Das Wichtigste in Kürze
- Die KC-46 Pegasus ist ein Tanker auf Basis der 767-2C: Rumpf der 767-200ER, verstärkt für Fracht, mit Glascockpit nach Vorbild der 787.
- Sie kann auf drei Wegen betanken: per Boom am Heck sowie per Schlauch aus der Rumpfmitte und aus zwei Flügelpods.
- Das größte Problem ist das Remote Vision System: Der Boom-Operator steuert per Kamera statt mit Blick aus dem Heckfenster – und das Kamerabild war jahrelang fehlerhaft.
- Boeing zahlt für die Pannen selbst: Der Festpreisvertrag hat dem Konzern laut eigener Aussage bereits mehr als 7 Milliarden US-Dollar Verlust eingebracht.
- Betreiber sind die US Air Force, Japan und Israel – in Europa siehst du die KC-46 vor allem bei Durchreisen und Einsätzen der USAF.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Boeing KC-46 Pegasus?
- 2.Drei Wege, Treibstoff abzugeben
- 3.Vom Leasing-Skandal zum Festpreisvertrag
- 4.Das Sorgenkind: Remote Vision System
- 5.Weitere Baustellen: Boom, Fremdkörper, Lecks
- 6.Die Betreiber
- 7.So erkennst du die KC-46
- 8.Wo du die KC-46 spotten kannst
- 9.Fototipps für die KC-46
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Boeing, Fertigung in Everett (Washington) |
|---|---|
| Basis | Boeing 767-2C, ein Frachter-Derivat der 767-200ER |
| Rolle | Luftbetankung, Fracht- und Personentransport, Verwundetentransport |
| Erstflug 767-2C | 28. Dezember 2014 |
| Erstflug KC-46A | 25. September 2015 |
| Erstauslieferung | Januar 2019 an die US Air Force (McConnell AFB, Kansas) |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney PW4062, je rund 289 kN Schub |
| Länge | 50,5 m |
| Spannweite | 47,5 m |
| Höhe | 16,1 m |
| Max. Startgewicht | rund 188 t |
| Treibstoffkapazität | rund 96 t |
| Betankungssysteme | Fly-by-Wire-Boom am Heck, Schlauch-Trichter-System unter dem Rumpf, zwei Flügelpods |
| Kabine | bis 58 Passagiere (FAA-zertifiziert) oder 18 Paletten des Typs 463L |
| Betreiber | US Air Force, Japan (JASDF), Israel |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Klassische Boeing-767-Silhouette mit schmalem Großraumrumpf, kantiger 767-Nase und zwei Triebwerken
- Langer Tankausleger (Boom) unter dem Heck, im Flug meist eingefahren und schräg nach hinten angelegt
- Zwei Betankungspods weit außen unter den Flügeln, dazu eine Schlauchtrommel-Verkleidung unter dem Heckrumpf
- Flügel ohne Winglets – die Flügelspitzen enden einfach und leicht nach hinten gezogen
- Grauer Militäranstrich, US-Serial am Seitenleitwerk bzw. Hoheitszeichen der japanischen oder israelischen Luftwaffe
- Große Frachttür auf der linken Rumpfseite vor dem Flügel
Aktualisiert: Oktober 2026 – Eine graue 767 zieht hoch über dir ihre Bahn, unter dem Heck hängt ein langer Ausleger, unter den Flügeln sitzen zwei schlanke Behälter: Das ist sehr wahrscheinlich eine Boeing KC-46 Pegasus. Der Tanker löst bei der US Air Force schrittweise die jahrzehntealte KC-135 ab und hat eine der holprigsten Entwicklungsgeschichten der jüngeren Militärluftfahrt hinter sich. Hier erfährst du, wie du die KC-46 sicher erkennst, was es mit dem viel diskutierten Remote Vision System auf sich hat und welche Luftwaffen sie fliegen.
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Was ist die Boeing KC-46 Pegasus?
Die KC-46A ist ein zweistrahliges Tank- und Transportflugzeug, das Boeing aus der zivilen 767 abgeleitet hat. Ihre Hauptaufgabe ist die Luftbetankung: Sie gibt Treibstoff an Jagdflugzeuge, Bomber, Transporter und Aufklärer ab, damit diese länger in der Luft bleiben oder weiter fliegen können. Daneben transportiert sie Fracht, Personal und Verwundete – der Frachtraum lässt sich laut Boeing in rund zwei Stunden zwischen den Konfigurationen umbauen.
Grundlage ist die 767-2C, eine eigens für das Tankerprogramm entwickelte Version. Sie kombiniert den Rumpf der 767-200ER mit einem verstärkten Frachtboden, einer großen seitlichen Frachttür, zusätzlichen Tanks und Vorrüstungen für Boom und Pods. Das Cockpit ist modernisiert: Große Displays nach dem Vorbild der 787 ersetzen die alten 767-Instrumente. Die 767-2C läuft in Everett im US-Bundesstaat Washington vom Band, auf derselben Linie wie die zivilen 767-Frachter. Mehr über den Konzern dahinter findest du auf der Seite zu Boeing.
Angetrieben wird die KC-46 von zwei Pratt & Whitney PW4062 mit jeweils rund 289 Kilonewton Schub. Das maximale Startgewicht liegt bei etwa 188 Tonnen, die Treibstoffkapazität bei rund 96 Tonnen. Laut Boeing ist sie für 58 Passagiere zertifiziert, im Krisenfall für bis zu 114, alternativ für 54 Patienten im Verwundetentransport. Für den Selbstschutz bringt sie gepanzerte Cockpitbereiche, Härtung gegen elektromagnetische Pulse sowie Warn- und Täuschsysteme mit.
Drei Wege, Treibstoff abzugeben
Für Spotter spannend: An der KC-46 siehst du alle drei Betankungsarten an einem Flugzeug. Das macht sie flexibel, denn die US Air Force tankt per Boom, Navy, Marines und viele Verbündete dagegen per Schlauch.
Boom am Heck
Der lange, starre Ausleger unter dem Heck wird per Fly-by-Wire gesteuert und in die Empfangsöffnung des Empfängers geführt. Boeing nennt eine Abgaberate von 1.200 Gallonen pro Minute, also gut 4.500 Litern.
Schlauch aus der Rumpfmitte
Unter dem hinteren Rumpf sitzt ein Centerline-Drogue-System: Ein Schlauch mit Trichter wird ausgefahren, der Empfänger fliegt mit seiner Sonde hinein. Rund 400 Gallonen pro Minute sind hier möglich.
Zwei Flügelpods
Die Wing Aerial Refueling Pods (WARP) weit außen unter den Flügeln arbeiten nach demselben Prinzip und erlauben zwei Empfänger gleichzeitig. Die ersten 18 Maschinen wurden zunächst ohne diese Pods ausgeliefert, sie kamen später hinzu.
Dazu kommt eine Empfangsöffnung über dem Cockpit: Die KC-46 kann selbst Treibstoff aufnehmen. Wie sich die verschiedenen Tankersysteme unterscheiden und wie du sie am Himmel auseinanderhältst, erklärt der Überblick Tankflugzeuge erkennen.
Vom Leasing-Skandal zum Festpreisvertrag
Die Vorgeschichte der KC-46 ist fast so bekannt wie das Flugzeug selbst. Schon Anfang der 2000er-Jahre wollte die US Air Force ihre alten KC-135E durch Tanker auf 767-Basis ersetzen, damals unter dem Namen KC-767. Der Leasingdeal wurde nach einem Korruptionsskandal Anfang 2006 gekippt.
Die anschließende Ausschreibung KC-X über 179 Tanker gewann im Februar 2008 zunächst ein Angebot von Northrop Grumman und EADS auf Basis des Airbus A330 MRTT, als KC-45A bezeichnet. Boeing legte Protest ein, der US-Rechnungshof GAO gab dem Konzern im Juni 2008 recht, und das Verteidigungsministerium stoppte das Verfahren. In der Neuauflage setzte sich im Februar 2011 Boeing durch – die KC-46A war geboren.
Entscheidend für alles, was danach kam: Der Entwicklungsvertrag war ein Festpreisvertrag mit einer Obergrenze von 4,9 Milliarden US-Dollar. Mehrkosten trägt Boeing. Und die kamen reichlich – erst durch eine aufwendige Neuverkabelung, dann durch Probleme am Treibstoffsystem und später durch die Mängel am Kamerasystem.
| Jahr | Meilenstein |
|---|---|
| 2011 | Boeing gewinnt die KC-X-Ausschreibung |
| 2014 | Erstflug der 767-2C am 28. Dezember |
| 2015 | Erstflug der KC-46A mit Betankungssystemen am 25. September |
| 2016 | Erste Betankungen per Boom und per Schlauch im Testprogramm |
| 2018 | Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA |
| 2019 | Erstauslieferung an die US Air Force im Januar |
| 2021 | Erste Maschine an die japanische Luftwaffe |
| 2022 | US Air Force gibt die KC-46 für weltweite Einsätze frei |
| 2026 | Israel übernimmt die ersten KC-46 |
Das Sorgenkind: Remote Vision System
Bei der KC-135 liegt der Boom-Operator bäuchlings in einer Kanzel im Heck und schaut durch ein Fenster direkt auf den Empfänger. Bei der KC-46 ist das anders: Der Operator sitzt in einer Station vorn im Rumpf hinter dem Cockpit und steuert den Ausleger über Kamerabilder. Dieses Kamerasystem heißt Remote Vision System (RVS).
In der Praxis zeigte das RVS von Beginn an Schwächen. Bei bestimmten Lichtverhältnissen – etwa tief stehender Sonne oder starken Schatten – blendeten die Bilder aus oder wurden schwer lesbar. Dazu kam eine verzerrte Tiefenwahrnehmung: Abstände und Bewegungen ließen sich auf den Bildschirmen nicht zuverlässig einschätzen, obwohl die Operatoren mit 3D-Brillen arbeiten. Das ist mehr als ein Komfortproblem, denn schrammt der Boom am Empfänger entlang, kann er dessen Lack, Antennen oder Tarnbeschichtung beschädigen.
Weil Nachbesserungen nicht ausreichten, einigten sich Air Force und Boeing auf eine grundlegende Neuentwicklung: RVS 2.0 mit neuen Kameras und einem farbigen, hochauflösenden Display. Wegen des Festpreisvertrags trägt Boeing die Mehrkosten weitgehend selbst. Der Zeitplan rutschte allerdings mehrfach nach hinten. Laut einem Bericht des Air & Space Forces Magazine vom März 2026 rechnen Air Force und Boeing mit der Einführung bis Sommer 2027 – rund vier Jahre später als ursprünglich vorgesehen.
Stand der Dinge prüfen
Termine rund um RVS 2.0 haben sich in der Vergangenheit mehrfach verschoben. Die Angaben auf dieser Seite geben den Stand vom Oktober 2026 wieder – für aktuelle Entwicklungen lohnt ein Blick in die Fachpresse.
Weitere Baustellen: Boom, Fremdkörper, Lecks
Das RVS war nicht die einzige Schwachstelle. Eine Auswahl der bekanntesten Probleme:
Zu steifer Boom
- Der Ausleger brauchte mehr Gegendruck, als leichte Flugzeuge wie die A-10 aufbringen können.
- Die Spezifikation ging von rund 1.400 Pfund Widerstand aus, die A-10 schafft etwa 650.
- Boeing entwickelt den Teleskop-Aktuator neu.
Fremdkörper und Qualität
- 2019 stoppte die Air Force die Abnahme, weil Werkzeug und Schmutz in neuen Maschinen gefunden wurden.
- Später kamen weitere Qualitätsmängel hinzu, 2025 etwa Risse an Flügelbauteilen, die die Auslieferungen für rund drei Monate stoppten.
- Auslieferungen wurden mehrfach unterbrochen.
Treibstofflecks
- Wiederkehrende Undichtigkeiten im Treibstoffsystem stufte die Air Force 2020 als schwerwiegenden Mangel der Kategorie 1 ein.
- Im Juli 2025 wurde zudem ein Boom beim Betanken von F-22 vor der Küste Virginias beschädigt.
Unterm Strich hat das Programm Boeing teuer zu stehen gekommen. Konzernchef Kelly Ortberg bezifferte die Verluste aus dem Festpreisvertrag Anfang 2026 auf mehr als 7 Milliarden US-Dollar; im Januar 2026 kam eine weitere Belastung von 565 Millionen hinzu. Trotz allem fliegt die KC-46 längst im Einsatz: Die Air Force hat sie 2022 für weltweite Missionen freigegeben, und Boeing spricht von Hunderten Einsätzen pro Monat.
Die Betreiber
US Air Force
Die USAF ist mit Abstand der größte Kunde. Die ersten zwei Maschinen landeten im Januar 2019 auf der McConnell Air Force Base in Kansas. Seitdem sind weitere Standorte hinzugekommen, darunter Altus (Oklahoma) für die Ausbildung, Pease (New Hampshire), Seymour Johnson (North Carolina), Travis (Kalifornien) und die Joint Base McGuire-Dix-Lakehurst (New Jersey). Im November 2025 erhielt Boeing einen Auftrag über 15 weitere Tanker. Die Air Force strebt zusätzlich bis zu 75 weitere KC-46 an, um die KC-135 abzulösen; einen Vertrag dafür will sie laut ihrem stellvertretenden Stabschef aber erst schließen, wenn die offenen Mängel behoben sind.
Japan
Die japanische Luftwaffe (JASDF) entschied sich im Oktober 2015 für die KC-46A und erhielt ihre erste Maschine im November 2021. Die Tanker ergänzen die vier älteren KC-767J. Die Bestellung wuchs schrittweise auf sechs Flugzeuge, 2024 genehmigte die US-Regierung den Verkauf von bis zu neun weiteren. Japan ist damit der erste Exportkunde des Typs.
Israel
Die israelische Luftwaffe ersetzt mit der KC-46 ihre betagten Tanker auf Basis der Boeing 707. Nach der US-Genehmigung 2020 unterschrieb Israel 2022 einen ersten Vertrag über vier Maschinen, inzwischen sind sechs bestellt. Die erste israelische KC-46 mit dem Namen „Gideon“ absolvierte im April 2026 ihren Erstflug in den USA, im August 2026 erhielt Israel die zweite Maschine.
Daneben hat das US-Außenministerium im August 2026 einen möglichen Verkauf von vier KC-46A an Katar genehmigt – ein Vertrag ist damit aber noch nicht geschlossen. In vielen anderen Ausschreibungen unterlag Boeing dagegen dem A330 MRTT, etwa in Polen, Südkorea, Kanada und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
| Betreiber | Seit | Bemerkung |
|---|---|---|
| US Air Force | 2019 | Größter Kunde, schrittweiser Ersatz der KC-135 |
| Japan (JASDF) | 2021 | Erster Exportkunde, ergänzt die KC-767J |
| Israel | 2026 | Ersetzt die alten 707-Tanker |
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So erkennst du die KC-46
Wer die zivile 767 kennt, hat schon die halbe Miete. Die KC-46 sieht aus wie eine graue 767-200 mit Tankausrüstung.
767-Form erkennen
Kantige Nase, relativ kurzer, kompakter Großraumrumpf, zwei große Triebwerke und Flügel ohne Winglets – das ist die 767-Familie.
Unter das Heck schauen
Hängt dort ein langer Ausleger mit kleinen Steuerflächen, ist es ein Boom-Tanker. Bei einer zivilen 767 findest du dort nur glatte Rumpfunterseite.
Flügelpods suchen
Zwei schlanke Behälter weit außen unter den Flügeln sind die Schlauchpods. Sie sind auch aus größerer Entfernung im Anflug gut zu sehen.
Kennzeichen lesen
Am Seitenleitwerk steht bei US-Maschinen die Serial der Air Force. Damit bestätigst du den Typ und findest das Flugzeug in Datenbanken.
Wie US-Militärkennzeichen aufgebaut sind und was die Ziffern am Leitwerk bedeuten, erklärt der Beitrag US-Militärkennzeichen verstehen. Für die Recherche einzelner Maschinen ist die Datenbank Scramble eine bewährte Anlaufstelle.
| Merkmal | KC-46 | A330 MRTT | KC-135 |
|---|---|---|---|
| Basis | Boeing 767-2C | Airbus A330-200 | Boeing-367-80-Familie |
| Triebwerke | 2 | 2 | 4 |
| Länge | 50,5 m | 58,8 m | ca. 41,5 m |
| Winglets | keine | große, senkrechte | keine |
| Nase | kantige 767-Nase | runde Airbus-Nase | schmale, spitze Nase |
| Boom | ja | je nach Kunde | ja |
Verwechseln kannst du die KC-46 vor allem mit der KC-767, die unter anderem Italien und Japan betreiben – sie basiert ebenfalls auf der 767 und sieht sehr ähnlich aus. Hier helfen Hoheitszeichen und Kennzeichen weiter. Die japanische E-767 teilt die Zelle, trägt aber einen großen Radardiskus auf dem Rücken und ist damit nicht zu verwechseln. Größere Tanker wie die dreistrahlige KC-10 Extender sind schon an der Triebwerkszahl ausgeschlossen. Zivile Vettern sind die 767-200 und die 767-300F.
Es spricht für die KC-46, wenn …
- du eine graue 767 mit Boom unter dem Heck siehst
- zusätzlich Pods unter den Flügeln hängen
- am Leitwerk eine US-Serial, ein japanisches oder israelisches Hoheitszeichen steht
Sieh genauer hin, wenn …
- eine italienische oder japanische Kokarde zu sehen ist – dann kann es eine KC-767 sein
- du die Maschine nur von oben oder in großer Höhe siehst
Es ist keine KC-46, wenn …
- vier Triebwerke unter den Flügeln hängen
- große, senkrechte Winglets an den Flügelspitzen sitzen
- ein drittes Triebwerk im Seitenleitwerk steckt
Wo du die KC-46 spotten kannst
Die Heimat der KC-46 liegt in den USA und in Japan sowie Israel – zivile Flughäfen in Europa sehen sie nur selten. In Europa begegnest du ihr am ehesten bei Durchreisen und Verlegungen der US Air Force, etwa im Umfeld großer US-Stützpunkte. Wie du an der Ramstein Air Base vorgehst und was dort erlaubt ist, steht im Guide Planespotting an der Ramstein Air Base. Auch große Militär-Airshows wie das Royal International Air Tattoo in Fairford sind eine Chance – ob eine KC-46 im Static Display oder im Flugprogramm dabei ist, verrät die jeweilige Teilnehmerliste.
Die besten Karten hast du, wenn du Militärverkehr live verfolgst. Viele Tanker senden ADS-B-Daten, auf Überführungen tauchen sie oft in Tracking-Diensten auf. Welche Werkzeuge sich dafür eignen und was du beachten musst, erklärt der Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen.
Wer in die USA reist, kann die Wurzeln der KC-46 in Everett besuchen: Vom Boeing Future of Flight an der Paine Field hast du das Werksgelände im Blick, auf dem auch die 767-2C gebaut wird. Mit Glück siehst du dort eine noch unlackierte oder frisch grau lackierte Zelle bei Testflügen.
Fotografieren an Militärflugplätzen
Bevor du dich an den Zaun eines Militärflugplatzes stellst, solltest du die Regeln kennen. Was erlaubt ist und wo die Grenzen liegen, steht im Artikel Militärflugplätze fotografieren: die Regeln.
Bereit für die Tanker-Jagd?
- Ich habe einen Tracking-Dienst mit Militärfilter eingerichtet.
- Ich kenne die Kennzeichen-Systematik der US Air Force.
- Ich weiß, welche Stützpunkte oder Airshows in Reichweite liegen.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe genug Brennweite für Überflüge in größerer Höhe dabei.
Fototipps für die KC-46
Tanker sind dankbare, aber anspruchsvolle Motive, weil das Grau bei trübem Licht schnell flach wirkt.
Seitlich von unten
Aus einem schrägen Winkel von unten siehst du Boom, Centerline-Verkleidung und Flügelpods gleichzeitig – genau die Merkmale, die sie vom Zivil-767 unterscheiden.
Licht im Rücken
Graue Lackierungen brauchen Licht. Mit der Sonne im Rücken bekommt der Rumpf Zeichnung, und die Kennzeichen am Leitwerk bleiben lesbar.
Details im Bodenbetrieb
Steht die KC-46 auf dem Vorfeld, lohnt ein Blick auf den angelegten Boom und die Empfangsöffnung über dem Cockpit.
Für die Planung des Lichts und die passende Ausrüstung helfen dir die Guides zur Airshow-Fotografie und die Planespotting-Ausrüstung-Checkliste.
Fazit
Die KC-46 Pegasus ist technisch ein großer Schritt gegenüber der KC-135: zwei sparsamere Triebwerke, drei Betankungssysteme, mehr Platz für Fracht und Passagiere, ein modernes Cockpit. Gleichzeitig steht sie für ein Programm, in dem viel schiefging – vom Remote Vision System über den steifen Boom bis zu Qualitätsmängeln in der Fertigung. Für Spotter ist sie gerade deshalb interessant: ein Typ mit Geschichte, der in Europa noch selten auftaucht und sich mit etwas Übung sicher erkennen lässt.
Kurzfazit
Graue 767, Boom unter dem Heck, Pods unter den Flügeln, keine Winglets: Das ist die KC-46 Pegasus. Die Serial am Leitwerk bestätigt den Typ, und Tracking-Dienste verraten dir, wann eine über deine Region zieht.
Zusammenfassung
- Die KC-46 ging 2011 als Gewinner der zweiten KC-X-Ausschreibung hervor und ersetzt bei der US Air Force schrittweise die KC-135.
- Die erste Maschine kam im Januar 2019 zur Truppe, die volle Freigabe für weltweite Einsätze folgte erst 2022.
- Remote Vision System, ein zu steifer Boom, Fremdkörper in neuen Maschinen und Treibstofflecks haben das Programm lange begleitet.
- Japan betreibt die KC-46A seit 2021, Israel hat 2026 seine ersten Maschinen übernommen.
Häufige Fragen
Auf welchem Flugzeug basiert die KC-46?
Auf der Boeing 767-2C. Das ist eine eigens entwickelte Version der 767-200ER mit verstärktem Frachtboden, seitlicher Frachttür, zusätzlichen Tanks und einem Cockpit mit großen Displays nach dem Muster der 787. Die 767-2C wird in Everett gebaut und dann zum Tanker ausgerüstet.
Was ist das Remote Vision System (RVS)?
Bei der KC-46 sitzt der Boom-Operator nicht mehr in einer Kanzel im Heck, sondern vorn im Rumpf hinter dem Cockpit. Er steuert den Ausleger über Kamerabilder. Dieses System hatte von Anfang an Probleme mit Blendung, Schatten und verzerrter Tiefenwahrnehmung. Ein komplett überarbeitetes RVS 2.0 mit neuen Kameras und Farbdisplay ist in Arbeit; nach Angaben von Air Force und Boeing vom März 2026 rechnen beide mit der Einführung bis Sommer 2027.
Warum konnte die KC-46 keine A-10 betanken?
Der Boom war zu „steif“: Er brauchte deutlich mehr Gegendruck, als ein leichtes, schubschwaches Flugzeug wie die A-10 aufbringen kann. Boeing überarbeitet deshalb den Aktuator, der den Ausleger ausfährt.
Wer betreibt die KC-46?
Die US Air Force als mit Abstand größter Kunde, die japanische Luftwaffe (JASDF) seit 2021 und die israelische Luftwaffe, die 2026 ihre ersten Maschinen erhalten hat. Boeing nennt insgesamt 168 bestellte Flugzeuge und mehr als 100 im Dienst.
Wie unterscheide ich KC-46 und Airbus A330 MRTT?
Der A330 MRTT ist größer, hat die runde Airbus-Nase und große, senkrechte Winglets. Die KC-46 zeigt die kantigere 767-Nase, einen schlankeren Rumpf und Flügel ohne Winglets.
Wie unterscheide ich KC-46 und KC-135?
Die KC-135 hat vier Triebwerke und einen deutlich schmaleren Rumpf auf Basis der 707-Ära. Die KC-46 hat nur zwei, dafür sehr große Triebwerke. Beide tragen einen Boom unter dem Heck.
Kann die KC-46 selbst betankt werden?
Ja. Über dem Cockpit sitzt eine Empfangsöffnung (Receptacle), über die sie von einem anderen Tanker per Boom Treibstoff aufnehmen kann. So verlängert sie ihre eigene Reichweite auf Überführungs- und Einsatzflügen.
Boeing KC-46 Pegasus sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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