People Express

Historische US-Low-Cost-Airline (1981–1987) aus Newark: People Express flog gebrauchte Lufthansa-737, verkaufte Tickets an Bord, brachte Jumbos für 149 Dollar nach London-Gatwick – und ging nach rasantem Wachstum in Continental auf.

Auch bekannt als: PEOPLExpress · People Express Airlines · People's Express · PE

USAUSALow-Cost-AirlinesIATA: PEICAO: PEX11 Min. Lesezeit

PE

IATA-Code

1981–1987

Jahre Flugbetrieb

149 $

Einfacher Flug Newark–Gatwick 1983

3 $

Gebühr pro aufgegebenem Koffer

Das Wichtigste in Kürze

  • People Express war eine historische US-Low-Cost-Airline aus Newark, die vom 30. April 1981 bis zum 1. Februar 1987 flog.
  • Gründer Don Burr kam von Texas International und machte jeden Mitarbeiter zum Miteigentümer und „Manager“.
  • Das Prinzip war radikal einfach: ein Preis pro Strecke, Bezahlung an Bord, 3 Dollar pro Koffer, Snacks gegen Geld.
  • Ab dem 26. Mai 1983 flog People Express mit Boeing 747 von Newark nach London-Gatwick – für 149 Dollar pro Strecke.
  • Zu schnelles Wachstum, die Frontier-Übernahme und die Preisoffensive der großen Airlines führten 1986 zum Verkauf an Texas Air.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.People Express im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Das Geschäftsmodell: einfach, billig, anders
  4. 4.149 Dollar nach London: der Jumbo nach Gatwick
  5. 5.Die Flotte: alles aus zweiter Hand
  6. 6.Wachstum im Zeitraffer
  7. 7.Warum People Express scheiterte
  8. 8.Das Ende: Texas Air und Continental
  9. 9.Woran du People-Express-Aufnahmen erkennst
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodePE
ICAO-CodePEX
RufzeichenPEOPLE
DrehkreuzeEWR
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 1. Februar 1987 in Continental Airlines aufgegangen
GeschäftsmodellLow-Cost-Airline mit einfachen Tarifen, Ticketverkauf an Bord und Gebühren für Extras
SitzNorth Terminal am Flughafen Newark, New Jersey
GründerDonald „Don“ Burr, zuvor Präsident von Texas International Airlines
ZulassungInlandslizenz im Oktober 1980, erster Linienflug am 30. April 1981
DrehkreuzeNewark (EWR), nach der Frontier-Übernahme zusätzlich Denver; Baltimore als wichtiger Außenposten
Flotte zum SchlussBoeing 737-100 und 737-200, Boeing 727-200, Boeing 747-100 und 747-200B
ÜbernahmenFrontier Airlines (1985), später Britt Airways und Provincetown-Boston Airline
EndeVerkauf an Texas Air Corporation 1986, Verschmelzung mit Continental am 1. Februar 1987

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich People Express?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „PEOPLExpress“ in einem Wort, „PEOPLE“ in Großbuchstaben
  • Boeing 737-100 mit kurzem Rumpf – ehemalige Lufthansa-Maschinen mit Kennzeichen von N401PE bis N417PE
  • Boeing 747 auf Newark–London-Gatwick, die erste mit dem Kennzeichen N602PE (ex Braniff)
  • Zahlreiche Boeing 727-200 aus zweiter Hand, unter anderem von Delta, Braniff und Alitalia
  • US-Kennzeichen mit N, bei vielen Jets mit der Endung PE

Ein Jumbo, der von New Jersey nach London fliegt, und das Ticket kostet weniger als eine Zugfahrt quer durch die USA: Mitte der 1980er-Jahre war das kein Werbegag, sondern Alltag bei People Express. Die Airline aus Newark stellte die Regeln des US-Luftverkehrs auf den Kopf. Sie verkaufte Tickets an Bord, verlangte Geld für Koffer und Snacks und wuchs in wenigen Jahren zu einer der größten Airlines des Landes. Sechs Jahre nach dem Start war sie wieder verschwunden. Hier erfährst du, wie People Express funktionierte, welche Flugzeuge sie flog und wie du alte Aufnahmen sicher einordnest.

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People Express im Überblick

People Express war eine historische US-Low-Cost-Airline mit Sitz am Flughafen Newark in New Jersey, direkt vor den Toren New Yorks. Gegründet wurde sie von Don Burr, der zuvor Präsident von Texas International Airlines gewesen war. Nach dem Gesetz zur Deregulierung des US-Luftverkehrs von 1978 sah er die Chance für eine völlig neue Art von Airline. Im Oktober 1980 bekam People Express die Lizenz für Inlandsflüge.

Den Betrieb finanzierte Burr ungewöhnlich: Noch vor dem ersten Flug brachte ein Börsengang rund 24 Millionen Dollar ein. Als Basis mietete People Express das damals leerstehende North Terminal in Newark, die Büros lagen buchstäblich unter dem Dach des Terminals.

Am 30. April 1981 startete der Linienbetrieb mit drei gebrauchten Boeing 737 von Newark nach Buffalo, Columbus und Norfolk. Einen Monat später kamen Jacksonville und Cleveland dazu, noch 1981 folgten Strecken nach Florida. Am 1. Februar 1987 endete die Geschichte mit der Verschmelzung in Continental Airlines.

PEIATA-Code von People Express
PEXICAO-Code
EWRHeimatflughafen Newark

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code PE: stand in den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code PEX: kennzeichnete People Express im Flugplan der Flugsicherung.
  • Rufzeichen PEOPLE: so meldeten sich die Crews im Funk – kurz und passend zum Markenauftritt.
  • Kennzeichen N: Alle Flugzeuge waren in den USA registriert, viele mit der Endung „PE“, etwa N407PE oder N602PE.

Die Schreibweise der Marke war „PEOPLExpress“ – in einem Wort, mit „PEOPLE“ in Großbuchstaben. Wer auf alten Fotos nach dem Namen sucht, sollte beide Varianten im Kopf haben. Mehr Geschichten hinter Funknamen findest du im Artikel über Airline-Rufzeichen.

Das Geschäftsmodell: einfach, billig, anders

People Express war in vielem ein Vorläufer dessen, was heute jeder Billigflieger macht. Wie das Modell grundsätzlich funktioniert, erklärt der Guide Wie Billigflieger funktionieren. Bei People Express sah es Anfang der 1980er-Jahre so aus:

  • Ein Preis pro Strecke: Statt eines Tarifdschungels gab es einen Preis, außerhalb der Spitzenzeiten etwas günstiger.
  • Bezahlung an Bord: Viele Passagiere bezahlten ihr Ticket erst im Flugzeug, das sparte Personal am Boden.
  • Koffer gegen Gebühr: Ein Handgepäckstück war frei, jeder aufgegebene Koffer kostete 3 Dollar – als erste US-Airline überhaupt.
  • Snacks zum Kaufen: Softdrinks und Erdnüsse kosteten 50 Cent, Bier einen Dollar, ein Snackpaket zwei Dollar. Warme Mahlzeiten gab es nicht.
  • Gebrauchte Flugzeuge: Statt neuer Jets kaufte People Express ältere Maschinen günstig und baute dichtere Kabinen ein.

Jeder ein Manager

Mindestens so ungewöhnlich wie die Tarife war die Firmenkultur. Burr behandelte die Belegschaft als Miteigentümer: Mitarbeiter wurden ermutigt, verbilligte Aktien zu kaufen, und waren am Gewinn beteiligt. Jeder galt als „Manager“, wurde breit ausgebildet und wechselte zwischen Aufgaben, damit alle mit Kunden in Kontakt kamen. Diese Ideen machten People Express zum Lieblingsfall von Wirtschaftshochschulen – und Burr landete 1986 auf dem Titel des Time Magazine.

Vorbild für spätere Gründer

Das Modell von People Express prägte spätere Airline-Gründer – auch David Neeleman, der Gründer von JetBlue, tauschte sich mit Don Burr aus. Wer heute für einen Koffer extra zahlt, begegnet einer Idee, die People Express in den USA salonfähig gemacht hat.

149 Dollar nach London: der Jumbo nach Gatwick

Das berühmteste Kapitel begann am 26. Mai 1983. People Express eröffnete die Nonstop-Strecke von Newark nach London-Gatwick – mit einer geleasten Boeing 747-227B, die zuvor bei Braniff geflogen war. Das Kennzeichen lautete N602PE. Der einfache Flug kostete ab 149 Dollar, die ersten Flüge waren sofort ausverkauft.

Der Zeitpunkt war kein Zufall. Gut ein Jahr zuvor, im Februar 1982, war Laker Airways mit ihrem „Skytrain“ pleitegegangen – dem bekanntesten Billigangebot über den Atlantik. Don Burr ließ sich nach gängiger Darstellung von Laker-Gründer Freddie Laker inspirieren. People Express füllte die Lücke und zeigte, dass ein Jumbo voller Sparpreis-Passagiere über den Atlantik funktionieren kann.

Strecke Start Flugzeug Preis zum Start
Newark–London-Gatwick 26. Mai 1983 Boeing 747-227B (ex Braniff) ab 149 $ pro Strecke
Newark–Brüssel 2. August 1985 Boeing 747 149 $, bis Ende September 1985 als Angebot 99 $
Newark–Los Angeles und Oakland 1980er-Jahre Boeing 747 Kampfpreise im Inland

Die 747 setzte People Express nicht nur über den Atlantik ein, sondern auch auf langen Inlandsstrecken an die Westküste und nach Denver. Später kam auf den Jumbos eine erste Klasse hinzu. Wie sich die verschiedenen 747-Versionen unterscheiden, zeigt der Guide Boeing 747-100 bis 747-8. Wenn du heute in Gatwick fotografierst, hilft dir der Spotting-Guide für Gatwick.

Jumbos im Anflug

Die People-Express-747 fliegen nicht mehr – andere Jumbos schon. Setz die Boeing 747 auf deine Wunschliste und lass dich bei Anflug oder Landung benachrichtigen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Die Flotte: alles aus zweiter Hand

People Express kaufte fast ausschließlich gebrauchte Flugzeuge – vor allem von Airlines, die gerade modernisierten. Zum Ende der Airline sah die Jetflotte laut gängigen Übersichten so aus:

Typ Anzahl Sitze (ca.) Herkunft Spotter-Hinweis
Boeing 737-100 17 118 Lufthansa Kürzeste 737, Baujahre 1968/69
Boeing 737-200 5 130 verschiedene Etwas längerer Rumpf als die -100
Boeing 727-200 50 185 Delta, Braniff, Alitalia u. a. Drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk
Boeing 747-100 3 435 u. a. Alitalia Langstrecke und Transatlantik
Boeing 747-200B 6 435 u. a. Braniff, Alitalia Äußerlich kaum von der -100 zu unterscheiden

Die Lufthansa-737

Am Anfang standen 17 Boeing 737-100, die People Express von Lufthansa übernahm. Lufthansa war Erstkunde der 737 und gab die kleinen -100 ab, als größere Versionen kamen. Laut der französischen Wikipedia kostete jede Maschine rund 4,1 Millionen Dollar, inklusive neuer Lackierung und dichterer Bestuhlung. Die erste Maschine, N407PE, kam im März 1981 an, die übrigen folgten bis 1982. Die Kennzeichen reichten von N401PE bis N417PE.

Durch den Ausbau der Bordküchen und eine engere Bestuhlung passten deutlich mehr Passagiere hinein als bei Lufthansa. Nach 1987 flogen die Maschinen noch einige Jahre bei Continental, die meisten wurden um 1990/91 ausgemustert. Drei gingen nach Mexiko. Wie du die 737-100 von späteren Generationen unterscheidest, erklärt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX.

727 und Jumbos

Ab 1983 wuchs die Flotte rasant. Die Boeing 727-200 wurde zum zahlenmäßig wichtigsten Typ, ergänzt durch einige Boeing 737-200. Für die langen Strecken kaufte People Express Jumbos von Alitalia – eine Boeing 747-100 und zwei Boeing 747-200 – und leaste weitere. Die Rolle des Jumbos in der Luftfahrt beschreibt die Geschichte der Boeing 747.

Wachstum im Zeitraffer

Kaum eine Airline wuchs so schnell wie People Express. Die Verkehrsleistung in Millionen Passagierkilometern zeigt das deutlich:

Jahr Passagierkilometer (Mio.)
1981 650
1982 2.502
1983 5.902
1984 12.391
1985 17.638

Ende 1984 hatte People Express rund 4.000 Beschäftigte und über 70 Flugzeuge, 1981 waren es noch etwa 250 Leute und drei Jets. Im Herbst 1986 umfasste das Streckennetz gut 40 Städte.

Im Oktober 1985 kaufte People Express die alteingesessene Frontier Airlines aus Denver, später kamen die Regionalairlines Britt Airways und Provincetown-Boston Airline dazu. Damit hatte die Airline ein zweites Drehkreuz im Westen der USA. Wichtig für Spotter und Leser: Diese Frontier ist nicht die heutige Frontier Airlines, die erst 1994 neu gegründet wurde.

Warum People Express scheiterte

Das Reservierungsproblem

Das Wachstum überforderte die Technik. People Express hatte lange nur ein einfaches Buchungssystem per Telefon. 1984 kamen laut der französischen Wikipedia täglich rund 6.000 Anrufer nicht durch, weil die Leitungen überlastet waren. Jeder verlorene Anruf war ein verlorener Kunde.

Die Antwort der Großen

Die etablierten Airlines lernten schnell. Ab Januar 1985 bot American Airlines mit den „Ultimate Super Saver“-Tarifen gezielt Billigpreise an – aber nur für einen Teil der Sitze, gesteuert durch moderne Computersysteme. Damit konnte American auf genau den Strecken von People Express mithalten, ohne die eigenen Einnahmen insgesamt zu ruinieren. People Express verlor erstmals Passagiere.

Frontier als Klotz am Bein

Frontier passte nicht zum Modell. Die Stammkunden in Denver mochten das Billig-Konzept nicht, die Konkurrenz durch United und Continental war hart, und Frontier schrieb weiter Verluste. Ein geplanter Verkauf an United kam 1986 nicht zustande. Am 24. August 1986 stellte Frontier den Flugbetrieb ein, wenige Tage später folgte der Insolvenzantrag.

Kurswechsel zu spät

1986 versuchte People Express, sich neu zu erfinden: mit einer ersten Klasse auf den 747, einem Vielfliegerprogramm und flexibleren Preisen. Doch damit gab die Airline ihren größten Vorteil auf – die Einfachheit – und kam trotzdem nicht aus den Verlusten.

Was von People Express blieb

  • Der Beweis, dass Billigtarife Millionen neue Fluggäste schaffen
  • Gepäckgebühren und Bordverkauf als Standard der Low-Cost-Welt
  • Das Terminal in Newark als Keimzelle eines großen Drehkreuzes
  • Ein Lehrstück für Management und Wachstum an Wirtschaftsschulen

Was People Express zum Verhängnis wurde

  • Wachstum schneller als Technik und Organisation
  • Kein modernes Buchungs- und Preissystem
  • Die verlustreiche Übernahme von Frontier
  • Gezielte Preisangriffe der großen Netzwerk-Airlines

Das Ende: Texas Air und Continental

Im September 1986 wurde bekannt, dass die Texas Air Corporation von Frank Lorenzo People Express übernimmt – ausgerechnet Burrs früherer Chef bei Texas International. Der Preis lag bei rund 125 Millionen Dollar in bar, Schuldscheinen und übernommenen Schulden; die Reste von Frontier kaufte Texas Air für 176 Millionen Dollar separat.

Am 1. Februar 1987 wurden People Express, New York Air und Continental unter dem Namen Continental zusammengeführt. Die Flugzeuge flogen zunächst mit ihren alten Kennzeichen für Continental weiter. People Express hatte das bis dahin ungenutzte Terminal C in Newark bereits für das wachsende Drehkreuz übernommen; es ging 1988 fertig in Betrieb und wurde zur Heimat von Continental. Das alte North Terminal wurde 1997 abgerissen. Seit der Fusion von Continental mit United ist Newark ein großes United-Drehkreuz.

Woran du People-Express-Aufnahmen erkennst

Bei alten Fotos hilft ein klares Vorgehen. Wie du Klassiker grundsätzlich bestimmst, zeigt der Guide Oldtimer am Himmel erkennen.

Schriftzug suchen

„PEOPLExpress“ in einem Wort am Rumpf ist das sicherste Merkmal.

Typ bestimmen

737-100, 737-200, 727-200 oder 747? Eine 747 deutet auf Gatwick, Brüssel oder lange Inlandsstrecken ab 1983.

Kennzeichen lesen

N401PE bis N417PE sind die Lufthansa-737, N602PE ist der erste Gatwick-Jumbo.

Datum prüfen

Zwischen April 1981 und Februar 1987 – danach fliegen die Maschinen für Continental.

Sehr wahrscheinlich People Express, wenn …

  • eine 737-100 mit Kennzeichen auf „PE“ in Newark zu sehen ist
  • eine 747 mit „PEOPLExpress“-Titeln in Gatwick oder Brüssel steht
  • das Foto zwischen 1981 und Anfang 1987 entstanden ist

Genauer prüfen, wenn …

  • ein PE-Kennzeichen in Continental-Farben auftaucht – das ist schon die Zeit nach der Fusion
  • eine Frontier-Maschine aus Denver 1985/86 zu sehen ist – sie gehörte People Express, flog aber unter eigenem Namen

Eher nicht die Original-People-Express, wenn …

  • das Foto aus dem Jahr 2014 stammt – das war eine kurzlebige Neugründung aus Newport News

Quellen kritisch prüfen

Zu People Express kursieren abweichende Angaben, etwa zu Sitzzahlen der 747 oder zum Start einzelner Strecken. Gleiche Kennzeichen und Aufnahmedaten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du eine Aufnahme endgültig zuordnest.

Häufige Verwechslungen

  • Die Frontier von 1985 mit der heutigen Frontier gleichsetzen – die heutige Airline ist eine Neugründung von 1994.
  • People Express mit Laker Airways verwechseln – Laker war britisch und flog mit dem Skytrain bis Anfang 1982, People Express kam erst 1983 nach Gatwick.
  • 737-100 und 737-200 vertauschen – die -100 ist sichtbar kürzer, bei People Express stammen alle -100 von Lufthansa.
  • 747-100 und 747-200 am Foto unterscheiden wollen – äußerlich sind sie kaum zu trennen, das Kennzeichen hilft mehr.
  • Die Neugründung von 2014 für die Original-Airline halten – sie hat mit der Airline aus Newark rechtlich nichts zu tun.
  • People Express mit Tower Air verwechseln – Tower Air war eine andere New Yorker Billig-Airline mit 747, die ab 1983 flog.

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Fazit

People Express war die Airline, die den Billigflug in den USA zum Massenprodukt machte. Gebrauchte Lufthansa-737, Koffer für 3 Dollar und ein Jumbo nach London für 149 Dollar – das war 1983 eine Sensation. Doch das Tempo wurde zum Problem: Technik, Organisation und die Frontier-Übernahme hielten nicht mit, und die großen Airlines schlugen mit klügeren Preissystemen zurück. Nach knapp sechs Jahren ging People Express in Continental auf. Für dich als Spotter lebt die Airline in Fotos aus Newark, Gatwick und Brüssel weiter – mit Typ, Kennzeichen und Datum ordnest du jede Aufnahme sicher ein.

Kurzfazit

People Express (IATA PE, ICAO PEX) war eine historische US-Low-Cost-Airline aus Newark von 1981 bis 1987. Bekannt für Ticketverkauf an Bord, gebrauchte Lufthansa-737 und 747-Flüge nach London-Gatwick für 149 Dollar – und nach zu schnellem Wachstum in Continental aufgegangen.

Zusammenfassung

  • People Express gilt als einer der ersten echten Billigflieger der Deregulierungs-Ära und als Vorbild für viele spätere Low-Cost-Airlines.
  • Für Spotter ist die Airline ein reines Archiv-Thema: Fotos aus Newark, Gatwick, Brüssel und Denver aus den Jahren 1981 bis 1987.
  • Die Flotte stammte aus zweiter Hand: frühe 737-100 von Lufthansa, dazu 727-200 und Jumbos, unter anderem von Alitalia und Braniff.
  • Mit dem Ende von People Express wuchs Continental in Newark stark – das Fundament des heutigen United-Drehkreuzes dort.

Häufige Fragen

Wann gab es People Express?

Don Burr bereitete die Airline 1980 vor, im Oktober 1980 erhielt sie die Lizenz für Inlandsflüge. Der erste Linienflug fand am 30. April 1981 statt. Im September 1986 wurde der Verkauf an Texas Air bekannt, am 1. Februar 1987 ging People Express in Continental Airlines auf. Eine spätere Neugründung unter dem Namen People Express flog 2014 nur wenige Monate ab Newport News und hat mit der Original-Airline nichts zu tun.

Welche Codes hatte People Express?

People Express flog mit dem IATA-Code PE, dem ICAO-Code PEX und dem Rufzeichen „PEOPLE“. Alle Flugzeuge waren in den USA registriert und trugen ein N-Kennzeichen, viele mit der Endung PE.

Was kostete ein Flug nach London?

Als People Express am 26. Mai 1983 die Strecke Newark–London-Gatwick eröffnete, kostete der einfache Flug ab 149 Dollar. Die Flüge waren schnell ausverkauft. Später kam auf den 747 eine erste Klasse dazu.

Welche Flugzeuge flog People Express?

Den Start machten gebrauchte Boeing 737-100 von Lufthansa, insgesamt 17 Stück. Ab 1983 kamen Boeing 747 und eine große Zahl Boeing 727-200 hinzu, außerdem einige 737-200. Zum Schluss bestand die Jetflotte laut gängigen Übersichten aus 50 Boeing 727-200, 17 Boeing 737-100, 5 Boeing 737-200, 3 Boeing 747-100 und 6 Boeing 747-200B.

Warum musste man für Koffer bezahlen?

Das gehörte zum Geschäftsmodell. Handgepäck war frei, für jeden aufgegebenen Koffer verlangte People Express 3 Dollar – als erste US-Airline. Auch Getränke und Snacks kosteten extra, Tickets wurden oft erst an Bord bezahlt. So blieb der Grundpreis niedrig.

Warum scheiterte People Express?

Mehrere Gründe kamen zusammen: Die Airline wuchs extrem schnell, das Reservierungssystem kam nicht hinterher, und die großen Airlines antworteten ab 1985 mit gezielten Billigtarifen. Dazu kam die teure Übernahme von Frontier Airlines in Denver, die weiter Verluste schrieb und im August 1986 den Flugbetrieb einstellte. Im Herbst 1986 verkaufte sich People Express an die Texas Air Corporation.

Was hat People Express mit Continental und United zu tun?

Texas Air besaß auch Continental Airlines. Am 1. Februar 1987 wurden People Express, New York Air und Continental unter dem Namen Continental zusammengeführt. Newark wurde damit zum großen Drehkreuz von Continental. Seit der Fusion von Continental mit United 2010 ist Newark ein großes United-Drehkreuz.

Ist die heutige Frontier Airlines die von People Express übernommene Frontier?

Nein. Die Frontier, die People Express 1985 übernahm, war die ursprüngliche Airline aus Denver und stellte 1986 den Betrieb ein. Die heutige Ultra-Low-Cost-Airline Frontier wurde erst 1994 neu gegründet und nutzt nur den Namen.

People Express im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugtypen in der Flotte

Weitere Airlines

Netzwerk

Continental Airlines

Historische US-Netzwerkairline: 1934 als Varney Speed Lines gegründet, später mit Drehkreuzen in Newark, Houston, Cleveland und Guam – und seit der Fusion 2010 bis 2012 in United aufgegangen, deren Globus-Design von Continental stammt.

Low-Cost

Laker Airways

Historische britische Airline von Freddie Laker: Ab Gatwick flog sie Charter mit One-Eleven und DC-10 und startete 1977 mit dem Skytrain den ersten Billigflug über den Atlantik. 1982 brach sie zusammen.

Netzwerk

Braniff International Airways

Historische US-Airline aus Dallas (1928–1982): Braniff machte Flugzeuge zur Kunst, ließ Alexander Calder Jets bemalen, flog als einzige US-Airline Concorde – und stellte nach rasanter Expansion im Mai 1982 den Betrieb ein.

Low-Cost

Southwest Airlines

Die Low-Cost-Pionierin aus Dallas: seit 1971 in der Luft, größter Boeing-737-Betreiber der Welt und Vorbild für Ryanair und Co. – mit einer Flotte, die nur aus einem Typ besteht, und Sonderlackierungen für ganze US-Bundesstaaten.

Low-Cost

Tower Air

Historische US-Airline aus New York (1983–2000): Tower Air flog ausschließlich Boeing 747, verband JFK mit Tel Aviv und Europa, flog für das US-Militär und Hajj-Pilger – und scheiterte am Ende an Alter, Wartung und Schulden.

Low-Cost

JetBlue Airways

Die New Yorker Airline zwischen Low-Cost und Netzwerk: reine Airbus-Flotte, bunte Leitwerksmuster in Blautönen, die Mint-Kabine – und seit 2021 Schmalrumpf-Transatlantikflüge nach London, Paris, Amsterdam, Dublin und Edinburgh.

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