ADS-B Exchange erklärt: ungefilterte Flugverfolgung für Spotter

ADS-B Exchange ist die Karte, die Spotter öffnen, wenn bei den großen Flugradar-Diensten ein Tanker, ein Regierungsjet oder ein Bizjet fehlt. Was hinter dem Dienst steckt, wie du die Oberfläche richtig nutzt und was auch hier unsichtbar bleibt.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ungefiltert heißt: was empfangen wird, wird gezeigt. ADS-B Exchange blendet nach eigener Aussage keine bestimmten Flüge oder Flugzeugtypen aus – auch militärischer Verkehr bleibt auf der Karte.
  • Seit 2023 kein reines Hobbyprojekt mehr: Der 2016 gegründete Dienst gehört seit Januar 2023 zum Luftfahrtdaten-Anbieter JETNET. Bei der Übernahme wurde betont, dass die Daten ungefiltert bleiben.
  • Die Karte ist tar1090: globe.adsbexchange.com basiert auf der Open-Source-Oberfläche tar1090. Fast jede Funktion erreichst du über einen einzelnen Buchstaben auf der Tastatur.
  • Filter sind dein stärkstes Werkzeug: Mit Mustern wie B73.|A32. oder ..T blendest du gezielt Typfamilien oder Antriebsarten ein und findest Seltenheiten schneller.
  • Kein Signal, kein Symbol: Was keinen Transponder sendet, außerhalb der Empfängerabdeckung fliegt oder nur Mode S ohne Position funkt und nicht per MLAT geortet wird, siehst du auch hier nicht.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.ADS-B Exchange: die kurze Antwort
  2. 2.Woher die Daten kommen
  3. 3.Was „ungefiltert“ konkret bedeutet
  4. 4.Vom Hobbyprojekt zum Unternehmen
  5. 5.Die Karte globe.adsbexchange.com richtig bedienen
  6. 6.So nutzt du ADS-B Exchange beim Spotten
  7. 7.Die Grenzen der ungefilterten Karte
  8. 8.Selbst Feeder werden
  9. 9.Fazit

Der Tanker kreist seit einer Stunde über der Nordsee, die Regierungsmaschine ist gerade gestartet, und auf deiner gewohnten Flugradar-App ist davon nichts zu sehen. Spätestens dann öffnen viele Spotter ADS-B Exchange. Der Dienst hat sich einen Namen als ungefilterte Karte gemacht: Was die Empfänger der Community auffangen, wird angezeigt. Dieser Guide erklärt dir, was hinter ADS-B Exchange steckt, wie du die Oberfläche unter globe.adsbexchange.com wirklich ausreizt und an welchen Stellen auch die ungefilterte Karte blind bleibt.

Vom Bildschirm an den Zaun

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug auf deinen Flughafen ist – und die Sichtung postest du direkt mit Foto und Kennzeichen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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ADS-B Exchange: die kurze Antwort

ADS-B Exchange ist ein weltweites Empfangsnetz für Flugzeugsignale, das seine Daten von Freiwilligen bezieht. Menschen in aller Welt betreiben kleine Empfänger mit Antenne, die die Aussendungen von Flugzeugtranspondern auffangen und an den Dienst weiterleiten. Daraus wird eine Live-Karte, auf der du Flugzeuge mit Kennung, Höhe, Geschwindigkeit und Spur verfolgst.

Der Unterschied zu den großen kommerziellen Diensten liegt in der Haltung zur Filterung: ADS-B Exchange beschreibt sich als Plattform, die Flugbewegungen ohne Zensur oder gezielte Filterung zeigt. Bestimmte Flüge oder Flugzeugtypen werden nach eigener Aussage nicht ausgeblendet, militärischer Verkehr ist ausdrücklich eingeschlossen. Für Spotter, die Tanker, Transporter, Aufklärer oder Businessjets suchen, ist das der entscheidende Punkt.

2016Start als Hobbyprojekt eines Luftfahrtenthusiasten
25.000+Empfänger aus der Community laut Anbieter
2023Übernahme durch den Luftfahrtdaten-Anbieter JETNET

Woher die Daten kommen

Die Grundlage ist ADS-B: Moderne Verkehrsflugzeuge senden in regelmäßigen Abständen ihre per Satellitennavigation bestimmte Position, die Höhe, die Geschwindigkeit und ihre Kennung auf 1090 MHz aus. Jeder, der eine passende Antenne und einen Empfänger hat, kann diese Signale passiv mithören – der Empfänger fragt nichts ab, er hört nur zu. Wie das technisch funktioniert, erklärt der Grundlagen-Artikel Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter.

Nicht jedes Flugzeug liefert eine fertige Position. Viele Militärmaschinen und ältere Flugzeuge senden zwar Mode-S-Antworten mit Kennung und Höhe, aber keine eigene Position. Für sie nutzt ADS-B Exchange Multilateration (MLAT): Mehrere Empfänger messen, wann dasselbe Signal bei ihnen ankommt, und aus den winzigen Zeitunterschieden wird die Position berechnet. Das funktioniert nur, wo genug Stationen dicht genug beieinanderstehen. Die Details dazu findest du unter MLAT erklärt, die Unterschiede der Transpondermodi im Artikel Transponder Mode A, C und S.

Jedes Flugzeug sendet außerdem eine feste 24-Bit-Adresse, den sogenannten Hex-Code. Über ihn ordnet die Karte einer Aussendung Kennzeichen und Typ zu. Was es mit dieser Adresse auf sich hat, steht im Artikel ICAO-24-Bit-Adresse (Hex-Code).

Was „ungefiltert“ konkret bedeutet

Kommerzielle Flugradar-Dienste blenden einen Teil des Verkehrs aus oder zeigen ihn nur anonym. Gründe sind Wünsche von Haltern, Sicherheitsbedenken oder Sperrprogramme wie das US-Programm LADD. In den USA können Betreiber zusätzlich über das Programm PIA eine wechselnde 24-Bit-Adresse nutzen, sodass das Flugzeug zwar sichtbar bleibt, sich aber nicht mehr ohne Weiteres einem Kennzeichen zuordnen lässt.

ADS-B Exchange geht einen anderen Weg und verzichtet nach eigener Aussage auf gezielte Filter. Für dich am Bildschirm heißt das:

  • Militärischer Verkehr bleibt sichtbar, sofern er überhaupt sendet und empfangen wird.
  • Regierungs- und Geschäftsflugzeuge erscheinen mit ihren Kennungen, auch wenn sie bei anderen Diensten fehlen. Mehr dazu in Regierungsflugzeuge spotten und Businessjets spotten.
  • Wechselnde Adressen bleiben wechselnde Adressen. Auch eine ungefilterte Karte kann ein Flugzeug mit PIA-Adresse nicht automatisch einem Kennzeichen zuordnen. Du siehst dann oft nur Typ und Position, nicht die Identität.

Ungefiltert ist also keine Zauberei, sondern der Verzicht auf nachträgliches Ausblenden. Was die Empfänger nicht hören, kann auch ADS-B Exchange nicht zeigen.

Vom Hobbyprojekt zum Unternehmen

ADS-B Exchange begann 2016 als Projekt eines Luftfahrtenthusiasten mit IT-Hintergrund. Aus dem Projekt wurde eine der größten Community-Karten der Welt. Im Januar 2023 übernahm der US-amerikanische Luftfahrtdaten-Anbieter JETNET den Dienst. Der Gründer trat bei der Bekanntgabe weiter als Präsident von ADS-B Exchange auf, und es hieß, die Daten blieben ungefiltert.

In Teilen der Feeder-Community kam die Übernahme schlecht an. Kritisiert wurde vor allem, dass ein Netz, das von Freiwilligen aufgebaut wurde, nun einem kommerziellen Datenanbieter gehört. In der Folge gewannen weitere Community-Karten an Bedeutung, die mit derselben Kartensoftware arbeiten. Einen Überblick über diese Alternativen gibt der Artikel Ungefilterte Community-Tracker im Vergleich.

Heute verkauft ADS-B Exchange neben der kostenlosen Karte, auf der Werbung läuft, Datenprodukte für Unternehmen: Live-Daten, tägliche Datenpakete, eine API, einen Streaming-Dienst und Archivdaten. Für den privaten Spotter ist davon vor allem eines wichtig: Die Karte im Browser bleibt frei nutzbar.

Zwei Karten sind besser als eine

Für Ankünfte, Abflüge und Flugpläne bleibt ein Allrounder wie Flightradar24 oder FlightAware bequemer. ADS-B Exchange spielt seine Stärke als Zweitkarte aus, sobald du gezielt nach Verkehr suchst, der anderswo fehlt. Welche Kombination zu dir passt, zeigt der Flugradar-Apps-Vergleich.

Die Karte globe.adsbexchange.com richtig bedienen

Die Weboberfläche unter globe.adsbexchange.com basiert auf tar1090, einer Open-Source-Kartensoftware, die auch viele Spotter für ihren eigenen Empfänger nutzen. Wer sie einmal verstanden hat, findet sich auf mehreren ungefilterten Karten zurecht. Wie du tar1090 zu Hause betreibst, steht im Guide Flugverfolgung am PC.

Suche, Liste und Farben

Über die Suche findest du jedes Flugzeug: Du gibst einen Hex-Code, ein Kennzeichen oder einen Typ ein und springst direkt zum Treffer. Wie du ein bestimmtes Flugzeug zuverlässig wiederfindest, beschreibt Flugzeug per Kennzeichen verfolgen.

Die Flugzeugsymbole sind nach Höhe eingefärbt, mit einem Farbverlauf von Orange über Violett bis Rot. Grau dargestellte Flugzeuge stehen am Boden, ihr Transponder meldet den Bodenmodus. Für Spotter ist das praktisch: Ein graues Symbol an deinem Flughafen ist gelandet oder rollt noch. Was die übrigen Symbole und Datenfelder auf Flugradar-Karten bedeuten, erklärt der Artikel Flugradar-Symbole und Farben.

Die Flugzeugliste in der Seitenleiste zeigt etwa 100 Einträge. Fehlt dort eine Maschine, die du suchst, zoomst du näher an die Region heran.

Die wichtigsten Tasten

Fast jeder Button auf der Karte trägt einen Buchstaben – du kannst klicken oder einfach die Taste drücken.

Taste Funktion Wofür du sie als Spotter nutzt
U Filter Militär/Interessant Tanker, Transporter, Aufklärer auf einen Blick
T Spuren für alle Flugzeuge Anflugrouten und Warteschleifen sichtbar machen
I Ausgewähltes Flugzeug isolieren Eine Maschine verfolgen, ohne dass andere stören
F Flugzeug folgen Die Karte wandert mit, ideal für den Anflug
P Persistenzmodus Flugzeuge bleiben nach Signalverlust stehen
M Mehrfachauswahl Mehrere Maschinen gleichzeitig beobachten
L / K Beschriftungen / Spurbeschriftungen Höhe und Kennung direkt auf der Karte
H Karte zurücksetzen Schnell zurück zur Ausgangsansicht

Dazu kommen zwei Kombinationen: Umschalt + S blendet alle Buttons vorübergehend aus, Umschalt + L wechselt zwischen der geschätzten letzten Flugstrecke und der vollständigen Spur.

Filter: das unterschätzte Werkzeug

In der rechten Seitenleiste filterst du nach Höhenbereich, Rufzeichen, Squawk, Typ und Typbeschreibung. Die Filter verstehen einfache Muster: Ein Punkt steht für ein beliebiges Zeichen, ein senkrechter Strich verbindet mehrere Muster. Leerzeichen dürfen nicht vorkommen, sonst greift der Filter nicht.

  • Nach Typcode: B73. zeigt die 737-Familie, A32. die A320-Familie, B73.|B3.M die 737 inklusive MAX. Wie die Codes aufgebaut sind, erklärt ICAO-Typcodes erklärt.
  • Nach Typbeschreibung: H.. zeigt Hubschrauber, L2J zweistrahlige Landflugzeuge, ..T Turboprops, .4. vierstrahlige und viermotorige Flugzeuge.
  • Nach Squawk: Ein Filter auf 7700 zeigt dir Flugzeuge, die einen Notfall melden. Was die Sondercodes bedeuten, steht unter Squawk-Codes 7500, 7600, 7700.

Ein Filter wie .4. ist für Spotter Gold wert: Vierstrahlige sind im Linienverkehr selten geworden, und so siehst du sofort, ob gerade eine 747, eine A380 oder ein militärischer Vierstrahler in deiner Region unterwegs ist.

Auf der Karte gesehen – jetzt in den Hangar

Halte jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot fest und sammle sie im Hangar. Was dir noch fehlt, landet auf deiner Wunschliste. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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URL-Parameter für Fortgeschrittene

Viele Einstellungen lassen sich direkt an die Adresse anhängen. Der erste Parameter beginnt mit ?, weitere hängst du mit & an. So baust du dir Lesezeichen für wiederkehrende Aufgaben:

  • ?icao= mit angehängtem Hex-Code zentriert, wählt und isoliert genau dieses Flugzeug.
  • ?airport=EDDM zentriert die Karte auf einen Flughafen.
  • ?mil startet direkt mit dem Militär-Filter.
  • ?replay blendet eine Abspielleiste für den aktuellen Kartenausschnitt ein.
  • ?heatmap=200000 zeichnet eine Heatmap mit bis zu 200.000 Punkten, standardmäßig über die letzten 24 Stunden.

Die Heatmap ist für die Spot-Planung spannend: Sie zeigt, wo sich Anflugrouten, Platzrunden oder Übungsräume verdichten. Du scrollst zuerst zu deiner Region und hängst den Parameter dann an.

So nutzt du ADS-B Exchange beim Spotten

1. Region und Flughafen einstellen

Zentrier die Karte per Flughafen-Parameter auf deinen Spot und speicher die Adresse als Lesezeichen.

2. Filter setzen

Militär-Filter mit U, ein Typmuster für die Familie, die dich interessiert, oder eine Höhenbegrenzung für tief fliegenden Verkehr.

3. Kandidaten beobachten

Wähl interessante Maschinen per Mehrfachauswahl aus und lass dir die Spuren anzeigen. So siehst du, ob jemand auf deinen Flughafen zuhält.

4. Mit Betriebsrichtung abgleichen

Die Spuren der letzten Landungen verraten dir, aus welcher Richtung angeflogen wird – und damit, an welches Pistenende du fährst.

5. Hinterher Daten prüfen

Gleich deine Fotos mit der Spur ab, um Kennzeichen, Uhrzeit und Typ sauber zu dokumentieren.

Besonders lohnend ist das an Militärflugplätzen. Am NATO-Flugplatz Geilenkirchen etwa kannst du verfolgen, ob die AWACS-Flotte unterwegs ist – Tipps zum Standort findest du im Spot Spotterhügel Teveren und im Guide Planespotting in Geilenkirchen. Wie du Tanker wie die Boeing KC-135 Stratotanker im Feld erkennst, erklärt Tankflugzeuge erkennen. Einen breiteren Überblick bietet Militärflugzeuge online verfolgen.

Die Grenzen der ungefilterten Karte

So nützlich ADS-B Exchange ist: Die Karte zeigt nur, was ein Empfänger tatsächlich gehört hat. Daraus ergeben sich Grenzen, die du kennen solltest.

Stärken

  • Keine gezielte Ausblendung von Militär-, Regierungs- oder Privatflügen
  • Mächtige Filter nach Typ, Typbeschreibung, Squawk und Höhe
  • Spuren, Replay und Heatmap im Browser ohne Abo
  • Großes Empfängernetz mit MLAT-Ortung

Grenzen

  • Flugzeuge ohne aktiven Transponder bleiben unsichtbar
  • MLAT nur, wo genug Empfänger stehen; tief fliegender Verkehr fehlt oft
  • Kaum Flugplan-, Gate- und Verspätungsinfos
  • Stammdaten können fehlen oder fehlerhaft sein
  • Kein Transponder, kein Symbol. Militärflugzeuge schalten im Einsatz ihre Kennung oft ab. Was nicht sendet, taucht auf keiner Karte auf, egal wie ungefiltert sie ist. Weitere Ursachen für fehlende Flugzeuge sammelt der Artikel Warum ein Flugzeug nicht auf Flightradar erscheint.
  • Abdeckung ist ungleich verteilt. In dicht besiedelten Regionen mit vielen Feedern ist das Netz eng, über dem offenen Meer oder in dünn besiedelten Gebieten klaffen Lücken. Tief fliegende Hubschrauber und Kleinflugzeuge verschwinden schnell hinter Hügeln und Gebäuden.
  • MLAT braucht Mitspieler. Für Flugzeuge ohne eigene Position müssen mehrere Stationen das Signal gleichzeitig empfangen. Fehlen sie, siehst du die Maschine im besten Fall ohne Position in der Liste.
  • Stammdaten sind nicht unfehlbar. Die Zuordnung von Hex-Code zu Kennzeichen und Typ stammt aus Datenbanken. Neue, umregistrierte oder verkaufte Flugzeuge sind dort manchmal falsch oder gar nicht eingetragen. Ein Blick aufs Foto schlägt jede Datenbank.
  • Keine Garantie auf Vollständigkeit. Die Karte zeigt ein Abbild dessen, was die Community empfängt – keine amtliche Lagekarte der Flugsicherung.

Verantwortung mit sensiblen Daten

Ungefiltert heißt nicht, dass alles erlaubt ist, was technisch möglich ist. Teile keine Live-Positionen von Militär- oder Regierungsflügen in einer Weise, die Einsätze gefährden könnte, und nutze Daten zu Privatflugzeugen nicht, um Personen nachzustellen. Was beim Empfangen und Weitergeben von ADS-B-Daten rechtlich gilt, fasst ADS-B-Daten empfangen: Rechtslage zusammen.

Auch die Nutzungsbedingungen setzen Grenzen: Die Richtlinie von ADS-B Exchange untersagt es unter anderem, Daten in großem Stil zu exportieren, weiterzuverkaufen oder damit ein konkurrierendes Angebot aufzubauen. Für deine private Spotting-Planung spielt das keine Rolle, für eigene Projekte mit den Daten schon.

Selbst Feeder werden

Das Netz lebt von Menschen, die eigene Empfänger betreiben. Nach Angaben von ADS-B Exchange reicht dafür eine kleine Antenne mit Empfänger, die unter guten Bedingungen Signale aus bis zu rund 250 Seemeilen auffängt. Feeder sehen ihre Station in einer Rangliste, schalten MLAT-Funktionen frei und können einen Rabatt an Freunde weitergeben. Wer bereits an Flightradar24, FlightAware oder andere Netze liefert, kann ADS-B Exchange zusätzlich mit Daten versorgen.

Wie du den Empfänger baust, erklärt ADS-B-Empfänger selber bauen, die Einrichtung für ADS-B Exchange und die Community-Netze beschreibt ADS-B Exchange und Community-Netzwerke feeden. Welche Gegenleistungen die einzelnen Dienste bieten, vergleicht Was Feeder als Gegenleistung bekommen.

Nutzt du ADS-B Exchange schon richtig?

Hak ab, was du schon kannst – am Ende siehst du, wo noch Potenzial liegt.

  • Ich habe ein Lesezeichen mit meinem Heimatflughafen als Parameter.
  • Ich kenne den Militär-Filter auf der Taste U.
  • Ich nutze Typmuster wie B73. oder .4. im Filter.
  • Ich weiß, warum Flugzeuge ohne Position nur per MLAT erscheinen.
  • Ich prüfe Kennzeichen aus der Karte am eigenen Foto nach.
  • Ich gehe mit Positionen sensibler Flüge verantwortungsvoll um.

Seltenheiten nicht verpassen

Beobachte Kennzeichen, Typen, Airlines und Special Liveries und lass dich bei Anflug oder Landung benachrichtigen. Auf der Spot-Karte findest du dazu Anreise, bestes Licht und Community-Fotos. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

ADS-B Exchange ist für Spotter die Karte für alles, was bei den großen Diensten fehlt. Der Verzicht auf gezielte Filter macht Militär-, Regierungs- und Geschäftsflüge sichtbar, und die tar1090-Oberfläche bietet mit Tastenkürzeln, Typfiltern, Replay und Heatmap Werkzeuge, die bei kommerziellen Apps oft hinter einem Abo stecken. Seit der Übernahme durch JETNET ist der Dienst kein reines Community-Projekt mehr, die Karte bleibt aber frei nutzbar. Die Grenzen setzt die Technik: Was nicht sendet oder von keinem Empfänger gehört wird, bleibt unsichtbar. Und wie bei der Flightradar24-Frage nach dem Abo gilt: Die beste Karte ersetzt nicht den Blick durch den Sucher.

Kurzfazit

Nutze ADS-B Exchange als Zweitkarte neben einem Allrounder: für Militär, Regierungsjets und Bizjets, mit Filtern wie U, B73. oder .4. und Lesezeichen per URL-Parameter. Rechne mit Lücken bei Abdeckung und MLAT, prüf Kennzeichen am eigenen Foto und geh mit sensiblen Positionen verantwortungsvoll um.

Zusammenfassung

  • ADS-B Exchange sammelt die Signale von nach eigenen Angaben über 25.000 Empfängern aus der Community und zeigt sie ohne gezielte Filterung auf einer Weltkarte.
  • Für Spotter ist der Dienst vor allem als Zweitkarte neben einem Allrounder interessant – für Militär, Regierungsflüge, Businessjets und alles, was anderswo ausgeblendet wird.
  • Die Stärken liegen in Filtern, Spurdarstellung, Replay und Heatmaps. Flugpläne, Gates und ausgefeilte Flughafenansichten sind nicht der Schwerpunkt.
  • Grenzen setzen die Physik des Empfangs, die Dichte des Empfängernetzes und die Qualität der Stammdaten – und dein eigener Umgang mit sensiblen Daten.

Häufige Fragen

Was ist ADS-B Exchange?

Ein weltweites Netzwerk zur Flugverfolgung, das Positionsdaten von Empfängern aus der Community sammelt und auf der Karte globe.adsbexchange.com darstellt. Der Dienst wurde 2016 als Hobbyprojekt gestartet und zeigt Flugbewegungen nach eigener Aussage ohne Zensur oder gezielte Filterung, ausdrücklich auch militärischen Verkehr.

Warum sehe ich bei ADS-B Exchange Flugzeuge, die bei Flightradar24 fehlen?

Kommerzielle Dienste blenden manche Flüge aus oder zeigen sie anonymisiert, etwa auf Wunsch von Haltern oder aufgrund von Sperrprogrammen wie dem US-Programm LADD. ADS-B Exchange verzichtet nach eigener Aussage auf solche gezielten Filter. Was die Empfänger aus der Luft auffangen, landet deshalb grundsätzlich auch auf der Karte.

Ist ADS-B Exchange kostenlos?

Die Live-Karte im Browser kannst du ohne Bezahlung nutzen; auf der Karte wird Werbung eingeblendet. Kostenpflichtig sind die Datenprodukte für Unternehmen, also API, Streaming und Datenarchive. Feeder bekommen zusätzliche Vorteile wie eine Rangliste und Zugang zu MLAT-Funktionen.

Wem gehört ADS-B Exchange?

Seit Januar 2023 dem US-amerikanischen Luftfahrtdaten-Anbieter JETNET. Der Gründer trat bei der Bekanntgabe weiter als Präsident von ADS-B Exchange auf und betonte, an den ungefilterten Daten festzuhalten. In der Feeder-Community löste der Verkauf trotzdem Kritik aus, und es entstanden weitere Community-Karten mit ähnlicher Technik.

Wie finde ich Militärflugzeuge auf ADS-B Exchange?

Drück auf der Karte die Taste U oder klick den gleichnamigen Button. Dann zeigt die Karte nur noch Flugzeuge, die als militärisch oder interessant markiert sind. Alternativ hängst du den Parameter ?mil an die Adresse an. Viele Militärmaschinen senden allerdings keine eigene Position und erscheinen nur, wenn genug Empfänger sie per MLAT orten.

Kann ich mit ADS-B Exchange vergangene Flüge ansehen?

Teilweise. Die Karte zeigt die Spur eines ausgewählten Flugzeugs, und mit dem URL-Parameter replay blendest du eine Abspielleiste für den aktuellen Kartenausschnitt ein. Lückenlose historische Archive über längere Zeiträume bietet ADS-B Exchange dagegen als kostenpflichtiges Datenprodukt an.

Darf ich die Daten von ADS-B Exchange weiterverwenden?

Für deine eigene Spotting-Planung ist das unproblematisch. Die Nutzungsrichtlinie verbietet aber unter anderem, Daten massenhaft zu exportieren, weiterzuverkaufen oder damit ein Konkurrenzangebot zu bauen. Für alles, was über den privaten Blick auf die Karte hinausgeht, liest du die Bedingungen vorher genau.

PT

Planetrack Redaktion

Wir bauen die Planetrack App und spotten selbst – auf Besucherterrassen, an Anflugschneisen und am Zaun. Alle Guides entstehen aus eigener Praxis und werden regelmäßig aktualisiert.

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