Flugplatzfeste in Deutschland: kleine Airshows an Verkehrslandeplätzen

Flugplatzfeste sind die kleinen, nahbaren Airshows des Spotter-Kalenders. Was dich dort erwartet, wie du Termine findest, welche Regeln für die Vorführungen gelten und wie du mit Propeller, Gegenlicht und Gedränge umgehst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Nah dran statt Absperrband in 300 Metern: Bei Flugplatzfesten stehen Oldtimer, Segelflugzeuge und Kunstflugmaschinen oft nur wenige Schritte vom Publikumsbereich entfernt – ideal für Detailfotos.
  • Nicht jedes Fest findet an einem Verkehrslandeplatz statt: Auch Sonderlandeplätze und Segelfluggelände laden zu Flugtagen ein. Der Unterschied zeigt sich vor allem im Alltagsbetrieb, nicht am Festwochenende.
  • Vorführungen brauchen eine Genehmigung: Öffentliche Schauvorstellungen mit Luftfahrzeugen sind nach § 24 Luftverkehrsgesetz genehmigungspflichtig. Seit Ramstein 1988 gelten strenge Abstands- und Höhenregeln zum Publikum.
  • Termine stehen selten in großen Kalendern: Die meisten Feste veranstalten Luftsportvereine. Vereinswebsites, Regionalzeitungen und Spottergruppen sind die besten Quellen.
  • Der Freitag und der frühe Morgen gehören den Spottern: Viele Gastmaschinen reisen vor dem Fest an. Wer früh kommt, erwischt Anflüge und ein noch leeres Vorfeld.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Flugplatzfest: die kurze Antwort
  2. 2.Verkehrslandeplatz, Sonderlandeplatz, Segelfluggelände: wo die Feste stattfinden
  3. 3.Was dich auf einem Flugplatzfest erwartet
  4. 4.Regeln für Vorführungen: warum es so sicher und manchmal so weit weg ist
  5. 5.So findest du Flugplatzfeste
  6. 6.Der Festtag aus Spottersicht
  7. 7.Fototipps für Propeller, Oldtimer und Kunstflug
  8. 8.Flugplatzfest oder große Airshow?
  9. 9.Worauf du achten solltest
  10. 10.Fazit

Kein Shuttlebus vom Parkplatz P7, keine Sicherheitskontrolle, kein Zaun in 300 Metern Entfernung: Wer zum ersten Mal ein Flugplatzfest besucht, ist oft überrascht, wie nah man an die Flugzeuge herankommt. Eine Bücker steht neben der Bratwurstbude, der Pilot der Kunstflugmaschine erklärt dir die Rauchanlage, und der Doppeldecker rollt direkt vor dir zum Start. Flugplatzfeste sind die kleinen, nahbaren Airshows im deutschen Luftfahrtkalender. Dieser Guide zeigt dir, was dich dort erwartet, wie du die Termine findest, welche Regeln für die Vorführungen gelten und wie du aus einem Festtag mit Propellerflugzeugen das Beste herausholst.

Jeden Flieger vom Fest festhalten

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Flugplatzfest: die kurze Antwort

Ein Flugplatzfest ist eine öffentliche Veranstaltung an einem kleinen Flugplatz, die meist der örtliche Luftsportverein organisiert. Das Programm kombiniert ausgestellte Flugzeuge am Boden (Static Display), Vorführungen in der Luft (Flying Display), Rundflüge, Schnupperangebote im Segelflug und einen Festbetrieb für Familien. Manche Feste sind gemütliche Vereinsnachmittage mit einer Handvoll Maschinen, andere wachsen zu Fliegertreffen mit vielen Gastflugzeugen aus dem In- und Ausland.

Für Spotter sind diese Veranstaltungen aus drei Gründen interessant: Du kommst sehr nah an die Flugzeuge, du siehst Typen, die an Verkehrsflughäfen praktisch nie auftauchen, und du kannst mit Piloten und Vereinsmitgliedern direkt ins Gespräch kommen. Die großen Shows wie die ILA Berlin oder die Events in unserem Überblick Airshows in Europa bieten mehr Spektakel – Flugplatzfeste bieten mehr Nähe.

§ 24Luftverkehrsgesetz: Schauvorstellungen mit Luftfahrzeugen sind genehmigungspflichtig
2Arten von Landeplätzen: Verkehrslandeplatz und Sonderlandeplatz
1988Ramstein-Unglück, seitdem strenge Regeln für Vorführungen

Verkehrslandeplatz, Sonderlandeplatz, Segelfluggelände: wo die Feste stattfinden

Der Titel dieses Artikels spricht von Verkehrslandeplätzen, und tatsächlich finden viele Flugplatzfeste dort statt. Ganz so eindeutig ist es aber nicht. Das deutsche Luftrecht unterscheidet in der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO) drei Arten von Flugplätzen: Flughäfen, Landeplätze und Segelfluggelände.

  • Landeplätze sind nach § 49 LuftVZO Flugplätze, die wegen Art und Umfang ihres Flugbetriebs keinen Bauschutzbereich nach § 12 Luftverkehrsgesetz brauchen und nicht nur dem Segelflug dienen. Sie werden in zwei Gruppen eingeteilt.
  • Verkehrslandeplätze (Landeplätze des allgemeinen Verkehrs) müssen zu ihren veröffentlichten Betriebszeiten für die Allgemeine Luftfahrt offenstehen. Jeder Pilot mit passendem Flugzeug darf dort landen, sofern die Platzbedingungen es zulassen.
  • Sonderlandeplätze (Landeplätze für besondere Zwecke) dienen einem bestimmten Nutzerkreis, etwa einem Verein oder Werksverkehr. Für Gastflugzeuge braucht es dort meist eine vorherige Erlaubnis.
  • Segelfluggelände sind für Segelflugzeuge und meist auch Motorsegler und Schleppmaschinen gedacht.

Für dich als Besucher spielt diese Einteilung am Festwochenende kaum eine Rolle: Ein Fest kann auf allen drei Platzarten stattfinden. Das bekannte Oldtimer-Fliegertreffen auf der Hahnweide bei Kirchheim unter Teck etwa läuft auf einem Sonderlandeplatz. Für den Spotteralltag ist der Unterschied dagegen wichtig: An einem Verkehrslandeplatz ist an gewöhnlichen Wochenenden mit regelmäßigem Gastverkehr zu rechnen, an einem Sonderlandeplatz eher mit Vereinsbetrieb. Wie du kleine Plätze überhaupt findest, erklärt der Guide Kleine Flugplätze auf Karten finden, und wie du ihre Pisten und Rollwege liest, steht unter AIP-Flugplatzkarten lesen.

Platzart Wer darf landen? Typischer Alltagsbetrieb Was das fürs Spotten heißt
Verkehrslandeplatz Allgemeine Luftfahrt zu veröffentlichten Zeiten Schulflüge, Gastmaschinen, teils Geschäftsreiseflugzeuge regelmäßig Abwechslung, auch außerhalb von Festen
Sonderlandeplatz festgelegter Nutzerkreis, Gäste meist nur mit Erlaubnis Vereins- oder Werksflugbetrieb ruhig, Feste sind oft die beste Gelegenheit
Segelfluggelände Segelflug, Schlepp, oft Motorsegler Windenstarts und Flugzeugschlepp an Wochenenden ideal für Segelflug-Motive, Feste mit Vereinscharakter

Was dich auf einem Flugplatzfest erwartet

Kein Fest gleicht dem anderen, aber einige Bausteine tauchen fast immer auf. Die klassische Unterscheidung kennst du von großen Airshows: Static Display am Boden und Flying Display in der Luft.

Static Display

Am Boden stehen die Flugzeuge des Vereins und der Gäste. Bei kleinen Festen sind das vor allem Schul- und Reiseflugzeuge wie die Cessna 172 oder die Robin DR400, dazu Segelflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge und manchmal Hubschrauber von Rettungs- oder Polizeidiensten. Bei Festen mit Oldtimerschwerpunkt kommen Klassiker wie die Bücker Bü 131 Jungmann, die Piper PA-18 Super Cub, die Dornier Do 27 oder der große Doppeldecker Antonov An-2 dazu. Wenn du bei den kleinen Mustern noch unsicher bist, helfen dir die Guides Kleinflugzeuge erkennen und Oldtimer am Himmel erkennen.

Flying Display

In der Luft wechseln sich meist Vorbeiflüge, Formationsflüge von Vereinsmaschinen, Segelflugvorführungen mit Windenstart oder Flugzeugschlepp und Kunstflug ab. Kunstflugmaschinen wie die Extra EA-300 zeigen oft das spektakulärste Programm des Tages. Ergänzt wird das manchmal durch Modellflug, Fallschirmspringer oder Ultraleicht-Vorführungen. Ein Platzsprecher kommentiert das Geschehen und nennt häufig Typ, Baujahr und Besonderheiten der Maschinen – praktisch für deine Notizen.

Rundflüge und Mitmachangebote

Viele Vereine nutzen das Fest, um Rundflüge oder Schnupperflüge im Segelflugzeug anzubieten und Nachwuchs zu gewinnen. Wenn dich das Fliegen selbst reizt, sind die Infostände der beste Ort, um nach Ausbildungswegen wie dem Segelflugschein oder dem Ultraleichtschein zu fragen. Und wer ein Geschenk sucht, findet Ideen unter Rundflug verschenken.

Fliegertreffen und Fly-ins

Bei manchen Veranstaltungen steht nicht die Show im Vordergrund, sondern das Treffen: Piloten fliegen mit ihren eigenen Maschinen an, zeigen sie am Boden und reisen wieder ab. Für Spotter sind diese Fly-ins besonders ergiebig, weil du viele An- und Abflüge mit wechselnden Kennzeichen erlebst.

Regeln für Vorführungen: warum es so sicher und manchmal so weit weg ist

Flugtage sind in Deutschland keine Privatsache. Nach § 24 Luftverkehrsgesetz brauchen öffentliche Wettbewerbe und Schauvorstellungen, an denen Luftfahrzeuge beteiligt sind, eine Genehmigung der zuständigen Behörde. Diese kann Auflagen machen und die Genehmigung befristen. Sie muss sie versagen, wenn Tatsachen darauf hindeuten, dass die öffentliche Sicherheit oder Ordnung gefährdet sein kann.

Die heutigen Regeln sind eng mit dem Flugtagunglück von Ramstein 1988 verbunden. Nach der Katastrophe wurde Kunstflug bei Flugvorführungen in Deutschland zunächst untersagt und erst Jahre später unter Bedingungen wieder zugelassen: Mindesthöhen und Mindestabstände zum Publikum, keine Manöver über den Zuschauern oder auf sie zu, und alle Vorführungen werden vorab genehmigt. Für dich heißt das:

  • Die Vorführlinie verläuft in einem festen Abstand parallel zum Publikumsbereich. Kunstfiguren siehst du seitlich, nicht über deinem Kopf.
  • Absperrungen haben einen Grund. Auch wenn das Fest familiär wirkt, gelten auf dem Vorfeld klare Zonen.
  • Militärische Jet-Kunstflugstaffeln gehören nicht zum Programm kleiner Flugplatzfeste. Wer sie sehen möchte, plant den Besuch einer großen Airshow ein, etwa der ILA oder einer der großen Shows im europäischen Ausland; einen Überblick gibt der Artikel Kunstflugstaffeln Europas.

Keine Drohne mitbringen

Über Menschenansammlungen und im Umfeld eines aktiven Flugplatzes ist der Drohnenbetrieb stark eingeschränkt – während eines Flugtages ist er zudem ein echtes Risiko für die vorführenden Piloten. Lass die Drohne zuhause. Hintergründe stehen unter Drohne über Wohngebieten und Menschenansammlungen.

So findest du Flugplatzfeste

Die meisten Feste organisieren ehrenamtliche Vereine, und entsprechend verstreut sind die Termine. Einen zentralen, vollständigen Kalender für alle Flugplatzfeste in Deutschland gibt es nach unserer Kenntnis nicht. Mit einer Kombination aus Quellen bekommst du trotzdem einen guten Überblick.

1. Plätze in deiner Region sammeln

Prüfe auf einer Luftfahrtkarte oder einem Flugplatzverzeichnis, welche Verkehrslandeplätze, Sonderlandeplätze und Segelfluggelände in deiner Umgebung liegen.

2. Vereinswebsites durchsehen

Fast jeder Platz hat einen Betreiber- oder Vereinsauftritt. Feste werden dort meist Monate vorher angekündigt, oft mit Programm und Teilnehmerliste.

3. Regionale Quellen nutzen

Regionalzeitungen, Veranstaltungskalender von Städten und Landkreisen sowie Aushänge im Ort kündigen Flugtage zuverlässig an.

4. Spotter-Community fragen

In Spottergruppen und Foren tauschen sich Leute aus, die die Plätze kennen – inklusive Tipps, wann die Gastmaschinen anreisen.

5. Termin kurz vorher prüfen

Wetter, Genehmigungen oder Personalmangel können ein Fest verschieben oder das Flugprogramm verkürzen. Schau am Vortag noch einmal auf die Veranstalterseite.

Die Saison läuft im Wesentlichen von Frühjahr bis Herbst, mit Schwerpunkt in den Sommermonaten. Viele Vereine feiern Jubiläen mit einem Fest, manche Treffen finden nur alle zwei Jahre statt. Neben den Vereinsfesten lohnen sich auch Tage der offenen Tür an Flughäfen und Werften und die Tage der Bundeswehr und offenen Tage der Luftwaffe, die eine ganz andere Flugzeugauswahl bieten.

Gastmaschine im Anflug? Du erfährst es.

Lege in Planetrack Sichtungs-Alarme für Kennzeichen und Flugzeugtypen an und werde benachrichtigt, wenn ein beobachteter Flieger zur Landung ansetzt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Der Festtag aus Spottersicht

Ein Flugplatzfest hat einen eigenen Rhythmus, und wer ihn kennt, kommt mit deutlich mehr Bildern nach Hause.

Zeitfenster Was passiert Was du daraus machst
Vortag und früher Morgen Gastmaschinen reisen an, Vorfeld noch leer Anflüge und Landungen, saubere Bilder ohne Publikum
Vormittag Static Display füllt sich, erste Rundflüge Details, Cockpits, Gespräche mit Piloten
Mittag und Nachmittag Hauptprogramm mit Vorführungen Kunstflug, Formationen, Segelflug in der Luft
Später Nachmittag und Abend Abreise der Gäste, Publikum lichtet sich Starts mit weichem Licht, letzte Rollbilder

Gerade die Randzeiten sind für Spotter oft wertvoller als das Hauptprogramm. Ein Oldtimer, der morgens im ruhigen Licht landet, ergibt meist das schönere Bild als derselbe Flieger mittags im Gegenlicht über dem vollen Platz. Wenn du dich für die kleinen Flieger auch außerhalb von Festen interessierst, findest du im Guide General Aviation spotten und im Artikel Spotting an kleinen Regionalflughäfen passende Ideen.

Komm früh, wenn …

  • du Anflüge und Landungen der Gastmaschinen willst
  • du das Static Display ohne Menschen davor fotografieren möchtest
  • du einen Platz in der ersten Reihe an der Absperrung brauchst

Komm zum Hauptprogramm, wenn …

  • dich vor allem Kunstflug und Vorführungen interessieren
  • du mit Familie unterwegs bist und das Festprogramm mitnehmen willst

Geh nicht zu früh, wenn …

  • du die Abflüge am späten Nachmittag mitnehmen willst
  • das Abendlicht an deinem Platz von der richtigen Seite kommt

Fototipps für Propeller, Oldtimer und Kunstflug

Flugplatzfeste stellen andere Anforderungen als ein Tag am Zaun eines Großflughafens. Die Distanzen sind kürzer, die Flugzeuge kleiner, und fast alles hat einen Propeller.

  • Propeller nicht einfrieren: Mit sehr kurzen Verschlusszeiten steht der Propeller still, und das Flugzeug wirkt wie abgestellt. Mit längeren Zeiten bekommst du die gewünschte Propellerscheibe. Wie du die passende Zeit findest, zeigt der Guide Propeller fotografieren.
  • Mitziehen üben: Längere Verschlusszeiten verlangen sauberes Mitziehen. Nutze die ersten Vorbeiflüge als Probe und kontrolliere die Schärfe in der Vergrößerung.
  • Brennweite anpassen: Für das Static Display genügt oft ein Standardzoom. Für Vorführungen und Landungen ist ein Telezoom bis 300 oder 400 Millimeter meist ausreichend – mehr brauchst du an kleinen Plätzen selten.
  • Sonnenstand prüfen: Die Vorführlinie liegt fest, dein Standort im Publikumsbereich nur begrenzt. Prüfe vorab, ob du zur Hauptprogrammzeit die Sonne im Rücken hast, und such dir gegebenenfalls einen Platz weiter am Rand der Zuschauerzone.
  • Hintergrund beachten: Vor Festzelten, Absperrgittern und parkenden Autos verlieren auch schöne Oldtimer. Ein etwas tieferer Standpunkt oder ein Schritt zur Seite stellt das Flugzeug vor Himmel oder Wiese.
  • Details sammeln: Nasenkunst, Motorhauben, Instrumente, Kennzeichen am Seitenleitwerk – bei Festen kommst du an Ausschnitte heran, die du sonst nie fotografieren kannst. Frag vor einem Blick ins Cockpit immer den Besitzer.

Weitere Tipps zu Belichtung und Autofokus bei Vorführungen findest du im Artikel Airshows fotografieren. Was in die Tasche gehört, listet die Checkliste für den Airshow-Tag auf.

Flugplatzfest oder große Airshow?

Beide Veranstaltungsformen haben ihren Reiz. Die Entscheidung hängt davon ab, was du sehen willst und wie viel Aufwand du betreiben möchtest.

Kriterium Flugplatzfest Große Airshow oder Messe
Nähe zu den Flugzeugen oft sehr nah, teils mit Gesprächen am Flugzeug meist größere Abstände und strengere Zonen
Flugzeugtypen GA, Segelflug, Oldtimer, Kunstflug zusätzlich Militär, Airliner, Neuheiten der Hersteller
Andrang überschaubar oft sehr groß, lange Anreise und Wartezeiten
Kosten meist niedriger Eintritt oder frei in der Regel deutlich höhere Ticketpreise
Planbarkeit Programm kurzfristig, wetterabhängig festes Programm, frühe Ankündigung

Wer beides kombinieren möchte, besucht zum Beispiel die Fachmesse AERO Friedrichshafen für die Neuheiten der Allgemeinen Luftfahrt und im Sommer ein paar Vereinsfeste in der Nähe. Segelflug-Fans verbinden ein Fest gern mit einem Besuch im Deutschen Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe.

Worauf du achten solltest

  • Respekt vor dem Ehrenamt: Die meisten Helfer arbeiten freiwillig. Folge ihren Anweisungen, auch wenn ein Bereich gerade gesperrt wird.
  • Absperrungen gelten auch für dich: Ein gutes Foto ist kein Grund, über Flatterband zu steigen. Rollende Propellerflugzeuge sind gefährlich, und die Piloten sehen nach vorn oft wenig.
  • Fremdes Eigentum: Fass ausgestellte Flugzeuge nicht an und klettere nicht auf Tragflächen. Viele Oldtimer sind empfindlich und werden mit viel Aufwand erhalten.
  • Gehörschutz für Kinder: Kunstflugmaschinen und Sternmotoren sind laut. Für kleine Kinder lohnt sich ein Kapselgehörschutz.
  • Wetter einplanen: Bei Wind, Regen oder tiefen Wolken wird das Flugprogramm gekürzt oder gestrichen. Das Static Display lohnt sich trotzdem oft.
  • Anreise klären: Kleine Plätze liegen meist außerhalb, Parkflächen sind begrenzt. Prüfe, ob der Veranstalter Shuttle oder Ausweichparkplätze anbietet.

Bist du bereit für das Flugplatzfest?

Hak ab, was du vor der Abfahrt geklärt hast – am Ende siehst du, ob du gut vorbereitet bist.

  • Ich habe Termin und Programm am Vortag noch einmal geprüft.
  • Ich weiß, wann die Gastmaschinen voraussichtlich anreisen.
  • Ich kenne die Lichtrichtung zur Zeit des Hauptprogramms.
  • Ich habe meine Verschlusszeit für Propellerflugzeuge getestet.
  • Akkus sind geladen und eine Ersatzspeicherkarte ist eingepackt.
  • Ich habe Sonnenschutz, Wasser und für Kinder Gehörschutz dabei.

Vom Fest in die Community

Teile deine besten Festbilder in Planetrack, sammle Likes und Kommentare, tausch dich im Chat mit anderen Spottern aus und finde auf der Spot-Karte Flugplätze mit Anreise und Lichtinfos. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Flugplatzfeste sind der Gegenentwurf zur großen Airshow: kleiner, ruhiger und viel näher dran. Ob an einem Verkehrslandeplatz, einem Sonderlandeplatz oder einem Segelfluggelände – du erlebst Oldtimer, Kunstflug und Segelflug aus wenigen Metern, kommst mit Piloten ins Gespräch und siehst Typen, die am Verkehrsflughafen nie auftauchen. Die Vorführungen laufen nach strengen, seit Ramstein deutlich verschärften Regeln, die Termine findest du vor allem über Vereine und regionale Quellen. Wer früh kommt, spät geht und die Verschlusszeit an den Propeller anpasst, hat am Ende des Tages die besten Bilder.

Kurzfazit

Flugplatzfeste bieten Nähe statt Spektakel. Such dir die Termine bei den Vereinen in deiner Region, komm für Anflüge und leeres Vorfeld früh, plane Licht und Verschlusszeit für Propellerflugzeuge und respektiere Absperrungen und Ehrenamt – dann wird das kleine Fest schnell zum Highlight deiner Saison.

Zusammenfassung

  • Flugplatzfeste sind meist von Vereinen organisierte Veranstaltungen an kleinen Plätzen mit Static Display, Vorführungen, Rundflügen und Familienprogramm.
  • Rechtlich ist ein Landeplatz ein Flugplatz ohne großen Bauschutzbereich; Verkehrslandeplätze stehen zu veröffentlichten Zeiten der Allgemeinen Luftfahrt offen, Sonderlandeplätze nur für bestimmte Zwecke.
  • Vorführungen im Rahmen eines Festes sind genehmigungspflichtig und laufen mit Mindestabständen, Mindesthöhen und ohne Manöver über dem Publikum.
  • Für gute Bilder zählen bei Propellerflugzeugen längere Verschlusszeiten, ein Standort mit Sonne im Rücken und die ruhigen Stunden vor und nach dem Hauptprogramm.

Häufige Fragen

Was ist ein Flugplatzfest?

Ein Flugplatzfest ist eine öffentliche Veranstaltung an einem kleinen Flugplatz, meist organisiert vom örtlichen Luftsportverein. Typisch sind ausgestellte Flugzeuge am Boden, Vorführungen in der Luft, Rundflüge, Segelflug-Schnupperangebote und ein Festbetrieb mit Essen und Programm für Familien. Größe und Programm reichen vom gemütlichen Vereinsfest bis zum Fliegertreffen mit vielen Gastmaschinen.

Was ist der Unterschied zwischen Verkehrslandeplatz und Sonderlandeplatz?

Beide sind Landeplätze im Sinne der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung, also Flugplätze, die keinen großen Bauschutzbereich wie ein Flughafen benötigen. Ein Verkehrslandeplatz (Landeplatz des allgemeinen Verkehrs) muss zu seinen veröffentlichten Betriebszeiten für die Allgemeine Luftfahrt zur Verfügung stehen. Ein Sonderlandeplatz dient besonderen Zwecken, zum Beispiel einem Verein oder einem Unternehmen, und ist nicht allgemein offen.

Wie finde ich Flugplatzfeste in meiner Nähe?

Am zuverlässigsten über die Websites der Luftsportvereine an den Plätzen in deiner Region, über Regionalzeitungen und Veranstaltungskalender von Städten und Landkreisen sowie über Spotter- und Fliegergruppen in sozialen Netzwerken. Welche Plätze es in deiner Umgebung überhaupt gibt, findest du auf Luftfahrtkarten und Flugplatzverzeichnissen.

Brauchen Flugtage eine Genehmigung?

Ja. Öffentliche Wettbewerbe und Schauvorstellungen, an denen Luftfahrzeuge beteiligt sind, bedürfen nach § 24 des Luftverkehrsgesetzes einer Genehmigung. Die Behörde kann Auflagen machen und muss die Genehmigung versagen, wenn die öffentliche Sicherheit oder Ordnung gefährdet sein kann.

Gibt es bei Flugplatzfesten Kunstflug?

Häufig ja, aber unter klaren Bedingungen: Seit dem Unglück von Ramstein 1988 gelten in Deutschland Mindesthöhen und Mindestabstände zum Publikum, Manöver über oder auf die Zuschauer zu sind verboten, und das Programm wird vorab genehmigt. Militärische Jet-Kunstflugstaffeln siehst du bei kleinen Flugplatzfesten nicht.

Welche Brennweite brauche ich auf einem Flugplatzfest?

Für das Static Display reicht oft ein Standardzoom oder sogar ein Weitwinkel, weil du nah an die Flugzeuge kommst. Für Vorführungen und Landungen ist ein Telezoom im Bereich bis 300 oder 400 Millimeter sinnvoll. Wegen der Nähe zur Bahn musst du an kleinen Plätzen meist weniger Brennweite mitbringen als an großen Flughäfen.

Darf ich auf einem Flugplatzfest eine Drohne fliegen lassen?

In aller Regel nicht, und davon solltest du auch absehen. Über Menschenansammlungen und im Umfeld eines aktiven Flugplatzes ist der Drohnenbetrieb stark eingeschränkt, und während eines Festes mit Flugbetrieb ist er ein echtes Sicherheitsrisiko. Die Veranstalter untersagen Drohnen in aller Regel ohnehin.

PT

Planetrack Redaktion

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