Das Wichtigste in Kürze
- Alles beginnt bei 275 mm: So lang ist eine Wellenlänge bei 1090 MHz. Daraus leiten sich alle Maße ab – rund 69 mm für einen Viertelwellen-Strahler, gut 137 mm für eine halbe Welle in Luft.
- Die Spider ist der beste Einstieg: Ein senkrechter Strahler plus vier bis acht schräg nach unten gebogene Radials, alles rund 69 mm lang – schnell gebaut aus Kabelresten.
- Die Collinear bringt Gewinn zum Horizont: Mehrere gestapelte Koax-Abschnitte bündeln die Empfangsleistung flach, dort, wo weit entfernte Flugzeuge im Reiseflug stehen.
- Im Kabel gilt der Verkürzungsfaktor: Elemente aus Koaxkabel sind kürzer als in Luft, weil sich das Signal im Dielektrikum langsamer ausbreitet. Bei RG-6 mit Faktor 0,85 landest du bei rund 116 mm.
- Standort schlägt Bauform: Die beste Selbstbau-Antenne verliert gegen eine mittelmäßige, die frei auf dem Dach steht. Erst Platz klären, dann bauen.
Inhaltsverzeichnis
Wer einen eigenen ADS-B-Empfänger betreibt, merkt schnell: Der SDR-Stick ist austauschbar, die Antenne nicht. Sie entscheidet darüber, ob du nur den Anflug auf deinen Hausflughafen siehst oder Flugzeuge im Reiseflug weit hinter dem Horizont. Das Schöne daran: Eine 1090-MHz-Antenne selber bauen ist eines der dankbarsten Bastelprojekte überhaupt. Ein paar Zentimeter Draht, ein Stecker und etwas Koaxkabel reichen. In diesem Guide bekommst du die Maße für die drei bewährten Bauformen – Groundplane, Spider und Coax-Collinear –, die Rechnung dahinter und die Fehler, die fast jeder beim ersten Mal macht.
Vom Radarpunkt zur eigenen Sichtung
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Die kurze Antwort
Für den Einstieg baust du eine Spider-Antenne: einen senkrechten Strahler von rund 69 mm und vier bis acht Radials gleicher Länge, die etwa 45 Grad nach unten gebogen sind. Wer mehr Reichweite will, baut eine Coax-Collinear aus acht Abschnitten RG-6-Kabel von je rund 116 mm. Beide Antennen montierst du senkrecht, weil ADS-B-Signale vertikal polarisiert sind, und so hoch und frei wie möglich.
Den kompletten Empfänger mit Raspberry Pi, Stick und Software beschreibt der Guide ADS-B-Empfänger selber bauen. Hier geht es nur um das Bauteil, das den größten Unterschied macht.
Die Physik in drei Sätzen
Flugzeuge senden ihre ADS-B-Meldungen über den Mode-S-Transponder auf 1090 MHz aus – wie das technisch abläuft, erklärt der Artikel Transponder Mode A, C und S. Eine Antenne arbeitet am besten, wenn ihre Länge in einem festen Verhältnis zur Wellenlänge steht. Die Wellenlänge ergibt sich aus Lichtgeschwindigkeit geteilt durch Frequenz: 299.792 km/s geteilt durch 1090 MHz ergibt rund 275 mm.
Daraus folgen die Grundmaße:
| Bruchteil | Länge in Luft | Wofür |
|---|---|---|
| λ (volle Welle) | ≈ 275 mm | Rechengrundlage |
| λ/2 | ≈ 137,5 mm | Dipol, Halbwellen-Elemente aus Draht |
| λ/4 | ≈ 69 mm | Strahler und Radials bei Groundplane und Spider |
| λ/2 × 0,85 | ≈ 116 mm | Element einer Collinear aus RG-6-Koaxkabel |
| λ/4 × 0,85 | ≈ 58 mm | Viertelwellen-Stub aus RG-6 |
Der dritte Satz ist der wichtigste: In einem Kabel ist die Welle kürzer als in Luft. Das Dielektrikum zwischen Innenleiter und Schirm bremst die Ausbreitung. Der Verkürzungsfaktor (englisch velocity factor) gibt an, um wie viel. Bei geschäumtem Satellitenkabel liegt er häufig um 0,85, bei Kabel mit massivem Polyethylen deutlich niedriger. Für Draht-Antennen spielt er keine Rolle, für Elemente aus Koaxkabel ist er entscheidend.
Elementlänge für deine Antenne berechnen
Theoretischer Wert. Den genauen Verkürzungsfaktor deines Kabels findest du im Datenblatt des Herstellers.
Bauform 1: die Groundplane
Die Groundplane ist die Urform der Viertelwellen-Antenne. Ein senkrechter Strahler von rund 69 mm sitzt auf einem Gegengewicht – entweder einer Metallfläche oder mehreren Radials, die von seinem Fußpunkt aus waagerecht abstehen. Der Strahler hängt am Innenleiter des Kabels, das Gegengewicht am Schirm.
Die einfachste Variante hast du vielleicht schon in der Schublade: die Magnetfuß-Stabantenne, die vielen SDR-Sticks beiliegt. In der Community der FlightAware-Feeder ist es ein klassischer Einsteigertrick, deren Stab auf etwa 67 mm zu kürzen und den Magnetfuß auf eine Blechdose, eine Metallplatte oder ein Backblech zu setzen. Die Fläche wirkt als Gegengewicht, und schon empfängt die Antenne deutlich besser als vorher.
Material für eine Groundplane mit Radials:
- eine Einbaubuchse (N, SO-239 oder F) als Basis
- fünf Stücke Kupferdraht, etwa 1 bis 2 mm stark und je rund 10 cm lang zum Zurechtschneiden
- vier kleine Schrauben mit Muttern oder Lötzinn für die Radials
- Koaxkabel mit passendem Stecker und gegebenenfalls Adapter zum SDR-Stick
Den Strahler lötest du in den Mittelpin der Buchse, die vier Radials befestigst du an den Montagelöchern des Flanschs. Gemessen wird beim Strahler ab Oberkante Buchse bis zur Spitze, bei den Radials ab dem Befestigungspunkt.
Bauform 2: die Spider
Die Spider ist eine Groundplane mit nach unten gebogenen Radials – und eine der beliebtesten Selbstbau-Antennen für ADS-B. Der Name kommt vom Aussehen: Mit vier, sechs oder acht schrägen Beinen sieht sie aus wie eine kleine Spinne.
In einer viel zitierten Bauanleitung aus dem FlightAware-Forum ist die Sechs-Bein-Variante so beschrieben: Der Strahler misst 69 mm von der Oberkante eines F-Steckers bis zur Spitze, die Radials 69 mm vom Knickpunkt bis zur Spitze, gebogen etwa 45 Grad unter die Waagerechte. Als Draht dient der rund 1 mm starke Innenleiter von RG-6-Kabel, dickerer Draht geht ebenfalls. Gelötet wird bei dieser Variante gar nicht – alles hält per Stecker, Mutter und Unterlegscheibe.
Warum die Schräge? Gebogene Radials verändern die Impedanz am Fußpunkt und die Abstrahlung nach unten. Für den Empfang heißt das in der Praxis: Die Antenne passt besser zum Kabel und „schaut“ etwas flacher Richtung Horizont. Laut einer Bildunterschrift in der Anleitung schneidet die Acht-Bein-Version besser ab als die mit vier Beinen, Messdaten dazu liefert sie aber nicht. Vier Radials sind ein guter Start.
1. Draht vorbereiten
Fünf Drahtstücke mit Zugabe abschneiden, gerade ziehen und bei Bedarf abisolieren. Blanker Kupferdraht lässt sich leichter feinjustieren.
2. Strahler einsetzen
Den Strahler in den Mittelpin der Buchse löten oder klemmen. Er muss sauber senkrecht stehen und darf den Schirm nicht berühren.
3. Radials montieren
Radials gleichmäßig verteilt am Masseanschluss befestigen – bei vier Beinen im 90-Grad-Raster, bei sechs im 60-Grad-Raster.
4. Biegen und ablängen
Radials rund 45 Grad nach unten biegen, dann alle Elemente auf etwa 69 mm kürzen. Erst biegen, dann messen – sonst stimmen die Längen nicht.
5. Abdichten
Für den Außeneinsatz Steckverbindungen mit Vulkanisierband oder Schrumpfschlauch abdichten und Lötstellen mit Heißkleber oder Silikon schützen.
6. Testen und trimmen
Ein paar Stunden Daten sammeln, dann den Strahler in kleinen Schritten von 1 mm kürzen und vergleichen. Wer zu viel abschneidet, fängt neu an.
Sonderform: die Cantenna
Eine Variante mit Kultstatus in der Feeder-Szene ist die Cantenna: Ein Viertelwellen-Strahler sitzt auf einer leeren Getränkedose oder Konservendose, die das Gegengewicht bildet. Auch hier nennt die Forumsanleitung 69 mm Strahlerlänge aus dem Innenleiter eines RG-6-Kabels, wobei der Erbauer mit isoliertem Draht nach dem Einkürzen auf 66 mm besseren Empfang meldete. Die Cantenna ist eher ein Experiment für die Fensterbank als eine Dauerlösung auf dem Dach.
Die Antenne hört alles – du siehst nur, was dich interessiert
Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Flugzeugtyp, eine Airline oder eine Special Livery deinen Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Bauform 3: die Coax-Collinear
Wenn die Spider läuft und du mehr willst, ist die Coax-Collinear (oft kurz „CoCo“) der nächste Schritt. Sie stapelt mehrere Halbwellen-Abschnitte übereinander. Das Prinzip: Statt Energie gleichmäßig in alle Höhenwinkel zu verteilen, konzentriert eine gestapelte Antenne ihre Empfindlichkeit auf den Horizont. Genau dort stehen die weit entfernten Flugzeuge im Reiseflug – und genau die machen die Reichweite aus.
Der Trick beim Koax-Aufbau: Bei jeder Verbindung werden Innenleiter und Schirm vertauscht. Der Innenleiter des einen Abschnitts geht an den Schirm des nächsten und umgekehrt. Dadurch strahlen die Außenseiten der Abschnitte phasengleich, und die Antenne verhält sich wie mehrere übereinander gestapelte Dipole.
Maße und Material
Eine ausführlich dokumentierte Bauanleitung eines Funkamateurs auf balarad.net rechnet so: halbe Wellenlänge 137,5 mm mal Verkürzungsfaktor 0,85 ergibt rund 116 mm pro Element. Verwendet wurden 75-Ohm-Kabel vom Typ RG-6 mit Faktor 0,85 und ein 50-Ohm-Kabel mit Faktor 0,83 – bei beiden mit derselben Elementlänge.
Material für eine Acht-Element-Collinear:
- rund 1,5 m geschäumtes Koaxkabel mit bekanntem Verkürzungsfaktor (zum Beispiel RG-6)
- ein Kunststoffrohr (PVC) von etwa 1 m Länge als Gehäuse, plus Endkappe
- Isolierband, Schrumpfschlauch, etwas Kleber
- ein Stecker am Fußende (F oder SMA, je nach Empfänger)
- optional ein Abschlusswiderstand mit 75 oder 50 Ohm am oberen Ende
So gehst du vor
- Elemente schneiden: Acht Abschnitte auf exakt dieselbe Länge schneiden. Am Schirm misst du die 116 mm, der Innenleiter steht an beiden Enden jeweils rund 50 mm über – er wird für die Verbindung und die Stabilität gebraucht.
- Kreuzweise verbinden: Den überstehenden Innenleiter von Element 1 mit dem Schirm von Element 2 verbinden, den Innenleiter von Element 2 mit dem Schirm von Element 1. Ein Stück Isolierband zwischen den Elementen verhindert Kurzschlüsse.
- Nach jedem Schritt messen: Mit einem Multimeter prüfen, dass zwischen Innenleiter und Schirm am Fußende kein Kurzschluss besteht. Ist die Antenne einmal im Rohr, findest du einen Fehler kaum noch.
- Abschluss oben: Der Erbauer setzt einen Widerstand passend zur Kabelimpedanz ans obere Ende, schreibt aber selbst, dass dieser für guten Empfang nicht nötig ist. Er erleichtert vor allem die Durchgangsprüfung der Elemente und leitet statische Aufladung ab.
- Einbauen und abdichten: Die Kette ins Rohr schieben, Stecker unten verkleben und abdichten, oben eine Endkappe aufsetzen.
Acht oder mehr Elemente?
In den Tests auf balarad.net mit 8, 12 und 16 Elementen brachten zusätzliche Elemente nur wenig Zugewinn. Acht Elemente passen in ein 1-m-Rohr und gelten dort als mechanisch optimal, zwölf (rund 1,5 m) nennt der Erbauer einen guten Kompromiss. Je mehr Lötstellen, desto größer das Risiko, dass ein einziger Fehler die ganze Antenne verstimmt.
Ein zusätzliches Detail aus derselben Anleitung ist ein Viertelwellen-Stub: ein am Ende kurzgeschlossenes Stück Koaxkabel von rund 58,5 mm am Antennenanschluss. Bei 1090 MHz wirkt er wie ein hoher Widerstand und kostet kaum Empfang, auf anderen Frequenzen ist er dagegen niederohmig; geerdet kann er zudem statische Ladung ableiten. Für den ersten Bau ist er optional.
Die drei Bauformen im Vergleich
| Kriterium | Groundplane | Spider | Coax-Collinear |
|---|---|---|---|
| Bauzeit | unter 1 Stunde | etwa 1 Stunde | ein Nachmittag |
| Material | Buchse, Draht, Schrauben | Stecker, Draht, ggf. Buchse | 1,5 m Koax, PVC-Rohr, Kleinteile |
| Fehlertoleranz | hoch | hoch | gering, jede Verbindung zählt |
| Empfang nahe dem Horizont | ordentlich | ordentlich, etwas flacher | am stärksten |
| Wetterfestigkeit | mit Abdichtung gut | mit Abdichtung gut | im Rohr sehr gut |
| Ideal für | Fensterbank, ersten Test | Dach, Balkon, Einstieg | feste Dachinstallation |
Bau die Spider, wenn …
- es deine erste Antenne ist
- du schnell Ergebnisse sehen willst
- du kaum Werkzeug außer Zange und Lötkolben hast
Bau die Collinear, wenn …
- du einen festen Platz auf Dach oder Mast hast
- du gezielt Reichweite Richtung Horizont willst
- du sauber und geduldig lötest
Lass den Selbstbau, wenn …
- du keine Lust auf Basteln hast – fertige Antennen gibt es günstig
- die Antenne an einem Ort hängen würde, an dem sie nicht sicher befestigt werden kann
Wer lieber kauft als baut, findet einen Überblick in Fertige ADS-B-Empfänger und Kits kaufen.
Kabel, Stecker und Verluste
Bei 1090 MHz frisst Koaxkabel spürbar Signal, und zwar umso mehr, je dünner und länger es ist. Im FlightAware-Forum wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass RG-6 ab etwa 5 m Länge so viel dämpft, dass sich ein Vorverstärker lohnen kann. Daraus folgen ein paar Grundregeln:
- Kabel so kurz wie möglich. Jeder Meter weniger ist geschenkte Reichweite.
- Dickes, geschäumtes Kabel statt dünner Strippen. Billiges Antennenkabel mit hohem Verlust macht jede Antenne schlecht.
- Wenige Übergänge. Jeder Adapter zwischen F, N, SMA und MCX kostet ein wenig und ist eine potenzielle Fehlerquelle.
- Verstärker an die Antenne, nicht an den Empfänger. Ein rauscharmer Vorverstärker (LNA) direkt am Mast gleicht die Kabelverluste aus. Wie das funktioniert und wann ein 1090-MHz-Filter hilft, erklärt der Guide ADS-B-Reichweite erhöhen mit LNA und Filter.
Welcher Stick am anderen Ende hängt, beeinflusst das Ergebnis ebenfalls – manche Modelle haben Verstärker und Filter schon eingebaut. Mehr dazu im Vergleich der SDR-Sticks für ADS-B.
Typische Fehler beim Selbstbau
- Falsch gemessen. Der Strahler zählt ab dem Punkt, an dem er den Stecker verlässt, nicht ab der Lötstelle im Inneren. Radials misst du nach dem Biegen.
- Verkürzungsfaktor vergessen. Wer Collinear-Elemente mit 137 mm statt rund 116 mm schneidet, baut eine Antenne für eine ganz andere Frequenz.
- Ungleiche Elemente. Bei der Collinear zählt Gleichmäßigkeit. Lieber eine Schneidlehre aus Holz bauen als jedes Element einzeln abmessen.
- Kurzschluss im Rohr. Ein einziger Drahtsplitter zwischen Innenleiter und Schirm legt die Antenne lahm. Nach jedem Schritt messen.
- Liegende Antenne. ADS-B ist vertikal polarisiert. Eine schräg oder waagerecht montierte Antenne verschenkt viel Signal.
- Feuchtigkeit. Wasser im Stecker oder im Kabel verschlechtert den Empfang schleichend. Alles, was draußen hängt, gehört konsequent abgedichtet – Tipps dazu im Artikel ADS-B-Empfänger im Freien betreiben.
Sicherheit auf dem Dach
Arbeiten auf Dächern und an Masten sind gefährlich. Sichere dich ab, arbeite nie allein und halte Abstand zu Stromleitungen. Eine Außenantenne an einem hohen Mast kann bei Gewitter zum Problem werden – lass Erdung und Blitzschutz im Zweifel von einer Fachkraft prüfen.
Testen und vergleichen
Ob deine neue Antenne besser ist, siehst du nicht am Bauchgefühl, sondern an Zahlen. Vergleiche über mindestens einen ganzen Tag, besser mehrere: Anzahl der empfangenen Nachrichten pro Sekunde, Zahl der Flugzeuge mit Position und die maximale Reichweite in alle Himmelsrichtungen. Wie du diese Statistiken mit graphs1090 auswertest, zeigt der Guide Empfangsleistung messen.
Wichtig: Tausche immer nur eine Sache auf einmal. Neue Antenne und neuer Standort am selben Tag – und du weißt nicht, was den Unterschied gemacht hat. Und erst danach lohnt es sich, Millimeter zu trimmen. Fast immer bringt ein besserer Platz mehr als die perfekte Länge. Wo die Antenne am besten hängt und wie du sie befestigst, steht in Den besten Antennenstandort finden.
Mit einer starken Antenne profitiert auch das ganze Netzwerk: Je mehr gut empfangende Stationen eine Region abdecken, desto zuverlässiger funktioniert die Ortung von Flugzeugen ohne eigene ADS-B-Position per Multilateration (MLAT). Deine Daten kannst du zum Beispiel über den Flightradar24-Feeder oder an ADS-B Exchange und andere Community-Netzwerke weitergeben. Was beim Empfang und Teilen rechtlich zu beachten ist, fasst der Artikel ADS-B-Daten empfangen: die Rechtslage zusammen.
Ist deine Antenne bereit für den Mast?
- Ich habe die Elementlängen für mein Material berechnet, inklusive Verkürzungsfaktor.
- Alle Elemente sind nach dem Biegen gemessen und gleich lang.
- Zwischen Innenleiter und Schirm besteht kein Kurzschluss.
- Die Antenne steht senkrecht und ist sicher befestigt.
- Stecker und Lötstellen sind wasserdicht verpackt.
- Das Kabel ist so kurz wie möglich und hat wenige Übergänge.
- Ich habe Vergleichswerte der alten Antenne gespeichert.
Und am Spot?
Nicht jede Antenne muss auf dem Dach leben. Eine kleine Spider oder eine gekürzte Stabantenne auf einer Metallfläche passt in jede Fototasche und macht zusammen mit Stick, Smartphone und Powerbank aus jedem Spotterplatz eine kleine Empfangsstation. Wie das unterwegs funktioniert, beschreibt Mobiler ADS-B-Empfang am Spot. Wie du Live-Daten für dein Spotting allgemein nutzt, zeigt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter.
Erst empfangen, dann fotografieren, dann sammeln
Planetrack zeigt dir auf der Spot-Karte die passenden Spotterplätze mit Anreise und bestem Licht, liefert Wetter, Wind und Pisten am Flughafen und hält deine Sichtungen im Hangar fest. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Eine eigene 1090-MHz-Antenne ist Geometrie plus ein bisschen Sorgfalt. Aus 275 mm Wellenlänge leiten sich alle Maße ab: rund 69 mm für Strahler und Radials einer Groundplane oder Spider, rund 116 mm pro Element einer Collinear aus RG-6. Die Spider ist der ideale Einstieg, die Collinear das Upgrade für den festen Dachplatz. Und egal, welche Bauform du wählst: Ein freier, hoher Standort, ein kurzes Kabel und dichte Stecker bringen mehr als jeder letzte Millimeter.
Kurzfazit
Bau zuerst eine Spider mit rund 69 mm langen Elementen und 45 Grad geneigten Radials, miss die Ergebnisse und steig dann auf eine Acht-Element-Collinear mit rund 116 mm pro RG-6-Abschnitt um. Montiere senkrecht, halte das Kabel kurz und vergleiche jede Änderung mit Zahlen.
Zusammenfassung
- ADS-B-Signale sind vertikal polarisiert, deshalb gehört jede Empfangsantenne senkrecht montiert. Die Wellenlänge bei 1090 MHz beträgt rund 275 mm.
- Groundplane und Spider sind Viertelwellen-Antennen mit rund 69 mm langem Strahler und Radials. Sie sind schnell gebaut, robust und empfangen rundum gleichmäßig.
- Die Coax-Collinear besteht aus Halbwellen-Abschnitten Koaxkabel, bei denen Innenleiter und Schirm von Abschnitt zu Abschnitt vertauscht werden. Acht Elemente passen in ein 1 m langes Kunststoffrohr.
- Lange Kabelwege kosten bei 1090 MHz spürbar Signal. Kurze Leitungen, ordentliche Stecker und eine wasserdichte Verpackung sind genauso wichtig wie die exakten Maße.
Häufige Fragen
Wie lang muss eine ADS-B-Antenne sein?
Eine Wellenlänge bei 1090 MHz misst rund 275 mm. Ein Viertelwellen-Strahler ist damit etwa 69 mm lang, in der Praxis wird er oft auf 66 bis 68 mm eingekürzt. Für Elemente aus Koaxkabel musst du zusätzlich den Verkürzungsfaktor des Kabels einrechnen.
Welche selbstgebaute ADS-B-Antenne ist die beste für Einsteiger?
Die Spider-Antenne: ein Strahler und vier bis acht Radials von je rund 69 mm, die Radials etwa 45 Grad nach unten gebogen. Sie braucht nur Draht, einen Stecker und Koaxkabel, verzeiht kleine Maßfehler und liefert sofort brauchbaren Empfang.
Was ist der Unterschied zwischen Groundplane und Spider?
Beide sind Viertelwellen-Antennen mit Strahler und Gegengewicht. Bei der klassischen Groundplane stehen die Radials waagerecht oder es dient eine Metallfläche als Gegengewicht. Bei der Spider sind die Radials schräg nach unten gebogen. Das verändert die Impedanz und das Strahlungsdiagramm leicht und sieht dem Namen entsprechend wie eine Spinne aus.
Wie berechne ich die Elementlänge einer Coax-Collinear?
Halbe Wellenlänge mal Verkürzungsfaktor des Kabels. Bei 1090 MHz sind das 137,5 mm mal Faktor, für RG-6 mit Faktor 0,85 also rund 116 mm. Den Verkürzungsfaktor findest du im Datenblatt deines Kabels.
Wie viele Elemente braucht eine Collinear für ADS-B?
Verbreitet sind acht Elemente, die in ein etwa 1 m langes Rohr passen. In einer dokumentierten Selbstbau-Testreihe brachten zusätzliche Elemente nur wenig Gewinn; der Erbauer nennt acht Elemente mechanisch optimal und zwölf einen guten Kompromiss. Je länger die Antenne, desto heikler werden Stabilität und Fertigungsfehler.
Brauche ich 50 oder 75 Ohm Kabel?
Für reinen Empfang ist das weniger kritisch als beim Senden. Viele Selbstbauer nutzen 75-Ohm-Satellitenkabel (RG-6), weil es günstig und verlustarm ist, und verbinden es per Adapter mit dem SDR-Stick. Wichtiger als die Ohmzahl sind kurze Leitungen und gute Stecker.
Ist eine selbstgebaute Antenne besser als die Stabantenne vom SDR-Stick?
In aller Regel ja. Die Beigaben-Antennen vieler SDR-Sticks sind nicht auf 1090 MHz abgestimmt und stehen meist am Schreibtisch. Schon eine auf rund 67 mm gekürzte Stabantenne auf einer Metallfläche bringt eine spürbare Verbesserung, eine Spider am Fenster oder auf dem Dach noch deutlich mehr.
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