Boeing 314 Clipper

Vier Sternmotoren, drei Seitenleitwerke und ein Rumpf wie ein Schiff: Der Boeing 314 Clipper brachte 1939 den ersten planmäßigen Passagierverkehr über den Atlantik. Hier liest du seine Geschichte und wo du ihm heute noch begegnest.

Auch bekannt als: Clipper · Boeing 314A · C-98 (US Army) · B-314 (US Navy) · Yankee Clipper · Dixie Clipper · Pacific Clipper

USABoeingHistorische Flugzeuge11 Min. Lesezeit

1938

Erstflug

12

Gebaute Exemplare

46,3 m

Spannweite

4

Sternmotoren

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Boeing 314 war eines der größten Flugzeuge seiner Zeit und brachte 1939 den planmäßigen Passagierverkehr über den Atlantik.
  • Nur zwölf Exemplare entstanden, neun davon flogen für Pan Am, drei für die britische BOAC.
  • Foynes in Irland war der europäische Endpunkt der Nordatlantikroute – dort steht heute der einzige begehbare 1:1-Nachbau.
  • Im Zweiten Weltkrieg flogen die Clipper als C-98 und B-314 für das US-Militär, unter anderem mit Roosevelt und Churchill an Bord.
  • Kein Original ist erhalten: Bis 1951 waren alle Maschinen verschrottet, versenkt oder verunglückt.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was war der Boeing 314?
  2. 2.Technik: Flugboot mit Speisesalon
  3. 3.Das Problem mit dem Leitwerk
  4. 4.Pazifik und Atlantik: die Clipper-Routen
  5. 5.Foynes: Irlands Tor zur Neuen Welt
  6. 6.Im Krieg: C-98, B-314 und berühmte Passagiere
  7. 7.Das Ende der Flugboot-Ära
  8. 8.So erkennst du den 314 auf Fotos und Modellen
  9. 9.Deine Clipper-Tour: Foynes und Shannon
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing Airplane Company, Seattle
BauartViermotoriges Verkehrsflugboot mit Bootsrumpf, Schulterdecker mit seitlichen Stützflossen
Erstflug7. Juni 1938 (Pilot: Edmund T. Allen)
ErstkundePan American Airways
Gebaute Exemplare12 (6 × Boeing 314, 6 × Boeing 314A)
Statushistorisch – kein Original erhalten, nur ein 1:1-Nachbau im Museum in Foynes (Irland)
Triebwerke4 × Wright Twin Cyclone (R-2600), 14-Zylinder-Doppelsternmotoren; bei der 314A je rund 1.600 hp
Längeca. 32,3 m (106 ft)
Spannweiteca. 46,3 m (152 ft)
Höheca. 6,2 m
Max. Startmasserund 38 t (314A)
Reisegeschwindigkeitrund 300 km/h (188 mph)
Reichweiterund 5.900 km (normale Beladung, 314A)
Passagiereje nach Quelle rund 68 bis 74 Sitzplätze am Tag, nachts 36 bis 40 Schlafplätze
Besatzung10 bis 16

Erkennungsmerkmale

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  • Drei Seitenleitwerke am Heck: ein Mittelleitwerk und zwei Endscheiben an den Enden des Höhenleitwerks
  • Seitliche Stützflossen am Rumpf auf Höhe der Wasserlinie statt Schwimmern unter den Flügeln
  • Tiefer, bootsförmiger Rumpf mit Stufe im Boden und hohem Bug; der Flügel sitzt oben auf dem Rumpf
  • Vier große Sternmotoren, die in die Vorderkante des Flügels integriert sind, mit Dreiblattpropellern
  • Cockpitfenster hoch oben am Bug, darunter zwei Reihen Rumpffenster: Das Flugboot hat ein Ober- und ein Unterdeck
  • Sehr große, dicke Tragfläche – sie stammt vom Bomber-Prototyp XB-15

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Flugzeug, das auf dem Wasser landet, an einem Steg festmacht und seine Passagiere in einen Speisesalon mit weiß gedeckten Tischen bittet: Was heute nach Kreuzfahrtschiff klingt, war 1939 der Alltag an Bord des Boeing 314 Clipper. Das riesige Flugboot von Pan Am eröffnete den planmäßigen Passagierverkehr über den Atlantik, verband San Francisco mit Asien und flog im Zweiten Weltkrieg Staatschefs über die Ozeane. Hier erfährst du, wie der 314 entstand, woran du ihn auf alten Fotos erkennst und wo du ihm als Spotter heute noch begegnest.

Der Clipper für deinen Hangar

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Was war der Boeing 314?

Der Boeing 314 war ein viermotoriges Verkehrsflugboot für Langstrecken über die Ozeane. Er hatte kein Fahrwerk für Landpisten wie heutige Jets, sondern einen Bootsrumpf, mit dem er auf Buchten, Flussmündungen und Häfen startete und landete. In den 1930er-Jahren war das der übliche Weg, Ozeane zu überqueren: Lange befestigte Pisten gab es an vielen Küsten noch nicht, Wasserflächen dagegen überall.

Den Anstoß gab Pan American Airways. Die Airline suchte 1936 ein Flugboot, das deutlich weiter und mit mehr Passagieren fliegen konnte als ihre bisherigen Muster. Boeing lehnte zunächst ab, dann schlug der Ingenieur Wellwood Beall eine Lösung vor, die Zeit und Geld sparte: Der neue Entwurf übernahm die Tragfläche des Bomber-Prototyps XB-15, die bereits fertig konstruiert und im Windkanal getestet war. Am 21. Juli 1936 unterschrieb Pan Am einen Vertrag über sechs Maschinen mit Option auf sechs weitere, Gesamtwert rund 4,8 Millionen US-Dollar.

Einen eigenen Prototyp gab es nicht. Die erste Serienmaschine hob am 7. Juni 1938 mit Testpilot Edmund T. Allen in Seattle ab. Im Januar 1939 erhielt der Typ die Zulassung für den kommerziellen Betrieb. Den Hersteller und seine weitere Geschichte stellt die Seite zu Boeing vor.

1938Erstflug am 7. Juni in Seattle
12gebaute Exemplare, davon 9 für Pan Am und 3 für BOAC
46,3 mSpannweite – mehr als bei vielen heutigen Mittelstreckenjets

Technik: Flugboot mit Speisesalon

Der 314 war für seine Zeit gewaltig. Mit rund 46 Metern Spannweite und gut 32 Metern Länge spielte er in einer eigenen Liga, vergleichbar nur mit wenigen anderen Großflugbooten. Vier Doppelsternmotoren vom Typ Wright Twin Cyclone mit je 14 Zylindern trieben ihn an; bei der verbesserten 314A leisteten sie je rund 1.600 hp. Die Reisegeschwindigkeit lag bei etwa 300 km/h, die Reichweite mit normaler Beladung bei knapp 6.000 Kilometern.

Ein Detail, das du auch von der Dornier Do X und der Dornier Do 24 kennst: Statt kleiner Schwimmer unter den Flügeln hatte der 314 seitliche Stützflossen am Rumpf. Sie stabilisierten das Flugboot auf dem Wasser, dienten beim Ein- und Aussteigen als Plattform und lieferten im Flug zusätzlichen Auftrieb. In ihrem Inneren saßen außerdem Kraftstofftanks.

Bemerkenswert war auch die Wartung im Flug: Durch Kriechgänge in der dicken Tragfläche erreichten die Bordmechaniker die Motoren während des Flugs. Pan Am zählte zwischen 1939 und 1941 mehrere hundert solcher Reparaturen in der Luft.

Die Kabine war auf Komfort für viele Stunden ausgelegt. Am Tag bot der Clipper je nach Quelle rund 68 bis 74 Passagieren Platz, nachts ließen sich die Sitze in 36 bis 40 Schlafkojen umbauen. Es gab einen Speisesalon, der abends für ein formelles Dinner eingedeckt wurde, getrennte Waschräume und am Heck eine Luxuskabine, die oft als „Hochzeitssuite“ beschrieben wird. Das Cockpit lag auf einem eigenen Oberdeck über dem Passagierdeck; die Besatzung umfasste 10 bis 16 Personen.

Praxis-Tipp für Fotos und Modelle

Auf alten Bildern verraten zwei Fensterreihen übereinander den Clipper: oben die Cockpit- und Navigationsfenster, darunter die Passagierfenster. Dazu kommen die Stützflossen auf Wasserlinienhöhe – zusammen ein sicheres 314-Signal.

Das Problem mit dem Leitwerk

Bei den ersten Testflügen zeigte sich eine Schwäche: Mit nur einem Seitenleitwerk ließ sich das Flugboot um die Hochachse nicht sauber kontrollieren. Boeing ersetzte es zunächst durch zwei Endscheiben am Höhenleitwerk, doch auch das reichte nicht. Erst als das Mittelleitwerk zurückkam, passte das Flugverhalten. So entstand das Dreifach-Leitwerk, das bis heute das wichtigste Erkennungsmerkmal des 314 ist.

Für dich als Betrachter alter Fotos heißt das: Ein Bild mit nur einem Seitenleitwerk zeigt entweder die allererste Testkonfiguration von 1938 – oder einen anderen Typ.

Pazifik und Atlantik: die Clipper-Routen

Ihre ersten Linienstrecken flogen die Clipper über den Pazifik. Im Februar 1939 startete die California Clipper in Alameda bei San Francisco zum Eröffnungsflug nach Hongkong, Ende März begann der regelmäßige Dienst mit Passagieren und Post. Die Route führte über Hawaii, Midway, Wake, Guam, Manila und Macau – lauter Inseln und Häfen mit geschützten Wasserflächen. Wer heute am Westküsten-Drehkreuz unterwegs ist, findet Tipps im Guide Planespotting in San Francisco.

Spektakulärer war der Atlantik. Ende März 1939 flog die Yankee Clipper eine Erprobungsrunde über die Azoren nach Lissabon. Am 20. Mai 1939 startete dann der planmäßige Postdienst auf der Südroute über Horta auf den Azoren und Lissabon nach Marseille. Am 28. Juni 1939 folgte mit der Dixie Clipper der erste planmäßige Passagierflug auf dieser Strecke. Auf der Nordroute ging im Juni 1939 die Post über Neufundland und Foynes in Irland nach Southampton, ab Juli 1939 auch mit Passagieren. Abflugort in den USA war Port Washington auf Long Island bei New York; wie es dort heute am Boden aussieht, zeigt Planespotting in New York.

Route Wichtige Stationen Start des Liniendienstes
Pazifik San Francisco (Alameda), Hawaii, Midway, Wake, Guam, Manila, Macau, Hongkong Post und Passagiere ab Ende März 1939
Atlantik Süd New York (Port Washington), Azoren (Horta), Lissabon, Marseille Post ab 20. Mai 1939, Passagiere ab 28. Juni 1939
Atlantik Nord New York, Shediac, Botwood (Neufundland), Foynes, Southampton Post ab Juni 1939, Passagiere ab Juli 1939

Mit Kriegsbeginn im September 1939 änderte sich das Bild. Frankreich und Großbritannien waren für zivile Flüge nicht mehr erreichbar, die Clipper flogen nun ins neutrale Lissabon und nach Foynes. Lissabon wurde in diesen Jahren zu einem der wichtigsten Tore zwischen Europa und Amerika. Den heutigen Flughafen Lissabon und seine Spots stellt der Lissabon-Guide für Planespotter vor.

Die ganze Geschichte der Airline, von den Flugbooten bis zum Jumbo, erzählt die Seite zu Pan Am und der Magazinbeitrag Pan Am: Aufstieg und Fall einer Weltairline.

Foynes: Irlands Tor zur Neuen Welt

Für Spotter aus Europa ist Foynes der wichtigste Ort der Clipper-Geschichte. Der kleine Hafenort liegt an der Südseite der Shannon-Mündung im County Limerick. Schon 1937 starteten hier die ersten Erprobungsflüge über den Atlantik, ab 1939 machten die Pan-Am-Clipper regelmäßig fest. Während des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich Foynes zu einem der größten zivilen Flughäfen Europas – ohne eine einzige Piste.

Aus dieser Zeit stammt auch eine Legende, die bis heute jede Bar kennt: Im Winter 1943 musste ein Flugboot wegen schlechten Wetters nach Foynes zurückkehren. Koch Joe Sheridan wärmte die durchgefrorenen Passagiere mit Kaffee, Whiskey, Zucker und Sahne auf – der Irish Coffee war geboren, so jedenfalls die lokale Überlieferung.

Das Ende kam mit dem Landflugzeug. Auf der anderen Seite der Mündung entstand der Flughafen Shannon, und Maschinen wie die Douglas DC-4 brauchten keine Wasserfläche mehr. 1946 schloss die Flugbootstation in Foynes. Wie es mit dem Nachfolger weiterging, liest du auf der Seite zum Flughafen Shannon.

Museumsbesuch dokumentieren

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Im Krieg: C-98, B-314 und berühmte Passagiere

Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor übernahm die US-Regierung im Dezember 1941 die Pan-Am-Clipper. Die Airline flog sie mit eigenen Besatzungen weiter, nun aber im Auftrag des Militärs. Die Army führte vier Maschinen als C-98, die Navy fünf unter der Bezeichnung B-314. Sie brachten wichtige Passagiere, Post und Fracht nach Europa, Afrika und in den Pazifik und überquerten auch den Südatlantik.

Drei Flüge sind besonders bekannt:

Pacific Clipper, Dezember 1941

Als der Pazifikkrieg begann, war die Pacific Clipper auf dem Weg nach Neuseeland. Der Rückweg über den Pazifik war versperrt, also flog die Crew nach Westen: über Surabaya, Karachi, Bahrain, Khartum und Léopoldville bis nach New York, wo sie am 6. Januar 1942 landete – nach rund 50.000 Kilometern.

Churchill, Januar 1942

Der britische Premierminister Winston Churchill flog nach einem Besuch in Washington mit dem BOAC-Clipper „Berwick“ über den Atlantik zurück nach Großbritannien.

Roosevelt, Januar 1943

US-Präsident Franklin D. Roosevelt reiste mit der Dixie Clipper zum Großteil der Strecke zur Konferenz von Casablanca und zurück – mit Stopps unter anderem in Trinidad, Brasilien und Gambia.

Ein schwarzer Tag war der 22. Februar 1943: Die Yankee Clipper, die 1939 den ersten Atlantik-Postflug geflogen war, verunglückte bei der Landung auf dem Tejo in Lissabon. Eine Tragfläche berührte in einer Kurve das Wasser; 24 der 39 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Die britischen Clipper der BOAC

Drei 314A gingen 1940/41 an die britische Staatsairline BOAC. Sie trugen die Namen Bristol, Berwick und Bangor und flogen unter anderem Verbindungen nach Westafrika und über den Atlantik. Der Kauf war in Großbritannien politisch umstritten: Ein Staatssekretär hatte den Vertrag ohne Zustimmung der Regierung abgeschlossen, was Churchill missbilligte. BOAC setzte die Clipper bis Anfang 1948 ein.

Das Ende der Flugboot-Ära

Der Krieg hatte die Luftfahrt schneller verändert als jede Werbekampagne. Überall entstanden lange Betonpisten, und viermotorige Landflugzeuge wie die DC-4 und die Lockheed Constellation flogen schneller, wirtschaftlicher und ohne aufwendige Hafenanlagen. Pan Am musterte ihren letzten 314, die American Clipper, im April 1946 aus. Boeing selbst ging mit der Boeing 307 Stratoliner und später der Boeing 377 Stratocruiser den Weg zum Landflugzeug mit Luxuskabine.

Die verbliebenen Clipper landeten bei kleineren Charter-Betreibern. Ihr Schicksal war wenig glamourös:

Maschine Schicksal
Honolulu Clipper November 1945 nach einer Notwasserung östlich von Hawaii und einem missglückten Abschleppversuch versenkt
Yankee Clipper Absturz in Lissabon am 22. Februar 1943
Bermuda Sky Queen (ex Cape Town Clipper) Notwasserung im Nordatlantik im Oktober 1947, alle Menschen gerettet, Wrack danach von der US-Küstenwache versenkt
Anzac Clipper 1951 in Baltimore zerstört – damit war kein 314 mehr übrig
Übrige Maschinen Verschrottet oder als Ersatzteilspender ausgeschlachtet

Kein Original mehr erhalten

Anders als bei DC-3 oder Constellation gibt es vom Boeing 314 kein einziges erhaltenes Original – weder flugfähig noch im Museum. Alles, was du heute siehst, sind Nachbauten, Modelle, Fotos und Filmaufnahmen.

So erkennst du den 314 auf Fotos und Modellen

Da du den Clipper nicht mehr am Himmel triffst, geht es bei der Bestimmung um historische Fotos, Postkarten, Wochenschauen und Museumsmodelle. Drei Schritte reichen.

Heck ansehen

Drei Seitenleitwerke – ein großes in der Mitte, zwei kleinere an den Enden des Höhenleitwerks – sind das stärkste Merkmal des Serien-314.

Rumpfseite prüfen

Kurze, breite Stützflossen auf Höhe der Wasserlinie statt Schwimmern unter den Flügeln. Dazu ein tiefer Bootsrumpf mit zwei Fensterreihen.

Motoren zählen

Vier Sternmotoren, direkt in die Vorderkante eines hoch angesetzten, sehr dicken Flügels eingebaut.

Damit trennst du ihn auch von den Zeitgenossen:

Schnellbestimmung: großes Flugboot der 1930er

Drei Fragen, eine Einschätzung. Bildunterschrift oder Kennzeichen bleiben die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Boeing 314 Clipper

Vier integrierte Sternmotoren und das Dreifach-Leitwerk sind das typische Clipper-Bild. Achte noch auf Pan-Am- oder BOAC-Schriftzüge und den Eigennamen am Bug.

Wahrscheinlich

Dornier Do X

Zwölf Motoren in Tandemgondeln über dem Flügel sind unverwechselbar. Die Do X ist rund ein Jahrzehnt älter als der 314.

Wahrscheinlich

Dornier Do 24

Drei Motoren auf dem Flügel und ein doppeltes Seitenleitwerk sprechen für das Dornier-Flugboot, das vor allem militärisch und im Seenotdienst flog.

Mehr Grundlagen zum Bestimmen alter Flugzeuge findest du im Guide Oldtimer am Himmel erkennen; die Geschichte des deutschen Riesenflugboots erzählt der Beitrag Dornier Do X.

Deine Clipper-Tour: Foynes und Shannon

Der einzige Ort, an dem du einem Boeing 314 in Originalgröße gegenüberstehst, ist das Foynes Flying Boat & Maritime Museum. Es wurde 1989 im früheren Flugboot-Terminal eröffnet und zeigt einen begehbaren 1:1-Nachbau des Clippers. Dazu kommen Ausstellungen zur Flugboot-Ära der 1930er- und 1940er-Jahre, zur Geschichte des Hafens und natürlich zum Irish Coffee. Laut Museumswebsite ist das Haus täglich geöffnet; Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Schließtage prüfst du vor der Anreise am besten direkt beim Museum.

Praktisch für Spotter: Foynes liegt nur eine kurze Autofahrt vom Flughafen Shannon entfernt. Du kannst den Museumsbesuch also mit einem Spotting-Tag am Flughafen verbinden, der als Tankstopp und Transatlantik-Ausweichflughafen eine lange Tradition hat. Wer über Dublin anreist, findet mit The Mound am Flughafen Dublin einen bewährten Spot für den Start der Tour.

Bereit für deine Clipper-Tour?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe Öffnungszeiten und Schließtage des Museums in Foynes geprüft.
  • Ich habe die Anreise ab Shannon oder Limerick geplant.
  • Ich kenne die Betriebsrichtung in Shannon für den Spotting-Teil des Tages.
  • Ich habe ein Weitwinkel dabei – der Nachbau ist innen eng und außen riesig.
  • Ich habe Zeit für einen Irish Coffee eingeplant.

Fototipp im Museum

Der Nachbau steht in einer Halle mit begrenztem Abstand. Ein Weitwinkel oder Ultraweitwinkel hilft, Rumpf und Stützflossen ganz aufs Bild zu bekommen. Im Inneren lohnen Details wie Cockpit, Speisesalon und Schlafkojen – ohne Blitz, wenn das Museum es so verlangt.

Fazit

Der Boeing 314 Clipper steht für eine kurze, glanzvolle Epoche: wenige Jahre, in denen Ozeanflüge auf dem Wasser begannen und endeten, Passagiere im Speisesalon dinierten und Orte wie Foynes oder Horta Weltverkehr erlebten. Gebaut wurden nur zwölf Exemplare, erhalten blieb keines. Wer dem Clipper trotzdem begegnen will, fährt an die Shannon-Mündung, steigt in den Nachbau und verbindet die Geschichtsstunde mit einem Spotting-Tag in Shannon.

Kurzfazit

Vier Sternmotoren in der Flügelvorderkante, drei Seitenleitwerke, Stützflossen am Bootsrumpf: Das ist der Boeing 314 Clipper. Original gibt es keinen mehr – den einzigen 1:1-Nachbau siehst du im Flugboot-Museum in Foynes, Irland.

Zusammenfassung

  • Pan Am bestellte 1936 sechs Flugboote mit Option auf sechs weitere; der Erstflug folgte im Juni 1938.
  • Ab 1939 flogen die Clipper über den Pazifik nach Hongkong und über den Atlantik nach Lissabon, Marseille, Foynes und Southampton.
  • Nach Kriegsende verdrängten Landflugzeuge wie DC-4 und Constellation die Flugboote; Pan Am musterte den letzten 314 im April 1946 aus.
  • Heute begegnest du dem Clipper nur noch als Nachbau im Foynes Flying Boat & Maritime Museum, wenige Kilometer vom Flughafen Shannon entfernt.

Häufige Fragen

Warum hieß der Boeing 314 „Clipper“?

„Clipper“ war der Name, den Pan Am all ihren Flugzeugen gab, angelehnt an die schnellen Segelschiffe des 19. Jahrhunderts. Jede Maschine bekam zusätzlich einen Eigennamen, etwa Yankee Clipper, Dixie Clipper oder Honolulu Clipper. Für den 314 ist der Name besonders treffend, weil er als Flugboot tatsächlich auf dem Wasser startete und landete.

Wie viele Boeing 314 wurden gebaut?

Insgesamt zwölf: sechs Maschinen der Grundversion 314 und sechs der verbesserten 314A mit stärkeren Motoren und höherem Startgewicht. Drei der 314A gingen 1940/41 an die britische BOAC, die übrigen neun flogen für Pan Am.

Gibt es heute noch einen Boeing 314?

Nein. Kein einziges Original hat überlebt, die letzte Maschine ging 1951 verloren. Einen begehbaren 1:1-Nachbau zeigt das Foynes Flying Boat & Maritime Museum in Irland. Er ist ein Modell aus Holz und anderen Materialien, kein flugfähiges Flugzeug.

Welche Rolle spielte Foynes für den Boeing 314?

Foynes an der Shannon-Mündung war ab 1939 Zwischenstopp und zeitweise Endpunkt der nördlichen Atlantikroute von Pan Am. Nach Kriegsausbruch 1939 endeten die Flüge aus den USA dort statt in Southampton. Erst als der Landflughafen Shannon den Verkehr übernahm, verlor Foynes seine Bedeutung; die Flugbootstation schloss 1946.

Wurde Irish Coffee wirklich in Foynes erfunden?

Nach der lokalen Überlieferung ja: 1943 servierte Koch Joe Sheridan in Foynes Passagieren eines umgekehrten Flugboots ein heißes Getränk aus Kaffee, Whiskey, Zucker und Sahne. Das Museum in Foynes erzählt diese Geschichte bis heute.

Hat der Boeing 314 einen ICAO-Typcode?

Nein. Die Maschinen waren längst außer Dienst, als die heutigen ICAO-Typcodes eingeführt wurden. In Tracking-Diensten findest du den 314 deshalb nicht – er ist ein Thema für Museen, Archive und Geschichtsbücher.

Wie unterscheide ich den Boeing 314 von der Dornier Do X?

Beide haben seitliche Stützflossen am Rumpf. Die Do X trägt aber zwölf Motoren in sechs Tandemgondeln über dem Flügel und hat ein einzelnes Seitenleitwerk. Der 314 hat vier Motoren in der Flügelvorderkante und drei Seitenleitwerke.

Boeing 314 Clipper sammeln statt nur sehen

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