Das Wichtigste in Kürze
- Zehn Flugzeuge: Die Frecce Tricolori zeigen neun Jets in enger Formation plus einen Solisten – das macht sie zur größten Kunstflugstaffel unter den bekannten Militärteams.
- Offiziell eine Gruppe der Luftwaffe: Hinter dem Namen steht das 313° Gruppo Addestramento Acrobatico der Aeronautica Militare, gegründet am 1. März 1961 und stationiert in Rivolto im Friaul.
- Seit 1982 auf der MB-339PAN: Vorher flog die Staffel F-86E Sabre und Fiat G.91PAN. Im September 2024 stellte die Luftwaffe die Leonardo M-346 als Nachfolger vor.
- Das Finale ist Programm: Zum Schluss zieht die Formation eine lange Rauchspur in den Landesfarben über den Himmel, dazu läuft „Nessun dorma“ in der Aufnahme von Luciano Pavarotti.
- Ramstein prägt bis heute: Die Kollision von drei Maschinen 1988 kostete 67 Zuschauer und drei Piloten das Leben und veränderte die Airshow-Regeln in Europa grundlegend.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Frecce Tricolori: die kurze Antwort
- 2.Von den Geschwaderteams zur nationalen Staffel
- 3.Die Flugzeuge: Sabre, G.91, MB-339 und M-346
- 4.So läuft eine Vorführung ab
- 5.Die Piloten
- 6.Ramstein 1988 und die Folgen
- 7.Wo du die Frecce Tricolori siehst
- 8.Frecce Tricolori im Vergleich
- 9.Die Frecce fotografieren: so klappt es
- 10.Fazit
Zehn blaue Jets ziehen in enger Formation über die Piste, dann bricht die Gruppe auseinander, und für ein paar Sekunden ist der Himmel voller Rauch. Am Ende der Vorführung spannt sich eine kilometerlange Spur in Grün, Weiß und Rot über das Publikum, aus den Lautsprechern singt Pavarotti „Nessun dorma“. Die Frecce Tricolori – auf Deutsch „dreifarbige Pfeile“ – sind seit 1961 Italiens nationale Kunstflugstaffel und mit neun Flugzeugen in Formation plus Solist die größte ihrer Art. Hier erfährst du, woher die Staffel kommt, was sie fliegt, welche Figuren du kennen solltest und wie du sie am besten fotografierst.
Jede Vorführung im Hangar festhalten
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Frecce Tricolori: die kurze Antwort
Die Frecce Tricolori sind die Pattuglia Acrobatica Nazionale (PAN), die nationale Kunstflugstaffel der italienischen Luftwaffe Aeronautica Militare. Offiziell heißt die Einheit 313° Gruppo Addestramento Acrobatico. Sie wurde am 1. März 1961 aufgestellt und ist auf dem Militärflugplatz Rivolto in der Provinz Udine im Friaul stationiert. In der Vorführung fliegen neun Jets in Formation und ein Solist, seit 1982 auf der Aermacchi MB-339 in der Kunstflugversion PAN. Seit September 2024 steht fest, dass die Staffel auf die Leonardo M-346 umsteigt.
Von den Geschwaderteams zur nationalen Staffel
In den 1950er-Jahren hatte Italien nicht eine Kunstflugstaffel, sondern mehrere. Jede größere Einheit der Luftwaffe stellte ihr eigenes Team auf, oft im jährlichen Wechsel. Die bekanntesten Namen:
| Team | Zeitraum | Flugzeuge | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Cavallino Rampante | ab 1950 | de Havilland Vampire, später F-86E Sabre | Reserve des Teams bildete 1961 den Kern der neuen Staffel |
| Getti Tonanti | 1953–1956, 1959–1960 | Republic F-84G, später F-84F | F-84F mit olympischen Ringen zu den Spielen in Rom 1960 |
| Tigri Bianche | 1953–1956 | F-84G Thunderjet | Team des 51. Geschwaders |
| Diavoli Rossi | 1957–1959 | F-84F Thunderstreak | in Ghedi aufgestellt, geführt von Mario Squarcina |
| Lanceri Neri | 1957–1959 | Canadair Sabre | Team der 2. Luftbrigade |
Ende der 1950er-Jahre entschied die Luftwaffe, die Kräfte in einer festen Staffel zu bündeln, die nur noch Kunstflug macht. Erster Kommandant wurde Mario Squarcina, der zuvor die Diavoli Rossi geführt hatte. Einige Figuren, die die Frecce bis heute zeigen, gehen auf diese Zeit zurück – etwa die „Bomba“, bei der die Formation am Scheitelpunkt eines Loopings in verschiedene Richtungen auseinanderfächert.
Die ersten Jahre flog die neue Staffel die North American F-86 Sabre in der Version F-86E. Schon in den frühen 1960er-Jahren kam der farbige Rauch hinzu, der die Staffel bis heute ausmacht. Die Vorgänger-Typen der Geschwaderteams, darunter die de Havilland Vampire, findest du heute vor allem in Museen.
Die Flugzeuge: Sabre, G.91, MB-339 und M-346
In über 60 Jahren hat die Staffel nur drei Flugzeugtypen geflogen. Der Wechsel auf den vierten läuft gerade.
| Flugzeug | Zeitraum bei der PAN | Antrieb | Was du dir merken kannst |
|---|---|---|---|
| North American F-86E Sabre | 1961–1963 | einstrahlig | Pfeilflügel, Bugeinlauf, US-Typ aus der Nachkriegszeit |
| Fiat G.91PAN | 1964–1981 | einstrahlig | italienischer leichter Jäger, fast zwei Jahrzehnte im Einsatz |
| Aermacchi MB-339PAN | seit 1982 | einstrahlig | Jettrainer mit gestufter Tandemhaube, ohne Spitzentanks |
| Leonardo M-346 Master | im Zulauf, vorgestellt 2024 | zweistrahlig | Fly-by-Wire, deutlich mehr Schub, neue Lackierung |
Aermacchi MB-339PAN
Die Aermacchi MB-339 ist eigentlich ein Schulflugzeug, auf dem Generationen italienischer Militärpiloten ausgebildet wurden. Die Kunstflugversion PAN unterscheidet sich äußerlich vor allem durch die fehlenden Tanks an den Flügelspitzen und die Rauchanlage. Erkennen kannst du den Typ an der langen, nach unten geneigten Nase, der gestuften Haube mit erhöhtem hinterem Sitz und dem geraden, tief angesetzten Flügel. Die Lackierung kennt jeder Fan: viel Blau, dazu ein Band in den Landesfarben.
Für Spotter interessant: Die MB-339PAN ist im Langsamflug mit ausgefahrenen Klappen, Fahrwerk und Luftbremsen sehr gutmütig. Genau das nutzt das Team für Figuren, bei denen die Jets in „schmutziger“ Konfiguration dicht am Publikum vorbeiziehen. Für dich bedeutet das: lange Belichtungsfenster, wenig Bewegungsunschärfe und gute Chancen auf scharfe Detailbilder.
Leonardo M-346
Am 12. September 2024 präsentierte die Aeronautica Militare die Leonardo M-346 in neuer Kunstflug-Lackierung als nächstes Flugzeug der Staffel. Ursprünglich war die einmotorige M-345 als Nachfolger vorgesehen; diesen Plan hat die Luftwaffe verworfen. Die M-346 wird in Venegono bei Varese von Leonardo gebaut und ist zweistrahlig. Mehr Schub heißt bei Airshows vor allem: andere Radien, andere Geschwindigkeiten, ein anderer Sound. Wie schnell der Wechsel abgeschlossen ist, hängt von Auslieferung und Umschulung ab. Zum Stand Oktober 2026 gilt: Prüf vor jeder Show, welcher Typ angekündigt ist.
Zwei Typen, eine Staffel
Während der Umstellung kann es Jahre geben, in denen die MB-339PAN noch die Vorführungen fliegt, die M-346 in Rivolto aber schon trainiert. Bilder aus dieser Phase werden später zu Dokumenten – notier dir bei jeder Sichtung Typ, Datum und Ort.
So läuft eine Vorführung ab
Eine Vorführung der Frecce ist bis ins Detail durchchoreografiert. Die Positionen in der Formation tragen Funkrufnamen: „Pony“ mit Nummern, der Solist fliegt als eigene Position. Teilweise ist eine elfte Maschine dabei, in der der Supervisor für das Kunstflugtraining sitzt.
Das Team hat drei Programme, zwischen denen es je nach Wolkenuntergrenze und Gelände wählt:
- Hohes Programm: Bei guter Sicht und hoher Wolkenbasis fliegt die Formation volle Loopings und vertikale Figuren.
- Niedriges Programm: Bei niedrigerer Wolkenbasis fallen vertikale Figuren wie Looping und Bomba weg, die Jets bleiben näher am Boden.
- Flaches Programm: Bei sehr tiefer Bewölkung zeigt die Staffel vor allem Formationsüberflüge in geringer Höhe.
Für dich als Fotograf heißt das: Das Wetter entscheidet nicht nur über das Licht, sondern auch über das, was du überhaupt zu sehen bekommst. Das flache Programm liefert weniger Spektakel, dafür oft nähere Vorbeiflüge.
Figuren, die du kennen solltest
- Bomba: Die Formation zieht in einen Looping und fächert am höchsten Punkt in verschiedene Richtungen auseinander. Mit weißem Rauch entsteht am Himmel ein Bild wie eine Explosion.
- Cardioide: Die Formation steigt mit weißem Rauch senkrecht vor dem Publikum, teilt sich in zwei Gruppen, die in entgegengesetzte Richtungen abschwingen und sich tief vor den Zuschauern kreuzen – der Rauch zeichnet dabei ein Herz.
- Arizona: Die Formation steigt senkrecht, die Gruppen trennen sich und kreuzen sich vor dem Publikum. Der Solist folgt anschließend der Rauchspur.
- Scintilla tricolore: Aus einer Rautenformation brechen die Jets mit farbigem Rauch in mehrere Richtungen aus – ein Funke in den Landesfarben. 2025 widmete das Team die Figur dem verstorbenen Modedesigner Giorgio Armani.
- Alona: Die Formation fliegt mit ausgefahrenen Klappen und Fahrwerk dicht und langsam heran, schaltet dann den farbigen Rauch zu und steigt in einer Kurve weg. Bei Windstille bleibt die Spur minutenlang stehen.
- Das Finale: Die volle Formation zieht eine sehr lange Spur in Grün, Weiß und Rot über den Himmel. Dazu läuft „Nessun dorma“ aus Puccinis Turandot, gesungen von Luciano Pavarotti. Bei seiner Beerdigung 2007 in Modena flog die Staffel einen Überflug mit Rauch in den Landesfarben.
Der Rauch entsteht, indem die Jets Paraffinöl in den heißen Abgasstrahl einspritzen. Für die Farben werden Pigmente beigemischt, die als nicht umweltschädlich gelten.
Wetter und Wind vor der Show prüfen
Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und Pisten am Flughafen – so siehst du früh, ob eher das hohe oder das flache Programm zu erwarten ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Piloten
In die Staffel kommt nur, wer bereits erfahrener Militärpilot ist. Bewerber brauchen mehr als 1.000 Flugstunden, pro Jahr werden in der Regel nur ein oder zwei neue Piloten ausgewählt. Neue Pilotinnen und Piloten trainieren zunächst auf eigenen Positionen, bevor sie in die Vorführungsformation wechseln. Das erklärt auch, warum die Frecce so konstant fliegen: Ein großer Teil des Teams bleibt von Saison zu Saison gleich, nur einzelne Positionen wechseln.
Ramstein 1988 und die Folgen
Der schwärzeste Tag der Staffel ist der 28. August 1988. Beim Flugtag auf der US-Air-Base Ramstein in der Pfalz kollidierten während einer Figur drei Maschinen der Frecce Tricolori. Eine davon stürzte brennend in die Zuschauermenge. 67 Zuschauer und drei Piloten starben, Hunderte Menschen wurden schwer verletzt. Es ist bis heute eines der schwersten Airshow-Unglücke der Geschichte.
Die Folgen reichen weit: In Deutschland waren militärische Kunstflugvorführungen danach lange tabu, und europaweit wurden die Abstände zwischen Display-Linie und Publikum sowie die Regeln für Figuren in Richtung der Zuschauer verschärft. Die Hintergründe und was sich danach geändert hat, beschreibt der Artikel Flugtagunglück von Ramstein 1988.
Auch danach blieb die Staffel nicht von Unfällen verschont. Im September 2023 stürzte eine MB-339 der Frecce nach einem Triebwerksproblem kurz nach dem Start in der Nähe des Flughafens Turin-Caselle ab; am Boden kam ein fünfjähriges Mädchen ums Leben. Solche Ereignisse sind ein Grund, warum Display-Zonen streng abgesperrt sind – und warum du dich an die Vorgaben der Veranstalter halten solltest.
Wo du die Frecce Tricolori siehst
Die Staffel fliegt ihre Saison grob vom späten Frühjahr bis in den Herbst. Den Kalender veröffentlicht die Aeronautica Militare auf ihrer Website; Änderungen während der Saison sind normal. Die Schwerpunkte:
- Airshows in Italien: Viele Auftritte finden an Küstenorten statt, wo die Staffel über dem Meer fliegt und das Publikum am Strand steht. Das ergibt Bilder mit Wasser statt Zaun im Vordergrund.
- Militärische Anlässe: Zum Nationalfeiertag am 2. Juni überfliegen die Frecce traditionell Rom mit Rauch in den Landesfarben.
- Auslandsauftritte: Die Staffel ist regelmäßig bei großen europäischen Shows zu Gast, etwa beim Royal International Air Tattoo in Fairford, wo sie 2005 als beste Vorführung ausgezeichnet wurde, oder bei der AIRPOWER in Zeltweg. Ob sie in einem bestimmten Jahr dabei ist, entscheidet sich mit dem jeweiligen Programm.
Rund um Rivolto selbst gilt: Es ist ein aktiver Militärflugplatz. Was dort am Zaun erlaubt ist und was nicht, solltest du vorab klären – die allgemeinen Regeln fasst der Guide Militärflugplätze fotografieren zusammen. Als Anreise ins Friaul bietet sich der Flughafen Venedig an.
Wer die Geschichte der italienischen Luftwaffe am Boden erleben will, findet im Museo Storico dell’Aeronautica Militare in Vigna di Valle am Bracciano-See frühere Flugzeugtypen; italienische Luftfahrtgeschichte zeigt auch Volandia am Flughafen Mailand-Malpensa.
Frecce Tricolori im Vergleich
Wie stehen die Italiener im Vergleich zu den anderen großen Jet-Teams Europas? Ein Überblick über die Staffeln mit eigenem Artikel:
| Team | Land | Flugzeug | Jets in der Vorführung |
|---|---|---|---|
| Frecce Tricolori | Italien | MB-339PAN, Umstieg auf M-346 | 9 + Solist |
| Red Arrows | Großbritannien | BAE Hawk T1 | 9 |
| Patrouille de France | Frankreich | Dassault Alpha Jet | 8 |
| Patrouille Suisse | Schweiz | Northrop F-5E Tiger II | 6 |
Die Frecce unterscheiden sich vor allem durch die Größe der Formation und den eigenständigen Solisten, der zwischen den Figuren der Gruppe eigene Manöver fliegt. Alle Teams im Detail vergleicht der Überblick Kunstflugstaffeln Europas.
Die Frecce fotografieren: so klappt es
Eine Kunstflugstaffel ist ein anderes Motiv als ein Linienjet im Anflug. Die Jets bewegen sich in alle Richtungen, die Formation füllt große Teile des Himmels, und der Rauch verändert ständig das Bild. Allgemeine Tipps zu Kamera und Einstellungen findest du in Airshows fotografieren; für die Frecce kommen ein paar Besonderheiten dazu.
1. Zwei Brennweiten einplanen
Für die volle Formation mit Rauchbild brauchst du eher ein Standardzoom, für den Solisten und Details der Jets ein Telezoom. Wechsle nicht mitten in der Figur, sondern entscheide pro Abschnitt.
2. Lichtseite der Display-Linie klären
Die Jets fliegen entlang einer festen Linie vor dem Publikum. Steht die Sonne hinter dir, leuchten die Landesfarben im Rauch; im Gegenlicht werden Formation und Rauch schnell zu dunklen Schatten.
3. Belichtung für Rauch und Himmel anpassen
Weißer Rauch vor hellem Himmel brennt leicht aus. Belichte eher knapp und kontrolliere das Histogramm nach den ersten Figuren.
4. Auf den Solisten achten
Während die Formation neu aufschließt, fliegt der Solist eigene Manöver, oft dicht an der Display-Linie. Diese Momente liefern häufig die schärfsten Einzelbilder.
5. Das Finale weit fotografieren
Die Rauchspur in den Landesfarben wirkt nur mit Umgebung: Publikum, Strand, Küste oder Hangar geben dem Bild Maßstab.
Bist du bereit für eine Show der Frecce?
- Ich habe den Auftritt im aktuellen Kalender der Aeronautica Militare geprüft.
- Ich weiß, auf welcher Seite der Display-Linie das Licht zur Showzeit passt.
- Ich habe Standard- und Telezoom dabei.
- Ich kenne die Wettervorhersage und weiß, welches Programm wahrscheinlich ist.
- Ich bin früh vor Ort, um einen Platz in der ersten Reihe der Zuschauerzone zu bekommen.
Deine Airshow-Bilder in der Community
Teile deine besten Bilder der Frecce Tricolori in Planetrack, sammle Likes und Kommentare von anderen Spottern und schaff es vielleicht zum Foto der Woche. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Die Frecce Tricolori sind seit 1961 das fliegende Aushängeschild der italienischen Luftwaffe. Mit neun Jets in Formation und einem Solisten bieten sie mehr Flugzeuge am Himmel als jedes andere große Team, und ihr Finale mit Rauch in den Landesfarben und Pavarottis „Nessun dorma“ gehört zu den bekanntesten Momenten jeder Airshow. Ramstein 1988 bleibt ein Teil ihrer Geschichte, der die Airshow-Welt verändert hat. Für Spotter sind die kommenden Jahre besonders spannend: Mit dem Wechsel von der MB-339PAN zur M-346 endet eine Ära, die über vier Jahrzehnte gedauert hat.
Kurzfazit
Die größte Kunstflugstaffel Europas siehst du am besten bei Shows in Italien oder bei ihren Auslandsauftritten. Prüf den aktuellen Kalender, stell dich mit der Sonne im Rücken an die Display-Linie und nimm für das Finale ein Weitwinkel mit. Bilder der MB-339PAN lohnen sich jetzt besonders, denn ihre Zeit bei der Staffel geht zu Ende.
Zusammenfassung
- Die Pattuglia Acrobatica Nazionale (PAN) ist seit 1961 die nationale Kunstflugstaffel Italiens. Ihre Wurzeln liegen in mehreren Geschwaderteams der 1950er-Jahre.
- Die Staffel fliegt bislang die Aermacchi MB-339PAN ohne Flügelspitzentanks; der Umstieg auf die zweistrahlige M-346 läuft über mehrere Jahre.
- Je nach Wolkenuntergrenze wählt das Team ein hohes, ein niedriges oder ein flaches Programm. Für Fotos ist das wichtig, weil sich die Figuren je nach Wetter stark unterscheiden.
- Für Spotter lohnen sich Airshows in Italien und die Auftritte im Ausland, etwa beim RIAT oder der AIRPOWER. Den aktuellen Kalender veröffentlicht die Aeronautica Militare.
Häufige Fragen
Wie viele Flugzeuge fliegen bei den Frecce Tricolori?
In der Vorführung sind es zehn: neun Maschinen in Formation und ein Solist. Die Positionen tragen die Funkrufnamen „Pony“ mit Nummern; manchmal ist zusätzlich eine elfte Maschine mit dem Supervisor für das Kunstflugtraining in der Luft.
Wo sind die Frecce Tricolori stationiert?
Auf dem Militärflugplatz Rivolto in der Provinz Udine in der Region Friaul-Julisch Venetien, im Gemeindegebiet von Codroipo. Dort trainiert die Staffel auch außerhalb der Airshow-Saison.
Welches Flugzeug fliegen die Frecce Tricolori?
Seit 1982 die Aermacchi MB-339 in der Kunstflugversion PAN. Im September 2024 präsentierte die italienische Luftwaffe die Leonardo M-346 mit neuer Lackierung als neues Staffelflugzeug. Der Wechsel zieht sich über mehrere Jahre – welche Jets bei einer Show fliegen, prüfst du im aktuellen Programm.
Welche Musik läuft beim Finale der Frecce Tricolori?
Zum Abschluss läuft traditionell die Arie „Nessun dorma“ aus Puccinis Oper Turandot in der Aufnahme von Luciano Pavarotti. Dazu ziehen die Jets eine lange Rauchspur in Grün, Weiß und Rot über den Himmel.
Wie entsteht der farbige Rauch?
Die Flugzeuge spritzen Paraffinöl in den heißen Abgasstrahl, das dort verdampft und als dichter Rauch sichtbar wird. Für die Farben werden dem Öl Pigmente beigemischt, die als nicht umweltschädlich gelten.
Was hatten die Frecce Tricolori mit Ramstein zu tun?
Am 28. August 1988 kollidierten beim Flugtag auf der US-Air-Base Ramstein drei Maschinen der Staffel während einer Figur. Ein Flugzeug stürzte in die Zuschauermenge. 67 Zuschauer und drei Piloten kamen ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Das Unglück führte zu deutlich strengeren Regeln für Vorführungen vor Publikum.
Kann ich die Frecce Tricolori in Deutschland sehen?
Das hängt vom jeweiligen Jahreskalender ab. Die Staffel tritt regelmäßig auch im Ausland auf, zum Beispiel beim Royal International Air Tattoo in England oder bei der AIRPOWER in Österreich. Wo sie in einer Saison fliegt, veröffentlicht die Aeronautica Militare vorab.
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