PiAware einrichten: FlightAware-Feeder auf dem Raspberry Pi

Vom leeren Raspberry Pi zur beanspruchten FlightAware-Station: SD-Image flashen oder Paket installieren, WLAN einrichten, Feeder-ID claimen, Standort für MLAT setzen und typische Fehler beheben.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Wege führen zum Ziel: Das fertige PiAware-SD-Image bringt alles mit, die Paket-Installation setzt PiAware auf ein vorhandenes Raspberry Pi OS.
  • WLAN ohne Tastatur: Beim SD-Image trägst du Netzwerkname und Passwort in die Datei piaware-config.txt ein oder richtest die Verbindung ab PiAware 7.0 per Bluetooth ein.
  • Claimen nicht vergessen: Erst wenn du die Station mit deinem FlightAware-Konto verknüpfst, tauchen Statistiken auf und das kostenlose Enterprise-Konto wird freigeschaltet.
  • Standort setzen für MLAT: Ohne exakte Position und Antennenhöhe auf der Statistikseite kann deine Station nicht an der Multilateration teilnehmen.
  • Zwei Befehle retten den Tag: sudo piaware-status zeigt, ob Dekoder und Verbindung laufen, das Log unter /var/log/piaware.log verrät den Rest.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.PiAware einrichten: die kurze Antwort
  2. 2.Was PiAware eigentlich macht
  3. 3.SD-Image oder Paket: der richtige Weg für dich
  4. 4.Weg 1: das PiAware-SD-Image
  5. 5.Weg 2: PiAware auf Raspberry Pi OS installieren
  6. 6.Die Station claimen
  7. 7.Standort und Antennenhöhe für MLAT
  8. 8.SkyAware: deine eigene Flugradar-Karte
  9. 9.Die wichtigsten Befehle und Einstellungen
  10. 10.Typische Probleme und ihre Lösung
  11. 11.Mehr als FlightAware: weitere Netzwerke anschließen
  12. 12.Was du als Spotter davon hast
  13. 13.Fazit

Die Hardware liegt auf dem Tisch: Raspberry Pi, SDR-Stick, Antenne, eine leere Speicherkarte. Jetzt fehlt nur noch die Software, die aus diesen Teilen eine Station macht, die Flugzeuge am Himmel hört und ihre Daten an FlightAware weitergibt. Genau das erledigt PiAware. Dieser Guide zeigt dir Schritt für Schritt, wie du PiAware installierst und einrichtest – mit dem fertigen SD-Image oder als Paket auf einem vorhandenen Raspberry Pi OS. Dazu kommen Claimen, Standort für MLAT, die lokale Karte SkyAware und die Befehle, die dir bei Problemen weiterhelfen.

Vom Empfang zur Sichtung

Deine Station zeigt dir, was gerade anfliegt – in Planetrack hältst du die Maschine dann mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Spot fest. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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PiAware einrichten: die kurze Antwort

Du schreibst das PiAware-Image mit dem Raspberry Pi Imager auf eine microSD-Karte, trägst bei Bedarf dein WLAN in die Datei piaware-config.txt ein, steckst Karte, SDR-Stick und Antenne in den Pi und schaltest ihn ein. Nach vier bis fünf Minuten claimst du die Station mit deinem FlightAware-Konto, setzt auf der Statistikseite Standort und Antennenhöhe – fertig. Läuft auf deinem Pi bereits Raspberry Pi OS, installierst du PiAware stattdessen über das Paket-Repository von FlightAware.

Welche Bauteile du brauchst und wo die Antenne am besten hängt, erklärt der Guide ADS-B-Empfänger selber bauen. Wie ADS-B selbst funktioniert, steht in Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter. Hier geht es nur um die Software.

1090 MHzFrequenz, auf der PiAware über dump1090-fa mithört
4–5 minWartezeit nach dem Start, bevor du die Station claimst
30 minbis die ersten Statistiken bei FlightAware erscheinen

Was PiAware eigentlich macht

PiAware ist kein einzelnes Programm, sondern ein kleines Bündel, das auf dem Pi zusammenarbeitet. Der eigentliche Empfang läuft über dump1090-fa: Dieser Dekoder steuert den SDR-Stick, demoduliert die Signale auf 1090 MHz und macht daraus lesbare ADS-B- und Mode-S-Nachrichten. Die Grundlagen zu diesen Nachrichten erklärt Transponder Mode A, C und S.

Das Programm piaware übernimmt dann die Verbindung nach außen. Es liest den Datenstrom des Dekoders, bereitet ihn über das Hilfsprogramm faup1090 auf und schickt ihn verschlüsselt und komprimiert an FlightAware. Nebenbei meldet es regelmäßig Systemdaten wie CPU-Temperatur, Auslastung und Speicherplatz. Fordert FlightAware Multilateration an, startet piaware zusätzlich den fa-mlat-client, der ausgewählte Rohnachrichten für die Ortung weitergibt. Wie MLAT Flugzeuge ohne eigene Positionsmeldung ortet, beschreibt MLAT und Multilateration erklärt.

Jede Station bekommt eine eindeutige Feeder-ID. Über sie verknüpfst du den Pi mit deinem FlightAware-Konto – und sie sorgt dafür, dass deine Statistiken auch nach einem Kartentausch erhalten bleiben, wenn du sie in der Konfiguration wieder einträgst.

SD-Image oder Paket: der richtige Weg für dich

FlightAware bietet zwei Installationswege an. Welcher passt, hängt davon ab, ob dein Pi ausschließlich als Feeder läuft.

Kriterium PiAware-SD-Image Paket-Installation
Ausgangslage leere microSD-Karte Pi mit Raspberry Pi OS Trixie, Bookworm oder Bullseye
Aufwand flashen, WLAN eintragen, starten Repository einbinden, Pakete per apt installieren
Bedienung ohne Kommandozeile möglich Zugriff per Terminal oder SSH nötig
Updates automatische und manuelle Updates standardmäßig erlaubt Updates standardmäßig deaktiviert
Pi für andere Aufgaben nutzen eher nicht vorgesehen problemlos möglich
Konfiguration /boot/piaware-config.txt oder piaware-config piaware-config oder /etc/piaware.conf

Nimm das SD-Image, wenn …

  • der Pi nur als ADS-B-Station laufen wird
  • du keine Lust auf Kommandozeile hast
  • dein Pi-Modell in der FlightAware-Liste steht (Pi 3, Pi 4, Pi Zero W)

Nimm die Paket-Installation, wenn …

  • auf dem Pi schon Raspberry Pi OS mit anderen Diensten läuft
  • du später weitere Feeder oder Karten-Tools ergänzen willst
  • du Updates lieber selbst steuerst

Schau dir Alternativen an, wenn …

  • du von Anfang an mehrere Netzwerke gleichberechtigt beliefern willst
  • du keinen Raspberry Pi einsetzen möchtest
  • du eine Docker-basierte Lösung bevorzugst

Für den dritten Fall lohnen sich Mehrere Netzwerke gleichzeitig feeden mit Ultrafeeder und ADS-B-Empfang ohne Raspberry Pi.

Weg 1: das PiAware-SD-Image

Das Image ist ein komplettes Betriebssystem mit vorinstalliertem Dekoder, Feeder und lokaler Karte. FlightAware bietet es als komprimierte Datei von rund 700 MB an, dazu eine Variante mit Unterstützung für ein kleines Waveshare-Display.

1. Image herunterladen

Lade das aktuelle PiAware-Image von der FlightAware-Website herunter. Entpacken musst du es nicht, der Imager liest die komprimierte Datei direkt.

2. Mit dem Raspberry Pi Imager flashen

Wähle dein Pi-Modell, dann unter dem Betriebssystem „Custom OS“ (eigenes Image) und die PiAware-Datei. Prüf die Zielkarte genau – alles darauf wird gelöscht. Die Frage nach einer Anpassung des Betriebssystems beantwortest du mit Nein.

3. WLAN eintragen (optional)

Steck die Karte erneut ein und öffne auf der Boot-Partition der Karte die Datei piaware-config.txt. Dort setzt du wireless-network auf yes und trägst wireless-ssid und wireless-password ein. Per Netzwerkkabel kannst du diesen Schritt überspringen.

4. Zusammenstecken

Karte in den Pi, SDR-Stick in einen USB-Port, Antennenkabel fest anschrauben, gegebenenfalls Netzwerkkabel einstecken – und erst zum Schluss den Strom.

5. Start abwarten

Die rote LED leuchtet dauerhaft, die grüne blinkt bei Kartenzugriffen. Gib dem Pi einige Minuten, bis er Netzwerk, Dekoder und Verbindung zu FlightAware aufgebaut hat.

WLAN-Einrichtung: Datei oder Bluetooth

Beim Bearbeiten von piaware-config.txt gilt: Nimm einen reinen Texteditor und schalte typografische Anführungszeichen ab, sonst liest PiAware die Werte nicht. Unterstützt werden laut FlightAware WPA/WPA2 und offene Netze, WEP dagegen nicht. Standardmäßig holt sich der Pi seine Adresse per DHCP; wer eine feste IP will, setzt wireless-type auf static und trägt unter anderem Adresse, Netzmaske, Gateway und Nameserver ein.

Ab PiAware 7.0 geht es auch ohne Dateibearbeitung: Die WLAN-Daten lassen sich per Bluetooth übertragen, entweder über die FlightAware-App für iOS oder über eine Konfigurationsseite im Browser. FlightAware nennt dafür Chrome, Edge, Opera sowie Chrome unter Android.

Router-Tipp: feste Adresse vergeben

Statt die IP im Pi festzulegen, kannst du im Router einstellen, dass der Pi immer dieselbe Adresse bekommt. So findest du SkyAware jederzeit unter derselben Adresse wieder, ohne an der PiAware-Konfiguration etwas zu ändern.

Weg 2: PiAware auf Raspberry Pi OS installieren

Läuft dein Pi bereits mit Raspberry Pi OS, setzt du PiAware als Paket obendrauf. Voraussetzung laut FlightAware: Raspberry Pi OS Trixie, Bookworm oder Bullseye, eine Internetverbindung und Zugriff auf die Kommandozeile – direkt am Pi oder per SSH. Der Ablauf in Kurzform:

  1. System aktualisieren: sudo apt update, dann sudo apt full-upgrade und ein Neustart mit sudo reboot.
  2. Repository einbinden: Lade das Paket flightaware-apt-repository von der FlightAware-Installationsseite herunter und installiere es mit sudo dpkg -i. Es trägt die Paketquelle von FlightAware in dein System ein.
  3. PiAware installieren: sudo apt update und anschließend sudo apt install piaware.
  4. Dekoder installieren: Hast du noch keinen Dekoder, folgt sudo apt install dump1090-fa.
  5. Neustart: sudo reboot.

Ein Unterschied zum SD-Image: Bei der Paket-Installation sind automatische und manuelle Updates abgeschaltet. Willst du, dass FlightAware die Software aktualisieren darf oder du Updates von der Statistikseite aus anstoßen kannst, aktivierst du beides mit sudo piaware-config allow-auto-updates yes und sudo piaware-config allow-manual-updates yes.

Das Paket dump978-fa für den zweiten Frequenzbereich 978 MHz brauchst du in Europa nicht: UAT ist ein US-System, wie UAT auf 978 MHz erklärt zeigt.

Seltene Gäste nicht verpassen

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ, eine Airline oder eine Special Livery im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Die Station claimen

Egal, welchen Weg du gegangen bist: Erst das Claimen verknüpft die Station mit deinem FlightAware-Konto. Warte nach dem Start vier bis fünf Minuten, dann hast du drei Möglichkeiten:

  • Per Bluetooth über die FlightAware-App für iOS oder die Online-Konfigurationsseite. Dieser Weg funktioniert laut FlightAware nur mit dem SD-Image, nicht bei der Paket-Installation.
  • Im Browser: Ruf aus deinem Heimnetz die lokale IP-Adresse des Pi auf. Eine noch nicht beanspruchte Station zeigt dort einen Claim-Link.
  • Per Feeder-ID: Mit cat /var/cache/piaware/feeder_id liest du die ID aus und hängst sie an die Claim-Adresse auf der FlightAware-Website an.

Taucht die Station nach fünf Minuten nicht als beansprucht auf, starte den Pi neu und prüf die WLAN-Einstellungen. Hilft das nicht, bietet FlightAware einen ADS-B-Support per E-Mail an.

Danach erscheint deine Station auf der ADS-B-Statistikseite von FlightAware. Laut FlightAware dauert es bis zu 30 Minuten, bis die ersten Zahlen auftauchen; anschließend findest du die Seite angemeldet auch über den Menüpunkt „My ADS-B“. Was du als Feeder bekommst – vor allem das kostenlose Enterprise-Konto –, fasst die FlightAware-Anleitung zusammen, den Vergleich mit anderen Netzwerken liefert Was Feeder als Gegenleistung bekommen.

Standort und Antennenhöhe für MLAT

Der wichtigste Schritt nach dem Claimen wird oft vergessen: Auf der Statistikseite klickst du auf das Zahnrad neben dem Stationsnamen und trägst die genaue Position und die Höhe deiner Antenne ein. Ohne diese Angaben kann deine Station nicht an der Multilateration teilnehmen – die Rechnung basiert auf den exakten Positionen aller Empfänger, die dasselbe Signal hören.

In der Konfiguration sind allow-mlat und mlat-results standardmäßig aktiviert. Die per MLAT berechneten Positionen werden also auch an deine Station zurückgespielt und erscheinen auf deiner lokalen Karte. Gerade ältere Maschinen, viele Hubschrauber und manche Militärflugzeuge ohne ADS-B-Position können so überhaupt erst sichtbar werden.

Genau, aber bewusst

Für MLAT braucht FlightAware die präzise Position deiner Antenne. Überleg dir vorher, ob du mit dieser Angabe einverstanden bist – sie ist die Grundlage für die Ortung, aber eben auch dein Wohnort. Wie es rechtlich um Empfang und Weitergabe von ADS-B-Daten steht, erklärt ADS-B-Daten empfangen: die Rechtslage.

SkyAware: deine eigene Flugradar-Karte

Mit PiAware bekommst du eine lokale Weboberfläche namens SkyAware. Sie zeigt alle Flugzeuge, die deine Station gerade hört, auf einer Karte – mit Angaben wie Hex-Code, Callsign und Höhe. Den direkten Link und die lokale IP-Adresse deines Pi findest du auf deiner FlightAware-Statistikseite. Die Karte ist nur aus deinem eigenen Netzwerk erreichbar.

Für Spotter ist SkyAware ein ehrliches Werkzeug: Du siehst nur, was deine Antenne wirklich empfängt, ohne Filter und ohne Datenlücken durch Sperrlisten. Was die Felder bedeuten, erklären ICAO-24-Bit-Adresse (Hex-Code) und Callsign und Flugnummer. Wer eine umfangreichere Oberfläche möchte, findet in readsb und tar1090 installieren und Flugverfolgung am PC mit tar1090 die gängigen Alternativen.

Die wichtigsten Befehle und Einstellungen

Für den Alltag reichen wenige Befehle. Auf dem SD-Image meldest du dich laut FlightAware-Anleitung mit dem Benutzer pi und dem Passwort flightaware an – ändere das Passwort sofort mit passwd. SSH ist bei neuen SD-Installationen ab Version 3.3 abgeschaltet; du aktivierst es, indem du eine leere Datei namens ssh ohne Endung auf die Boot-Partition der Karte legst.

Befehl Wofür
sudo piaware-status prüft, ob Dekoder, faup1090 und piaware laufen und ob die Verbindung zu FlightAware steht
piaware-config zeigt die aktuelle Konfiguration
sudo piaware-config <einstellung> <wert> ändert eine Einstellung, etwa allow-mlat yes
sudo systemctl restart piaware startet den Feeder neu
cat /var/cache/piaware/feeder_id zeigt die Feeder-ID
/var/log/piaware.log Logdatei mit Verbindungs- und Fehlermeldungen

Nach Änderungen an der Konfiguration startest du den Pi neu oder zumindest den Dienst. Ein paar Einstellungen sind für Spotter besonders interessant:

  • Verstärkung (Gain): Neue SD-Installationen nutzen eine adaptive Verstärkung im Dynamic-Range-Modus, die das Grundrauschen automatisch auf oder unter einem Zielwert hält; der Burst-Modus ist dort standardmäßig aus. Über adaptive-min-gain und adaptive-max-gain begrenzt du den Bereich; mit der Option rtlsdr-gain setzt du auf dem SD-Image stattdessen einen festen Wert für den Stick.
  • Burst-Modus: adaptive-burst yes senkt die Verstärkung, wenn nahe Flugzeuge den Empfänger übersteuern. Das hilft direkt in der Einflugschneise, kostet aber Reichweite und gilt laut Dokumentation als experimentell.
  • Mehrere Sticks: Mit rtlsdr-device-index wählst du auf dem SD-Image den richtigen Stick aus, wenn mehrere angeschlossen sind.
  • Feeder-ID übernehmen: Mit feeder-id trägst du nach einem Karten- oder Hardwaretausch die alte ID ein, damit Statistik und Historie erhalten bleiben.

Ob eine geänderte Einstellung tatsächlich mehr bringt, siehst du erst in den Zahlen. Wie du Reichweite und Nachrichtenrate über Tage vergleichst, zeigt Empfangsleistung messen mit graphs1090. Hardware-Hebel wie Vorverstärker und Filter beschreibt ADS-B-Reichweite steigern.

Typische Probleme und ihre Lösung

  • Station lässt sich nicht claimen: Meist ist der Pi gar nicht online. Prüf WLAN-Name und Passwort in piaware-config.txt auf Tippfehler und typografische Anführungszeichen oder teste mit Netzwerkkabel.
  • Keine Flugzeuge auf der Karte: sudo piaware-status zeigt, ob dump1090-fa läuft. Steckt der Stick wirklich fest, ist das Antennenkabel angeschraubt? Ein Blick ins Log verrät, ob der Dekoder den Stick überhaupt findet.
  • Kaum Reichweite: Fast immer liegt es an der Antenne, nicht an der Software. Mehr dazu in Den besten Antennenstandort finden und 1090-MHz-Antenne selber bauen.
  • Kein MLAT: Standort und Antennenhöhe auf der Statistikseite gesetzt? Ohne sie bleibt MLAT inaktiv.
  • Station stürzt ab oder startet neu: Eine mögliche Ursache ist ein zu schwaches Netzteil. FlightAware empfiehlt 5,1 Volt bei 2,5 Ampere.
  • Empfänger übersteuert: Wohnst du direkt am Flughafen, probier den Burst-Modus oder eine niedrigere maximale Verstärkung. Welche Sticks wofür taugen, vergleicht SDR-Sticks für ADS-B im Vergleich.

Mehr als FlightAware: weitere Netzwerke anschließen

PiAware schließt andere Dienste nicht aus. Der Dekoder stellt seine Daten im lokalen Netzwerk bereit, und zusätzliche Feeder-Programme können parallel darauf zugreifen. Viele Spotter ergänzen den Flightradar24-Feeder – Schritt für Schritt erklärt in fr24feed einrichten – oder liefern an Community-Netzwerke wie in An ADS-B Exchange und Community-Netzwerke feeden. Welches Netzwerk was bietet, ordnet ADS-B-Feeder-Programme im Vergleich ein.

Was du als Spotter davon hast

Die eigene Station ist mehr als ein Beitrag zum großen Netz. Wohnst du in der Nähe deines Hausflughafens, siehst du morgens auf SkyAware, aus welcher Richtung die ersten Anflüge kommen, und weißt sofort, welcher Spot heute funktioniert. Am Flughafen München entscheidet das etwa, ob du zum Besucherhügel fährst oder lieber ans andere Pistenende, in Hamburg, ob sich der Affenfelsen lohnt. Die Logik dahinter erklärt Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

Dazu kommt das Logbuch: Mit den Daten deiner Station und dem Enterprise-Konto ordnest du Fotos nachträglich Kennzeichen und Flügen zu. Wie das systematisch geht, zeigt Sichtungen mit ADS-B-Logs abgleichen.

Läuft deine PiAware-Station rund?

Hak ab, was erledigt ist – am Ende siehst du, ob deine Station vollständig eingerichtet ist.

  • Die Station ist mit meinem FlightAware-Konto verknüpft.
  • Standort und Antennenhöhe sind auf der Statistikseite eingetragen.
  • Ich habe das Standardpasswort geändert.
  • SkyAware zeigt Flugzeuge aus meiner Umgebung.
  • sudo piaware-status meldet alle Dienste als laufend.
  • Ich habe meine Feeder-ID notiert, falls die Karte einmal getauscht werden muss.

Die Station hört mit, du sammelst

Halte jede Sichtung mit Foto und Kennzeichen in deinem Hangar fest, pflege deine Wunschliste und teile Fotos mit der Planetrack-Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

PiAware ist einer der einfachsten Wege zur eigenen ADS-B-Station. Mit dem SD-Image läuft ein reiner Feeder nach wenigen Handgriffen, mit der Paket-Installation integrierst du PiAware in ein bestehendes Raspberry Pi OS. Entscheidend sind danach drei Dinge: die Station claimen, Standort und Antennenhöhe für MLAT eintragen und das Standardpasswort ändern. Den Rest erledigen piaware-status, das Log und ein gut platzierter Antennenmast.

Kurzfazit

Image flashen oder Paket installieren, WLAN eintragen, nach fünf Minuten claimen, Standort setzen – so wird aus Pi, Stick und Antenne eine FlightAware-Station. Danach entscheidet die Antenne über die Reichweite, nicht die Software.

Zusammenfassung

  • PiAware ist die Feeder-Software von FlightAware: Sie nimmt die Daten des Dekoders dump1090-fa entgegen und schickt sie verschlüsselt an FlightAware.
  • Für den kompletten Selbstbau nennt FlightAware rund 100 US-Dollar beziehungsweise 80 Euro Teilekosten und etwa zwei Stunden Aufbauzeit.
  • Nach dem ersten Start dauert es einige Minuten, bis sich die Station claimen lässt, und bis zu 30 Minuten, bis die ersten Statistiken erscheinen.
  • Mit der lokalen Karte SkyAware siehst du den Verkehr rund um deinen Hausflughafen direkt aus deinen eigenen Empfangsdaten.

Häufige Fragen

Was ist PiAware?

PiAware ist die Software von FlightAware, mit der ein Raspberry Pi empfangene ADS-B-Daten an FlightAware weitergibt. Sie liest den Datenstrom des Dekoders dump1090-fa, bereitet ihn auf und sendet ihn über eine verschlüsselte Verbindung. FlightAware bietet PiAware als komplettes SD-Karten-Image und als Paket für Raspberry Pi OS an.

Welcher Raspberry Pi eignet sich für PiAware?

Die Bauanleitung von FlightAware nennt die Modelle Raspberry Pi 3, Raspberry Pi 4 und Pi Zero W. Dazu empfiehlt FlightAware ein Netzteil mit 5,1 Volt und 2,5 Ampere sowie eine microSD-Karte mit mindestens 8 GB.

SD-Image oder Paket-Installation – was ist besser?

Das SD-Image ist der schnellste Weg für einen Pi, der nur als Feeder läuft: flashen, WLAN eintragen, starten. Die Paket-Installation lohnt sich, wenn auf dem Pi bereits Raspberry Pi OS läuft oder du ihn zusätzlich für andere Aufgaben nutzt. FlightAware nennt dafür Raspberry Pi OS Trixie, Bookworm oder Bullseye als Voraussetzung.

Wie beanspruche ich meine PiAware-Station?

Warte nach dem Start vier bis fünf Minuten. Dann kannst du die Station – nur beim SD-Image – per Bluetooth über die FlightAware-App für iOS oder die Konfigurationsseite, außerdem über die lokale IP-Adresse des Pi im Browser oder per Feeder-ID claimen. Die Feeder-ID liest du mit cat /var/cache/piaware/feeder_id aus und hängst sie an die Claim-Adresse auf der FlightAware-Website an.

Wie öffne ich die lokale Karte SkyAware?

SkyAware ist die Weboberfläche deiner Station. Auf der FlightAware-Statistikseite stehen die lokale IP-Adresse deines Pi und ein direkter Link zu SkyAware. Die Karte funktioniert nur aus deinem eigenen Netzwerk heraus.

Warum nimmt meine Station nicht an MLAT teil?

Meist fehlt der Standort. MLAT funktioniert nur, wenn die exakte Position und die Antennenhöhe deiner Station bekannt sind. Beides trägst du auf der Statistikseite über das Zahnrad neben dem Stationsnamen ein. In der Konfiguration ist allow-mlat standardmäßig aktiviert.

Welches Passwort hat das PiAware-Image?

Die FlightAware-Anleitung nennt für das SD-Image den Benutzer pi mit dem Passwort flightaware. Weil die Station dauerhaft im Internet hängt, solltest du das Passwort nach dem ersten Login mit dem Befehl passwd ändern. SSH ist bei neuen SD-Installationen ab Version 3.3 standardmäßig aus.

Kann ich mit PiAware auch an andere Dienste liefern?

Ja. Der Dekoder stellt seine Daten im Netzwerk bereit, sodass zusätzliche Feeder-Programme anderer Dienste parallel darauf zugreifen können. Viele Spotter installieren etwa den Flightradar24-Feeder oder Community-Feeder zusätzlich.

PT

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