Das Wichtigste in Kürze
- Erstes eigenes Flugzeug von De Havilland Canada: Die Chipmunk flog 1946 in Toronto und war als Nachfolger der Tiger Moth gedacht.
- Britischer als kanadisch: Gut 1.000 der rund 1.280 Maschinen entstanden in Großbritannien, 735 davon als T.10 für die Royal Air Force.
- Schnellster Erkennungsweg: Tiefdecker, lange Haube über zwei Tandemsitzen, schlanke Nase und Spornrad.
- Bei der RAF bis 1996 im Dienst: Danach blieb sie bei historischen Staffeln wie der Battle of Britain Memorial Flight für das Spornrad-Training.
- Heute ein Liebling der Privatpiloten: Viele ehemalige Militärmaschinen fliegen in Privathand und Vereinen, vor allem in Großbritannien.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die DHC-1 Chipmunk?
- 2.Drei Länder, drei Produktionslinien
- 3.Varianten im Überblick
- 4.Die Chipmunk bei der Royal Air Force
- 5.Spornrad-Training bei den historischen Staffeln
- 6.Weitere militärische Nutzer
- 7.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 8.Chipmunk oder etwas anderes?
- 9.Privatbesitz in Europa: wo du die Chipmunk antriffst
- 10.Spotting-Tag planen
- 11.Fototipps für die Chipmunk
- 12.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 13.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | De Havilland Canada (Toronto-Downsview); Lizenzbau bei de Havilland in Großbritannien und bei OGMA in Portugal |
|---|---|
| ICAO-Typcode | DHC1 |
| Erstflug | 22. Mai 1946 in Downsview bei Toronto |
| Konstrukteur | Team um den polnischen Ingenieur Wsiewołod Jakimiuk |
| Produktion | rund 1.280 bis 1.290 Exemplare je nach Quelle, davon gut 1.000 in Großbritannien |
| Triebwerk | 1 × de Havilland Gipsy Major, hängender Vierzylinder-Reihenmotor mit rund 145 PS |
| Länge | 7,75 m |
| Spannweite | rund 10,5 m |
| Höhe | rund 2,2 m |
| Sitzplätze | 2, hintereinander (Lehrer und Flugschüler) |
| Max. Startgewicht | knapp 1 t |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 220 km/h |
| Reichweite | rund 420–445 km je nach Quelle |
| Fahrwerk | starres Spornradfahrwerk |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Kleiner Tiefdecker mit geradem, leicht nach oben gestelltem Flügel
- Lange Cockpithaube über zwei Sitzen hintereinander – bei britischen und frühen kanadischen Maschinen stark gerahmt, bei späteren kanadischen Exemplaren als Blasenhaube
- Schlanke, spitz zulaufende Nase mit hängendem Reihenmotor statt dickem Sternmotor
- Spornradfahrwerk: zwei feste Haupträder unter dem Flügel, kleines Rad am Heck – am Boden zeigt die Nase schräg nach oben
- Typisch de Havilland geformtes, rundliches Seitenleitwerk
- Bei vielen Ex-RAF-Maschinen kleine Leisten am hinteren Rumpf vor dem Höhenleitwerk und eine Lackierung im Trainer-Schema mit Signalfarben
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker, rot-weißer Tiefdecker rollt über das Gras, die lange Haube ist zurückgeschoben, hinten sitzt ein Fluglehrer, vorn ein Schüler: So sah über Jahrzehnte der Einstieg in die Fliegerei bei der Royal Air Force aus. Die DHC-1 Chipmunk löste nach dem Zweiten Weltkrieg die Tiger Moth ab und wurde zum Standard-Schulflugzeug in Großbritannien und vielen anderen Ländern. Heute fliegt sie vor allem in Privathand und bei historischen Staffeln. Hier erfährst du, wie du die Chipmunk sicher erkennst, welche Varianten es gibt und wo du sie in Europa noch erlebst.
DHC1 in den Hangar
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Was ist die DHC-1 Chipmunk?
Die Chipmunk ist ein zweisitziges Grundschulflugzeug mit einem Kolbenmotor, festem Spornradfahrwerk und geschlossener Kabine. Lehrer und Schüler sitzen hintereinander unter einer langen Haube. Sie war das erste vollständig selbst entwickelte Flugzeug von De Havilland Canada, der kanadischen Tochter des britischen Herstellers de Havilland. Erst danach folgten die Buschflugzeuge, die das Unternehmen weltberühmt machten – allen voran die DHC-2 Beaver.
Die Idee dahinter war schlicht: Nach dem Krieg brauchten die Luftwaffen einen moderneren Nachfolger für die Tiger Moth, den offenen Doppeldecker, auf dem Zehntausende Piloten fliegen gelernt hatten. Ein Tiefdecker aus Metall mit geschlossener Haube sollte Schüler näher an das Fliegen moderner Militärflugzeuge heranführen. Die Konstruktion leitete der polnische Ingenieur Wsiewołod Jakimiuk, der nach dem Krieg in Kanada arbeitete.
Den Erstflug am 22. Mai 1946 in Downsview bei Toronto absolvierte Pat Fillingham, ein Testpilot, den das britische Mutterhaus eigens nach Kanada geschickt hatte. Angetrieben wurde die Maschine von einem de Havilland Gipsy Major, einem hängenden Vierzylinder-Reihenmotor mit rund 145 PS – demselben Motorenstamm, der auch in der Tiger Moth arbeitet. Das erklärt die schmale, spitze Nase, die du an beiden Typen siehst.
Die Chipmunk setzte sich in Großbritannien gegen Konkurrenzentwürfe wie die Fairey Primer durch. Damit begann eine Karriere, die bei der Royal Air Force ein halbes Jahrhundert dauerte. Viele Piloten loben bis heute die feinfühlige Steuerung; das Flugverhalten wird gern mit dem der Spitfire verglichen.
Drei Länder, drei Produktionslinien
Ungewöhnlich für ein so kleines Flugzeug: Die Chipmunk wurde in drei Ländern gebaut. Die Zahlen schwanken je nach Quelle leicht, die Größenordnungen sind aber klar.
| Herkunft | Hersteller | Exemplare | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Kanada | De Havilland Canada, Downsview | rund 217–218 | Bau bis 1956, unter anderem für die kanadische Luftwaffe |
| Großbritannien | de Havilland, zunächst Hatfield, später Hawarden bei Chester | rund 1.000 | Hauptproduktion, darunter 735 T.10 für die RAF |
| Portugal | OGMA, Alverca | rund 60–66 | Lizenzbau in den 1950er-Jahren für die portugiesische Luftwaffe |
Die kanadische Luftwaffe übernahm ihre erste Chipmunk 1948 und flog den Typ bis 1972. Den weitaus größten Teil der Serie stellte aber das britische Mutterhaus her. Die Maschinen gingen an die RAF, an die Heeresflieger des Army Air Corps, an die Marineflieger und an zahlreiche Exportkunden.
Varianten im Überblick
Von außen sehen die meisten Chipmunks sehr ähnlich aus. Die wichtigsten Unterschiede betreffen Haube, Motorversion und spätere zivile Umbauten.
| Variante | Herkunft | Einsatz | Erkennbares Merkmal |
|---|---|---|---|
| DHC-1 (kanadisch) | Kanada | Kanadische Luftwaffe, Export | frühe Maschinen mit gerahmter Haube, spätere mit Blasenhaube |
| T.10 | Großbritannien | RAF, Heer, Marine | stark gerahmte Schiebehaube, Gipsy Major 8 |
| T.20 | Großbritannien | Militärexport | ähnlich T.10, Gipsy Major 10 statt Gipsy Major 8 |
| T.21 | Großbritannien | zivile Kunden | zivile Ausführung der T.20, nur rund 28 gebaut |
| T.22 / 22A | Großbritannien | Umbauten für Privatbesitz | ehemalige RAF-T.10, 22A mit größeren Tanks |
| Mk 23 | Großbritannien | Landwirtschaft | wenige umgebaute T.10 mit Sprühanlage |
| Super Chipmunk | Umbau (USA) | Kunstflug | 260-PS-Lycoming, Einziehfahrwerk, meist einsitzig, sehr selten |
Wenn du heute in Großbritannien eine Chipmunk mit ziviler Zulassung siehst, ist es oft eine T.22 – also eine ehemalige RAF-Maschine, die nach dem Ausscheiden aus dem Militärdienst für den Privatbetrieb umgerüstet wurde. Daneben gab es Reiseumbauten nach einem Entwurf von Peter Masefield, die als „Masefield Chipmunk“ bekannt sind. Die Mk 23 war ein kurioser Ableger: Eine Handvoll ehemaliger T.10 erhielt eine Sprühanlage und flog in der Landwirtschaft.
Praxis-Tipp: auf die Haube schauen
Eine stark gerahmte, lange Schiebehaube mit vielen Einzelscheiben tragen britische, portugiesische und frühe kanadische Chipmunks. Eine durchgehende, blasenförmige Haube deutet auf eine spätere in Kanada gebaute Maschine hin. Die endgültige Bestätigung liefert immer das Kennzeichen.
Die Chipmunk bei der Royal Air Force
Die RAF erhielt 735 Chipmunk T.10 und setzte sie zunächst bei den Reserve-Flugschulen und den University Air Squadrons ein, den Fliegerstaffeln der Universitäten. Später wurde sie für Jahrzehnte das Flugzeug, mit dem Kadetten der Air Training Corps und der Schul-Kadettenkorps bei sogenannten Air Experience Flights ihre ersten Flüge erlebten. Viele britische Militärpiloten saßen zum ersten Mal in einer Chipmunk am Steuer.
Prominentester Schüler war Prinz Philip, der 1952 in einer Chipmunk seine ersten Flugstunden nahm. Später nannte er sie sein Lieblingsflugzeug.
Die Chipmunk hatte auch ungewöhnliche Einsätze. Während des Zypern-Konflikts 1958 flog sie Patrouillen für die innere Sicherheit. Spannender noch ist die Berliner Episode: Von 1956 bis 1990 starteten Chipmunks der RAF-Station Gatow in Berlin zu Flügen im Luftraum über der geteilten Stadt. Offiziell waren das Übungsflüge, tatsächlich nutzte die britische Verbindungsmission BRIXMIS sie für Aufklärung. Ein Exemplar dieser Zeit steht heute im Militärhistorischen Museum Flugplatz Berlin-Gatow.
Ab Mitte der 1970er-Jahre übernahm die Scottish Aviation Bulldog in vielen Rollen, die Chipmunk blieb aber bei den Air Experience Flights noch lange im Dienst. 1996 flog die letzte reguläre Einheit, die No. 10 AEF in Woodvale, ihre Chipmunks aus. Später kam in der Grundschulung die Grob Tutor zum Einsatz, eine Version der Grob G 115. Zum Abschied umrundeten zwei RAF-Chipmunks 1997 in einem langen Etappenflug noch die Nordhalbkugel.
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Spornrad-Training bei den historischen Staffeln
Mit dem Ende der regulären Ausbildung verschwand die Chipmunk nicht aus dem britischen Militär. Die Battle of Britain Memorial Flight in RAF Coningsby nutzt die Chipmunk, damit ihre Piloten im Umgang mit Spornradflugzeugen in Übung bleiben. Heutige Militärpiloten kommen von Jets und Trainern mit Bugrad. Bevor sie eine Spitfire, eine Hawker Hurricane oder die Avro Lancaster fliegen, üben sie auf der Chipmunk Starts und Landungen mit Heckrad. Auch die historischen Flugstaffeln von Royal Navy und Army Air Corps setzten den Typ aus diesem Grund ein.
Für dich als Spotter heißt das: Rund um die BBMF-Saison kann es sich lohnen, an der Viewing Area RAF Coningsby auch auf die kleinen Trainer zu achten – sie fliegen oft unauffällig Platzrunden, während alle auf die Spitfire warten.
Weitere militärische Nutzer
Die Chipmunk war ein Exportschlager. Neben Großbritannien und Kanada flogen sie Luftstreitkräfte in Europa, Afrika, Asien und Südamerika. Zu den Nutzern zählten unter anderem Dänemark, Irland, Portugal und Belgien (dort nur wenige Maschinen), außerdem Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Thailand, Malaysia, Sri Lanka, Kenia, Ghana und Uruguay.
Besonders lange hielt Portugal an dem Typ fest. Die Luftwaffe erhielt 1951 ihre erste Chipmunk, ab 1989 übernahm die Epsilon die Grundschulung. Einige Maschinen blieben trotzdem im Dienst: 2018 flog eine portugiesische Staffel noch sechs Chipmunks. Ob und in welchem Umfang das heute noch der Fall ist, prüfst du vor einer Reise am besten aktuell.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Die Chipmunk ist klein und fliegt meist tief und langsam. Mit drei Blicken hast du sie in den meisten Fällen bestimmt.
Flügel unten, Haube oben
Ein Tiefdecker mit einer langen Haube über zwei hintereinander liegenden Sitzen – das ist das Grundbild der Chipmunk. Doppeldecker wie Tiger Moth oder Jungmann scheiden damit sofort aus.
Nase prüfen
Die Nase ist schmal und spitz, weil der Reihenmotor kopfüber eingebaut ist. Ein dicker runder Sternmotor spricht gegen die Chipmunk, eine wuchtige Nase mit großem Propeller eher für eine T-6.
Fahrwerk ansehen
Die Chipmunk steht auf einem Spornrad. Am Boden zeigt die Nase deutlich nach oben. Moderne Schulflugzeuge wie Grob, Bulldog oder Cessna haben dagegen ein Bugrad.
Wer alte Typen systematisch üben will, findet im Beitrag Oldtimer am Himmel erkennen eine gute Methode. Britische Chipmunks tragen ein G-Kennzeichen; wie du es liest und im Register nachschlägst, erklärt Britische G-Kennzeichen. Viele Ex-RAF-Maschinen fliegen zudem weiterhin mit ihrer alten Militärseriennummer am Rumpf als Teil der Lackierung.
Chipmunk oder etwas anderes?
Auf Oldtimer-Treffen stehen oft mehrere Trainer nebeneinander. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: klassischer Schultrainer
DHC-1 Chipmunk
Tiefdecker, Tandem-Haube, schlanke Nase und Spornrad: das typische Chipmunk-Bild. Prüf zur Sicherheit das Kennzeichen.
Doppeldecker-Trainer
Zwei Flügel sprechen für die Tiger Moth, die Bücker Jungmann oder die Stearman Kaydet.
Fortgeschrittenen-Trainer
Groß, laut, mit Sternmotor und Einziehfahrwerk: Das ist eher eine North American T-6 Texan / Harvard.
Moderner Schultrainer
Mit Bugrad und moderner Optik ist es vermutlich eine Grob G 115 oder ein anderes heutiges Schulflugzeug.
Hochdecker
Sitzt der Flügel oben, ist es keine Chipmunk – eher eine Piper Cub oder ein anderer Hochdecker.
Privatbesitz in Europa: wo du die Chipmunk antriffst
Nach der Ausmusterung kamen viele Militär-Chipmunks auf den zivilen Markt. Laut Angaben aus den frühen 2000er-Jahren flogen damals mehrere Hundert Maschinen in Privathand. Heute ist die Chipmunk ein gefragtes Oldtimer-Flugzeug: günstiger im Unterhalt als ein Warbird, kunstflugtauglich und mit echter Geschichte. Eingesetzt wird sie für Rundflüge, Kunstflugtraining, Schlepp von Segelflugzeugen und schlicht für den Spaß am Fliegen.
Den Schwerpunkt bildet ganz klar Großbritannien. Dort stehen Chipmunks in Vereinen, privaten Hangars und Sammlungen auf vielen kleinen Plätzen. In Mitteleuropa sind sie seltener, tauchen aber auf Oldtimer-Treffen und Fly-ins regelmäßig auf.
| Ort | Was dich erwartet | Warum lohnt es sich? |
|---|---|---|
| Shuttleworth Collection, Old Warden | Flugtage auf einem Grasplatz | Chipmunk neben Tiger Moth und anderen historischen Trainern |
| IWM Duxford | Museum und Airshows | Viele private Oldtimer auf dem Platz, siehe Duxford-Airshows |
| RAF Coningsby | Heimat der BBMF | Chipmunk-Trainingsflüge neben Spitfire und Lancaster |
| RAF Museum Cosford | Museum der Royal Air Force | Große Sammlung britischer Militärflugzeuge |
| Berlin-Gatow | Militärhistorisches Museum | Chipmunk als Erinnerung an die Berliner Aufklärungsflüge |
| Danmarks Flymuseum, Stauning | Museum am Flugplatz | Chipmunk in einer Halle voller Sport- und Schulflugzeuge |
In Deutschland lohnt vor allem das Oldtimer-Fliegertreffen auf der Hahnweide, bei dem historische Trainer aus ganz Europa einfliegen. Daneben bieten Flugplatzfeste in Deutschland immer wieder Gelegenheiten. Wo die kleinen Plätze liegen, findest du mit dem Guide Kleine Flugplätze auf Karten finden. Einen Überblick über größere Veranstaltungen gibt Airshows in Europa für Planespotter.
Für die Geschichte des Herstellerhauses lohnt das de Havilland Aircraft Museum in England. Und wer in Kanada unterwegs ist, kann im Canada Aviation and Space Museum in Ottawa die kanadische Seite der Geschichte entdecken.
Oldtimer fliegen nicht nach Fahrplan
Private Chipmunks starten nach Wetter, Lust und Wartungsstand. Wer eine bestimmte Maschine sehen will, prüft vorab das Programm von Flugtagen und Treffen. Im Tracking sind die kleinen Flugzeuge oft nur lückenhaft zu sehen.
Spotting-Tag planen
Chipmunks erlebst du meist auf Grasplätzen und kleinen Flugplätzen, nicht an großen Verkehrsflughäfen. Das hat Vorteile: Du kommst oft nah heran und kannst die Maschinen am Boden in Ruhe betrachten.
Bereit für die Chipmunk-Jagd?
- Ich kenne das Programm des Flugtags oder Treffens und weiß, ob historische Trainer angekündigt sind.
- Ich habe die Wettervorhersage geprüft – Oldtimer bleiben bei Starkwind und tiefen Wolken oft am Boden.
- Ich weiß, wo die Sonne am Nachmittag steht und von welcher Seite ich fotografiere.
- Ich kenne die Regeln des Platzes für Zuschauer und Fotografen.
- Ich habe eine passende Verschlusszeit für Propellerunschärfe im Kopf.
Für die Lichtplanung hilft der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Wer in Großbritannien spottet, kennt am besten auch den Beitrag Spotten in Großbritannien.
Fototipps für die Chipmunk
Die Chipmunk ist klein, langsam und wendig – ein dankbares Motiv, wenn du ein paar Punkte beachtest.
Propeller drehen lassen
Bei zu kurzer Belichtungszeit friert der Zweiblattpropeller ein und das Bild wirkt leblos. Wähle eine längere Verschlusszeit und zieh sauber mit. Details stehen im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Haube offen fotografieren
Beim Rollen fliegen viele Piloten mit zurückgeschobener Haube. So siehst du Lehrer und Schüler hintereinander – ein Motiv, das die Rolle als Schulflugzeug perfekt erzählt.
Kunstflug einplanen
Bei Displays zeigt die Chipmunk Loopings und Rollen. Eine hohe Bildrate und ein Zoomobjektiv helfen, die Figuren sauber zu erwischen. Mehr dazu im Beitrag Airshows fotografieren.
Details am Boden
Lackierung im Trainer-Schema, alte RAF-Seriennummer, Kokarden und die gerahmte Haube: Am Boden lohnen Detailaufnahmen, die du später für die Bestimmung nutzen kannst.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Chipmunk, wenn …
- ein kleiner Tiefdecker eine lange Haube über zwei Tandemsitzen trägt
- die Nase schlank ist und kein Sternmotor zu sehen ist
- die Maschine auf einem Spornrad steht
- im Tracking DHC1 als Typ erscheint
Sieh genauer hin, wenn …
- die Maschine ein Einziehfahrwerk hat – dann könnte es eine Super Chipmunk sein
- nur ein Sitz zu erkennen ist – vielleicht eine einsitzige Umbauversion
- du die Maschine nur von unten im Gegenlicht siehst
Es ist keine Chipmunk, wenn …
- zwei Flügel übereinander sitzen – dann ist es eher eine Tiger Moth oder ein anderer Doppeldecker
- die Maschine ein Bugrad hat und Lehrer und Schüler nebeneinander sitzen
- ein dicker Sternmotor in der Nase sitzt – das passt eher zu einer T-6
Fazit
Die DHC-1 Chipmunk ist das Bindeglied zwischen Doppeldecker-Ära und moderner Pilotenausbildung: der erste eigene Entwurf von De Havilland Canada, gebaut in drei Ländern und bei der Royal Air Force ein halbes Jahrhundert im Einsatz. Heute ist sie ein beliebter Oldtimer in Privathand, vor allem in Großbritannien. Wer sie fliegen sehen will, plant einen Flugtag in Old Warden oder Duxford, achtet in Coningsby auf die kleinen BBMF-Trainer oder hält auf Oldtimer-Treffen in Deutschland die Augen offen.
Kurzfazit
Tiefdecker, lange Tandem-Haube, schlanke Nase und Spornrad: Das ist die Chipmunk. Die besten Chancen auf eine fliegende Maschine hast du auf britischen Grasplätzen und bei historischen Flugtagen in Europa.
Zusammenfassung
- Die DHC-1 Chipmunk flog am 22. Mai 1946 in Downsview bei Toronto zum ersten Mal und war die erste Eigenkonstruktion von De Havilland Canada.
- Gebaut wurde sie in Kanada, in Großbritannien und in Portugal – insgesamt je nach Quelle rund 1.280 bis 1.290 Exemplare.
- Tiefdecker, Tandem-Haube, Reihenmotor und Spornrad unterscheiden sie von Tiger Moth, Bücker Jungmann, Bulldog und modernen Trainern mit Bugrad.
- Die besten Chancen hast du in Großbritannien: auf kleinen Flugplätzen, bei Shuttleworth, in Duxford und rund um RAF Coningsby.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Chipmunk?
Die Chipmunk läuft im ICAO-System unter DHC1. Weil viele Maschinen privat und tief über Land fliegen, tauchen sie im Tracking aber nicht immer zuverlässig auf. Bei britischen Flugzeugen hilft dir zusätzlich das G-Kennzeichen, das du im öffentlichen Register nachschlagen kannst.
Warum heißt das Flugzeug Chipmunk?
Chipmunk ist das englische Wort für Streifenhörnchen. De Havilland Canada vergab für seine Typen gern Tiernamen aus der kanadischen Natur – nach der Chipmunk folgten Beaver, Otter und Caribou. Unter britischen Piloten ist auch der Spitzname „Chippie“ verbreitet.
Wird die Chipmunk noch gebaut?
Nein. In Kanada endete die Fertigung 1956, in Großbritannien und Portugal ebenfalls in den 1950er- bzw. frühen 1960er-Jahren. Alle heute fliegenden Maschinen sind gut gepflegte Oldtimer, viele davon ehemalige Militärflugzeuge, die nach ihrer Ausmusterung in Privathand kamen.
Wie unterscheide ich Chipmunk und Tiger Moth?
Die Tiger Moth ist ein Doppeldecker mit offenen Sitzen. Die Chipmunk hat nur einen Flügel unten am Rumpf und eine geschlossene Haube. Gemeinsam ist beiden der hängende Gipsy-Major-Motor – deshalb haben sie ähnlich schlanke Nasen.
Wo sehe ich eine Chipmunk in Deutschland?
Im Flugbetrieb ist sie hierzulande selten, gelegentlich zeigt sie sich auf Oldtimer-Treffen und Flugplatzfesten. Sicher sehen kannst du ein Exemplar im Militärhistorischen Museum in Berlin-Gatow – passend, denn von Gatow aus flogen britische Chipmunks im Kalten Krieg über Berlin.
Was ist eine Super Chipmunk?
So heißen in den USA stark umgebaute Kunstflug-Versionen mit einem 260 PS starken Lycoming-Motor, Einziehfahrwerk und geänderten Rudern. Bekannt wurde vor allem die Super Chipmunk des US-Kunstfliegers Art Scholl. Es gibt nur sehr wenige solcher Umbauten.
de Havilland Canada DHC-1 Chipmunk sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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