Nolinor Aviation

Charterairline aus Mirabel bei Montréal, die mit der weltweit größten Flotte der Boeing 737-200 Passagiere, Fracht und Treibstoff zu Minen und Schotterpisten im Norden Kanadas fliegt.

Auch bekannt als: Les Investissements Nolinor Inc. · Nolinor · N5

KanadaKanadaCharter & Wet-LeaseIATA: N5ICAO: NRL11 Min. Lesezeit

N5

IATA-Code

NRL

ICAO-Code

119

Sitze max. in der 737-200

1992

Gründungsjahr

Das Wichtigste in Kürze

  • Nolinor Aviation ist eine Charterairline aus Mirabel bei Montréal, gegründet 1992 und seit 1997 im Flugbetrieb.
  • Codes: IATA N5, ICAO NRL, Rufzeichen „NOLINOR“.
  • Nolinor betreibt nach eigener Angabe die größte Boeing-737-200-Flotte der Welt – ein Typ, der anderswo längst aus dem Liniendienst verschwunden ist.
  • Schotterpisten sind Alltag: Die 737-200 landet auf Kies-, Erd- und Eispisten und fliegt als Passagier-, Combi-, Fracht- oder Tankflugzeug.
  • Kein Linienverkehr: Nolinor fliegt Charter, vor allem Crew-Wechsel für Minen, Sportteams, Fracht und humanitäre Einsätze.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Nolinor Aviation im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Geschichte: von der Convair 580 zur 737-Flotte
  4. 4.Die Flotte: Boeing 737 in drei Generationen
  5. 5.Warum gerade die 737-200?
  6. 6.Woran du Nolinor erkennst
  7. 7.Basen und Einsatzgebiet
  8. 8.Nolinor spotten: praktische Tipps
  9. 9.Nolinor im kanadischen Markt
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeN5
ICAO-CodeNRL
RufzeichenNOLINOR
DrehkreuzeYMX
GeschäftsmodellCharter-, Fracht- und ACMI-Airline: Passagier-, Combi-, Fracht- und Tankflüge, viel Fly-in-Fly-out-Verkehr zu Minen im Norden
SitzMirabel (Québec), rund 40 km von Montréal
Gegründet1992, Flugbetrieb seit 1997
Basen (laut Nolinor)Mirabel (YMX) als Hauptbasis, dazu St-Hubert (YHU), Edmonton (YEG) und Yellowknife (YZF)
Allianzkeine
Flottentypen (laut Nolinor, Stand Oktober 2026)Boeing 737-200, 737-300 und 737-400; dazu eine Vereinbarung mit Natilus über das Frachtflugzeug Kona
Boeing 737-200Nach eigener Angabe die größte 737-200-Flotte der Welt; auf der Website sind zehn Kennzeichen gelistet
PartnerschaftOffizieller Carrier des CFL-Footballteams Montréal Alouettes

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Nolinor Aviation?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Fast immer eine Boeing 737-200 mit langen, schlanken Triebwerksgondeln direkt unter dem Flügel
  • Kies-Ausrüstung bei vielen 737-200: Abweiser am Bugfahrwerk und Wirbel-Abblasdüsen vor den Triebwerkseinlässen
  • Bemalung in Weiß, Blau und Gold mit Nolinor-Schriftzug am Rumpf
  • Große Frachttür vorn links bei den Combi- und Frachtversionen
  • Kanadisches Kennzeichen mit C-, viele Maschinen mit der Folge C-GNL…; auf dem Tracker steht NRL
  • Mindestens eine 737 trägt eine Sonderbemalung der Montréal Alouettes

Wer die Boeing 737-200 noch im echten Einsatz erleben will, kommt an Nolinor Aviation kaum vorbei. Die Charterairline aus Mirabel bei Montréal hält einen Flugzeugtyp am Leben, der in Europa seit vielen Jahren aus dem Alltag verschwunden ist – und setzt ihn dort ein, wo er seine Stärken ausspielt: auf Schotterpisten an Minen, auf Eispisten im hohen Norden und als wandelbares Arbeitstier für Passagiere, Fracht und Treibstoff. Diese Seite zeigt dir, was hinter Nolinor steckt und wie du die Flugzeuge sicher erkennst.

Jede 737-200 einzeln im Hangar

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Nolinor Aviation im Überblick

Nolinor Aviation ist eine kanadische Charterairline mit Sitz am Flughafen Montréal-Mirabel in der Provinz Québec. Die Firma heißt formal Les Investissements Nolinor Inc., gegründet wurde sie 1992, den Flugbetrieb nahm sie 1997 auf. Seit 2004 hält eine Treuhand der Familie Prud’Homme die Mehrheit.

Nolinor beschreibt die eigene Aufgabe sinngemäß so: Missionen fliegen, die andere Airlines nicht übernehmen. Das heißt konkret – Flüge zu Orten, an denen die Infrastruktur endet. Schotterpisten an Minen, abgelegene Siedlungen im Norden, Eispisten im Winter. Dafür braucht es Flugzeuge, die robust sind, wenig Infrastruktur am Boden benötigen und sich flexibel umrüsten lassen. Genau deshalb setzt Nolinor bis heute auf die Boeing 737-200.

Linienflüge mit Einzeltickets bietet Nolinor nicht an. Stattdessen chartern Kunden das ganze Flugzeug: Bergbaufirmen für den Schichtwechsel ihrer Belegschaft, Sportteams, Reiseveranstalter, Behörden und Hilfsorganisationen. Nolinor ist nach eigener Angabe auch für humanitäre Einsätze der Vereinten Nationen zugelassen. Den Unterschied zwischen beiden Modellen erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.

N5IATA-Code
NRLICAO-Code auf dem Tracker
C-Kanadisches Kennzeichen-Präfix

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code N5: taucht vor allem in Buchungs- und Abfertigungssystemen auf. Weil Nolinor keine Linientickets verkauft, siehst du ihn seltener auf Anzeigetafeln als bei klassischen Airlines.
  • ICAO-Code NRL: steht im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
  • Rufzeichen NOLINOR: so meldet sich die Besatzung im Funk.

Für Spotter ist der ICAO-Code der wichtigste: Charterflüge stehen in keinem öffentlichen Flugplan, auf ADS-B-Trackern aber sehr wohl. Wer gezielt nach NRL filtert, sieht, wo die Flotte gerade unterwegs ist. Wie du Tracker sinnvoll einsetzt, erklärt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.

Charter planbar machen

Crew-Charter für Minen folgen meist dem Rhythmus der Schichtwechsel. Beobachte NRL ein paar Wochen auf dem Tracker – oft erkennst du dann Muster, mit denen du einen Spotting-Tag planen kannst.

Geschichte: von der Convair 580 zur 737-Flotte

Die Anfänge von Nolinor waren deutlich kleiner als die heutige Jet-Flotte. Ab 1999 durfte die Airline ihre Flugzeuge selbst warten – eine Grundlage für den späteren Betrieb älterer Typen. 2001 kam die erste reine Frachtversion der Convair CV-580, eines Turboprops, der aus einem Kolbenmotor-Verkehrsflugzeug der 1950er-Jahre entstanden ist. Damit begann Nolinor mit Frachtflügen in die USA und in den Norden Kanadas. 2004 folgten zwei weitere Convair-Frachter, 2006 eine vierte Convair in Passagierversion. 2005 verlegte Nolinor die Wartung nach Mirabel.

Der Schritt zum Jet kam 2007: Nolinor übernahm zwei Boeing 737-200 in Combi-Ausführung, die zuvor bei Royal Air Maroc geflogen waren. 2011 folgte eine reine Frachtversion der 737-200, 2016 eine erste Boeing 737-300. 2020 kamen die ersten beiden Boeing 737-400 hinzu, die mehr Passagiere fassen als die kleineren Schwestern.

2020 war ein bewegtes Jahr: Nolinor ging eine zehnjährige Partnerschaft mit dem Footballteam Montréal Alouettes ein und gründete mit OWG eine eigene Airline für Ferienflüge in die Karibik. OWG stellte den Flugbetrieb am 1. Mai 2025 nach rund fünf Jahren wieder ein – Nolinor selbst konzentriert sich weiter auf das Chartergeschäft.

Bekannt wurde Nolinor auch durch einen Einsatz im September 2017: Nach der Notlandung eines Air-France-A380 mit beschädigtem Triebwerk im abgelegenen Goose Bay in Labrador half Nolinor dabei, die gestrandeten Passagiere auszufliegen.

1992

Gründung von Nolinor

1997

Aufnahme des Flugbetriebs

2001

Erste Convair 580 als Frachter

2007

Erste Boeing 737-200 Combi

2016

Erste Boeing 737-300

2020

737-400, Alouettes-Partnerschaft und Gründung von OWG

2025

OWG stellt den Betrieb ein

Die Flotte: Boeing 737 in drei Generationen

Laut Nolinor besteht die Flotte im Oktober 2026 aus drei Versionen der Boeing 737 Original und Classic. Die genaue Zahl schwankt, weil ältere Flugzeuge aus- und gebrauchte Exemplare hinzukommen – nimm die Angaben deshalb als Momentaufnahme.

Typ Rolle bei Nolinor Sitze (laut Nolinor) Spotter-Hinweis
Boeing 737-200 Passagier, Combi, Fracht, Tanker bis 119 Kernflotte, zehn Kennzeichen gelistet, viele mit Kies-Kit
Boeing 737-300 Passagierflüge bis 130 Dickere CFM-Triebwerke, kürzer als die -400
Boeing 737-400 Passagierflüge für große Gruppen bis 159 Längster Rumpf der Flotte
Natilus Kona Frachtflugzeug in Blended-Wing-Body-Bauweise – Vereinbarung mit Hersteller Natilus, noch nicht im Einsatz

Das Herzstück ist die Boeing 737-200. Nolinor nennt seine Flotte dieses Typs die größte der Welt. Auf der Website führt das Unternehmen zehn Kennzeichen auf, darunter C-GNLK, C-GNLN, C-GNLW und C-GNRD. Die Maschinen stammen aus den 1970er- und 1980er-Jahren; C-GNLK gilt als besonders alt und wurde laut gängigen Nachschlagewerken 1974 ausgeliefert. Wie du das Alter einer einzelnen Maschine selbst prüfst, zeigt der Artikel Wie alt ist dieses Flugzeug?.

Die 737-200 bei Nolinor ist ein echtes Mehrzweckflugzeug. Laut Datenblatt gibt es acht Konfigurationen: von 119 Passagieren über Combi-Varianten mit Paletten im vorderen Rumpf bis zur reinen Frachtversion mit rund 30.000 Pfund Nutzlast. Dazu kommt eine Tank-Ausführung, die laut Nolinor bis zu 15.900 Liter Mineralölprodukte zu abgelegenen Orten bringt. Die große Frachttür vorn links misst etwa 2,1 mal 3,4 Meter. Als Mindestpistenlänge nennt Nolinor rund 5.000 Fuß, also gut 1.500 Meter – asphaltiert oder als Schotterpiste.

Ein Blick nach vorn: Nolinor hat eine Vereinbarung mit dem US-Start-up Natilus über dessen Frachtflugzeug Kona geschlossen, einen kleinen Frachter in Blended-Wing-Bauweise. Natilus rechnet mit dem ersten Auftritt des Kona vor Ende des Jahrzehnts, eine Stückzahl oder ein Lieferdatum nennt Nolinor nicht. Bis dahin bleibt die 737 das Rückgrat – gebaut vom Hersteller Boeing.

Nur noch C-GNLK fehlt?

Setz C-GNLK auf die Wunschliste in deinem Hangar und richte einen Sichtungs-Alarm für das Kennzeichen oder den Typ 737-200 ein – Planetrack benachrichtigt dich bei Anflug oder Landung. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Warum gerade die 737-200?

Auf den ersten Blick wirkt es seltsam, dass eine Airline im Jahr 2026 noch auf einen Jet aus den 1970ern setzt. Für Nolinors Einsatzprofil ergibt das aber Sinn:

  • Schotterpisten-Tauglichkeit: Für die 737-200 gibt es ein Ausrüstungspaket für unbefestigte Pisten, das sie zu einem der wenigen Jets für solche Einsätze macht. Bei späteren 737-Generationen sitzen die größeren Triebwerke näher am Boden und wären auf Schotter deutlich gefährdeter.
  • Robuste Technik: Die schlanken Pratt-&-Whitney-JT8D-Triebwerke und die einfache Systemtechnik gelten als unempfindlich und gut wartbar – Nolinor wartet die Flotte selbst in Mirabel.
  • Flexible Kabine: Mit der großen Frachttür lässt sich die Kabine schnell zwischen Passagieren und Paletten aufteilen. Für eine Mine, die an einem Tag Schichtpersonal und Ersatzteile braucht, ist das ideal.
  • Kurze Pisten: Die 737-200 kommt mit Pistenlängen zurecht, die an abgelegenen Orten üblich sind.

Der Preis dafür: Die -200 ist laut, durstig und braucht viel Wartung. Für den Liniendienst im Süden lohnt sich das längst nicht mehr – für die Nische im Norden schon. Ähnlich gingen und gehen andere Arktis-Airlines vor, etwa Air Inuit und Canadian North, die ebenfalls 737-200 Combi mit Kies-Ausrüstung nutzen oder genutzt haben. Auch die historische First Air war für diese Bauweise bekannt.

Woran du Nolinor erkennst

Die Bemalung geht auf ein Redesign von 2003 zurück: weißer Rumpf mit Akzenten in Blau und Gold und dem Nolinor-Schriftzug. Weil die Flotte über Jahre aus gebrauchten Flugzeugen zusammengestellt wurde, können einzelne Maschinen kleine Abweichungen zeigen – das Kennzeichen ist deshalb immer das sicherste Merkmal.

Triebwerke prüfen

Lange, schlanke Gondeln direkt unter dem Flügel? Dann hast du eine 737-200 vor dir. Dicke, unten abgeflachte Triebwerke deuten auf eine -300 oder -400.

Kies-Kit suchen

Abweiser am Bugfahrwerk und kleine Düsen vor den Triebwerkseinlässen verraten die Schotterpisten-Ausrüstung.

Kennzeichen lesen

Kanadisches C-, oft in der Folge C-GNL… – damit ordnest du die Maschine eindeutig zu.

Tracker abgleichen

Der ICAO-Code NRL bestätigt, dass der Flug von Nolinor durchgeführt wird.

Eine Besonderheit ist die Alouettes-Bemalung: Im Rahmen der Partnerschaft mit dem Montréal-Footballteam fliegt mindestens eine 737 in Team-Optik. Solche Sport-Lackierungen sind selten und begehrt – mehr dazu im Artikel über Sport-Sonderlackierungen.

Das spricht für die 737-200

  • Schlanke, lange Triebwerksgondeln (JT8D)
  • Kies-Kit am Bugfahrwerk und vor den Triebwerken
  • Kürzerer Rumpf als die -400
  • Auf Trackern als B732 geführt

Das spricht für 737-300 oder -400

  • Dicke CFM56-Triebwerke mit abgeflachter Unterseite
  • Kein Kies-Kit
  • Die -300 etwas, die -400 deutlich länger als die -200
  • Auf Trackern als B733 oder B734 geführt

Wer die Unterschiede zwischen den 737-Generationen vertiefen will, findet im Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden alle Details.

Basen und Einsatzgebiet

Laut Nolinor verteilt sich der Betrieb auf vier Standorte:

Basis Code Rolle
Montréal-Mirabel YMX Hauptsitz, Verwaltung und Hauptwartung
St-Hubert (Longueuil) YHU Satellitenbasis für lokale Einsätze südlich von Montréal
Edmonton YEG Logistikbasis für West- und Nordkanada mit Wartung
Yellowknife YZF Basis in den Nordwest-Territorien für Fracht und Wartung

Mirabel ist für Spotter ein besonderer Ort: Der große Flughafen nördlich von Montréal hat den Passagier-Linienverkehr schon vor Jahren an Montréal-Trudeau abgegeben und dient heute vor allem Fracht, Industrie und Charter. Nolinor gehört dort zu den sichtbarsten Betreibern.

Das Einsatzgebiet reicht laut Nolinor über ganz Québec, Kanada und die USA bis nach Europa. Typisch sind Fly-in-Fly-out-Flüge zu Minen im Norden, bei denen Arbeitskräfte im Schichtwechsel eingeflogen werden, dazu Fracht- und Tankflüge für abgelegene Gemeinden. In Kanadas großen Drehkreuzen wie dem Flughafen Toronto Pearson ist Nolinor nur gelegentlich zu sehen, etwa bei Sport- oder Gruppencharter.

Gute Chancen auf Nolinor, wenn …

  • du in Mirabel, Edmonton oder Yellowknife unterwegs bist
  • ein Flughafen regelmäßige Crew-Charter zu Minen im Norden abfertigt
  • die Alouettes ein Auswärtsspiel haben

Prüf es vorher, wenn …

  • du einen Großflughafen im Süden Kanadas besuchst
  • du nach älteren Spotterberichten planst – Rotationen ändern sich mit den Kundenverträgen

Eher kein Nolinor-Tag, wenn …

  • du in Europa spottest – Einsätze dort sind die seltene Ausnahme

Achtung Verwechslung

Auch Air Inuit, Canadian North und die US-Frachtairline Northern Air Cargo fliegen oder flogen die 737-200 mit Kies-Ausrüstung. Auf Distanz sehen die Maschinen ähnlich aus. Das Kennzeichen und der ICAO-Code NRL schaffen Klarheit.

Nolinor spotten: praktische Tipps

Eine 737-200 von Nolinor ist für viele Spotter eine echte Rarität. Wie du einschätzt, wie besonders eine Sichtung ist, zeigt der Artikel Wie selten ist meine Sichtung?. Ein paar Tipps für die Praxis:

  • Tracker statt Flugplan: Nolinor-Flüge stehen nicht auf der Abflugtafel. Filtere auf dem Tracker nach NRL oder einzelnen Kennzeichen.
  • Auf den Sound achten: Die JT8D-Triebwerke der -200 sind deutlich lauter als moderne Triebwerke. Bei Starts hörst du die Maschine oft, bevor du sie siehst.
  • Kies-Kit ins Bild nehmen: Fotografiere die -200 so, dass Bugfahrwerk und Triebwerkseinlässe sichtbar sind. Genau diese Details machen das Foto später wertvoll.
  • Winter einplanen: Viele Einsätze führen in den Norden, wo es lange kalt bleibt. Tipps für Ausrüstung und Kamera bei Frost findest du im Guide Planespotting im Winter.
  • Kennzeichen immer mitnehmen: Eine saubere Sichtung besteht aus Typ, Airline und Kennzeichen – so bleibt sie auch Jahre später eindeutig.

Sicherheit und Regeln

Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Absperrungen und Sicherheitszonen sind tabu – das gilt auch an kleinen Plätzen im Norden. Was beim Spotten grundsätzlich erlaubt ist, erklärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.

Nolinor im kanadischen Markt

Kanadas Luftverkehr wird von Netzwerk- und Ferienairlines wie Air Canada, WestJet und Air Transat geprägt. Nolinor spielt in einer ganz anderen Liga: keine Linien, keine Allianz, keine Vielfliegerprogramme. Stattdessen konkurriert die Airline mit anderen Charter- und Arktis-Betreibern um Verträge mit Minen, Behörden und Gruppen.

Ihre Stärke ist die Spezialisierung. Wer 100 Arbeiter samt Material auf eine Schotterpiste im Norden bringen muss, findet nur wenige Anbieter mit passendem Jet. Im Norden sind vor allem regional verwurzelte Airlines wie Air Inuit in Nunavik, Canadian North in Nunavut und den Nordwest-Territorien sowie Air North im Yukon präsent – Nolinor ist der Charter-Spezialist aus dem Süden, der dort einspringt, wo ein ganzes Flugzeug gebraucht wird.

Häufige Verwechslungen

  • Jede kanadische 737-200 für Nolinor halten – Air Inuit, Canadian North und frühere Betreiber wie First Air nutzen ähnliche Combi-Flugzeuge mit Kies-Kit.
  • 737-300 und 737-200 verwechseln – die Rümpfe unterscheiden sich nur um wenige Meter, die Triebwerke dagegen deutlich.
  • N5 für einen Linien-Code halten – Nolinor verkauft keine Linientickets, der IATA-Code taucht im Alltag selten auf.
  • OWG mit Nolinor gleichsetzen – OWG war eine eigene, inzwischen eingestellte Ferienairline aus dem Nolinor-Umfeld.
  • Die Kona schon in der Flotte vermuten – der Blended-Wing-Frachter von Natilus ist noch nicht im Einsatz.

Die 737-200 im Blick behalten

Beobachte Nolinor-Kennzeichen oder den Typ 737-200 und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Nolinor Aviation ist eine Nischen-Airline mit großer Wirkung für Spotter. Die Charterairline aus Mirabel fliegt dort, wo andere nicht hinkommen, und hält dafür die Boeing 737-200 am Leben – mit Kies-Kit, Frachttür und lautem JT8D-Sound. Wer eine dieser Maschinen vor die Linse bekommt, hat ein Stück Luftfahrtgeschichte im echten Einsatz erwischt.

Kurzfazit

Nolinor Aviation (IATA N5, ICAO NRL) ist eine Charterairline aus Mirabel bei Montréal mit der nach eigener Angabe größten Boeing-737-200-Flotte der Welt. Achte auf schlanke Triebwerke, Kies-Kit und das C-GNL…-Kennzeichen.

Zusammenfassung

  • Nolinor ist für Spotter vor allem eines: die letzte große Chance, die Boeing 737-200 im regelmäßigen kommerziellen Einsatz zu sehen.
  • Die Flotte besteht aus 737-200, 737-300 und 737-400; viele -200 tragen das Kies-Kit für unbefestigte Pisten im hohen Norden.
  • Die Hauptbasis ist Mirabel bei Montréal, dazu kommen Satellitenbasen in St-Hubert, Edmonton und Yellowknife.
  • Weil Nolinor nur Charter fliegt, findest du die Flugzeuge nicht im normalen Flugplan – ADS-B-Tracker und Kennzeichenlisten sind dein wichtigstes Werkzeug.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hat Nolinor Aviation?

Der IATA-Code von Nolinor ist N5, der ICAO-Code NRL. Im Funk meldet sich die Besatzung mit dem Rufzeichen „NOLINOR“. Auf Flugtrackern taucht deshalb meist NRL mit einer Flugnummer auf.

Fliegt Nolinor wirklich noch die Boeing 737-200?

Ja. Nolinor bezeichnet seine 737-200-Flotte als die größte der Welt; auf der Website des Unternehmens sind zehn Maschinen dieses Typs mit Kennzeichen aufgeführt (Stand Oktober 2026). Die 737-200 ist robust, verträgt Schotterpisten und lässt sich schnell zwischen Passagier-, Combi- und Frachtkonfiguration umbauen – genau das braucht Nolinor im Norden Kanadas.

Wo hat Nolinor seine Basis?

Hauptsitz und Hauptbasis ist der Flughafen Montréal-Mirabel (YMX), rund 40 Kilometer von Montréal entfernt. Dort liegen Verwaltung und Hauptwartung. Satellitenbasen hat Nolinor laut eigener Website in St-Hubert (YHU) südlich von Montréal, in Edmonton (YEG) und in Yellowknife (YZF).

Kann man mit Nolinor einen normalen Linienflug buchen?

Nein. Nolinor verkauft keine Einzeltickets im Linienverkehr, sondern chartert ganze Flugzeuge – an Bergbaufirmen, Sportteams, Reiseveranstalter, Behörden oder Hilfsorganisationen. Laut Nolinor reicht die Spanne von kleinen Gruppen bis zu voll besetzten Flugzeugen – die 737-400 fasst in reiner Economy-Bestuhlung bis zu 159 Passagiere.

Was ist ein Kies-Kit an der 737-200?

Das Kies-Kit (gravel kit) ist eine Nachrüstung, mit der die 737-200 auf unbefestigten Pisten landen kann. Typisch sind ein Abweiser am Bugfahrwerk, der Steine vom Rumpf fernhält, und kleine Düsen vor den Triebwerkseinlässen, die mit Zapfluft verhindern, dass Steine angesaugt werden. Von außen sind diese Teile gut zu erkennen und machen eine Nolinor-737 zum besonderen Motiv.

Wie erkenne ich eine 737-200 im Vergleich zu späteren 737?

Achte auf die Triebwerke: Die 737-200 hat lange, schlanke Gondeln, die fast bündig unter dem Flügel sitzen. Ab der 737-300 sind die Triebwerke deutlich dicker und vorn unten abgeflacht. Dazu kommt bei der -200 ein spürbar lauterer, rauerer Klang beim Start.

Was hat Nolinor mit den Montréal Alouettes zu tun?

Nolinor ist offizieller Carrier des CFL-Footballteams Montréal Alouettes. 2020 starteten beide eine auf zehn Jahre angelegte Partnerschaft, zu der eine 737 in Team-Bemalung gehört. Für Spotter ist das eine der wenigen Sonderbemalungen in der Flotte.

Wo kann ich Nolinor spotten?

Am ehesten in Mirabel und an den Basen in Edmonton und Yellowknife, außerdem an Flughäfen, von denen Crew-Charter zu Minen im Norden starten. Weil es keinen öffentlichen Flugplan gibt, lohnt sich vor der Tour ein Blick auf ADS-B-Tracker mit dem Code NRL.

Nolinor Aviation im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

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