Das Wichtigste in Kürze
- Einziger A400M-Standort der Luftwaffe: Am Fliegerhorst Wunstorf (ICAO ETNW) nordwestlich von Hannover ist das Lufttransportgeschwader 62 mit der kompletten deutschen A400M-Flotte stationiert.
- Eine Hauptpiste: Fast der gesamte Verkehr läuft über die rund 2.500 Meter lange Bahn 08/26. Die kurze Nebenbahn mit rund 1.700 Metern kommt nur selten zum Einsatz.
- Überschaubarer Takt: Ein verbreiteter Spotter-Guide nennt im Schnitt etwa acht Bewegungen pro Tag – fast alle davon A400M, oft mit Platzrunden und Trainingsanflügen.
- Spots ohne Terrasse: Gespottet wird von Feld- und Fußwegen, vom Straßenrand der B442 und an Zaunabschnitten – teils nur mit Leiter, immer mit Abstand.
- Militärischer Sicherheitsbereich: Ausweis mitnehmen, nur Flugzeuge fotografieren, keine Anlagen, Wege nicht zuparken und gesperrte Feldwege respektieren.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Wunstorf in Kürze: Was den Platz besonders macht
- 2.Pisten und Betriebsrichtung
- 3.Welcher Verkehr dich erwartet
- 4.Die Spot-Bereiche rund um den Fliegerhorst
- 5.Licht planen: Südseite gewinnt
- 6.Regeln: Wunstorf ist ein Sicherheitsbereich
- 7.Planung: Verkehr vorhersagen ohne Flugplan
- 8.Anreise
- 9.Was sich am Platz gerade tut
- 10.Wunstorf mit anderen Zielen kombinieren
- 11.Fazit
Erst hörst du ihn: ein tiefes, gleichmäßiges Brummen über den Feldern zwischen Wunstorf und dem Steinhuder Meer. Dann taucht der graue Transporter über dem Waldrand auf, die acht sichelförmigen Blätter jedes Propellers drehen gemächlich, die Klappen sind voll gesetzt. A400M spotten in Wunstorf heißt: kein Airliner-Mix, keine Terrasse, dafür der modernste Militärtransporter Europas aus nächster Nähe – an seinem einzigen deutschen Heimatstandort. Dieser Guide zeigt dir, wie der Platz funktioniert, wo Spotter stehen, wie du das Licht planst und welche Regeln am Zaun gelten.
Kein A400M-Anflug mehr verpasst
Mit Sichtungs-Alarmen in Planetrack beobachtest du Typen wie den A400M oder einzelne Kennzeichen und wirst bei Anflug und Landung benachrichtigt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Wunstorf in Kürze: Was den Platz besonders macht
Der Fliegerhorst liegt in der Region Hannover, ein paar Kilometer nördlich der Wunstorfer Innenstadt und östlich des Steinhuder Meers. Betreiber ist die Luftwaffe, Hausherr das Lufttransportgeschwader 62 (LTG 62). Daneben sitzt am Standort unter anderem das Systemzentrum 23, außerdem werden hier Fluggerätmechaniker und Elektroniker ausgebildet.
Für Spotter zählt vor allem eins: Wunstorf ist die Heimat aller deutschen Airbus A400M. Die erste Maschine traf im Dezember 2014 ein, die letzte der 53 bestellten Flugzeuge, die 54+63, landete laut Bundeswehr im April 2026. Ein zweiter Standort in Lechfeld war zwischenzeitlich vorgesehen, wurde 2022 aber gestrichen. Damit bleibt Wunstorf der einzige Ort in Deutschland, an dem du den Atlas im Alltag regelmäßig siehst.
Ein Platz mit viel Geschichte
Der Fliegerhorst entstand Mitte der 1930er-Jahre und wurde 1936 offiziell übergeben. Ab April 1945 nutzte die Royal Air Force den Platz. Während der Berliner Luftbrücke starteten ab Ende Juni 1948 Dakotas von Wunstorf nach Berlin-Gatow – einer der frühesten Einsatzplätze der Versorgungsflüge. 1958 zog die Luftwaffe ein. Die Flugzeugführerschule, die zunächst die Noratlas und ab 1968 die Transall C-160 flog, ging 1978 im LTG 62 auf.
Die Transall-Ära endete in Wunstorf 2015 mit einem Abschiedsflug im Juli. Eine Erinnerung an sie steht noch am Platz: Die Transall 51+07 ist beim Geschwader ausgestellt, allerdings meist nur bei Veranstaltungen zugänglich. Und auch die Kennzeichen erzählen Geschichte: Die letzten drei deutschen A400M tragen 54+61, 54+62 und 54+63 – eine Verbeugung vor den drei früheren Transall-Geschwadern 61, 62 und 63.
Ein nettes Detail ist das Geschwaderwappen: Es zeigt den Raben Hans Huckebein aus Wilhelm Buschs Bildergeschichte mit verbundenen Augen – ein Hinweis darauf, dass in Wunstorf einst Instrumentenflug gelehrt wurde.
Pisten und Betriebsrichtung
| Piste | Länge | Nutzung |
|---|---|---|
| 08/26 | ca. 2.500 m × 45 m, Beton | Hauptpiste, trägt fast den gesamten Verkehr; im Zuge des A400M-Ausbaus nach Osten verlängert |
| kurze Nebenbahn (je nach Quelle 02/20 bzw. 03/21) | ca. 1.700 m, Asphalt | selten genutzt, vor allem wenn die Hauptpiste gesperrt ist |
Die Bahn 08/26 liegt fast genau in Ost-West-Richtung. Welches Ende in Betrieb ist, entscheidet der Wind: Bei Westbetrieb (26) kommen die Anflüge von Osten herein, bei Ostbetrieb (08) von Westen aus Richtung Steinhuder Meer. Weil in Norddeutschland westliche Winde überwiegen, landen die Maschinen an vielen Tagen auf der 26 – garantiert ist das nicht. Wie du die Betriebsrichtung vorab abschätzt, erklären Betriebsrichtung am Flughafen verstehen und Windy und andere Wetterkarten für Spotter.
Platzrunden sind deine Chance
Ein großer Teil des Verkehrs in Wunstorf ist Ausbildung und Training. Das heißt: Dieselbe Maschine kommt oft mehrfach hintereinander herein, mit Durchstarts und Aufsetzern. Wenn der erste Anflug nicht sitzt, hast du häufig noch eine zweite und dritte Chance.
Welcher Verkehr dich erwartet
Wunstorf ist ein Ein-Typ-Platz – aber was für einer. Ein verbreiteter Spotter-Guide nennt im Schnitt rund acht Bewegungen pro Tag, abhängig von Wetter und Dienstbetrieb. Was du realistisch vor die Linse bekommst:
- Airbus A400M Atlas: das Rückgrat des Platzes. Das Geschwader nutzt ihn für logistischen und taktischen Lufttransport, Evakuierungen, Spezialkräfte-Unterstützung und als Tanker für die Luftbetankung. Entsprechend vielfältig sind die Profile: lange, flache Anflüge, steile taktische Landungen, Platzrunden.
- Gäste verbündeter Luftwaffen: Transporter anderer Nationen schauen gelegentlich vorbei, etwa im Rahmen gemeinsamer Ausbildung oder Übungen. Planbar ist das nicht, aber genau solche Besucher machen einen Tag besonders. Ein Spotter-Guide erwähnt hier etwa auch die C-130 Hercules.
- Sportflieger am Wochenende: Am Platz sind zwei Luftsportvereine ansässig, die vor allem an Wochenenden und Feiertagen mit Motorflugzeugen und einem Motorsegler fliegen.
Den A400M erkennst du an den vier Turboprops mit Achtblatt-Propellern, dem hoch angesetzten Flügel, dem T-Leitwerk und der großen Heckrampe. Wie er sich von C-130, C-17 und Co. unterscheidet, zeigt Militärtransporter erkennen. Für deine Sammlung brauchst du die Kennung: Deutsche A400M tragen Kennungen im Format 54+xx, die drei zuletzt ausgelieferten Maschinen sind 54+61 bis 54+63. Wie das Kennzeichensystem der Bundeswehr aufgebaut ist, erklärt Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.
Jede 54+ im Hangar
Poste deine Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen und Spot in Planetrack und sammle die A400M-Flotte in deinem Hangar – samt Wunschliste für die Kennungen, die dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Spot-Bereiche rund um den Fliegerhorst
Eine Besucherterrasse oder einen offiziellen Spotterpunkt gibt es nicht. Über die Jahre haben sich aber einige Bereiche etabliert, die in Spotter-Guides beschrieben werden und alle auf öffentlichen Wegen außerhalb des Zauns liegen. Exakte Koordinaten nennen wir bewusst nicht: Zufahrten, Sperrungen und Parkmöglichkeiten ändern sich, und an Militärplätzen ist das Fingerspitzengefühl vor Ort wichtiger als jeder GPS-Punkt. Prüfe vor jeder Tour aktuelle Berichte.
Westen: Anflug 08 an der B442
Bei Ostbetrieb ist der Westen der Klassiker. Dort, wo die Bundesstraße 442 und mehrere Feld- und Fußwege die Anflugachse kreuzen, stehst du unter den Landungen auf die 08. Zwei Varianten sind verbreitet:
- Auf dem Fußweg im Feld: direkt unter der Anflugachse, mit Blick auf die Maschinen im kurzen Endanflug. Eine Leiter brauchst du nicht, ein Zoom im Bereich 70 bis 300 Millimeter reicht. Geparkt wird am Straßenrand oder an einem Picknickplatz an der Bundesstraße.
- Am Straßenrand der B442: etwas weiter vom Platz entfernt, aber unkompliziert. Die Parkmöglichkeiten sind knapp – blockiere keine Einfahrten und halte Abstand zur Fahrbahn.
Lichttechnisch funktioniert der Feldweg im Sommer vom Morgen bis in den frühen Abend, der Straßenrand eher vom späten Vormittag bis zum späten Nachmittag; im Winter passt das Licht an beiden Stellen praktisch den ganzen Tag. Ein Detail für Propellerfreunde: Frontlicht auf die Propellerebene sieht besonders gut aus – das bekommst du an frühen Sommermorgen. Welche Verschlusszeit die Blätter sichtbar in Bewegung zeigt, erklärt Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Süden: die Zaunecke am Ostende
Ein Spotter-Guide beschreibt eine Zaunecke südlich des östlichen Pistenendes, die du über einen Fußweg quer über die Felder erreichst. Von dort bist du sehr nah an der Bahn: Für einen A400M genügen hier rund 80 bis 100 Millimeter Brennweite, entsprechend formatfüllend werden Landungen und Line-ups auf der 08 sowie späte, schwere Starts auf der 26. Das Licht steht im Sommer vom späten Vormittag bis zum späten Nachmittag gut, im Winter ganztägig. Parke an den Nebenstraßen und geh das letzte Stück zu Fuß.
Am Zaun bei Poggenhagen: Line-ups und Landungen 26
Für Westbetrieb wird ein Zaunabschnitt beschrieben, den du über einen markierten Parkplatz am Friedhof Poggenhagen und einen Fußweg von rund fünf Minuten erreichst. Von hier siehst du Line-ups und Landungen auf der 26. Wichtig: Der Guide nennt für diesen Spot eine Leiter als nötig, rät sonst aber ausdrücklich davon ab, mit Leitern am Zaun aufzufallen. Stell sie frei auf, lehne sie nie an den Zaun und halte deutlichen Abstand – was rechtlich gilt, erklärt Leiter, Tritt und Stativ am Flughafenzaun. Am Pistenende sind manche Feldwege als gesperrt beschildert. Fahr dort nicht hinein, auch wenn andere es tun.
Nebenbahn: Landungen an der Heidorner Straße
Kommt die kurze Nebenbahn zum Einsatz, verlagert sich das Geschehen an die Heidorner Straße nahe der B442. Am Straßenrand neben einem Feld hast du die Landungen im Blick, das Licht passt dort am Nachmittag bis zum Sonnenuntergang. Weil die Bahn so selten genutzt wird, ist das eher ein Spot für Glückstage als für die Routine.
Westen an der B442, wenn …
- Ostbetrieb auf der 08 läuft
- du ohne Leiter unterwegs bist
- du Anflüge im kurzen Final suchst
Zaunecke im Süden, wenn …
- du formatfüllende Bilder mit kurzer Brennweite willst
- du Line-ups und Starts ebenso magst wie Landungen
- du gern das letzte Stück zu Fuß gehst
Zaun bei Poggenhagen, wenn …
- Westbetrieb auf der 26 läuft
- du eine stabile Leiter dabeihast
- du dich mit dem Abstand zum Zaun diszipliniert verhältst
Licht planen: Südseite gewinnt
Weil die Hauptpiste fast exakt in Ost-West-Richtung liegt, gelten die klassischen Faustregeln. Südlich der Piste blickst du nach Norden und hast die Sonne über weite Teile des Tages im Rücken. Nördlich davon fotografierst du um die Mittagszeit ins Gegenlicht – brauchbar wird es dort nur im Sommerhalbjahr am frühen Morgen und am Abend. Die Rechenlogik dahinter erklärt Sonnenstand planen, was du aus Gegenlicht trotzdem machen kannst, steht in Gegenlicht in der Flugzeugfotografie.
Der zweite Gegner ist das Hitzeflimmern. Über der Betonpiste und den aufgeheizten Feldern verwischt warme Luft an Sommertagen schnell die Details – besonders bei Line-ups auf Distanz. Spotter empfehlen deshalb Frühling und Herbst als beste Jahreszeit: noch gutes Licht, aber ruhigere Luft. Mehr dazu in Hitzeflimmern vermeiden.
Regeln: Wunstorf ist ein Sicherheitsbereich
Der Fliegerhorst ist ein militärischer Sicherheitsbereich. Das ändert nichts daran, dass du Flugzeuge im An- und Abflug von öffentlichen Flächen fotografieren darfst – aber es verändert, wie du dich verhältst. Kontrollen durch Feldjäger, Wachpersonal oder Polizei sind möglich und verlaufen in aller Regel unproblematisch, wenn du ruhig bleibst und erklärst, was du tust. Die rechtlichen Details zu Fotografierverboten und Identitätsfeststellungen fasst Militärflugplatz fotografieren: Regeln für Spotter zusammen, allgemeiner geht es in Ist Planespotting erlaubt?.
1. Ausweis einpacken
Personalausweis oder Reisepass gehören in die Kameratasche. Ohne Ausweis dauert jede Kontrolle unnötig lange.
2. Nur Flugzeuge fotografieren
Keine Bilder von Toren, Wachen, Zaunanlagen, Sensoren oder Gebäuden – weder beim Fotografieren noch beim Veröffentlichen.
3. Abstand zum Zaun halten
Leitern frei aufstellen, nie anlehnen. Den Zaun zu überwinden oder das Gelände zu betreten, ist absolut tabu.
4. Feldwege freihalten
Die Wege rund um den Platz nutzen auch Landwirte. Park so, dass Traktoren und Einsatzfahrzeuge durchkommen, und respektiere gesperrte Wege.
5. Kooperativ bleiben
Wirst du angesprochen, bleib freundlich und folge Anweisungen. Wie du eine Kontrolle entspannt überstehst, steht in Polizeikontrolle beim Spotten.
Drohnen bleiben am Boden. Über und rund um militärische Anlagen ist der Betrieb ohne ausdrückliche Erlaubnis nicht zulässig – Details in Drohnen am Flughafen.
Planung: Verkehr vorhersagen ohne Flugplan
Einen Flugplan zum Nachschlagen gibt es nicht. Drei Bausteine helfen trotzdem:
- Live-Tracking: Viele A400M sind mit Transponder unterwegs und auf Flugradar-Diensten sichtbar. Ein Blick auf die Karte verrät, ob gerade eine Maschine in der Platzrunde ist oder ein Rückkehrer anfliegt. Wie du gezielt Militärmaschinen findest und wo die Grenzen liegen, zeigt Militärflugzeuge online verfolgen.
- Wochentag wählen: Trainingsbetrieb findet vor allem unter der Woche statt. Am Wochenende ist es oft ruhig – dann fliegen eher die Vereinsflugzeuge.
- Wind prüfen: Die Windrichtung entscheidet zwischen Ost- und Westspot. Schau morgens nach und noch einmal kurz vor der Abfahrt.
Rechne trotzdem mit Pausen. Thermoskanne, Snacks und Geduld gehören dazu – an den Spots selbst gibt es keine Infrastruktur, Toiletten und Verpflegung findest du in den umliegenden Orten. Hinterher lohnt sich der Abgleich deiner Fotos mit Flugdaten, um Kennungen und Zeiten sauber zu dokumentieren: Wie das geht, erklärt Sichtungen mit ADS-B-Logs abgleichen.
Wind, Pisten und Licht auf einen Blick
Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und Pisten am Flughafen und berechnet mit dem Sonnenstand-Planer, wann an deinem Spot die Sonne im Rücken steht. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Anreise
Das Auto ist die praktischste Lösung, weil die Spots über mehrere Seiten des Platzes verteilt liegen und du je nach Betriebsrichtung wechseln musst. Die B442 und die Nebenstraßen der umliegenden Dörfer führen dich zu den Fußwegen. Bei gutem Wetter ist das Fahrrad eine schöne Alternative: Eine Runde um den Fliegerhorst ist gut machbar, und du kommst an Stellen, an denen Parken schwierig ist. Wunstorf selbst hat einen Bahnhof mit Anbindung an Hannover, von dort geht es mit dem Rad oder zu Fuß weiter. Allgemeine Tipps zu beiden Varianten bündelt Anreise zum Spot: ÖPNV oder Auto.
Was sich am Platz gerade tut
Wunstorf wächst weiter. Seit 2009 wurde der Fliegerhorst für den A400M umgebaut und erweitert, inklusive der Verlängerung der Hauptpiste und zweier Full-Flight-Simulatoren. Seit 2023 baut Airbus am Westrand des Platzes bei Großenheidorn ein Instandhaltungszentrum, in dem nach der Planung ab 2027 die deutsche Flotte gewartet wird. Für Spotter heißt das: Wunstorf bleibt auf absehbare Zeit das deutsche A400M-Zentrum.
Auch im internationalen Rahmen taucht Wunstorf regelmäßig auf. Bei der Luftwaffenübung Air Defender 23 im Juni 2023 war der Fliegerhorst einer der beteiligten Plätze. Größere Veranstaltungen mit Zugang zum Gelände sind selten; wenn es sie gibt, sind sie die beste Gelegenheit für Bodenaufnahmen. Worauf du bei solchen Tagen achtest, steht in Tag der Bundeswehr und offene Tage der Luftwaffe.
Vor der Fliegerhorstwache bei Großenheidorn ist außerdem ein vereinsgetragenes Ju-52-Museum mit Ausstellungshalle und Freigelände zu Hause. Zugang und Öffnungszeiten erfragst du am besten vorab beim Verein.
Wunstorf mit anderen Zielen kombinieren
Die Region Hannover bietet genug für einen ganzen Spotter-Tag. Der Flughafen Hannover liegt nur eine kurze Fahrt entfernt; welche Standorte sich dort lohnen, steht im Planespotting-Guide Hannover und im Steckbrief der Besucherterrasse Hannover. Für Regentage bieten sich das Luftfahrtmuseum Laatzen südlich von Hannover und das Hubschraubermuseum Bückeburg westlich von Wunstorf an.
Wenn dich Militärspotting gepackt hat, sind die anderen großen Plätze der nächste Schritt: die AWACS der NATO am Flugplatz Geilenkirchen, die schweren US-Transporter an der Ramstein Air Base und die Kampfjet-Geschwader aus Eurofighter in Deutschland spotten. Auch am Militärteil des Flughafens Brüssel stehen regelmäßig A400M – mehr dazu im Planespotting-Guide Brüssel.
Bist du bereit für Wunstorf?
- Mein Ausweis steckt in der Kameratasche.
- Ich habe Wind und Betriebsrichtung für den Tag geprüft.
- Ich kenne einen Spot für Ost- und einen für Westbetrieb.
- Ich weiß, wo ich parken kann, ohne Feldwege zu blockieren.
- Eine Leiter ist dabei, falls ich an den Zaun bei Poggenhagen will.
- Ich fotografiere nur Flugzeuge, keine Anlagen oder Personal.
Fazit
Wunstorf ist der Ort in Deutschland, an dem du den A400M am zuverlässigsten siehst – oft gleich mehrfach in der Platzrunde. Die Hauptpiste 08/26 macht die Planung übersichtlich: Wind prüfen, Pistenende wählen, möglichst auf der Südseite stehen. Der Preis ist Disziplin: keine Terrasse, kein Flugplan, gelegentliche Kontrollen und ein Sicherheitsbereich, der Zurückhaltung verlangt. Wer mit Ausweis, Geduld und Abstand anreist, nimmt aus Wunstorf Bilder eines Flugzeugs mit, das sonst nur selten so nah zu sehen ist.
Militärspotting mit der Community teilen
Finde Spots mit Anreise, bestem Licht und Community-Fotos auf der Spot-Karte von Planetrack, poste deine A400M-Sichtungen und tausch dich in Kommentaren und Chats mit anderen Spottern aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Kurzfazit
Wunstorf liefert den A400M wie kein anderer Platz. Prüf den Wind, wähl dein Pistenende auf der Bahn 08/26, stell dich möglichst südlich der Piste, bleib auf öffentlichen Wegen mit Abstand zum Zaun und fotografier nur die Flugzeuge – dann wird der Tag bei Hannover ein Highlight.
Zusammenfassung
- Wunstorf ist der Ort in Deutschland, an dem du den Airbus A400M am zuverlässigsten siehst – Trainingsflüge, Platzrunden und Einsatzrückkehrer inklusive.
- Die Bahn 08/26 liegt fast genau in Ost-West-Richtung. Wer südlich davon steht, hat die Sonne über weite Teile des Tages im Rücken; im Winter funktionieren viele Spots ganztägig.
- Einen Flugplan gibt es nicht. Viele A400M sind per Transponder auf Flugradar-Diensten sichtbar, Leerlauf gehört trotzdem dazu.
- Mit dem Flughafen Hannover, dem Luftfahrtmuseum Laatzen und dem Hubschraubermuseum Bückeburg lässt sich ein Wunstorf-Tag gut erweitern.
Häufige Fragen
Wo liegt der Fliegerhorst Wunstorf?
In Niedersachsen, einige Kilometer nördlich der Innenstadt von Wunstorf und östlich des Steinhuder Meers, in der Region Hannover. Der ICAO-Code des Platzes lautet ETNW.
Welche Flugzeuge sieht man in Wunstorf?
Ganz überwiegend den Airbus A400M Atlas des Lufttransportgeschwaders 62. Deutschland hat alle 53 bestellten Maschinen übernommen und alle sind hier beheimatet. Gelegentlich kommen Gäste wie Transporter verbündeter Luftwaffen hinzu, dazu am Wochenende vereinzelt Sportflugzeuge der am Platz ansässigen Vereine.
Wie viel Verkehr gibt es in Wunstorf?
Ein öffentlicher Flugplan existiert nicht. Ein verbreiteter Spotter-Guide nennt im Durchschnitt rund acht Bewegungen pro Tag, abhängig von Wetter und Dienstplan. Unter der Woche ist in der Regel mehr los als am Wochenende.
Gibt es in Wunstorf einen offiziellen Spotterpunkt?
Nein. Der Fliegerhorst ist ein militärischer Sicherheitsbereich ohne Besucherterrasse. Spotter nutzen öffentliche Feld- und Fußwege, den Straßenrand der B442 und Bereiche entlang des Zauns – immer außerhalb des Geländes und mit Abstand.
Darf man am Fliegerhorst Wunstorf fotografieren?
Flugzeuge im An- und Abflug von öffentlichen Flächen zu fotografieren, ist in Deutschland nicht pauschal verboten. Tabu sind das Betreten des Geländes und Aufnahmen von Anlagen, Toren, Sicherungstechnik oder Wachpersonal. Rechne mit Kontrollen, nimm deinen Ausweis mit und reagiere kooperativ.
Welche Brennweite brauche ich in Wunstorf?
Für die meisten Spots reicht ein Telezoom im Bereich 70 bis 300 Millimeter. An Stellen nah an der Piste genügen für einen A400M schon rund 80 bis 100 Millimeter, bei Landungen auf die selten genutzte Nebenbahn oder für Detailaufnahmen ist mehr Reserve hilfreich.
Wann ist die beste Jahreszeit zum Spotten in Wunstorf?
Frühling und Herbst gelten als besonders angenehm: noch gutes Licht, aber weniger Hitzeflimmern über Beton und Feldern als im Hochsommer. Im Winter steht die Sonne so tief, dass viele Spots südlich der Hauptpiste den ganzen Tag brauchbares Licht haben.
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