ADS-B-Empfang ohne Raspberry Pi: Pi Zero, Orange Pi, alter PC und Windows

Kein Raspberry Pi zur Hand? Für einen ADS-B-Empfänger tut es oft auch ein Pi Zero 2 W, ein Orange Pi, ein ausgemusterter Laptop oder dein Windows-Rechner. Welche Alternative wofür taugt und wo die Stolperfallen liegen.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202614 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Pi ist kein Muss: Dekoder wie readsb laufen auf fast jedem Linux-Rechner. Entscheidend sind ein stabiler USB-Anschluss, ein sauberes Netzteil und Dauerbetrieb.
  • Pi Zero 2 W ja, alter Pi Zero W eher nein: Das Feeder-Image von adsb.im unterstützt den Zero 2 W, den ursprünglichen Zero W dagegen nicht mehr.
  • Orange Pi als Preis-Tipp: Der Orange Pi Zero3 gilt beim adsb.im-Projekt als Favorit beim Preis-Leistungs-Verhältnis und ist dort ausdrücklich getestet.
  • Alter PC = viel Leistung: Ein ausgemusterter x86-Rechner mit Debian oder Ubuntu ist mehr als stark genug, kostet aber im Dauerbetrieb meist mehr Strom als ein Einplatinenrechner.
  • Windows geht – mit Umwegen: Zum Anschauen reicht ein Windows-PC mit Zadig-Treiber. Für dauerhaftes Feeden ist Linux, notfalls in WSL 2, der robustere Weg.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort: Was ein ADS-B-Rechner wirklich können muss
  2. 2.Die Alternativen im Überblick
  3. 3.Raspberry Pi Zero 2 W: der kleine Bruder
  4. 4.Orange Pi und andere Einplatinenrechner
  5. 5.Der alte PC oder Laptop: viel Leistung, aber Strom kostet
  6. 6.ADS-B unter Windows: drei Wege
  7. 7.Was du beim Feeden ohne Pi beachten solltest
  8. 8.Welche Alternative passt zu dir?
  9. 9.Häufige Fehler bei Pi-Alternativen
  10. 10.Was du als Spotter davon hast
  11. 11.Fazit

Fast jede Anleitung für einen eigenen ADS-B-Empfänger beginnt mit demselben Satz: Nimm einen Raspberry Pi. Das ist kein schlechter Rat – aber eben nicht der einzige. Vielleicht liegt bei dir noch ein Pi Zero in der Schublade, ein alter Laptop verstaubt im Keller oder du willst erst einmal am Windows-Rechner ausprobieren, was über deinem Haus fliegt. Dieser Guide zeigt dir, welche Alternativen zum Raspberry Pi für den ADS-B-Empfang funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und wann sich der Umweg lohnt.

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Die kurze Antwort: Was ein ADS-B-Rechner wirklich können muss

Der Rechner in einer ADS-B-Station hat eine überschaubare Aufgabe. Er nimmt die Rohdaten des SDR-Sticks per USB entgegen, ein Dekoder macht daraus Kennung, Position, Höhe und Rufzeichen, und eine Feeder-Software schickt die Ergebnisse auf Wunsch an Netzwerke wie FlightAware, Flightradar24 oder ADS-B Exchange. Welcher Stick dafür taugt, zeigt der Vergleich SDR-Sticks für ADS-B. Für den Rechner braucht es keine Hochleistungs-Hardware, sondern vor allem:

  • einen stabilen USB-Anschluss, an dem der Stick zuverlässig Strom und Daten bekommt,
  • ein sauberes Netzteil, damit es im Dauerbetrieb keine Abstürze gibt,
  • ein Linux-System, auf dem die gängigen Dekoder und Feeder-Pakete laufen,
  • eine Netzwerkverbindung, wenn du Daten teilen oder die Karte im Heimnetz aufrufen willst,
  • und die Möglichkeit, rund um die Uhr zu laufen, ohne dass Lärm oder Stromrechnung stören.

Wie der klassische Aufbau mit Raspberry Pi, Stick und Antenne aussieht, zeigt der Guide ADS-B-Empfänger selber bauen. Hier geht es um alles, was statt des Pi in Frage kommt.

512 MBArbeitsspeicher des Raspberry Pi Zero 2 W – genug für eine Einzelstation
1 GBRAM eines Pi 4 reichen laut adsb.im für den kompletten Feeder-Stack
5 V / 4 ANetzteil-Empfehlung von adsb.im für leistungsstärkere Einplatinenrechner

Die Alternativen im Überblick

Bevor wir ins Detail gehen, ein grober Vergleich. Die Bewertungen beziehen sich auf eine typische Heimstation mit einem Stick und ein bis drei Feeder-Diensten.

Plattform Leistung für ADS-B Stromverbrauch Einrichtung Besonders geeignet für
Raspberry Pi Zero 2 W ausreichend für eine Station sehr gering einfach, OTG-Adapter nötig kleine, versteckte Stationen nahe der Antenne
Orange Pi Zero3 und Co. ausreichend bis gut gering etwas mehr Handarbeit beim System preisbewusste Bastler
Libre Computer Le Potato, Nano Pi NEO 3 ausreichend gering mit passendem Image einfach Ersatz für Pi-Modelle
Alter PC oder Laptop (x86) mehr als genug deutlich höher Linux-Installation nötig Mehrere Sticks, Docker, Experimente
Windows-PC nativ gut je nach Rechner Treiber per Zadig Ausprobieren, Desktop-Ansicht
Windows mit WSL 2 oder VM gut je nach Rechner aufwendiger, USB-Weiterleitung Linux-Feeder ohne zweiten Rechner

Raspberry Pi Zero 2 W: der kleine Bruder

Der Pi Zero 2 W ist die naheliegendste Alternative, wenn ein großer Pi gerade fehlt oder zu teuer ist. Raspberry Pi gibt für ihn einen 64-Bit-Vierkernprozessor (Arm Cortex-A53) mit 1 GHz und 512 MB Arbeitsspeicher an, dazu WLAN im 2,4-GHz-Band und Bluetooth. Für einen Dekoder und ein, zwei Feeder-Programme reicht das in aller Regel.

Zwei Eigenheiten musst du kennen. Erstens hat der Zero 2 W nur einen Micro-USB-Port für Geräte und einen separaten für die Stromversorgung. Der SDR-Stick braucht also einen OTG-Adapter von Micro-USB auf USB-A – und ein Netzwerkkabel gibt es nur über einen zusätzlichen USB-Adapter. Zweitens funkt das WLAN nur auf 2,4 GHz. Steht die Station weit vom Router entfernt, prüfst du die Verbindung vorher.

Das Feeder-Projekt adsb.im führt den Zero 2 W ausdrücklich als unterstützt, weist aber darauf hin, dass Zero 2 W und Pi-3-Modelle anfälliger für MLAT-Instabilität sind. Wenn dir die Teilnahme an der Multilateration wichtig ist, ist ein stärkeres Board die bessere Wahl. Was hinter MLAT steckt, erklärt der Artikel MLAT und Multilateration.

Der alte Pi Zero W ist raus

Der ursprüngliche Pi Zero W mit Einkernprozessor wird vom adsb.im-Image nicht mehr unterstützt. Mit einer sehr schlanken Einzelinstallation lässt er sich teilweise noch betreiben – readsb nennt für Pi Zero und Pi 1 sogar einen angepassten Schwellwert für die Signalerkennung. Für eine neue Station lohnt es sich aber nicht mehr, auf dieses Modell zu setzen.

Unser Tipp: Der Zero 2 W spielt seine Stärken aus, wenn er direkt an der Antenne sitzt – etwa wetterfest verpackt unter dem Dach. Dann bleibt das Koaxialkabel kurz, und nur das Stromkabel muss ins Haus. Worauf du bei einem Outdoor-Aufbau achtest, steht im Guide ADS-B-Empfänger im Freien betreiben.

Orange Pi und andere Einplatinenrechner

Neben Raspberry Pi gibt es eine ganze Reihe Einplatinenrechner mit Arm-Prozessor, die sich als ADS-B-Rechner eignen. Das adsb.im-Projekt nennt als getestet unter anderem:

  • Orange Pi Zero3 – laut Projekt der persönliche Favorit beim Preis-Leistungs-Verhältnis,
  • Libre Computer Le Potato,
  • Nano Pi NEO 3,
  • Orange Pi 3 LTS, 4 LTS, 5 und 5 Plus – bekannt als funktionsfähig, aber nicht regelmäßig getestet.

Darüber hinaus läuft der Software-Stack nach Angabe des Projekts auf jedem Board, das von DietPi unterstützt wird, sowie auf den meisten Debian- und Ubuntu-Systemen. Das ist der eigentliche Knackpunkt bei Pi-Alternativen: Die Hardware ist selten das Problem, das Betriebssystem-Image schon eher. Für Raspberry Pi gibt es ein offizielles, langjährig gepflegtes System. Bei anderen Herstellern hängt viel davon ab, ob Community-Projekte wie Armbian oder DietPi das Board aktuell halten.

Was für Orange Pi und Co. spricht

  • Oft günstiger als ein vergleichbarer Raspberry Pi
  • Teils mehr Rechenleistung und Arbeitsspeicher
  • Häufig LAN-Anschluss direkt an Bord
  • Geringer Stromverbrauch im Dauerbetrieb

Was dagegen spricht

  • Kleinere Community, weniger fertige Anleitungen
  • System-Updates hängen an Drittprojekten
  • Feeder-Images der großen Dienste zielen meist auf den Pi
  • Treiber-Details können abweichen

Ein konkretes Beispiel für so ein Detail: Auf Linux lädt beim Einstecken eines RTL-SDR-Sticks normalerweise der DVB-T-Fernsehtreiber und blockiert den Stick. Den schaltest du dauerhaft per Blacklist-Eintrag ab. RTL-SDR.com weist darauf hin, dass auf manchen Boards wie dem Orange Pi Zero ein anders benanntes Treibermodul gesperrt werden muss als auf dem Pi. Fertige Images wie das von adsb.im nehmen dir solche Schritte ab.

Der alte PC oder Laptop: viel Leistung, aber Strom kostet

Ein ausgemusterter Bürorechner, ein Mini-PC oder ein alter Laptop ist für ADS-B massiv überdimensioniert – im positiven Sinn. Auf einem x86-64-Rechner mit Debian oder Ubuntu laufen Dekoder wie readsb, die Weboberfläche tar1090 und mehrere Feeder gleichzeitig, ohne dass der Prozessor ins Schwitzen kommt. adsb.im bietet dafür sogar ein eigenes Installationsabbild an, das sich auf beliebige x86-64-Systeme installieren lässt. Wer lieber selbst Hand anlegt, folgt dem Guide readsb und tar1090 installieren.

Richtig stark wird ein PC, wenn du mehr vorhast: mehrere Sticks für 1090 MHz und andere Bänder, eine Docker-Umgebung mit mehreren Feedern oder lange Verlaufsdaten. Wie das mit Containern funktioniert, steht in Mehrere Netzwerke feeden mit Ultrafeeder. Auch für Nebenprojekte wie ACARS-Nachrichten empfangen ist ein PC mit Reserven angenehm.

Die Kehrseite ist der Stromverbrauch. Ein Einplatinenrechner begnügt sich mit wenigen Watt, ein alter Desktop-PC zieht im Leerlauf oft ein Vielfaches davon – und eine ADS-B-Station läuft 8.760 Stunden im Jahr. Rechne vorher kurz nach, was dein Gerät im Dauerbetrieb kostet.

Was kostet dein ADS-B-Rechner im Jahr?

Trag die durchschnittliche Leistungsaufnahme und deinen Strompreis ein. Den Verbrauch misst du am einfachsten mit einem Zwischenstecker-Messgerät.

Rechnung: Watt mal 8.760 Stunden ergibt Wattstunden pro Jahr, umgerechnet in kWh und mal Strompreis. Die Vorgabewerte sind Beispiele, keine Messwerte.

Ein Laptop hat dabei einen netten Nebeneffekt: Sein Akku überbrückt kurze Stromausfälle. Stell ihn aber so ein, dass er beim Zuklappen nicht in den Ruhezustand geht, und denk an die Platzierung – der Rechner sollte möglichst nah an der Antenne stehen, damit das Koaxialkabel kurz bleibt.

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ADS-B unter Windows: drei Wege

Viele Spotter haben keinen Linux-Rechner, aber einen Windows-PC. ADS-B funktioniert auch dort – nur eben nicht ganz so geradlinig. Wir unterscheiden drei Wege.

Weg 1: Nativ unter Windows

Zuerst braucht der Stick den richtigen Treiber. Windows erkennt einen RTL-SDR-Stick zunächst als DVB-T-Empfänger. Mit dem kostenlosen Tool Zadig ersetzt du diesen Treiber durch WinUSB. RTL-SDR.com beschreibt die wichtigsten Handgriffe so: Zadig als Administrator starten, unter „Options“ alle Geräte anzeigen lassen, den Eintrag „Bulk-In, Interface (Interface 0)“ auswählen und WinUSB installieren. Wichtig: Interface 0, nicht Interface 1 – und auf keinen Fall ein anderes Gerät wie Maus oder Tastatur erwischen.

Wenn der Stick plötzlich verschwindet

Windows-Updates können den Treiber wieder überschreiben. Läuft der Stick nach einem Update nicht mehr, starte Zadig einfach erneut. RTL-SDR.com weist außerdem darauf hin, dass die Windows-Funktion Speicherintegrität (Kernisolierung) mit WinUSB und Zadig nicht zusammenpasst und dafür deaktiviert werden muss.

Danach brauchst du einen Dekoder, der unter Windows läuft, und eine Darstellung. Ein bewährtes Programm für die Anzeige ist Virtual Radar Server: eine Open-Source-Anwendung für .NET, die einen lokalen Webserver startet und die Flugzeuge auf einer Karte im Browser zeigt. Sie läuft laut Projektseite unter Windows von XP bis 11 und unter Linux mit Mono. Gefüttert wird Virtual Radar Server mit Daten in gängigen Formaten wie AVR oder Mode-S Beast – du brauchst also zusätzlich einen Dekoder auf demselben oder einem anderen Rechner, der diese Formate liefert. Wie du die Desktop-Ansicht einrichtest, zeigt Flugverfolgung am PC mit tar1090 und Virtual Radar Server.

Weg 2: Linux in WSL 2

Wenn du die Linux-Werkzeuge nutzen willst, ohne einen zweiten Rechner aufzustellen, bietet sich das Windows-Subsystem für Linux (WSL 2) an. Von Haus aus sieht WSL keine USB-Geräte. Microsoft beschreibt dafür das Open-Source-Werkzeug usbipd-win: Du installierst es unter Windows, gibst den Stick in einer Administrator-PowerShell mit usbipd bind frei und hängst ihn mit usbipd attach --wsl an die Linux-Umgebung. Im Linux-Terminal prüfst du mit lsusb, ob er angekommen ist. Solange der Stick an WSL hängt, kann Windows selbst ihn nicht verwenden.

Das funktioniert, ist aber eher etwas für Bastler: Ohne zusätzliche Automatisierung hängst du den Stick nach einem Neustart erneut an, und die WSL-2-Umgebung muss aktiv bleiben – Microsoft empfiehlt dafür, ein WSL-Terminal geöffnet zu lassen.

Weg 3: Virtuelle Maschine

Die dritte Variante ist eine klassische VM, etwa mit VirtualBox oder Hyper-V, in die der USB-Stick durchgereicht wird. Hier warnt adsb.im ausdrücklich: Das Durchreichen eines SDR in eine virtuelle Maschine verursacht bekanntermaßen MLAT-Probleme. Der Grund ist naheliegend – für MLAT zählen exakte Zeitstempel, und jede zusätzliche Schicht zwischen Stick und Dekoder kann sie verfälschen. Für die reine Positionsanzeige ist das weniger kritisch.

Windows nativ reicht, wenn …

  • du nur ausprobieren willst, was über dir fliegt
  • der PC ohnehin läuft, während du spottest oder planst
  • dir eine Kartenansicht am Desktop genügt

WSL 2 oder VM lohnt sich, wenn …

  • du Linux-Werkzeuge wie readsb und tar1090 testen willst
  • kein zweiter Rechner im Haus stehen soll
  • MLAT für dich keine Rolle spielt

Lieber eigener Linux-Rechner, wenn …

  • du dauerhaft an mehrere Netzwerke feeden willst
  • dir saubere MLAT-Teilnahme wichtig ist
  • dein Windows-PC nachts ausgeschaltet wird

Was du beim Feeden ohne Pi beachten solltest

Die großen Netzwerke haben ihre Anleitungen stark auf den Raspberry Pi zugeschnitten. FlightAware beschreibt die Paketinstallation von PiAware zum Beispiel für ein vorhandenes Raspberry Pi OS (Details im Guide PiAware einrichten). Auf anderen Plattformen kommst du trotzdem ans Ziel, nur eben über Umwege:

  • Community-Images nutzen: adsb.im bündelt Dekoder und viele Feeder in einer Weboberfläche und läuft auf Pi, mehreren anderen Boards und x86-64. Das ist für Pi-Alternativen meist der bequemste Einstieg.
  • Docker verwenden: Die Container der sdr-enthusiasts-Community laufen auf gängigen Linux-Systemen mit Docker, sowohl auf Arm-Boards als auch auf x86-Rechnern. Details im Guide zu Ultrafeeder.
  • Architektur beachten: Ein Arm-Board braucht Arm-Pakete, ein PC amd64-Pakete. Wer das falsche Paket erwischt, bekommt Installationsfehler. Mit uname -m siehst du, welche Architektur dein System hat.
  • Standort und Antennenhöhe exakt eintragen: Das gilt auf jeder Plattform – ohne diese Angaben nimmt deine Station nicht an MLAT teil.

Welche Netzwerke was als Gegenleistung bieten, vergleicht der Artikel Was Feeder als Gegenleistung bekommen. Einen Überblick über die Feeder-Programme selbst gibt ADS-B-Feeder-Programme im Vergleich; konkrete Anleitungen findest du für den Flightradar24-Feeder und für ADS-B Exchange und Community-Netzwerke.

Welche Alternative passt zu dir?

Welcher ADS-B-Rechner passt zu dir?

Drei Fragen – am Ende bekommst du eine Empfehlung.

Empfehlung

Kleiner Einplatinenrechner

Pi Zero 2 W, Orange Pi Zero3 oder ein vergleichbares Board mit dem adsb.im-Image. Sparsam, klein und nah an der Antenne montierbar.

Empfehlung

Alter PC mit Linux

Debian oder Ubuntu installieren, readsb und tar1090 oder Docker mit Ultrafeeder einrichten. Behalte den Stromverbrauch im Blick.

Empfehlung

Windows zum Ausprobieren

Treiber per Zadig installieren und die Daten auf einer Desktop-Karte anschauen. Gefällt es dir, steigst du später auf einen eigenen Linux-Rechner um.

Und falls dir das Basteln grundsätzlich zu viel ist: Es gibt auch fertige Komplettempfänger. Was die taugen, steht im Artikel Plug-and-Play-ADS-B-Empfänger kaufen. Für unterwegs am Zaun ist außerdem mobiler ADS-B-Empfang am Spotterplatz eine spannende Variante.

Häufige Fehler bei Pi-Alternativen

  • USB-Ladegerät statt Netzteil: adsb.im rät ausdrücklich zu einem Netzteil, das für Einplatinenrechner gedacht ist, nicht zu einem Handy-Ladegerät. Spannungseinbrüche führen zu Abstürzen und Datenlücken.
  • DVB-T-Treiber nicht gesperrt: Unter Linux blockiert der Fernsehtreiber den Stick, unter Windows fehlt ohne Zadig der WinUSB-Treiber.
  • Falsches Paket für die Architektur: Arm und x86 brauchen unterschiedliche Builds.
  • Rechner weit weg von der Antenne: Ein langes Koaxialkabel kostet mehr Reichweite, als ein schnellerer Rechner je zurückholt. Mehr dazu im Guide Den besten Antennenstandort finden.
  • Energiesparmodus aktiv: Laptops und Windows-PCs schalten USB-Ports oder das ganze System gern in den Ruhezustand.
  • VM für MLAT: Wer in einer virtuellen Maschine feedet, muss mit unsauberer MLAT-Teilnahme rechnen.

Ist deine Pi-Alternative startklar?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich weiß, ob mein Rechner Arm oder x86 nutzt.
  • Ich habe ein passendes Netzteil, kein Handy-Ladegerät.
  • Der DVB-T-Treiber ist gesperrt oder per Zadig ersetzt.
  • Ich habe ein gepflegtes Image oder Betriebssystem ausgewählt.
  • Der Rechner steht nah an der Antenne.
  • Energiesparfunktionen für USB und Ruhezustand sind abgeschaltet.

Was du als Spotter davon hast

Ganz egal, auf welcher Hardware sie läuft: Eine eigene Station zeigt dir den Verkehr rund um deinen Hausflughafen direkt aus deiner Antenne. Am frühen Morgen siehst du, aus welcher Richtung die ersten Anflüge kommen, und weißt, welche Betriebsrichtung gilt – wichtig für die Wahl zwischen Spots wie dem Besucherhügel in München oder dem Affenfelsen in Hamburg. Über die mitgesendete 24-Bit-Adresse lässt sich das Kennzeichen per Datenbank zuordnen – wie das genau geht, steht unter Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen. Und wer seine Fotos später sauber dokumentieren will, gleicht sie mit den eigenen Logs ab: Sichtungen mit ADS-B abgleichen.

Aus Daten werden Sichtungen

Poste deine Sichtungen mit Flugzeugdaten, sammle Kennzeichen in deinem Hangar mit Wunschliste und finde auf der Spot-Karte den passenden Platz samt bestem Licht für den nächsten Anflug. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Der Raspberry Pi ist der bequemste, aber nicht der einzige Weg zur eigenen ADS-B-Station. Ein Pi Zero 2 W reicht für eine einfache Station, ein Orange Pi Zero3 oder ein anderes gut unterstütztes Board ist eine günstige Alternative, und ein alter PC bietet Leistung für mehrere Sticks und Experimente – auf Kosten der Stromrechnung. Windows eignet sich zum Ausprobieren, für dauerhaftes Feeden mit sauberem MLAT ist ein eigener Linux-Rechner aber der robustere Weg. Am meisten Reichweite holst du ohnehin nicht über den Rechner, sondern über einen guten Antennenplatz.

Kurzfazit

Nimm, was da ist – solange es Linux kann, stabil mit Strom versorgt wird und nah an der Antenne steht. Für Neuanschaffungen sind Pi Zero 2 W und Orange Pi Zero3 sparsame Alternativen. Windows ist ideal zum Reinschnuppern, für den Dauerbetrieb lohnt sich ein eigener kleiner Linux-Rechner.

Zusammenfassung

  • Ein ADS-B-Empfänger braucht im Kern nur einen Rechner, der dauerhaft läuft, einen SDR-Stick für 1090 MHz und eine Antenne. Der Raspberry Pi ist dafür nur die bekannteste Option.
  • Das Projekt adsb.im nennt als getestete Alternativen unter anderem Raspberry Pi Zero 2 W, Orange Pi Zero3, Libre Computer Le Potato, Nano Pi NEO 3 und beliebige x86-64-Rechner.
  • Unter Windows ersetzt das Tool Zadig den DVB-T-Treiber des Sticks durch WinUSB; danach können Windows-Programme den Stick als SDR ansprechen.
  • Virtuelle Maschinen mit durchgereichtem USB-Stick funktionieren, laut adsb.im aber mit bekannten MLAT-Problemen.

Häufige Fragen

Brauche ich für ADS-B zwingend einen Raspberry Pi?

Nein. Die gängigen Dekoder laufen unter Linux auf vielen Plattformen. Das Feeder-Projekt adsb.im nennt neben Raspberry-Pi-Modellen auch Orange-Pi-Boards, Libre Computer Le Potato, Nano Pi NEO 3 und x86-64-Rechner als unterstützt. readsb lässt sich zudem auf Debian-Systemen und sogar unter macOS bauen.

Reicht ein Raspberry Pi Zero 2 W für einen ADS-B-Empfänger?

Ja, für eine einzelne Station mit einem Stick reicht er in der Regel. Der Zero 2 W hat einen 64-Bit-Vierkernprozessor mit 1 GHz und 512 MB Arbeitsspeicher. adsb.im unterstützt ihn, weist aber darauf hin, dass Zero 2 W und Pi-3-Modelle anfälliger für MLAT-Instabilität sind. Für den Stick brauchst du einen Micro-USB-OTG-Adapter.

Funktioniert der alte Raspberry Pi Zero W noch?

Mit dem Image von adsb.im nicht – das Projekt schließt den ursprünglichen Zero W ausdrücklich aus. Mit einer schlanken Einzelinstallation lässt er sich teils noch betreiben; readsb nennt für Pi Zero und Pi 1 sogar einen eigenen Empfehlungswert für die Signalerkennung. Für eine neue Station würden wir ihn nicht mehr kaufen.

Ist ein Orange Pi eine gute Alternative?

Der Orange Pi Zero3 ist beim adsb.im-Projekt getestet und dort der Favorit beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Größere Orange-Pi-Modelle laufen laut Projekt ebenfalls, werden aber nicht regelmäßig getestet. Achte bei Orange Pi und anderen Boards auf ein gepflegtes Betriebssystem-Image, etwa Armbian oder DietPi.

Kann ich ADS-B unter Windows empfangen?

Ja. Mit Zadig installierst du für den RTL-SDR-Stick den WinUSB-Treiber, danach können Windows-Programme den Stick nutzen. Virtual Radar Server ist ein Open-Source-Programm für Windows, das Daten eines Dekoders oder Empfängers auf einer Karte im Browser darstellt. Für einen dauerhaften Feeder ist Linux aber der übliche und robustere Weg.

Wie bekomme ich den SDR-Stick in WSL unter Windows?

Microsoft beschreibt dafür das Open-Source-Werkzeug usbipd-win. Du gibst den Stick in einer Administrator-PowerShell mit usbipd bind frei und hängst ihn mit usbipd attach an WSL 2 an. Solange er an WSL hängt, kann Windows ihn nicht nutzen. Voraussetzung sind WSL 2 und ein aktueller WSL-Kernel.

Ist ein alter Laptop als ADS-B-Rechner sinnvoll?

Technisch ja, ein x86-Rechner hat mehr als genug Leistung. Ein Laptop bringt sogar einen eingebauten Akku als Puffer bei kurzen Stromausfällen mit. Nachteile sind der meist höhere Stromverbrauch im Dauerbetrieb, Lüftergeräusche und die Platzierung: Der Rechner sollte nah an der Antenne stehen, damit das Kabel kurz bleibt.

Warum wird bei virtuellen Maschinen vor MLAT-Problemen gewarnt?

MLAT braucht sehr genaue Zeitstempel der empfangenen Signale. Wird der USB-Stick durch eine Virtualisierungsschicht gereicht, können Verzögerungen und Schwankungen entstehen. adsb.im schreibt ausdrücklich, dass das Durchreichen des SDR in eine VM bekanntermaßen MLAT-Probleme verursacht.

PT

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