Das Wichtigste in Kürze
- Erst der Dekoder, dann der Feeder: Die Feed-Skripte aller vier Netze setzen einen laufenden Dekoder wie readsb oder dump1090-fa voraus. Sie greifen dessen Beast-Datenstrom ab und schicken ihn weiter.
- Ein Empfänger, viele Netze: Jedes Skript installiert eigene Dienste nebeneinander. Bestehende Feeder für FlightAware oder Flightradar24 laufen unverändert weiter.
- Position und Höhe exakt angeben: Ohne genaue Koordinaten und Antennenhöhe über dem Meeresspiegel kann deine Station nicht sinnvoll an der Multilateration teilnehmen.
- Zwei Ports verraten den Status: Bei adsb.fi und airplanes.live laufen die Daten laut Anleitung über Port 30004, MLAT über Port 31090. Eine bestehende Verbindung auf beiden Ports heißt: Du feedest. adsb.lol zeigt den Status auf seiner Startseite.
- Jeder Dienst hat zwei Systemd-Dienste: einen für den Datenstrom, einen für MLAT. Status, Neustart und Logs steuerst du immer nach demselben Muster.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die kurze Antwort
- 2.Warum gleich mehrere Netze?
- 3.Vorbereitung: was dein System braucht
- 4.ADS-B Exchange anbinden
- 5.adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live anbinden
- 6.MLAT richtig einrichten
- 7.Feed prüfen: läuft alles?
- 8.Typische Fehler und ihre Lösung
- 9.Die Alternativen: Image oder Docker
- 10.Datenschutz und Recht
- 11.Was du davon hast
- 12.Fazit
Die Antenne hängt, der Raspberry Pi läuft, und auf deiner lokalen Karte ziehen die ersten Flugzeuge über den Bildschirm. Jetzt kommt der Schritt, der aus einem privaten Empfänger einen Baustein der weltweiten Flugverfolgung macht: an ADS-B Exchange und die Community-Netze adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live feeden. Gerade diese vier Dienste sind für Spotter spannend, weil sie Militär-, Regierungs- und Geschäftsflüge in der Regel nicht gezielt ausblenden. Dieser Guide zeigt dir, wie die Anbindung funktioniert, wie du MLAT richtig einrichtest und wie du prüfst, ob deine Daten wirklich ankommen.
Vom Empfänger direkt zur Sichtung
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Spot fest – und Sichtungs-Alarme melden dir, wenn ein beobachtetes Kennzeichen im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die kurze Antwort
Du feedest an ADS-B Exchange und die Community-Netze, indem du auf dem Rechner mit deinem Dekoder pro Netzwerk ein Installationsskript herunterlädst und mit Root-Rechten ausführst. Das Skript fragt Standort, Antennenhöhe und einen Stationsnamen ab, richtet zwei Systemdienste ein – einen für die Positionsdaten, einen für MLAT – und verbindet sie mit den Servern des Netzes. Weil jedes Netz eigene Dienste nutzt, kannst du alle vier parallel betreiben, ohne bestehende Feeder für FlightAware oder Flightradar24 anzufassen.
Voraussetzung ist ein funktionierender Empfänger. Wenn du den noch nicht hast, beginnst du mit ADS-B-Empfänger selber bauen und installierst den Dekoder nach dem Guide readsb und tar1090 installieren. Was ADS-B Exchange als Karte kann, erklärt ADS-B Exchange erklärt.
Warum gleich mehrere Netze?
Die vier Dienste haben eine gemeinsame Geschichte. ADS-B Exchange startete 2016 als Hobbyprojekt und gehört seit Januar 2023 zum Luftfahrtdaten-Anbieter JETNET. Nach dem Verkauf wuchsen Community-Karten wie adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live, die auf derselben Open-Source-Technik aufsetzen: readsb als Dekoder und Datensammler, mlat-client für die Multilateration und tar1090 als Kartenoberfläche. Wer auf einer dieser Karten zu Hause ist, findet sich auf allen zurecht. Einen ausführlichen Vergleich der Karten liefert Ungefilterte Community-Tracker im Vergleich.
Für dich als Feeder hat das zwei praktische Folgen. Erstens kostet jedes zusätzliche Netz kaum Ressourcen, weil alle denselben Datenstrom deines Dekoders anzapfen. Zweitens verbessert jede weitere Station die MLAT-Abdeckung des jeweiligen Netzes. Gerade Militärmaschinen, die nur Mode S ohne eigene Position senden, tauchen erst auf, wenn mehrere Empfänger dasselbe Signal hören. Wie das funktioniert, erklärt MLAT/Multilateration.
| Netz | Installationsskript | Konfigurationsdatei | Dienste | Status prüfen |
|---|---|---|---|---|
| ADS-B Exchange | adsbexchange.com/feed.sh | /etc/default/adsbexchange | adsbexchange-feed, adsbexchange-mlat | adsbexchange.com/myip |
| adsb.fi | adsb.fi/feed.sh | /etc/default/adsbfi | adsbfi-feed, adsbfi-mlat | Verbindungen auf 30004/31090 |
| adsb.lol | adsb.lol/feed.sh | /etc/default/adsblol | adsblol-feed, adsblol-mlat | Startseite adsb.lol |
| airplanes.live | install.sh im GitHub-Repo airplanes-live/feed | /etc/default/airplanes | airplanes-feed, airplanes-mlat | Verbindungen auf 30004/31090 |
Die Angaben stammen aus den Anleitungen der Projekte mit Stand Oktober 2026. Skriptadressen können sich ändern, deshalb lohnt vor der Installation ein Blick auf die offizielle Seite des jeweiligen Netzes.
Vorbereitung: was dein System braucht
Bevor du ein Skript startest, sollten drei Dinge stehen.
- Ein laufender Dekoder. adsb.fi und airplanes.live verlangen einen separat installierten Dekoder wie readsb, adsb.lol richtet sich an bestehende Empfänger, und ADS-B Exchange nennt Empfänger mit readsb, dump1090 oder PiAware als Ausgangspunkt. Der Dekoder muss seinen Datenstrom im Beast-Format bereitstellen, standardmäßig auf Port 30005. Wenn du schon PiAware betreibst, ist dump1090-fa bereits vorhanden – siehe PiAware einrichten.
- Exakte Koordinaten und Höhe. Alle Anleitungen beginnen mit diesem Schritt. Du brauchst Breite und Länge deiner Antenne mit mehreren Nachkommastellen sowie die Höhe über dem Meeresspiegel, am besten Geländehöhe plus Montagehöhe. Die Projekte verweisen dafür auf Online-Höhenfinder.
- Internet und SSH-Zugang. Die Skripte laden Software aus dem Netz nach. Du arbeitest im Terminal des Pi, direkt oder per SSH.
Höhe nicht schätzen
Für die Multilateration zählt jeder Meter. Ein Antennenmast auf dem Dach eines dreistöckigen Hauses liegt leicht zehn Meter über der Geländehöhe. Trag die tatsächliche Antennenhöhe ein, nicht nur die Höhe deines Wohnorts.
Ein Wort zur Sicherheit: Alle vier Netze verteilen ihre Installation als Shell-Skript, das du mit sudo ausführst. Lade es deshalb nur von der offiziellen Projektseite oder dem offiziellen GitHub-Repository und wirf vor dem Start einen Blick hinein. Das Muster „erst herunterladen, dann ausführen“ in den Anleitungen gibt dir genau dafür Gelegenheit.
ADS-B Exchange anbinden
Für ADS-B Exchange lädst du das Feed-Skript in ein temporäres Verzeichnis und startest es:
curl -L -o /tmp/axfeed.sh https://adsbexchange.com/feed.sh
sudo bash /tmp/axfeed.sh
Das Skript fragt dich nach den Angaben für Standort, Höhe und Namen und richtet die Dienste adsbexchange-feed und adsbexchange-mlat ein. Laut Projekt bleiben vorhandene Feed-Clients dabei unberührt. Anschließend öffnest du aus deinem Heimnetz adsbexchange.com/myip. Die Seite erkennt anhand deiner öffentlichen IP-Adresse, ob ein ADS-B- und ein MLAT-Feed eingehen. Ob deine Station im MLAT-Netz auftaucht, siehst du zusätzlich auf der MLAT-Karte von ADS-B Exchange.
Zwei optionale Ergänzungen sind für Spotter interessant:
- Stats-Paket: Es installiert eine Online-Karte, die nur die Flugzeuge zeigt, die deine eigene Antenne empfängt. Die Adresse dazu gibt dir anschließend der Befehl
adsbexchange-showurlaus. - Lokale Oberfläche: Ein Zusatzskript unter
/usr/local/share/adsbexchange/git/richtet eine tar1090-Karte im Heimnetz ein, erreichbar unter der IP deines Pi mit dem Pfad/adsbx.
Willst du später nur die Software aktualisieren, ohne die Konfiguration neu einzugeben, nutzt du das separate Update-Skript feed-update.sh von derselben Adresse. Für Änderungen an Standort oder Name führst du einfach die Installation erneut aus.
adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live anbinden
Die drei Community-Netze folgen demselben Muster, die Skripte sind eng verwandt. Für adsb.fi:
curl -L -o /tmp/feed.sh https://adsb.fi/feed.sh
sudo bash /tmp/feed.sh
Für adsb.lol:
curl -L -o /tmp/lol-feed.sh https://adsb.lol/feed.sh
sudo bash /tmp/lol-feed.sh
Für airplanes.live:
curl -L -o /tmp/feed.sh https://raw.githubusercontent.com/airplanes-live/feed/main/install.sh
sudo bash /tmp/feed.sh
Jedes Skript legt seine Konfiguration unter /etc/default/ ab und startet ein Dienstpaar nach dem Schema <netz>-feed und <netz>-mlat. In der Konfigurationsdatei von adsb.fi siehst du zum Beispiel, woher die Daten kommen: Der Eintrag INPUT zeigt standardmäßig auf 127.0.0.1:30005, also auf den Beast-Ausgang des Dekoders auf demselben Gerät. Läuft dein Dekoder auf einem anderen Rechner im Netz, trägst du dort dessen IP-Adresse ein und startest beide Dienste neu.
1. Dekoder prüfen
Öffne deine lokale tar1090- oder SkyAware-Karte. Siehst du Flugzeuge, liefert der Dekoder Daten.
2. Koordinaten und Höhe notieren
Breite, Länge und Antennenhöhe über dem Meeresspiegel bereitlegen – das Skript fragt danach.
3. Skript herunterladen und ansehen
Mit curl nach /tmp laden, kurz durchsehen, dann mit sudo bash ausführen.
4. Fragen beantworten
Standort, Höhe und einen MLAT-Namen eingeben. Der Name erscheint je nach Netz öffentlich, wähle ihn entsprechend.
5. Verbindung kontrollieren
Dienststatus und Ports prüfen, bei ADS-B Exchange zusätzlich die myip-Seite öffnen.
6. Nächstes Netz
Die Schritte für jedes weitere Netz wiederholen. Die Dienste laufen nebeneinander.
Bei adsb.fi und airplanes.live gibt es außerdem eine optionale lokale Kartenoberfläche, die das Skript install-or-update-interface.sh unter /usr/local/share/<netz>/git/ einrichtet. Bei airplanes.live erreichst du sie zum Beispiel unter der IP deines Pi mit dem Pfad /airplanes.
Seltenheit auf der Karte entdeckt?
Mit Planetrack legst du Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen, Airlines und Special Liveries an und erfährst, wenn sie bei Anflug oder Landung sind. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
MLAT richtig einrichten
Die Positionsdaten aus ADS-B kommen direkt aus dem Flugzeug. Für MLAT dagegen ist deine Station selbst ein Messinstrument: Der Server vergleicht, wann dasselbe Signal bei mehreren Empfängern eintrifft, und berechnet daraus die Position. Deshalb hängt MLAT von deinen Stammdaten ab.
- Koordinaten: Falsche Nachkommastellen verschieben deine Station rechnerisch um Hunderte Meter. Der Server merkt das und kann deine Messungen verwerfen.
- Höhe: Sie geht genauso in die Rechnung ein wie Breite und Länge.
- Uhr und Synchronisation: Die Zeitstempel kommen vom Dekoder. Ein stabiler Empfang ohne Überlastung des Pi hilft der Synchronisation mit Nachbarstationen.
Ein Detail betrifft die MLAT-Ergebnisse: Die Skripte können die berechneten Positionen an deinen Dekoder zurückspielen, damit sie auch auf deiner lokalen Karte erscheinen. In der Konfiguration steuert das der Eintrag RESULTS, der standardmäßig an 127.0.0.1:30104 liefert. Fütterst du mehrere Netze, kann es sinnvoll sein, die Rückspielung nur bei einem Netz aktiv zu lassen, damit deine Karte nicht doppelte Positionen aus verschiedenen Quellen mischt. ADS-B Exchange dokumentiert dafür eigene Befehle zum Ab- und Anschalten.
Wichtig: MLAT funktioniert nur, wo mehrere Stationen dieselben Flugzeuge hören. In dünn besiedelten Gegenden kann deine Station perfekt eingerichtet sein und trotzdem kaum MLAT-Positionen liefern. Je mehr Netze du belieferst, desto größer ist die Chance, dass bei mindestens einem genug Nachbarn in Reichweite stehen.
Feed prüfen: läuft alles?
Nach der Installation prüfst du jeden Dienst nach demselben Muster. Zuerst der Status:
sudo systemctl status adsbfi-feed
sudo systemctl status adsbfi-mlat
Beide Dienste sollten als aktiv laufend erscheinen. Bei adsb.fi und airplanes.live kontrollierst du dann die Netzwerkverbindungen:
netstat -t -n | grep -E '30004|31090'
Im Ergebnis sollten Verbindungen im Zustand ESTABLISHED zu den Servern stehen – je eine auf Port 30004 für die Daten und eine auf 31090 für MLAT. Bei ADS-B Exchange reicht der Blick auf adsbexchange.com/myip, bei adsb.lol zeigt dir die Startseite, ob du als Feeder erkannt wirst.
Wie gut dein Empfänger insgesamt arbeitet, siehst du nicht an den Feed-Diensten, sondern am Dekoder. Für Reichweite, Nachrichtenrate und Signalstärke lohnt sich Empfangsleistung messen mit graphs1090.
Typische Fehler und ihre Lösung
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Dienst startet, aber keine Verbindung auf Port 30004 | Dekoder liefert keinen Beast-Strom auf 30005 | Dekoder prüfen, Eintrag INPUT in /etc/default/<netz> kontrollieren |
| myip-Seite zeigt keinen Feed | Abfrage aus einem anderen Netz oder über VPN | Seite aus demselben Heimnetz ohne VPN öffnen |
| MLAT-Dienst läuft, aber keine Synchronisation | Falsche Koordinaten oder Höhe, zu wenige Nachbarstationen | Stammdaten korrigieren, Skript erneut ausführen |
| Doppelte Flugzeuge auf der lokalen Karte | MLAT-Ergebnisse aus mehreren Netzen zurückgespielt | RESULTS bei allen Netzen bis auf eines leeren |
| Dienste fehlen nach Update des Systems | Installation unvollständig oder beschädigt | Update-Skript des Netzes ausführen oder neu installieren |
Hilft das nicht, liest du die Logs. Die Projekte bitten bei Supportanfragen um die letzten Zeilen beider Dienste nach einem Neustart:
sudo journalctl -u adsbfi-feed --no-pager
sudo journalctl -u adsbfi-mlat --no-pager
Für die anderen Netze ersetzt du adsbfi durch adsbexchange, adsblol oder airplanes. Neu starten kannst du jeden Dienst mit sudo systemctl restart, die aktuelle Konfiguration zeigst du mit cat /etc/default/<netz> an.
Nicht wild in Konfigurationen schreiben
Die Dateien unter /etc/default/ werden von den Skripten erzeugt. Kleinere Anpassungen wie die Eingangsquelle sind vorgesehen, für alles andere führst du lieber das Installationsskript erneut aus. So bleibt die Konfiguration konsistent mit dem, was die Projekte erwarten.
Die Alternativen: Image oder Docker
Einzelskripte sind ideal, wenn du einen bestehenden Empfänger erweitern willst. Startest du neu, gibt es bequemere Wege.
Einzelskripte, wenn …
- dein Pi schon läuft, etwa mit PiAware oder readsb
- du gezielt ein oder zwei Netze ergänzen willst
- du gern im Terminal arbeitest
Fertiges Image, wenn …
- du einen neuen Pi oder Einplatinenrechner nur fürs Feeden aufsetzt
- du Netzwerke lieber per Häkchen im Browser auswählst
- du dich um Updates möglichst wenig kümmern willst
Docker, wenn …
- der Rechner noch andere Dienste trägt
- du mit Containern vertraut bist
- du viele Netze zentral verwalten willst
ADSB.im ist ein fertiges Feeder-Image für Einplatinenrechner, das adsb.lol in seiner Dokumentation für neue Stationen auf eigener Hardware empfiehlt. Nach dem Flashen öffnest du im Browser die Adresse adsb-feeder.local, trägst Name, Standort und Zeitzone ein und wählst anschließend die Netze aus, an die du liefern willst. Auch airplanes.live bietet ein eigenes Image für den Raspberry Pi an, das Dekoder, MLAT-Client, Karte und Statistik bündelt.
Für Docker-Nutzer gibt es den verbreiteten Ultrafeeder-Container der sdr-enthusiasts, und auch adsb.lol dokumentiert einen Docker-Weg für technisch erfahrene Nutzer. Wie du damit viele Netze gleichzeitig betreibst, zeigt Mehrere Netzwerke gleichzeitig feeden mit Ultrafeeder. Welche Feeder-Programme es neben den hier beschriebenen gibt, fasst ADS-B-Feeder-Programme im Vergleich zusammen.
Datenschutz und Recht
Wer feedet, gibt Daten weiter, und das betrifft auch deinen Standort. Die Netze brauchen deine genauen Koordinaten für MLAT, zeigen deine Station aber je nach Dienst unterschiedlich detailliert an. Lies vor der Installation die Datenschutz- und Lizenzhinweise. adsb.lol etwa schreibt in seinen Bedingungen, dass du für die gelieferten Daten auf Urheber- und verwandte Rechte nach CC0 verzichtest, und gibt an, außer kurzzeitig gespeicherten Logdateien keine personenbezogenen Daten zu erfassen.
Ob Empfang und Weitergabe der Daten in deinem Land erlaubt sind, ist eine eigene Frage. Einen Überblick für Deutschland, Österreich und die Schweiz gibt ADS-B-Daten empfangen: die Rechtslage.
Was du davon hast
Die Community-Netze sind keine Tauschbörse mit Premium-Abos wie bei den kommerziellen Diensten, aber Feeden lohnt sich trotzdem. Du verbesserst die Abdeckung rund um deinen Wohnort, oft genau dort, wo du selbst spottest, etwa am Besucherhügel München oder am Spotterhügel Teveren bei Geilenkirchen. Bei ADS-B Exchange bekommst du mit dem Stats-Paket eine Karte nur deiner Empfänge. Welche Gegenleistungen die kommerziellen und Community-Dienste im Einzelnen bieten, vergleicht Was Feeder als Gegenleistung bekommen.
Für die Praxis am Zaun zählt vor allem: Je dichter das Netz, desto zuverlässiger erscheinen auch Militärflugzeuge auf der Karte und Businessjets, die bei anderen Diensten fehlen.
Ist dein Feeder sauber eingerichtet?
- Mein Dekoder liefert Daten, die lokale Karte zeigt Flugzeuge.
- Ich habe Koordinaten und Antennenhöhe exakt eingetragen.
- Feed- und MLAT-Dienst laufen bei jedem Netz.
- Ich sehe Verbindungen auf Port 30004 und 31090 beziehungsweise einen Treffer auf der myip-Seite.
- MLAT-Ergebnisse werden nur von einem Netz an meinen Dekoder zurückgespielt.
- Ich habe die Datenschutz- und Lizenzhinweise der Netze gelesen.
Aus Daten werden Sichtungen
Poste deine Sichtungen mit Foto, Kennzeichen und Flughafen in Planetrack, sammle sie im Hangar mit Wunschliste und tausch dich mit der Community aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
An ADS-B Exchange, adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live zu feeden ist kein Hexenwerk, sobald dein Dekoder läuft. Pro Netz ein Skript, ein paar Angaben zu Standort und Höhe, zwei neue Dienste – und deine Antenne trägt zu mehreren ungefilterten Karten bei. Die meiste Sorgfalt verdienen die Stammdaten, denn von ihnen hängt MLAT ab. Für die Kontrolle reichen Dienststatus, Ports und Logs. Wer neu einsteigt, spart sich mit einem Feeder-Image die Einzelschritte.
Kurzfazit
Erst den Dekoder zum Laufen bringen, dann pro Netz das offizielle Skript ausführen, Koordinaten und Antennenhöhe exakt eintragen und den Feed über Dienststatus, Ports 30004/31090 oder die myip-Seite prüfen. Alle vier Netze laufen problemlos parallel.
Zusammenfassung
- ADS-B Exchange, adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live sammeln Daten von Freiwilligen und zeigen sie auf tar1090-basierten Karten ohne gezielte Filterung.
- Die Anbindung läuft bei allen vier Diensten über ein Shell-Skript, das du herunterlädst und mit Root-Rechten ausführst. Es fragt Standort, Höhe und Stationsnamen ab und richtet zwei Dienste ein.
- Wer neu startet, kann statt Einzelskripten ein fertiges Feeder-Image wie ADSB.im nutzen, bei dem du die Netzwerke in einer Weboberfläche anhakst.
- Bei Problemen helfen fast immer dieselben drei Schritte: Dienststatus prüfen, Verbindungen beziehungsweise Feeder-Status kontrollieren, Logs lesen.
Häufige Fragen
Brauche ich für ADS-B Exchange einen eigenen Empfänger?
Ja. Feeden heißt, dass du Daten eines eigenen Empfängers weitergibst. Du brauchst einen Rechner wie einen Raspberry Pi, einen SDR-Stick, eine 1090-MHz-Antenne und einen Dekoder wie readsb oder dump1090-fa. Erst wenn dieser Dekoder Flugzeuge empfängt, lohnt sich die Installation der Feed-Skripte.
Kann ich gleichzeitig an mehrere Netzwerke feeden?
Ja. Die Skripte von ADS-B Exchange, adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live installieren jeweils eigene Dienste, die parallel auf den Datenstrom des Dekoders zugreifen. Laut den Projektseiten stören sie vorhandene Feeder nicht. Viele Spotter beliefern deshalb FlightAware, Flightradar24 und mehrere Community-Netze mit derselben Antenne.
Wie prüfe ich, ob mein Feed bei ADS-B Exchange ankommt?
Öffne aus deinem Heimnetz die Seite adsbexchange.com/myip. Sie erkennt anhand deiner öffentlichen IP-Adresse, ob ein ADS-B- und ein MLAT-Feed eintreffen. Auf dem Pi selbst zeigen sudo systemctl status adsbexchange-feed und sudo systemctl status adsbexchange-mlat, ob die Dienste laufen.
Wie prüfe ich den Feed bei adsb.fi, adsb.lol und airplanes.live?
Bei adsb.fi und airplanes.live am schnellsten über die Netzwerkverbindungen: netstat -t -n | grep -E '30004|31090' muss Verbindungen im Zustand ESTABLISHED zum jeweiligen Server zeigen. Bei adsb.lol zeigt dir die Startseite adsb.lol an, ob du als Feeder erkannt wirst.
Wo finde ich die Konfiguration der Feeder?
Jedes Skript legt eine eigene Datei unter /etc/default/ an: adsbexchange, adsbfi, adsblol oder airplanes. Darin stehen unter anderem die Eingangsquelle des Dekoders und die Einstellung für MLAT-Ergebnisse. Für größere Änderungen führst du einfach das Installationsskript erneut aus.
Was mache ich, wenn MLAT nicht funktioniert?
Prüfe zuerst Koordinaten und Antennenhöhe, denn schon kleine Fehler machen die Laufzeitmessung unbrauchbar. Danach kontrollierst du mit sudo systemctl status den MLAT-Dienst und liest dessen Log mit journalctl. MLAT braucht außerdem andere Stationen in Reichweite, die dieselben Flugzeuge empfangen.
Wie deinstalliere ich einen Feeder wieder?
Jedes Projekt bringt ein Deinstallationsskript unter /usr/local/share/<dienst>/uninstall.sh mit, etwa sudo bash /usr/local/share/adsbfi/uninstall.sh. Fehlt es bei älteren Installationen, deaktivierst du die beiden Dienste mit sudo systemctl disable --now.
Sind meine Daten bei den Community-Netzen frei verfügbar?
Das hängt vom Dienst ab. adsb.lol schreibt in seinen Bedingungen ausdrücklich, dass du für die gelieferten Daten auf Urheber- und verwandte Rechte nach CC0 verzichtest. Lies vor dem Feeden die Datenschutz- und Lizenzhinweise des jeweiligen Netzes, vor allem wenn dir die Anzeige deines Stationsstandorts wichtig ist.
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