Das Wichtigste in Kürze
- Erster Senkrechtstarter im Truppendienst: Die RAF stellte den Harrier am 1. April 1969 bei No. 1 Squadron in Wittering in Dienst.
- Das Herz ist das Pegasus: Ein einziges Triebwerk mit vier schwenkbaren Düsen erzeugt Auftrieb und Vortrieb.
- Vom Versuchsträger zur Serie: P.1127 ab 1960, Kestrel mit einer britisch-amerikanisch-westdeutschen Erprobungsstaffel ab 1964, Harrier GR.1 ab 1967.
- Der Sea Harrier von British Aerospace machte das Konzept trägertauglich und erzielte im Falklandkrieg 1982 20 Luftsiege ohne Verlust im Luftkampf.
- Heute ein Museumstyp: Fliegende Exemplare der ersten Generation gibt es nicht mehr im Dienst, dafür viele Ausstellungsstücke – auch in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Der Harrier in einem Satz
- 2.Vom P.1127 zum Harrier: der lange Weg
- 3.Die Versionen der ersten Generation
- 4.Truppendienst: RAF, Marines, Spanien, Thailand
- 5.Der Sea Harrier: Jump Jet für die Royal Navy
- 6.So erkennst du Harrier und Sea Harrier
- 7.Wo du Harrier heute siehst
- 8.Fototipps für Museums-Harrier
- 9.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Hawker Siddeley (Harrier), British Aerospace (Sea Harrier) |
|---|---|
| Rolle | V/STOL-Erdkampf- und Aufklärungsflugzeug (Harrier), trägergestützter Jäger (Sea Harrier) |
| Vorläufer | P.1127 (erster gefesselter Schwebeflug 21. Oktober 1960), Kestrel FGA.1 (Erstflug 7. März 1964) |
| Erstflug Harrier GR.1 | 28. Dezember 1967 |
| Indienststellung | 1. April 1969, No. 1 Squadron RAF in Wittering |
| Erstflug Sea Harrier | 20. August 1978 in Dunsfold |
| Gebaut | 278 Harrier der ersten Generation, 98 Sea Harrier |
| Triebwerk | 1 × Rolls-Royce Pegasus mit vier schwenkbaren Düsen, rund 96 kN (Pegasus 103 im GR.3) |
| Länge / Spannweite / Höhe (GR.3) | 14,27 m / 7,75 m / 3,63 m |
| Länge / Spannweite / Höhe (Sea Harrier FA2) | 14,17 m / 7,70 m / 3,71 m |
| Max. Startgewicht (GR.3) | 11.431 kg |
| Höchstgeschwindigkeit (GR.3) | rund 1.176 km/h in Bodennähe |
| Betreiber (historisch) | Royal Air Force, Royal Navy, US Marine Corps, Spanische Marine, Indische Marine, Königlich Thailändische Marine |
| Status | Vollständig ausgemustert; letzte Sea Harrier 2016 in Indien außer Dienst |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier Schubdüsen, je zwei an jeder Rumpfseite – vor und hinter dem Flügel
- Stützräder direkt an den Flügelspitzen, bei der späteren Harrier II sitzen sie weiter innen
- Kleiner, deutlich nach unten geneigter Schulterflügel aus Metall
- Große, halbrunde Lufteinläufe beidseits hinter dem Cockpit
- GR.3 mit verlängerter, schräg abgeschnittener Nase für den Laser-Entfernungsmesser
- Sea Harrier mit höher gesetztem Cockpit und Tropfenhaube sowie Radar in der Nase
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Kampfjet, der wie ein Hubschrauber über der Wiese steht, sich langsam dreht, verbeugt und dann davonschießt: Diese Vorführung hat Generationen von Flugtagbesuchern fasziniert. Der Harrier von Hawker Siddeley war das erste Kampfflugzeug, das diesen Trick nicht nur im Versuch, sondern im regulären Truppendienst beherrschte. Seine Marineversion, der Sea Harrier von British Aerospace, schrieb im Falklandkrieg Geschichte. Auf dieser Seite erfährst du, wie das Konzept entstand, welche Versionen es gab, wer den Jump Jet flog und wo du die erste Generation heute vor die Kamera bekommst.
Jump Jets im Hangar
Mit Planetrack hältst du jeden Harrier mit Foto, Typ, Kennung und Fundort fest und hakst die Varianten in deinem Hangar ab. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Der Harrier in einem Satz
Der Harrier ist ein einsitziges Erdkampf- und Aufklärungsflugzeug mit einem einzigen Triebwerk, dessen Schub über vier schwenkbare Düsen nach unten oder nach hinten gelenkt wird. Damit kann er senkrecht starten und landen, mit kurzem Anlauf abheben und auf der Stelle schweben. Der Vorteil für das Militär: Er braucht keine lange Betonpiste, sondern kommt mit Waldlichtungen, Straßenabschnitten oder kleinen Flugzeugträgern aus.
Das Herz des Konzepts ist das Pegasus-Triebwerk, ursprünglich von Bristol entwickelt und später unter Rolls-Royce weitergebaut. Die Grundidee eines Strahltriebwerks mit schwenkbarem Schub ging auf den französischen Berater Michel Wibault zurück; Bristol machte daraus eine kleinere, leichtere Konstruktion. Bei Hawker legte der Ingenieur Ralph Hooper die Grundauslegung des Flugzeugs fest, Chefkonstrukteur Sydney Camm achtete auf größtmögliche Einfachheit.
Vom P.1127 zum Harrier: der lange Weg
Die Geschichte beginnt Ende der 1950er-Jahre. Bristol hatte ein Triebwerksprojekt mit schwenkbarem Schub in der Schublade, und Stanley Hooker von Bristol erzählte Sydney Camm 1957 davon. Hawker baute um dieses Triebwerk herum ein Versuchsflugzeug: den P.1127.
1960: erster Schwebeflug
Am 21. Oktober 1960 hob der Prototyp XP831 in Dunsfold erstmals ab – noch an Halteseilen gesichert. Am 19. November 1960 folgte der erste freie Schwebeflug.
1961: Übergang zum Vorwärtsflug
Am 13. Februar 1961 flog Testpilot Bill Bedford den P.1127 erstmals konventionell. Im Laufe des Jahres 1961 gelang der Übergang vom Schweben in den Horizontalflug und zurück.
1964: Kestrel und Dreiländer-Erprobung
Der weiterentwickelte Kestrel FGA.1 flog am 7. März 1964. Ab Oktober 1964 testete eine Staffel mit Piloten aus Großbritannien, den USA und Westdeutschland den Typ in West Raynham.
1967–1969: Harrier GR.1
Die Serienversion Harrier GR.1 flog am 28. Dezember 1967. Am 1. April 1969 begann die Umschulung bei No. 1 Squadron in Wittering.
Von P.1127 wurden sechs Exemplare gebaut, vom Kestrel neun. Die Erprobungsstaffel – im Englischen Tripartite Evaluation Squadron – gilt als erste militärische Einheit überhaupt, die mit V/STOL-Flugzeugen ausgerüstet war. Westdeutschland war damit früh am Harrier-Konzept beteiligt, beschaffte den Harrier später aber nicht für die Bundeswehr.
Museumsstück mit Startnummer eins
Der allererste P.1127, XP831, steht heute im Science Museum in London. Ein Kestrel (XS695) ist im RAF Museum Cosford ausgestellt, ein weiterer P.1127 im Brooklands Museum in Surrey.
Die Versionen der ersten Generation
Insgesamt entstanden 278 Harrier der ersten Generation. Die wichtigsten Versionen im Überblick:
| Version | Betreiber | Besonderheit |
|---|---|---|
| GR.1 / GR.1A | Royal Air Force | Erste Serienversion, Erstflug 1967 |
| GR.3 | Royal Air Force | Laser-Entfernungsmesser in verlängerter Nase, stärkeres Pegasus 103 |
| T.2 / T.4 | Royal Air Force | Doppelsitzer mit gestufter Haube für die Ausbildung |
| AV-8A / AV-8C | US Marine Corps | 102 Einsitzer, ab 1971 im Dienst, bis 1987 ausgemustert |
| TAV-8A | US Marine Corps | Doppelsitzer, 8 Maschinen |
| AV-8S / TAV-8S Matador | Spanische Marine, später Thailand | Export über die USA, Einsatz ab 1976 |
Der GR.3 ist die Version, die die meisten Spotter vor Augen haben, wenn sie an einen RAF-Harrier denken. Seine lange, schräg abgeschnittene Nase mit dem Fenster für den Laser-Zielentfernungsmesser macht ihn sofort erkennbar. Dazu kamen ein Radarwarnempfänger, eine verbesserte Elektronik und das stärkere Pegasus 103 mit rund 96 Kilonewton Schub.
Die Doppelsitzer T.2 und T.4 sind an der langen, gestuften Haube und dem verlängerten Rumpf zu erkennen. Sie behielten die volle V/STOL-Fähigkeit, was für die Ausbildung entscheidend war: Der Schwebeflug galt als die anspruchsvollste Phase im Harrier-Cockpit.
Truppendienst: RAF, Marines, Spanien, Thailand
Royal Air Force – und viel Westdeutschland
Für die RAF war der Harrier das Flugzeug für den Krieg in Mitteleuropa. Die Idee: Im Ernstfall würden die großen Flugplätze zerstört, aber Harrier könnten aus versteckten Feldstellungen weiter operieren. Deshalb stationierte die RAF ihre Harrier-Staffeln in Westdeutschland:
- RAF Wildenrath von Juni 1970 bis April 1977 mit den Nos. 3, 4 und 20 Squadron
- RAF Gütersloh von Januar 1977 bis April 1992 mit den Nos. 3 und 4 Squadron
- RAF Laarbruch bei Weeze ab 1992, dann bereits mit der Harrier II
Zwei- bis dreimal im Jahr zogen Teile der Staffeln ins Gelände. Pioniere legten Aluminiumplatten aus, die Jets starteten von rund 230 Meter langen Behelfsbahnen und landeten auf kleinen Plätzen von etwa 21 mal 21 Metern. Wer damals in Ostwestfalen oder am Niederrhein aufwuchs, kennt das Geräusch.
1969 lieferte der Harrier außerdem einen berühmten Werbeauftritt: Beim Transatlantik-Rennen der Daily Mail flogen zwei RAF-Harrier zwischen London und New York, mit Luftbetankung unterwegs. Sie starteten und landeten mitten in der Stadt – ein Novum für Strahlflugzeuge. Die Maschine XV741 gewann die Wertung in Richtung Westen und steht heute im Brooklands Museum.
Auch in Belize war der Harrier präsent: Dort war er das einzige RAF-Kampfflugzeug, das die kurze Piste sicher nutzen konnte. Ab 1988 erhielt die RAF dann die Harrier II als GR.5 und GR.7, die den GR.3 Anfang der 1990er-Jahre ablöste.
US Marine Corps: AV-8A
Das US Marine Corps war vom Konzept begeistert und kaufte zwischen 1971 und 1976 insgesamt 102 AV-8A und 8 TAV-8A. Damit war der Harrier eines der wenigen ausländischen Kampfflugzeuge im US-Dienst. Die Marines setzten ihn von amphibischen Schiffen und Behelfsplätzen ein. Bis 1987 waren AV-8A und die modernisierten AV-8C ausgemustert, ersetzt durch die AV-8B Harrier II, die McDonnell Douglas auf Basis des Harrier entwickelt hatte.
Spanien und Thailand: der Matador
Spanien durfte in den frühen 1970er-Jahren aus politischen Gründen nicht direkt bei Hawker kaufen. Die US-Regierung trat deshalb als Zwischenhändler auf. Ab 1976 flog die Armada ihre AV-8S Matador von Rota und vom Träger Dédalo aus. 1998 gingen sieben Einsitzer und zwei Doppelsitzer an die Königlich Thailändische Marine, die sie für den leichten Träger Chakri Naruebet nutzte. 2006 stellte Thailand den letzten flugfähigen Harrier der ersten Generation außer Dienst.
Museums-Harrier gefunden?
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Der Sea Harrier: Jump Jet für die Royal Navy
Mitte der 1970er-Jahre brauchte die Royal Navy ein Kampfflugzeug für ihre neuen, vergleichsweise kleinen Träger der Invincible-Klasse. Die Lösung war eine Marineversion des Harrier. Gebaut wurde sie von British Aerospace, in dem Hawker Siddeley 1977 aufgegangen war – heute ist das Unternehmen Teil von BAE Systems.
Der Sea Harrier FRS.1 flog am 20. August 1978 in Dunsfold. Die erste Einsatzstaffel, 800 Naval Air Squadron, wurde im März 1980 aufgestellt. Gegenüber dem RAF-Harrier hatte der Sea Harrier:
- ein höher gesetztes Cockpit mit Tropfenhaube für bessere Rundumsicht
- das Radar Blue Fox in der Nase
- Sidewinder-Luft-Luft-Raketen und Navigationshilfen für Trägerlandungen
- Schutzmaßnahmen gegen Korrosion durch Seewasser
Eine wichtige Neuerung lag nicht im Flugzeug, sondern auf dem Schiff: die Sprungschanze am Bugende der Träger. Mit ihr konnte der Sea Harrier schwerer beladen starten, als es auf einem flachen Deck möglich gewesen wäre.
Falklandkrieg 1982
Seinen großen Auftritt hatte der Sea Harrier im Falklandkrieg 1982. Von den Trägern Hermes und Invincible aus waren Sea Harrier die einzigen britischen Jäger im Südatlantik. Sie schossen 20 argentinische Flugzeuge ab, ohne eine eigene Maschine im Luftkampf zu verlieren. Verluste gab es durch Bodenfeuer und Unfälle. Zusätzlich flogen zehn Harrier GR.3 der RAF von der Hermes aus Erdkampfeinsätze. Insgesamt verloren die Briten in dem Konflikt sechs Sea Harrier und vier GR.3.
FA2, Indien und das Ende
Ab 1988 flog der modernisierte Sea Harrier FA2 mit dem Radar Blue Vixen und AMRAAM-Raketen; die erste Maschine wurde 1993 übergeben. Viele FRS.1 wurden auf diesen Standard umgebaut. Insgesamt entstanden 98 Sea Harrier. Die Royal Navy stellte die letzten FA2 im März 2006 außer Dienst.
Die indische Marine erhielt 30 Maschinen der Exportversion FRS.51, darunter fünf Doppelsitzer. Sie flog die Sea Harrier vom Träger Viraat aus und verabschiedete sie im März 2016 – damit endete die Dienstzeit der ersten Harrier-Generation weltweit.
So erkennst du Harrier und Sea Harrier
Im Museum steht der Harrier meist in Reichweite, Wind und Gegenlicht spielen keine Rolle. Die Herausforderung liegt eher darin, die Version richtig zu bestimmen. Diese Schnellbestimmung hilft dir:
Schnellbestimmung: welcher Harrier?
Harrier GR.1 oder GR.3
Stützräder außen und kein Radar sprechen für den RAF-Harrier der ersten Generation. Die lange Lasernase zeigt den GR.3, ohne sie ist es eher ein GR.1.
Harrier II (AV-8B, GR.5/7/9)
Weiter innen sitzende Stützräder und der größere Flügel zeigen die zweite Generation. Details zu den Versionen findest du auf der Seite zur AV-8B Harrier II.
Sea Harrier
Das erhöhte Cockpit und die Radarnase sind typisch für die Marineversion. Eine spitze Nase spricht für FRS.1 oder FRS.51, eine dickere, rundere für die FA2.
Es ist ein Harrier der ersten Generation, wenn …
- vier Düsen und Stützräder an den Flügelspitzen zusammenkommen
- der Flügel klein ist und deutlich nach unten hängt
- die Kennung zu RAF, Royal Navy, AV-8A oder Matador passt
Sieh genauer hin, wenn …
- zwei Sitze hintereinander zu sehen sind – dann ist es ein T.2, T.4 oder TAV-8
- du nur ein Rumpfsegment oder Cockpit siehst, wie es manche Sammlungen zeigen
Mehr Unterscheidungshilfen für europäische Kampfflugzeuge findest du im Beitrag Kampfjets in Europa erkennen. Und falls dir im selben Museum ein Hawker Hunter begegnet: Er ist der ältere Stallgefährte aus demselben Haus.
Wo du Harrier heute siehst
Weil die erste Generation nirgends mehr im Dienst steht, führt dein Weg ins Museum. Die Auswahl ist erfreulich groß, auch in Deutschland. Die Kennungen stammen aus gängigen Bestandslisten; prüfe vor dem Besuch beim Museum, ob das Exemplar gerade gezeigt wird.
| Ort | Exemplar | Hinweis |
|---|---|---|
| Militärhistorisches Museum Berlin-Gatow | Harrier GR.1 XV278 | Frühe Serienversion der RAF |
| Flugausstellung Hermeskeil | Harrier GR.3 XZ998 | Große Sammlung, viele Kampfjets im Freien |
| Imperial War Museum Duxford | Harrier GR.3 XZ133, Sea Harrier FA2 ZA175 | Harrier und Sea Harrier an einem Ort |
| RAF Museum Cosford | Kestrel FGA.1 XS695 | Vorläufer aus der Dreiländer-Erprobung |
| Brooklands Museum | P.1127 XP984, Harrier GR.1 XV741 | XV741 ist der Sieger des Daily-Mail-Rennens 1969 |
| National Museum of Flight East Fortune | Harrier GR.1 XV277 | Schottland, nahe Edinburgh |
| Pima Air & Space Museum | Sea Harrier FA2 ZH810, XV-6A Kestrel | Tucson, Arizona |
| National Museum of the US Air Force | XV-6A Kestrel | Dayton, Ohio |
Weitere Sea Harrier stehen laut Bestandslisten unter anderem im Fleet Air Arm Museum in Yeovilton (dort auch ein P.1127), im Midland Air Museum in Coventry, im Newark Air Museum und im Marineluftfahrtmuseum in Goa. In Deutschland nennen die Listen außerdem eine Harrier GR.3 im Flugplatzmuseum Gütersloh – passend zur früheren Harrier-Basis. Eine Übersicht über deutsche Sammlungen liefert der Beitrag Luftfahrtmuseen in Deutschland.
Bestände ändern sich
Museen leihen Flugzeuge aus, restaurieren sie oder lagern sie ein. Verlass dich nicht auf ältere Listen, sondern frag vor einer weiten Anreise kurz beim Museum nach.
Wer Duxford besucht, kann das mit einem Flugtag verbinden – mehr dazu im Beitrag zu den Duxford-Airshows. Einen Überblick über die großen Veranstaltungen der Saison gibt dir Airshows in Europa für Planespotter, und beim Royal International Air Tattoo tauchen britische Luftfahrtklassiker regelmäßig im Static Display auf.
Bereit für deine Harrier-Museumstour?
- Ich habe beim Museum nachgefragt, ob der Harrier ausgestellt ist.
- Ich kenne die Öffnungszeiten und eventuelle Fotoregeln in der Halle.
- Ich kann GR.1, GR.3 und Sea Harrier auseinanderhalten.
- Ich habe ein Weitwinkel für enge Hallen dabei.
- Ich notiere Kennung und Version für mein Archiv.
Fototipps für Museums-Harrier
Ein Harrier im Museum ist kein einfaches Motiv: Er ist klein, steht oft eng zwischen anderen Flugzeugen und in Hallen mit gemischtem Licht.
Düsen zeigen
Das Besondere sind die vier Düsen. Fotografiere schräg von vorn oder seitlich tief, damit mindestens die beiden Düsen einer Seite gut zu sehen sind.
Stützräder mitnehmen
Die Räder an den Flügelspitzen sind das wichtigste Bestimmungsmerkmal. Eine Ansicht von vorn mit vollem Flügel dokumentiert die Version eindeutig.
Kennung separat
Mach ein eigenes Detailbild der Kennung am Rumpf. So kannst du die Maschine später in Datenbanken wie Scramble nachschlagen.
In Planetrack postest du dein Museumsfoto mit Typ, Kennung und Ort und ordnest es in deinem Hangar ein. Varianten, die dir noch fehlen – etwa Kestrel, T.4 oder Sea Harrier FRS.51 –, notierst du auf deiner Wunschliste. In der Community bekommst du Likes und Kommentare und tauschst dich im Chat mit anderen Fans britischer Militärluftfahrt aus. Wer selbst mit anpacken will, findet im Beitrag Ehrenamt in Luftfahrtmuseen Anregungen.
Fazit
Der Harrier hat bewiesen, dass ein senkrechtstartendes Kampfflugzeug nicht nur im Versuch, sondern im Alltag einer Luftwaffe funktioniert. Aus dem P.1127 von 1960 wurde ein Jet, der in Westdeutschland, in Belize, auf amerikanischen und spanischen Schiffen und im Südatlantik eingesetzt wurde. Der Sea Harrier machte daraus einen Trägerjäger, und die Harrier II trug die Idee bis ins 21. Jahrhundert. Heute begegnest du der ersten Generation in Museen – zum Glück auch in Berlin-Gatow und Hermeskeil.
Kurzfazit
Vier Düsen, Stützräder an den Flügelspitzen, kleiner hängender Flügel: Das ist der Harrier der ersten Generation. Die lange Lasernase verrät den GR.3, das erhöhte Cockpit den Sea Harrier. Fliegen siehst du ihn nicht mehr, im Museum aber umso besser.
Zusammenfassung
- Der Harrier entstand bei Hawker aus dem Versuchsflugzeug P.1127 und dem Pegasus-Triebwerk von Bristol.
- Er flog bei RAF, US Marine Corps, Spanien und zuletzt Thailand; die RAF stationierte ihn jahrzehntelang in Westdeutschland.
- Der Sea Harrier war die Marineversion für die Royal Navy und Indien, ausgemustert 2006 beziehungsweise 2016.
- Als Spotter findest du die erste Generation in Museen wie Berlin-Gatow, Hermeskeil, Duxford, Cosford oder Brooklands.
Häufige Fragen
War der Harrier wirklich das erste senkrechtstartende Kampfflugzeug im Dienst?
Ja, er gilt als erstes einsatzfähiges Erdkampf- und Aufklärungsflugzeug mit V/STOL-Fähigkeit. Die Royal Air Force stellte ihn im April 1969 in Dienst. Andere Senkrechtstarter dieser Zeit blieben Versuchsflugzeuge oder kamen erst später in den Truppendienst.
Was ist der Unterschied zwischen Harrier und Sea Harrier?
Der Harrier GR war ein Erdkampfflugzeug der RAF ohne Radar. Der Sea Harrier von British Aerospace ist die Marineversion mit Radar in der Nase, höher gesetztem Cockpit und Luft-Luft-Bewaffnung. Er flog von Flugzeugträgern der Royal Navy und der indischen Marine.
Wie unterscheide ich den ersten Harrier von der Harrier II?
Am einfachsten an den Stützrädern: Beim ersten Harrier und beim Sea Harrier sitzen sie an den Flügelspitzen, bei der AV-8B Harrier II etwa auf halber Spannweite. Die Harrier II hat außerdem einen größeren Flügel und ein höher gesetztes Cockpit.
Wo kann ich in Deutschland einen Harrier sehen?
Laut den gängigen Bestandslisten steht eine Harrier GR.1 (XV278) im Militärhistorischen Museum in Berlin-Gatow und eine GR.3 (XZ998) in der Flugausstellung Hermeskeil. Prüfe vor dem Besuch beim Museum, ob das Exemplar gerade ausgestellt ist.
Fliegt heute noch ein Harrier der ersten Generation?
Im militärischen Dienst nicht mehr. Thailand stellte 2006 seinen letzten flugfähigen Harrier außer Dienst, Indien 2016 die letzten Sea Harrier. Einzelne Maschinen kamen in Privatbesitz, flugfähige Exemplare sind aber die große Ausnahme.
Was hat Deutschland mit dem Harrier zu tun?
Zum einen flogen westdeutsche Testpiloten 1965 in der Erprobungsstaffel mit dem Kestrel. Zum anderen stationierte die RAF ihre Harrier-Staffeln ab 1970 in Wildenrath, ab 1977 in Gütersloh und ab 1992 in Laarbruch.
Hawker Siddeley Harrier / BAe Sea Harrier sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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