Das Wichtigste in Kürze
- Laker Airways war eine historische britische Airline, die Freddie Laker 1966 gründete und die bis Februar 1982 von London-Gatwick aus flog.
- Codes: IATA GK, ICAO LKR, Rufzeichen „LAKER“.
- Der Skytrain startete am 26. September 1977 von Gatwick nach New York-JFK – für 59 Pfund pro Strecke, ohne Reservierung und ohne inklusives Essen.
- Die DC-10 prägte die Airline: Laker war 1972 der erste DC-10-Betreiber außerhalb Nordamerikas.
- Preiskampf, Pfundschwäche und Schulden führten am 5. Februar 1982 zum Zusammenbruch – damals die größte Firmenpleite Großbritanniens.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Laker Airways im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Wer war Freddie Laker?
- 4.Die Anfänge: Charter mit Britannia und One-Eleven
- 5.Die DC-10: Lakers Großraumjet
- 6.Der Skytrain: Billig über den Atlantik
- 7.Die Flotte im Überblick
- 8.Woran du Laker Airways erkennst
- 9.Der Zusammenbruch 1982
- 10.Das Erbe von Laker
- 11.Laker heute: ein Thema fürs Archiv
- 12.Häufige Verwechslungen
- 13.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | GK |
|---|---|
| ICAO-Code | LKR |
| Rufzeichen | LAKER |
| Drehkreuze | LGW |
| Status | Historisch – Flugbetrieb bis 5. Februar 1982 |
| Geschäftsmodell | Charter-Airline für Reiseveranstalter, ab 1977 zusätzlich Billig-Linienflüge über den Atlantik (Skytrain) |
| Gründer | Freddie Laker (1922–2006), später Sir Freddie |
| Gründung | 1966, erste Flüge im Sommer 1966 |
| Sitz und Basis | Flughafen London-Gatwick (LGW), dazu Manchester, Prestwick und zeitweise Berlin-Tegel |
| Prägende Typen | Bristol Britannia, BAC One-Eleven 300, Boeing 707, McDonnell Douglas DC-10-10 und DC-10-30, Airbus A300B4 |
| Flotte zum Schluss | 20 Flugzeuge, davon 14 Großraumjets |
| Markenzeichen | Bemalung in Schwarz, Rot und Weiß nach Lakers Rennstallfarben; „Skytrain“-Schriftzug an den DC-10 |
| Ende | Zusammenbruch am 5. Februar 1982 mit Schulden von rund 270 Millionen Pfund |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Laker Airways?
- Bemalung in Schwarz, Rot und Weiß – abgeleitet von Freddie Lakers Pferderennstall
- Schriftzug „Laker“, bei den Langstreckenjets oft ergänzt um „Skytrain“
- Typisch: DC-10 mit drittem Triebwerk im Seitenleitwerk, auf der Kurzstrecke die BAC One-Eleven
- Britisches Kennzeichen mit G- am Heck
- Fotos meist aus Gatwick, dazu Manchester, Prestwick, Berlin-Tegel und US-Flughäfen wie New York-JFK
Wenn heute jemand für ein paar Euro quer durch Europa fliegt, steckt darin auch ein Stück Laker Airways. Freddie Lakers Airline aus Gatwick war zwar über weite Strecken ein Charterflieger – berühmt wurde sie aber mit dem Skytrain, dem ersten Billigflug über den Nordatlantik. Diese Seite erklärt dir, wie Laker entstand, welche Flugzeuge die Airline flog, warum sie 1982 zusammenbrach und wie du alte Laker-Fotos richtig zuordnest.
Historische Sichtungen sauber archivieren
Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – auch alte Dias einer Laker-DC-10 landen so geordnet in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Laker Airways im Überblick
Laker Airways war eine historische britische Airline mit Sitz und Basis am Flughafen London-Gatwick. Gegründet hat sie Freddie Laker im Jahr 1966, der Flugbetrieb begann im Juli 1966. Ihr Geld verdiente die Airline vor allem mit Charterflügen für Reiseveranstalter – teils für fremde Kunden, teils für eigene Veranstalter der Laker-Gruppe wie Arrowsmith Holidays aus Liverpool und Laker Air Travel.
Ihren Platz in der Luftfahrtgeschichte verdankt Laker aber einer Idee, die damals radikal war: Linienflüge über den Atlantik zu einem Bruchteil der üblichen Preise, ohne Reservierung, ohne kostenloses Essen, ohne Schnickschnack. Nach jahrelangem Streit mit Behörden und Regierungen hob der Skytrain am 26. September 1977 erstmals von Gatwick nach New York ab.
Rund viereinhalb Jahre später war alles vorbei. Am 5. Februar 1982 brach Laker Airways mit Schulden von rund 270 Millionen Pfund zusammen – zu diesem Zeitpunkt die größte Firmenpleite in der Geschichte Großbritanniens.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code GK: stand in den Flugnummern von Laker Airways, auch beim Skytrain.
- ICAO-Code LKR: der dreistellige Code für Flugpläne der Flugsicherung.
- Rufzeichen LAKER: so meldeten sich die Crews im Funk.
- Kennzeichen G-: Die Flotte war in Großbritannien registriert. Wie das britische System aufgebaut ist, erklärt der Guide zu britischen G-Kennzeichen.
Vorsicht bei alten Belegen: IATA-Codes werden nach dem Ende einer Airline neu vergeben. Eine Flugnummer mit GK auf einem Ticket aus den späten 1970er-Jahren gehört zu Laker, auf einem heutigen Ticket hat sie damit nichts zu tun. Ohne Datum ist ein solcher Beleg nicht eindeutig.
Wer war Freddie Laker?
Frederick Alfred Laker, geboren am 6. August 1922 in Canterbury, war schon vor seiner eigenen Airline eine feste Größe in der britischen Luftfahrt. Im Zweiten Weltkrieg diente er in der Air Transport Auxiliary, die Militärflugzeuge überführte. Danach handelte er mit Flugzeugen aus Kriegsbeständen und gründete 1947 in Southend die Firma Aviation Traders.
Aviation Traders baute ausgemusterte Bomber zu Frachtflugzeugen um – gefragt war das etwa zur Zeit der Berliner Luftbrücke 1948/49. Die Firma Air Charter, die Versorgungsgüter in die abgeriegelte Stadt flog, übernahm Laker 1951. Bei Aviation Traders entstand später auch der Carvair, ein Umbau der Douglas DC-4 mit hochgelegtem Cockpit, der Autos über den Ärmelkanal brachte. Von 1960 bis 1965 war Laker Managing Director von British United Airways – jener Airline, die 1970 in British Caledonian aufging.
Mit diesem Wissen gründete er 1966 seine eigene Gesellschaft. Laker galt als hemdsärmeliger Unternehmer, der sich gern öffentlich mit den großen Staatsairlines und den Behörden anlegte. Für seinen Einsatz um günstige Flugreisen wurde er Ende der 1970er-Jahre zum Ritter geschlagen und hieß fortan Sir Freddie. Er starb am 9. Februar 2006 in Florida.
Die Anfänge: Charter mit Britannia und One-Eleven
Die ersten Flugzeuge waren zwei Bristol Britannia, viermotorige Turboprops, die zuvor bei BOAC geflogen waren. Laker setzte sie anfangs unter anderem im Auftrag von Air France ein. Ab Dezember 1967 kam der erste Jet: die BAC One-Eleven in der Version 300. Fünf Exemplare wurden das Arbeitspferd auf der Kurz- und Mittelstrecke, vor allem für Pauschalreisen ans Mittelmeer.
Laker in Berlin
Für deutsche Spotter besonders spannend: Ab August 1968 stationierte Laker One-Eleven am Flughafen Berlin-Tegel. In der geteilten Stadt durften nur Airlines der drei westlichen Alliierten fliegen – britische Charter-Airlines bedienten deshalb einen großen Teil des Berliner Urlaubsverkehrs. Zur Gruppe gehörte außerdem eine deutsche Veranstalter-Firma, die Laker Holidays GmbH. Mehr zur Rolle des Flughafens in dieser Zeit liest du in der Geschichte des Flughafens Tegel.
1969 kamen zwei gebrauchte Boeing 707 in der Version 707-138B dazu, die ursprünglich Qantas gehört hatten. Damit flog Laker erstmals Langstrecken-Charter. Im selben Jahr gab es einen glimpflich ausgegangenen Zwischenfall: An Bord der One-Eleven G-AVBX brach ein Feuer aus, die Crew brachte die Lage ohne Verletzte unter Kontrolle und erhielt dafür eine königliche Auszeichnung.
Gatwick Handling
1972 gründete Laker gemeinsam mit Dan-Air die Firma Gatwick Handling, die Flugzeuge am Boden abfertigte. Beide Airlines hielten anfangs je die Hälfte. Das zeigt, wie eng die privaten Charter-Airlines in Gatwick damals zusammenarbeiteten.
Die DC-10: Lakers Großraumjet
Im November 1972 übernahm Laker zwei McDonnell Douglas DC-10-10. Damit war die Airline der erste Betreiber der DC-10 außerhalb Nordamerikas. Die Version DC-10-10 war eigentlich für Inlandsstrecken in den USA gedacht und hatte eine geringere Reichweite als die spätere DC-10-30 – für Charterflüge und für den Atlantik reichte sie aber.
Eine dritte DC-10-10 folgte im April 1974, eine vierte 1976. Diese vierte Maschine war ein ehemaliger Prototyp des Herstellers McDonnell Douglas. Anfang 1979 bestellte Laker zwei weitere DC-10-10 und fünf Langstreckenversionen DC-10-30. 1981 flogen elf DC-10 für die Airline – sie waren das Gesicht von Laker und vor allem des Skytrain.
Trijets auf der Wunschliste
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Der Skytrain: Billig über den Atlantik
Sechs Jahre Kampf um eine Lizenz
Freddie Laker stellte seine Idee am 30. Juni 1971 im Londoner Savoy Hotel vor. Der Plan: ein täglicher Linienflug zwischen London und New York, bei dem es keine Reservierung gibt – wer am Abflugtag kommt, kauft ein Ticket und steigt ein, ähnlich wie bei einem Zug. Daher der Name Skytrain. Laker beantragte damals Preise von 32,50 Pfund im Winter und 37,50 Pfund im Sommer pro Strecke.
Was folgte, war ein jahrelanges Ringen. Die etablierten Airlines im IATA-Preiskartell, die britischen Behörden und die US-Luftfahrtbehörde Civil Aeronautics Board mussten zustimmen, und die Genehmigungen wurden immer wieder verzögert, eingeschränkt oder zurückgenommen. Laker zog vor Gericht und erstritt sich am Ende den Start. Auch das neue britisch-amerikanische Luftverkehrsabkommen von 1977, bekannt als Bermuda II, spielte dabei eine Rolle.
26. September 1977: der erste Flug
Am 26. September 1977 startete der erste Skytrain mit einer DC-10 von Gatwick zum Flughafen New York-JFK. Ein Ticket kostete 59 Pfund pro Strecke ab London, in der Gegenrichtung 135 US-Dollar. Das war ein Bruchteil dessen, was die großen Linienairlines verlangten.
Das Konzept war für damalige Verhältnisse ungewöhnlich schlicht:
- Keine Vorausbuchung: Tickets gab es zunächst nur am Abflugtag, Schlangen vor den Verkaufsstellen gehörten zum Bild.
- Alles extra: Essen an Bord kostete zusätzlich – heute normal, damals revolutionär.
- Eine Klasse: Die Großraumjets waren dicht und einheitlich bestuhlt.
- Gatwick statt Heathrow: Laker flog von der eigenen Basis Gatwick, nicht vom großen Drehkreuz Heathrow.
Die Idee funktionierte. Schon im ersten Jahr machte der Skytrain mehr als zwei Millionen Pfund Gewinn.
Mehr Ziele, mehr Flugzeuge
Ab 1978 flog der Skytrain auch nach Los Angeles. Dafür kaufte Laker zwei gebrauchte Boeing 707 der Version 707-351B von Cathay Pacific. Später kamen Miami und 1981 Tampa dazu, außerdem gab es Skytrain-Flüge ab Manchester und Prestwick in Schottland. Im Juli 1979 erlaubte die britische Luftfahrtbehörde CAA dem Skytrain schließlich Buchungen ohne die früheren Einschränkungen, ab Oktober 1980 gab es zusätzlich günstige „Super Economy“-Tarife.
Nicht alle Pläne gingen auf. Laker plante einen „Globetrain“ rund um die Welt, unter anderem über Honolulu, Tokio und Hongkong, scheiterte aber an den nötigen Genehmigungen. Auch in Europa wollte Laker mit Billigflügen angreifen. Die CAA genehmigte schließlich unter anderem Strecken nach Berlin-Tegel und Zürich, doch die Airline brach zusammen, bevor diese Flüge starteten.
1971
Freddie Laker stellt den Skytrain im Savoy Hotel vor und beantragt die Lizenz.
1977
Am 26. September startet der erste Skytrain von Gatwick nach New York-JFK.
1978–1981
Los Angeles, Miami und Tampa kommen dazu, dazu Flüge ab Manchester und Prestwick.
1982
Am 5. Februar bricht Laker Airways zusammen, der Skytrain endet.
Die Flotte im Überblick
Über die gesamte Geschichte flogen diese Typen für Laker Airways:
| Typ | Zeitraum bei Laker | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bristol Britannia 102 | ab 1966 | Erste Charterflüge | Viermotoriger Turboprop, ehemals BOAC |
| BAC One-Eleven 300 | ab 1967 | Kurz- und Mittelstrecke, auch ab Berlin-Tegel | Zwei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk |
| Boeing 707-138B | ab 1969 | Langstrecken-Charter | Kurze 707-Version, ehemals Qantas |
| McDonnell Douglas DC-10-10 | 1972–1982 | Charter und Skytrain | Drittes Triebwerk im Seitenleitwerk |
| Boeing 707-351B | ab etwa 1978 | Skytrain an die US-Westküste | Gestreckte 707-320B, ehemals Cathay Pacific |
| McDonnell Douglas DC-10-30 | ab 1979/80 | Langstrecke | Zusätzliches Hauptfahrwerk in der Rumpfmitte |
| Airbus A300B4 | ab 1981 | Charter in Europa | Zweistrahliger Großraumjet, drei Exemplare |
Den Airbus A300B4 bestellte Laker im September 1978 gleich zehnmal, vor allem für Pläne in Europa. Tatsächlich kamen nur drei Maschinen in die Flotte, bevor die Airline zusammenbrach. Zum Schluss bestand die Flotte aus 20 Flugzeugen, 14 davon Großraumjets.
DC-10-10 oder DC-10-30?
Beide Versionen sehen sich sehr ähnlich. Das sicherste Merkmal ist das Fahrwerk: Die Langstreckenversion DC-10-30 hat ein zusätzliches Hauptfahrwerk in der Rumpfmitte zwischen den beiden Flügelfahrwerken. Bei Laker-Fotos vor 1979 kannst du fast immer von einer DC-10-10 ausgehen.
Woran du Laker Airways erkennst
Die Bemalung von Laker war in Schwarz, Rot und Weiß gehalten. Die Farben stammten aus Freddie Lakers Rennstall – er besaß Rennpferde, und die Jockeyfarben wurden zum Markenzeichen der Airline.
Für die Zuordnung alter Fotos helfen dir diese Schritte:
Farben prüfen
Schwarz-Rot-Weiß und der Schriftzug „Laker“ sprechen für die Airline aus Gatwick.
Typ bestimmen
Britannia oder One-Eleven deuten auf die frühen Jahre, ein A300 auf 1981 oder Anfang 1982.
Skytrain-Titel suchen
Ein „Skytrain“-Schriftzug datiert das Foto in die Zeit ab 1977.
Kennzeichen notieren
Das G-Kennzeichen macht die Aufnahme eindeutig und lässt sich mit Registerdaten abgleichen.
Ein Hinweis zu International Caribbean Airways: Laker war an dieser Airline aus Barbados beteiligt, die ab Ende 1970 flog. Ihre Flugzeuge trugen eigene Titel statt des Laker-Schriftzugs. Fotos davon sind also keine „echten“ Laker-Flugzeuge, auch wenn sie aus demselben Umfeld stammen.
Der Zusammenbruch 1982
Zu schnell gewachsen
Ende der 1970er-Jahre wuchs Laker rasant. Die Gruppe beschäftigte 1981 rund 2.000 Menschen, die Flotte wurde mit DC-10 und A300 stark ausgebaut. Bezahlt wurden die Flugzeuge mit Krediten in US-Dollar. Gleichzeitig hatte Laker nur wenig Eigenkapital als Puffer – deutlich weniger als große Konkurrenten wie British Airways.
Schon 1979 gab es einen Schlag: Nach dem Absturz einer American-Airlines-DC-10 in Chicago entzog die US-Luftfahrtbehörde FAA dem Typ am 6. Juni 1979 die Zulassung, erst am 13. Juli durften DC-10 wieder in den USA fliegen. Für eine Airline, deren Langstrecke fast ganz auf der DC-10 beruhte, war das in der Hochsaison bitter.
Preiskampf und Pfundschwäche
Den entscheidenden Druck brachten die Jahre 1981 und 1982:
- Schwaches Pfund: Das Pfund verlor gegenüber dem Dollar stark an Wert. Lakers Schulden in Dollar wurden dadurch immer teurer.
- Preiskampf: Ab Oktober 1981 senkte Pan Am die günstigsten Economy-Tarife über den Atlantik um bis zu zwei Drittel, British Airways und TWA zogen nach.
- Einbrechende Einnahmen: Zwischen Oktober 1981 und Februar 1982 halbierten sich Lakers Auslastung und Geldzuflüsse ungefähr.
- Gescheiterte Rettung: Gespräche mit McDonnell Douglas und dem Triebwerkshersteller General Electric über eine Rettung scheiterten, nachdem andere europäische DC-10-Betreiber, darunter British Caledonian, Einwände erhoben.
In den frühen Morgenstunden des 5. Februar 1982 war Laker Airways am Ende. Die Pleite mit Schulden von rund 270 Millionen Pfund war damals die größte Firmenpleite Großbritanniens.
Das juristische Nachspiel
Freddie Laker gab nicht auf. Er verklagte eine Reihe großer Airlines, darunter British Airways, British Caledonian, Pan Am und TWA, wegen abgesprochener Kampfpreise, die ihn aus dem Markt drängen sollten. Die Airlines einigten sich außergerichtlich mit ihm, British Airways zahlte zusätzlich eine eigene Summe. Damit konnte Laker seine Gläubiger auszahlen.
Was Laker vorgemacht hat
- Billige Langstrecke für breite Bevölkerungsschichten
- Bezahlung von Extras wie Essen an Bord
- Ein Flughafen jenseits des großen Drehkreuzes
- Einfache Tarife statt komplizierter Preisregeln
Woran Laker gescheitert ist
- Schnelles Wachstum auf Pump in fremder Währung
- Kaum Eigenkapital als Puffer in der Krise
- Abhängigkeit von einem Flugzeugtyp
- Preiskampf gegen viel größere Konkurrenten
Das Erbe von Laker
Laker Airways existierte nur 16 Jahre, hat die Luftfahrt aber nachhaltig verändert. Freddie Laker gilt als einer der Väter des Billigflugs. Viele Prinzipien, die heute bei Ryanair, easyJet oder Norwegian selbstverständlich sind, hat er auf der Langstrecke früh ausprobiert. Wie das Modell heute funktioniert, erklärt der Artikel Wie Billigflieger funktionieren, den Unterschied zwischen Charter und Linie der Artikel Charterflug und Linienflug.
Besonders deutlich ist die Spur bei Virgin Atlantic: Richard Branson suchte bei der Gründung den Rat von Freddie Laker, und Virgin ehrte ihn später mit einem nach ihm benannten Flugzeug. Auch die US-Airline People Express griff Anfang der 1980er-Jahre mit Billigflügen über den Atlantik nach Gatwick die Idee auf.
Der Name Laker tauchte später noch mehrfach auf: Laker Airways (Bahamas) flog ab 1992 von Freeport aus und wurde 2005 aufgelöst. Ab 1996 startete außerdem eine US-Gesellschaft namens Laker Airways Inc. mit gemieteten DC-10-30, unter anderem von Fort Lauderdale nach Gatwick, die 1998 den Betrieb einstellte. Mit der ursprünglichen Laker Airways hatten diese Firmen außer dem Gründer und dem Namen wenig gemeinsam.
Sehr wahrscheinlich die ursprüngliche Laker Airways, wenn …
- eine Britannia, One-Eleven 300, 707 oder A300 mit Laker-Titeln zu sehen ist
- der Schriftzug „Skytrain“ an einer DC-10 steht
- das Foto sicher vor Februar 1982 entstanden ist
Genauer prüfen, wenn …
- eine DC-10-30 mit Laker-Titeln zu sehen ist, aber kein Datum vorliegt
- das Foto in Florida oder auf den Bahamas entstanden ist
Eher nicht die ursprüngliche Laker, wenn …
- ein Typ mit Laker-Titeln zu sehen ist, den die ursprüngliche Laker nie flog
- das Bild aus den 1990er- oder 2000er-Jahren stammt
Laker heute: ein Thema fürs Archiv
Im Flugbetrieb wirst du Laker Airways nie mehr sehen. Umso spannender sind alte Aufnahmen: In den 1970er-Jahren fotografierten viele Spotter in Gatwick, Manchester und Berlin-Tegel, und Laker-Dias tauchen bis heute in Nachlässen und Sammlungen auf. Wer heute selbst in Gatwick steht, findet im Gatwick-Spotterguide die passenden Standorte. Die anderen britischen Airlines dieser Zeit – etwa Dan-Air, British Caledonian oder Air Europe – lohnen ebenfalls einen Blick ins Archiv.
Beim Zuordnen hilft dir der Guide Oldtimer am Himmel erkennen. Und wenn du die DC-10 noch einmal live sehen willst: Nur noch sehr wenige Exemplare sind überhaupt in der Luft, meist in Sonderrollen statt im Passagierdienst – prüf den aktuellen Stand, bevor du eine Tour planst.
Quellen kritisch prüfen
Zu historischen Airlines kursieren viele ungenaue Angaben, etwa zu Flottenzahlen, Daten oder Vergleichssummen. Gleiche Kennzeichen und Aufnahmedaten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du ein Foto endgültig zuordnest.
Häufige Verwechslungen
- Laker für eine reine Billig-Airline halten – im Kern war Laker eine Charter-Airline, der Skytrain war nur ein Teil des Geschäfts.
- Jede Laker-DC-10 einem Skytrain-Flug zuordnen – dieselben Jets flogen auch Charter für Reiseveranstalter.
- Laker Airways (Bahamas) mit dem Original verwechseln – die Bahamas-Airline flog von 1992 bis 2005 und war eine eigene Gesellschaft.
- International Caribbean Airways für Laker halten – Laker war beteiligt, die Flugzeuge trugen aber eigene Titel.
- GK für einen heutigen Laker-Code halten – der Code gehörte Laker bis 1982, heutige Flugnummern mit GK haben damit nichts zu tun.
- DC-10-10 und DC-10-30 gleichsetzen – das zusätzliche Mittelfahrwerk verrät die Langstreckenversion.
Alte Schätze, neue Sammlung
Poste deine historischen Aufnahmen mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community darüber aus und finde andere Fans britischer Luftfahrtgeschichte. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Laker Airways war eine Gatwick-Charter-Airline mit einer großen Idee. Mit dem Skytrain bewies Freddie Laker ab 1977, dass Flüge über den Atlantik für 59 Pfund funktionieren können – und legte damit einen Grundstein für das heutige Billigflug-Geschäft. Schnelles Wachstum auf Kredit, ein schwaches Pfund und ein harter Preiskampf der großen Airlines brachten Laker im Februar 1982 zu Fall. Für dich als Spotter lebt die Airline in Fotos weiter: Schwarz-Rot-Weiß, eine DC-10 mit Skytrain-Titeln und ein G-Kennzeichen – damit ordnest du solche Bilder sicher ein.
Kurzfazit
Laker Airways (IATA GK, ICAO LKR) war eine historische britische Airline von 1966 bis 1982 mit Basis Gatwick. Berühmt durch den Skytrain nach New York, geprägt von der DC-10 – und ein Vorbild für die Billigflieger von heute.
Zusammenfassung
- Laker Airways war im Kern eine Charter-Airline, wurde aber durch den Skytrain berühmt, den ersten Billigflug über den Nordatlantik.
- Freddie Laker kämpfte fast sechs Jahre mit Behörden und Regierungen, bis der Skytrain 1977 abheben durfte.
- Viele heutige Low-Cost-Airlines berufen sich auf Laker als Vorbild – auch Richard Branson bei der Gründung von Virgin Atlantic.
- Für Spotter ist Laker heute ein Archiv-Thema: Dias und Fotos aus Gatwick, Manchester, Berlin und New York, sauber zugeordnet über Typ, Kennzeichen und Datum.
Häufige Fragen
Wann gab es Laker Airways?
Freddie Laker gründete Laker Airways 1966, im Juli 1966 begann der Flugbetrieb. Am 5. Februar 1982 brach die Airline zusammen und stellte den Betrieb ein. Spätere Firmen mit dem Namen Laker, etwa Laker Airways (Bahamas) von 1992 bis 2005, waren eigene Gesellschaften.
Welche Codes hatte Laker Airways?
Laker Airways flog mit dem IATA-Code GK und dem ICAO-Code LKR. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „LAKER“. Da IATA-Codes nach dem Ende einer Airline neu vergeben werden können, solltest du alte Flugnummern immer im zeitlichen Zusammenhang lesen.
Was war der Laker Skytrain?
Der Skytrain war ein Billig-Linienflug über den Atlantik. Der erste Flug ging am 26. September 1977 von London-Gatwick nach New York-JFK. Ein Ticket kostete 59 Pfund pro Strecke ab London, ab New York 135 US-Dollar. Tickets gab es nur am Abflugtag, Essen kostete extra. Später kamen Los Angeles, Miami und Tampa dazu.
Welche Flugzeuge flog Laker Airways?
Den Anfang machten 1966 zwei Bristol Britannia. Ab Dezember 1967 kam die BAC One-Eleven 300 für die Kurzstrecke, 1969 die ersten Boeing 707. Ab November 1972 flog Laker die McDonnell Douglas DC-10-10, später auch die DC-10-30. Zuletzt kamen Airbus A300B4 dazu. 1981 bestand die Flotte aus elf DC-10, drei A300, zwei 707 und vier One-Eleven.
Warum ist Laker Airways pleitegegangen?
Mehrere Dinge kamen zusammen: Laker hatte für viel Geld neue DC-10 und A300 bestellt, die in US-Dollar bezahlt werden mussten, während das Pfund ab 1981 deutlich an Wert verlor. Ab Oktober 1981 senkten Pan Am und danach British Airways und TWA ihre Atlantik-Preise stark. Lakers Auslastung und Einnahmen brachen ein. Eine Rettung mit McDonnell Douglas und General Electric scheiterte, und am 5. Februar 1982 war Schluss.
Was hatte Laker Airways mit Berlin zu tun?
Ab August 1968 stationierte Laker BAC One-Eleven am Flughafen Berlin-Tegel und flog von dort Urlaubscharter. Zur Gruppe gehörte außerdem eine deutsche Veranstalter-Firma, die Laker Holidays GmbH. Freddie Laker selbst war schon zur Zeit der Luftbrücke 1948/49 im Luftfahrtgeschäft aktiv.
Hat Laker Airways andere Airlines beeinflusst?
Ja. Laker gilt als Pionier der Billig-Langstrecke und als frühes Vorbild für das No-Frills-Modell, das später Airlines wie Ryanair, easyJet oder Norwegian groß gemacht haben. Richard Branson ließ sich bei der Gründung von Virgin Atlantic von Laker beraten.
Kann ich Laker-Flugzeuge heute noch sehen?
Im Linienbetrieb nicht. Die Airline existiert seit 1982 nicht mehr, und ihre Typen sind aus dem Passagierdienst weitgehend verschwunden. Laker begegnet dir heute auf historischen Fotos, Dias und in Logbüchern. Wenn du solche Aufnahmen digitalisierst, halte Kennzeichen, Typ, Ort und Datum sauber fest.
Laker Airways im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
McDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
FlugzeugtypAirbus A300B4
Die A300B4 war die Version, mit der Airbus wirklich ins Geschäft kam: mehr Treibstoff, mehr Reichweite, und 1978 der Durchbruch in den USA. Heute ist sie eine Rarität, die fast nur noch als Frachter unterwegs ist.
FlugzeugtypBAC One-Eleven
Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.
FlugzeugtypBristol Britannia
Vier Proteus-Turboprops, ein langer, schlanker Rumpf und ein leiser Auftritt, der ihr den Spitznamen Whispering Giant einbrachte: Die Britannia war Großbritanniens Langstrecken-Turboprop – und kam einige Jahre zu spät.
FlugzeugtypBoeing 707-120
Vier Triebwerke an schlanken Pylonen, ein stark gepfeilter Flügel und ein kurzes, frühes Seitenleitwerk: Die 707-120 war die erste Serienversion der Boeing 707 und brachte ab 1958 den Düsenjet in den Alltag. So erkennst du sie und grenzt sie von der 707-320 ab.
FlugzeugtypBoeing 707-320 Intercontinental
Vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln, ein spitzer Antennendorn auf der Seitenflosse und Platz für den Nordatlantik: Die 707-320 Intercontinental war die erste echte Langstrecken-707. Als Airliner ist sie Geschichte – als AWACS, Tanker und Museumsstück lebt sie weiter.
Weitere Airlines
British Caledonian
Historische britische Airline mit Basis Gatwick: BCal flog von 1970 bis 1988 mit One-Eleven, DC-10 und Boeing 747 nach Afrika, Amerika und Asien, bevor British Airways sie übernahm.
NetzwerkBritish Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
NetzwerkVirgin Atlantic
Die britische Langstrecken-Airline mit dem roten Leitwerk: 1984 von der Virgin Group gestartet, Drehkreuz London-Heathrow, seit 2023 in SkyTeam und mit einer reinen Flotte aus zweistrahligen Großraumjets.
CharterDan-Air
Historische britische Charter- und Linienairline (1953–1992) mit Basis London-Gatwick: Dan-Air betrieb die größte Comet-Flotte der Welt, brachte die BAe 146 in den Liniendienst und flog jahrzehntelang ab Berlin-Tegel. 1992 ging sie für ein symbolisches Pfund an British Airways.
FerienfliegerAir Europe
Historische britische Ferien- und Linienairline (1978–1991) aus Gatwick: Air Europe flog für den Reiseveranstalter Intasun mit fabrikneuen Boeing 737 und 757, baute eine europäische Airline-Gruppe auf und stellte im März 1991 schlagartig den Betrieb ein.
Low-CostPeople Express
Historische US-Low-Cost-Airline (1981–1987) aus Newark: People Express flog gebrauchte Lufthansa-737, verkaufte Tickets an Bord, brachte Jumbos für 149 Dollar nach London-Gatwick – und ging nach rasantem Wachstum in Continental auf.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen London-Gatwick
Eine einzige Hauptbahn, über 40 Millionen Passagiere im Jahr und orange Airbusse im Minutentakt: Gatwick ist Londons zweitgrößter Flughafen und ein Lehrstück dafür, wie viel Verkehr eine Bahn tragen kann. Für Spotter heißt das: kaum Leerlauf, viel easyJet, dazu Langstrecke von TUI, Norse, British Airways und den Golf-Carriern.
HerstellerMcDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
FlughafenFlughafen New York JFK
Vom Golfplatz Idlewild zum wichtigsten Tor der USA nach Übersee: vier Bahnen an der Jamaica Bay, Drehkreuze von Delta, American und JetBlue, Airlines aus aller Welt – und mit dem TWA Hotel ein Stück Luftfahrtgeschichte direkt am Vorfeld.
FlughafenFlughafen Berlin-Tegel
Historischer Flughafen im Norden Berlins: 1948 während der Luftbrücke gebaut, ab 1974 mit dem berühmten Sechseck-Terminal, jahrzehntelang Tor der Alliierten nach West-Berlin und Heimat von Air Berlin – bis zum letzten Linienflug am 8. November 2020.
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