Das Wichtigste in Kürze
- Alles dient der Evakuierung: Offene Blenden, aufrechte Lehnen, verstaute Tische und gedimmtes Licht sorgen dafür, dass im Notfall jede Sekunde für den Weg nach draußen zählt.
- Start und Landung sind die kritischen Phasen: Das EU-Recht zählt Startlauf, Startflugweg, Endanflug, Fehlanflug und Landung samt Ausrollen ausdrücklich zu den kritischen Flugphasen.
- Offene Blenden sind Augen nach draußen: Crew und Passagiere erkennen Feuer, Rauch oder Trümmer vor einem Ausgang, Rettungskräfte sehen von außen in die Kabine.
- Gedimmtes Licht ist Augentraining: Bei Dunkelheit gewöhnen sich die Augen schon vor dem Aufsetzen an wenig Licht – fällt der Strom aus, bist du nicht plötzlich blind.
- Für Spotter ein Geschenk: Die Blendenregel garantiert dir freie Sicht genau in den Momenten, in denen draußen am meisten passiert.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die kurze Antwort
- 2.Kritische Flugphasen: Was das Gesetz meint
- 3.Fensterblenden offen: vier gute Gründe
- 4.Sitzlehne, Tisch, Fußstütze: der Fluchtweg aus der Reihe
- 5.Gedimmtes Kabinenlicht: Training für die Augen
- 6.Die Regeln auf einen Blick
- 7.Sonderfall Boeing 787: Fenster ohne Blende
- 8.Was die Regeln für Spotter an Bord bedeuten
- 9.Dein Ablauf vor Start und Landung
- 10.Wenn dir die Regeln Unbehagen machen
- 11.Fazit
„Bitte öffnen Sie die Fensterblenden, bringen Sie Ihre Rückenlehne in eine aufrechte Position und klappen Sie den Tisch hoch.“ Die Ansage kennst du auswendig – aber warum eigentlich Fensterblenden bei Start und Landung offen, die Lehne senkrecht und das Licht gedimmt? Hinter den Ritualen steckt keine Schikane, sondern eine durchdachte Sicherheitslogik. Sie dreht sich um eine Frage: Wie kommen im Ernstfall alle Menschen in kürzester Zeit aus dem Flugzeug? Für Spotter mit Fensterplatz hat diese Logik einen angenehmen Nebeneffekt – dazu später mehr.
Vom Fensterplatz direkt in deinen Hangar
Mit Planetrack postest du deine Sichtungen samt Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – auch die Maschinen, die du beim Rollen vom Fenster aus erwischst. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die kurze Antwort
Alle Kabinenregeln rund um Start und Landung haben ein gemeinsames Ziel: Die Kabine muss im Notfall so schnell wie möglich geräumt werden können. Offene Blenden sorgen dafür, dass drinnen und draußen jeder sieht, was passiert. Aufrechte Lehnen, verstaute Tische und hochgeklappte Fußstützen halten den Weg aus der Sitzreihe frei. Gedimmtes Licht bei Dunkelheit bereitet die Augen auf einen möglichen Stromausfall vor. Und der angelegte Gurt hält dich bei einer abrupten Verzögerung im Sitz.
Warum gerade Start und Landung? Weil sich das Flugzeug dort nahe am Boden, mit hoher Geschwindigkeit und mit wenig Spielraum bewegt. Die Piloten arbeiten in diesen Minuten konzentriert ab, was zu tun ist, und für Fehler bleibt wenig Zeit. Das europäische Recht hat dafür einen eigenen Begriff.
Kritische Flugphasen: Was das Gesetz meint
Die EU-Verordnung über den Flugbetrieb (Verordnung (EU) Nr. 965/2012) definiert für Flugzeuge die kritischen Flugphasen: den Startlauf, den Startflugweg, den Endanflug, den Fehlanflug und die Landung einschließlich Ausrollen. Dazu kommen alle weiteren Phasen, die der Kommandant als kritisch einstuft – zum Beispiel bei schwerem Wetter.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA zieht die Grenze in ihren Betriebsregeln für Linienflüge noch weiter: Dort zählen alle Bodenbewegungen beim Rollen, Start und Landung sowie alle Flugabschnitte unterhalb von 10.000 Fuß außer dem Reiseflug zu den kritischen Phasen. In dieser Zeit ist im Cockpit alles tabu, was die Crew ablenken könnte – Mahlzeiten oder private Gespräche eingeschlossen. Unter Piloten heißt das „Sterile Cockpit“.
In der Kabine gilt sinngemäß dasselbe: Die Flugbegleiter sitzen angeschnallt auf ihren Klappsitzen an den Ausgängen, der Service ruht, Trolleys sind verriegelt. Wer schon einmal über den Beruf gelesen hat, etwa im Guide Flugbegleiter werden, weiß, dass Sicherheit dort die eigentliche Kernaufgabe ist – der Kaffee kommt danach.
Fensterblenden offen: vier gute Gründe
Die offene Blende ist die Regel, die am häufigsten hinterfragt wird. Dabei erfüllt sie gleich mehrere Aufgaben.
1. Die Crew sieht, welcher Ausgang sicher ist
Nach einem Zwischenfall muss die Kabinencrew in Sekunden entscheiden, ob sie einen Notausgang öffnet. Brennt draußen ein Triebwerk, liegt Rauch über einer Seite oder ist die Notrutsche durch Trümmer blockiert, darf dieser Ausgang nicht genutzt werden. Durch offene Fenster ist das sofort erkennbar, auch für die Passagiere an den Notausgängen über den Tragflächen.
2. Rettungskräfte sehen in die Kabine
Umgekehrt funktioniert es auch: Die Flughafenfeuerwehr erkennt von außen, wo Menschen sitzen, ob sich Rauch in der Kabine ausbreitet und wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird.
3. Die Augen sind an das Außenlicht gewöhnt
Wer bei einer Evakuierung aus einer abgedunkelten Kabine ins grelle Tageslicht muss, ist im ersten Moment geblendet – genau dann, wenn Orientierung am wichtigsten wäre. Mit offener Blende ist der Kontrast bereits vertraut.
4. Mehr Augen bemerken Ungewöhnliches
Passagiere am Fenster sehen manchmal etwas, das im Cockpit nicht sichtbar ist: austretende Flüssigkeit, Funken, Rauch am Fahrwerk. Ein Hinweis an die Crew kann wertvoll sein. Das heißt nicht, dass du bei jedem Kondensstreifen am Flügel die Ruftaste drücken solltest – aber ein wacher Blick nach draußen schadet nie.
Gesetz oder Airline-Verfahren?
Gurte, Sitzlehnen und Klapptische sind in den Betriebsvorschriften ausdrücklich geregelt. Die Blenden-Ansage stammt dagegen in erster Linie aus den Kabinenverfahren der Airlines. Deshalb erlebst du Unterschiede: Manche Crews kontrollieren jedes Fenster, andere bitten nur per Ansage darum.
Sitzlehne, Tisch, Fußstütze: der Fluchtweg aus der Reihe
Der engste Punkt bei einer Evakuierung ist nicht der Gang, sondern der Weg vom eigenen Sitz in den Gang. Jeder Zentimeter zählt.
- Sitzlehne aufrecht: Eine zurückgelehnte Lehne nimmt dem Hintermann Platz zum Aufstehen und Herausklettern. Die US-Betriebsregeln für Linienflüge (14 CFR 121.311) verbieten Start und Landung ausdrücklich, solange Passagierlehnen nicht aufrecht stehen – mit wenigen Ausnahmen, etwa wenn ein Fluggast aus medizinischen Gründen nicht aufrecht sitzen kann und die Lehne niemanden blockiert.
- Tisch hochgeklappt: Ein ausgeklappter Tisch ist bei einer abrupten Verzögerung ein Hindernis vor dem Oberkörper und versperrt den Weg aus der Reihe. Die FAA-Regel 121.577 schreibt vor, dass Tabletts und Sitztische vor dem Rollen, dem Start und der Landung verstaut sind und dass ausgegebenes Geschirr eingesammelt ist.
- Trolleys und Bildschirme: Dieselbe Regel verlangt, dass Servicewagen verriegelt und in den Gang ragende Bildschirme eingefahren sind.
- Fußstützen und Beinauflagen: In Premium-Kabinen gilt dieselbe Logik – alles, was den Bereich vor dem Sitz verstellt, muss weg.
- Tasche unter den Vordersitz: Gepäck im Fußraum wird zur Stolperfalle. Darum gehört es in der kritischen Phase unter den Vordersitz oder ins Gepäckfach.
Warum diese Sekunden zählen
Die Bauvorschriften der FAA (14 CFR 25.803) verlangen für Flugzeuge mit mehr als 44 Passagiersitzen den Nachweis, dass alle Insassen – bei maximaler Bestuhlung und mit der vorgeschriebenen Crew – unter simulierten Notfallbedingungen innerhalb von 90 Sekunden das Flugzeug verlassen können. Normalerweise geschieht das mit einer echten Evakuierungsübung. Diese 90 Sekunden setzen voraus, dass niemand über Gepäck stolpert, an einer Lehne hängen bleibt oder erst den Tisch hochklappen muss.
Ein bekanntes Beispiel für eine erfolgreiche Räumung unter Druck ist die Notwasserung von US Airways auf dem Hudson im Jahr 2009, bei der alle Insassen das Flugzeug verlassen konnten.
Gedimmtes Kabinenlicht: Training für die Augen
Bei Start und Landung in der Dunkelheit wird das Licht in der Kabine heruntergeregelt, manchmal fast ganz ausgeschaltet. Der Grund ist die Dunkeladaption des Auges: Kommst du aus hellem Licht in die Dunkelheit, siehst du zunächst kaum etwas, und die Gewöhnung dauert eine ganze Weile.
Fällt bei einem Zwischenfall die Stromversorgung aus oder muss das Flugzeug nachts geräumt werden, wären Passagiere aus einer hell erleuchteten Kabine im ersten Moment fast blind. Sind die Augen dagegen schon an wenig Licht gewöhnt, erkennst du sofort die Notbeleuchtung, die Leuchtmarkierungen am Boden, die zu den Ausgängen führen, und die Umgebung draußen.
Am Tag spielt das Dimmen kaum eine Rolle. Wie stark gedimmt wird, legt die Crew nach den Verfahren ihrer Airline fest.
Wetter, Wind und Piste vor dem Abflug checken
Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten an deinem Flughafen – so ahnst du schon am Gate, auf welcher Seite du beim Start das Spektakel siehst. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Regeln auf einen Blick
| Regel | Was du tust | Warum |
|---|---|---|
| Fensterblende | offen lassen | Crew und Rettungskräfte sehen, was innen und außen passiert; Augen bleiben ans Außenlicht gewöhnt |
| Sitzlehne | aufrecht stellen | Platz für den Hintermann, freier Weg aus der Reihe |
| Klapptisch | hochklappen und verriegeln | kein Hindernis bei abrupter Verzögerung und Evakuierung |
| Gurt | eng und tief über dem Becken | hält dich bei starkem Bremsen oder Turbulenz im Sitz |
| Handgepäck | unter den Vordersitz oder ins Fach | keine Stolperfalle, keine fliegenden Gegenstände |
| Kopfhörer und Kabel | Kabel nicht quer durch die Reihe | Ansagen hören, nicht hängen bleiben |
| Kabinenlicht | wird bei Dunkelheit gedimmt | Augen gewöhnen sich an wenig Licht |
| Elektronik | Flugmodus nach Ansage der Airline | Funkstörungen vermeiden, Ansagen nicht verpassen |
Warum der Flugmodus überhaupt eine Rolle spielt und was heute an Bord erlaubt ist, erklärt der Artikel Warum Flugmodus? ausführlich.
Sonderfall Boeing 787: Fenster ohne Blende
Die Boeing 787-9 und ihre Schwestermodelle haben keine klassischen Plastikblenden. Boeing beschreibt die Fenster als die größten aller aktuell fliegenden Großraumflugzeuge und als elektronisch dimmbar: Passagiere und Crew können das Kabinenlicht regeln, ohne die Sicht nach draußen komplett zu verlieren. Weil auch die abgedunkelten Scheiben den Blick nach draußen nicht ganz verschließen und die Crew die Abdunklung mitregeln kann, bleibt das Prinzip „Sicht nach draußen“ auch ohne Blende gewahrt.
Wie du die 787 von außen sicher von ihrem Airbus-Gegenstück unterscheidest, steht im Guide A350 oder Boeing 787?. Auch die Airbus A350-900 setzt auf große Kabinenfenster, arbeitet aber mit herkömmlichen Blenden.
Was die Regeln für Spotter an Bord bedeuten
Für dich als Luftfahrtfan ist die Blendenregel ein Glücksfall: Genau dann, wenn draußen am meisten passiert – Rollen am Vorfeld vorbei, Startlauf, Steigflug, Endanflug –, ist dir der Blick nach draußen praktisch garantiert. Damit Fotos aus dieser Phase gelingen und du niemanden gefährdest, helfen ein paar einfache Grundsätze.
Passt in der kritischen Phase
- Smartphone oder kompakte Kamera, sicher in der Hand
- Fotos und Videos ohne Blitz, Objektiv nah an der Scheibe
- Kurze Notizen zu Kennzeichen am Vorfeld
- Blick auf Pisten, Rollwege und abgestellte Flugzeuge
Lass es lieber
- Schwere Kamera mit langem Tele lose auf dem Schoß
- Kamerataschen oder Rucksäcke im Fußraum
- Abschnallen, um die bessere Perspektive zu bekommen
- Diskussionen mit der Crew, wenn sie dich um etwas bittet
Die Faustregel: Alles, was bei einem abrupten Bremsmanöver durch die Kabine fliegen könnte, gehört weggepackt. Ein Smartphone kannst du festhalten, ein Kilo Glas am Telezoom eher nicht. Mehr zur Technik findest du in Aus dem Flugzeugfenster fotografieren, welche Seite und Reihe sich lohnen, im Guide Den besten Fensterplatz für Fotos wählen.
Tipp: Die Startseite vorher ahnen
Welche Seite beim Rollen das Terminal oder die Spotterhügel zeigt, hängt von der Betriebsrichtung ab. Wer weiß, in welche Richtung gestartet wird, kann am Flughafen München oder am Flughafen Frankfurt gezielt den Platz mit Blick auf Vorfeld und Spots wählen.
Ein reizvoller Perspektivwechsel: Am Boden stehst du selbst am Zaun, etwa an der Besucherterrasse Hamburg oder am Besucherhügel München, und siehst die Fensterreihen rollender Jets vorbeiziehen. Vom Fenster aus erkennst du dann umgekehrt die Plätze, an denen andere Spotter stehen. Was am Boden zwischen Starts und Landungen anders wirkt, beschreibt der Artikel Landungen oder Starts?.
Dein Ablauf vor Start und Landung
1. Gepäck sortieren
Alles, was du im Flug brauchst, in die kleine Tasche unter dem Vordersitz. Kamera mit Tele bleibt verstaut, das Smartphone griffbereit.
2. Sitz vorbereiten
Lehne aufrecht, Tisch hoch und verriegelt, Fußstütze eingeklappt, Gurt eng und tief über dem Becken.
3. Blende öffnen
Fenster frei, Scheibe ruhig mit einem Tuch abwischen, falls nötig. Die Sicht ist jetzt für Sicherheit und Fotos gleichermaßen da.
4. Ansagen ernst nehmen
Kopfhörer kurz absetzen oder leiser stellen. Wo der nächste Notausgang liegt, merkst du dir am besten in Reihen gezählt.
5. Genießen und beobachten
Startlauf und Landung sind die spannendsten Minuten des Fluges. Fotografiere ohne Blitz und bleib angeschnallt, bis das Anschnallzeichen erlischt.
Wenn dir die Regeln Unbehagen machen
Viele Fluggäste empfinden das Ritual vor der Landung als Hinweis darauf, dass gleich etwas Gefährliches passiert. Das Gegenteil ist der Fall: Die Regeln sind Routine und gelten bei jedem Flug – damit im sehr seltenen Ernstfall nichts improvisiert werden muss. Wer mit Unruhe in der Luft zu kämpfen hat, findet im Ratgeber Flugangst verstehen und überwinden hilfreiche Erklärungen. Auch die körperlichen Effekte rund um den Landeanflug haben harmlose Ursachen, etwa der Druck auf den Ohren, den der Artikel Kabinendruck und Druck auf den Ohren erklärt.
Ein harter Aufsetzer ist übrigens meist kein Zeichen für ein Problem, sondern oft gewollt – warum, liest du in Warum manche Landungen hart sind. Und wenn die Maschine kurz vor dem Aufsetzen plötzlich wieder steigt, steckt ein Standardmanöver dahinter: das Durchstarten. Auch dann bleiben Blenden offen und Gurte geschlossen, bis der zweite Anflug abgeschlossen ist.
Bist du bereit für Start oder Landung?
- Meine Fensterblende ist offen.
- Die Rückenlehne steht aufrecht.
- Tisch und Fußstütze sind eingeklappt.
- Mein Gurt sitzt eng und tief über dem Becken.
- Taschen liegen unter dem Vordersitz oder im Fach.
- Ich weiß, wo der nächste Notausgang ist.
Nach der Landung: Sichtungen festhalten
Trag die Flugzeuge, die du beim Rollen gesehen hast, in deinen Hangar ein, setz Wunschtypen auf die Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Special Livery an deinem Flughafen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Die Ansagen vor Start und Landung wirken wie ein lästiges Pflichtprogramm, folgen aber einer einfachen Logik: In den kritischen Flugphasen muss die Kabine jederzeit evakuierbar sein. Offene Fensterblenden geben Crew, Passagieren und Rettungskräften Sicht, aufrechte Lehnen und verstaute Tische halten den Fluchtweg aus der Reihe frei, und gedimmtes Licht bereitet die Augen auf Dunkelheit vor. Für Spotter ist das die beste Nachricht des ganzen Fluges – die spannendsten Minuten kommen mit garantierter Aussicht.
Kurzfazit
Blende auf, Lehne hoch, Tisch weg, Gurt zu: Jede dieser Regeln spart im Notfall wertvolle Sekunden. Nutze den freien Blick für Fotos ohne Blitz und mit kleiner Ausrüstung, pack schwere Kameras weg und folge im Zweifel immer der Crew.
Zusammenfassung
- Die Kabinenregeln vor Start und Landung folgen einem Ziel: Im Notfall muss die Kabine in Sekunden geräumt werden können. Flugzeuge mit mehr als 44 Sitzen müssen in der Zulassung zeigen, dass alle Insassen unter simulierten Notfallbedingungen innerhalb von 90 Sekunden hinauskommen.
- Fensterblenden bleiben offen, damit innen und außen jeder sieht, was los ist. Sitzlehnen, Tische und Fußstützen geben die Sitzreihe als Fluchtweg frei, das Kabinenlicht gewöhnt die Augen an Dunkelheit.
- Wie streng die Blenden-Ansage ausfällt, hängt von den Verfahren der jeweiligen Airline ab. Gurte, Lehnen und Tische sind dagegen in den Betriebsvorschriften klar geregelt.
- Für Spotter an Bord sind Start und Landung die besten Fotominuten – mit offener Blende, aber ohne Blitz, ohne lose Ausrüstung und mit verstauter Tasche.
Häufige Fragen
Warum muss die Fensterblende bei Start und Landung offen sein?
Damit Crew und Passagiere im Notfall sehen, was draußen passiert – etwa Feuer, Rauch oder Trümmer auf einer Seite – und einen sicheren Ausgang wählen. Außerdem können Rettungskräfte von außen in die Kabine schauen. Und die Augen bleiben an das Außenlicht gewöhnt, was bei einer schnellen Evakuierung Orientierung bringt.
Ist die offene Fensterblende gesetzlich vorgeschrieben?
Die Vorgabe stammt in erster Linie aus den Kabinenverfahren der Airlines, die ihre Abläufe mit der Aufsicht abstimmen. Deshalb handhaben nicht alle Gesellschaften das gleich streng. Für Gurte, Sitzlehnen und Klapptische gibt es dagegen ausdrückliche Betriebsvorschriften – in den USA etwa in Part 121 der FAA-Regeln.
Warum muss die Sitzlehne bei Start und Landung aufrecht sein?
Eine zurückgelehnte Lehne verengt den Raum vor dem Sitz dahinter. Bei einer Evakuierung blockiert sie den Weg aus der Reihe in den Gang, und bei einem harten Aufprall schützt die vorgesehene Sitzposition besser. Die US-Vorschriften verbieten Start und Landung ausdrücklich, solange Passagierlehnen nicht aufrecht stehen.
Warum wird das Kabinenlicht vor der Landung gedimmt?
Bei Dunkelheit draußen brauchen die Augen eine Weile, um sich an wenig Licht zu gewöhnen. Wird das Kabinenlicht schon vor dem Aufsetzen gedimmt, siehst du im Ernstfall sofort die Notbeleuchtung, die Bodenmarkierungen und die Umgebung draußen, statt erst im Dunkeln zu stehen. Am Tag spielt das Dimmen kaum eine Rolle.
Was gilt als kritische Flugphase?
Nach der Definition im EU-Recht für Flugzeuge sind das Startlauf, Startflugweg, Endanflug, Fehlanflug und Landung einschließlich Ausrollen sowie weitere Phasen, die der Kommandant festlegt. Die US-Regeln zählen zusätzlich alle Rollbewegungen und alle Flugabschnitte unter 10.000 Fuß außer Reiseflug dazu.
Darf ich bei Start und Landung aus dem Fenster fotografieren?
In der Regel ja, solange die Airline nichts anderes sagt, du angeschnallt bleibst, den Blitz ausschaltest und keine schwere, lose Ausrüstung in der Hand hast. Große Kameras gehören in dieser Phase eher unter den Vordersitz. Anweisungen der Crew gehen immer vor.
Wie ist das bei der Boeing 787 ohne klassische Blenden?
Die 787 hat elektronisch dimmbare Fenster. Boeing beschreibt sie so, dass Passagiere und Crew das Licht in der Kabine steuern können, ohne die Sicht nach draußen ganz zu verlieren. Auch hier gilt das Prinzip: Bei Start und Landung bleibt der Blick nach draußen frei.
Weiterlesen in Reisen & Fliegen
- Flugangst verstehen und überwinden: Technik, Seminare und Strategien
- Fluggastrechte nach EU 261: Entschädigung bei Verspätung und Annullierung
- Flugzeugtyp vor der Buchung herausfinden: Equipment-Codes und Flugplandaten lesen
- Warum Flugzeuge Bögen fliegen: Großkreis, Jetstream und Nordatlantik-Tracks
- Warum manche Landungen hart sind: Firm Landing, nasse Piste und Seitenwind
- Jetlag vermeiden: Was die Forschung wirklich empfiehlt
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Frankfurt
Deutschlands größter Flughafen und Heimatdrehkreuz der Lufthansa: vier Start- und Landebahnen, zwei Passagierterminals und ein Verkehrsmix vom Regionaljet bis zum Großraumfrachter.
FlughafenFlughafen München
Zweitgrößter Flughafen Deutschlands und zweites Drehkreuz der Lufthansa: zwei parallele 4.000-Meter-Bahnen im Erdinger Moos, ein Terminal 2 nur für Lufthansa und Star Alliance – und mit dem Besucherpark einer der bequemsten Spotterplätze des Landes.
Passende Spotting-Spots
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Besucherterrassen am Flughafen Hamburg
Zwei Terrassen auf Ebene 3 der Terminals, täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet und direkt an der S1: Der einfachste Einstieg ins Spotten in Hamburg – mit Blick aufs Vorfeld, Ferngläsern und kurzen Wegen zu Café und Toilette.
SpotterhügelBesucherhügel am Flughafen München
Der bekannteste Aussichtspunkt am Lufthansa-Drehkreuz München: Vom Besucherhügel im Besucherpark blickst du erhöht über das Flughafengelände – mit eigener S-Bahn-Haltestelle direkt nebenan.
Das könnte dich auch interessieren
Den besten Fensterplatz für Fotos wählen: Tragfläche, Sonnenseite und Sitzplanung
Ein Fensterplatz ist noch kein Fotoplatz. Wie du Sitzplan, Flügelposition, Flugrichtung, Tageszeit und Anflugseite kombinierst – und schon bei der Buchung den Platz mit dem besten Blick sicherst.
Reisen & FliegenAus dem Flugzeugfenster fotografieren: Spiegelungen, Einstellungen und Motive
Spiegelungen in der Scheibe, Vibrationen, Dunst und wechselndes Licht: So bekommst du saubere Fotos aus dem Flugzeugfenster – mit Einstellungen für jede Flugphase und einem Motivkatalog vom Vorfeld bis zur Reiseflughöhe.
Reisen & FliegenWarum Flugmodus? Elektronik an Bord, Störungen und WLAN im Flugzeug
Der Flugmodus schützt weniger das Cockpit als die Mobilfunknetze am Boden – und trotzdem hat die Regel ihren Sinn. Was hinter der Ansage steckt, was erlaubt ist und wie Internet in 10.000 Metern Höhe ankommt.



