Das Wichtigste in Kürze
- Der A310 MRTT ist ein umgebauter Passagier-Airbus: Gebrauchte A310-300 wurden erst zum Transporter (MRT) und dann zum Tanker-Transporter (MRTT) aufgerüstet.
- Nur zwei Luftwaffen nutzten ihn: Deutschland mit vier Tankern, Kanada mit zwei Maschinen unter der Bezeichnung CC-150T Polaris.
- Schnellster Erkennungsweg: kurzer A310-Rumpf plus zwei Tankbehälter weit außen unter den Flügeln.
- In Deutschland ist der Typ Geschichte: Die letzte Maschine, die 10+25 „Hermann Köhl“, verließ die Luftwaffe im Juni 2022.
- Nachfolger ist der A330 MRTT – in Europa über die multinationale Tankerflotte, in Kanada als CC-330 Husky.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Airbus A310 MRTT?
- 2.Vom Airliner zum Tanker: die Geschichte
- 3.Einsätze: vom Eurofighter-Transfer bis Counter Daesh
- 4.So erkennst du den A310 MRTT
- 5.Der Abschied: Ausmusterung bei Luftwaffe und RCAF
- 6.Wo du heute noch Spuren des A310 MRTT findest
- 7.Warum der A310 MRTT ein Spotter-Klassiker ist
- 8.Fazit
Steckbrief
| Hersteller / Umrüstung | Airbus; Umbau gebrauchter A310-300 (u. a. Elbe Flugzeugwerke Dresden, Lufthansa Technik) |
|---|---|
| Rolle | Luftbetankung, Fracht- und Truppentransport, MedEvac |
| ICAO-Typcode | A310 |
| Basismuster | Airbus A310-304 (Passagierjet, ab 1983 im Liniendienst) |
| Vorstufe | A310 MRT (Transporter mit Frachttor), Erstflug eines deutschen MRT im März 1999 |
| Erste MRTT-Auslieferung | Oktober 2004 |
| Betreiber | Luftwaffe (Flugbereitschaft BMVg) und Royal Canadian Air Force |
| Umgebaute Tanker | 6 (4 Deutschland, 2 Kanada) |
| Betankungssystem | Schlauch und Fangtrichter, zwei Behälter unter den äußeren Flügeln |
| Triebwerke | 2 × General Electric CF6-80C2 |
| Länge | 46,66 m (Basis A310-300) |
| Spannweite | 43,90 m |
| Höhe | rund 15,8 m |
| Sitzplätze | bis zu 214 im Transportbetrieb |
| MedEvac | bis zu 6 Intensivplätze plus 56 Tragen |
| Status | In Deutschland seit Juni 2022 ausgemustert, in Kanada in der Ablösung durch den CC-330 Husky |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Kurzer, bulliger Großraumrumpf der A310 – deutlich kürzer als jeder A330 oder A300
- Zwei Tankbehälter (Pods) unter den Flügeln, weit außen kurz vor der Flügelspitze
- Großes Frachttor auf der linken Rumpfseite vor dem Flügel
- Kleine dreieckige Wingtip Fences an den Flügelspitzen, wie bei jeder A310-300
- Graue Militärlackierung; in Deutschland militärische Kennung 10+24 bis 10+27, in Kanada Seriennummern 15004 und 15005
- Zwei Triebwerke, breiter Rumpf mit zwei Gängen, klassische Airbus-Nase ohne dunkle Maske
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kurzer, grauer Großraum-Airbus rollt über das Vorfeld, unter den Flügeln hängen zwei zigarrenförmige Behälter, vorn links am Rumpf zeichnet sich ein großes Tor ab: Das war der Airbus A310 MRTT. Rund anderthalb Jahrzehnte lang tankte er Eurofighter und CF-18 in der Luft, flog Soldaten in Einsatzgebiete und holte Verwundete als fliegende Intensivstation nach Hause. Diese Seite erklärt dir, wie aus einem Lufthansa-Passagierjet ein Tanker wurde, woran du ihn auf Fotos sicher erkennst und warum er heute zu den Raritäten in jedem Spotter-Archiv gehört.
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Was ist der Airbus A310 MRTT?
Der A310 MRTT ist kein eigenständig entwickeltes Flugzeug, sondern eine Umrüstung des Passagierjets Airbus A310. Das Kürzel steht für „Multi Role Tanker Transport“: Ein und dieselbe Maschine kann in der Luft andere Flugzeuge mit Treibstoff versorgen und zugleich Menschen, Fracht oder Patienten befördern. Genau diese Mischung machte den Typ für kleinere Luftwaffen interessant, die sich keine getrennten Flotten für Tanker und Transporter leisten wollten.
Ausgangspunkt waren gebrauchte A310-300, die bereits Jahre im Airline-Dienst hinter sich hatten. In einem ersten Schritt entstand daraus der A310 MRT (Multi Role Transport): verstärkter Kabinenboden und ein großes Frachttor auf der linken Rumpfseite. So ließ sich das Hauptdeck je nach Auftrag mit Sitzen, Paletten oder einer Sanitätsausrüstung bestücken. Der Umbau zwischen diesen Rollen dauerte typischerweise nur wenige Tage.
Im zweiten Schritt kam die Tankausrüstung dazu. Unter jeder Tragfläche sitzt weit außen ein Behälter mit Schlauchtrommel (System „Schlauch und Fangtrichter“, englisch Probe and Drogue). Die Behälter stammen aus der Mk-32-Familie von Flight Refuelling, später Cobham. Zusatztanks im Unterflur-Frachtraum erhöhen die Treibstoffmenge, gesteuert wird die Betankung von einer eigenen Bedienerstation hinter den Pilotensitzen. Für die Flügel bedeutete das Verstärkungen, damit sie die Behälter und die zusätzlichen Lasten tragen.
Insgesamt wurden sechs A310 zu Tankern umgebaut. Vier gingen an die deutsche Luftwaffe, zwei an die Royal Canadian Air Force. Mehr zum Hersteller und seinen anderen Militärmustern findest du auf der Seite zu Airbus.
Vom Airliner zum Tanker: die Geschichte
Deutschland: Ersatz für die Boeing 707
Die Luftwaffe flog seit den 1990er-Jahren mehrere A310. Den Anfang machten zwei Maschinen der früheren DDR-Airline Interflug, die 1991 zur Flugbereitschaft des BMVg kamen und als Regierungsflieger dienten. Weil die alten Boeing 707 ersetzt werden mussten, kaufte die Bundeswehr in den 1990er-Jahren zusätzlich gebrauchte A310-304, die zuvor bei Lufthansa geflogen waren.
Diese Maschinen mit den Kennungen 10+24 bis 10+27 wurden zu MRT-Transportern umgebaut. Beteiligt waren die Elbe Flugzeugwerke in Dresden und Lufthansa Technik in Hamburg. Den Erstflug eines umgebauten MRT absolvierte im März 1999 die 10+24 „Otto Lilienthal“. Die übrigen Namen erinnern ebenfalls an deutsche Luftfahrtpioniere: 10+25 „Hermann Köhl“, 10+26 „Hans Grade“ und 10+27 „August Euler“.
Mit der Tanker-Ausrüstung wurde die Luftwaffe zum Erstkunden des A310 MRTT. Ende 2003 präsentierte sich in Dresden die 10+27 als erster deutscher Tanker, ab Oktober 2004 folgten die Auslieferungen. Bis Ende 2010 waren alle vier MRT auf MRTT-Standard. Wie die Kennungen der Bundeswehr aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.
Kanada: Ex-Wardair-Jets für die Air Force
Kanadas Polaris-Flotte hat eine ganz eigene Herkunft. Die fünf A310-300 wurden 1987 und 1988 neu an Wardair ausgeliefert und kamen nach der Übernahme 1989 zu Canadian Airlines International. Die kanadischen Streitkräfte kauften sie und stellten sie zwischen Dezember 1992 und August 1993 als CC-150 Polaris in Dienst.
Zwei der fünf Maschinen, 15004 und 15005, erhielten später die Tankerausrüstung nach dem MRTT-Programm und heißen seither CC-150T. Die erste Maschine schloss 2008 ihre Abnahmetests ab. Damit hatte Kanada wieder eine strategische Luftbetankung, die mit dem Abschied der CC-137 (Boeing 707) im Jahr 1997 weggefallen war. Die Polaris gehören zur 437. Transportstaffel in Trenton, Ontario.
MRT, MRTT oder Polaris?
Nicht jede militärische A310 war ein Tanker. In Kanada flogen drei der fünf Polaris als VIP- oder Fracht-Transporter ohne Tankbehälter, in Deutschland waren die ex-Interflug-Maschinen reine Passagierflugzeuge. Entscheidend sind die Behälter unter den Flügeln – fehlen sie, ist es kein MRTT.
Einsätze: vom Eurofighter-Transfer bis Counter Daesh
Der erste große Auftritt der deutschen Tanker war ein Langstrecken-Transfer: Am 4. Februar 2009 begleitete ein A310 MRTT drei Eurofighter des Jagdgeschwaders 73 „Steinhoff“ von Laage bis nach Bangalore in Indien, mit Zwischenstopp in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Solche Verlegungen über Tausende Kilometer waren eine Kernaufgabe des Typs – Kampfjets können ohne Tanker nur kurze Strecken am Stück zurücklegen.
Im Anti-IS-Einsatz Counter Daesh versorgte ein deutscher A310 MRTT über mehrere Jahre Flugzeuge der internationalen Koalition mit Treibstoff, zunächst von Incirlik in der Türkei, später vom jordanischen Stützpunkt Muwaffaq Salti (Al-Asrak) aus. Der letzte Tankflug eines deutschen A310 fand im September 2020 statt.
Mindestens genauso wichtig war die Rolle als fliegende Intensivstation. Im MedEvac-Ausbau bot der A310 bis zu sechs Intensivplätze und zusätzlich Dutzende Liegendplätze. Damit holte die Luftwaffe verletzte Soldaten, aber auch zivile Patienten aus Krisen- und Katastrophengebieten nach Deutschland. Die Flugzeuge waren am Flughafen Köln/Bonn auf dem militärischen Teil in Wahn stationiert.
Die kanadischen CC-150T gingen 2011 in den Einsatz über Libyen: Sie betankten die CF-18 – die kanadische Version der F/A-18 Hornet –, die im Rahmen der NATO-Operation die Flugverbotszone durchsetzten. Daneben überführten sie regelmäßig Kampfjets über den Atlantik – nach Angaben der RCAF reicht der Treibstoff, um vier CF-18 nonstop hinüberzubringen.
Tanker
Betankung per Schlauch und Fangtrichter, zwei Empfänger gleichzeitig – passend für Eurofighter, CF-18 und viele weitere NATO-Jets.
Transporter
Bis zu 214 Sitze oder Paletten auf dem Hauptdeck, beladen über das große Frachttor links vorn.
MedEvac
Bis zu sechs Intensivplätze und 56 Tragen – die fliegende Intensivstation der Bundeswehr.
So erkennst du den A310 MRTT
Wer die A310 kennt, hat schon die halbe Miete. Der Tanker teilt Rumpf, Flügel und Leitwerk mit dem Passagierjet; die Unterschiede sitzen in den Details. Für die Bestimmung auf eigenen oder archivierten Fotos reichen drei Schritte.
Rumpflänge einschätzen
Ein breiter Rumpf mit zwei Triebwerken, der auffällig kurz wirkt, ist fast immer eine A310. A300, A330 und Boeing 767-300 sind sichtbar länger.
Unter die Flügel schauen
Hängt weit außen, kurz vor der Flügelspitze, auf jeder Seite ein schlanker Behälter, hast du einen Tanker vor dir. Ohne Behälter ist es höchstens ein MRT oder eine VIP-Maschine.
Kennung lesen
10+24 bis 10+27 in Deutschland, 15004 oder 15005 in Kanada: Damit ist die Maschine eindeutig bestimmt.
Zusätzlich hilft das Frachttor auf der linken Rumpfseite vor der Tragfläche. Es fällt durch seine Umrisslinien auf und fehlt bei normalen Passagier-A310. Die graue Lackierung ist ein weiterer Hinweis – sie gab der „grauen Flotte“ der Flugbereitschaft ihren Namen, im Gegensatz zu den weißen Regierungsfliegern mit Schwarz-Rot-Gold.
| Merkmal | A310 MRTT | A330 MRTT | A310 (Passagier/VIP) |
|---|---|---|---|
| Rumpf | kurz, gedrungen | lang, schlank | kurz, gedrungen |
| Tankbehälter unter den Flügeln | ja | ja | nein |
| Tankausleger am Heck | nein | oft ja | nein |
| Frachttor links vorn | ja | nein | nein |
| Flügelspitze | Wingtip Fence | großes Winglet | Wingtip Fence |
Am häufigsten verwechselt wird der Typ mit dem Nachfolger Airbus A330 MRTT. Der hat aber einen deutlich längeren Rumpf, große aufgesetzte Winglets und meist einen Tankausleger unter dem Heck. Ganz anders sieht der Vierstrahler Boeing KC-135 Stratotanker aus. Einen breiteren Überblick über die Tankerflotten der Welt bietet der Beitrag Tankflugzeuge erkennen, Transporter wie den A400M behandelt der Guide Militärtransporter erkennen.
Es spricht für einen A310 MRTT, wenn …
- ein kurzer Großraum-Airbus zwei Behälter unter den Flügeln trägt
- an den Flügelspitzen kleine Wingtip Fences sitzen
- die Kennung 10+24 bis 10+27 oder 15004/15005 lautet
Sieh genauer hin, wenn …
- du eine graue A310 ohne erkennbare Behälter siehst – dann ist es vermutlich ein MRT
- das Foto aus der Zeit vor Ende 2003 stammt, als die deutschen Maschinen noch keine Tankausrüstung hatten
Es ist kein A310 MRTT, wenn …
- große aufgesetzte Winglets an den Flügelspitzen sitzen
- ein Tankausleger unter dem Heck hängt
- die Maschine weiß mit Schwarz-Rot-Gold lackiert ist – das waren die VIP-A310
Der Abschied: Ausmusterung bei Luftwaffe und RCAF
Ab 2020 ging es für die deutschen A310 schnell. Statt die alternden Maschinen weiter aufwendig instand zu halten, setzte die Bundeswehr auf die multinationale A330-MRTT-Flotte, an der Deutschland mit Partnern beteiligt ist und deren Tanker unter anderem in Eindhoven und Köln-Wahn stationiert sind. Nach dem letzten Tankflug im September 2020 verließ als erste die 10+27 „August Euler“ im Januar 2021 den Dienst und wurde verschrottet. Es folgten die 10+24 „Otto Lilienthal“ im Mai 2021 und die 10+26 „Hans Grade“ Ende August 2021.
Die 10+25 „Hermann Köhl“ blieb am längsten. Ihre Ausmusterung war eigentlich früher vorgesehen, wurde wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine aber noch einmal aufgeschoben. Am 15. Juni 2022 endete auch ihr Dienst bei der Luftwaffe – damit war die Ära der A310 in der Flugbereitschaft vorbei.
Die Aufgaben teilten sich danach mehrere Nachfolger: Luftbetankung und strategische MedEvac übernahm der A330 MRTT, Transportaufgaben unter anderem die beiden A321LR der Flugbereitschaft, taktische Transporte der A400M. Die Regierungsflotte ist inzwischen auf den A350-900 umgestiegen.
In Kanada läuft die Ablösung durch den CC-330 Husky, eine militärische Version des A330-200. Neun Husky ersetzen die fünf Polaris; die erste Maschine ist seit Ende 2023 als Transporter im Dienst, neu gebaute Tanker-Versionen folgen erst nach und nach. Die Polaris 15003 wurde nach einem Bodenunfall im Juli 2023 aufgegeben, die frühere VIP-Maschine 15001 ist inzwischen ausgemustert und steht im Museum. Ob und wie lange die beiden Tanker 15004 und 15005 noch fliegen, solltest du vor einer gezielten Suche aktuell prüfen.
Stand Oktober 2026
Ausmusterungen bei Militärflotten werden oft kurzfristig verschoben oder vorgezogen. Für Kanada gilt: Den aktuellen Status einzelner CC-150 klärst du am besten über Militär-Tracking und Spotter-Datenbanken.
Wo du heute noch Spuren des A310 MRTT findest
Eine aktive A310 MRTT wirst du in Europa nicht mehr vor die Linse bekommen. Spannend ist der Typ trotzdem: als Archiv-Highlight, als Lückenfüller im Typen-Hangar und als Anlass, sich mit der Geschichte der Flugbereitschaft zu beschäftigen.
| Spur | Wo | Hinweis |
|---|---|---|
| Nachfolger A330 MRTT | Köln-Wahn, Eindhoven | Multinationale Tankerflotte, gelegentlich auch über Deutschland unterwegs |
| Kanadische CC-150T | Trenton (Kanada) | Restbetrieb nur noch begrenzt, Status vorab prüfen |
| A310 ZERO-G | Bordeaux | Ex-Regierungs-A310 10+21, kein Tanker, aber gleiche Zelle |
| Fotoarchive | Spotter-Datenbanken wie Scramble | Viele Aufnahmen aus Köln/Bonn und von Airshows |
Für Köln/Bonn lohnt sich ein Blick auf die Besucherterrasse am Flughafen Köln/Bonn und den Planespotting-Guide Köln/Bonn – hier starten heute die Nachfolger der grauen Flotte. Wie du Militär- und Regierungsmaschinen grundsätzlich findest, erklären die Beiträge Militärflugzeuge online verfolgen und Regierungsflugzeuge spotten. Bevor du an einem Fliegerhorst fotografierst, lies unbedingt die Regeln für das Fotografieren an Militärflugplätzen.
Militärtanker spotten – bist du vorbereitet?
- Ich kenne die Kennungen und Rufzeichen der Tanker, die ich suche.
- Ich nutze einen Tracking-Dienst, der auch Militärverkehr anzeigt.
- Mein Standpunkt liegt auf öffentlichem Gelände außerhalb militärischer Sperrbereiche.
- Ich weiß, wie das Licht zur geplanten Uhrzeit steht.
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Warum der A310 MRTT ein Spotter-Klassiker ist
Für Spotter im Rheinland gehörten die grauen A310 jahrelang zum gewohnten Bild in Köln/Bonn. Gerade solche Alltagsmotive geraten leicht aus dem Blick, bis sie plötzlich verschwunden sind. Wer eigene Fotos der Tanker aus den 2000er- und 2010er-Jahren hat, sollte sie deshalb mit Datum, Kennung und Ort sauber erfassen – Aufnahmen mit ausgefahrenen Schläuchen oder von Airshows sind heute echte Archivstücke.
Interessant ist der Typ auch als Kapitel der europäischen Tanker-Geschichte. Er zeigte, dass sich ein ziviler Großraumjet wirtschaftlich zum Mehrzweck-Tanker umbauen lässt. Diese Idee hat Airbus mit dem A330 MRTT aufgegriffen und weiterentwickelt, der heute bei zahlreichen Luftwaffen fliegt – in Großbritannien etwa über den Betreiber AirTanker. Hilfreich zum Einordnen von Zellen und Umbauten ist außerdem der Beitrag über MSN, c/n und Line Number: Mit der Werknummer verfolgst du eine Maschine vom Lufthansa- oder Wardair-Dienst bis zum Tanker.
Fazit
Der A310 MRTT war ein typisch pragmatisches Militärprojekt: gebrauchte Passagierjets, ein Frachttor, zwei Tankbehälter – und fertig war ein Flugzeug, das tanken, transportieren und Leben retten konnte. Die Luftwaffe nutzte ihn bis Juni 2022, Kanada ersetzt seine Polaris gerade durch den CC-330 Husky. Für Spotter ist er damit ein Typ fürs Archiv und für die Erinnerung, aber auch ein gutes Beispiel dafür, wie viel Geschichte in einer einzelnen Zelle stecken kann.
Kurzfazit
Kurzer A310-Rumpf, zwei Tankbehälter weit außen unter den Flügeln, Frachttor vorn links und graue Lackierung: Das ist der A310 MRTT. In Deutschland ist er seit 2022 Geschichte, sein Nachfolger ist der A330 MRTT.
Zusammenfassung
- Der A310 MRTT entstand als Mehrzweckflugzeug für Tanken, Transport und Verwundetenflüge auf Basis gebrauchter A310-300.
- Die Luftwaffe war Erstkunde; ihre Tanker flogen von Köln-Wahn aus, unter anderem für Eurofighter-Verlegungen und im Anti-IS-Einsatz.
- Kanada nutzte zwei seiner fünf CC-150 Polaris als Tanker für die CF-18, etwa über Libyen 2011.
- Heute ersetzt der größere A330 MRTT den Typ; Sichtungen eines aktiven A310 MRTT sind in Europa praktisch ausgeschlossen.
Häufige Fragen
Was bedeutet MRTT?
MRTT steht für Multi Role Tanker Transport. Gemeint ist ein Flugzeug, das in der Luft andere Maschinen betanken und gleichzeitig Passagiere, Fracht oder Patienten transportieren kann. Die Vorstufe ohne Tankausrüstung hieß MRT (Multi Role Transport).
Welchen ICAO-Typcode hat der A310 MRTT?
Einen eigenen Code gibt es nicht. In Flugplänen und Tracking-Diensten läuft der Tanker wie jede andere Maschine dieses Musters unter A310. Die Rolle erkennst du an Betreiber, Kennung und Rufzeichen.
Wie viele A310 MRTT gab es?
Insgesamt wurden sechs Maschinen zu Tankern umgebaut: vier für die deutsche Luftwaffe (10+24 bis 10+27) und zwei für Kanada (15004 und 15005). Neu gebaut wurde kein einziger A310 MRTT – alle entstanden aus vorhandenen A310-300.
Wann wurde der A310 MRTT bei der Luftwaffe ausgemustert?
Schrittweise ab 2021. Den letzten Tankflug gab es im September 2020, danach gingen 10+27, 10+24 und 10+26 im Lauf des Jahres 2021 außer Dienst. Als letzte verabschiedete die Luftwaffe am 15. Juni 2022 die 10+25 „Hermann Köhl“; ihr Ruhestand war wegen des Kriegs in der Ukraine noch einmal verschoben worden.
Was ist der Unterschied zwischen A310 MRTT und A330 MRTT?
Der A330 MRTT ist größer, hat deutlich mehr Treibstoff an Bord und kann neben Schlauchbehältern auch einen Tankausleger (Boom) am Heck tragen. Der A310 MRTT betankte ausschließlich per Schlauch und Fangtrichter. Optisch trennt die beiden vor allem die Rumpflänge: Der A310 wirkt kurz und gedrungen.
Kann ich einen A310 MRTT heute noch sehen?
In Deutschland nicht mehr im Flugbetrieb. Kanada ersetzt seine Polaris-Flotte schrittweise durch den CC-330 Husky; ob einzelne CC-150T noch fliegen, prüfst du am besten aktuell über Militär-Tracking und Spotter-Datenbanken. Den kurzen A310-Rumpf siehst du in Europa am ehesten noch bei der A310 ZERO-G in Bordeaux, die allerdings nie ein Tanker war.
Wie heißt der A310 MRTT in Kanada?
Die Royal Canadian Air Force führt ihre A310 als CC-150 Polaris, die beiden Tanker-Versionen als CC-150T. Geflogen werden sie von der 437. Transportstaffel in Trenton, Ontario.
Airbus A310 MRTT sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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