Warum Flugzeuge in rund 10.000 Metern fliegen: Reiseflughöhe und Flugflächen

Dünne Luft, ruhiges Wetter, wenig Verbrauch: Warum Verkehrsjets meist zwischen 9 und 12 Kilometern unterwegs sind, was eine Flugfläche ist und warum ostwärts andere Höhen gelten als westwärts.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Dünne Luft spart Treibstoff: In elf Kilometern Höhe hat die Luft nur noch rund ein Drittel der Dichte am Boden. Das senkt den Luftwiderstand, und das Flugzeug kommt bei gleicher Machzahl mit weniger Kraftstoff pro Kilometer aus.
  • Über dem meisten Wetter: Wolken, Regen und viele Turbulenzen spielen sich in der Troposphäre ab. Verkehrsjets fliegen nahe an deren Obergrenze, der Tropopause.
  • Flugflächen sind Druckhöhen: FL350 heißt rund 35.000 Fuß, gemessen mit dem Standarddruck 1013,25 hPa – nicht die echte Höhe über dem Meer.
  • Ostwärts ungerade, westwärts gerade: Die Halbkreisregel trennt Gegenverkehr in der Höhe. Seit RVSM liegen zwischen FL290 und FL410 nur noch 1.000 Fuß zwischen zwei Flugflächen.
  • Die beste Höhe wandert mit: Je leichter ein Flugzeug durch verbrauchten Treibstoff wird, desto höher liegt seine optimale Flughöhe – deshalb steigen Langstreckenjets unterwegs stufenweise.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Reiseflughöhe: die kurze Antwort
  2. 2.Grund 1: Dünne Luft, weniger Widerstand
  3. 3.Grund 2: Effiziente Triebwerke
  4. 4.Grund 3: Über dem Wetter
  5. 5.Was eine Flugfläche ist
  6. 6.Ostwärts ungerade, westwärts gerade
  7. 7.Gewicht, Wind und Strecke: warum jeder Flug anders hoch ist
  8. 8.Warum nicht noch höher?
  9. 9.Flugflächen im Flugradar lesen
  10. 10.Worauf du achten solltest
  11. 11.Fazit

Du stehst am Zaun, die Landungen sind durch, und über dir zieht ein weißer Strich durchs Blau. Im Flugradar steht daneben „FL370“. Aber warum fliegt der Jet ausgerechnet dort oben – und nicht zwei Kilometer tiefer oder höher? Die Reiseflughöhe von Verkehrsflugzeugen ist kein Zufall und keine Laune der Crew. Sie ergibt sich aus Physik, Wetter, Gewicht, Wind und einem Regelwerk, das Tausende Flugzeuge sauber übereinander staffelt. Dieser Guide erklärt dir, was hinter den rund 10.000 Metern steckt, was eine Flugfläche ist und wie du die Höhenangaben im Flugradar als Spotter richtig liest.

Vom Überflieger zur Sichtung

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Reiseflughöhe: die kurze Antwort

Verkehrsjets fliegen meist zwischen etwa 31.000 und 38.000 Fuß, also grob 9,5 bis 11,5 Kilometern, weil dort drei Dinge zusammenkommen: Die Luft ist dünn genug, um den Luftwiderstand stark zu senken. Die Triebwerke arbeiten bei der typischen Reisegeschwindigkeit sehr effizient. Und das Flugzeug fliegt oberhalb des größten Teils des Wettergeschehens. Wie hoch genau ein Flug unterwegs ist, hängt dann von Gewicht, Wind, Streckenlänge, Flugrichtung und Verkehrslage ab.

Angegeben wird diese Höhe nicht in Metern, sondern als Flugfläche (englisch Flight Level, kurz FL). FL370 bedeutet rund 37.000 Fuß – gemessen nicht über dem Meer, sondern als Druckhöhe mit einem weltweit einheitlichen Bezugsdruck. Dazu gleich mehr.

~ 1/3Luftdichte in 11 km Höhe im Vergleich zum Boden (Standardatmosphäre)
−56,5 °CNormtemperatur an der Tropopause in 11 km Höhe
1.000 ftHöhenabstand zwischen FL290 und FL410 dank RVSM

Grund 1: Dünne Luft, weniger Widerstand

Die Luft wird mit zunehmender Höhe immer dünner. In der ICAO-Standardatmosphäre, mit der Luftfahrt und Flugzeugbau rechnen, herrschen auf Meereshöhe 1013,25 hPa bei 15 °C, die Luftdichte liegt bei rund 1,225 kg/m³. In 11 Kilometern Höhe ist der Druck auf etwa 226 hPa gefallen, die Temperatur auf minus 56,5 Grad, und die Dichte beträgt nur noch rund 0,36 kg/m³ – also rund 30 Prozent des Bodenwerts.

Für ein Flugzeug heißt das: Bei gleicher wahrer Geschwindigkeit trifft es auf viel weniger Luftmasse. Der Luftwiderstand sinkt entsprechend. Damit die Tragflächen trotzdem genug Auftrieb erzeugen, muss der Jet schneller fliegen als in niedriger Höhe – und genau das ist erwünscht. Ein moderner Kurz- und Mittelstreckenjet wie ein Airbus A320neo oder eine Boeing 737-800 ist typischerweise mit rund Mach 0,78 unterwegs, das sind etwa 830 km/h. Großraumjets wie der Airbus A350-900 oder die Boeing 787-9 fliegen eher um Mach 0,85, also rund 900 km/h. In Bodennähe wären solche Geschwindigkeiten aus Gründen der Struktur, des Lärms und des Verbrauchs undenkbar.

Warum die Machzahl so wichtig ist

Oben in der Kälte ist auch die Schallgeschwindigkeit niedriger als am Boden. Bei minus 56,5 Grad liegt sie bei rund 1.060 km/h statt etwa 1.225 km/h bei 15 Grad. Verkehrsjets sind auf eine bestimmte Machzahl optimiert, also auf einen Anteil der Schallgeschwindigkeit. Werden sie schneller, bilden sich auf der Flügeloberseite Stoßwellen, und der Widerstand steigt sprunghaft an. Die Reisegeschwindigkeit ist deshalb nach oben begrenzt – und in großer Höhe erreicht ein Jet diese wirtschaftliche Machzahl mit vergleichsweise wenig Schub.

Grund 2: Effiziente Triebwerke

Mantelstromtriebwerke liefern in großer Höhe zwar weniger Schub, weil sie weniger Luft ansaugen. Gleichzeitig braucht das Flugzeug dort aber auch weniger Schub, um seine Geschwindigkeit zu halten. Unterm Strich verbraucht ein Jet im Reiseflug in großer Höhe deutlich weniger Treibstoff pro geflogenem Kilometer als in niedriger Höhe. Das gilt besonders auf langen Strecken, wo der Reiseflug den Großteil der Flugzeit ausmacht.

Bei Propellerflugzeugen liegt das Optimum tiefer. Turboprops wie die ATR 72-600 sind auf kürzere Strecken und niedrigere Geschwindigkeiten ausgelegt und fliegen typischerweise im Bereich zwischen FL150 und FL270 – wie du die gängigen Muster auseinanderhältst, zeigt Turboprops unterscheiden. Für eine Strecke von einer Stunde lohnt sich der lange Steigflug auf elf Kilometer ohnehin nicht – der Jet würde kaum oben ankommen, bevor er wieder sinken muss.

Grund 3: Über dem Wetter

Fast alles, was wir als Wetter erleben, spielt sich in der Troposphäre ab, der untersten Schicht der Atmosphäre. Ihre Obergrenze heißt Tropopause. Sie liegt je nach Breitengrad und Jahreszeit sehr unterschiedlich hoch: über dem Äquator bei rund 16 Kilometern, über den Polargebieten oft nur bei 6 bis 9 Kilometern. In unseren Breiten liegt sie meist irgendwo dazwischen. Oberhalb davon, in der Stratosphäre, ist die Luft sehr trocken und weitgehend wolkenfrei.

Verkehrsjets fliegen in mittleren Breiten oft nahe der Tropopause oder knapp darüber. Damit lassen sie viele Wolken, Niederschläge und Vereisungsbedingungen unter sich. Ganz wetterfrei ist es dort oben aber nicht: Gewittertürme können bis an die Tropopause reichen, Cirruswolken markieren oft ihre Lage, und gerade in der Nähe von Starkwindbändern gibt es Turbulenzen bei klarem Himmel. Wie die entstehen und warum sie meist harmlos sind, erklärt der Artikel Turbulenzen erklärt.

Die Kälte macht die Streifen

In Reiseflughöhe ist die Luft meist kälter als minus 40 Grad. Dort gefriert der Wasserdampf aus den Abgasen sofort zu Eiskristallen – und am Himmel bildet sich ein Kondensstreifen. Warum manche Jets Streifen ziehen und andere nicht, steht in Kondensstreifen erklärt.

Was eine Flugfläche ist

Ein Höhenmesser im Flugzeug misst keinen Abstand zum Boden, sondern den Luftdruck. Daraus errechnet er eine Höhe. Weil der Luftdruck ständig schwankt, müsste jeder Pilot dafür den aktuellen Druck kennen – im Reiseflug über Hunderte Kilometer mit wechselnden Druckgebieten wäre das unpraktisch und fehleranfällig.

Die Lösung ist die Flugfläche: Oberhalb einer bestimmten Höhe stellen alle Crews ihren Höhenmesser auf den Standarddruck von 1013,25 hPa. Die angezeigte Höhe in Hunderten Fuß ist dann die Flugfläche. Zeigt der Höhenmesser 35.000 Fuß, fliegt das Flugzeug auf FL350 – rechnerisch etwa 10.700 Meter. Die tatsächliche Höhe über dem Meer kann davon abweichen, wenn Luftdruck und Temperatur nicht der Norm entsprechen. Für die Sicherheit spielt das keine Rolle: Alle Flugzeuge im selben Luftraum messen mit demselben Bezug, also stimmen die Abstände untereinander.

Übergangshöhe und Übergangsfläche

Unterhalb der Übergangshöhe fliegen Flugzeuge mit dem örtlichen Luftdruck (QNH) und Höhenangaben in Fuß über dem Meer – wichtig für den Abstand zu Gelände und Hindernissen. In Deutschland liegt die Übergangshöhe grundsätzlich bei 5.000 Fuß über dem Meer, mindestens aber 2.000 Fuß über Grund. Im Sinkflug gilt die Übergangsfläche, die je nach Luftdruck zwischen FL60 und FL80 liegt. In den USA und Kanada ist die Übergangshöhe mit 18.000 Fuß deutlich höher. Wer sich für die Aufteilung des Luftraums interessiert, findet mehr in Luftraumklassen A bis G.

Begriff Was er bedeutet Beispiel
QNH örtlicher, auf Meereshöhe umgerechneter Luftdruck Höhenangabe „5.000 ft“ im Anflug
Standarddruck einheitlicher Bezug 1013,25 hPa Grundlage aller Flugflächen
Übergangshöhe ab hier im Steigflug Umstellung auf Standarddruck Deutschland: 5.000 ft
Übergangsfläche ab hier im Sinkflug Umstellung auf QNH FL60 bis FL80, je nach Luftdruck
Flugfläche Druckhöhe in Hunderten Fuß FL350 ≈ 35.000 ft

Ostwärts ungerade, westwärts gerade

Damit Gegenverkehr nicht auf derselben Höhe fliegt, gilt die Halbkreisregel. Maßgeblich ist der Kurs über Grund:

  • 000 bis 179 Grad (grob ostwärts): ungerade Flugflächen, zum Beispiel FL330, FL350, FL370.
  • 180 bis 359 Grad (grob westwärts): gerade Flugflächen, zum Beispiel FL340, FL360, FL380.

Ein Flug von Frankfurt nach Osteuropa landet also typischerweise auf einer ungeraden Flugfläche, der Rückflug auf einer geraden. Einzelne Länder haben abweichende Regeln. Im oberen Luftraum Europas wird die Regel außerdem durch Streckenführung und Vorgaben der Flugsicherung ergänzt – wer wann welche Höhe bekommt, entscheiden Lotsen etwa bei der DFS Deutsche Flugsicherung, koordiniert über das Netzmanagement von Eurocontrol.

RVSM: doppelt so viele Höhen im Hauptband

Früher mussten oberhalb von FL290 zwischen zwei Flugzeugen mindestens 2.000 Fuß Höhenabstand liegen. Mit RVSM (Reduced Vertical Separation Minima) wurde das zwischen FL290 und FL410 auf 1.000 Fuß halbiert. In Europa gilt das seit Januar 2002. Statt sieben stehen in diesem Band seitdem 13 Flugflächen zur Verfügung – genau dort, wo die meisten Jets am liebsten fliegen. Das erhöht die Kapazität und lässt mehr Flüge nahe an ihrer optimalen Höhe fliegen, was Treibstoff spart.

Dafür müssen die Flugzeuge besondere Anforderungen erfüllen: zwei voneinander unabhängige Höhenmesssysteme, eine Warnung bei Abweichungen von der gewählten Höhe und einen Autopiloten, der die Flugfläche im Geradeausflug auf wenige Dutzend Fuß genau hält. Oberhalb von FL410 gelten wieder größere Abstände.

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Gewicht, Wind und Strecke: warum jeder Flug anders hoch ist

Die perfekte Reiseflughöhe gibt es nicht – sie hängt vom einzelnen Flug ab.

  • Gewicht: Ein vollgetankter Langstreckenjet ist zu Beginn so schwer, dass seine optimale Flughöhe relativ niedrig liegt. Mit jeder Stunde verbrennt er Tonnen von Kerosin, wird leichter, und die optimale Höhe steigt. Deshalb fragen Crews auf langen Flügen nach einem Step Climb: Sie steigen stufenweise um eine oder zwei Flugflächen, etwa von FL340 auf FL360 und später auf FL380.
  • Wind: Im Bereich der Tropopause liegen die Jetstreams, Starkwindbänder mit Kerngeschwindigkeiten von oft 200 bis 500 km/h. Wer Rückenwind hat, sucht die Höhe mit dem stärksten Schub von hinten. Wer Gegenwind hat, weicht manchmal tiefer oder auf eine andere Route aus. Gerade auf dem Nordatlantik werden Strecken deshalb täglich an die Lage des Jetstreams angepasst – mehr zu Routenplanung und Bögen steht in Warum Flugzeuge Bögen fliegen.
  • Streckenlänge: Auf kurzen Strecken lohnt sich der Steigflug in die höchsten Flugflächen nicht. Kurze Inlandsflüge bleiben daher oft tiefer als ein Langstreckenflug, der Stunden im Reiseflug verbringt.
  • Verkehr und Luftraum: Ist die Wunschhöhe belegt oder ein Sektor überlastet, weist die Flugsicherung eine andere Flugfläche zu.
  • Wetter: Bei gemeldeten Turbulenzen oder Gewittern wechseln Crews in eine ruhigere Höhe.

Eher höher, wenn …

  • das Flugzeug durch verbrauchten Treibstoff schon leicht ist
  • oben Rückenwind herrscht
  • die Strecke lang genug für einen ausgiebigen Reiseflug ist

Mal so, mal so, wenn …

  • Turbulenzen in bestimmten Höhenbändern gemeldet sind
  • die Wunschhöhe von anderem Verkehr belegt ist
  • die Flugrichtung nur gerade oder ungerade Flugflächen zulässt

Eher tiefer, wenn …

  • der Jet gerade erst vollgetankt gestartet ist
  • die Strecke nur eine knappe Stunde dauert
  • oben starker Gegenwind weht

Warum nicht noch höher?

Wenn dünne Luft so viele Vorteile hat – warum fliegt ein Airliner dann nicht auf 15 Kilometern? Weil sich das Fenster nach oben schließt. Je dünner die Luft, desto schneller muss das Flugzeug fliegen, um genug Auftrieb zu erzeugen. Gleichzeitig darf es eine bestimmte Machzahl nicht überschreiten. Irgendwann liegen Mindest- und Höchstgeschwindigkeit so nah beieinander, dass kaum noch Spielraum bleibt. Piloten nennen diese Zone gern „Coffin Corner“. Dazu sinkt der verfügbare Schub, und die Druckkabine muss einen immer größeren Druckunterschied aushalten.

Die Kabine hält dabei nicht den Bodendruck, sondern einen Druck, der einer geringeren Höhe entspricht. Die US-Zulassungsvorschriften für Verkehrsflugzeuge begrenzen diese Kabinenhöhe im Normalbetrieb auf höchstens 8.000 Fuß. Airbus wirbt beim A350 mit einer Kabinenhöhe von 6.000 Fuß. Warum es trotzdem in den Ohren drückt, erklärt der Artikel Kabinendruck und Druck auf den Ohren.

Flugzeugklasse Typischer Reiseflugbereich Beispiel
Turboprops etwa FL150 bis FL270 ATR 72-600
Verkehrsjets etwa FL300 bis FL410 Airbus A320neo, Boeing 787-9
Große Businessjets bis 51.000 ft Dienstgipfelhöhe Gulfstream G650, Bombardier Global 7500
Überschall (historisch) über etwa 15.000 m Concorde

Businessjets fliegen oft über dem Linienverkehr, weil sie leichter sind und dort freien Luftraum finden – Tipps, wie du sie trotzdem vor die Linse bekommst, stehen in Businessjets spotten. Die Concorde, die bis 2003 im Liniendienst flog, reiste wegen ihrer Überschallgeschwindigkeit noch einmal deutlich höher – ihre Geschichte erzählt der Artikel Concorde-Geschichte.

Flugflächen im Flugradar lesen

Für Spotter ist die Höhenangabe im Flugradar ein praktisches Werkzeug. Die Höhe stammt aus dem Transponder des Flugzeugs – wie das technisch funktioniert, steht in Transponder Mode A, C und S. Sie wird als Druckhöhe übertragen, also passend zu den Flugflächen. So nutzt du sie:

  • Konstante Flugfläche: Bleibt der Wert lange gleich, etwa bei FL360, ist der Jet im Reiseflug. Ein Überflieger, kein Anflug auf deinen Flughafen.
  • Fallende Werte: Der Sinkflug beginnt bei Verkehrsjets oft schon über hundert Kilometer vor dem Ziel. Wenn du wissen willst, wann ein Flieger an deinem Spot ankommt, ist das ein früher Hinweis. Mehr dazu in Wie genau sind Ankunftszeiten im Flugradar?
  • Sprung um meist 2.000 Fuß im Reiseflug: Das ist oft ein Step Climb, kann aber auch eine Anweisung der Flugsicherung sein.
  • Gerade oder ungerade: Passt die Flugfläche zur Flugrichtung, hast du die Halbkreisregel live vor dir.

Was die übrigen Symbole, Farben und Felder auf der Karte bedeuten, erklärt der Guide Flugradar-Symbole und Farben. Und wenn du die Jets dort oben aufs Bild bekommen willst: Brennweite, Belichtung und das passende Wetter für Überflieger beschreibt Flugzeuge in Reiseflughöhe fotografieren.

1. Überflieger im Flugradar suchen

Tipp auf das Flugzeug direkt über dir und lies Typ, Airline, Kennzeichen und Flugfläche ab.

2. Flugrichtung prüfen

Grob ostwärts steht im Normalfall eine ungerade, grob westwärts eine gerade Flugfläche.

3. Höhe einordnen

Die Zahl hinter FL mal 100 ergibt Fuß, Fuß mal rund 0,3 ergibt Meter – FL350 entspricht also etwa 10,7 Kilometern.

4. Sichtung festhalten

Notiere Uhrzeit, Typ und Kennzeichen. Gerade seltene Überflieger sind ein schöner Eintrag für die eigene Sammlung.

Worauf du achten solltest

  • Flugfläche ist nicht Meter über Grund. Sie ist eine Druckhöhe. Über hohem Gelände oder bei extremem Luftdruck weicht die echte Höhe deutlich davon ab.
  • Fuß bleibt Standard. In fast allen Ländern wird die Höhe in Fuß angegeben. Einige Staaten nutzen historisch metrische Flugflächen, für den europäischen Spotter-Alltag spielt das kaum eine Rolle.
  • Langstrecke steigt im Verlauf. Ein Jet, der kurz nach dem Abheben noch auf FL320 fliegt, kann Stunden später auf FL380 oder höher unterwegs sein.
  • Reiseflughöhe hat Grenzen beim Fotografieren. In mehr als zehn Kilometern Höhe und oft noch größerer Schrägentfernung bleibt selbst ein Großraumjet ein kleiner Punkt.

Verstehst du die Höhenangaben im Flugradar?

Hak ab, was du schon sicher erklären kannst.

  • Ich weiß, dass FL350 rund 35.000 Fuß bei Standarddruck bedeutet.
  • Ich kenne die Halbkreisregel: ostwärts ungerade, westwärts gerade.
  • Ich weiß, was RVSM zwischen FL290 und FL410 ändert.
  • Ich kann Reiseflug, Steigflug und Sinkflug an den Höhenwerten erkennen.
  • Ich verstehe, warum schwere Langstreckenjets anfangs tiefer fliegen.

Spots, Sichtungen und Community in einer App

Finde Spots auf der Spot-Karte, sammle deine Sichtungen im Hangar mit Wunschliste und teile Fotos mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Die rund 10.000 Meter sind ein Kompromiss, der sich über Jahrzehnte eingespielt hat: Die dünne Luft senkt den Widerstand, die Triebwerke arbeiten bei der typischen Machzahl effizient, und das meiste Wetter bleibt unter dem Flugzeug. Wie hoch ein einzelner Flug genau unterwegs ist, bestimmen Gewicht, Wind, Strecke und die Flugsicherung. Gemessen wird in Flugflächen – Druckhöhen mit einheitlichem Bezug, die Gegenverkehr über Halbkreisregel und RVSM sauber trennen. Für dich als Spotter wird damit jede Höhenangabe im Flugradar lesbar.

Kurzfazit

Verkehrsjets fliegen meist zwischen FL300 und FL410, weil dünne Luft Treibstoff spart und das Wetter darunter bleibt. Die Flugfläche ist eine Druckhöhe bei 1013,25 hPa, ostwärts gelten ungerade, westwärts gerade Werte, und schwere Langstreckenjets steigen unterwegs stufenweise höher.

Zusammenfassung

  • Verkehrsjets fliegen meist grob zwischen 9 und 12 Kilometern, weil dort dünne Luft, effiziente Triebwerke und ruhiges Wetter zusammenkommen.
  • Die Höhe wird oberhalb der Übergangshöhe als Flugfläche angegeben – einer Druckhöhe, die für alle Flugzeuge den gleichen Bezug hat und so sichere Höhenstaffelung erlaubt.
  • Welche Flugfläche ein Flug bekommt, hängt von Flugrichtung, Gewicht, Wind, Streckenlänge, Verkehr und den Vorgaben der Flugsicherung ab.
  • Für Spotter ist die Flugfläche im Flugradar ein Schlüssel: Sie verrät Reiseflug, Steig- oder Sinkflug und erklärt, ob ein Überflieger Kondensstreifen zieht.

Häufige Fragen

Wie hoch fliegt ein Passagierflugzeug normalerweise?

Strahlgetriebene Verkehrsflugzeuge fliegen im Reiseflug meist zwischen etwa 31.000 und 38.000 Fuß, also grob 9,5 bis 11,5 Kilometer. Je nach Typ, Gewicht und Strecke sind auch Flugflächen bis FL410 und darüber möglich. Turboprops sind deutlich tiefer unterwegs, typischerweise im Bereich zwischen FL150 und FL270.

Warum fliegen Flugzeuge nicht noch höher?

Weil die Luft irgendwann zu dünn wird: Die Tragflächen brauchen dann mehr Geschwindigkeit, um genug Auftrieb zu erzeugen, während die Triebwerke weniger Schub liefern. Gleichzeitig bleibt die Höchstgeschwindigkeit über die Machzahl begrenzt. Der Spielraum zwischen zu langsam und zu schnell schrumpft. Dazu kommen Zulassungsgrenzen für Rumpf und Druckkabine.

Was bedeutet FL350?

FL steht für Flight Level, auf Deutsch Flugfläche. FL350 ist die Höhe, die ein auf 1013,25 hPa eingestellter Höhenmesser als 35.000 Fuß anzeigt. Das entspricht rechnerisch etwa 10.700 Metern. Je nach tatsächlichem Luftdruck und Temperatur weicht die echte Höhe über dem Meer davon ab – für die Staffelung ist das egal, weil alle Flugzeuge denselben Bezug nutzen.

Warum fliegen Flugzeuge in eine Richtung auf ungeraden und in die andere auf geraden Flugflächen?

Das ist die Halbkreisregel. Flugzeuge mit einem Kurs zwischen 000 und 179 Grad (grob ostwärts) nutzen ungerade Flugflächen wie FL350 oder FL370, Flugzeuge mit Kurs zwischen 180 und 359 Grad (grob westwärts) gerade wie FL340 oder FL360. So liegt zwischen Gegenverkehr immer eine Flugfläche Abstand.

Was ist RVSM?

RVSM steht für Reduced Vertical Separation Minima. Zwischen FL290 und FL410 dürfen entsprechend zugelassene Flugzeuge mit 1.000 statt 2.000 Fuß Höhenabstand fliegen. Dadurch stehen in diesem Band fast doppelt so viele Flugflächen zur Verfügung. Voraussetzung sind unter anderem zwei unabhängige Höhenmesssysteme und ein Autopilot, der die Höhe sehr genau hält.

Ab welcher Höhe wird in Flugflächen gerechnet?

Ab der Übergangshöhe. In Deutschland liegt sie grundsätzlich bei 5.000 Fuß über dem Meer, mindestens aber 2.000 Fuß über Grund. In den USA und Kanada gilt dagegen 18.000 Fuß. Darunter wird mit dem örtlichen Luftdruck (QNH) in Fuß über dem Meer geflogen.

Wie wirkt sich Kabinendruck auf die Reiseflughöhe aus?

Die Kabine wird nicht auf Bodendruck gehalten, sondern auf einen Druck, der einer deutlich geringeren Höhe entspricht. Die US-Zulassungsvorschriften für Verkehrsflugzeuge begrenzen diese Kabinenhöhe im Normalbetrieb auf höchstens 8.000 Fuß. Neuere Typen mit Kohlefaserrumpf wie der Airbus A350 werben mit niedrigeren Werten um 6.000 Fuß.

PT

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