Das Wichtigste in Kürze
- Weboberfläche statt Decoder: tar1090 und Virtual Radar Server dekodieren keine Funksignale selbst. Sie stellen die Daten dar, die ein Decoder wie readsb oder dump1090-fa aus dem Empfang deines SDR-Sticks erzeugt.
- tar1090 ist der schlanke Standard: Die Oberfläche läuft direkt auf dem Raspberry Pi neben readsb oder dump1090-fa, braucht kaum Ressourcen und bringt Verlaufsspuren, Filter, Heatmap und Reichweitenprofil mit.
- Virtual Radar Server ist ein eigenständiger Server: Die .NET-Anwendung läuft unter Windows oder per Mono unter Linux, kombiniert mehrere Empfänger zu Merged Feeds und arbeitet mit einer BaseStation-Datenbank für Kennzeichen, Typen und Betreiber.
- Die Entwicklung unterscheidet sich deutlich: tar1090 wird laufend gepflegt. Bei Virtual Radar Server nennt die offizielle Download-Seite die Version 2.4.4 vom Dezember 2019 als aktuellen Stand.
- Beides lässt sich kombinieren: readsb liefert Daten in mehreren Formaten gleichzeitig. Damit kannst du tar1090 auf dem Pi betreiben und dieselben Daten zusätzlich an Virtual Radar Server auf deinem PC weiterreichen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die kurze Antwort
- 2.Erst einmal sortieren: Decoder, Oberfläche, Feeder
- 3.tar1090 im Detail
- 4.Virtual Radar Server im Detail
- 5.tar1090 und Virtual Radar Server im direkten Vergleich
- 6.Welche Lösung passt zu dir?
- 7.So kombinierst du beide
- 8.Weitere Oberflächen, die du kennen solltest
- 9.Worauf du achten solltest
- 10.Fazit
Flightradar24 auf dem Handy zeigt dir den Himmel der ganzen Welt. Sobald du aber einen eigenen ADS-B-Empfänger auf dem Dach oder am Fensterbrett hast, willst du wissen, was deine Antenne gerade hört – ungefiltert, ohne Verzögerung und mit Spuren, die zeigen, wie weit dein Empfang reicht. Dafür brauchst du eine Weboberfläche, die die Rohdaten deines Decoders in eine Karte übersetzt. Zwei Namen fallen dabei immer wieder: tar1090 und Virtual Radar Server. Dieser Vergleich zeigt dir, wie sich beide unterscheiden, für wen welche Lösung passt und wie du sie sinnvoll kombinierst.
Vom Radarbild zum Foto im Hangar
Dein Empfänger zeigt dir, was im Anflug ist – in Planetrack postest du die Sichtung danach mit Foto, Kennzeichen, Typ und Spot und sammelst sie in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die kurze Antwort
tar1090 ist die schlanke, aktiv gepflegte Kartenoberfläche, die direkt auf deinem Raspberry Pi neben dem Decoder läuft. Für einen einzelnen Heimempfänger ist sie fast immer die erste Wahl. Virtual Radar Server (VRS) ist ein eigenständiger Server für Windows und Linux, der mehrere Datenquellen zusammenführt, eine eigene Flugzeugdatenbank pflegt und Berichte erstellt. Er lohnt sich, wenn du mehr als eine Antenne betreibst oder deine Sichtungen langfristig auswerten willst – du nimmst dafür eine ältere Codebasis und mehr Einrichtungsaufwand in Kauf.
Erst einmal sortieren: Decoder, Oberfläche, Feeder
Wer neu in das Thema einsteigt, wirft schnell drei Ebenen durcheinander. Sie zu trennen, macht die Entscheidung deutlich leichter.
- Empfänger: Antenne plus SDR-Stick fangen die Funksignale der Transponder auf 1090 MHz ein. Welche Sticks sich dafür eignen, zeigt der Vergleich der SDR-Sticks für ADS-B; den kompletten Aufbau beschreibt der Guide ADS-B-Empfänger selber bauen.
- Decoder: Programme wie readsb oder dump1090-fa wandeln die Signale in lesbare Daten um – ICAO-Adresse, Rufzeichen, Höhe, Position, Geschwindigkeit. Wie Mode S und ADS-B technisch funktionieren, erklärt der Artikel Transponder Mode A, C und S.
- Oberfläche: tar1090 oder Virtual Radar Server holen sich die dekodierten Daten und zeichnen sie auf eine Karte. Genau um diese Ebene geht es hier.
Daneben gibt es Feeder wie fr24feed oder PiAware, die deine Daten an Netzwerke wie Flightradar24 oder FlightAware schicken. Sie laufen unabhängig von der lokalen Oberfläche. Du kannst also problemlos feeden und trotzdem deine eigene Karte betrachten – mehr dazu in fr24feed einrichten und PiAware installieren.
tar1090 im Detail
tar1090 stammt vom Entwickler wiedehopf, der auch einen verbreiteten Fork von readsb und die Statistik-Grafiken graphs1090 pflegt. Das Projekt beschreibt sich selbst als verbesserte Weboberfläche für die Decoder readsb und dump1090-fa. Mit dump1090-mutability funktioniert es laut Projektseite nur eingeschränkt.
Installation und Zugriff
Die Installation erledigt ein einziges Skript für Debian-basierte Systeme wie Raspberry Pi OS, Debian oder Ubuntu. Danach erreichst du die Karte im Heimnetz unter einer Adresse nach dem Muster http://<IP-des-Pi>/tar1090. Dasselbe Skript dient auch zum Aktualisieren. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung samt Decoder findest du im Guide readsb und tar1090 installieren.
Was tar1090 kann
- Flugspuren: Für jedes Flugzeug zeichnet tar1090 einen Verlauf, dessen Länge du einstellen kannst. Mit „alle Spuren anzeigen“ siehst du auf einen Blick, wo die Anflugrouten über deinem Standort verlaufen.
- Reichweitenprofil: Über ein Panorama von heywhatsthat.com blendet tar1090 die theoretische Funkreichweite deines Standorts als Umriss ein. So vergleichst du den realen Empfang mit dem, was das Gelände zulässt.
- Heatmap: Zusammen mit dem readsb-Fork von wiedehopf lässt sich eine Heatmap erzeugen, die zeigt, wo sich über die Zeit Verkehr bündelt.
- Filter: Typfilter arbeiten mit regulären Ausdrücken. Damit blendest du etwa nur Großraumjets, nur bestimmte Typcodes oder nur Hubschrauber ein.
- Mehrfachauswahl und Beschriftungen: Du kannst mehrere Flugzeuge gleichzeitig markieren und Rufzeichen-Labels ein- und ausblenden.
- Karten und Bedienung: Mehrere Kartenhintergründe, abdunkelbare Karte, Tastenkürzel und URL-Parameter, mit denen du eine fertig konfigurierte Ansicht als Lesezeichen speichern kannst.
- Zusatzdaten: Optional zeigt tar1090 auch UAT-Daten auf 978 MHz (relevant in den USA) und Schiffspositionen aus AIS-catcher an.
Stärken und Grenzen
Die größte Stärke ist die Nähe zum Decoder: tar1090 liest die JSON-Dateien, die readsb ohnehin schreibt, und braucht dafür kaum Rechenleistung. Auch ein älterer Raspberry Pi kommt damit gut zurecht. Die Oberfläche ist schnell, zeigt Daten ohne spürbare Verzögerung und lässt sich auf Smartphone, Tablet und PC gleichermaßen bedienen. Weil viele große Community-Tracker auf readsb und tar1090-basierten Oberflächen aufbauen, wirkt die Bedienung vertraut, wenn du schon Seiten wie adsb.fi oder adsb.lol kennst – siehe Community-Tracker im Vergleich.
Grenzen hat tar1090 dort, wo es um Langzeitauswertung geht. Es gibt keine eingebaute Datenbank, in der du Sichtungen über Monate durchsuchst, und keine Berichtsfunktion im klassischen Sinn. Auch das Zusammenführen mehrerer Empfänger an verschiedenen Standorten ist nicht sein Kernthema – dafür kommen Lösungen wie Community-Netzwerke (siehe An ADS-B Exchange und Community-Netzwerke feeden) oder der Docker-Stack aus dem Guide Mehrere Netzwerke feeden mit Ultrafeeder ins Spiel.
tar1090: Pro
- läuft ressourcenschonend direkt auf dem Pi
- Installation und Update per Skript
- aktive Weiterentwicklung
- Spuren, Filter, Heatmap und Reichweitenprofil
- gut auf Smartphone und Tablet bedienbar
tar1090: Contra
- Installation nur auf Debian-basierten Systemen vorgesehen
- keine eingebaute Sichtungsdatenbank mit Berichten
- auf readsb oder dump1090-fa als Datenquelle ausgelegt
Virtual Radar Server im Detail
Virtual Radar Server ist eine quelloffene .NET-Anwendung, die einen eigenen Webserver mitbringt. Laut Projektseite wurde sie mit den Kinetic-Empfängern SBS-1er und SBS-3 getestet. Heute arbeitet sie mit jedem Empfänger oder Decoder, der eines der unterstützten Formate ausgibt: das Kinetic-Textformat, das SBS-3-Binärformat, die AVR-Formate oder das Beast-Binärformat. readsb kann unter anderem Beast- und SBS-Daten ausgeben – damit ist ein Raspberry Pi mit readsb eine passende Quelle.
Plattformen und Installation
Unter Windows führst du einfach den Installer aus und konfigurierst das Programm über „Tools | Options“. Es gibt eine 32- und eine 64-Bit-Variante. Für die meisten Windows-Nutzer rät der Entwickler zur 32-Bit-Version, die 64-Bit-Version lohnt sich vor allem bei Feeds mit vielen tausend Flugzeugen. Für Linux gibt es ein Paket, das unter der Mono-Laufzeit läuft. Standardmäßig lauscht der Webserver dort auf Port 8080, die Karte erreichst du unter einer Adresse nach dem Muster http://<IP>:8080/VirtualRadar/. Unter Mono ist der Pfad laut Dokumentation case-sensitiv. Ohne grafische Oberfläche lässt sich der Server mit dem Parameter -nogui starten; die Konfiguration erledigst du dann über das Web-Admin-Plugin. Die Details stehen im Guide Virtual Radar Server einrichten.
Was Virtual Radar Server kann
- Mehrere Empfänger: In den Optionen legst du beliebige Datenquellen samt Standort an.
- Merged Feeds: Zwei oder mehr Feeds lassen sich zu einem gemeinsamen Feed verschmelzen – praktisch, wenn du an zwei Standorten Antennen betreibst oder mit Spotterfreunden Daten zusammenlegst.
- Rebroadcast Server: VRS kann Feeds an andere VRS-Instanzen oder Decoder weiterreichen.
- BaseStation-Datenbank: Über das Database-Writer-Plugin schreibt VRS Flugbewegungen in eine SQLite-Datenbank im BaseStation-Format. Ist keine Datenbank hinterlegt, bleiben die Berichte leer, und Angaben wie Kennzeichen, Typ und Betreiber fehlen, sofern das Flugzeug sie nicht selbst sendet.
- Online-Abfragen: Optional ergänzt VRS fehlende Angaben wie Kennzeichen, Hersteller, Modell, Betreiber und Baujahr über einen Online-Dienst.
- Bilder, Logos und Silhouetten: Du kannst Ordner mit eigenen Flugzeugfotos (benannt nach ICAO-Adresse oder Kennzeichen), Airline-Logos und Typ-Silhouetten hinterlegen. Gerade für Spotter, die ihre eigenen Bilder einbinden wollen, ist das reizvoll. Wie du Fotos nachträglich mit Empfangsdaten abgleichst, zeigt Sichtungen mit ADS-B-Logs abgleichen.
- Plugins: Neben Database Writer gibt es unter anderem Web Admin, Tile Server Cache, Custom Content und einen Datenbank-Editor.
- Flugsimulatoren: Ohne Empfänger zeigt VRS Flugzeuge aus Microsoft Flight Simulator X, Microsoft Flight Simulator 2020 oder X-Plane an, wenn es auf demselben Rechner läuft.
Stärken und Grenzen
VRS ist das Werkzeug für Leute, die Daten nicht nur anschauen, sondern verwalten wollen. Die Datenbank-Anbindung, eigene Bilderordner und Merged Feeds gehen deutlich über das hinaus, was tar1090 als reine Kartenoberfläche leisten will. Der Haken ist das Alter: Laut offizieller Download-Seite stammt die aktuelle Version 2.4.4 vom Dezember 2019, die meisten Plugins sind noch älter. Der Quellcode liegt öffentlich auf GitHub. Für eine Neuinstallation unter Linux musst du Mono einrichten und gegebenenfalls Workarounds aus der Dokumentation anwenden, etwa bei Fehlern mit der SQLite-Anbindung.
Virtual Radar Server: Pro
- läuft auf Windows und per Mono unter Linux
- Merged Feeds aus mehreren Empfängern
- Datenbank, Berichte und Online-Abfragen
- eigene Fotos, Logos und Silhouetten einbindbar
- Plugin-System und Web-Admin
Virtual Radar Server: Contra
- letzte offizielle Version von 2019
- unter Linux auf Mono angewiesen
- mehr Einrichtungsaufwand als tar1090
- höherer Ressourcenbedarf als eine reine Weboberfläche
Seltene Gäste nicht verpassen
Mit Sichtungs-Alarmen benachrichtigt dich Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
tar1090 und Virtual Radar Server im direkten Vergleich
| Kriterium | tar1090 | Virtual Radar Server |
|---|---|---|
| Art | Weboberfläche für einen Decoder | eigenständiger Server mit Weboberfläche |
| Plattform | Debian-basierte Systeme (Pi OS, Debian, Ubuntu) | Windows, Linux per Mono |
| Datenquelle | readsb oder dump1090-fa | Beast, AVR, Kinetic-SBS-Formate, Flugsimulatoren |
| Mehrere Empfänger | nicht im Fokus | Merged Feeds eingebaut |
| Flugspuren | ja, einstellbar | ja |
| Heatmap | mit readsb-Fork von wiedehopf | nicht dokumentiert |
| Reichweitenprofil | über heywhatsthat.com | nicht dokumentiert |
| Datenbank und Berichte | nein | BaseStation-Datenbank per Plugin |
| Eigene Fotos und Logos | nein | Ordner für Bilder, Logos, Silhouetten |
| Entwicklung | aktiv gepflegt | offizielle Version 2.4.4 von 2019 |
| Aufwand | gering | mittel bis hoch |
Welche Lösung passt zu dir?
tar1090 oder Virtual Radar Server?
tar1090 auf dem Pi
Installiere readsb und tar1090 auf deinem Raspberry Pi. Du hast in kurzer Zeit eine schnelle Live-Karte, die du von jedem Gerät im Heimnetz aufrufst.
Kombination aus beiden
tar1090 läuft als Live-Karte auf dem Pi, Virtual Radar Server auf deinem PC verbindet sich zusätzlich mit dem Beast- oder SBS-Ausgang von readsb und übernimmt Datenbank und Auswertung.
Virtual Radar Server als Zentrale
Bündle deine Empfänger per Merged Feed in VRS, hinterlege eine BaseStation-Datenbank und eigene Bilderordner. Plane Zeit für die Einrichtung unter Windows oder Mono ein.
So kombinierst du beide
Du musst dich nicht entscheiden. readsb gibt seine Daten über mehrere Netzwerk-Ports gleichzeitig aus, darunter Beast, SBS/BaseStation und JSON. Ein typisches Setup sieht so aus:
1. Decoder auf dem Pi einrichten
Installiere readsb auf deinem Raspberry Pi und prüfe, ob der SDR-Stick Signale empfängt. Wer keinen Pi hat, findet Alternativen im Artikel ADS-B-Empfang ohne Raspberry Pi.
2. tar1090 als Live-Karte installieren
Das Installationsskript richtet die Oberfläche ein. Öffne sie im Browser und trage deinen Standort ein, damit Entfernungen und Reichweitenprofil stimmen.
3. Virtual Radar Server am PC installieren
Lege in VRS einen Empfänger an, der sich mit der IP-Adresse des Pi und dem Beast-Ausgabeport von readsb verbindet. Die genauen Portnummern hängen von deiner readsb-Konfiguration ab.
4. Datenbank und Extras einrichten
Installiere das Database-Writer-Plugin und lege Ordner für eigene Fotos und Logos fest. Ab jetzt sammelt VRS die Bewegungen, die dein Empfänger aufzeichnet.
5. Empfang überwachen
Mit graphs1090 behältst du Nachrichtenrate und Reichweite im Blick. Wie du die Werte liest, zeigt der Guide Empfangsleistung messen.
Weitere Oberflächen, die du kennen solltest
Neben den beiden Klassikern gibt es Alternativen, die dir in Foren immer wieder begegnen:
- SkyAware von FlightAware: dump1090-fa bringt eine eigene Browser-Karte mit. Wer PiAware nutzt, findet den direkten Link dazu auf seiner FlightAware-Statistikseite. Für den Einstieg reicht sie völlig, tar1090 bietet aber mehr Einstellungen.
- PlanePlotter: Die Windows-Software von COAA dekodiert neben ADS-B auch ACARS und HFDL und bietet Multilateration im Verbund mit anderen Nutzern. Nach einer 21-tägigen Testphase ist laut Herstellerseite eine kostenpflichtige Lizenz nötig. Wie MLAT funktioniert, erklärt der Artikel Multilateration erklärt, den Empfang von Datenfunk beschreibt ACARS mit SDR empfangen.
- Große Online-Tracker: Wer nur am PC verfolgen will, ohne eigenen Empfänger, ist bei den klassischen Flugradar-Diensten richtig – einen Überblick gibt der Flugradar-Apps-Vergleich.
Lokale Karte schlägt jede App bei der Verzögerung
Deine eigene Oberfläche zeigt Positionen praktisch in Echtzeit, weil keine Server dazwischenliegen. Am Spot bedeutet das: Du siehst den Anflug auf deiner Karte, bevor ihn manche Online-Dienste darstellen. Wie du Live-Daten beim Spotten nutzt, steht im Guide Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter.
Worauf du achten solltest
- Nicht ungeschützt ins Internet stellen. Beide Oberflächen sind für das Heimnetz gedacht. Wenn du von unterwegs zugreifen willst, nutze einen VPN-Zugang statt offener Ports am Router.
- Standort korrekt eintragen. Ohne Empfängerposition stimmen Entfernungsangaben und Reichweitenauswertungen nicht – bei graphs1090 funktioniert der Reichweitengraph sonst gar nicht.
- Rechtliche Lage kennen. Der Empfang ist in Deutschland verbreitete Hobbypraxis, für das Weitergeben von Daten gelten aber eigene Fragen. Einen Überblick gibt ADS-B-Daten empfangen: die Rechtslage.
- Die Antenne entscheidet. Keine Oberfläche zaubert Flugzeuge herbei, die dein Empfänger nicht hört. Wenn die Karte leer bleibt, liegt es fast immer an Antenne, Standort oder Kabel – Tipps dazu gibt der Guide Den besten Antennenstandort finden.
- Symbole verstehen. Farben, Icons und Datenfelder unterscheiden sich zwischen den Oberflächen. Was die Darstellungen typischerweise bedeuten, erklärt Flugradar-Symbole und Farben.
Ist dein Setup bereit für die eigene Radarkarte?
- Mein Empfänger mit SDR-Stick und 1090-MHz-Antenne läuft.
- readsb oder dump1090-fa ist installiert und empfängt Nachrichten.
- Ich habe entschieden, ob ich tar1090, VRS oder beides nutze.
- Die Position meines Empfängers ist eingetragen.
- Die Oberfläche ist nur im Heimnetz oder per VPN erreichbar.
Live-Daten, Spot und Sichtung zusammenbringen
In Planetrack findest du auf der Spot-Karte den passenden Standort mit Anreise und bestem Licht, prüfst Wetter, Wind und Pisten am Flughafen und teilst deine Fotos mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
tar1090 und Virtual Radar Server lösen dasselbe Grundproblem – aus den Daten deines Empfängers wird eine Karte –, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. tar1090 ist schlank, schnell und eng mit readsb verzahnt. Für einen einzelnen Heimempfänger gibt es kaum einen Grund, nicht damit anzufangen. Virtual Radar Server ist das ältere, breiter aufgestellte Werkzeug mit Merged Feeds, Datenbank und eigenen Bilderordnern. Wer mehrere Antennen bündeln oder Sichtungen langfristig archivieren will, findet dort Funktionen, die tar1090 bewusst nicht anbietet. Da readsb beide gleichzeitig versorgt, ist die Kombination oft die beste Lösung.
Kurzfazit
Starte mit readsb und tar1090 auf dem Raspberry Pi – das ist der schnellste Weg zur eigenen Live-Karte. Ergänze Virtual Radar Server am PC, wenn du mehrere Empfänger zusammenführen oder deine Bewegungen in einer Datenbank auswerten willst, und rechne dort mit älterer Software und mehr Einrichtungsaufwand.
Zusammenfassung
- Für die meisten Spotter mit eigenem Empfänger ist tar1090 die naheliegende Oberfläche: schnell installiert, ressourcenschonend und mit allen Funktionen, die du für die Beobachtung des eigenen Luftraums brauchst.
- Virtual Radar Server spielt seine Stärken aus, wenn du mehrere Empfänger zusammenführen, Flugzeugdaten aus einer eigenen Datenbank ergänzen oder Berichte über vergangene Sichtungen auswerten willst.
- Beide Werkzeuge zeigen nur, was dein Empfänger tatsächlich empfängt. Reichweite, Antenne und Standort bestimmen die Qualität stärker als die Wahl der Oberfläche.
- Wer den Empfänger sowieso an Netzwerke wie Flightradar24 oder FlightAware feedet, verliert nichts: Die lokale Oberfläche läuft parallel zum Feeder.
Häufige Fragen
Was ist tar1090?
tar1090 ist eine Weboberfläche für die ADS-B-Decoder readsb und dump1090-fa. Sie läuft auf demselben Gerät wie der Decoder, meist einem Raspberry Pi, und zeigt die empfangenen Flugzeuge im Browser auf einer Karte. Zu den Funktionen gehören einstellbare Flugspuren, Filter nach Typ, Auswahl mehrerer Flugzeuge, verschiedene Kartenhintergründe, Tastenkürzel und ein Reichweitenprofil über heywhatsthat.com.
Was ist Virtual Radar Server?
Virtual Radar Server ist eine quelloffene .NET-Anwendung, die einen lokalen Webserver startet und Flugzeugdaten auf einer Karte im Browser darstellt. Sie läuft unter Windows sowie per Mono-Laufzeit unter Linux. Daten bekommt sie von Empfängern oder Decodern, die etwa das Beast-Binärformat, AVR-Formate oder das Kinetic-SBS-Format ausgeben.
Brauche ich für tar1090 oder Virtual Radar Server einen eigenen Empfänger?
Für echte Flugzeugdaten ja. Beide Programme stellen die Daten eines Mode-S- bzw. ADS-B-Empfängers dar, typischerweise eines SDR-Sticks mit 1090-MHz-Antenne und einem Decoder wie readsb. Virtual Radar Server kann zusätzlich simulierte Flugzeuge aus Flugsimulatoren wie dem Microsoft Flight Simulator oder X-Plane anzeigen.
Läuft tar1090 unter Windows?
Nicht direkt. Das Installationsskript von tar1090 ist für Debian-basierte Systeme wie Raspberry Pi OS, Debian oder Ubuntu gedacht. Die Oberfläche selbst öffnest du aber in jedem Browser, also auch auf deinem Windows-PC, Mac oder Tablet im Heimnetz.
Wird Virtual Radar Server noch weiterentwickelt?
Die offizielle Download-Seite führt die Version 2.4.4 vom 20. Dezember 2019 als aktuellen Stand. Der Quellcode liegt öffentlich auf GitHub. Für neue Installationen solltest du einplanen, dass Mono unter Linux und ältere Abhängigkeiten etwas Bastelarbeit erfordern können.
Kann ich beide Oberflächen gleichzeitig nutzen?
Ja. readsb stellt die Daten über mehrere Netzwerk-Ports in verschiedenen Formaten bereit, darunter Beast und SBS/BaseStation. tar1090 liest die JSON-Daten auf dem Pi, Virtual Radar Server auf deinem PC verbindet sich parallel mit einem der Ausgabe-Ports.
Warum zeigt meine lokale Karte keine Kennzeichen an?
Viele Flugzeuge senden per ADS-B nur ihre ICAO-Adresse, das Rufzeichen und Positionsdaten, nicht aber das Kennzeichen oder den Typ. Diese Angaben ergänzt die Oberfläche aus einer Datenbank. tar1090 bringt dafür eigene Datenbankdateien mit, Virtual Radar Server nutzt eine BaseStation-Datenbank und optionale Online-Abfragen.
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