Luftraumklassen A bis G: So ist der Luftraum in Deutschland aufgebaut

Sieben Buchstaben, drei Fragen: Die ICAO-Luftraumklassen regeln Freigabe, Staffelung und Sichtflug. Welche Klassen es gibt, wie der deutsche Luftraum geschichtet ist und warum A und B hierzulande fehlen.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202614 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Sieben Klassen, ein Prinzip: Die ICAO unterscheidet die Klassen A bis G. Je weiter vorn im Alphabet, desto strenger kontrolliert die Flugsicherung den Verkehr.
  • A bis E sind kontrolliert, F und G nicht: In kontrollierten Lufträumen braucht mindestens der Instrumentenflug eine Freigabe, in F und G braucht niemand eine.
  • Deutschland nutzt nur C, D, E und G: Die Klassen A und B kommen nicht vor, Klasse F wurde im Dezember 2014 abgeschafft.
  • Der Luftraum ist geschichtet: Unten liegt G, darüber E, ab Flugfläche 100 (in Alpennähe ab FL 130) C bis Flugfläche 660. Rund um Flughäfen kommen Kontrollzonen der Klasse D dazu.
  • Jeder Staat wählt selbst: Die ICAO definiert die Klassen, die Staaten entscheiden, welche sie wo einsetzen. Deshalb sieht der Luftraum in den USA ganz anders aus als in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Luftraumklassen: die kurze Antwort
  2. 2.Drei Fragen, die jede Klasse beantwortet
  3. 3.Die sieben Klassen im Überblick
  4. 4.So ist der Luftraum in Deutschland geschichtet
  5. 5.Ein Flug durch alle Etagen
  6. 6.Sichtflugbedingungen: wann nach Sicht geflogen werden darf
  7. 7.Warum Deutschland ohne A und B auskommt
  8. 8.Ein Blick ins Ausland: gleiche Buchstaben, andere Nutzung
  9. 9.Sonderbereiche, die keine eigene Klasse sind
  10. 10.Was dir die Luftraumklassen als Spotter bringen
  11. 11.Fazit

Am Zaun sieht der Himmel einfach leer und frei aus. Tatsächlich ist er in Stockwerke aufgeteilt, und für jedes Stockwerk gelten eigene Regeln. Der Airbus im Endanflug, der Segelflieger über dem Hügel und der Langstreckenjet mit Kondensstreifen sind in ganz unterschiedlichen Lufträumen unterwegs. Die Luftraumklassen A bis G legen fest, wer wo wie fliegen darf und wie stark die Flugsicherung eingreift. In diesem Guide erfährst du, was hinter den sieben Buchstaben steckt, welche Klassen Deutschland tatsächlich nutzt und wie der deutsche Luftraum von unten nach oben aufgebaut ist.

Vom Luftraum zurück an den Zaun

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Luftraumklassen: die kurze Antwort

Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO teilt Luftraum in sieben Klassen von A bis G ein. Die Klassen A bis E sind kontrollierter Luftraum, F und G sind unkontrolliert. Von A nach G nimmt die Kontrolle durch die Flugsicherung ab: In Klasse A ist nur Instrumentenflug erlaubt und jeder Flug wird überwacht. In Klasse G braucht niemand eine Freigabe, und die Flugsicherung staffelt nicht.

Die ICAO definiert die Klassen nur. Welche davon ein Staat wo einsetzt, entscheidet er selbst. Deutschland nutzt die Klassen C, D, E und G. A und B kommen nicht vor, und Klasse F wurde im Dezember 2014 abgeschafft. Das Schema mit sieben Klassen hat die ICAO am 12. März 1990 beschlossen. In der EU sind die Regeln heute in den einheitlichen Luftverkehrsregeln SERA (Durchführungsverordnung (EU) Nr. 923/2012) verankert.

7Luftraumklassen nach ICAO, von A bis G
4Klassen im deutschen Luftraum: C, D, E und G
FL 660Obergrenze von Luftraum C über Deutschland

Drei Fragen, die jede Klasse beantwortet

Hinter jeder Luftraumklasse stehen im Kern drei Fragen. Wenn du sie im Kopf hast, kannst du jede Klasse sofort einordnen.

  • Welche Flugregeln sind erlaubt? Es gibt Instrumentenflug (IFR) und Sichtflug (VFR). Airliner fliegen praktisch immer nach Instrumentenflugregeln, viele Kleinflugzeuge nach Sicht. Den Unterschied erklärt der Artikel Sichtflug und Instrumentenflug ausführlich.
  • Wer braucht eine Freigabe? Eine Freigabe ist die Erlaubnis der Flugsicherung, in einen Luftraum einzufliegen oder eine bestimmte Route und Höhe zu nutzen.
  • Wer wird von wem gestaffelt? Staffelung heißt, dass die Flugsicherung Mindestabstände herstellt, seitlich, vertikal oder zeitlich. Wer nicht gestaffelt wird, muss selbst nach anderem Verkehr Ausschau halten, nach dem Prinzip „sehen und ausweichen“.

Dazu kommen Details wie Funkpflicht, Geschwindigkeitsgrenzen und die Wetterminima für Sichtflüge. Die eigentliche Logik steckt aber in den drei Fragen oben.

Die sieben Klassen im Überblick

Klasse Status Erlaubte Flugregeln Freigabe nötig Gestaffelt wird
A kontrolliert nur IFR für alle alle Flüge untereinander
B kontrolliert IFR und VFR für alle alle Flüge untereinander
C kontrolliert IFR und VFR für alle IFR zu allen, VFR zu IFR
D kontrolliert IFR und VFR für alle nur IFR untereinander
E kontrolliert IFR und VFR nur für IFR nur IFR untereinander
F unkontrolliert IFR und VFR keine niemand, IFR erhält Beratung
G unkontrolliert IFR und VFR keine niemand

Klasse A: nur Instrumentenflug

Klasse A ist die strengste Klasse. Sichtflug ist hier verboten, jeder Flug braucht eine Freigabe und wird von der Flugsicherung gegen alle anderen Flüge gestaffelt. Typisch ist Klasse A für den oberen Luftraum, in dem ohnehin fast nur Airliner unterwegs sind. Die USA nutzen sie zum Beispiel von 18.000 Fuß über dem Meeresspiegel bis Flugfläche 600.

Klasse B: alle Flüge gestaffelt

In Klasse B dürfen auch Sichtflieger einfliegen, allerdings nur mit Freigabe. Die Flugsicherung staffelt dann jeden Flug gegen jeden, egal ob nach Instrumenten oder nach Sicht. Bekannt ist Klasse B vor allem aus den USA, wo sie die verkehrsreichsten Flughäfen umgibt.

Klasse C: alles kontrolliert, aber Sichtflug möglich

In Klasse C braucht ebenfalls jeder eine Freigabe. Instrumentenflüge werden gegen alle anderen gestaffelt, also auch gegen Sichtflieger. Sichtflieger untereinander werden dagegen nicht gestaffelt, sie bekommen Verkehrsinformationen über andere Sichtflüge. In Deutschland ist C die Klasse für den oberen Luftraum und die Bereiche über großen Flughäfen. Sichtflüge sind dort als kontrollierter Sichtflug (CVFR) mit Freigabe und Funkkontakt möglich.

Klasse D: Freigabe für alle, Staffelung nur für IFR

Auch in Klasse D braucht jeder eine Freigabe. Gestaffelt werden aber nur die Instrumentenflüge untereinander. Sichtflieger erhalten Verkehrsinformationen und müssen selbst Abstand halten. In Deutschland begegnet dir D vor allem als Kontrollzone (CTR) rund um Flughäfen, vom Boden bis zu einer festgelegten Obergrenze.

Klasse E: kontrolliert nur für Instrumentenflug

Klasse E ist ein Zwischending. Instrumentenflüge brauchen eine Freigabe und werden untereinander gestaffelt. Sichtflieger dürfen ohne Freigabe einfliegen. In Deutschland ist E der große Mittelbau zwischen dem bodennahen Luftraum und Flugfläche 100. Unterhalb von Flugfläche 100 gilt dort eine Höchstgeschwindigkeit von 250 Knoten.

Klasse F: Beratung statt Kontrolle

Klasse F ist unkontrolliert. Instrumentenflüge, die mitmachen, bekommen einen Beratungsdienst, aber keine Freigaben und keine verbindliche Staffelung. In Deutschland gibt es Klasse F seit dem 11. Dezember 2014 nicht mehr. Die früheren F-Lufträume um kleinere Flugplätze mit Instrumentenverfahren wurden durch Luftraum E oder durch Funkpflichtzonen, sogenannte Radio Mandatory Zones (RMZ), ersetzt. Auch Großbritannien hat 2014 Beratungsstrecken, die bis dahin als Klasse F galten, neu eingestuft.

Klasse G: der freie Luftraum

Klasse G ist der unkontrollierte Luftraum. Niemand braucht eine Freigabe, niemand wird gestaffelt. Die Flugsicherung gibt allenfalls Fluginformationen, soweit das praktisch möglich ist. In Deutschland liegt G direkt über dem Boden außerhalb der Kontrollzonen und noch einmal ganz oben oberhalb von Flugfläche 660. Instrumentenflug ist im deutschen Luftraum G nur in Verbindung mit einer RMZ vorgesehen.

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So ist der Luftraum in Deutschland geschichtet

Der deutsche Luftraum lässt sich am besten als Stapel vorstellen. Von unten nach oben sieht er im Normalfall so aus:

  1. Luftraum G beginnt am Boden. Seine Obergrenze wird über Grund angegeben und liegt grundsätzlich bei 2500 Fuß. In der Umgebung von Kontrollzonen ist sie auf 1700 oder 1000 Fuß über Grund abgesenkt.
  2. Luftraum E schließt darüber an und reicht in der Regel bis Flugfläche 100.
  3. Luftraum C beginnt meist bei Flugfläche 100, in Alpennähe erst bei Flugfläche 130, und reicht bis Flugfläche 660.
  4. Luftraum G liegt noch einmal oberhalb von Flugfläche 660.

In diesen Stapel sind die Flughäfen eingeschnitten. Um jeden Flughafen mit Instrumentenverkehr liegt eine Kontrollzone der Klasse D, die am Boden beginnt. Über den großen Verkehrsflughäfen wie dem Flughafen Frankfurt oder dem Flughafen München greift Luftraum C weit nach unten und setzt direkt über der Kontrollzone an. Bei kleineren Verkehrsflughäfen übernimmt diese Rolle teilweise ein Luftraum D, der nicht am Boden beginnt.

Ein Wort zu den Höhenangaben: Eine Flugfläche (FL) bezieht sich nicht auf den aktuellen Luftdruck vor Ort, sondern auf einen Standarddruck. FL 100 entspricht ungefähr 10.000 Fuß, FL 660 ungefähr 66.000 Fuß. Wer verstehen will, warum Airliner meist zwischen FL 300 und FL 400 unterwegs sind, findet die Erklärung in Warum Flugzeuge in rund 10.000 Metern fliegen.

Schicht Untergrenze Obergrenze Was dort typischerweise fliegt
G (unten) Boden 2500, 1700 oder 1000 ft über Grund Segelflug, Ultraleichtflugzeuge, Platzrunden, Rundflüge
D (CTR) Boden festgelegte Höhe über Meeresspiegel Airliner im End- und Steigflug, Sichtflieger auf festen Routen
E 2500, 1700 oder 1000 ft über Grund in der Regel FL 100 Instrumentenanflüge, Geschäftsreiseflugzeuge, Kleinflugzeuge auf Reise
C FL 100 (Alpennähe FL 130), über großen Flughäfen tiefer FL 660 Airliner im Steig-, Sink- und Reiseflug
G (oben) FL 660 – praktisch kein ziviler Verkehr

Wie diese Grenzen auf der Sichtflugkarte aussehen und woran du eine Kontrollzone erkennst, zeigt der Guide Lufträume C, D, E, G und Kontrollzonen auf Karten erkennen. Die Grundlagen der Karte selbst erklärt ICAO-Karte lesen.

Ein Flug durch alle Etagen

Am anschaulichsten wird die Struktur, wenn du einem einzelnen Flug folgst. Nimm einen Airbus A320, der in Frankfurt startet und nach München fliegt.

1. Start in der Kontrollzone

Auf der Piste und im ersten Steigflug ist der Airbus in der Kontrollzone, also in Luftraum D. Die Startfreigabe kommt vom Tower.

2. Steigflug in Luftraum C

Direkt über der Kontrollzone beginnt in Frankfurt Luftraum C. Der Flug wird an Approach oder Departure übergeben und gegen allen anderen Verkehr gestaffelt.

3. Reiseflug im oberen Luftraum

Im Reiseflug bleibt der Airbus in Luftraum C. Zuständig ist nun eine Bezirkskontrollstelle, im Funk meist mit Ortsname plus „Radar“.

4. Sinkflug und Anflug

Vor München sinkt der Flug weiter in Luftraum C, der dort ebenfalls tief über den Flughafen reicht. Approach führt ihn auf den Endanflug.

5. Landung in der Kontrollzone

Im letzten Teil des Anflugs ist der Airbus wieder in einer Kontrollzone der Klasse D. Die Landefreigabe gibt der Münchner Tower.

Ein Airliner zwischen zwei großen deutschen Flughäfen berührt Luftraum E und G also im Normalfall gar nicht. Ganz anders eine Cessna, die von einem kleinen Flugplatz zu einem Rundflug startet: Sie bleibt oft komplett in G und E, braucht keine Freigabe und funkt im Zweifel nur mit dem Flugleiter am Platz. Welche Stellen am Funk welche Aufgabe haben, beschreibt Delivery, Ground, Tower, Approach, Center.

Hören, wo der Flieger gerade ist

Wenn du Flugfunk mithörst, verraten dir Übergaben viel über den Luftraum: Der Wechsel vom Tower zu Approach zeigt dir, dass ein Flug die Kontrollzone verlässt. Wie du Frequenzen findest und was du rechtlich beachten musst, steht in Flugfunk-Frequenzen verstehen und Flugfunk hören: die Rechtslage.

Sichtflugbedingungen: wann nach Sicht geflogen werden darf

Für Sichtflüge legt jede Klasse Mindestwerte für Flugsicht und Wolkenabstand fest. In Deutschland gelten, vereinfacht dargestellt, folgende Werte:

Luftraum Flugsicht Wolkenabstand Besonderheit
C, D, E bis FL 100 5 km 1,5 km horizontal, 1000 ft vertikal in C und D zusätzlich Freigabe nötig
E oberhalb FL 100 8 km 1,5 km horizontal, 1000 ft vertikal –
D (Kontrollzone) 5 km Flug- und Bodensicht 1,5 km horizontal, 1000 ft vertikal Wolkenuntergrenze mindestens 1500 ft über Grund
G unterhalb 3000 ft MSL bzw. 1000 ft über Grund 1,5 km bis 140 Knoten frei von Wolken, Erdsicht darüber gelten die Werte wie in C

Unterschreitet das Wetter in einer Kontrollzone diese Werte, sind einzelne Flüge nach Sonderflugregeln (Special VFR) mit Zustimmung der Flugsicherung möglich. Für dich am Zaun heißt das: An Tagen mit tiefen Wolken und schlechter Sicht wird es an kleinen Plätzen oft still, während der Instrumentenverkehr am großen Flughafen unverändert weiterläuft. Wie Airliner auch bei schlechtem Wetter sicher auf die Piste finden, erklärt ILS-Anflug erklärt.

Warum Deutschland ohne A und B auskommt

Dass Deutschland die Klassen A und B nicht nutzt, heißt nicht, dass hier weniger kontrolliert wird. Im oberen Luftraum und über den großen Flughäfen setzt Deutschland Luftraum C ein. Auch dort braucht jeder Flug eine Freigabe, und Instrumentenflüge werden gegen alle anderen gestaffelt. Der Unterschied zu A liegt vor allem darin, dass Sichtflug als kontrollierter Sichtflug grundsätzlich möglich bleibt. Für Airliner im Reiseflug spielt das keine Rolle, sie fliegen ohnehin nach Instrumentenflugregeln.

Auch innerhalb der Klasse C ist die Arbeit geteilt. Den Luftraum über Deutschland betreut die DFS Deutsche Flugsicherung. Den oberen Luftraum über Teilen Nordwestdeutschlands kontrolliert dagegen das Kontrollzentrum von Eurocontrol in Maastricht. Wie die Nachbarländer ihre Flugsicherung organisieren, liest du in Austro Control und Skyguide.

Ein Blick ins Ausland: gleiche Buchstaben, andere Nutzung

Weil die Staaten frei wählen, unterscheiden sich die Luftraumstrukturen teils deutlich. Wer im Urlaub spottet oder ausländischen Flugfunk hört, stößt deshalb auf andere Buchstaben.

  • USA: Klasse A reicht von 18.000 Fuß über dem Meeresspiegel bis Flugfläche 600 und ist reinem Instrumentenflug vorbehalten. Klasse B umgibt die verkehrsreichsten Flughäfen, meist bis etwa 10.000 Fuß über dem Meeresspiegel. Wer dort einfliegt, braucht Freigabe, Funk und einen Transponder mit Höhenübermittlung. Um mittelgroße Flughäfen liegt Klasse C, um kleinere Plätze mit Tower Klasse D. Klasse F gibt es in den USA nicht.
  • Schweiz: Auch hier kommen die Klassen A und B nicht vor. Luftraum G reicht grundsätzlich vom Boden bis 2000 Fuß über Grund, sofern dort kein anderer Luftraum wie eine Kontrollzone liegt.
  • Österreich: Österreich nutzt im Wesentlichen die Klassen C, D, E und G, allerdings mit anderen Grenzen als Deutschland. Die genauen Höhen stehen im österreichischen Luftfahrthandbuch.

Für die Praxis heißt das: Eine Klasse-D-Kontrollzone in den USA ist nicht dasselbe wie eine deutsche CTR, und ein amerikanischer Klasse-B-Luftraum hat in Deutschland kein direktes Gegenstück. Wenn du Luftraumangaben aus einem anderen Land liest, prüf immer, welche Regeln dort für die jeweilige Klasse gelten.

Sonderbereiche, die keine eigene Klasse sind

Neben den Klassen gibt es Gebiete, die zusätzliche Pflichten auslösen, aber selbst keine Luftraumklasse sind. Die wichtigsten in Deutschland:

  • RMZ (Radio Mandatory Zone): Funkpflicht für alle, aber keine Freigabe und keine Staffelung. RMZ liegen um unkontrollierte Flugplätze mit Instrumentenverfahren.
  • TMZ (Transponder Mandatory Zone): Hier muss ein Transponder eingeschaltet sein, damit das Flugzeug auf dem Radar sichtbar bleibt. Was Mode A, C und S unterscheidet, erklärt Transponder Mode A, C und S.
  • Flugbeschränkungsgebiete (ED-R): Diese Gebiete schützen zum Beispiel Regierungsviertel oder militärische Übungsräume. Zeitweise Einschränkungen werden über NOTAMs bekanntgegeben, siehe NOTAMs lesen und verstehen.

Was dir die Luftraumklassen als Spotter bringen

Fliegen musst du nicht, um von der Luftraumkunde zu profitieren. Sie hilft dir in mehreren Situationen ganz praktisch.

  • Verkehr sortieren: Airliner bleiben in C und D, Segelflieger und Ultraleichte in G und E. Wer an kleinen Plätzen spottet, findet in General Aviation spotten und Kleinflugzeuge erkennen die passenden Tipps.
  • Anflugachsen finden: Die Kontrollzone zeigt, wo Airliner tief unterwegs sind. Zusammen mit der Betriebsrichtung weißt du, an welchem Pistenende du stehen solltest. Das erklärt Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
  • Warteschleifen einordnen: Wenn sich vor einem großen Flughafen der Verkehr staut, kreisen die Flugzeuge in Luftraum C über festen Punkten. Wie du das auf dem Flugradar erkennst, zeigt Warteschleifen auf dem Flugradar erkennen.
  • Drohne am Spot: Kontrollzonen und die Umgebung von Flugplätzen sind für Drohnen geregelte Gebiete. Bevor du die Drohne startest, lies Drohnen am Flughafen: die Regeln und prüf die Zonen in der dipul-Karte.

Ein Beispiel aus der Praxis: Am Besucherhügel München siehst du Airliner im Endanflug in der Kontrollzone. Eine kleine Propellermaschine, die gleichzeitig am Rand vorbeizieht, fliegt dagegen mit Freigabe des Towers auf einer festgelegten Sichtflugroute. Beide sind kontrolliert, aber nach unterschiedlichen Regeln.

Sitzen die Luftraumklassen?

Hak ab, was du jetzt sicher erklären kannst – am Ende siehst du, ob du den Luftraum verstanden hast.

  • Ich weiß, welche Klassen kontrolliert und welche unkontrolliert sind.
  • Ich kann erklären, warum in Klasse A kein Sichtflug stattfindet.
  • Ich kenne den Unterschied zwischen Luftraum C und D bei der Staffelung.
  • Ich weiß, dass in Luftraum E nur Instrumentenflüge eine Freigabe brauchen.
  • Ich kenne die vier Klassen, die Deutschland nutzt.
  • Ich weiß, warum es Luftraum F in Deutschland seit 2014 nicht mehr gibt.

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Fazit

Die Luftraumklassen A bis G folgen einer einfachen Logik. Je weiter vorn im Alphabet, desto mehr greift die Flugsicherung ein. A erlaubt nur Instrumentenflug, B und C staffeln umfassend, D und E staffeln nur Instrumentenflüge untereinander, und F und G sind unkontrolliert. Deutschland nutzt davon nur C, D, E und G. Der Luftraum ist dabei wie ein Stapel aufgebaut: G am Boden, E darüber, C ab Flugfläche 100, dazu die Kontrollzonen der Klasse D rund um die Flughäfen. Wer diese Ordnung kennt, versteht, warum Airliner und Kleinflugzeuge getrennte Wege nehmen und was im Flugfunk gerade passiert.

Kurzfazit

Jede Luftraumklasse beantwortet drei Fragen: welche Flugregeln, wer eine Freigabe braucht und wer gestaffelt wird. In Deutschland gibt es die Klassen C, D, E und G. Airliner bewegen sich zwischen Kontrollzone und Luftraum C, die General Aviation vor allem in E und G.

Zusammenfassung

  • Eine Luftraumklasse beantwortet drei Fragen: Welche Flugregeln sind erlaubt, wer braucht eine Freigabe und wer wird von wem gestaffelt.
  • Die ICAO hat das Schema mit sieben Klassen am 12. März 1990 beschlossen. In Europa gelten die Regeln heute über die einheitlichen Luftverkehrsregeln SERA.
  • In Deutschland übernimmt Luftraum C die Rolle, die in anderen Ländern A und B spielen: Hier wird jeder Flug kontrolliert, auch Sichtflüge.
  • Für Spotter erklärt die Luftraumstruktur, warum Airliner und Kleinflugzeuge getrennte Wege nehmen, was im Flugfunk passiert und wo tief geflogen wird.

Häufige Fragen

Welche Luftraumklassen gibt es?

Die ICAO kennt sieben Klassen von A bis G. Die Klassen A bis E sind kontrollierter Luftraum, in dem mindestens Instrumentenflüge eine Freigabe der Flugsicherung brauchen. F und G sind unkontrollierter Luftraum. In Klasse A ist nur Instrumentenflug erlaubt, in allen anderen Klassen sind Instrumenten- und Sichtflug möglich.

Welche Luftraumklassen gibt es in Deutschland?

In Deutschland werden die Klassen C, D, E und G verwendet. A und B gibt es nicht. Die Klasse F wurde am 11. Dezember 2014 abgeschafft und durch Luftraum E beziehungsweise Radio Mandatory Zones (RMZ) ersetzt.

Was ist der Unterschied zwischen kontrolliertem und unkontrolliertem Luftraum?

Im kontrollierten Luftraum (A bis E) erteilt die Flugsicherung Freigaben und staffelt zumindest die Instrumentenflüge untereinander. Im unkontrollierten Luftraum (F und G) gibt es keine Freigaben und keine Staffelung durch die Flugsicherung. Dort erhalten Piloten höchstens Verkehrs- und Fluginformationen, soweit das möglich ist.

Was bedeutet Staffelung?

Staffelung heißt, dass die Flugsicherung Mindestabstände zwischen Flugzeugen herstellt, seitlich, vertikal oder zeitlich. Welche Flüge gegeneinander gestaffelt werden, legt die Luftraumklasse fest. In Klasse C werden zum Beispiel Instrumentenflüge auch gegen Sichtflüge gestaffelt, in Klasse D und E nur Instrumentenflüge untereinander.

Warum gibt es in Deutschland keinen Luftraum A?

Die ICAO schreibt keinem Staat vor, welche Klassen er nutzt. Deutschland setzt im oberen Luftraum und über großen Flughäfen die Klasse C ein. Sie ist ebenfalls voll kontrolliert, lässt aber kontrollierte Sichtflüge mit Freigabe zu. In der Praxis fliegen Airliner in Reiseflughöhe ohnehin nach Instrumentenflugregeln.

Ab welcher Höhe beginnt Luftraum C in Deutschland?

In der Regel ab Flugfläche 100, in Alpennähe erst ab Flugfläche 130. Nach oben reicht er bis Flugfläche 660. Über den großen Verkehrsflughäfen setzt Luftraum C deutlich tiefer an, meist direkt oberhalb der Kontrollzone.

Welcher Luftraum liegt über Flugfläche 660?

Oberhalb von Flugfläche 660 liegt in Deutschland wieder unkontrollierter Luftraum der Klasse G. Für den normalen Luftverkehr spielt das keine Rolle, Verkehrsflugzeuge fliegen deutlich tiefer.

Was ist Luftraum B in den USA?

In den USA umgibt Klasse B die verkehrsreichsten Flughäfen, meist bis etwa 10.000 Fuß über dem Meeresspiegel. Wer einfliegen will, braucht eine Freigabe, Funk und einen Transponder mit Höhenübermittlung. Alle Flugzeuge werden dort voneinander gestaffelt. In Deutschland gibt es keine vergleichbare Klasse B.

PT

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