in der Fassung von wiedehopf ist ein Fork von Mictronics' readsb, der wiederum auf dump1090-fa zurückgeht. Das Projekt steht unter der Lizenz GPL-3.0.
- tar1090 ersetzt keinen Dekoder, sondern setzt als Kartenoberfläche auf readsb oder dump1090-fa auf. Große Community-Tracker wie adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live nutzen dieselbe Oberfläche.
- Die Konfiguration liegt in /etc/default/readsb und /etc/default/tar1090, Feinheiten der Weboberfläche in der Datei config.js.
- Mit pTracks zeigt tar1090 die Spuren der vergangenen Stunden und damit, wie weit deine Antenne in welche Richtung tatsächlich hört.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen readsb und tar1090?
readsb ist der Dekoder: Er steuert den SDR-Stick, wertet die Mode-S- und ADS-B-Nachrichten auf 1090 MHz aus und schreibt die Ergebnisse unter anderem als JSON-Dateien. tar1090 ist die Weboberfläche, die diese Daten im Browser als Karte mit Tabelle, Spuren und Filtern darstellt. Ohne Dekoder hat tar1090 nichts anzuzeigen.
Wie installiere ich readsb und tar1090?
Am einfachsten über das Installationsskript aus dem GitHub-Projekt wiedehopf/adsb-scripts. Es lädt und baut readsb, installiert tar1090 und passt vorhandene Feeder wie fr24feed oder rbfeeder an. Nach der Installation empfiehlt die Anleitung einen Neustart, wenn auf dem System vorher noch kein RTL-SDR-Stick lief.
Kann ich tar1090 auch mit PiAware nutzen?
Ja. tar1090 arbeitet laut Projektbeschreibung auch mit dump1090-fa, dem Dekoder von PiAware. Du installierst dann nur tar1090 über dessen eigenes Installationsskript und lässt den Dekoder unverändert. Der readsb-Installer dagegen entfernt dump1090-fa, weil immer nur ein Dekoder auf den Stick zugreifen kann.
Unter welcher Adresse finde ich die Karte?
Im Browser unter http:// plus der IP-Adresse oder dem Hostnamen deines Pi und dem Zusatz /tar1090. Die Karte ist standardmäßig nur aus deinem eigenen Netzwerk erreichbar. Meldet der Browser eine abgelehnte Verbindung, fehlt meist der Webserver lighttpd.
Wie stelle ich die Verstärkung (Gain) ein?
Für automatische Regelung genügt readsb-gain auto, einen festen Wert setzt du zum Beispiel mit sudo readsb-gain 43.9. readsb bringt für RTL-SDR-Sticks eine eigene, auf ADS-B abgestimmte automatische Regelung mit, deren Grundwerte laut Entwickler normalerweise nicht angepasst werden müssen.
Funktionieren meine Feeder nach dem Wechsel auf readsb weiter?
Der Installer konfiguriert fr24feed und rbfeeder automatisch so um, dass sie ihre Daten von readsb beziehen. Für andere Feeder prüfst du nach der Installation selbst, ob sie noch Daten liefern. Bei einer Deinstallation werden die Änderungen an fr24feed und rbfeeder nicht zurückgenommen.
Wie deinstalliere ich readsb und tar1090 wieder?
readsb stoppst und deaktivierst du mit sudo systemctl disable --now readsb, tar1090 entfernst du mit dem Uninstall-Skript unter /usr/local/share/tar1090/uninstall.sh. Für eine Rückkehr zu PiAware installierst du anschließend dump1090-fa wieder.
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