Das Wichtigste in Kürze
- Mehr Dynamik statt mehr Verstärkung: Airspy Mini und R2 digitalisieren mit 12 Bit und 20 MSPS. Starke Signale aus der Nähe und schwache aus großer Entfernung passen dadurch gleichzeitig besser in den Wertebereich als bei einem 8-Bit-RTL-SDR.
- airspy_adsb ist der Dekoder, readsb die Zentrale: airspy_adsb spricht direkt mit der Hardware und liefert Beast-Daten. readsb oder dump1090-fa laufen nur noch im Netzwerkmodus und verteilen die Nachrichten an Karte und Feeder.
- 12 MSPS ist der sichere Standard: 20 MSPS kostet deutlich mehr CPU, ist beim Mini offiziell nicht unterstützt und bringt laut airspy-conf in Europa weniger als drei Prozent mehr Positionen.
- Gain von unten herantasten: Die Verstärkung läuft von 0 bis 21 in Stufen von etwa 3 dB. Steigere sie, bis die stärksten Flugzeuge knapp an 0 dBFS heranreichen.
- Ohne gute Antenne kein Mehrwert: Ein Airspy holt das Letzte aus einer ausgereizten Antennenanlage. Eine schlecht platzierte Fensterantenne bremst auch den besten Empfänger aus.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die kurze Antwort
- 2.Was einen Airspy anders macht
- 3.Airspy Mini oder R2?
- 4.Wann sich der Umstieg lohnt
- 5.So arbeiten airspy_adsb und readsb zusammen
- 6.Schritt für Schritt: Einrichtung mit airspy-conf
- 7.Samplerate: 12 oder 20 MSPS?
- 8.Gain richtig einstellen
- 9.Die wichtigsten Optionen im Überblick
- 10.Rechenleistung und Hardware
- 11.Erfolg messen statt schätzen
- 12.Worauf du achten solltest
- 13.Fazit
Dein Feeder läuft seit Monaten stabil, die Antenne sitzt auf dem Dach, LNA und Filter sind eingebaut – und trotzdem stagniert die Nachrichtenrate. Spätestens jetzt fällt in Feeder-Foren ein Name: Airspy. Die Empfänger Airspy Mini und Airspy R2 gelten zusammen mit dem Dekoder airspy_adsb als eine der leistungsfähigsten Kombinationen für den ADS-B-Empfang auf 1090 MHz. Dieser Guide erklärt dir, was ein Airspy technisch anders macht als ein RTL-SDR-Stick, für welche Stationen sich das lohnt, wie du airspy_adsb mit readsb oder PiAware verbindest und an welchen Stellschrauben du drehen solltest – und an welchen besser nicht.
Vom Empfänger-Log zur Sichtung im Hangar
Deine Station zeigt dir, was über dir fliegt – in Planetrack hältst du die Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Spot fest. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die kurze Antwort
Ein Airspy Mini oder R2 mit airspy_adsb lohnt sich, wenn deine Antennenanlage schon gut ist und du mehr aus ihr herausholen willst. Der Vorteil liegt im 12-Bit-Wandler: Er verkraftet starke und schwache Signale gleichzeitig deutlich besser als der 8-Bit-Wandler eines RTL-SDR. Dafür kostet der Airspy ein Vielfaches eines Sticks und braucht spürbar mehr Rechenleistung. Für die Einrichtung nutzt du am einfachsten das Community-Projekt airspy-conf, das airspy_adsb als Dienst installiert und deinen bestehenden Dekoder (readsb oder dump1090-fa) passend umstellt. Starte mit 12 MSPS und taste dich beim Gain von unten heran.
Wie sich der Airspy im Feld der übrigen Empfänger einordnet, zeigt der SDR-Stick-Vergleich für ADS-B. Hier geht es um die Praxis mit dem Airspy selbst.
Was einen Airspy anders macht
Ein klassischer RTL-SDR-Stick ist ein umfunktionierter DVB-T-Empfänger. Sein Wandler arbeitet mit 8 Bit, also nur 256 möglichen Werten pro Abtastung. Bei ADS-B ist das ein echter Engpass: Ein Flugzeug im Anflug direkt über deinem Dach liefert ein sehr starkes Signal, eine Maschine in 300 Kilometern Entfernung ein extrem schwaches – und beide müssen gleichzeitig in diesen kleinen Wertebereich passen. Drehst du die Verstärkung hoch, übersteuert der Stick bei nahen Flugzeugen. Drehst du sie herunter, verschwinden die fernen im Rauschen.
Die Airspy-Empfänger setzen genau hier an. Laut Hersteller arbeiten Airspy Mini und Airspy R2 mit einem 12-Bit-Wandler bei 20 MSPS, erreichen 10,4 effektive Bit, 70 dB Signal-Rausch-Abstand und 95 dB störungsfreien Dynamikbereich (SFDR). Die Rauschzahl gibt Airspy mit 3,5 dB zwischen 42 und 1002 MHz an, das Frontend hat nachführende HF-Filter und verträgt bis zu +10 dBm am Eingang. Für ADS-B heißt das: mehr Spielraum zwischen „übersteuert“ und „im Rauschen verloren“.
Dazu kommt die hohe Abtastrate. Ein Mode-S-Bit dauert eine Mikrosekunde. Ein RTL-SDR tastet ADS-B typischerweise mit 2,4 MSPS ab, also rund zweieinhalbmal pro Bit. airspy_adsb arbeitet mit 12 oder 20 MSPS und hat damit deutlich mehr Abtastpunkte pro Bit zur Verfügung, um schwache oder überlagerte Nachrichten sauber zu rekonstruieren. Was hinter den Nachrichten steckt, erklärt der Artikel Transponder Mode A, C und S.
Airspy Mini oder R2?
Beide Geräte teilen sich den Kern. Die Unterschiede liegen in Ausgaberaten, Anschlüssen und Größe.
| Airspy Mini | Airspy R2 | |
|---|---|---|
| Frequenzbereich | 24–1700 MHz | 24–1700 MHz |
| Wandler | 12 Bit, 20 MSPS | 12 Bit, 20 MSPS |
| Rauschzahl (42–1002 MHz) | 3,5 dB | 3,5 dB |
| Bias-Tee | 4,5 V, per Software | 4,5 V, per Software |
| Taktgenauigkeit | 0,5 ppm | 0,5 ppm |
| Externer Takteingang | nein | ja, 10–100 MHz (MCX) |
| Erweiterungen | keine | GPIOs, Taktausgänge, zusätzliche ADC-Eingänge |
| 20 MSPS mit airspy_adsb | offiziell nicht unterstützt | vorgesehen |
Für ADS-B entscheidet vor allem die letzte Zeile – und die ist in der Praxis weniger wichtig, als sie aussieht. Laut airspy-conf liefert 12 MSPS nahezu dasselbe Ergebnis wie 20 MSPS. Der kompakte Mini ist deshalb für die meisten Feeder die naheliegende Wahl. Den R2 brauchst du eher, wenn du mit externem Referenztakt experimentieren oder den Empfänger auch für andere Projekte nutzen willst. Wer bereits einen R2 besitzt, verliert nichts.
Ältere Geräte prüfen
Laut airspy-conf kann bei Airspys, die vor 2017 gekauft wurden, ein Firmware-Update nötig sein. Die Anleitung dazu findest du auf der Schnellstart-Seite des Herstellers. Gebrauchte Geräte solltest du deshalb vor dem Einsatz am Feeder einmal prüfen.
Wann sich der Umstieg lohnt
Ein Airspy ist kein Wundermittel. Er verbessert die Dekodierung, nicht den Empfang. Was die Antenne nicht einfängt, kann auch der beste Wandler nicht dekodieren. Deshalb gilt die Reihenfolge: zuerst Antennenstandort, dann Kabel, LNA und Filter, erst danach der Empfänger. Wie du die ersten Schritte angehst, beschreiben Den besten Antennenstandort finden und ADS-B-Reichweite steigern mit LNA und Filter.
Airspy lohnt sich, wenn …
- deine Antenne hoch und mit freier Rundumsicht montiert ist
- in deiner Umgebung viel Verkehr unterwegs ist, etwa nahe großer Drehkreuze
- dein Rechner genug CPU-Reserven hat
- deine Statistiken zeigen, dass ein RTL-SDR bei nahen Flugzeugen übersteuert
Kommt darauf an, wenn …
- du schon einen Pro Stick Plus oder RTL-SDR mit Mast-LNA betreibst
- der Feeder auf einem älteren Raspberry Pi läuft
- du den Empfänger auch für andere Bänder nutzen willst
Spar dir das Geld, wenn …
- die Antenne hinter dem Fenster oder unter dem Dach sitzt
- du gerade erst mit ADS-B anfängst
- der Rechner noch weitere Dienste stemmen muss
In Feeder-Foren wird außerdem immer wieder betont, dass ein Airspy seine Stärken erst mit einem gefilterten Vorverstärker voll ausspielt. Ein Airspy hat zwar einen großen Dynamikbereich, aber starke Störsignale außerhalb von 1090 MHz – Mobilfunk, Rundfunk, Radar – belasten den Wandler trotzdem. Ein Bandpassfilter vor dem Empfänger hält sie draußen. Den Bias-Tee für einen Mast-LNA bringt der Airspy selbst mit.
So arbeiten airspy_adsb und readsb zusammen
Bei einem RTL-SDR-Feeder erledigt ein Programm alles: readsb oder dump1090-fa greift auf den Stick zu, dekodiert die Signale und verteilt die Daten. Mit einem Airspy teilt sich diese Arbeit auf zwei Programme auf.
- airspy_adsb spricht direkt mit dem Airspy. Es nimmt die Rohdaten entgegen, dekodiert die Mode-S-Nachrichten und gibt sie mit Zeitstempeln im Beast-Format aus.
- readsb oder dump1090-fa läuft nur noch im Netzwerkmodus. Es empfängt die fertigen Nachrichten von airspy_adsb, baut daraus die Flugzeugliste, versorgt die Karte und stellt die Daten für Feeder bereit.
In der Standardkonfiguration von airspy-conf bietet airspy_adsb seine Daten auf Port 47787 an und verbindet sich zusätzlich mit Port 30004 des lokalen Dekoders. Bei PiAware wird stattdessen der Empfängertyp auf „relay“ gestellt und auf Port 47787 verwiesen. Alle weiteren Feeder – etwa für Flightradar24 oder PlaneFinder – greifen wie gewohnt auf die Beast-Ausgabe von readsb oder dump1090-fa zu, üblicherweise Port 30005. Für sie ändert sich durch den Airspy also nichts. Wie du mehrere Netzwerke parallel bedienst, zeigt Mehrere Netzwerke gleichzeitig feeden.
Neben diesem Zweierteam gibt es seit 2021 auch eine inoffizielle dump1090-fa-Variante mit direkter Airspy-Unterstützung, die ohne separates airspy_adsb auskommt. Ihr Entwickler hat sie im FlightAware-Forum ausdrücklich als nicht offizielle FlightAware-Version vorgestellt. Der verbreitete Weg bleibt airspy_adsb mit readsb oder dump1090-fa.
Schritt für Schritt: Einrichtung mit airspy-conf
Das Projekt airspy-conf von wiedehopf auf GitHub automatisiert die Einrichtung. Es lädt das passende airspy_adsb-Programm für deine Plattform, richtet einen systemd-Dienst ein und stellt deinen Dekoder um. Der Autor weist selbst darauf hin, dass das Skript nicht in jeder Umgebung wie gedacht funktionieren muss – prüfe also vorab die aktuelle Projektseite.
1. Basis installieren
Installiere zuerst readsb oder dump1090-fa. Ein PiAware-Image oder ein normales Raspberry-Pi-OS reichen. Wie readsb mit Kartenansicht aufgesetzt wird, steht in readsb und tar1090 installieren, für FlightAware in PiAware einrichten.
2. airspy-conf ausführen
Das Installationsskript aus dem GitHub-Repository lädt airspy_adsb für deine Architektur (ARM, ARM64 oder x86) und Systemversion herunter und legt die Konfiguration unter /etc/default/airspy_adsb an. Eine vorhandene Datei an dieser Stelle wird überschrieben.
3. Dekoder umstellen lassen
Das Skript sichert die bisherige Konfiguration von readsb oder dump1090-fa und stellt sie auf Netzwerkbetrieb um. Deine Koordinaten für Reichweitenkarte und MLAT übernimmt es dabei. Willst du deinen Dekoder selbst konfigurieren, gibt es eine Option, die nur airspy_adsb installiert.
4. Dienst prüfen
Im Systemprotokoll des Dienstes airspy_adsb (journalctl) siehst du, ob der Airspy erkannt wurde und Nachrichten ankommen. Fehlermeldungen wie „nicht gefunden" deuten meist auf USB- oder Stromprobleme hin.
5. Gain und Samplerate abstimmen
In der Konfigurationsdatei stellst du GAIN und SAMPLE_RATE ein und startest den Dienst neu. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Willst du airspy-conf später wieder loswerden, stellt das Deinstallationsskript die gesicherte Dekoder-Konfiguration wieder her und schaltet den Dienst ab.
Samplerate: 12 oder 20 MSPS?
Die Konfiguration von airspy-conf kennt zwei Werte: 12 und 20 MSPS. Standard ist 12 – und das aus gutem Grund.
12 MSPS
- Standardwert in airspy-conf
- deutlich geringere CPU-Last
- stabil für MLAT
- mit Mini und R2 gleichermaßen nutzbar
20 MSPS
- spürbar höhere CPU-Last
- kann MLAT-Probleme verursachen
- beim Airspy Mini offiziell nicht unterstützt, Kühlung empfohlen
- laut airspy-conf in Europa unter drei Prozent mehr Positionen
Die Empfehlung aus dem Projekt ist eindeutig: 20 MSPS nur dann, wenn dir die CPU-Last egal ist und das Gerät in gemäßigter Umgebung läuft. Zeigt dein MLAT-Client nach dem Umstieg Synchronisationsprobleme oder einen instabilen Takt, geh zurück auf 12. Wie MLAT funktioniert und warum saubere Zeitstempel so wichtig sind, erklärt MLAT/Multilateration erklärt.
Gain richtig einstellen
Die Verstärkung des Airspy stellst du in 22 Stufen von 0 bis 21 ein, jede entspricht etwa 3 dB. Die Standardkonfiguration nutzt eine automatische Einstellung. Für eine feste Einstellung beschreibt airspy-conf zwei Wege:
- RMS-Methode (Standard): Beginne bei niedriger Verstärkung und erhöhe sie schrittweise, bis die stärksten Flugzeuge 0 dBFS erreichen – oder bis du keine Flugzeuge mehr im Bereich um −45 dBFS siehst.
- SNR-Methode: Erhöhe die Verstärkung, bis sich der angezeigte Signal-Rausch-Abstand nicht mehr verbessert, und geh dann eine Stufe zurück.
Ist 21 zu viel, reduzierst du jeweils um eine Stufe. Betreibst du einen Vorverstärker an der Antenne, liegt der optimale Wert meist niedriger als ohne. Jede Änderung braucht Zeit: Verkehr schwankt über den Tag und die Woche. Vergleiche deshalb mindestens einen vollen Tag mit normalem Verkehr, bevor du weiterdrehst.
Wie viel Verstärkung steckt in deiner Gain-Stufe?
Faustwert nach der Angabe „jede Stufe rund 3 dB" aus airspy-conf. Die tatsächliche Verstärkung je Stufe weicht leicht ab.
Seltene Gäste nicht verpassen
Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ, eine Airline oder eine Special Livery im Anflug ist – dann stehst du rechtzeitig am Zaun. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die wichtigsten Optionen im Überblick
In der Konfigurationsdatei findest du eine Zeile mit weiteren Optionen. Die meisten kannst du auf den Vorgaben belassen. Die Übersicht stützt sich auf die Kommentare der Standarddatei von airspy-conf und die Programmhilfe. Welche Optionen deine Version kennt, zeigt dir der Aufruf airspy_adsb -h.
| Option | Funktion | Praxis-Hinweis |
|---|---|---|
| -C | CPU-Zielwert (5–95) | airspy_adsb passt die Filterarbeit an die verfügbare Leistung an |
| -E | Obergrenze des Präambel-Filters | höhere Werte kosten mehr CPU; die Standarddatei nennt einen höheren Wert für maximale Leistung, wenn die CPU-Last es zulässt |
| -f | Bits für die Fehlerkorrektur | empfohlen ist 1 |
| -b | Bias-Tee einschalten | nur mit LNA an der Antenne, der über das Kabel versorgt wird |
| -p | Bit-Packing | reduziert die USB-Datenrate, kostet aber etwas mehr CPU |
| -x | DX-Modus | erzeugt zusätzliche fehlerhafte Nachrichten, nicht nutzen, wenn du an Netzwerke feedest |
| -v | ausführliches Protokoll | hilfreich bei der Fehlersuche |
GAIN und SAMPLE_RATE trägst du in eigenen Zeilen ein, nicht in der Optionszeile. Nach jeder Änderung startest du den Dienst neu.
Finger weg vom DX-Modus beim Feeden
Der DX-Modus mag auf der eigenen Karte ein paar Flugzeuge mehr zeigen, schickt aber auch fehlerhafte Nachrichten weiter. Netzwerke wie FlightAware, Flightradar24 oder ADS-B Exchange bekommen damit verfälschte Daten. Wer feedet, lässt diese Option aus.
Rechenleistung und Hardware
Der größte praktische Unterschied zum RTL-SDR ist die CPU-Last. Ein RTL-SDR-Dekoder läuft auf fast jedem Raspberry Pi nebenher. airspy_adsb muss bei 12 oder 20 MSPS ein Vielfaches an Daten verarbeiten. In Forenberichten stoßen ältere Modelle wie der Raspberry Pi 3 bei hohen Abtastraten an ihre Grenzen. Die Option -C legt fest, welche CPU-Auslastung airspy_adsb anstrebt.
Daraus folgen ein paar Grundregeln:
- Genug Reserve einplanen: Läuft auf demselben Rechner noch tar1090, graphs1090, mehrere Feeder oder ganz andere Dienste, sollte die CPU nicht schon durch airspy_adsb am Anschlag sein.
- Kühlung ernst nehmen: Sowohl der Rechner als auch der Airspy werden im Dauerbetrieb warm. Für 20 MSPS mit dem Mini empfiehlt airspy-conf ausdrücklich Kühlkörper oder aktive Kühlung. Für Außengehäuse gilt das doppelt, siehe ADS-B-Empfänger im Freien betreiben.
- Stabile Stromversorgung: Airspy und gegebenenfalls ein LNA über den Bias-Tee ziehen Strom aus dem USB-Port. Ein schwaches Netzteil führt zu Abbrüchen und verlorenen Samples.
- Mini-PC als Alternative: airspy-conf bietet Programmversionen auch für x86-Rechner an. Wer über einen gebrauchten Thin Client oder Mini-PC nachdenkt, findet Anregungen in ADS-B-Empfang ohne Raspberry Pi.
Erfolg messen statt schätzen
Ob sich der Airspy lohnt, entscheidest du nicht nach Gefühl, sondern anhand deiner Statistik. airspy_adsb schreibt in der Standardkonfiguration eigene Kennzahlen in eine Statistikdatei, und readsb liefert Nachrichtenrate, Positionen und Reichweite. Das Werkzeug dafür ist graphs1090, das wir in Empfangsleistung messen ausführlich vorstellen.
Ein fairer Vergleich sieht so aus:
- Notiere die Werte deiner bisherigen Station über mindestens eine Woche: Nachrichten pro Sekunde, Flugzeuge mit Position, maximale Reichweite.
- Tausche nur den Empfänger, lass Antenne, Kabel, LNA und Filter unverändert.
- Vergleiche wieder eine volle Woche, möglichst bei ähnlicher Verkehrslage.
- Ändere danach Gain oder Samplerate jeweils einzeln.
Typisch ist, dass ein Airspy vor allem bei nahen und sehr fernen Flugzeugen gleichzeitig zulegt – also dort, wo ein 8-Bit-Stick zwischen Übersteuerung und Rauschen hin- und hergerissen ist. Wie groß der Gewinn an deinem Standort ausfällt, lässt sich nicht pauschal vorhersagen.
Bist du bereit für den Airspy?
- Meine Antenne sitzt hoch und hat möglichst freie Rundumsicht.
- Ich nutze einen gefilterten LNA oder habe einen eingeplant.
- Mein Rechner hat deutliche CPU-Reserven.
- Ich messe meine Empfangsleistung bereits mit graphs1090 oder einem ähnlichen Werkzeug.
- Ich habe Kühlung und stabile Stromversorgung im Griff.
- Ich bin bereit, Gain und Samplerate geduldig über mehrere Tage abzustimmen.
Worauf du achten solltest
- Rechtliches bleibt gleich: Ob Airspy oder RTL-SDR – für Empfang und Weitergabe der Daten gelten dieselben Regeln. Den Überblick gibt Ist der Empfang von ADS-B-Daten erlaubt?.
- Bias-Tee nur mit passendem LNA: Die 4,5 Volt auf der Antennenbuchse können Geräte beschädigen, die keine Fernspeisung vertragen. Schalte -b nur ein, wenn dein LNA dafür ausgelegt ist.
- Updates bewahren deine Einstellungen: Mit dem Update-Skript von airspy-conf aktualisierst du das Programm, ohne deine Optionen zu verlieren.
- Ein Empfänger, viele Nutzer: Willst du parallel Flugfunk oder ACARS hören, brauchst du einen zweiten Empfänger. Der Airspy ist im Feeder-Betrieb voll belegt. Einstiege bieten Flugfunk mit SDR-Stick empfangen und VDL Mode 2 empfangen.
Die Daten deiner Station kannst du übrigens nicht nur an Netzwerke schicken, sondern auch fürs Spotting nutzen: Wie du Sichtungen mit eigenen ADS-B-Logs nachträglich vervollständigst, zeigt Sichtungen mit ADS-B abgleichen.
Aus Daten werden Sichtungen
Poste deine Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ und Airline, sammle sie im Hangar und finde auf der Spot-Karte den passenden Standort mit bestem Licht. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Airspy Mini und R2 sind die Werkzeuge für Feeder, die ihre Station schon ausgereizt haben. Der 12-Bit-Wandler mit großem Dynamikbereich und airspy_adsb mit hoher Abtastrate dekodieren schwache und starke Signale gleichzeitig besser als ein 8-Bit-Stick. Die Einrichtung über airspy-conf ist überschaubar: readsb oder dump1090-fa vorbereiten, Skript ausführen, Gain abstimmen. Der Preis dafür sind höhere Anschaffungskosten und deutlich mehr CPU-Last. Wer noch mit Fensterantenne und langem Kabel arbeitet, investiert besser zuerst in Standort, LNA und Filter.
Kurzfazit
Erst Antenne, LNA und Filter optimieren, dann zum Airspy greifen. Für ADS-B reicht meist der Mini, betrieben mit 12 MSPS über airspy-conf. Gain von unten herantasten, Erfolg mit graphs1090 messen und den DX-Modus beim Feeden auslassen.
Zusammenfassung
- Airspy Mini und Airspy R2 arbeiten mit einem 12-Bit-Wandler bei 20 MSPS, laut Hersteller mit 10,4 effektiven Bit, 95 dB SFDR, 3,5 dB Rauschzahl und einem per Software schaltbaren 4,5-Volt-Bias-Tee.
- Für ADS-B nutzt du den Spezialdekoder airspy_adsb. Das Community-Projekt airspy-conf installiert ihn als Systemdienst und stellt readsb, dump1090-fa oder PiAware passend um.
- airspy_adsb lauscht standardmäßig auf Port 47787 für Beast-Daten und schickt seine Nachrichten an Port 30004 des lokalen Dekoders. Andere Feeder holen sich die Daten wie gewohnt über Port 30005.
- Der Mehrwert gegenüber einem guten RTL-SDR mit LNA und Filter zeigt sich vor allem an Stationen mit freier Rundumsicht, viel Verkehr und genug Rechenleistung.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Airspy für ADS-B?
Für Einsteiger meist nicht. Ein guter RTL-SDR-Stick mit Vorverstärker und 1090-MHz-Filter dekodiert ADS-B zuverlässig und braucht kaum Rechenleistung. Ein Airspy lohnt sich, wenn deine Antenne bereits hoch und frei sitzt, du viel Verkehr in der Umgebung hast und das letzte Quäntchen Nachrichtenrate und Reichweite herausholen willst. Dann hilft der größere Dynamikbereich, nahe und ferne Flugzeuge gleichzeitig sauber zu dekodieren.
Airspy Mini oder Airspy R2 – welcher ist besser für ADS-B?
Beide nutzen denselben 12-Bit-Wandler mit 20 MSPS, dieselbe Rauschzahl und denselben Frequenzbereich von 24 bis 1700 MHz. Der R2 bietet zusätzlich einen externen Takteingang (10 bis 100 MHz) und Erweiterungsanschlüsse. Für ADS-B relevant ist vor allem: 20 MSPS sind mit dem R2 vorgesehen, beim Mini laut airspy-conf offiziell nicht unterstützt. Weil 12 MSPS in der Praxis nahezu gleich gut funktionieren, reicht für die meisten Stationen der kompaktere Mini.
Was ist airspy_adsb?
airspy_adsb ist ein spezieller ADS-B-Dekoder für Airspy-Empfänger. Er greift direkt auf die Hardware zu, dekodiert die Mode-S-Nachrichten mit hoher Abtastrate und gibt sie im Beast-Format mit Zeitstempeln weiter. readsb oder dump1090-fa übernehmen dann im reinen Netzwerkbetrieb die Anzeige und Verteilung an Feeder-Programme.
Wie installiere ich airspy_adsb am einfachsten?
Am bequemsten über das Community-Projekt airspy-conf von wiedehopf auf GitHub. Voraussetzung ist ein bereits installiertes readsb oder dump1090-fa, zum Beispiel auf einem PiAware-Image oder einem normalen Raspberry-Pi-OS. Das Installationsskript lädt das passende Programm für deine Plattform, richtet einen systemd-Dienst ein und stellt deinen Dekoder auf Netzwerkbetrieb um. Prüfe vorher immer den aktuellen Stand der Projektseite.
Welche Samplerate sollte ich einstellen?
Starte mit 12 MSPS. Diese Einstellung ist der Standard in airspy-conf, läuft stabil und belastet die CPU deutlich weniger. 20 MSPS bringt laut Projektbeschreibung in Europa nur einen kaum messbaren Gewinn von unter drei Prozent mehr Positionen, kann MLAT-Probleme verursachen und ist beim Airspy Mini offiziell nicht unterstützt.
Funktioniert MLAT mit einem Airspy?
Ja. airspy_adsb liefert die Nachrichten mit Zeitstempeln, die MLAT-Clients wie der von PiAware oder anderen Netzwerken verarbeiten. Treten Synchronisationsprobleme oder ein instabiler Takt auf, empfiehlt airspy-conf, auf 12 MSPS zurückzugehen.
Kann ich mit einem Airspy mehrere Netzwerke gleichzeitig feeden?
Ja, genau wie mit einem RTL-SDR. Die Feeder-Programme greifen nicht auf den Airspy selbst zu, sondern holen die Daten im Beast-Format von readsb oder dump1090-fa, üblicherweise über Port 30005. airspy-conf nennt Flightradar24, PlaneFinder und weitere Feeder ausdrücklich als kompatibel.
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