Das Wichtigste in Kürze
- Die Stearman ist der klassische US-Schuldoppeldecker: Ab 1936 lernten darauf Army- und Navy-Piloten die Grundlagen, im Zweiten Weltkrieg in riesiger Zahl.
- Erkennungsformel: großer Doppeldecker, runder Sternmotor, gerade Flügel, freitragende Fahrwerksbeine, zwei offene Sitze.
- Viele Namen, ein Flugzeug: PT-13, PT-17 und PT-18 bei der Army, N2S bei der Navy, PT-27 in Kanada – die Unterschiede liegen vor allem im Motor.
- Nach 1945 wurde sie zum Agrarflugzeug, Sportflugzeug und Airshow-Star; mit stärkeren Motoren fliegt sie bis heute als „Super Stearman“ mit Wingwalkern.
- In Europa triffst du sie auf Airshows, bei Oldtimer-Treffen und in fliegenden Sammlungen wie in Altenrhein oder am Hangar-7.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Stearman Aircraft, ab 1934 Tochter von Boeing (Werk Wichita, Kansas) |
|---|---|
| ICAO-Typcode | ST75 |
| Erstflug | 1934 (Prototyp Model 70) |
| Indienststellung | 1936 als PT-13 beim US Army Air Corps |
| Stückzahl | rund 8.584 komplette Flugzeuge bis 1944, mit Ersatzteilen zusammen häufig über 10.000 Flugzeug-Äquivalente angegeben |
| Status | historisch, aber weltweit noch zahlreich flugfähig, auch in Europa |
| Bauart | Einmotoriger Doppeldecker, Spornradfahrwerk, zwei offene Sitze hintereinander |
| Triebwerk (PT-17 / N2S-3) | 1 × Continental R-670 Siebenzylinder-Sternmotor, rund 220 PS |
| Triebwerk (PT-13) | 1 × Lycoming R-680 Neunzylinder-Sternmotor |
| Länge | rund 7,5 m |
| Spannweite | rund 9,8 m |
| Höhe | knapp 3 m |
| Leermasse | rund 880 kg |
| Max. Abflugmasse | rund 1.200 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 200 km/h |
| Reisegeschwindigkeit | rund 155 km/h |
| Reichweite | rund 480 km |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Großer, bulliger Doppeldecker mit Spornrad – deutlich wuchtiger als Tiger Moth oder Bücker Jungmann
- Vorn ein runder Sternmotor, oft ohne Verkleidung, sodass die einzelnen Zylinder sternförmig sichtbar sind
- Gerade, ungepfeilte Flügel; der Oberflügel sitzt nur leicht vor dem Unterflügel
- Hauptfahrwerk mit zwei freitragenden Federbeinen ohne Querstrebe zwischen den Rädern
- Zwei offene Cockpits hintereinander, der Oberflügel sitzt etwa über dem vorderen Sitz
- Typische Farben: gelbe Flügel, bei Army-Lackierung oft mit blauem Rumpf, bei Navy-Lackierung ganz gelb
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein tiefes, sattes Brummen, ein runder Sternmotor, leuchtend gelbe Flügel und vielleicht sogar ein Mensch, der oben auf der Tragfläche steht: Wenn auf einer Airshow ein Doppeldecker so auftritt, ist es sehr oft eine Boeing-Stearman Model 75, besser bekannt als Stearman oder Kaydet. Auf ihr lernten im Zweiten Weltkrieg Zehntausende amerikanische Piloten das Fliegen. Heute gehört sie zu den häufigsten fliegenden Oldtimern überhaupt. Auf dieser Seite erfährst du, wie die Stearman entstand, was hinter den vielen Bezeichnungen steckt, wie du sie von Tiger Moth und Jungmann unterscheidest und wo du ihr in Europa begegnest.
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Was ist die Stearman?
Die Stearman ist ein einmotoriger Schuldoppeldecker mit zwei offenen Sitzen hintereinander. Vorn saß früher der Flugschüler, hinten der Fluglehrer – oder umgekehrt, je nach Ausbildungsabschnitt. Angetrieben wird sie von einem luftgekühlten Sternmotor: Bei der häufigsten Version PT-17 ist das ein Continental R-670 mit rund 220 PS, bei der PT-13 ein Lycoming R-680. Gerade dieser Motor macht die Stearman unverwechselbar: Statt einer schlanken Nase siehst du vorn einen runden Kranz aus Zylindern.
Mit knapp zehn Metern Spannweite und einer Abflugmasse von rund 1,2 Tonnen ist sie für einen Schuldoppeldecker groß und schwer. Die Konstruktion ist robust: ein stoffbespannter Rumpf aus geschweißtem Stahlrohr, Flügel mit Holzholmen und Stoffbespannung und ein kräftiges Hauptfahrwerk mit freitragenden Federbeinen. Genau diese Robustheit war gewollt – ein Anfängertrainer muss harte Landungen wegstecken können, und davon gab es in der Ausbildung reichlich.
Gebaut wurde der Typ von Stearman Aircraft in Wichita im US-Bundesstaat Kansas. Das Unternehmen wurde 1934 zur Tochter von Boeing, weshalb das Flugzeug offiziell Boeing Model 75 heißt. Das Werk in Wichita baute später Bomber wie die B-29 und die B-52 und ist heute Teil von Spirit AeroSystems. In der Typenfamilie von Boeing steht die Stearman damit zeitlich neben dem Verkehrsflugzeug Boeing 247 und der B-17.
Entstehung: vom Model 70 zur Kaydet
Die Wurzeln reichen in die frühen 1930er-Jahre zurück. Bei Stearman Aircraft in Wichita entstand das Model 70, ein Doppeldecker speziell für die Grundausbildung mit einem Lycoming-Sternmotor von rund 210 PS. Der Prototyp flog 1934 – die Quellen nennen unterschiedliche Daten – und wurde anschließend von Army und Navy erprobt.
Die US Navy griff zuerst zu und bestellte eine Version mit Wright-Sternmotor als NS. Für die Army entstand das Model 75, das 1936 als PT-13 in Dienst ging. Damit war die Grundform festgelegt: Bis zum Produktionsende 1944 änderte sich an der Zelle wenig, ausgetauscht wurde vor allem der Motor – je nachdem, welcher Hersteller gerade liefern konnte.
Im Zweiten Weltkrieg explodierte der Bedarf an Piloten, und mit ihm die Produktion. Wichita lieferte Trainer in einem Tempo, das für einen kleinen Doppeldecker beispiellos war: Am 27. Juli 1944 verließ der 10.000. Primärtrainer das Werk, wobei in diese Zählung auch die Ersatzteile in Flugzeug-Äquivalenten einflossen. Als komplette Flugzeuge werden meist 8.584 Exemplare der Modelle 70, 75 und 76 genannt. Je nach Quelle und Zählweise findest du auch Angaben über 10.000 – die Differenz erklärt sich durch die Ersatzteile.
Eine Zelle, viele Motoren
Die meisten Bezeichnungen der Stearman unterscheiden sich vor allem im Motor. Wenn du eine Maschine genau bestimmen willst, hilft ein Blick auf Infotafel oder Kennzeichen-Register mehr als ein Blick aufs Flugzeug – von außen sehen PT-13 und PT-17 nahezu gleich aus.
Die Versionen im Überblick
| Version | Nutzer | Besonderheit |
|---|---|---|
| Model 70 | Erprobung | Prototyp von 1934 mit Lycoming-Sternmotor |
| NS (Model 73) | US Navy | Erste Serienversion mit Wright-Sternmotor |
| PT-13 / PT-13A–D | US Army | Lycoming R-680, die PT-13D mit fast 800 Exemplaren |
| PT-17 / PT-17A | US Army | Continental R-670, mit fast 3.000 Stück häufigste Army-Version |
| PT-18 | US Army | Jacobs-Sternmotor, nur 150 Exemplare |
| PT-27 | Kanada | Rund 300 Maschinen für die kanadische Luftwaffe |
| N2S-1 bis N2S-5 | US Navy | Je nach Unterversion verschiedene Motoren, N2S-3 mit 1.875 Stück |
| Model 76 | Export | Bewaffnete Exportversion, u. a. für Lateinamerika und die Philippinen |
Neben den USA und Kanada flogen Stearmans in zahlreichen Luftwaffen, unter anderem in Argentinien, Brasilien, China, Griechenland, Israel, Mexiko und Jugoslawien. Bei der US Navy hatte das gelbe Schulflugzeug den Spitznamen „Yellow Peril“, abgeleitet von der durchgehend gelben Lackierung. Mit der Umstellung der US-Bezeichnungen 1948 liefen die noch vorhandenen Army-Maschinen kurzzeitig als T-13 und T-17. Wie US-Militärmaschinen gekennzeichnet sind, erklärt der Beitrag zu US-Militärkennzeichen.
Gelbe Doppeldecker auf die Wunschliste
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Nach 1945: Sprühflugzeug, Sportgerät, Airshow-Star
Nach Kriegsende waren Tausende Stearmans überzählig und wurden günstig an Zivilisten und ehemalige Militärpiloten verkauft. Damit begann ihre zweite Karriere – und die ist der Grund, warum heute so viele überlebt haben.
- Agrarflug: Viele Maschinen wurden zu Sprühflugzeugen umgebaut. Der vordere Sitz wich einem Tank für Dünger oder Pflanzenschutzmittel, dazu kamen Pumpe und Sprühbalken. Die robuste Zelle und die gutmütigen Langsamflugeigenschaften passten perfekt. Nach gängigen Angaben flogen nach 1945 rund 2.100 Stearmans als Agrarflugzeuge.
- Stärkere Motoren: Ein beliebter Umbau war der Einbau eines Pratt & Whitney R-985 Wasp Junior mit Verstellpropeller. So entstanden deutlich leistungsfähigere Maschinen.
- Sport und Kunstflug: Als Sportflugzeug und auf Airshows fand die Stearman ein neues Publikum – mit Kunstflug und spektakulären Wingwalking-Vorführungen.
Gerade die Super Stearman mit verstärktem Motor ist heute ein Airshow-Klassiker. Das britische Unternehmen AeroSuperBatics, das unter anderem die Breitling Wingwalkers und die Utterly Butterly-Wingwalker betrieben hat, ist seit 1984 auf Airshows unterwegs und fliegt nach eigenen Angaben Super Stearmans mit 450 PS. Das vordere Cockpit hat dort keine Steuerung mehr, damit die Wingwalker auf den Oberflügel klettern können, und ein zusätzliches Querruderpaar am Oberflügel, gekoppelt an die unteren Ruder, sorgt für schnellere Rollbewegungen. Weitere Teams und Vorführungen in Europa stellt der Überblick zu den Kunstflugstaffeln Europas vor.
So erkennst du die Stearman
Auf einem Fliegertreffen stehen oft mehrere Doppeldecker nebeneinander. Vier Beobachtungen reichen, um die Stearman sicher anzusprechen.
Motor ansehen
Ein runder Sternmotor, oft unverkleidet mit sichtbaren Zylindern. Das ist das wichtigste Merkmal – Tiger Moth und Jungmann haben schmale Reihenmotoren.
Größe einschätzen
Die Stearman wirkt bullig und groß. Neben einer Tiger Moth oder einer Jungmann sieht sie fast doppelt so wuchtig aus.
Flügel prüfen
Gerade Flügel ohne Pfeilung, der Oberflügel nur leicht nach vorn versetzt. Querruder hat die Serien-Stearman nur am Unterflügel.
Fahrwerk anschauen
Zwei einzelne, freitragende Fahrwerksbeine ohne Verbindungsstrebe zwischen den Rädern, dazu ein Spornrad am Heck.
Bei der Lackierung findest du häufig die historischen Farben: gelbe Flügel mit blauem Rumpf im Stil der Army oder komplett gelb im Stil der Navy. Viele Maschinen tragen nachgemalte Militärnummern; das zivile Kennzeichen steht dann kleiner am Rumpf oder Leitwerk. In Deutschland zugelassene Stearmans fallen wegen ihrer Masse unter zwei Tonnen in die Klasse D-E, wie der Beitrag zu deutschen Luftfahrzeugkennzeichen erklärt; Schweizer Maschinen tragen ein HB-Kennzeichen. Allgemeine Tipps zur Oldtimer-Bestimmung findest du im Ratgeber Oldtimer am Himmel erkennen.
Stearman, Tiger Moth, Jungmann oder T-6?
Der Finder hilft dir beim Eingrenzen, wenn mehrere historische Trainer vor dir stehen.
Schnellbestimmung: historischer Schultrainer
Boeing-Stearman Model 75 Kaydet
Großer Doppeldecker mit Sternmotor, geraden Flügeln und freitragendem Fahrwerk: Das ist die Stearman. Prüf noch Kennzeichen oder Infotafel für die genaue Version.
de Havilland DH.82 Tiger Moth
Gepfeilter, weit vorn sitzender Oberflügel und hängender Reihenmotor sprechen für die britische Tiger Moth.
Bücker Bü 131 Jungmann
Ein kleiner, kompakter Doppeldecker mit Reihenmotor passt zur Bücker Jungmann. Die einsitzige Kunstflugschwester ist die Bü 133 Jungmeister – mit Sternmotor, aber viel kleiner als die Stearman.
North American T-6 Texan / Harvard
Ein Tiefdecker mit Sternmotor und langer Haube ist der nächste Schritt in der US-Ausbildung: die T-6 Texan. Wer die Stearman beherrschte, wechselte oft auf sie.
Deutlich größer ist die Antonov An-2: Sie ist zwar auch ein Doppeldecker mit Sternmotor, hat aber eine geschlossene Kabine für ein Dutzend Passagiere. Die britische Nachfolgerin der Doppeldecker-Trainer, die DHC-1 Chipmunk, ist dagegen ein Tiefdecker mit Schiebehaube.
Es spricht für die Stearman, wenn …
- vorn ein runder Sternmotor sitzt
- der Doppeldecker groß und kräftig wirkt
- die Flügel gerade und ungepfeilt sind
- die Hauptfahrwerksbeine einzeln ohne Querstrebe stehen
Sieh genauer hin, wenn …
- der Motor verkleidet ist und Querruder auch oben sitzen – dann ist es wahrscheinlich eine umgebaute Super Stearman
- das vordere Cockpit abgedeckt oder durch einen Tank ersetzt ist – Hinweis auf einen Agrar-Umbau
- der Doppeldecker mit Sternmotor sehr klein und einsitzig ist
Es ist keine Stearman, wenn …
- die Nase schmal ist und ein Reihenmotor drinsteckt
- der Oberflügel deutlich nach hinten gepfeilt ist
- das Flugzeug nur eine Tragfläche hat
- eine geschlossene Passagierkabine zu sehen ist
Wo du Stearmans in Europa siehst
Die Stearman ist in Europa zwar seltener als in den USA, aber regelmäßig in der Luft. Viele Maschinen kamen über den Gebrauchtmarkt aus Nordamerika oder aus südamerikanischen Luftwaffenbeständen nach Europa und fliegen heute bei Privatleuten, Vereinen und fliegenden Sammlungen.
| Ort | Was dich erwartet | Hinweis |
|---|---|---|
| Fliegermuseum Altenrhein, Bodensee | Die HB-RBG (Boeing E75/PT-13D), 1943 gebaut und an die argentinische Marine geliefert, fliegt bei Displays und Veranstaltungen | seit 1989 die erste fliegende Stearman der Schweiz |
| Hangar-7, Salzburg | PT-17 Stearman in der Sammlung der Flying Bulls | Aufstellung wechselt, Flugzeuge sind teils unterwegs |
| Britische Airshows | Super Stearmans mit Wingwalkern von AeroSuperBatics, Heimatplatz Rendcomb | Auftritte je nach Saison und Veranstaltungskalender |
| Oldtimer-Fliegertreffen Hahnweide | Großes Treffen historischer Flugzeuge in Baden-Württemberg | Doppeldecker sind dort gern gesehen, eine Garantie für eine Stearman gibt es nicht |
Mehr über die Sammlung in Salzburg erfährst du auf der Seite zum Hangar-7. Daneben fliegen Stearmans auf kleineren Flugplätzen in Deutschland, Österreich und den Nachbarländern – oft für Rundflüge oder bei Flugplatzfesten. Wie du solche Plätze findest und worauf du dort achtest, steht im Beitrag General Aviation spotten. Einen Überblick über die großen Flugvorführungen gibt der Beitrag Airshows in Europa.
Wenn du in die USA reist, sind die Chancen ungleich höher: Dort fliegen Stearmans auf fast jedem größeren Fly-in. Beim EAA AirVenture Oshkosh stehen historische Doppeldecker in großer Zahl auf dem Vintage-Bereich, und große Museen wie das National Museum of the US Air Force zeigen den Typ in ihren Sammlungen. Allgemeine Planungstipps liefert der Beitrag Planespotting-Reise in die USA.
Flugbetrieb und Ausstellungen ändern sich
Private Stearmans wechseln den Besitzer oder stehen in der Werkstatt, Sammlungen verleihen Flugzeuge, und Airshow-Teams planen jede Saison neu. Prüf vor einer längeren Anreise die Seiten des Museums oder Veranstalters.
Bereit für deine Stearman-Session?
- Ich habe eine Airshow, ein Fliegertreffen oder ein Flugplatzfest mit historischen Doppeldeckern gefunden.
- Ich kenne die Wettervorhersage – Oldtimer mit offenem Cockpit fliegen nur bei ruhigem Wetter.
- Ich habe eine passende Verschlusszeit für Propellerbilder im Kopf.
- Ich weiß, wo die Sonne während der Vorführung steht.
- Ich notiere Kennzeichen oder Militärnummer für die Dokumentation.
Fototipps für die Stearman
Die Stearman ist langsam, farbenfroh und fliegt bei Vorführungen nah am Publikum – ein dankbares Motiv.
Propeller drehen lassen
Bei zu kurzer Belichtung steht der Propeller still. Mit längerer Verschlusszeit und Mitziehen bekommst du die typische Propellerscheibe. Wie du die Zeit wählst, erklärt der Beitrag Propeller fotografieren.
Sternmotor zeigen
Schräg von vorn kommt der runde Motor mit seinen Zylindern am besten zur Geltung – das wichtigste Erkennungsmerkmal gehört ins Bild.
Wingwalker im Fokus
Bei Wingwalking-Vorführungen lohnt eine etwas längere Brennweite und ein Fokus auf die Person auf dem Flügel. Serienbilder helfen, den richtigen Moment zu erwischen.
Bodenszenen nutzen
Anlassen mit Rauchwolke, Piloten mit Lederhaube, Rollen mit S-Kurven wegen der schlechten Sicht nach vorn: Am Boden erzählt die Stearman oft die besseren Geschichten.
Mehr zur Technik bei Flugvorführungen liest du im Beitrag Airshows fotografieren. Wie selten deine Begegnung tatsächlich ist, ordnest du mit Wie selten ist meine Sichtung? ein.
Fazit
Die Stearman ist das amerikanische Gegenstück zur Tiger Moth: ein robuster, gutmütiger Doppeldecker, auf dem eine ganze Generation von Militärpiloten die Grundlagen lernte. Weil sie in großer Zahl gebaut wurde und nach dem Krieg als Sprüh- und Sportflugzeug weiterlebte, ist sie heute einer der häufigsten fliegenden Oldtimer. Für Spotter ist sie leicht zu erkennen – runder Sternmotor, gerade Flügel, freitragendes Fahrwerk – und in Europa vor allem auf Airshows, Oldtimer-Treffen und bei fliegenden Sammlungen zu sehen.
Kurzfazit
Großer Doppeldecker, runder Sternmotor, gerade Flügel, zwei offene Cockpits und meist gelbe Flügel: Das ist die Stearman. In Europa stehen deine Chancen am besten in Altenrhein, am Hangar-7, bei britischen Wingwalking-Shows und auf Oldtimer-Treffen.
Zusammenfassung
- Die Stearman entstand aus dem Model 70 von 1934; Stearman Aircraft in Wichita wurde im selben Jahr zur Boeing-Tochter.
- Als PT-13, PT-17 und N2S war sie der wichtigste Anfängertrainer der US-Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg.
- Nach dem Krieg landeten Tausende Maschinen in ziviler Hand und flogen als Sprühflugzeug, Sportgerät und Airshow-Doppeldecker.
- Für Spotter ist sie ein häufiger und dankbarer Oldtimer: laut, farbenfroh und auf Fliegertreffen in Europa regelmäßig zu sehen.
Häufige Fragen
Heißt das Flugzeug Boeing oder Stearman?
Beides ist richtig. Konstruiert wurde der Typ von Stearman Aircraft in Wichita, das 1934 zur Boeing-Tochter wurde. Gebaut wurde er daher unter dem Namen Boeing-Stearman, offiziell als Boeing Model 75. Im Alltag sagen Piloten und Spotter meist einfach „Stearman“.
Welchen ICAO-Typcode hat die Stearman?
Die Stearman läuft im ICAO-Verzeichnis der Typcodes unter ST75. Der Code gilt für die verschiedenen Militärversionen gemeinsam. Viele Stearmans sind ohne Flugplan und teils ohne Mode-S-Transponder unterwegs und tauchen dann in Tracking-Diensten gar nicht auf.
Was ist der Unterschied zwischen PT-13, PT-17 und N2S?
Im Kern ist es dasselbe Flugzeug. Die PT-13 der Army hatte einen Lycoming-R-680-Sternmotor, die PT-17 einen Continental R-670 und die seltene PT-18 einen Jacobs-Motor. N2S war die Bezeichnung der US Navy, wobei die Unterversionen ebenfalls je nach Motor wechselten. Die PT-17 war mit fast 3.000 Exemplaren die häufigste Army-Version.
Woher kommt der Name Kaydet?
Der Name erinnert an das englische „Cadet“, also den Flugschüler. Ursprünglich wird er mit den an die kanadische Luftwaffe gelieferten Maschinen in Verbindung gebracht, hat sich später aber für den ganzen Typ eingebürgert. Im Alltag ist „Stearman“ allerdings deutlich gebräuchlicher.
Was ist eine Super Stearman?
So heißen umgebaute Stearmans mit deutlich stärkerem Sternmotor, oft mit Motorverkleidung und zusätzlichen Querrudern am Oberflügel für schnellere Rollbewegungen. Die britischen Wingwalker von AeroSuperBatics fliegen zum Beispiel Super Stearmans mit 450 PS statt der serienmäßigen rund 220 PS.
Wie unterscheide ich Stearman und Tiger Moth?
Am schnellsten über den Motor: Die Stearman hat einen runden Sternmotor, die Tiger Moth einen schmalen, hängenden Reihenmotor. Dazu ist die Stearman größer und schwerer, und ihr Oberflügel ist gerade statt gepfeilt.
Kann man in einer Stearman mitfliegen?
In mehreren europäischen Ländern bieten Vereine, Sammlungen und gewerbliche Betreiber Rundflüge in Doppeldeckern an, teils auch in der Stearman. Angebote, Bedingungen und Preise ändern sich; informier dich direkt beim Anbieter. Allgemeine Tipps findest du im Beitrag Rundflug verschenken.
Boeing-Stearman Model 75 Kaydet sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Fast jeder 737-Rumpf der letzten Jahrzehnte kam aus Wichita: Spirit AeroSystems war der größte unabhängige Hersteller von Flugzeugstrukturen, baute für Boeing und Airbus – und wurde im Dezember 2025 zwischen beiden aufgeteilt.
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Wo du die Boeing-Stearman Model 75 Kaydet siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Fliegermuseum Altenrhein am Flugplatz St. Gallen-Altenrhein
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