Das Wichtigste in Kürze
- Du bist nicht allein: Einer Allensbach-Umfrage zufolge haben rund 15 Prozent der Deutschen Flugangst, weitere gut ein Fünftel fühlt sich an Bord unwohl.
- Wissen nimmt dem Unbekannten den Schrecken: Wer weiß, warum es nach dem Start leiser wird oder es unter dem Boden rumpelt, deutet Geräusche nicht mehr als Gefahr.
- Konfrontation wirkt am besten: Expositionsbasierte Verfahren gelten als besonders wirksam – ob in Therapie, Seminar mit Begleitflug oder in virtueller Realität.
- Vermeiden verstärkt die Angst: Jeder abgesagte Flug bestätigt dem Gehirn, dass Fliegen gefährlich ist. Kleine, geplante Schritte durchbrechen den Kreislauf.
- Am Zaun trainieren: Beim Spotten siehst du hunderte Starts und Landungen aus sicherer Distanz – eine entspannte Art, Fliegen als Routine zu erleben.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Flugangst überwinden: die kurze Antwort
- 2.Was Flugangst eigentlich ist
- 3.Der Teufelskreis aus Angst und Vermeidung
- 4.Technik verstehen: Was an Bord normal ist
- 5.Was die Zahlen sagen
- 6.Seminare, Therapie und VR: Welche Hilfe passt?
- 7.Strategien für den Flugtag
- 8.Spotten als Training: Fliegen von außen erleben
- 9.Worauf du achten solltest
- 10.Fazit
Schweißnasse Hände beim Boarding, Herzklopfen beim Anrollen, jedes Geräusch klingt wie ein Defekt: Flugangst kennen viel mehr Menschen, als man im voll besetzten Ferienflieger vermuten würde. Die gute Nachricht vorweg – sie ist eine der am besten behandelbaren Ängste überhaupt. Dieser Guide erklärt dir, was im Kopf passiert, welche Geräusche und Bewegungen an Bord völlig normal sind, wie Seminare und Therapie wirken und welche Strategien dir am Flugtag konkret helfen. Und er zeigt, warum ausgerechnet ein Nachmittag am Flughafenzaun ein unterschätztes Training sein kann.
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Flugangst überwinden: die kurze Antwort
Flugangst lässt sich am wirksamsten abbauen, wenn Wissen und Erfahrung zusammenkommen. Wissen erklärt dir, warum ein Geräusch oder eine Bewegung harmlos ist. Erfahrung – also wiederholtes, bewusstes Fliegen oder eine gezielte Konfrontation in Therapie oder Seminar – bringt deinem Körper bei, dass die Alarmreaktion überflüssig ist. Atemtechniken und Ablenkung helfen dir, einzelne Flüge besser zu überstehen. Vermeidung dagegen macht die Angst langfristig größer.
Was Flugangst eigentlich ist
Fachleute ordnen Flugangst – auch Aviophobie genannt – als spezifische Phobie ein: eine Angst, die an eine bestimmte Situation gebunden ist. Sie zeigt sich körperlich mit Herzrasen, flacher Atmung, Schwitzen, Magendrücken, Schwindel oder Übelkeit, und zwar nicht nur an Bord. Viele Betroffene grübeln schon Tage vor dem Abflug, schlafen schlecht und erleben den Moment vor dem Boarding als schlimmsten Teil.
Hinter der Angst steckt selten nur der Gedanke an einen Absturz. Häufig spielen mehrere Motive zusammen:
- Kontrollverlust: Du sitzt im Flugzeug, kannst nicht eingreifen und nicht aussteigen. Wer gern selbst am Steuer sitzt, empfindet genau das als besonders unangenehm.
- Enge: Schmale Gänge, geschlossene Türen, volle Kabine – Flugangst ist eng mit Klaustrophobie verwandt.
- Unbekannte Reize: Ruckeln, Geräusche, Neigung in der Kurve. Was du nicht einordnen kannst, wertet das Gehirn vorsichtshalber als Gefahr.
- Angst vor der Angst: Viele fürchten weniger das Flugzeug als eine Panikattacke vor fremden Menschen, aus der es kein Entkommen gibt.
Als besonders belastend nennen Betroffene in Studien vor allem den Start, schlechtes Wetter und Turbulenzen. Genau dort setzen die folgenden Abschnitte an.
Der Teufelskreis aus Angst und Vermeidung
Angst ist ein Schutzprogramm. Sobald dein Gehirn eine Situation als bedrohlich einstuft, schüttet der Körper Stresshormone aus, das Herz schlägt schneller, die Atmung wird flach – eine sinnvolle Reaktion bei echter Gefahr. Bei Flugangst springt dieses Programm an, obwohl keine Gefahr besteht. Die körperlichen Signale werden dann ihrerseits als Beweis gelesen („Mir ist schwindlig, irgendwas stimmt nicht“), und die Spirale dreht sich weiter.
Der stärkste Verstärker ist die Vermeidung. Wer einen Flug absagt, spürt sofort Erleichterung – und das Gehirn lernt: Gut, dass wir nicht geflogen sind. Beim nächsten Mal ist die Angst größer. Deshalb setzen fast alle wirksamen Methoden darauf, sich der Situation schrittweise zu stellen, statt sie zu umgehen.
Technik verstehen: Was an Bord normal ist
Viele Ängste entzünden sich an Dingen, die für Crews reine Routine sind. Wer weiß, was gerade passiert, kann ein Geräusch abhaken, statt es zu fürchten.
| Was du merkst | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Surren und Brummen vor dem Start | Die Landeklappen fahren aus, damit die Tragfläche bei geringer Geschwindigkeit genug Auftrieb erzeugt. |
| Lautes Rumpeln kurz nach dem Abheben | Das Fahrwerk wird eingefahren, die Fahrwerksklappen schließen sich mit einem dumpfen Schlag. |
| Es wird plötzlich leiser, das Gefühl von „Absacken“ | Nach dem Start nehmen die Piloten den Startschub zurück. Das Flugzeug steigt weiter, nur weniger steil – der Magen deutet das als Fallen. |
| Flügel wippen sichtbar | Tragflächen sind bewusst elastisch gebaut. Gerade das Nachgeben macht sie belastbar. |
| Gong-Signale in der Kabine | Interne Kommunikation zwischen Cockpit und Kabinenpersonal, etwa zu Flugphasen. |
| Bellen oder Heulen am Boden | Bei manchen Typen erzeugt die Hydraulik beim Rollen typische Geräusche, die ganz normal sind. |
| Druck auf den Ohren | Der Kabinendruck ändert sich im Steig- und Sinkflug – mehr dazu im Artikel Kabinendruck und Druck auf den Ohren. |
Spannend: Viele dieser Geräusche kannst du vom Boden aus beobachten. Wer einmal am Zaun gesehen hat, wie sich nach dem Abheben die Fahrwerksklappen schließen, hört das Rumpeln an Bord mit anderen Ohren. Auch warum bei Start und Landung die Fensterblenden offen bleiben, hat einen nüchternen Grund – er steht im Artikel Fensterblenden bei Start und Landung.
Turbulenzen: unangenehm, aber kein Absturzrisiko
Turbulenzen sind der häufigste Angstauslöser. Sie entstehen, wenn das Flugzeug durch Luftmassen mit unterschiedlicher Bewegung fliegt – über Gebirgen, an Wolken, an den Rändern von Strahlströmen oder in klarer Luft. Für dich fühlt sich das an wie ein Auto auf einer holprigen Straße: Die Straße ist nicht gefährlich, nur unbequem.
Verkehrsflugzeuge sind für Belastungen ausgelegt, die weit über dem liegen, was im normalen Flugbetrieb vorkommt. Das tatsächliche Risiko bei starker Turbulenz betrifft Menschen, die gerade nicht angeschnallt sind oder im Gang stehen. Daraus folgt die einfachste Regel überhaupt: Gurt am Platz locker geschlossen halten. Wie Turbulenzen genau entstehen und wie Crews sie umfliegen, erklärt der Guide Turbulenzen erklärt.
Redundanz: Alles Wichtige gibt es mehrfach
Verkehrsflugzeuge sind nach dem Prinzip gebaut, dass ein einzelner Fehler nicht zur Katastrophe führen darf. Kritische Systeme wie Hydraulik, Stromversorgung und Instrumente sind mehrfach vorhanden. Zweistrahlige Jets sind so zugelassen, dass sie auch mit nur einem laufenden Triebwerk sicher weiterfliegen und landen können; für lange Strecken über Wasser gelten mit ETOPS zusätzliche Regeln, die der Artikel ETOPS erklärt vorstellt.
Auch Menschen sind redundant: Ein Verkehrsflugzeug fliegen mindestens zwei Piloten, die sich gegenseitig kontrollieren und regelmäßig im Simulator Notfälle trainieren. Flugzeuge werden nach festen Intervallen gewartet, vom täglichen Check bis zur großen Werftliegezeit – Details im Artikel Flugzeugwartung vom A- bis zum C-Check. Und am Boden überwacht die Flugsicherung jeden Flug, in Deutschland die DFS Deutsche Flugsicherung.
Durchstarten ist kein Notfall
Ein abgebrochener Landeanflug mit plötzlich aufheulenden Triebwerken erschreckt viele Passagiere. Für Piloten ist das ein trainiertes Standardmanöver, etwa wenn die Piste noch nicht frei ist oder der Wind kurz vor dem Aufsetzen dreht. Das Durchstarten ist die sichere Entscheidung, nicht das Zeichen eines Problems. Mehr dazu im Artikel Durchstarten (Go-Around), und warum Landungen bei Seitenwind schräg aussehen, erklärt Seitenwindlandungen.
Was die Zahlen sagen
Statistiken heilen keine Angst – das Gefühl hört nicht auf Wahrscheinlichkeiten. Trotzdem hilft es vielen, die Größenordnung zu kennen. Laut dem Sicherheitsbericht des Airline-Verbands IATA gab es 2024 weltweit 1,13 Unfälle pro Million Flüge, wobei hier auch Zwischenfälle ohne Verletzte mitzählen. Tödliche Unfälle waren es sieben, bei insgesamt rund 40,6 Millionen Flügen. Langfristig ist die Rate tödlicher Unfälle seit den 1970er-Jahren drastisch gesunken.
Wichtig ist, ehrlich zu bleiben: Es gibt einzelne Jahre mit mehr Unfällen, und jedes Unglück ist eines zu viel. Gerade deshalb wird jeder Vorfall von Behörden untersucht, und die Erkenntnisse fließen in Technik, Ausbildung und Verfahren zurück. Diese Lernschleife ist ein großer Grund dafür, dass die Luftfahrt heute so sicher ist.
Gedanken umformulieren statt verdrängen
Statt „Hoffentlich passiert nichts“ hilft ein sachlicher Satz: „Das Flugzeug ist dafür gebaut, die Crew ist dafür ausgebildet, und das Wackeln ist unangenehm, aber nicht gefährlich.“ Schreib dir zwei, drei solcher Sätze vorher auf eine Karte und lies sie im Flug.
Seminare, Therapie und VR: Welche Hilfe passt?
Es gibt mehrere bewährte Wege, Flugangst gezielt abzubauen. Allen gemeinsam ist das Prinzip, sich der Angst kontrolliert und schrittweise zu stellen.
Flugangst-Seminare
Seminare verbinden in der Regel drei Bausteine: einen technischen Teil, häufig von Piloten geleitet, in dem du Aufbau und Ablauf eines Fluges kennenlernst; einen psychologischen Teil, in dem du verstehst, wie Angst entsteht und welche Techniken sie dämpfen; und oft einen gemeinsamen Abschlussflug. Mehrere Airlines bieten solche Kurse an, darunter Lufthansa mit psychologisch begleitetem Abschlussflug, außerdem gibt es unabhängige Anbieter. Die Stiftung Warentest hat Flugangst-Seminare in der Vergangenheit getestet und die Anbieter unterschiedlich benotet – es lohnt sich also, vor der Buchung auf Qualifikation der Trainer, Gruppengröße und Nachbetreuung zu achten.
Verhaltenstherapie mit Konfrontation
Bei stärkerer Angst oder wenn weitere Ängste hinzukommen, ist eine kognitive Verhaltenstherapie der fundierteste Weg. Dort arbeitest du an angstauslösenden Gedanken und stellst dich der Situation in geplanten Schritten – von Bildern und Videos über den Besuch am Flughafen bis zum echten Flug. Für Konfrontationsverfahren bei spezifischen Phobien berichten Studien hohe Erfolgsquoten. Ein ehrlicher Hinweis gehört dazu: Ganz verschwinden muss die Angst nicht, damit du wieder fliegst. Viele Menschen fliegen nach einer Behandlung mit einer Restnervosität, die sie gut im Griff haben.
Virtuelle Realität
Ein jüngerer Ansatz ist die Konfrontation in virtueller Realität. Mit VR-Brille, Geräuschen und Bewegung lassen sich Start, Turbulenz oder Landung beliebig oft wiederholen, ohne dass du ein Ticket brauchst. In einer viel zitierten Vergleichsstudie war VR-Konfrontation ebenso wirksam wie Konfrontation im echten Flugzeug. In Deutschland wird das Verfahren unter anderem an der Universität Würzburg eingesetzt.
Seminar passt, wenn …
- du grundsätzlich fliegen kannst, aber sehr angespannt bist
- dir vor allem Wissen über Technik und Abläufe fehlt
- du die Unterstützung einer Gruppe und einen begleiteten Flug möchtest
Therapie ist besser, wenn …
- du Flüge seit Jahren vermeidest oder Panikattacken hattest
- die Angst schon Tage vorher dein Leben bestimmt
- weitere Ängste wie Platzangst oder Höhenangst dazukommen
Flughafen-Wetter vor dem Flug checken
Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten an deinem Abflughafen – so weißt du vorher, ob es ruhig wird oder ein paar Böen dazugehören. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Strategien für den Flugtag
Ob mit oder ohne Seminar: Für den konkreten Flug gibt es Werkzeuge, die vielen Betroffenen spürbar helfen.
1. Gut vorbereitet losfahren
Plane genug Zeit für Anreise und Sicherheitskontrolle ein. Hektik am Flughafen treibt den Puls hoch, bevor du überhaupt im Flugzeug sitzt.
2. Sitzplatz bewusst wählen
Über den Tragflächen sind Bewegungen am geringsten. Gangplätze helfen bei Enge-Gefühl, Fensterplätze allen, die gern sehen, was draußen passiert.
3. Crew informieren
Sag beim Einsteigen kurz Bescheid, dass du nervös bist. Kabinenpersonal kennt das und erklärt dir gern, was gerade passiert.
4. Langsam ausatmen
Atme ruhig ein und deutlich länger aus, etwa vier Sekunden ein, sechs bis acht Sekunden aus. Das lange Ausatmen hilft vielen, den Körper spürbar zu beruhigen.
5. Muskeln an- und entspannen
Spanne einzelne Muskelgruppen kurz an und lass bewusst los, etwa Hände, Schultern, Füße. Diese Technik heißt progressive Muskelentspannung und lässt sich unauffällig am Sitz üben.
6. Aufmerksamkeit lenken
Podcast, Hörbuch, Kreuzworträtsel oder der Blick aus dem Fenster binden Aufmerksamkeit. Hilfreich ist alles, was dich wirklich beschäftigt.
Ein paar weitere Punkte machen den Unterschied:
- Kein Alkohol zur Beruhigung. Er hilft kurzfristig vielleicht, verstärkt aber Übelkeit und Unruhe und verhindert, dass du die Erfahrung „Ich habe es geschafft“ wirklich abspeicherst.
- Medikamente nur nach ärztlicher Absprache. Beruhigungsmittel können in Einzelfällen sinnvoll sein, ersetzen aber keine Behandlung der Angst.
- Wasser trinken und leicht essen. Kabinenluft ist trocken, ein leerer oder überfüllter Magen verstärkt das flaue Gefühl. Mehr zum Klima an Bord steht im Artikel Kabinenluft erklärt.
- Angst kommen lassen. Gegen die Angst anzukämpfen, verstärkt sie oft. Nimm sie wahr, benenne sie („Das ist meine Angst, keine Gefahr“) und lass sie wie eine Welle wieder abebben.
Spotten als Training: Fliegen von außen erleben
Hier wird es für Luftfahrtfans spannend. Wer regelmäßig am Flughafen steht, sieht eines immer wieder: Fliegen ist Routine. Im Minutentakt starten und landen Maschinen, bei Sonne, Regen und Seitenwind. Für manche Menschen mit Flugangst ist genau dieser Blick von außen eine sanfte erste Konfrontationsstufe – ohne Ticket, ohne Enge, jederzeit mit der Möglichkeit, nach Hause zu gehen.
Gute Orte für den Einstieg sind Besucherterrassen und Besucherhügel, etwa der Besucherhügel am Flughafen München oder die Besucherterrasse am Flughafen Hamburg. Dort siehst du aus der Nähe, wie Klappen ausfahren, Fahrwerke einfahren und Flugzeuge bei Wind ganz normal schaukelnd aufsetzen. Noch einen Schritt näher dran bist du bei einer Flughafenführung oder Vorfeldrundfahrt, bei der du Abfertigung und Technik am Boden erlebst.
Auch ein Abend im Flugsimulator kann helfen, Abläufe im Cockpit zu verstehen und Fliegen als beherrschbares Handwerk wahrzunehmen. Wenn du schließlich selbst wieder fliegst, kann ein Fotoprojekt die Aufmerksamkeit positiv binden – Tipps dazu stehen in Den besten Fensterplatz für Fotos wählen.
Bist du gut auf deinen nächsten Flug vorbereitet?
- Ich kenne die typischen Geräusche bei Start und Landung.
- Ich weiß, dass Turbulenzen unangenehm, aber für das Flugzeug unkritisch sind.
- Ich habe eine Atem- oder Entspannungstechnik vorher geübt.
- Ich habe mir einen passenden Sitzplatz ausgesucht.
- Ich habe Ablenkung für den Flug dabei.
- Ich weiß, wo ich ein Seminar oder therapeutische Hilfe finde, falls ich sie brauche.
Worauf du achten solltest
- Kleine Schritte zählen. Ein kurzer Inlandsflug ist ein besserer Start als der Langstreckenflug in den Urlaub.
- Erfolge festhalten. Notiere nach jedem Flug, wie stark die Angst war und was geholfen hat. Der Vergleich über mehrere Flüge zeigt dir deinen Fortschritt.
- Rückschläge sind normal. Ein unruhiger Flug wirft dich nicht auf null zurück. Wichtig ist, danach wieder zu fliegen, statt erneut zu vermeiden.
- Seriöse Angebote wählen. Achte bei Seminaren auf psychologisch qualifizierte Trainer und bei Therapie auf approbierte Fachleute.
- Körperliches abklären. Wenn Herz, Kreislauf oder Ohren Probleme machen, sprich vorher mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.
Aus Angst wird Neugier
Mit Planetrack hältst du deine Sichtungen mit Foto, Typ und Kennzeichen fest, sammelst sie im Hangar und tauschst dich in der Community mit anderen Luftfahrtfans aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Flugangst ist verbreitet, verständlich und gut behandelbar. Technisches Wissen nimmt den Geräuschen und Bewegungen an Bord ihren Schrecken, Seminare und Verhaltenstherapie bauen die Angst durch schrittweise Konfrontation ab, und Atemtechnik, Sitzplatzwahl und Ablenkung machen den einzelnen Flug leichter. Entscheidend ist, nicht zu vermeiden, sondern in kleinen Schritten dranzubleiben – und vielleicht beginnt dieser Weg ganz entspannt am Zaun eines Flughafens.
Kurzfazit
Versteh, was an Bord passiert, stell dich der Angst schrittweise statt sie zu umgehen, und hol dir bei starker Angst professionelle Unterstützung. Seminare helfen bei mittlerer Nervosität, Verhaltenstherapie mit Konfrontation bei stärkerer Angst. Spotten am Flughafen ist ein entspannter Weg, Fliegen als Routine zu erleben.
Zusammenfassung
- Flugangst ist eine spezifische Angst, die sich vor allem an Start, schlechtem Wetter und Turbulenzen festmacht und oft mit Enge- oder Kontrollverlust-Ängsten verbunden ist.
- Technisches Grundwissen über Geräusche, Turbulenzen, Redundanz und Ausbildung hilft, körperliche Alarmreaktionen richtig einzuordnen.
- Seminare kombinieren Technik, Psychologie und oft einen begleiteten Flug; bei stärkerer Angst ist eine Verhaltenstherapie mit Konfrontation der wirksamste Weg.
- Atemtechnik, Ablenkung, ein gut gewählter Sitzplatz und ein offenes Gespräch mit der Crew machen den Flug selbst leichter.
Häufige Fragen
Wie viele Menschen haben Flugangst?
Für Deutschland wird häufig eine Allensbach-Umfrage zitiert, nach der etwa 15 Prozent Flugangst haben und weitere rund 22 Prozent sich im Flugzeug nicht wohlfühlen. International schwanken die Schätzungen stark, je nachdem, ob nur diagnostizierte Fälle oder auch leichtes Unbehagen gezählt werden.
Sind Turbulenzen gefährlich?
Für das Flugzeug selbst sind normale Turbulenzen unkritisch – die Struktur ist für deutlich höhere Belastungen ausgelegt, als sie im Linienbetrieb auftreten. Das reale Risiko betrifft vor allem Menschen, die bei starker Turbulenz nicht angeschnallt sind. Deshalb lohnt es sich, den Gurt am Platz immer locker geschlossen zu halten.
Was passiert in einem Flugangst-Seminar?
Meist gibt es einen theoretischen Teil zu Technik und Ablauf eines Fluges, oft von Piloten vermittelt, und einen psychologischen Teil, in dem du lernst, wie Angst entsteht und wie du sie steuerst. Viele Seminare enden mit einem gemeinsamen Flug. Mehrere Airlines, darunter Lufthansa, bieten solche Kurse an, daneben gibt es unabhängige Anbieter.
Helfen Beruhigungsmittel oder Alkohol gegen Flugangst?
Alkohol ist keine gute Idee: Er kann Übelkeit und Unruhe verstärken, trocknet zusätzlich aus und verhindert, dass du die Erfahrung eines gut überstandenen Fluges wirklich abspeicherst. Beruhigende Medikamente gehören in ärztliche Hände. Sie können einen einzelnen Flug erleichtern, bauen die Angst aber nicht ab – daran arbeiten Konfrontation und Verhaltenstherapie.
Wann sollte ich mir professionelle Hilfe holen?
Wenn die Angst dich schon Tage vor dem Flug belastet, du Reisen absagst oder berufliche und private Pläne darunter leiden. Dann ist eine Psychotherapie mit Schwerpunkt Angststörungen sinnvoll. In Deutschland ist die Hausarztpraxis oder eine psychotherapeutische Sprechstunde ein guter erster Kontakt.
Welcher Sitzplatz ist bei Flugangst am besten?
Viele Betroffene fühlen sich über den Tragflächen am wohlsten, weil Bewegungen dort am wenigsten zu spüren sind. Ein Gangplatz hilft bei Enge-Gefühlen, ein Fensterplatz dagegen denen, die gern sehen, was draußen passiert. Probier aus, was für dich funktioniert.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen München
Zweitgrößter Flughafen Deutschlands und zweites Drehkreuz der Lufthansa: zwei parallele 4.000-Meter-Bahnen im Erdinger Moos, ein Terminal 2 nur für Lufthansa und Star Alliance – und mit dem Besucherpark einer der bequemsten Spotterplätze des Landes.
FlughafenFlughafen Frankfurt
Deutschlands größter Flughafen und Heimatdrehkreuz der Lufthansa: vier Start- und Landebahnen, zwei Passagierterminals und ein Verkehrsmix vom Regionaljet bis zum Großraumfrachter.
FlughafenFlughafen Hamburg
Mitten in der Stadt, seit 1911 am selben Ort und mit zwei Pisten, die sich kreuzen: Hamburg ist kein Drehkreuz, aber ein Flughafen mit viel Europaverkehr, Emirates-Langstrecke, Lufthansa Technik nebenan – und dem Affenfelsen als bekanntestem Spotterpunkt.
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