Das Wichtigste in Kürze
- Air Inuit ist die Airline Nunaviks, der arktischen Region im Norden Québecs, gegründet 1978 von den Inuit selbst.
- Codes: IATA 3H, ICAO AIE, Rufzeichen „INUIT“.
- Eigentümer sind die Inuit Nunaviks – kollektiv über die Makivvik Corporation, zu der auch Canadian North gehört.
- Fracht ist Kerngeschäft: Fast die ganze Flotte fliegt als Combi oder Frachter, denn Nunaviks Dörfer haben keine Straßenverbindung in den Süden.
- Für Spotter ein Fest der Klassiker: 737-200 Combi mit Kies-Kit, 737-300C, Dash 8-100 und Twin Otter im Linieneinsatz.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Air Inuit im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Wem gehört Air Inuit?
- 4.Die Flotte: Dash 8, Twin Otter und Boeing 737
- 5.Die 737-200 Combi und ihr Nachfolger
- 6.Woran du Air Inuit erkennst
- 7.Das Streckennetz
- 8.Air Inuit spotten
- 9.Flottengeschichte in Etappen
- 10.Air Inuit im kanadischen Markt
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | 3H |
|---|---|
| ICAO-Code | AIE |
| Rufzeichen | INUIT |
| Drehkreuze | YVP, YPX, YUL |
| Geschäftsmodell | Regionale Linien-, Fracht- und Charterairline für Nunavik im Norden Québecs |
| Sitz | Saint-Laurent (Montréal), nahe dem Flughafen Montréal-Trudeau |
| Drehkreuze und Basen | Kuujjuaq (YVP) als Hauptbasis, Puvirnituq (YPX) und Montréal-Trudeau (YUL) |
| Gegründet | 1978 von den Inuit Nunaviks, erstes Flugzeug war eine DHC-2 Beaver |
| Eigentümer | Die Inuit Nunaviks, kollektiv über die Makivvik Corporation (früher Makivik) |
| Allianz | keine |
| Flottentypen (laut Air Inuit) | Boeing 737-800 Combi und Cargo, 737-300C, 737-200C, Dash 8-100 Combi, Dash 8-300 Combi und Cargo, DHC-6 Twin Otter 300, King Air 350 |
| Schwesterairline | Canadian North, ebenfalls eine Tochter von Makivvik |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Air Inuit?
- Boeing 737 mit Kies-Ausrüstung: Abweiser am Bugfahrwerk und Sonden vor den Triebwerken bei der 737-200C
- Dash 8 als Combi oder Frachter – bei der Dash 8-300 teils mit besonders großer Frachttür
- Kleine DHC-6 Twin Otter mit festem Fahrwerk für die kürzesten Pisten
- Kanadisches Kennzeichen mit C-; auf dem Tracker steht der ICAO-Code AIE
- Typische Kombination: Passagiere vorn, Fracht hinten – an der großen Frachttür im vorderen Rumpf erkennst du die Combi-Versionen
Nunavik liegt nördlich des 55. Breitengrads im Norden Québecs – und keines seiner 14 Inuit-Dörfer ist über eine Straße mit dem Süden verbunden. Wer dorthin will, fliegt. Und wer Milch, Medikamente, Baumaterial oder Post in den Norden bringt, schickt es meist auch per Flugzeug. Die Airline, die das seit 1978 übernimmt, gehört den Menschen, die sie versorgt: Air Inuit. Hier erfährst du, wie sie aufgestellt ist, welche Flugzeuge sie fliegt und warum ihre Flotte für Spotter zu den spannendsten Nordamerikas gehört.
Gravel-737 im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot fest – und siehst auf einen Blick, welche Air-Inuit-Maschinen dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Air Inuit im Überblick
Air Inuit ist eine kanadische Regionalairline, die von den Inuit Nunaviks 1978 gegründet wurde. Das Ziel war von Anfang an klar: die Küstendörfer der Region miteinander verbinden, den Handel erleichtern und gleichzeitig die eigene Kultur stärken. Das erste Flugzeug war eine DHC-2 Beaver – das klassische kanadische Buschflugzeug.
Heute ist daraus eine Airline mit Turboprops und Jets geworden. Die wichtigste Basis ist Kuujjuaq an der Ungava Bay, das Verwaltungszentrum Nunaviks. Eine zweite Basis liegt in Puvirnituq an der Hudson Bay, die dritte am Flughafen Montréal-Trudeau. Der Hauptsitz befindet sich im Montréaler Stadtteil Saint-Laurent, nicht weit vom Flughafen entfernt.
Air Inuit versteht sich selbst nicht nur als Transportunternehmen. Zum erklärten Auftrag gehören die sichere Anbindung der nördlichsten Gemeinden Québecs, die wirtschaftliche Entwicklung der Region und Arbeitsplätze für Inuit. Ein eigenes Ausbildungsprogramm für Pilotinnen und Piloten aus Nunavik gehört ebenso dazu wie die Unterstützung von Schulen, Kultur- und Sportveranstaltungen.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 3H: steht in der Flugnummer, auf der Anzeigetafel und im Ticket.
- ICAO-Code AIE: steht im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
- Rufzeichen INUIT: so meldet sich die Besatzung im Funk.
Wie bei allen kanadischen Flugzeugen beginnt das Kennzeichen mit C-. Gerade bei einer Flotte mit vielen ähnlichen Dash 8 ist die Registrierung das sicherste Merkmal, um einzelne Maschinen auseinanderzuhalten. Wie du Kennzeichen liest und einordnest, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen.
Wem gehört Air Inuit?
Air Inuit gehört kollektiv den Inuit Nunaviks. Die Anteile liegen bei der Makivvik Corporation, die du in älteren Quellen noch als Makivik findest. Makivvik entstand 1978 auf Grundlage des James-Bay-Abkommens (James Bay and Northern Quebec Agreement) als rechtliche Vertretung der Inuit Québecs. Sie verwaltet Land und Ausgleichsgelder aus diesem Abkommen und investiert sie in die Entwicklung der Region. Ihr Sitz ist Kuujjuaq, Büros gibt es unter anderem in Montréal und Québec City.
Zu Makivvik gehört neben Air Inuit auch Canadian North. Diese Airline ist aus der Fusion mit der früheren First Air hervorgegangen, die ebenfalls Makivik gehörte. Damit liegen die beiden wichtigsten Arktis-Airlines im Osten Kanadas in Inuit-Hand: Air Inuit für Nunavik, Canadian North für Nunavut und die Northwest Territories.
Für die Passagiere hat das eine besondere Note. Air Inuit betont selbst, dass viele ihrer Kundinnen und Kunden zugleich Miteigentümer sind. Die Airline ist also nicht von außen in die Region gekommen, sondern aus ihr heraus entstanden – ähnlich wie Air North im Yukon, an der die Vuntut Gwitchin First Nation beteiligt ist.
Warum Fracht so wichtig ist
Nunaviks Dörfer werden im Sommer nur wenige Wochen per Schiff erreicht. Den Rest des Jahres kommt fast alles mit dem Flugzeug: frische Lebensmittel, Post, Ersatzteile, Medikamente. Deshalb fliegt bei Air Inuit ein großer Teil der Flotte als Combi oder reiner Frachter.
Die Flotte: Dash 8, Twin Otter und Boeing 737
Die Flotte von Air Inuit ist auf eine Aufgabe zugeschnitten: kurze, teils unbefestigte Pisten in arktischem Klima, oft mit Passagieren und Fracht in derselben Maschine. Die Airline nennt auf ihrer Website diese Typen und Versionen:
| Typ | Max. Sitze | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 737-800 Combi | 90 | Strecken Montréal – Nunavik | Neueste Jets der Flotte, mit WLAN an Bord |
| Boeing 737-800 Cargo | – | Fracht in den Norden | Reiner Frachter |
| Boeing 737-300C | 130 | Jet-Strecken | Classic-Generation als Combi |
| Boeing 737-200C | 112 | Jet-Strecken, auch auf Schotter | Gravel-Kit, wird schrittweise ersetzt |
| Dash 8-300 Combi | 45 | Verbindungen zwischen den Dörfern | Arbeitspferd der Flotte |
| Dash 8-300 Cargo | – | Fracht | Teils mit großer Frachttür |
| Dash 8-100 Combi | 37 | Kleinere Strecken | Kurze Ur-Version der Dash 8 |
| DHC-6 Twin Otter 300 | 19 | Kürzeste Pisten, Charter | Festes Fahrwerk, sehr kurzstartfähig |
| King Air 350 | 11 | Geschäfts- und Charterflüge | Business-Bestuhlung |
Genaue Stückzahlen nennt Air Inuit auf der Flottenseite nicht. Nach der öffentlich gepflegten Flottenliste (Stand Mitte 2025) ist die Dash 8 mit 15 bis 17 Exemplaren (die Angaben dort sind nicht ganz einheitlich) der häufigste Typ, gefolgt von sieben Twin Otter und drei King Air. Bei den Jets waren dort fünf 737-200C, zwei 737-300C und drei 737-800 verzeichnet. Behandle diese Zahlen als Momentaufnahme – gerade bei den 737 läuft ein Generationswechsel.
Die Dash 8 stammt ursprünglich von De Havilland Canada, zwischenzeitlich gehörte das Programm zu Bombardier. Seit Februar 2022 fliegt bei Air Inuit außerdem eine Frachtversion der Dash 8-300 mit besonders großer Frachttür – das Ergebnis eines mehrjährigen Umbauprojekts, das genau auf die Bedürfnisse im Norden zielt. Neben der -300 fliegt Air Inuit auch die kürzere Dash 8-100, die du an ihrem gedrungenen Rumpf erkennst.
Die DHC-6 Twin Otter ist das kleinste Linienflugzeug der Flotte. Der Hochdecker mit festem Fahrwerk kommt mit extrem kurzen Pisten zurecht und passt damit ideal zu arktischen Einsätzen. Für Geschäftsreisen und medizinische Charter steht außerdem die King Air 350 bereit.
Die 737-200C fehlt dir noch?
Setz einen Typ oder ein Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn die Maschine in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Die 737-200 Combi und ihr Nachfolger
Der Spotter-Star von Air Inuit ist die Boeing 737-200 als Combi. Die erste Jet-Generation der 737 hat einen großen Vorteil: Boeing bot sie mit einem sogenannten Gravel-Kit an, also einer Ausrüstung für Starts und Landungen auf Schotterpisten. Dazu gehören ein Abweiser am Bugfahrwerk, der Steine nach unten drückt, und Sonden vor den Triebwerkseinläufen, die verhindern sollen, dass Wirbel losen Kies ansaugen. Für die späteren 737-Generationen gab es eine solche Ausrüstung in dieser Form nicht mehr.
Genau deshalb blieben die alten 737-200 im Norden Kanadas so lange im Dienst – bei Air Inuit ebenso wie bei Canadian North, der historischen First Air oder der Charterairline Nolinor Aviation. Kuujjuaq besitzt inzwischen eine asphaltierte Hauptbahn, sodass dort auch modernere Jets landen können.
Air Inuit ersetzt die 737-200 Combi durch Boeing 737-800 Combi. Den Umbau der 737-800 zur Combi hat die Airline nach eigenen Angaben in einem rund dreijährigen Projekt zusammen mit einem Partnerunternehmen umgesetzt. Die neuen Maschinen sind im Einsatz; im Januar 2026 meldete die Airline kostenloses Highspeed-WLAN an Bord ihrer 737-800 Combi. Auf der offiziellen Flottenseite steht die 737-200C weiterhin – wie lange sie noch fliegt, ist offen. Wenn du sie noch sehen willst, solltest du nicht zu lange warten.
Dazwischen liegt die 737-300 Combi aus der Classic-Generation. Mit bis zu 130 Plätzen ist sie die größte Passagierversion der Flotte und fliegt vor allem die Strecken zwischen Montréal und den Basen im Norden.
Woran du Air Inuit erkennst
Weil bei Air Inuit fast alles mit Fracht zu tun hat, ist die Bauform oft aussagekräftiger als die Bemalung. Achte auf diese Punkte:
Das spricht für die 737-200C
- Schlanke, lange Triebwerke direkt unter dem Flügel
- Abweiser am Bugfahrwerk und Sonden vor den Triebwerken (Gravel-Kit)
- Große Frachttür vorn links am Rumpf
- Auf Trackern als B732 geführt
Das spricht für die 737-800
- Dicke, unten abgeflachte Triebwerke
- Deutlich längerer Rumpf, meist mit Winglets
- Auf Trackern als B738 geführt
Bei den Turboprops hilft die Größe: Die Dash 8-100 ist kurz und gedrungen, die -300 sichtbar gestreckt, die Twin Otter deutlich kleiner und mit festem Fahrwerk. Die Dash 8 verwechseln viele mit der ATR, die etwa Canadian North einsetzt. Ein schneller Unterschied: Bei der Dash 8 verschwindet das Hauptfahrwerk in den Triebwerksgondeln, bei der ATR in Verkleidungen am Rumpf. Mehr dazu im Guide Turboprops unterscheiden.
Tracker richtig lesen
Auf Flugtrackern steht bei Air Inuit meist das Rufzeichen mit AIE. Der ICAO-Typcode (B732, B733, B738, DH8A, DH8C, DHC6) verrät dir schon vor der Landung, welche Maschine kommt. Wie du ADS-B-Daten sinnvoll nutzt, erklärt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Das Streckennetz
Das Netz besteht aus zwei Ebenen. Die Fernstrecken verbinden Montréal und Québec City mit den Basen in Kuujjuaq und Puvirnituq – hier fliegen die Boeing 737. Von den Basen aus übernehmen die Dash 8 und Twin Otter die Verbindungen in die Dörfer an der Ungava Bay, der Hudsonstraße und der Hudson Bay, darunter Salluit, Ivujivik, Akulivik, Inukjuak, Umiujaq, Kuujjuarapik, Quaqtaq, Kangirsuk, Aupaluk, Tasiujaq, Kangiqsujuaq und Kangiqsualujjuaq.
Dazu kommen Verbindungen nach Radisson im James-Bay-Gebiet, nach Schefferville und Sept-Îles sowie nach Sanikiluaq auf den Belcher-Inseln, das bereits zu Nunavut gehört. Außerdem bietet Air Inuit Charterflüge an, ergänzt durch Hubschrauber und eine Turbo Otter von Partnerfirmen.
Wie stark die Nachfrage schwankt, zeigen die Meldungen der Airline: 2026 hat Air Inuit zusätzliche Frequenzen zwischen Montréal und Kuujjuaq eingeführt und die Extraflüge zwischen Montréal, Québec City und Kuujjuaq bis in den Januar 2027 verlängert. Der Flugplan ändert sich mit den Jahreszeiten, also prüf ihn vor jedem Spotting-Ausflug.
Gute Chancen auf Air Inuit, wenn …
- du am Flughafen Montréal-Trudeau bist – dort hat Air Inuit eine Basis
- du in Kuujjuaq oder Puvirnituq unterwegs bist
- du gezielt nach AIE-Flügen auf dem Tracker suchst
Prüf es vorher, wenn …
- du auf eine bestimmte 737-200C hoffst – der Typ wird ersetzt
- du in Québec City spotten willst – dort kommen die Flüge seltener
Eher kein Air-Inuit-Tag, wenn …
- du außerhalb Québecs und Nunaviks spottest – planmäßig fliegt Air Inuit abgesehen von Sanikiluaq nur in dieser Region
Air Inuit spotten
Der realistischste Ort für Air Inuit ist Montréal-Trudeau (YUL). Hier starten die Jets in den Norden, und mit etwas Glück siehst du eine 737-200C zwischen den Maschinen von Air Canada, Jazz und PAL Airlines. Plan mit dem Tracker, denn die Flüge sind nicht so dicht getaktet wie die der großen Airlines.
Wer wirklich in den Norden reist, erlebt in Kuujjuaq (YVP) das Herz der Airline. Der Flughafen hat eine asphaltierte Bahn mit 1.829 Metern und eine Schotterbahn mit 1.524 Metern Länge. Dort stehen Dash 8, Twin Otter und 737 nebeneinander, dazu Flüge von Canadian North. Rechne mit hartem Winter, kurzen Tagen und langen Sommerabenden. Tipps für Kamera und Ausrüstung bei Frost findest du in Planespotting im Winter, und warum Flugzeuge im Norden so oft enteist werden, erklärt der Artikel zur Enteisung von Flugzeugen.
Sicherheit und Respekt
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus und halte dich an Absperrungen – auch an kleinen Plätzen. In den Dörfern Nunaviks gilt außerdem: Frag nach, bevor du Menschen fotografierst. Grundlagen findest du im Artikel Ist Planespotting erlaubt?.
Flottengeschichte in Etappen
Start 1978
Mit einer DHC-2 Beaver beginnt der Flugbetrieb in Nunavik.
Turboprop-Ära
Über die Jahre fliegt Air Inuit unter anderem die HS 748, bevor die Dash 8 das Rückgrat bildet.
Große Frachttür 2022
Eine umgebaute Dash 8-300 mit besonders großer Frachttür kommt in die Flotte.
Neue Jets
737-800 Combi und Cargo lösen die betagten 737-200C ab, seit Januar 2026 mit WLAN an Bord der Combi.
Air Inuit im kanadischen Markt
Air Inuit ist kein Konkurrent der großen Netzwerkairlines, sondern ein Versorger mit klar umrissener Aufgabe. Im Osten der kanadischen Arktis teilt sie sich die Rolle mit der Schwester Canadian North; im Westen übernimmt Air North im Yukon eine vergleichbare Funktion. Gemeinsam ist allen dreien: gemischte Flotten aus Turboprops und Jets, viel Fracht und eine enge Bindung an die Bevölkerung, die sie bedienen.
Für Sammler hat das einen besonderen Reiz. Die Flotte ist überschaubar, die Typen sind teils selten, und die Airline taucht außerhalb ihres Gebiets praktisch nie auf. Eine Air-Inuit-Sichtung ist deshalb für europäische Spotter eine echte Rarität – wie du solche Funde einordnest, zeigt der Guide Wie selten ist meine Sichtung?.
Häufige Verwechslungen
- Air Inuit und Canadian North verwechseln – beide gehören zu Makivvik, Air Inuit fliegt aber in Nunavik (Québec), Canadian North vor allem in Nunavut und den Northwest Territories.
- Air Inuit für eine Tochter von Air Canada halten – die Airline ist unabhängig und gehört den Inuit Nunaviks.
- Jede 737 bei Air Inuit für eine Passagiermaschine halten – die meisten Jets sind Combi oder reine Frachter.
- Dash 8 und ATR verwechseln – Fahrwerk in der Triebwerksgondel heißt Dash 8.
- Die 737-200C als selbstverständlich ansehen – sie wird durch die 737-800 ersetzt.
Nunaviks Flotte komplett
Beobachte einzelne Kennzeichen oder die 737-200C, werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Air Inuit ist eine Airline mit Auftrag: Sie hält die Inuit-Dörfer Nunaviks mit der Welt verbunden, gehört den Menschen vor Ort und fliegt dafür eine Flotte, die auf Schotter, Schnee und Fracht ausgelegt ist. Für Spotter bietet sie Dash 8 in vielen Varianten, Twin Otter im Liniendienst und mit der 737-200C einen Klassiker, dessen Tage gezählt sind.
Kurzfazit
Air Inuit (IATA 3H, ICAO AIE) ist die Airline Nunaviks mit Basen in Kuujjuaq, Puvirnituq und Montréal. Sie gehört den Inuit über Makivvik und fliegt Dash 8, Twin Otter und Boeing 737 Combi – die 737-800 löst gerade die 737-200C ab.
Zusammenfassung
- Air Inuit verbindet die 14 Inuit-Dörfer an den Küsten Nunaviks untereinander und mit Montréal und Québec City.
- Die Flotte ist auf Schotterpisten, Schnee und Eis ausgelegt: Dash 8 und Twin Otter für die Dörfer, Boeing 737 für die langen Strecken in den Süden.
- Besonders spannend sind die 737-200C mit Gravel-Kit und die neuen 737-800 Combi, die die alten Jets ablösen.
- Am einfachsten siehst du Air Inuit in Montréal-Trudeau; die Turboprops bleiben meist im Norden.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hat Air Inuit?
Der IATA-Code von Air Inuit ist 3H, der ICAO-Code AIE. Im Funk meldet sich die Besatzung mit dem Rufzeichen „INUIT“. Flugnummern beginnen also mit 3H, auf Flugtrackern taucht meist der ICAO-Code AIE auf.
Wem gehört Air Inuit?
Air Inuit gehört kollektiv den Inuit Nunaviks. Die Anteile hält die Makivvik Corporation (bis vor Kurzem Makivik geschrieben), die 1978 im Rahmen des James-Bay-Abkommens als Vertretung der Inuit Québecs gegründet wurde. Makivvik besitzt auch die Arktis-Airline Canadian North.
Welche Flugzeuge fliegt Air Inuit?
Laut Flottenübersicht der Airline gehören Boeing 737-800 (Combi und Frachter), 737-300C und 737-200C, Dash 8-100 Combi, Dash 8-300 als Combi und Frachter, DHC-6 Twin Otter 300 und Beechcraft King Air 350 dazu. Hubschrauber und eine DHC-3 Otter stellen Partnerfirmen für Charter bereit. Nach der Flottenliste auf Wikipedia (Stand Mitte 2025) ist die Dash 8 mit rund 15 bis 17 Exemplaren der wichtigste Typ.
Wohin fliegt Air Inuit?
Kern des Netzes sind die Dörfer Nunaviks an der Hudson Bay, der Hudsonstraße und der Ungava Bay, etwa Kuujjuaq, Puvirnituq, Salluit, Inukjuak, Ivujivik oder Kangiqsualujjuaq. Dazu kommen Montréal, Québec City, Radisson, Schefferville, Sept-Îles und Sanikiluaq in Nunavut. Prüf vor einer Reise den aktuellen Flugplan, denn die Frequenzen ändern sich saisonal.
Was ist eine 737 Combi?
Bei einer Combi-Maschine teilen sich Passagiere und Fracht das Hauptdeck. Eine bewegliche Trennwand trennt den Frachtbereich, der über eine große Frachttür beladen wird. So kann eine einzige 737 Menschen, Lebensmittel, Post und Material in ein Dorf ohne Straßenanschluss bringen – genau das braucht Nunavik.
Gehört Air Inuit zu einer Allianz?
Nein. Air Inuit ist weder bei Star Alliance noch bei oneworld oder SkyTeam. Die Airline hat ein eigenes Bonusprogramm namens Isaruuk und arbeitet im Norden eng mit der Schwestergesellschaft Canadian North zusammen.
Wo sehe ich Air Inuit in Montréal?
Air Inuit hat eine Basis am Flughafen Montréal-Trudeau (YUL), ihr Hauptsitz liegt gleich daneben in Saint-Laurent. Die Boeing 737 fliegen von dort nach Kuujjuaq und Puvirnituq. Die Flugzeiten findest du im Flugplan der Airline oder auf einem Flugtracker unter AIE.
Air Inuit im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 737-200
Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-100
Kurzer Rumpf, T-Leitwerk und Fahrwerk in den Triebwerksgondeln: Die Dash 8-100 ist die Urversion der Dash-8-Familie. Seit 1984 im Dienst, längst nicht mehr gebaut und trotzdem in Norwegen und Kanada noch Alltag. So erkennst du sie.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-300 (Q300)
Länger als die Dash 8-100, deutlich kürzer als die Q400 und mit vier Blättern pro Propeller: Die Dash 8-300 ist die mittlere Größe der Dash-8-Familie. Widerøe, PAL und Air New Zealand fliegen sie noch, bei Air Canada Express ist sie Geschichte.
FlugzeugtypDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
FlugzeugtypBeechcraft King Air 350
Die größte King Air ist Geschäftsreiseflugzeug, Vermessungsplattform und militärisches Aufklärungsflugzeug in einem. So erkennst du die King Air 350 und ihre Varianten – und unterscheidest sie von der kleineren King Air 200.
FlugzeugtypHawker Siddeley HS 748
Tiefdecker, zwei pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turboprops und ein Fahrwerk für Schotterpisten: Die HS 748 war Großbritanniens Antwort auf die Fokker F27 – als Airliner, Frachter und Militärtransporter. Heute ist sie ein seltener Fang.
Weitere Airlines
Canadian North
Die Airline der kanadischen Arktis: Aus der Fusion mit First Air entstanden, fliegt Canadian North Boeing 737 und ATR-Turboprops – oft als Combi mit Fracht und Passagieren in einer Kabine – nach Nunavut, in die Nordwest-Territorien und nach Nunavik.
RegionalFirst Air
Historische Arktis-Airline aus Kanada: 1946 als Flugschule bei Ottawa gegründet, ab 1990 im Besitz der Inuit Nunaviks und bekannt für Boeing 737-200 Combi mit Schotterpisten-Kit – 2019 in Canadian North aufgegangen.
RegionalAir North
Die Airline des Yukon: Von Whitehorse aus verbindet Air North den hohen Norden Kanadas mit Vancouver, Calgary und Edmonton – mit ATR 42 für die Arktis und Boeing 737 für den Süden.
CharterNolinor Aviation
Charterairline aus Mirabel bei Montréal, die mit der weltweit größten Flotte der Boeing 737-200 Passagiere, Fracht und Treibstoff zu Minen und Schotterpisten im Norden Kanadas fliegt.
NetzwerkAir Canada
Kanadas größte Airline und Gründungsmitglied der Star Alliance: Drehkreuze in Toronto, Montréal und Vancouver, eine gemischte Airbus-Boeing-Flotte und ein auffälliges schwarzes Leitwerk mit rotem Ahornblatt.
RegionalPAL Airlines
Die Dash-8-Airline Ostkanadas: PAL Airlines verbindet von St. John’s aus Neufundland, Labrador, Québec und die Maritimes – und fliegt zusätzlich Q400 für Air Canada Express.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Boeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerDe Havilland Canada
Vom Buschflugzeug Beaver über die Twin Otter bis zur Dash 8 und dem Löschflugzeug DHC-515: De Havilland Canada steht für robuste Kurzstart-Flugzeuge. Hier erfährst du, wie das Unternehmen entstand, wem es gehörte und wo du seine Typen heute vor die Linse bekommst.
HerstellerBombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
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