Das Wichtigste in Kürze
- Der Tornado ist ein deutsch-britisch-italienisches Gemeinschaftsprojekt: Schwenkflügel, zwei RB199-Triebwerke, zwei Mann Besatzung, Erstflug 1974.
- Schnellster Erkennungsweg: Schwenkflügel plus riesiges Seitenleitwerk – im Überflug mit angelegten Flügeln wirkt er fast wie ein Pfeil.
- In Deutschland fliegen ihn nur noch zwei Verbände: das Taktische Luftwaffengeschwader 33 in Büchel und das TaktLwG 51 „Immelmann“ in Jagel.
- Das Ende ist absehbar: Die Luftwaffe will den Tornado bis etwa 2030 ausmustern, Nachfolger sind die F-35A und eine Eurofighter-Version für den elektronischen Kampf.
- Sonderlackierungen gab es zu Jubiläen, Geschwader-Abschieden und Tiger-Meets – viele davon stehen heute als Denkmal vor den Kasernentoren.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Panavia Tornado?
- 2.Die Versionen: IDS, ECR, ADV und GR4
- 3.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Tornado, F-14, F-111 oder Eurofighter?
- 5.Der Tornado in Deutschland
- 6.Ausmusterung: die letzten Jahre
- 7.Sonderlackierungen: die Tornado-Jagd der Spotter
- 8.Wo du den Tornado heute antriffst
- 9.Fototipps speziell für den Tornado
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Panavia Aircraft GmbH (BAC/British Aerospace, MBB, Aeritalia) |
|---|---|
| Rolle | Mehrzweckkampfflugzeug: Jagdbomber (IDS), Aufklärung, elektronischer Kampf (ECR), Abfangjäger (ADV) |
| ICAO-Typcode | TOR |
| Erstflug | 14. August 1974 in Manching (Prototyp P01) |
| Indienststellung | 1982 in Deutschland und Großbritannien, 1984 in Italien, 1986 in Saudi-Arabien |
| Gebaut | rund 990 Flugzeuge, Produktion bis 1998 |
| Besatzung | 2 (Pilot und Waffensystemoffizier) |
| Triebwerke | 2 × Turbo-Union RB199 mit Nachbrenner und Schubumkehr |
| Länge | knapp 17 m (IDS/ECR), ADV rund 18,7 m |
| Spannweite | 13,91 m (25° Pfeilung) bis 8,56 m (67° Pfeilung) |
| Höhe | rund 5,95 m |
| Max. Startgewicht | rund 27–28 t (IDS, je nach Quelle) |
| Höchstgeschwindigkeit | rund Mach 2,2 in der Höhe, rund Mach 1,2 in Bodennähe |
| Status | Großbritannien ausgemustert (2019), Deutschland Ausmusterung bis etwa 2030 vorgesehen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Schwenkflügel: Im Langsamflug weit ausgestreckt, im schnellen Flug eng an den Rumpf angelegt – die Silhouette ändert sich komplett
- Sehr hohes, großflächiges Seitenleitwerk – im Verhältnis zum kompakten Rumpf auffällig mächtig
- Zwei Triebwerke nebeneinander im Heck, darüber nach der Landung sichtbar aufklappende Schubumkehr-Schaufeln
- Schulterdecker mit Tandemcockpit für zwei Besatzungsmitglieder unter einer langen Haube
- Eckige, seitlich angeordnete Lufteinläufe neben dem Cockpit
- Gesamte Höhenleitwerkshälften bewegen sich als Pendelruder – ein separates Querruder am Flügel fehlt
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kurzer, kantiger Jet donnert im Tiefflug vorbei, die Flügel eng an den Rumpf gelegt, darüber ein Seitenleitwerk, das fast zu groß für das Flugzeug wirkt: Das ist ein Panavia Tornado. Seit Anfang der 1980er-Jahre gehört er zum Klang der Luftwaffe, doch seine Zeit läuft ab. Hier erfährst du, woran du Tornado IDS und ECR erkennst, welche Rolle Büchel und Jagel spielen, was zur Ausmusterung bekannt ist und welche Sonderlackierungen Spotter bis heute jagen.
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Was ist der Panavia Tornado?
Der Tornado ist ein zweistrahliges Mehrzweckkampfflugzeug mit Schwenkflügeln, das Großbritannien, die Bundesrepublik Deutschland und Italien gemeinsam entwickelt haben. Dafür gründeten die drei Länder 1969 die Panavia Aircraft GmbH mit Sitz in München. Beteiligt waren auf britischer Seite die British Aircraft Corporation (später British Aerospace und heute BAE Systems), in Deutschland MBB, dessen Erbe heute bei Airbus liegt, und in Italien Aeritalia, eine Vorgängerin von Leonardo. Großbritannien und Deutschland trugen jeweils 42,5 Prozent der Arbeit, Italien 15 Prozent. Die Niederlande waren in der Frühphase des Projekts beteiligt, stiegen aber bald wieder aus.
Im Projekt hieß das Flugzeug zunächst MRCA – Multi Role Combat Aircraft. Die Idee: ein einziges Muster, das Tiefangriffe, Aufklärung und Luftverteidigung beherrscht und damit gleich mehrere ältere Typen ablöst. In Deutschland ersetzte der Tornado vor allem die F-104 Starfighter bei Luftwaffe und Marinefliegern.
Der erste Prototyp P01 hob am 14. August 1974 in Manching ab. Die Serienfertigung begann 1979, 1982 kamen die ersten Einsatzverbände in Deutschland und Großbritannien dazu, Italien folgte 1984 und Saudi-Arabien als einziger Exportkunde 1986. Bis 1998 entstanden je nach Zählweise rund 990 Flugzeuge. Die Triebwerke vom Typ RB199 baute das Konsortium Turbo-Union, an dem Rolls-Royce, MTU Aero Engines und die italienische Fiat beteiligt waren.
Die Versionen: IDS, ECR, ADV und GR4
Für Spotter ist wichtig, welche Variante vor dir steht. Von außen unterscheiden sie sich teils nur in Details.
| Version | Rolle | Betreiber |
|---|---|---|
| IDS (Interdiction/Strike) | Jagdbomber, Grundversion | Deutschland, Italien, Saudi-Arabien |
| Tornado RECCE | Aufklärung mit Aufklärungsbehälter | Deutschland (TaktLwG 51) |
| ECR (Electronic Combat and Reconnaissance) | Bekämpfung gegnerischer Luftabwehr | Deutschland, Italien |
| GR1 / GR4 | britische Jagdbomber-Versionen | Royal Air Force (bis 2019) |
| ADV (F2/F3) | Abfangjäger mit verlängertem Rumpf | RAF, Saudi-Arabien, leihweise Italien |
Die IDS ist die Grundversion, auf der fast alles aufbaut. Die ECR entstand für die Luftwaffe: Sie spürt gegnerische Radarstellungen auf und bekämpft sie mit Anti-Radar-Raketen. Deutschland bestellte 35 Maschinen, die zwischen Januar 1990 und September 1991 ausgeliefert wurden. Äußerlich fehlen bei der deutschen ECR die Bordkanonen, deren Öffnungen bei der IDS seitlich unter dem Cockpit sitzen. Italien baute 16 IDS zu eigenen ECR um.
Die ADV (Air Defence Variant) war die britische Abfangjäger-Version mit rund anderthalb Metern mehr Rumpflänge für das Radar und zusätzlichen Treibstoff. Die RAF stellte ihre letzten F3 im März 2011 außer Dienst, Saudi-Arabien seine ADV bereits Mitte der 2000er-Jahre. Heute siehst du die ADV nur noch im Museum.
Praxis-Tipp: Kennung lesen
Deutsche Tornados tragen taktische Kennzeichen im Format 43+xx bis 46+xx an Rumpf und Leitwerk. Mit der Kennung schlägst du Version und Geschichte jeder Maschine nach. Wie das Bundeswehr-System funktioniert, erklärt der Beitrag Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Den Tornado verwechselst du mit kaum einem Jet, der heute noch in Europa fliegt. Diese drei Beobachtungen genügen.
Flügelstellung prüfen
Die Flügel lassen sich zwischen 25 und 67 Grad schwenken. Beim Start und Landen stehen sie weit ausgestreckt, im schnellen Tiefflug liegen sie eng am Rumpf. Die Spannweite schrumpft dabei von knapp 14 auf gut 8,5 Meter.
Seitenleitwerk ansehen
Ein einzelnes, sehr hohes Seitenleitwerk mit großer Fläche dominiert die Seitenansicht. Darunter sitzen zwei Triebwerke dicht nebeneinander.
Cockpit zählen
Unter der langen Haube sitzen zwei Besatzungsmitglieder hintereinander. Jeder Tornado ist ein Zweisitzer – auch im Einsatz.
Ein Bonus-Merkmal zeigt sich nach dem Aufsetzen: Über den Düsen klappen Schubumkehrer auf. Sie verkürzen die Landestrecke deutlich und sind bei Kampfjets selten. Wer an der Landebahn steht, hört das kurze, harte Aufbrüllen nach dem Touchdown, bevor der Jet auf Rollgeschwindigkeit abbremst.
Tornado, F-14, F-111 oder Eurofighter?
Schwenkflügel waren in den 1960er- und 1970er-Jahren in Mode, deshalb gibt es ein paar Verwandte im Geiste. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Kampfjet mit Schwenkflügel oder Delta?
Panavia Tornado
Schwenkflügel, ein hohes Leitwerk und seitliche Einläufe ergeben das typische Tornado-Bild. Prüf zur Bestätigung die Kennung – 43+ bis 46+ deutet auf die Luftwaffe.
Eurofighter Typhoon
Deltaflügel und Canards sprechen für den Eurofighter, den Tornado-Partner in vielen Geschwadern.
Grumman F-14 Tomcat
Schwenkflügel plus doppeltes Seitenleitwerk passen zur F-14. In Europa siehst du sie praktisch nur noch im Museum.
Ebenfalls mit Schwenkflügeln flog die amerikanische General Dynamics F-111, die aber deutlich größer ist und Pilot und Waffensystemoffizier nebeneinander statt hintereinander setzt. Auch sie ist längst ausgemustert. Einen Überblick über aktuelle Muster findest du im Beitrag Kampfjets in Europa erkennen.
Der Tornado in Deutschland
Deutschland war mit rund 360 beschafften Maschinen einer der größten Betreiber; je nach Zählweise ist von 357 oder 359 die Rede. Die Luftwaffe erhielt knapp 250 Tornados, darunter 35 ECR, die Marineflieger 112 IDS. Die Marine nutzte den Tornado als Seezielbekämpfer: Aus dem Marinefliegergeschwader 1 in Jagel ging Anfang 1994 das Aufklärungsgeschwader 51 der Luftwaffe hervor, das Marinefliegergeschwader 2 in Eggebek wurde 2005 aufgelöst. Einige Maschinen wechselten danach zur Luftwaffe.
Bei der Luftwaffe flogen in der Hochphase gleich mehrere Jagdbombergeschwader den Tornado: in Nörvenich, Lechfeld, Büchel, Memmingen und Jever. Nach und nach wurden diese Verbände aufgelöst oder auf den Eurofighter umgestellt. Nörvenich wechselte ab 2010 zum Eurofighter, Memmingen schloss 2003, Jever 2005, Lechfeld im März 2013. Die Ausbildung der deutschen Tornado-Besatzungen lief lange auf der Holloman Air Force Base in New Mexico; 2017 wechselte die fliegerische Ausbildung nach Jagel.
Heute fliegen den Tornado nur noch zwei Verbände:
- Taktisches Luftwaffengeschwader 33 in Büchel (Eifel): Der Verband trägt die nukleare Teilhabe Deutschlands innerhalb der NATO. Wegen umfangreicher Bauarbeiten für die F-35 wurden die Büchel-Tornados ab Juni 2022 vorübergehend nach Nörvenich verlegt, zunächst befristet bis 2026. Weitere Bauarbeiten laufen voraussichtlich bis mindestens 2028 – ob der Flugbetrieb in Büchel schon wieder läuft, prüfst du am besten vor deiner Tour in aktuellen Meldungen.
- Taktisches Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ in Jagel bei Schleswig: Hier flog als einzigem Verband der Aufklärungs-Tornado. Seit 2012/13 betreibt das Geschwader zusätzlich die ECR, und seit 2017 werden hier die Tornado-Besatzungen ausgebildet.
Im Einsatz war der deutsche Tornado unter anderem über dem Kosovo, mit Aufklärungsflügen in Afghanistan von 2007 bis 2010 und von 2016 bis 2020 mit Aufklärungsflügen im Kampf gegen den IS, zunächst von der Türkei, später von Jordanien aus.
Militärflugplätze sind kein Spotterspielplatz
Gerade in Büchel, wo es um die nukleare Teilhabe geht, sind die Sicherheitsvorkehrungen hoch. Bleib auf öffentlichem Grund, beachte Verbotsschilder und Anweisungen der Wache. Was erlaubt ist, erklärt der Beitrag Militärflugplatz fotografieren: die Regeln.
Ausmusterung: die letzten Jahre
Die Luftwaffe plant, den Tornado bis etwa 2030 außer Dienst zu stellen. Die Nachfolge ist zweigeteilt: Für die nukleare Teilhabe hat das Verteidigungsministerium 2022 den Kauf von 35 F-35A Lightning II angekündigt, die alle in Büchel stationiert werden sollen. Für die Rolle der ECR, also die Bekämpfung gegnerischer Luftabwehr, ist eine spezialisierte Version des Eurofighters vorgesehen. Die Tornado-Flotte war Mitte 2020 auf rund 85 Maschinen geschrumpft; damit sie bis zum Ende durchhält, wurden die Flugzeuge kampfwertgesteigert und in einem Lebensdauerprogramm überholt.
International ist der Tornado auf dem Rückzug. Die Royal Air Force verabschiedete ihn 2019: Im Februar flogen Formationen über mehrere britische Flugplätze, am 14. März 2019 fand über RAF Marham der letzte Flug statt, offiziell endete die Dienstzeit des GR4 am 1. April 2019. Italien wollte seine letzten Tornados nach bisherigen Planungen um 2025 ausmustern, langfristig übernimmt die F-35; Hauptstandort der italienischen Tornados ist Ghedi, wo die 154º Gruppo 1982 ihre erste Maschine erhielt. Saudi-Arabien ist der letzte Exportbetreiber und hat seine IDS auf GR4-Standard gebracht.
Abschiedsflüge nicht verpassen
Wenn ein Verband seinen letzten Tornado verabschiedet, gibt es oft Sonderlackierungen und Formationsflüge. Mit Planetrack setzt du dir einen Sichtungs-Alarm für den Typ oder einzelne Kennungen und erfährst, wenn sie im Anflug sind. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Sonderlackierungen: die Tornado-Jagd der Spotter
Kaum ein deutscher Militärjet hat so viele Sonderlackierungen getragen wie der Tornado. Anlässe waren Geschwaderjubiläen, Flugstunden-Rekorde, Abschiede von Verbänden und das NATO Tiger Meet. Einige dieser Maschinen haben überlebt und stehen heute als Denkmal:
- In Memmingen steht 44+56 in der „Last Call“-Lackierung vom letzten Flug des Jagdbombergeschwaders 34 am 19. Dezember 2002.
- In Nörvenich erinnert 44+31 „Blue Lightning“ an die Tornado-Zeit des Geschwaders „Boelcke“.
- In Upjever steht 44+08 mit Sonderanstrich als Erinnerung an das Jagdbombergeschwader 38.
- Vor den Toren von Jagel und Büchel stehen Tornados als Torwachen, in Jagel etwa 44+96.
Auch die RAF verabschiedete ihre Tornados farbenfroh: 2018 bekam eine Maschine die grün-graue Tarnung der frühen Jahre zurück, zwei weitere trugen Jubiläumsfarben der letzten Staffeln. In Jagel war 2024 zudem das NATO Tiger Meet zu Gast – ein Treffen, bei dem traditionell spektakuläre Tiger-Lackierungen auftauchen. Mehr dazu in den Beiträgen NATO Tiger Meet und Tiger Meet und militärische Sonderlackierungen. Wie du deine Funde systematisch sammelst, zeigt Sonderlackierungen sammeln und dokumentieren.
Jede Sonderlackierung im Hangar
Speichere deine Tornado-Sichtungen mit Foto, Kennung und Spot und setz fehlende Sonderlackierungen auf deine Wunschliste. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Wo du den Tornado heute antriffst
Einen Flugplan gibt es für Militärjets nicht. Du brauchst Geduld, ein gutes Gespür für Übungszeiten und etwas Glück.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Umgebung Jagel (Schleswig) | hoch an Flugtagen | Aktiver Tornado-Verband mit Ausbildungsbetrieb |
| Umgebung Büchel (Eifel) | mittel bis hoch | Heimat des TaktLwG 33, Flugbetrieb nach der Bauphase |
| Nörvenich | abhängig von der Rückverlegung | Ausweichplatz der Büchel-Tornados während der Bauarbeiten |
| Tage der offenen Tür und Airshows | hoch, wenn angekündigt | Statische Ausstellung und Vorführungen |
| Museen | sicher | Ausgemusterte Maschinen, auch IDS, ADV und Prototypen |
Infos zu offenen Tagen findest du im Beitrag Tag der Bundeswehr und offene Tage der Luftwaffe. Ob ein Tornado in der Luft ist, verraten Tracking-Dienste nur manchmal, denn viele Militärflüge senden nicht offen. Wie du trotzdem fündig wirst, steht im Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen. Da die Tornado-Geschwader ihre Plätze heute oft mit dem Eurofighter teilen oder an ihn abgeben, lohnt auch der Guide Eurofighter in Deutschland spotten.
Ein Kapitel für sich ist der Mach Loop in Wales: Über Jahrzehnte gehörten britische Tornados zu den Stammgästen in den Tälern um Machynlleth. Seit der RAF-Ausmusterung 2019 ist das Geschichte, doch der Mach Loop bleibt ein Tiefflug-Klassiker für andere Muster – Tipps zum Besuch stehen im Beitrag Mach Loop in Wales.
Tornados im Museum
Wenn du einen Tornado aus der Nähe sehen willst, ist ein Museum der sicherste Weg:
- Das Militärhistorische Museum Flugplatz Berlin-Gatow zeigt einen Tornado in seiner Sammlung; Anreise und Fotospots findest du auf der Spot-Seite Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow.
- Die Flugwerft Schleißheim bei München gehört zum Deutschen Museum und hat ebenfalls einen Tornado.
- In der Flugausstellung Hermeskeil steht ein Tornado-Prototyp.
- Das Aeronauticum Nordholz bei Cuxhaven zeigt zwei Tornados der Marineflieger.
Fototipps speziell für den Tornado
Der Tornado ist schnell, laut und meist grau – das verlangt etwas Planung.
Flügelstellung einfangen
Die schönsten Bilder zeigen die Schwenkflügel in einer klaren Stellung: weit offen im Landeanflug, angelegt im schnellen Überflug. Ein Bilderpaar aus beiden Stellungen erzählt die ganze Geschichte.
Schubumkehr nach der Landung
Kurz nach dem Aufsetzen öffnen die Schubumkehrer. Wer seitlich der Landebahn steht, bekommt dieses seltene Detail ins Bild.
Kurze Belichtungszeit
Im Tiefflug ist der Tornado sehr schnell. Arbeite mit kurzen Zeiten und Serienbild, damit Kennung und Hoheitszeichen scharf bleiben.
Licht im Rücken
Grautarnung schluckt Zeichnung. Mit der Sonne im Rücken bleiben Kennung, Wappen und Sonderlackierungen lesbar.
Wann das Licht an deinem Standort passt, kannst du vorab berechnen – wie das geht, erklärt der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot.
Bereit für deine Tornado-Session?
- Ich habe einen Flugtag, ein Event oder ein gutes Zeitfenster gefunden.
- Mein Standort ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich kenne die Regeln für Fotos an Militärflugplätzen.
- Ich weiß, wo die Sonne zu meiner Wunsch-Uhrzeit steht.
- Kamera auf kurze Belichtungszeit und Serienbild eingestellt.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Tornado, wenn …
- sich die Flügelpfeilung im Flug sichtbar ändert
- ein einzelnes, sehr hohes Seitenleitwerk das Heck dominiert
- zwei Besatzungsmitglieder hintereinander sitzen
- nach der Landung Schubumkehrer über den Düsen aufklappen
Sieh genauer hin, wenn …
- du das Flugzeug nur von unten im schnellen Überflug siehst
- der Rumpf auffällig lang wirkt – dann könnte es eine ADV sein, meist im Museum
- ein Zweisitzer mit festem Flügel vorbeizieht – denk an die F-4 Phantom II
Es ist kein Tornado, wenn …
- du einen Deltaflügel mit Canards siehst
- zwei Seitenleitwerke nebeneinander stehen
- nur ein Triebwerk im Heck sitzt
- der Lufteinlass unter dem Rumpf liegt
Fazit
Der Tornado ist ein Stück europäischer Luftfahrtgeschichte, das noch fliegt – aber nicht mehr lange. Schwenkflügel, hohes Leitwerk und Schubumkehr machen ihn unverwechselbar, die Kennungen 43+ bis 46+ verraten die deutsche Herkunft. Wer ihn in der Luft fotografieren will, sollte die verbleibenden Jahre in Jagel und Büchel nutzen und Abschiedsveranstaltungen im Auge behalten. Danach bleiben die Museen und die vielen Torwachen mit ihren Sonderlackierungen.
Kurzfazit
Schwenkflügel, riesiges Seitenleitwerk, zwei Mann, Schubumkehr: Das ist der Panavia Tornado. Bis zur Ausmusterung um 2030 hast du die besten Chancen rund um Jagel und Büchel – immer auf öffentlichem Grund und mit Blick auf die Regeln für Militärflugplätze.
Zusammenfassung
- Der Tornado entstand ab 1969 im Panavia-Konsortium aus Großbritannien, Deutschland und Italien und flog 1974 in Manching zum ersten Mal.
- Deutschland beschaffte rund 360 Maschinen für Luftwaffe und Marineflieger, darunter 35 ECR für die Bekämpfung gegnerischer Luftabwehr.
- Die RAF hat ihre Tornados 2019 ausgemustert, Italien löst ihn langfristig durch die F-35 ab, in Deutschland laufen die letzten Jahre.
- Schwenkflügel, hohes Leitwerk und Schubumkehr machen ihn unverwechselbar – am ehesten verwechselst du ihn mit anderen Schwenkflügel-Jets wie F-14 oder F-111.
Häufige Fragen
Was bedeuten IDS und ECR beim Tornado?
IDS steht für Interdiction/Strike, also die Jagdbomber-Grundversion für Angriffe auf Bodenziele. ECR bedeutet Electronic Combat and Reconnaissance: Diese Version ortet gegnerische Radarstellungen und bekämpft sie. Deutschland hat 35 ECR beschafft, ausgeliefert zwischen Januar 1990 und September 1991.
Welchen ICAO-Typcode hat der Tornado?
Der Typcode lautet TOR. In Tracking-Diensten taucht der Tornado damit allerdings nur auf, wenn er offen sendet – bei Militärflügen ist das keineswegs immer der Fall.
Wo ist der Tornado in Deutschland stationiert?
Beim Taktischen Luftwaffengeschwader 33 in Büchel in der Eifel und beim Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ in Jagel bei Schleswig. Die Büchel-Maschinen wurden wegen Bauarbeiten ab Juni 2022 vorübergehend nach Nörvenich verlegt, befristet bis 2026. Ob der Flugbetrieb schon wieder in Büchel läuft, prüfst du am besten in aktuellen Meldungen.
Wann wird der Tornado ausgemustert?
Die Luftwaffe plant die Ausmusterung bis etwa 2030. Für die nukleare Teilhabe übernimmt die F-35A, die in Büchel stationiert werden soll; für den elektronischen Kampf ist eine spezialisierte Eurofighter-Version vorgesehen. Genaue Abschiedstermine für einzelne Verbände solltest du in aktuellen Meldungen der Luftwaffe prüfen.
Wie unterscheide ich Tornado und Eurofighter?
Der Eurofighter hat einen festen Deltaflügel mit Canards vorn am Rumpf, nur einen Sitz in den meisten Versionen und einen Lufteinlass unter dem Cockpit. Der Tornado hat Schwenkflügel, ein großes Höhenleitwerk am Heck, zwei Sitze und seitliche Einläufe.
Warum hat der Tornado Schubumkehr?
Die RB199-Triebwerke haben Schubumkehrer, damit der Tornado auch auf kurzen oder beschädigten Pisten zum Stehen kommt. Nach dem Aufsetzen siehst du die Schaufeln über den Düsen aufklappen – ein Detail, das nur wenige Kampfjets haben.
Wo kann ich einen Tornado im Museum sehen?
Unter anderem im Militärhistorischen Museum Flugplatz Berlin-Gatow, in der Flugwerft Schleißheim, in der Flugausstellung Hermeskeil (ein Prototyp) und im Aeronauticum in Nordholz bei Cuxhaven, das zwei Maschinen der Marineflieger zeigt. Dazu stehen Tornados als Torwachen vor mehreren Fliegerhorsten.
Panavia Tornado (IDS/ECR) sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Eurofighter EF2000 Typhoon
Entenflügel vor dem Cockpit, großer Deltaflügel, ein breiter Lufteinlass wie ein Lächeln unter der Nase: Der Eurofighter ist das Rückgrat der Luftwaffe. So erkennst du ihn und weißt, wo du ihn in Deutschland siehst.
MilitärLockheed Martin F-35 Lightning II
Ein Triebwerk, zwei schräg gestellte Seitenleitwerke, glatte Flächen ohne Außenlasten: Die F-35 ist der Tarnkappenjet, den immer mehr europäische Luftwaffen fliegen – darunter jetzt auch Deutschland mit dem Standort Büchel. So erkennst du A, B und C.
MilitärMcDonnell Douglas F-4 Phantom II
Knick in den Flügeln, Höhenleitwerk nach unten, zwei rußende Triebwerke: Die Phantom flog 40 Jahre lang bei der Luftwaffe und bis heute in einigen Ländern. So erkennst du sie, so war ihre Zeit in Deutschland und hier steht sie heute.
MilitärLockheed F-104 Starfighter
Nadelspitze, Stummelflügel, T-Leitwerk: Der Starfighter war der erste Mach-2-Jäger der Bundeswehr und zugleich ihr größtes Trauma. Hier erfährst du, wie du ihn erkennst, was hinter der Starfighter-Krise steckt und wo du ihn heute noch siehst.
MilitärGeneral Dynamics F-111 Aardvark
Lange Nase, Schwenkflügel und zwei Mann Seite an Seite: Die F-111 war über zwei Jahrzehnte der schwere Schwenkflügel-Bomber der USAF in England. Hier erfährst du, woran du sie erkennst, was in Lakenheath und Upper Heyford los war und wo die Aardvark heute steht.
MilitärGrumman F-14 Tomcat
Schwenkflügel, zwei Seitenleitwerke, zwei Mann Besatzung: Die F-14 Tomcat war 32 Jahre lang der Trägerjäger der US Navy und wurde mit Top Gun zur Popkultur-Ikone. Fliegend siehst du sie heute kaum noch – dafür in vielen US-Museen.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
BAE Systems
BAE Systems ist der größte Luftfahrt- und Rüstungskonzern Großbritanniens. Für Spotter steckt dahinter ein ganzes Stück Luftfahrtgeschichte: der vierstrahlige Jumbolino BAe 146/Avro RJ, der Trainer Hawk der Red Arrows und die britische Seite von Tornado, Eurofighter und F-35.
HerstellerLeonardo
Leonardo aus Rom ist mehr als ein Name auf der Hubschraubertür: Der italienische Konzern baut AW139 und AW169, Jettrainer und Transporter, hält die Hälfte an ATR und fertigt Rumpfteile für Boeing und Airbus. Hier erfährst du, wie du seine Spuren am Flughafen erkennst.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerMTU Aero Engines
MTU Aero Engines baut keine Flugzeuge, steckt aber in sehr vielen: Der Münchner Triebwerkshersteller liefert Turbinen und Verdichter für den Getriebefan des A320neo, für 747-8, 787, A380 und Eurofighter und überholt jedes Jahr rund 1.500 Triebwerke und Industriegasturbinen. Für Spotter ist MTU der Schlüssel zu der Frage, was eigentlich unter dem Flügel hängt.
Wo du die Panavia Tornado (IDS/ECR) siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Luftwaffenmuseum am Flugplatz Berlin-Gatow
Auf dem ehemaligen RAF-Flugplatz im Berliner Südwesten stehen Starfighter, MiGs, Transall und Noratlas Seite an Seite – kostenlos, ohne Zaun und ohne Wartezeit auf den nächsten Anflug. So holst du als Spotter das Meiste aus dem Besuch heraus.
SpotterhügelMach Loop bei Machynlleth in Wales
Im Mach Loop zwischen Dolgellau und Machynlleth jagen Militärjets im Tiefflug durch die Täler – oft auf Augenhöhe oder sogar unter dir. Hier erfährst du, welche Hänge du legal nutzt, wann geflogen wird und warum Geduld hier die wichtigste Ausrüstung ist.
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