Das Wichtigste in Kürze
- Seit 1965 in der Luft: Die Red Arrows wurden Ende 1964 als offizielles Kunstflugteam der Royal Air Force aufgestellt und flogen ihre erste öffentliche Vorführung im Mai 1965.
- Zwei Flugzeugtypen in sechs Jahrzehnten: Auf die Folland Gnat folgte 1979 der Hawk T1 von Hawker Siddeley, heute BAE Systems. Die erste Saison mit dem Hawk flog das Team 1980.
- Neun Jets, ein Markenzeichen: Die Formation Diamond Nine gehört seit 1968 zu jedem Display und ist das Erkennungszeichen der Staffel.
- Das Wetter bestimmt das Programm: Je nach Wolkenuntergrenze fliegt das Team ein Full Display mit Loopings, ein Rolling Display oder ein Flat Display mit Überflügen.
- Waddington statt Scampton: Seit Oktober 2022 ist RAF Waddington in Lincolnshire die Heimatbasis des Teams.
Inhaltsverzeichnis
Neun rote Jets kommen in enger Formation über den Platzrand, der Rauch wechselt von Weiß auf Rot, Weiß und Blau, und dann bricht die Formation auseinander wie ein Feuerwerk. Die Red Arrows sind für viele Spotter das erste Kunstflugteam, das sie je live gesehen haben, und eines der bekanntesten der Welt. In diesem Artikel erfährst du, wie die Staffel der Royal Air Force entstanden ist, warum sie seit über vier Jahrzehnten mit dem BAE Hawk fliegt, wie ein Display aufgebaut ist und worauf du achtest, wenn du die Red Arrows fotografieren willst.
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Red Arrows: die kurze Antwort
Die Red Arrows sind das Royal Air Force Aerobatic Team, die offizielle Kunstflugstaffel der britischen Luftwaffe. Sie wurden Ende 1964 aufgestellt, fliegen seit 1980 Vorführungen mit dem BAE Systems Hawk T1 und treten meist mit neun Maschinen auf. Ihr Erkennungszeichen ist die Formation Diamond Nine, ihr Motto „Éclat“. Heimatbasis ist seit 2022 RAF Waddington in Lincolnshire. Insgesamt hat das Team weit mehr als 4.000 Displays in über 50 Ländern geflogen.
Die Geschichte: von der Gnat zum Hawk
Vor den Red Arrows
Kunstflug in Formation hat bei der Royal Air Force eine lange Tradition. In den 1950er- und frühen 1960er-Jahren stellten einzelne Staffeln und Ausbildungseinheiten eigene Teams auf, oft mit Namen und Farben, die nur eine Saison hielten. Ein Vorläufer der Red Arrows waren die Yellowjacks, die bereits mit der Folland Gnat flogen. Die RAF entschied schließlich, diese Aufgabe in einem einzigen, offiziellen Team zu bündeln, statt mehrere Staffeln parallel für Vorführungen abzustellen.
Gründung und erste Jahre
Ende 1964 entstand das neue Team, angesiedelt bei der Central Flying School, der Ausbildungseinrichtung für Fluglehrer der RAF. Am 6. Mai 1965 zeigte es sich in Little Rissington erstmals der Presse, drei Tage später folgte die erste öffentliche Vorführung im französischen Clermont-Ferrand. In Großbritannien flog es Mitte Mai 1965 bei der Biggin Hill International Air Fair. Anfangs trat das Team mit sieben Maschinen auf; die erste Vorführung mit neun Jets fand im Juli 1966 statt. Die Diamond Nine kam 1968 dazu und ist seither fester Bestandteil jedes Programms.
Die Folland Gnat
Die erste Display-Maschine war die Folland Gnat T1, ein kleiner, wendiger Jet-Trainer. Mit ihr flog das Team bis Ende der 1970er-Jahre fast 1.300 Vorführungen. Für Kunstflug war sie gut geeignet, im Betrieb aber aufwendig. Mit dem Hawk stand ab Ende der 1970er-Jahre ein moderner Nachfolger in der Ausbildung der RAF bereit.
Der Wechsel auf den Hawk
Der erste Hawk für die Red Arrows wurde im August 1979 übergeben, die erste Saison mit dem neuen Muster flog das Team 1980. Damit beginnt eine Ära, die bis heute andauert: Kein anderes Flugzeug hat die Red Arrows so geprägt. Wenn du heute ein Bild der Staffel vor Augen hast, ist es fast sicher ein roter Hawk.
Die Stützpunkte
Die Heimatbasen des Teams wechselten mehrfach:
| Zeitraum | Stützpunkt | Anmerkung |
|---|---|---|
| ab 1965 | RAF Little Rissington, später RAF Fairford | Zeit bei der Central Flying School |
| ab 1966 | RAF Kemble | Gnat-Jahre und Wechsel auf den Hawk |
| ab 1983 | RAF Scampton | Lincolnshire, lange Heimat des Teams |
| ab 1995 | RAF Cranwell | nach Schließung von Scampton aus Kostengründen |
| ab Dezember 2000 | RAF Scampton | Rückkehr nach Scampton |
| seit Oktober 2022 | RAF Waddington | aktuelle Heimatbasis in Lincolnshire |
Fairford kennst du vielleicht schon
RAF Fairford, eine der frühen Stationen des Teams, ist heute vor allem als Austragungsort des Royal International Air Tattoo bekannt. Wie du die Show planst, liest du im Guide zum Royal International Air Tattoo in Fairford.
Der BAE Hawk T1: das Arbeitspferd der Staffel
Der Hawk ist ein zweisitziger Jet-Trainer mit Tandem-Cockpit, entwickelt von Hawker Siddeley unter Chefkonstrukteur Ralph Hooper. Der Prototyp flog am 21. August 1974 in Dunsfold, ab 1976 kam der Typ in den Dienst der RAF, die insgesamt 175 Hawk T1 erhielt. Aus Hawker Siddeley wurde später British Aerospace und schließlich BAE Systems. Angetrieben wird der Hawk von einem Adour-Triebwerk aus der Kooperation von Rolls-Royce und Turbomeca. Die Hawk-Familie ist ein Exporterfolg: Weltweit wurden mehr als 1.000 Maschinen verkauft. Den ausführlichen Steckbrief findest du auf der Seite zum BAE Systems Hawk.
Die Red Arrows fliegen die Variante T1A. Der auffälligste Unterschied zu anderen Hawks sitzt unter dem Rumpf: Wo sonst ein Waffenbehälter montiert werden kann, trägt der Display-Hawk eine Verkleidung mit den Tanks für Diesel und Farbstoff. Dazu kommt die markante Lackierung in Rot mit weißen Akzenten.
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Warum der Hawk so gut passt
Für ein Kunstflugteam zählt nicht die Höchstgeschwindigkeit, sondern Berechenbarkeit. Der Hawk reagiert präzise auf Steuereingaben, verträgt hohe Lastvielfache und ist robust genug, um eine ganze Saison mit vielen Starts, Transferflügen und Vorführungen durchzuhalten. Als Trainer ist er zudem vergleichsweise einfach zu warten. Ein Nachteil zeigt sich bei Reisen: Der Hawk kann nicht in der Luft betankt werden. Auf Überseetouren muss das Team deshalb zahlreiche Zwischenlandungen einplanen, etwa auf dem Weg nach Nordamerika.
Das Ende einer Ära rückt näher
Der Hawk T1 ist seit rund fünf Jahrzehnten im Dienst. In der regulären Pilotenausbildung der RAF hat der modernere Hawk T2 mit Glascockpit seine Aufgaben übernommen, die Red Arrows fliegen aber weiter die ältere T1-Version. Nach bisherigem Stand bleibt der T1 bei der Staffel bis zum Ende des Jahrzehnts im Einsatz, ein Nachfolgemuster ist über ein neues Jet-Trainer-Programm der britischen Streitkräfte vorgesehen. Details und Zeitplan solltest du an den offiziellen Mitteilungen der RAF verfolgen. Für Spotter heißt das: Wer die roten Hawks noch fotografieren will, sollte die kommenden Saisons nutzen.
So ist das Team aufgebaut
Hinter neun Jets in der Luft steht eine große Organisation am Boden.
- Red 1 bis Red 9: die Display-Piloten. Red 1 ist der Teamleiter. Alle sind Freiwillige, die mindestens eine Einsatzzeit auf einem Kampfflugzeug wie Tornado, Harrier oder Eurofighter Typhoon hinter sich haben und mindestens 1.500 Flugstunden mitbringen. Auf jeden freien Platz kommen mehr als zehn Bewerber.
- Drei Jahre pro Pilot: Jeder Pilot bleibt in der Regel drei Jahre im Team, jedes Jahr wechseln drei. So mischen sich Erfahrung und neue Gesichter.
- Das Synchro-Paar: Red 6 und Red 7 bilden das Synchro Pair. Sie fliegen in der zweiten Hälfte des Displays die spektakulären Gegenkurs-Manöver, bei denen sich zwei Hawks scheinbar knapp verfehlen.
- Red 10: Der Display-Supervisor fliegt nicht im Programm mit, sondern überwacht die Vorführungen, moderiert sie häufig am Boden und fliegt bei Transfers eine Reservemaschine.
- Die Blues: Mehr als 90 Techniker und Unterstützungskräfte halten die Jets einsatzbereit, benannt nach ihren blauen Overalls. Bis zu elf von ihnen reisen als „Circus“ mit zu den Displays, jedes Mitglied ist dabei für eine Saison einem Piloten zugeordnet.
Fällt ein Pilot aus, fliegt das Team mit acht Maschinen. Ohne Red 1 gibt es dagegen keine Vorführung.
Ein Display Schritt für Schritt
Ein Red-Arrows-Display ist in zwei Abschnitte gegliedert. Im ersten Teil fliegen alle neun Jets gemeinsam in wechselnden Formationen, im zweiten Teil teilt sich das Team in eine Fünfergruppe und das Synchro-Paar, die abwechselnd vor dem Publikum auftauchen. So gibt es kaum Pausen, in denen der Himmel leer ist.
Drei Varianten je nach Wetter
Weil die britische Display-Saison wettertechnisch launisch ist, hat das Team drei Programme in der Schublade:
| Display | Wolkenuntergrenze | Was du siehst |
|---|---|---|
| Full Display | über rund 5.500 Fuß | komplettes Programm mit Loopings und vertikalen Figuren |
| Rolling Display | rund 2.500 bis 5.500 Fuß | Rollen und Wing-overs statt Loopings |
| Flat Display | unter rund 2.500 Fuß | Überflüge in Formation und enge Kurven |
Für dich als Fotograf ist die Variante entscheidend: Beim Flat Display bleiben die Jets tief und nah an der Showlinie, gut für Formationsbilder vor grauem Himmel. Beim Full Display steigen sie weit nach oben, und die Rauchspuren werden zum eigentlichen Motiv.
Bekannte Figuren
- Diamond Nine: die Rautenformation aus allen neun Jets, Markenzeichen des Teams seit 1968.
- Vixen Break: Die Formation fliegt auf das Publikum zu und bricht dann fächerförmig in alle Richtungen auf. Dabei treten Lasten von bis zu 7 g auf.
- Spaghetti Break und Tornado: weitere Klassiker, bei denen sich die Rauchspuren zu verschlungenen Mustern verdrehen.
- Synchro-Kreuzungen: Red 6 und Red 7 fliegen frontal aufeinander zu und passieren sich direkt vor dem Publikum.
Zur 60. Saison 2024 nahm das Team zudem eine eigene Jubiläumsfigur ins Programm.
Der Rauch
Der farbige Rauch ist kein Feuerwerk, sondern verdampfter Diesel. Er wird in den heißen Abgasstrahl gespritzt und erzeugt so die weißen Spuren. Für Rot und Blau ist dem Diesel Farbstoff beigemischt. Der Behälter unter dem Rumpf fasst einen großen Tank mit reinem Diesel und zwei kleinere mit gefärbtem Kraftstoff. Das reicht für etwa sieben Minuten Rauch, überwiegend weiß, dazu jeweils rund eine Minute Rot und Blau. Deshalb sitzt jede Farbsequenz genau dort, wo sie wirkt, etwa beim Überflug in Rot-Weiß-Blau.
Tourneen und Rekorde
Die Red Arrows sind nicht nur ein britisches Phänomen. Schon ihre allererste öffentliche Vorführung fand in Frankreich statt. Über die Jahrzehnte führten Touren das Team in den Nahen Osten, nach Asien, Australien und Nordamerika. 2016 flog es auf einer Asien-Pazifik-Tour erstmals in China, 2019 folgte mit einer großen Nordamerika-Tour die bis dahin umfangreichste Reise mit gut zwanzig Displays und zahlreichen Überflügen.
Ein paar Zahlen zur Einordnung:
- Die 4.000. Vorführung flog das Team im September 2006 in RAF Leuchars.
- Das Rekordjahr war 1995 mit 136 Displays.
- Bis Ende 2009 standen bereits mehr als 4.200 Vorführungen in über 50 Ländern zu Buche, seither sind zahlreiche weitere dazugekommen.
Warum die Red Arrows in Deutschland fehlen
Bis 1988 waren die Red Arrows regelmäßig Gast in Deutschland und flogen hier mehr als 170 Displays. Nach dem Unglück von Ramstein, bei dem die Frecce Tricolori über dem Publikum kollidierten, wurden Kunstflugvorführungen in Formation in Deutschland verboten. Was damals passierte und wie es die Airshow-Landschaft verändert hat, beschreibt der Artikel zum Flugtagunglück von Ramstein 1988. Für deutsche Fans bedeutet das: Die Red Arrows siehst du live fast nur im Ausland.
Sicherheit und Unfälle
Kunstflug in enger Formation bleibt riskant, und auch die Red Arrows haben in ihrer Geschichte Tote zu beklagen. Mehrere Unfälle ereigneten sich in der Gnat-Zeit, darunter eine Kollision bei Kemble 1971 mit vier Toten. 2011 verunglückte ein Pilot nach einem Display beim Bournemouth Air Festival, im selben Jahr starb ein weiterer Pilot bei einem Unfall mit dem Schleudersitz am Boden in Scampton. 2018 kam ein Techniker beim Absturz eines Hawk in RAF Valley ums Leben. Jeder dieser Fälle führte zu Untersuchungen und Anpassungen in Training und Technik. Dass Displays bei schlechtem Wetter auf ein flaches Programm umgestellt oder ganz abgesagt werden, gehört zu dieser Sicherheitskultur.
Red Arrows spotten und fotografieren
Die Display-Saison der Red Arrows läuft grob von Frühsommer bis Spätsommer, der Schwerpunkt liegt auf britischen Airshows und Küsten-Festivals. Den aktuellen Kalender veröffentlicht die RAF jedes Jahr; plane deine Reise erst, wenn der Termin bestätigt ist, denn kurzfristige Änderungen kommen vor.
Wo du sie triffst
- Große Airshows: Beim Royal International Air Tattoo und bei den Airshows in Duxford gehören die Red Arrows häufig zum Programm.
- Küsten-Festivals: An britischen Küstenorten fliegt das Team regelmäßig über dem Meer vor der Promenade. Hier stehst du kostenlos, brauchst aber Geduld bei der Platzwahl.
- Überflüge: Zu staatlichen Anlässen in London überfliegt das Team die Stadt, oft gemeinsam mit anderen RAF-Verbänden.
- Museen mit RAF-Bezug: Rund um den Flugplatz Duxford mit dem Imperial War Museum Duxford oder das RAF Museum Cosford mit seinem Spotter-Standort findest du die Geschichte der Royal Air Force auch am Boden.
Einen Überblick, welche anderen Teams du in Europa sehen kannst, gibt der Artikel Kunstflugstaffeln Europas im Überblick. Eine weitere große britische Bühne ist die Farnborough International Airshow. Wer Vergleiche liebt, schaut sich danach die Frecce Tricolori, die Patrouille de France und die Patrouille Suisse an.
Fototipps für das Display
- Brennweite flexibel halten: Für Formationen reichen oft 100 bis 400 Millimeter, für das Synchro-Paar brauchst du mehr Reichweite und schnelles Nachführen. Die Grundlagen stehen im Guide Airshows fotografieren.
- Verschlusszeit kurz wählen: Jets bewegen sich schnell, und anders als bei Propellermaschinen musst du keine Bewegungsunschärfe im Propeller einfangen. Kurze Zeiten frieren die Formation scharf ein.
- Rauch belichten: Weißer Rauch vor hellem Himmel frisst schnell aus. Achte auf das Histogramm und korrigiere eher nach unten.
- Breaks vorhersehen: Beim Vixen Break lohnt ein weiter Bildausschnitt, damit alle Rauchspuren aufs Bild passen. Nach ein, zwei Displays kennst du den Rhythmus.
- Feuchte Luft nutzen: An schwülen Tagen bilden sich bei harten Manövern Kondensationsfahnen über den Flügeln. Wie du sie erwischst, erklärt der Artikel über Wirbel und Kondensation über den Flügeln.
Was du am Airshow-Tag dabeihaben solltest, fasst die Checkliste für den Airshow-Tag zusammen. Und wenn du die Transferflüge der Staffel verfolgen willst, hilft dir der Guide Militärflugzeuge online verfolgen. Rund um Militärflugplätze gelten eigene Regeln; lies vor deinem Besuch den Artikel Fotografieren am Militärflugplatz.
Bereit für dein erstes Red-Arrows-Display?
- Ich habe den Auftritt im offiziellen Display-Kalender geprüft.
- Ich kenne die Lage der Showlinie und meine Position zur Sonne.
- Ich habe eine Brennweite für Formationen und eine für das Synchro-Paar eingeplant.
- Ich habe die Wettervorhersage für die Wolkenuntergrenze im Blick.
- Akkus und Speicherkarten reichen für einen langen Airshow-Tag.
- Ich weiß, ob ich ein Ticket brauche oder kostenlos an der Küste stehe.
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Fazit
Die Red Arrows sind seit 1965 das Aushängeschild der Royal Air Force. Aus einem Team mit sieben Gnats wurde eine Staffel mit neun roten Hawks, die mit der Diamond Nine und farbigem Rauch weltweit erkannt wird. Der Hawk T1 prägt das Team seit über vier Jahrzehnten, doch sein Dienstende rückt näher. Für Spotter in Deutschland heißt das: Plane eine Reise zu einer britischen Airshow oder einem Küsten-Festival, behalte das Wetter im Blick und nutze die Saisons, solange die roten Hawks noch fliegen.
Kurzfazit
Neun Hawk T1A, drei Display-Varianten je nach Wolkenuntergrenze und eine Geschichte von über sechzig Jahren: Die Red Arrows sind eines der Highlights im Airshow-Kalender. Live siehst du sie vor allem in Großbritannien – am besten bei einem Full Display mit blauem Himmel und viel Rauch.
Zusammenfassung
- Die Red Arrows sind das Royal Air Force Aerobatic Team. Ihr Motto lautet „Éclat“, französisch für Glanz oder Brillanz.
- Neun Display-Piloten fliegen jeweils drei Jahre im Team, jedes Jahr wechseln drei von ihnen. Dazu kommt Red 10 als Supervisor sowie ein großes Technik- und Unterstützungsteam, die „Blues“.
- Der farbige Rauch entsteht, indem Diesel in den heißen Abgasstrahl gespritzt wird; Farbstoffe sorgen für Rot und Blau. Der Vorrat reicht für einige Minuten Rauch pro Display.
- Der Hawk T1 nähert sich dem Ende seiner Dienstzeit. Wann genau ein Nachfolgemuster bei den Red Arrows übernimmt, solltest du an den offiziellen RAF-Mitteilungen verfolgen.
Häufige Fragen
Seit wann gibt es die Red Arrows?
Die Royal Air Force stellte das Team Ende 1964 auf. Die erste Vorführung vor Presse fand am 6. Mai 1965 in Little Rissington statt, die erste öffentliche wenige Tage später im französischen Clermont-Ferrand. In Großbritannien zeigte sich das Team erstmals im Mai 1965 bei der Biggin Hill International Air Fair.
Welches Flugzeug fliegen die Red Arrows?
Den BAE Systems Hawk T1, genauer die Variante T1A. Der zweisitzige Jet-Trainer wurde von Hawker Siddeley entwickelt und flog erstmals 1974. Bei den Red Arrows sitzt unter dem Rumpf statt eines Waffenbehälters ein Behälter mit Diesel und Farbstoff für das Rauchsystem. Vor dem Hawk flog das Team die Folland Gnat.
Wie viele Flugzeuge fliegen bei einem Display?
Regulär neun. Kann ein Pilot ausfallen, fliegt das Team mit acht Maschinen weiter. Fällt dagegen Red 1, der Teamleiter, aus, findet keine Vorführung statt.
Was bedeuten Full, Rolling und Flat Display?
Das sind drei Varianten für unterschiedliche Wolkenuntergrenzen. Beim Full Display liegt die Wolkenbasis über rund 5.500 Fuß, dann fliegt das Team auch Loopings. Beim Rolling Display zwischen 2.500 und 5.500 Fuß ersetzen Rollen und Wing-overs die Loopings. Beim Flat Display unter 2.500 Fuß bleibt es bei Überflügen und engen Kurven.
Wie entsteht der farbige Rauch?
Diesel wird in den heißen Abgasstrahl des Triebwerks gespritzt und verdampft dort zu weißem Rauch. Für Rot und Blau wird dem Diesel Farbstoff beigemischt. Der Behälter unter dem Rumpf reicht nur für wenige Minuten, deshalb setzen die Piloten den Rauch gezielt ein.
Wo ist die Heimatbasis der Red Arrows?
Seit Oktober 2022 RAF Waddington in Lincolnshire. Davor war das Team lange in RAF Scampton stationiert, ebenfalls in Lincolnshire, mit einer Unterbrechung in RAF Cranwell. Die ersten Jahre verbrachte es in Little Rissington, Fairford und Kemble.
Treten die Red Arrows auch in Deutschland auf?
Vor 1988 flog das Team mehr als 170 Displays in Deutschland. Nach dem Flugtagunglück von Ramstein wurden Kunstflugvorführungen in Formation hierzulande verboten. Wer die Red Arrows live sehen will, plant deshalb meist eine Reise nach Großbritannien oder zu Airshows in Nachbarländern.
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