Ungefilterte Community-Tracker im Vergleich: adsb.fi, adsb.lol, airplanes.live

Drei Karten, eine Technik, unterschiedliche Philosophien: Was adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live gemeinsam haben, worin sie sich bei Daten, API und Lizenz unterscheiden und welche Karte für welchen Spotting-Zweck passt.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Gleiche Technik, verschiedene Betreiber: Alle drei Karten bauen auf der Open-Source-Kette readsb, mlat-server und tar1090 auf. Wer eine bedienen kann, kommt mit den anderen sofort zurecht.
  • Ungefiltert heißt: keine gezielten Sperren. Flüge, die bei kommerziellen Diensten auf Halterwunsch ausgeblendet werden, tauchen hier in der Regel auf – sofern ein Feeder sie empfängt.
  • adsb.lol setzt am konsequentesten auf offene Daten: Historische Tagesdaten erscheinen täglich als Download unter der Open Database License, Feeder-Daten werden unter CC0 eingebracht.
  • adsb.fi hat die klarsten API-Regeln: Öffentliche Endpunkte mit einer Anfrage pro Sekunde, nur für private, nichtkommerzielle Nutzung und mit Quellenangabe.
  • Abdeckung kommt von dir: Alle drei Netze leben von Freiwilligen. Lücken in deiner Region schließt am wirksamsten ein eigener Empfänger, den du parallel an mehrere Netze anbindest.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort
  2. 2.Warum es diese Karten gibt
  3. 3.Die drei Dienste im Porträt
  4. 4.adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live im direkten Vergleich
  5. 5.Warum dieselbe Karte unterschiedliche Flugzeuge zeigt
  6. 6.So nutzt du die Community-Tracker beim Spotting
  7. 7.Welche Karte passt zu dir?
  8. 8.Selbst feeden: die Abdeckung verbessern
  9. 9.Worauf du achten solltest
  10. 10.Fazit

Ein Tankflugzeug zieht Kreise über der Nordsee, eine Regierungsmaschine ist im Anflug, und auf deiner gewohnten Flugradar-App ist davon nichts zu sehen. Genau für solche Momente greifen viele Spotter zu den ungefilterten Community-Trackern adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live. Die drei Karten sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich – und doch unterscheiden sie sich bei Datenlizenz, API, Archiv und Abdeckung. Dieser Vergleich zeigt dir, was hinter den Diensten steckt, wie du sie für dein Spotting nutzt und wann sich welche Karte lohnt.

Von der Live-Karte zur eigenen Sichtung

Mit Planetrack postest du deine Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot – und hast sie danach dauerhaft in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Die kurze Antwort

adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live sind Netzwerke freiwilliger ADS-B-Empfänger, die ihre Daten auf frei zugänglichen Karten zeigen und dabei keine Flugzeuge gezielt ausblenden. Technisch nutzen alle drei dieselbe Open-Source-Basis: den Dekoder und Aggregator readsb, einen mlat-server für die Multilateration und tar1090 als Kartenoberfläche. Die Unterschiede liegen vor allem darin, wie offen die Daten weitergegeben werden und welche Feeder in deiner Region an welches Netz liefern.

Kurz gesagt: adsb.lol ist das Open-Data-Projekt mit täglich veröffentlichten Archiven, adsb.fi bietet eine schlanke, klar geregelte API für private Projekte, und airplanes.live setzt auf ein eigenes Feeder-Image und eine offen dokumentierte Infrastruktur. Für das reine Live-Spotting sind alle drei gleichwertig gut, sofern die Abdeckung stimmt.

3Open-Source-Bausteine, die alle drei Karten teilen: readsb, mlat-server, tar1090
4Empfänger, die ein Signal mindestens hören müssen, damit MLAT eine Position berechnet
2023Übernahme von ADS-B Exchange durch JETNET – der Auslöser für das Wachstum der Alternativen

Warum es diese Karten gibt

Die großen Flugradar-Dienste wie Flightradar24 oder FlightAware filtern einen Teil des Verkehrs. Halter können ihre Flugzeuge sperren oder anonymisieren lassen, etwa über das US-Programm LADD, und manche Regierungs- oder Militärmaschinen werden auf Wunsch von Behörden gar nicht angezeigt. Die Hintergründe erklärt der Artikel Warum ein Flugzeug nicht auf Flightradar erscheint.

Als Gegenmodell entstand 2016 ADS-B Exchange, das empfangene Daten bewusst ungefiltert zeigte. Im Januar 2023 übernahm der US-Luftfahrtdaten-Anbieter JETNET den Dienst. JETNET kündigte zwar an, am ungefilterten Modell festzuhalten, in Teilen der Feeder-Community stieß der Verkauf aber auf Kritik: Ein von Freiwilligen aufgebautes Netz gehörte nun einem kommerziellen Unternehmen. In der Folge wuchsen Community-Projekte, die auf derselben frei verfügbaren Software aufsetzen und von Feedern selbst getragen werden. adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live sind die bekanntesten davon.

Ungefiltert ist nicht gleich vollständig

Auch eine ungefilterte Karte zeigt nur, was ein Feeder empfängt. Flugzeuge mit abgeschaltetem Transponder, Maschinen über dem offenen Meer ohne Empfänger in Reichweite und Flüge mit wechselnder 24-Bit-Adresse lassen sich nicht oder nicht eindeutig zuordnen.

Die drei Dienste im Porträt

adsb.fi

adsb.fi tritt als schlanke Community-Karte auf. Auf GitHub pflegt das Projekt neben eigenen Ableitungen von readsb, tar1090 und mlat-server auch Feed-Skripte für bestehende Empfänger sowie eine eigene Liste ausführlicher Typbezeichnungen für Militärflugzeuge, die in die Typdatenbank der Karte einfließt.

Das Aushängeschild für Bastler ist die Open-Data-API. Sie ist kompatibel zur v2-API von ADS-B Exchange und erlaubt Abfragen nach Hex-Code, Rufzeichen, Kennzeichen und Squawk, eine Liste aller als militärisch markierten Flugzeuge sowie eine Umkreissuche bis 250 Seemeilen um einen Punkt. Die Regeln sind klar formuliert:

  • Öffentliche Endpunkte: eine Anfrage pro Sekunde.
  • Feeder-Endpunkt: Ein Gesamt-Schnappschuss aller Flugzeuge steht nur Feedern zur Verfügung, die anhand ihrer IP-Adresse erkannt werden, mit einer Abfrage alle 30 Sekunden.
  • Nutzung: ausschließlich privat und nichtkommerziell, mit Nennung von adsb.fi und Link auf die Startseite. Weiterverkauf oder Lizenzierung der Daten ist ausgeschlossen.
  • Fehlerhafte Anfragen: Häufen sich Fehlercodes, kann deine IP vorübergehend gesperrt werden.

Für ein kleines Hobbyprojekt – etwa eine Anzeige, die meldet, wenn ein bestimmtes Kennzeichen über deinem Wohnort auftaucht – ist das ideal. Für kommerzielle Nutzung verweist adsb.fi auf eine direkte Kontaktaufnahme.

adsb.lol

adsb.lol beschreibt sich selbst als offen lizenzierte, öffentlich zugängliche und ungefilterte Flugverfolgung. Das Projekt geht beim Thema offene Daten am weitesten:

  • Historische Daten: Die Tagesdaten der Server erscheinen einmal täglich als Download-Paket auf GitHub, inklusive der Flugspuren einzelner Flugzeuge. Lizenz ist die Open Database License (ODbL 1.0). Die Archive sind riesig – allein der Jahrgang 2025 umfasst gut zwei Terabyte.
  • API: Unter api.adsb.lol steht eine Schnittstelle bereit, die als Ersatz für die frühere ADS-B-Exchange-API über RapidAPI konzipiert ist. Derzeit ist sie ohne Schlüssel nutzbar, die Ratenlimits passen sich dynamisch der Serverlast an. Laut Projekt ist später ein API-Schlüssel vorgesehen, den Feeder erhalten. Zusätzlich liefert die API plausible Flugrouten zu Rufzeichen.
  • Feeder-Daten: Wer an adsb.lol liefert, verzichtet nach den Projektbedingungen auf Urheber- und verwandte Rechte an diesen Daten (CC0). Personenbezogene Daten erhebt der Dienst nach eigener Aussage nur in Form kurzzeitig gespeicherter Logdateien.
  • Feeder-Extras: Eine Karte nur mit den Empfängen deiner Station, eine Übersicht der MLAT-Synchronisation und weitere Werkzeuge stehen Feedern zur Verfügung.

Die Server stehen laut Projektangaben bei einem Hoster in Deutschland. Die Kartenoberfläche liegt direkt auf der Startseite adsb.lol und bietet unter anderem eine Wiedergabe vergangener Flugbewegungen und den Export als KML.

airplanes.live

airplanes.live betreibt eine eigene Kartenoberfläche unter globe.airplanes.live, eine API unter api.airplanes.live und Annahmestellen für Beast-Daten und MLAT. Auffällig ist die Transparenz bei der Verfügbarkeit: Das Projekt führt auf GitHub ein eigenes Status-Repository zu seinen Diensten.

Für Feeder bietet airplanes.live zwei Wege: Feed-Skripte für Stationen, auf denen bereits ein Dekoder läuft, und ein eigenes Feeder-Image für den Raspberry Pi, das Dekoder, MLAT-Client, Weboberfläche zur Konfiguration und Update-Werkzeug bündelt. Wer neu einsteigt, kommt damit ohne Kommandozeile zu einer funktionierenden Station. Die API-Bedingungen findest du auf der Projektseite; prüfe dort vor jedem eigenen Projekt die aktuellen Limits und Nutzungsregeln.

adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live im direkten Vergleich

Kriterium adsb.fi adsb.lol airplanes.live
Kartenoberfläche tar1090 tar1090 tar1090
Gezielte Filter keine nach Projektausrichtung „unfiltered“ laut Selbstbeschreibung keine nach Projektausrichtung
API offen, 1 Anfrage/s, kompatibel zu ADSBx v2 offen, dynamische Limits, Ersatz für ADSBx-RapidAPI vorhanden, Bedingungen auf der Projektseite
Datenlizenz private, nichtkommerzielle Nutzung mit Quellenangabe ODbL 1.0 für API und Archive Projektbedingungen beachten
Historische Daten nicht als offenes Archiv tägliche Downloads auf GitHub nicht als offenes Archiv dokumentiert
Feeder-Einstieg Feed-Skript für bestehende Empfänger Feed-Skript, Docker, Empfehlung ADSB.im Feed-Skript und eigenes Pi-Image
Typischer Einsatz schnelle Abfragen, Militär-Endpunkt Datenanalyse, Replay, Langzeit-Auswertung Live-Karte, Einstieg als Feeder

Die Tabelle beschreibt den Stand der öffentlich dokumentierten Projektangaben im Oktober 2026. Community-Projekte ändern Endpunkte, Limits und Bedingungen gelegentlich – maßgeblich ist immer die aktuelle Seite des jeweiligen Dienstes.

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Warum dieselbe Karte unterschiedliche Flugzeuge zeigt

Wer zwei Community-Tracker nebeneinander öffnet, wundert sich oft: Hier ist ein Hubschrauber zu sehen, dort fehlt er. Der Grund ist simpel. Jedes Netz zeigt nur die Daten seiner eigenen Feeder. Viele Stationen liefern zwar an mehrere Netze gleichzeitig, aber eben nicht alle. Steht in deiner Gegend ein Empfänger, der nur an adsb.lol liefert, sieht auch nur adsb.lol die tief fliegenden Maschinen in dessen Umfeld.

Bei Flugzeugen mit älteren Mode-S-Transpondern ohne eigene Positionsmeldung kommt eine zweite Hürde dazu: Ihre Position errechnet das Netz per Multilateration aus den Laufzeitunterschieden an mindestens vier Empfängern. Diese Empfänger müssen alle an dasselbe Netz liefern und miteinander synchronisiert sein. Ein Netz mit dichter Feeder-Struktur in deiner Region zeigt deshalb mehr MLAT-Ziele als eines mit vereinzelten Stationen. Wie Transponder-Kennungen funktionieren, erklärt der Artikel zur ICAO-24-Bit-Adresse.

1. Flugzeug auf der ersten Karte suchen

Gib Kennzeichen, Rufzeichen oder Hex-Code in die Suche ein. tar1090 findet das Flugzeug, sofern es gerade empfangen wird.

2. Bei Fehlanzeige die nächste Karte öffnen

Wechsle auf die zweite und dritte Community-Karte. Durch die unterschiedlichen Feeder-Netze schließen sich Lücken oft schon dadurch.

3. Datenquelle prüfen

Im Infofeld zeigt tar1090, ob die Position aus ADS-B, MLAT oder einer anderen Quelle stammt. MLAT-Positionen können springen und sind weniger genau.

4. Verlauf nutzen

Mit der Replay-Funktion siehst du, wo ein Flugzeug in den letzten Stunden unterwegs war – praktisch, wenn du eine Sichtung nachträglich zuordnen willst.

So nutzt du die Community-Tracker beim Spotting

Für Spotter sind die drei Karten vor allem bei Verkehr interessant, den kommerzielle Apps verstecken. Ein paar typische Einsätze:

  • Militärverkehr: Die Typdatenbanken der Karten markieren bekannte Militärmaschinen, und tar1090 kann die Anzeige darauf filtern. adsb.fi bietet zusätzlich einen eigenen API-Endpunkt nur für militärisch markierte Flugzeuge. Wie du Tanker, Transporter und Aufklärer gezielt findest, beschreibt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen.
  • Regierungs- und Geschäftsflüge: Staatsmaschinen und Business-Jets, die bei großen Diensten fehlen, tauchen hier häufig auf. Wie du daraus eine gelungene Session am Zaun machst, zeigt Regierungsflugzeuge spotten.
  • Notfall-Squawks: Über die Squawk-Suche findest du Flugzeuge, die gerade einen Notfallcode senden. Was die Codes bedeuten, erklärt Squawk-Codes 7500, 7600 und 7700.
  • Sichtungen nachträglich zuordnen: Mit Replay und Flugspur lässt sich nach einer Session prüfen, welche Maschine wann über deinem Spot war. Den Ablauf beschreibt Sichtungen mit ADS-B-Logs abgleichen.
  • Ein bestimmtes Flugzeug verfolgen: Die Suche nach Kennzeichen oder Hex-Code funktioniert in tar1090 direkt. Mehr Tricks dazu stehen in Ein Flugzeug per Kennzeichen finden.

Dafür spricht

  • keine gezielte Ausblendung von Militär-, Regierungs- oder Geschäftsflügen
  • kostenlos im Browser, ohne Konto und ohne Abo
  • mächtige tar1090-Oberfläche mit Filtern, Replay und Typsuche
  • offene APIs und – bei adsb.lol – frei lizenzierte Archive
  • getragen von der Community statt von einem Datenkonzern

Dagegen spricht

  • Abdeckung schwankt regional stark und hängt an Freiwilligen
  • kaum Komfortfunktionen wie Flugplandaten, Gate-Infos oder Push-Alarme
  • Oberfläche auf dem Smartphone weniger bequem als spezialisierte Apps
  • Betrieb ohne Garantie – Ausfälle oder Regeländerungen sind möglich

Welche Karte passt zu dir?

Welcher Community-Tracker passt zu deinem Vorhaben?

Drei Fragen – am Ende bekommst du eine Empfehlung, mit welcher Karte du anfängst.

Empfehlung

Starte mit der Karte, die bei dir am besten abdeckt

Öffne alle drei Karten an deinem Heimatflughafen und vergleiche, welche die meisten tief fliegenden Ziele zeigt. Willst du später selbst feeden, ist das Pi-Image von airplanes.live oder ADSB.im ein bequemer Einstieg.

Empfehlung

adsb.lol für offene Daten

Die täglichen Archive unter ODbL und die CC0-Regel für Feeder machen adsb.lol zur ersten Wahl, wenn dir offene Daten wichtig sind oder du Flugspuren langfristig auswerten willst.

Empfehlung

adsb.fi für kleine API-Projekte

Die offene API von adsb.fi ist kompakt dokumentiert, kompatibel zu ADS-B Exchange v2 und hat einen eigenen Militär-Endpunkt. Beachte die Grenze von einer Anfrage pro Sekunde und die Pflicht zur Quellenangabe.

Wissen, was gerade am Flughafen los ist

Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen und führt dich auf der Spot-Karte zum passenden Standort – mit Anreise, bestem Licht und Community-Fotos. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Selbst feeden: die Abdeckung verbessern

Die wirksamste Methode, mehr auf den Community-Karten zu sehen, ist ein eigener Empfänger. Ein Raspberry Pi oder ein anderer Kleinrechner, ein SDR-Stick und eine Antenne für 1090 MHz reichen. Läuft der Dekoder erst einmal, installierst du für jedes Netz ein Feed-Skript, das parallel zu bestehenden Clients arbeitet. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht in ADS-B Exchange und Community-Netze feeden.

Wer gleich mehrere Netze beliefern will, spart sich mit Feeder-Images oder Docker viel Handarbeit: adsb.lol empfiehlt für neue Stationen das Image ADSB.im, airplanes.live hat ein eigenes Pi-Image, und mit dem Container Ultrafeeder bindest du viele Netze aus einer Konfiguration an – siehe Mehrere Netzwerke gleichzeitig feeden. Einen lokalen Blick auf deine eigenen Empfänge liefert readsb und tar1090 installieren.

Standort und Rechtslage prüfen

Für MLAT brauchen die Netze die genauen Koordinaten deiner Antenne. Wie detailliert deine Station anschließend öffentlich angezeigt wird, unterscheidet sich je nach Dienst. Lies vor dem Feeden die Datenschutz- und Lizenzhinweise und informiere dich über die Rechtslage beim Empfang und Teilen von ADS-B-Daten.

Ein Unterschied zu kommerziellen Netzen: Für das Feeden gibt es bei den Community-Trackern keine Premium-Abos als Belohnung. Was Flightradar24, FlightAware und Co. ihren Feedern bieten, vergleicht der Artikel Was Feeder als Gegenleistung bekommen. Dafür trägst du zu Karten bei, deren Daten offen und ungefiltert bleiben.

Worauf du achten solltest

  • Mehrere Karten kennen. Durch unterschiedliche Feeder-Netze ergänzen sich die drei Dienste. Ein Lesezeichen für jede Karte spart im entscheidenden Moment Zeit.
  • MLAT kritisch lesen. Positionen aus Multilateration können springen oder kurz verschwinden. Für die Frage „Kommt er gleich über meinen Spot?“ reicht das, für exakte Flugwege nicht.
  • Anonyme Adressen akzeptieren. Nutzt ein Flugzeug eine wechselnde 24-Bit-Adresse, zeigt auch eine ungefilterte Karte oft nur Typ und Position. Eine Zuordnung zum Kennzeichen gelingt dann nicht ohne Weiteres.
  • Lizenzbedingungen ernst nehmen. Wer Screenshots, Spuren oder API-Daten veröffentlicht, sollte die Quellenangabe des jeweiligen Netzes einhalten.
  • Verantwortungsvoll bleiben. Live-Positionen von Militär- oder Regierungsflügen sind öffentlich, aber kein Freibrief. Bleib auf öffentlichen Flächen und teile sensible Bewegungen mit Augenmaß.

Wenn du lieber mit einer klassischen App arbeitest, findest du im Flugradar-Apps-Vergleich und bei den kostenlosen Flugtrackern die passenden Alternativen. Als weiteres offenes Netz mit Forschungsschwerpunkt lohnt außerdem ein Blick auf das OpenSky Network.

Bist du startklar für die Community-Tracker?

Hak ab, was du schon erledigt hast – am Ende siehst du, ob du die Karten voll ausnutzt.

  • Ich habe adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live als Lesezeichen gespeichert.
  • Ich habe verglichen, welche Karte an meinem Heimatflughafen am besten abdeckt.
  • Ich weiß, wie ich in tar1090 nach Kennzeichen, Rufzeichen und Hex-Code suche.
  • Ich erkenne, ob eine Position aus ADS-B oder MLAT stammt.
  • Ich kenne die Nutzungsbedingungen, falls ich API oder Daten weiterverwende.
  • Ich habe überlegt, ob ein eigener Empfänger die Abdeckung bei mir verbessern würde.

Deine Sichtungen, deine Sammlung

Halte jede Sichtung mit Kennzeichen in deinem Hangar fest, setz Wunschkandidaten auf die Wunschliste und teile deine besten Bilder mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live sind drei Varianten derselben Idee: ADS-B-Daten von Freiwilligen sammeln und ohne gezielte Sperren zeigen. An der Oberfläche unterscheiden sie sich kaum, denn alle setzen auf tar1090. Den Unterschied machen die Details – adsb.lol mit konsequent offenen Archiven, adsb.fi mit einer klar geregelten API für private Projekte, airplanes.live mit eigenem Feeder-Image für den Raspberry Pi. Für das Spotting zählt am Ende vor allem, welches Netz in deiner Region die meisten Feeder hat. Und daran kannst du mit einem eigenen Empfänger selbst etwas ändern.

Kurzfazit

Kenne alle drei Karten und vergleiche sie an deinem Heimatflughafen. Für Datenprojekte ist adsb.lol mit ODbL-Archiven erste Wahl, für schnelle API-Abfragen adsb.fi. Lücken in der Abdeckung schließt am besten ein eigener Empfänger, der an alle drei Netze liefert.

Zusammenfassung

  • adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live sind Community-Netze, die Daten freiwilliger ADS-B-Empfänger sammeln und ohne gezielte Filter auf tar1090-Karten zeigen.
  • Sie gewannen an Bedeutung, nachdem ADS-B Exchange im Januar 2023 vom Luftfahrtdaten-Anbieter JETNET übernommen wurde.
  • Die Unterschiede liegen weniger in der Karte als in Lizenz, API-Bedingungen, historischen Daten und der Abdeckung, die von den jeweiligen Feedern abhängt.
  • Für Spotter lohnt es sich, zwei oder drei Karten parallel zu kennen: Fehlt ein Flugzeug auf der einen, ist es auf der anderen oft sichtbar.

Häufige Fragen

Was bedeutet ungefiltert bei adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live?

Die Netze verzichten darauf, einzelne Luftfahrzeuge auf Wunsch von Haltern oder über Sperrprogramme wie das US-Programm LADD gezielt auszublenden. Was ein Feeder empfängt, erscheint grundsätzlich auf der Karte. Ungefiltert heißt aber nicht vollständig: Flugzeuge ohne eingeschalteten Transponder oder außerhalb der Reichweite aller Empfänger fehlen trotzdem.

Welche Community-Karte ist die beste?

Eine pauschal beste gibt es nicht. Die Oberfläche ist bei allen dreien tar1090 und damit sehr ähnlich. Entscheidend ist, welche Karte in deiner Region die meisten Feeder hat – das kann sich lokal deutlich unterscheiden. Für Datenprojekte ist adsb.lol mit seinen offen lizenzierten Tagesarchiven interessant, für einfache API-Abfragen adsb.fi mit klar dokumentierten Regeln.

Kosten die Community-Tracker etwas?

Die Live-Karten sind frei im Browser nutzbar, ohne Konto und ohne Abo. Die Netze arbeiten auch nicht mit Premium-Stufen als Gegenleistung fürs Feeden, wie es Flightradar24 oder FlightAware tun. Einzelne Zusatzfunktionen, etwa bestimmte API-Endpunkte, sind bei manchen Diensten Feedern vorbehalten.

Darf ich die Daten der Community-Tracker weiterverwenden?

Das hängt vom Dienst ab. adsb.fi erlaubt seine offene API nur für private, nichtkommerzielle Zwecke mit Quellenangabe und Link. adsb.lol stellt API und historische Daten unter die Open Database License (ODbL 1.0), die eine Weiterverwendung mit Namensnennung und unter gleichen Bedingungen erlaubt. Lies vor jedem Projekt die aktuellen Bedingungen des jeweiligen Netzes.

Warum sehe ich ein Flugzeug auf adsb.lol, aber nicht auf adsb.fi?

Weil jedes Netz nur die Daten seiner eigenen Feeder zeigt. Liefert ein Empfänger in der Nähe nur an ein Netz, sieht auch nur dieses Netz das Flugzeug. Bei Positionen aus MLAT kommt hinzu, dass mindestens vier synchronisierte Empfänger desselben Netzes das Signal hören müssen.

Kann ich an alle drei Netze gleichzeitig feeden?

Ja. Die Feed-Skripte der drei Netze laufen parallel neben bestehenden Clients und greifen auf den Datenstrom deines Dekoders zu. Viele Stationen liefern gleichzeitig an kommerzielle Dienste und mehrere Community-Netze. Komfortabel geht das mit Feeder-Images wie ADSB.im oder dem Docker-Container Ultrafeeder.

Sind die Community-Tracker legal?

Die Netze werten Signale aus, die Flugzeuge unverschlüsselt aussenden. Ob Empfang, Speicherung und Weitergabe in deinem Land erlaubt sind, regelt das jeweilige nationale Recht. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz fasst der Artikel zur Rechtslage beim ADS-B-Empfang die wichtigsten Punkte zusammen.

PT

Planetrack Redaktion

Wir bauen die Planetrack App und spotten selbst – auf Besucherterrassen, an Anflugschneisen und am Zaun. Alle Guides entstehen aus eigener Praxis und werden regelmäßig aktualisiert.

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