Pacific Western Airlines

Historische Airline aus Westkanada (1946–1987): Pacific Western Airlines wuchs vom Buschflug-Betrieb in British Columbia zur Regionalgröße mit Hercules-Frachtern und Boeing 737 – und schluckte 1987 CP Air, woraus Canadian Airlines International entstand.

Auch bekannt als: PWA · Central British Columbia Airways · PWA Corp.

KanadaKanadaNetzwerk-AirlinesIATA: PWICAO: PWA12 Min. Lesezeit

PW

IATA-Code von PWA

1953

Name Pacific Western Airlines

1967

Erste L-100 Hercules

1987

Aufgang in Canadian Airlines

Das Wichtigste in Kürze

  • Pacific Western Airlines war eine historische kanadische Airline aus dem Westen des Landes, entstanden aus Central British Columbia Airways und von 1953 bis 1987 unter diesem Namen unterwegs.
  • Codes: IATA PW, ICAO PWA.
  • Hercules-Pionierin: Ab 1967 flog PWA die zivile Lockheed L-100 Hercules – für Bergbau- und Energieprojekte im Norden und für Fracht in aller Welt.
  • Staatsairline auf Zeit: 1974 kaufte die Provinz Alberta die Airline, verlegte den Sitz nach Calgary und verkaufte sie 1983 wieder.
  • Kern von Canadian: 1987 übernahm PWA Corp. Canadian Pacific Air Lines (CP Air) – daraus wurde Canadian Airlines International mit Sitz in Calgary.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Pacific Western Airlines im Überblick
  2. 2.Codes und Kennzeichen
  3. 3.Vom Buschflug zur Regionalairline
  4. 4.Die Hercules: PWA als Schwerfracht-Airline
  5. 5.Die Flotte im Wandel
  6. 6.Alberta übernimmt: die Staatsjahre 1974 bis 1983
  7. 7.Unfälle und Zwischenfälle
  8. 8.1987: PWA kauft CP Air – der Weg zu Canadian Airlines
  9. 9.Woran du PWA-Aufnahmen erkennst
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodePW
ICAO-CodePWA
DrehkreuzeYYC, YEG, YVR
StatusHistorisch – Flugbetrieb unter eigenem Namen endete am 27. März 1987
UrsprungCentral British Columbia Airways, gegründet 1945/46 von den Piloten Russ Baker und Walter Gilbert; Umbenennung in Pacific Western Airlines 1953
SitzRichmond, British Columbia (bis 1974), danach Calgary, Alberta
DrehkreuzeCalgary, Edmonton (International und City Centre), Vancouver; Yellowknife als wichtiger Nordstützpunkt
Eigentümer1974–1983 Provinz Alberta, danach privat; ab den 1980ern Dachgesellschaft PWA Corp.
Flotte (Auswahl)Douglas DC-3, DC-4, DC-6, Curtiss C-46, Convair 640, Lockheed L-188 Electra, Lockheed L-100 Hercules, Boeing 707, 727, 737-200, 767-200ER
BesonderheitAb 1967 Lockheed L-100 Hercules für Fracht in den Norden und weltweite Charter
EndeKauf von CP Air 1987, Zusammenschluss zu Canadian Airlines International

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Pacific Western Airlines?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „Pacific Western“ am Rumpf, in späteren Jahren auch die Kurzform PWA
  • Kern der Jetflotte: Boeing 737-200 mit schlanken JT8D-Triebwerken – PWA war die erste kanadische Airline, die die 737 bestellte
  • Exot im Bestand: Lockheed L-100 Hercules, die zivile Version der C-130, mit Heckrampe und vier Propellerturbinen
  • Kanadische Kennzeichen mit CF- (ältere Form) oder C-F…/C-G…; mehrere Maschinen trugen die Buchstaben PW im Kennzeichen, etwa CF-PWZ, C-FPWC oder C-GQPW
  • Typische Fotoorte: Calgary, Edmonton, Vancouver und Flugplätze im Norden wie Yellowknife

Ein Hercules-Frachter mit Bohrgerät auf dem Weg in die Arktis, eine Boeing 737 im Pendelverkehr zwischen Calgary und Edmonton, eine DC-3 auf einer Graspiste in British Columbia: Pacific Western Airlines, kurz PWA, war die Airline des kanadischen Westens. Sie begann als Buschflug-Betrieb, gehörte zeitweise der Provinz Alberta und kaufte am Ende einen der großen Flag-Carrier des Landes. Hier erfährst du, wie PWA wuchs, warum die Hercules zu ihrem Markenzeichen wurde, wie daraus Canadian Airlines entstand – und wie du alte PWA-Aufnahmen einordnest.

Kanadische Klassiker im Hangar

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Pacific Western Airlines im Überblick

Pacific Western Airlines war eine historische kanadische Airline aus British Columbia und später Alberta. Ihr Vorläufer, Central British Columbia Airways, wurde im Juli 1945 eingetragen und nahm 1946 den Flugbetrieb auf. Gegründet hatten ihn die Piloten Russ Baker und Walter Gilbert, Geld kam vom Prospektor Karl John Springer. Die ersten Basen lagen in Prince George und Fort St. James im Landesinneren von British Columbia – Buschflug-Land, in dem Wasserflugzeuge und robuste Kolbenmaschinen den Alltag bestimmten.

1953 nahm die Gesellschaft den Namen Pacific Western Airlines an. In den folgenden drei Jahrzehnten wurde aus ihr die wichtigste Regionalairline Westkanadas, mit Drehkreuzen in Vancouver, Calgary und Edmonton und Strecken weit in den Norden. Am 27. März 1987 endete die Geschichte unter eigenem Namen: PWA hatte Canadian Pacific Air Lines gekauft, und beide gingen in Canadian Airlines International auf.

PWIATA-Code
PWAICAO-Code
1953–1987Jahre unter dem Namen PWA

Codes und Kennzeichen

  • IATA-Code PW: stand in Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln – zum Beispiel bei Flug PW 314 oder PW 501.
  • ICAO-Code PWA: kennzeichnete die Airline im Flugplan der Flugsicherung und war zugleich die geläufige Kurzform des Namens.
  • Kanadische Kennzeichen: Ältere Maschinen trugen das Format CF-xxx, spätere C-Fxxx oder C-Gxxx. Auffällig oft finden sich die Buchstaben PW darin, etwa beim Frachter CF-PWZ oder bei den 737 C-FPWC und C-GQPW.

Wie Kennzeichen grundsätzlich aufgebaut sind und was die Länderpräfixe verraten, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen. Hintergründe zu ungewöhnlichen Funknamen findest du im Artikel über Airline-Rufzeichen.

Vom Buschflug zur Regionalairline

Wachstum durch Übernahmen

PWA wuchs vor allem, indem sie kleinere Betriebe schluckte. Zwischen 1949 und 1952 übernahm Central British Columbia Airways sieben kleine Flugdienste, darunter Kamloops Air Service, Skeena Air Transport, Whitehorse Flying Services und Port Alberni Airways. 1955 kamen Queen Charlotte Airlines und Associated Airways dazu – Letztere war mit Versorgungsflügen für die Radarkette der Distant Early Warning Line im hohen Norden verbunden.

Auch der große Nachbar half beim Wachstum: 1959 übergab Canadian Pacific Air Lines ein ausgedehntes Netz konzessionierter Strecken im Westen und Norden Kanadas, 1969 folgten weitere Streckenrechte. Im September 1970 kaufte PWA die B.C. Air Lines, mit der Turboprops vom Typ Nord 262 in die Flotte kamen, 1978 Transair aus Winnipeg samt deren Boeing 737-200. Die Transair-Linienstrecken gingen zum 1. Dezember 1979 an PWA über.

Der Chieftain Airbus zwischen Calgary und Edmonton

Eine Besonderheit war der Pendelverkehr zwischen den beiden Großstädten Albertas. Ab 1963 flog PWA als „Chieftain Airbus“ vom innerstädtischen Flughafen Edmonton City Centre nach Calgary, zuerst mit einer DC-4 mit 66 Sitzen. Das Prinzip war radikal einfach: Fluggäste trugen ihr Gepäck selbst zum Flugzeug, die Tickets kassierte ein Mitarbeiter an Bord während des knapp einstündigen Fluges. Die Million Fluggäste war nach weniger als acht Jahren erreicht – gerechnet hatte man mit zehn.

Später kamen Convair 640, DC-6 und schließlich die Boeing 737-200 auf die Strecke. 1976 gab es bis zu 14 Hin- und Rückflüge pro Tag. Für Spotter im Alberta der 1970er war die PWA-737 im Shuttle-Dienst damit ein alltäglicher Anblick.

Zeitraum Ereignis Bedeutung
1945/46 Central British Columbia Airways startet Buschflug-Betrieb im Inneren von BC
1953 Name Pacific Western Airlines Neuer Auftritt als Regionalairline
1963 Chieftain Airbus Edmonton–Calgary Shuttle nach dem Mitbring-Prinzip
1967 Erste Lockheed L-100 Hercules Schwerfracht für den Norden
1968 Erste Boeing 737-200 Erste kanadische 737-Airline
1974 Kauf durch die Provinz Alberta Sitz wechselt nach Calgary
1983 Verkauf an private Investoren Wieder unabhängig
1987 Kauf von CP Air Start von Canadian Airlines International

Die Hercules: PWA als Schwerfracht-Airline

Warum ausgerechnet die Hercules?

Der Norden Kanadas erlebte in den 1960er-Jahren einen Boom bei der Suche nach Erdöl, Gas und Erzen. Straßen gab es dort kaum, viele Camps waren nur aus der Luft erreichbar. Gefragt war ein Flugzeug, das Bohrgerät, Fahrzeuge und Baumaterial auf einfache Pisten bringt. Die Antwort war die Lockheed L-100 Hercules, die zivile Schwester der militärischen C-130 Hercules: breiter, hoher Laderaum, Heckrampe für Fahrzeuge und vier robuste Propellerturbinen.

PWA nahm die Hercules 1967 in Betrieb. Die Darstellung zur Airline-Geschichte nennt PWA den ersten kommerziellen Betreiber des Typs – das ist allerdings umstritten, denn die erste Serienmaschine ging schon 1965 an Continental Air Services, und auch Alaska Airlines gilt als früher ziviler Hercules-Pionier. Unstrittig ist: PWA gehörte zu den ersten Airlines, die das Muster gezielt für Schwerfracht in entlegene Regionen einsetzten.

Vom Polarkreis bis in den Dschungel

Die Hercules flogen zum einen für Energie- und Bergbauprojekte im kanadischen Norden, zum anderen als Charterfrachter rund um die Welt. Überliefert sind kuriose Ladungen wie rund 21 Tonnen Zehn-Cent-Münzen, rund 20 Tonnen Weihnachtskuchen und eine Lieferung elektronischer Ausrüstung nach China, die als erste kommerzielle Luftfracht-Sendung dorthin gilt.

Die weltweiten Einsätze hatten auch ihre Schattenseiten. Im Juli 1969 setzte eine PWA-Hercules beim Durchstarten im Nebel über dem peruanischen Dschungel mit der Tragfläche auf. Im November 1976 stürzte eine weitere Maschine mit knappem Treibstoff bei einem nächtlichen Anflug im Nebel nahe Kisangani im damaligen Zaire ab; nur ein Mensch an Bord überlebte.

L-100 oder C-130?

Auf alten Fotos sehen zivile und militärische Hercules fast gleich aus. Achte auf zivile Kennzeichen (bei PWA kanadisch mit CF- oder C-), Airline-Titel und fehlende militärische Hoheitszeichen. Mehr Merkmale von Frachtern findest du im Guide Frachtflugzeuge erkennen.

Wer heute zivile Hercules sehen will, muss nach Alaska schauen: Lynden Air Cargo aus Anchorage hält die Tradition der Hercules-Frachtairline weiter am Leben – im Grunde das Modell, das PWA einst im Norden Kanadas vorgemacht hat.

Die Flotte im Wandel

Epoche Typen Einsatz
1940er–1950er Noorduyn Norseman, DHC-2 Beaver, DHC-3 Otter, Grumman Mallard, Avro Anson Buschflug, Wasserflugzeuge, Küstenorte
1950er–1970er Douglas DC-3, DC-4, DC-6/DC-6B, DC-7C, Curtiss C-46 Linien- und Charterverkehr, Fracht
1960er–1970er Convair 640, Lockheed L-188 Electra, Nord 262 Turboprops für Regionalstrecken
ab 1967 Lockheed L-100 Hercules Schwerfracht im Norden und weltweit
ab 1968 Boeing 737-200 (auch Combi), 727, 707 Rückgrat der Jetflotte, Charter, Fracht
1980er Boeing 767-200ER Großraumflugzeug, nur wenige Jahre im Einsatz

Die Boeing 737-200 prägte das Bild von PWA. Im November 1968 kam die erste Maschine – PWA war damit die erste kanadische Airline, die die 737 bestellt hatte. Ab dem 17. Dezember 1968 verband der „Stampeder Service“ Alberta mit British Columbia. Neben reinen Passagierflugzeugen flog PWA auch Combi-Versionen, die Fracht und Fluggäste gleichzeitig transportieren konnten – im Norden mit wenigen Fluggästen und viel Versorgungsgut eine ideale Mischung. Wie du die frühe 737 von späteren Generationen unterscheidest, erklärt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.

Bei den Propellerflugzeugen sind die Lockheed L-188 Electra, die Douglas DC-6 und die Douglas DC-3 besonders gesucht. Die Convair 640 war eine Turboprop-Umrüstung der Kolbenmuster Convair CV-340/440. Auch die DHC-6 Twin Otter von De Havilland Canada taucht in der Flottenliste auf. In den 1980ern flog PWA zeitweise auch die Boeing 767-200ER – das größte Flugzeug im Liniendienst der Airline und ein Großraumjet von Boeing. Mitte der 1980er gab PWA die 767 wieder ab.

Alberta übernimmt: die Staatsjahre 1974 bis 1983

1974 sorgte ein ungewöhnlicher Deal für Schlagzeilen: Die Provinzregierung von Alberta unter Premier Peter Lougheed kaufte PWA für 37,5 Millionen Dollar – in einem zunächst geheim gehaltenen Übernahmeangebot. Hintergrund war die Sorge, die Nachbarprovinz British Columbia könnte selbst zugreifen. Die Folge für den Flugbetrieb: Der Sitz zog von Richmond bei Vancouver nach Calgary, das zum zentralen Drehkreuz wurde.

Die Staatsbeteiligung blieb ein Zwischenspiel. Im Wahlkampf 1982 versprach die Regierung den Verkauf, 1983 ging die Airline für 37,7 Millionen Dollar wieder in private Hände. Mitte der 1980er beförderte PWA nach Angaben zur Airline-Geschichte rund drei Millionen Fluggäste im Jahr und hatte knapp 3.000 Beschäftigte. 1986 kamen Vermarktungsabkommen mit den Regionalairlines Calm Air und Time Air dazu, die unter dem Dach des „Pacific Western Spirit“-Programms als Zubringer dienten.

Sichtungen mit Geschichte

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Unfälle und Zwischenfälle

Wie viele Airlines mit Einsätzen im Norden und in schwierigem Gelände hatte auch PWA mehrere schwere Unfälle. Die wichtigsten Jet-Ereignisse:

  • Flug 3801, 2. Januar 1973: Die Boeing 707-321C CF-PWZ stürzte im Schneesturm beim Anflug auf Edmonton International ab. Die Maschine flog im Auftrag von Trans International Airlines als Frachter von Athen mit mehreren Zwischenstopps nach Edmonton, an Bord waren 86 Rinder. Alle fünf Menschen an Bord starben. Ermittler nannten Übermüdung und mangelnde Erfahrung der Crew als Ursachen.
  • Flug 314, 11. Februar 1978: Die Boeing 737-275 C-FPWC wollte in Cranbrook landen, als ein Schneepflug auf der Piste stand. Die Crew startete durch, doch die linke Schubumkehr fuhr dabei aus, die Maschine verlor Fahrt und stürzte neben der Piste ab. 43 der 49 Menschen an Bord kamen ums Leben. Neben Fehlern der Crew spielte ein Fehler der Flugverkehrskontrolle bei der Berechnung der Ankunftszeit eine Rolle.
  • Flug 501, 22. März 1984: Beim Start in Calgary nach Edmonton zerbarst an der Boeing 737-275 C-GQPW eine Verdichterscheibe im linken Triebwerk. Trümmer beschädigten einen Tank, die Maschine brannte aus. Alle 119 Menschen an Bord überlebten die Evakuierung, 27 wurden verletzt.
  • Flug 117, 14. Juli 1986: Eine 737-200 kam in Kelowna von der Piste ab und stoppte weit hinter dem Pistenende – ohne Todesopfer.

Lehren aus Calgary

Der Brand von Flug 501 hatte eine ähnliche Ursache wie das Feuer bei British Airtours Flug 28M in Manchester im Jahr 1985: Teile eines zerborstenen Triebwerks beschädigten einen Tank, austretender Treibstoff fing Feuer. Ursache in Calgary war ein Ermüdungsriss in einer Verdichterscheibe. Anders als in Manchester überlebten in Calgary alle Menschen an Bord.

1987: PWA kauft CP Air – der Weg zu Canadian Airlines

Mitte der 1980er öffnete Kanada seinen Luftverkehrsmarkt. Die Reform von 1984 deregulierte den Großteil des Inlandsluftverkehrs, ähnlich wie zuvor in den USA, und der Markt sortierte sich neu: Neben Air Canada war Platz für einen zweiten großen Anbieter. Am 2. Dezember 1986 kündigte PWA Corp. den Kauf von Canadian Pacific Air Lines an, der Preis lag bei rund 300 Millionen Dollar. CP Air hatte zuvor bereits Eastern Provincial Airways und Nordair übernommen.

Am 27. März 1987 gingen PWA und CP Air gemeinsam als Canadian Airlines International an den Start, mit Sitz in Calgary. Die kleinere Airline aus dem Westen hatte damit den deutlich größeren Traditionsnamen geschluckt. 1989 kam noch Wardair dazu, die legendäre Charter- und Linienairline von Max Ward. Canadian Airlines trat später der Allianz oneworld bei.

Lange hielt die Eigenständigkeit nicht. Um die Jahreswende 1999/2000 übernahm Air Canada die Kontrolle über die finanziell angeschlagene Canadian, zum 1. Januar 2001 war die Integration abgeschlossen. Den Platz der zweiten großen Airline im Westen nahm später WestJet aus Calgary ein – ausgerechnet aus der Stadt, die einst PWA-Hauptquartier war.

Was von PWA blieb

  • Ein Teil des Streckennetzes und der Belegschaft über Canadian Airlines
  • Calgary als Standort einer großen Airline-Zentrale
  • Das Vorbild für zivile Hercules-Schwerfracht im Norden
  • Flugzeuge, die bei anderen Betreibern weiterflogen

Was mit PWA verschwand

  • Die Marke Pacific Western und der Code PW in dieser Form
  • Der Chieftain Airbus im Mitbring-Prinzip
  • Eine eigenständige Airline aus Westkanada
  • Die Hercules-Flotte unter kanadischer Airline-Flagge

Woran du PWA-Aufnahmen erkennst

PWA-Fotos sind in Sammlungen gut vertreten, aber oft schlecht beschriftet. So ordnest du sie ein:

Sehr wahrscheinlich PWA, wenn …

  • eine 737-200, Hercules, Electra, Convair oder DC-6 den Schriftzug „Pacific Western“ trägt
  • das Kennzeichen kanadisch ist und die Buchstaben PW enthält
  • das Foto in Calgary, Edmonton, Vancouver oder im Norden vor März 1987 entstanden ist

Genauer prüfen, wenn …

  • eine Maschine Mischfarben trägt – nach Fusionen fliegen Flugzeuge oft eine Zeit lang in Übergangslackierungen
  • eine Hercules im Ausland fotografiert wurde – PWA flog weltweit Charter, aber es gab auch andere zivile Betreiber

Eher nicht PWA, wenn …

  • die Lackierung „Canadian“ zeigt – das ist die Nachfolgerin ab 1987
  • „PSA“ am Rumpf steht – das ist die kalifornische Pacific Southwest Airlines
  • eine 737 der NG- oder MAX-Generation zu sehen ist – PWA flog im Kern die 737-200

Für Übergangslackierungen nach Fusionen lohnt der Guide Hybrid- und Mischlackierungen erkennen. Allgemeine Tipps zur Einordnung alter Typen findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen.

Wer heute auf PWA-Spuren in Kanada unterwegs ist, findet am Larry Berg Flight Path Park in Vancouver einen Spot am einstigen Drehkreuz. Kanadische Luftfahrtgeschichte zum Anfassen bietet das Canada Aviation and Space Museum in Ottawa.

Häufige Verwechslungen

  • PWA mit PSA verwechseln – Pacific Southwest Airlines war eine kalifornische Low-Cost-Airline mit „Lächeln“ am Bug, PWA kam aus Westkanada.
  • Canadian Airlines für eine CP-Air-Umbenennung halten – formal war PWA Corp. die Käuferin, Canadian Airlines entstand aus beiden Gesellschaften.
  • Jede zivile Hercules der 1960er PWA zuschreiben – auch Alaska Airlines, Delta und weitere Betreiber flogen damals L-100.
  • PWA mit CP Air verwechseln – die orange CP Air flog Langstrecke ab Vancouver, PWA war vor allem regional unterwegs.

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Fazit

Pacific Western Airlines ist eine der spannendsten Geschichten der kanadischen Luftfahrt: vom Buschflug-Betrieb mit Wasserflugzeugen über die Hercules-Schwerfracht in der Arktis und den 737-Shuttle in Alberta bis zur Übernahme von CP Air. Ohne PWA hätte es Canadian Airlines in dieser Form nicht gegeben. Für Spotter bleibt die Airline ein lohnendes Archiv-Thema – mit Typen, die heute kaum noch fliegen, und Kennzeichen, die oft schon das Kürzel PW verraten.

Kurzfazit

Pacific Western Airlines (IATA PW, ICAO PWA) war eine historische Airline aus Westkanada, unter diesem Namen von 1953 bis 1987 unterwegs. Bekannt wurde sie durch ihre Lockheed-L-100-Hercules-Frachter, die erste kanadische Boeing 737 und den Kauf von CP Air, aus dem Canadian Airlines International hervorging.

Zusammenfassung

  • PWA zeigt, wie aus vielen kleinen Buschflug-Betrieben in British Columbia eine Regionalairline wurde, die am Ende sogar einen der beiden großen Flag-Carrier Kanadas kaufte.
  • Für Spotter ist PWA ein Archiv-Thema: Dias und Fotos von 737-200, Hercules, Electra, Convair und DC-6 aus Westkanada.
  • Die Hercules-Einsätze machten PWA weit über Kanada hinaus bekannt – mit Frachtflügen bis nach Südamerika und Afrika.
  • Über Canadian Airlines und deren Übernahme durch Air Canada lebt ein Teil des PWA-Erbes bis heute im kanadischen Luftverkehr weiter.

Häufige Fragen

Wann gab es Pacific Western Airlines?

Die Wurzeln reichen zu Central British Columbia Airways zurück, die 1945 eingetragen wurde und 1946 den Betrieb aufnahm. 1953 folgte der Name Pacific Western Airlines. Am 27. März 1987 endete der Betrieb unter eigenem Namen, weil PWA zusammen mit dem übernommenen CP Air in Canadian Airlines International aufging.

Welche Codes hatte Pacific Western Airlines?

PWA flog mit dem IATA-Code PW und dem ICAO-Code PWA. Die Flugzeuge waren in Kanada registriert, ältere Maschinen noch im Format CF-xxx, spätere im Format C-Fxxx oder C-Gxxx.

Warum flog PWA die Lockheed Hercules?

Im Norden Kanadas brauchten Bergbau- und Energieunternehmen ein Flugzeug, das schwere und sperrige Lasten auf einfache Pisten bringt. Die L-100 Hercules mit Heckrampe passte genau dazu. PWA setzte sie ab 1967 ein, vor allem im Norden, daneben auch für Charterfracht weltweit.

War PWA der erste zivile Hercules-Betreiber?

Die Darstellung zur PWA-Geschichte nennt die Airline den ersten kommerziellen Betreiber der L-100. Ganz eindeutig ist das nicht: Die erste Serienauslieferung ging bereits 1965 an Continental Air Services, und auch Alaska Airlines gilt als früher ziviler Hercules-Pionier. Sicher ist, dass PWA ab 1967 zu den frühen zivilen Betreibern gehörte.

Warum gehörte PWA der Provinz Alberta?

Die Provinzregierung unter Premier Peter Lougheed kaufte die Airline 1974 in einem zunächst geheimen Übernahmeangebot. Damit kam der Sitz nach Calgary. 1983 verkaufte Alberta die Airline wieder, nachdem der Verkauf im Wahlkampf 1982 versprochen worden war.

Wie entstand Canadian Airlines International?

PWA Corp. kaufte Anfang 1987 Canadian Pacific Air Lines (CP Air), das zuvor schon Eastern Provincial Airways und Nordair übernommen hatte. Ab dem 27. März 1987 flogen die Gesellschaften gemeinsam als Canadian Airlines International mit Sitz in Calgary. 1989 kam Wardair dazu.

Was ist mit Canadian Airlines passiert?

Um die Jahreswende 1999/2000 übernahm Air Canada die Kontrolle über Canadian Airlines, die Integration wurde zum 1. Januar 2001 abgeschlossen. Seitdem gibt es die Marke nicht mehr.

Pacific Western Airlines im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Lockheed L-100 Hercules

Gleicher Flügel, gleiche Rampe, aber ziviles Kennzeichen: Die L-100 ist die Frachtversion der Hercules. Hier erfährst du, wie du sie von der C-130 trennst, welche Rumpflängen es gibt und wo sie heute noch fliegt.

Flugzeugtyp

Lockheed C-130 Hercules

Hoher Flügel, vier Turboprops, ein bauchiger Rumpf mit Heckrampe: Die C-130 Hercules fliegt seit 1954 und wird bis heute gebaut. So erkennst du sie, trennst alte und neue Versionen und weißt, wo du sie siehst.

Flugzeugtyp

Boeing 737-200

Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.

Flugzeugtyp

Lockheed L-188 Electra

Vier Allison-Turboprops, ein auffällig kurzer Flügel und eine bewegte Geschichte: Die Lockheed L-188 Electra war Amerikas erster großer Turboprop-Airliner, wurde schnell von Jets verdrängt und machte danach Karriere als Frachter und Löschflugzeug. So erkennst du sie und so findest du die letzten Exemplare.

Flugzeugtyp

Douglas DC-6

Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.

Flugzeugtyp

Douglas DC-3 / C-47

Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.

Flugzeugtyp

Convair CV-240/340/440 Metropolitan

Zwei dicke Sternmotoren, Bugrad statt Spornrad und eine Druckkabine: Die Convair-Liner CV-240, CV-340 und CV-440 waren die modernen Zubringer der 1950er – auch bei Lufthansa und Swissair.

Flugzeugtyp

Boeing 767-200/-200ER

Die erste 767 überhaupt: kurz, schlank, zweistrahlig. Die 767-200 und ihre Langstreckenversion -200ER haben ETOPS möglich gemacht und mit dem Gimli Glider Geschichte geschrieben. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter oder in Uniform.

Flugzeugtyp

De Havilland Canada DHC-6 Twin Otter

Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.

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